Was dicke Mädchen und Konten gemeinsam haben: Schöne Namen


Ist euch der Karnevalsschlager Dicke Mädchen haben schöne Namen der Kölner Stimmungsband “De Höhner” bekannt?

Der Refrain liest und singt sich folgendermaßen:

 Dicke Mädchen haben schöne Namen

Heißen Tosca, Rosa, oder Carmen

Dicke Mädchen machen mich verrückt

Dicke Mädchen hat der Himmel geschickt!

Wer sich ein wenig mit Banken und deren Vorliebe für originelle Produktnamen auskennt, wird feststellen, dass auch Girokonten schöne Namen haben. Leider käme niemand auf die Idee einen Song darüber zu schreiben. Vielleicht weil diese Namen den Kunden zwar verrückt machen aber nur selten der Eindruck entsteht, dass die Produktnamen der Himmerl geschickt hätte.

Geschickt hat auch nicht der Himmel die Produktnamen und auch die Produktbestandteile sondern die Bank. Die Namen lauten dann zum Beispiel “Compact,classic, Flex, Online,Individual, Gold. Gerne auch in Verbindung mit einem Banknamen. Volksbanken Raiffeisenbanken sind hier besonders einfallsreich. Die Filialbanken bieten meistens mehrere von der Bank entwickelte Girokontenmodelle an, die immer bestimmte Features haben. Wer ein bestimmtes Feature haben möchte, muss in der Regel ein bestimmtes Kontomodell auswählen. Würde das auch anders gehen. Nicht die Bank konfiguriert das Konto sondern der Kunde? Könnte die Bank dadurch mehr Kunden gewinnen und mehr Geld verdienen. Oder sind interne Prozesse und Technologien auf so etwas nicht vorbereitet und entsprechende Umstellungen würden eventuell entstehende Vorteile aufheben?

Vorstellbar wäre es aber, dass der Kunde ein solch individualisierbares Produkt zu schätzen wüsste.  Die Union Bank (USA) startet einen Versuch in diese Richtung. (Quelle: The Financial Brand)

Das Produkt  trägt den Namen “Banking by design”. Der Kunde kann sich sein Konto selbstständig zusammenstellen und dann entscheiden, ob er das Produkt in der Filiale oder direkt Online erwerben möchte. Konto Optionen können zu jeder Zeit hinzu- oder abgewählt werden.

Inspiration für Banken

Es kann aus 15 Optionen gewählt werden. Je mehr Optionen gewählt wurden, desto höher sind die Konto Gebühren. Regelmäßige Zahlungseingänge in einer bestimmten Höhe haben aber ebenfalls Einfluss auf den Preis. Hier eine Liste der Optionen, die allerdings so nicht zur Übernahme empfohlen werden können. Dennoch eine Inspiration für Banken auf der Suche nach einem starken USP. Besonders gut geeignet deshalb auch für Genossenschaftsbanken, um das Thema Mitgliedschaft stärker zu spielen. Gleichzeitig eine Chance die Kunden in Leistungen zu führen, welche für die Bank kostengünstiger sind. Das Konto Tool ist übrigens auch recht gelungen

1. Debit or ATM Card 

2. Expedited Card Delivery 

3. Express Phone Customer Service 

4. Account Statements 

5. Online Banking (free)

6. Online Bill Pay

7. Mobile Banking (free)

8. Email Alerts (free)

9. Text Alerts – Free,

10. Use of non-Union Bank ATMs

11. Add a Savings Account

12. Unlimited Checks

13. Money Orders, Traveler’s Cheques and Cashier’s Checks  (für oldschool Kunden)

14. Safe Deposit Box

15. Wire Transfers

Hier geht es zum Tool

bankingbydesign.com,

Hier der Original Artikel aus “The Financial Brand”

http://thefinancialbrand.com/30831/banking-by-design-customizable-checking-accounts/

Social Banking: Was ist das eigentlich?


Gestern habe ich diesenBeitrag schon angekündigt. Im Internet diskutiert man neuerdings häufiger über Social Banking. Ausserhalb des Internets scheint diese Diskussion übrigens noch nicht so sehr in den Blickpunkt geraten zu sein. Dort hat man genug mit der Schweinegrippe zu tun und der Platz in den klassischen Medien ist ja begrenzt.

Gerne möchte ich auch einen Beitrag zur Diskussion leisten. Dazu habe ich mal wieder eine Slideshare Präsentation erstellt. Hier versuche ich mal darzustellen, was mich in Sachen Social Banking so bewegt, denn eine Antwort darauf, was Social Banking eigentlich ist, habe ich gar nicht. Es reicht meiner Meinung auch gar nicht aus, wenn Unternehmen oder Experten definieren, was “Social Banking” ist. Was ist eigentlich für den ganz normalen Menschen Social Banking und braucht der Mensch eigentlich Social Banking? Und wenn der Mensch Social Banking braucht, warum weiss die Mehrheit der Menschen noch nichts davon bzw. warum ist die Nachfrage nach einem neuen “Banking” eigentlich noch relativ gering?

Bei Xing gibt es jetzt übrigens auch eine Social Banking Gruppe. Da könnte man weiter diskutieren. Bin dort inzwischen Co Moderator und lade mir gerne weitere Gäste ein.

Mutig Mutig – First Direct mit Social Media Newsroom


Es gibt also auch Banken, welche den Mut haben die Transparenz von Social Media zu leben. Eventuell hat man bei First Direct auch erkannt, dass man gar keine Wahl. In der aktuellen gdi Impuls bringt ein wunderbares Zitat von Norbert Bolz die neue Welt auf den Punkt:

Ehrlichkeit ist heute tatsächlich die beste Geschäftspolitik, weil das Internet uns in das Zeitalter der totalen Transparenz gestossen hat. Was auch immer du tust  man wird deine Spuren finden.

Also dann mal los liebe Banken.

http://www.newsroom.firstdirect.com/

Sonntag Nachmittag (mir ist nach Meinung)


Sonntag Nachmittag auf der Couch. Der Hund schläft. Ich höre Musik und aktualisiere meinen Blog. Die Musik höre ich mit meinem iphone und zwar über last.fm. Dort habe ich einfach “The Pastels” eingegeben und kann nun seit einer Stunde die Musik alter musikalischer Helden hören, ohne dass ich Platten oder CDs wechseln muss. Und dabei entstehen noch nicht einmal Kosten.

Das sind die Momente in denen einem klar wird, wie das Internet unser Leben verändert hat und weiter verändern wird. Ich vertrete ja die These: Das es einem mit zunehmendem Alter immer schwerer wird sich auf Veränderungen einzustellen und diese – wenn man sie für sinnvoll hält – mitzugehen. Ich wundere mich also nicht, warum unsere – doch meistens real oder zumindest gefühlt überalterte politische Elite – mit großer Angst und Unkenntnis auf die durch das Internet verursachten Veräderungen reagiert. Zusätzlich fehlt dann in der Regel noch die Zeit sich intensiv mit einem Thema auseinanderzusetzen oder die richtigen Experten bzw. zumindest weniger lobbyistische Experten auszuwählen.

Ich wünsche mir deshalb mehr Zeit für Politiker. Zum Beispiel könnten sie dann das Buch “Was würde google tun” von Jeff Jarvis oder ” Free” von Chris Anderson lesen und würden dann eventuell verstehen, dass nationale Gesetze auch nicht helfen werden, um überkommene Geschäftsmodelle zu retten. Ich kenne mich ja in Sachen Urheberrechtsschutz nicht so aus, aber wenn die deutsche Linie bedeutet, dass Bücher in Deutschland dadurch auch teurer sein werden, dann muss ich mir die Bücher eben in England oder den USA kaufen. Das geht liebe Politiker. Free habe ich z.B. als englischsprachiges Taschenbuch für gerade mal 18 Dollar gekauft und gleichzeitig kostenlos als Podcast gehört. In Deutschland gibt es ja bisher nur die Hardcover Version für 40 Euro. Konsequenterweise hätte das Buch in Deutschland ja eigentlich gar keinen Verleger finden dürfen. Ist ja ganz schön hart was da so drin steht.

Und hier noch eine weitere Härte. Bankkunden, die das Internet nutzen, um ihre Meinungen zu Banken mitzuteilen.

Und Menschen, die sich einfach eigene Währungen schaffen, weil sie vorhandene Währungen für ineffektiv, ungerecht und unzeitgemäss halten.

Bei so viel Innovation ist es doch beinahe beruhigend, dass die politische Elite immer noch mit den gewohnten Mitteln arbeitet. Allerdings gibt es da ja noch dieses beeindruckende EU Projekt.

http://ow.ly/tyjy (via. The Financial Services Blog)

Meet and Greet – DEMEXCO Köln


So morgen bin ich mal wieder unterwegs und zwar als Zuschauer. Genauer gesagt als Messe Besucher auf der DEMEXCO Köln. Socal Media wird sicherlich eines der Top Themen dort sein. Im Vorfeld konnte man ja schon so einiges hören und lesen. Ich werde einige Termine wahrnehmen und interessiert beobachten, wen man so aus der Bankenbranche trifft.

In meinem letzten Artikel habe ich ja versucht mich mit dem Thema auseinanderzusetzen, ob man als Unternehmen eine Agentur, einen Anwalt oder gar einen Arzt benötigt, um den Veränderungen durch das “soziale Internet” bzw. der Entwicklung des Internets zu einer Plattform des sozialen Handelns (siehe Max Webers Definition vom sozialen Handeln) zu begegnen.

Je “mainstreamiger” das Thema wird, desto realer wird diese Frage. Sowohl im Handelsblatt als auch in der Financial Times Deutschland gab es in den letzten Tagen zwei Artikel, die sich zumindest am Rande auch mit der Frage beschäftigt haben, welche Herausforderungen oder sogar Bedrohungen auf die Unternehmen zukommen. Ich empfehle die Lektüre dieser Artikel:

http://www.ftd.de/it-medien/medien-internet/:digitale-dokumente-das-web-2-0-kommt-ins-buero/50010109.html

Mt der Frage was Unternehmen eigentlich für Grundlagen erfüllen müssen, damit sie auf die neuen Anforderungen der jungen Mitarbeiter vorbereitet sind und vor allem wie Unternehmen für die Digital Natives  überhaupt noch als Arbeitgeber interessant bleiben können, beschäftige ich mich in einem der nächsten Artikel meiner kleinen Social Media Reihe: Agentur, Anwalt oder Arzt.

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/strategie/wenn-mitarbeiter-zu-mitteilsam-sind;2457851

Auch mit diesem Thema habe ich mich beschäftigt. Was sind eigentlich die Voraussetzungen dafür, dass Unternehmen im Social Media erfolgreich sind. Das hat doch auch was mit den Mitarbeitern zu tun. Sind Regeln und Verbote die Lösung? Oder stehen Unternehmen vor fundamentalen Veränderungen ihrer kulturellen Grundlagen. Mein Lieblinsgsatz aus dem Handelsblatt Artikel ist übrigens das folgende Zitat:

„Man muss die Mitarbeiter manchmal vor sich selber schützen“, umschreibt es Lünenbürger-Reichenbach. Sie seien nun mal keine Kommunikationsprofis.

Mir stellt sich da nämlich die Frage: Dürfen und sollen zukünftig nur noch Kommunikationsprofis kommunizieren und was sind eigentlich Kommunikationsprofis? Sind das Menschen, die mit schönen Worten die Wahrheit beschönigen können? Oder sind dies Menschen, die besonders ehrlich, authentisch, transparent und menschlich kommunizieren können? Verdrehen einem Kommunikationsprofis die Worte im Mund?

Wie gesagt demnächst mehr. Morgen schaue ich mir erst mal die Kommunikationsprofis auf der DEMEXCO in Köln an. Wer mich treffen möchte. Einfach antwittern @electrouncle

Die Verbraucherzentralen schalten sich ein


Die Verbraucherzentralen bemühen sich um mehr Transparenz in Finanzfragen. Die Verbraucherzentrale NRW hat unter der URL www.verbrauchfinanzwissen.de ein – leider noch nicht sehr schönes – Portal mit Informationen zu Finanzthemen veröffentlicht. In Sachen Dialog gibt es noch einige Optimierungsmöglichkeiten. Außerdem gelingt es auch hier nicht “Wissen” unterhaltend zu vermitteln. Die Seite wirkt leider zu sehr wie web1.0 und zeigt, dass es klassischen Institutionen immer noch schwer fällt, Finanzwissen aktuell, informativ und unterhaltend zugleich zu vermitteln.Auch merkt man der Aktivität an, dass Telefon, Print und direkter persönlicher Kontakt die bevorzugten Kommunikationskanäle der Verbraucherzentrale bleiben.

Geld wird durch diese Art der Darstellung niemals und Niemandem Spass machen.

Ein ausgesprochenes Lob allerdings für die Initiative, die ich auch in meine SocialFinanceListe aufnehmen werde

Social Banking Star: Caja Navarra


Vorwort für Sparkassen und Genossenschaftsbanken

Hierzulande wird das Thema „Social Banking“ an vielen Stellen ja tatsächlich noch müde belächelt. Sparkassen und vor allem auch Volksbanken Raiffeisenbanken galten lange Zeit als Auslaufmodelle ohne langfristige Perspektiven. Selbst die Mitarbeiter dieser Banken zweifelten am eigenen Modell , was bei einigen sogar den Wunsch erzeugte, lieber Direktbanken zu sein.  Kein Wunder also, dass es inzwischen einige bundesweit agierdende Volksbanken Raiffeisenbanken gibt, die auf Basis einer Zweitmarken Strategie auch Verbraucher außerhalb ihres Geschäftsgebietes ansprechen (z.B. Skatbank). Bei den Sparkassen gilt die 1822direkt als Vorreiter dieser Enwicklungen.

Konnte man eine solche Strategie zu Zeiten des web1.o noch nachvollziehen, so ergeben sich im sozialen Netz neue Chancen das bewährte Modell  (Social Banking ohne Internet)auch Online zu leben und sogar noch zu erweitern. Nur, die Sparkassen und Genossenschaftsbanken wissen dies in der Regel noch nicht und erneut besteht die Gefahr zu spät auf den fahrenden Zug aufzuspringen. Das besondere an diesem fahrenden Zug ist übrigens, dass es eigentlich keine Passagiere gibt. Alle Insassen sind Zugführer, das ist nun mal das Prinzip von Social  Media und die Insassen sind auch nicht die üblichen Verdächtigen, sondern neue innovative Unternehmen (Fidor AG, Smava, whosefinance etc.), welche die Tatsache ausnutzen können, dass die Etablierten -nach eigener Einschätzung-  mehr zu verlieren als zu gewinnen haben.

Vorbilder

Manchmal braucht es ja Vorbilder, um die richtigen Schlüsse und Erkenntnisse ziehen zu können. Ein solches Vorbild könnten die deutschen Sparkassen und Genossenschaftsbanken in der Nordspanischen Caja Navarra finden.

Civic Banking

Die Vison der nordspanische Bank Caja Navarra nennt sich Civic Banking. Schon diese Bezeichnung sagt aus, dass der Kunden bzw. der Verbraucher im Mittelpunkt des Handelns steht. Civic Banking ist in diesem Sinne also gleichzusetzen mit dem, was wir hier unter dem werthaltigen Aspekt von „Social Banking“ verstehen.

Civic Banking steht für Transparenz, Verantwortlichkeit und für soziale Kompetenz. Wobei soziale Kompetenz das Bemühen  ausdrückt, sich auch sozial in der Region zu engagieren und Projekte zu unterstützen, die regionale, gesellschaftliche, ökologische oder kulturelle Ziele verfolgen. Dieses Bemühen, treibt in Deutschland ja vor allem auch  die Sparkassen und Genossenschaftsbanken an. Prinzipiell geht es damit darum, dass sich das Unternehmenshandeln in erster Linie am Gemeinwohl orientiert.

5 Kundenrechte

  • Im Zentrum des Civic Bankings bzw. der Markenstrategie der Bank stehen dabei 5 besondere Kundenrechte.
  • Das Recht auf Information darüber, wieviel Geld die Bank mit dem Kunden bzw. seinen Einlagen erwirtschaft.
  • Das Wissen und die Entscheidungsbefugnis darüber, wie die Einlagen der Kunden investiert und diese Investionen zum Laufen gebracht werden
  • Das Recht zu bestimmen, wie die Gewinne der Bank eingesetzt werden sollen, um soziale Projekte zu unterstützen.
  • Das Recht auf Informationen darüber, wie sich diese sozialen Projekte entwickeln..
  • Das Recht oder die Möglichkeit in den sozialen Projekten selber akitv zu werden ,d.h also akiv mitzuarbeiten.

Social Media

Die Bank hat natürlich auch relativ schnell erkannt, dass ihr Civic Banking Modell zwingend eine Nutzung des sozialen Internets erfordert. Nähe, Transparenz und Authentizität lassen sich gerade mit diesem Medium intensiv leben. Eine Nicht Nutzung dieser Möglichkeiten würde den gesamten Ansatz des Civic Bankings in Frage stellen, denn schließlich ist das Internet die Plattform, die von Menschen genutzt wird, um sich auf Online (Markt)-plätzen über die Themen auszutauschen, welche für sie eine tägliche Relevanz haben (z.B. Finanzen)

Insofern ist die Caja Navarra teil einer Community, an der sie selber aktiv teilnimmt und deren Ausbau sie ständig fördert und unterstützt. Die Caja Navarra möchte für ihre Kunden mehr sein als ein Produktanbieter und sieht sich eher als Helfer oder sogar Freund in Sachen Finanzen und verwandten Themen. Und diese Haltung oder Sichtweise wirkt nicht wie ein aufgesetztes Marketing Konstrukt.

Kein Wunder also, das man die Bank bei twitter, youtube,Facebook, Flickr und Friendfeed findet. Die Aktitvität beschränkt sich dabei nicht gerade zurückhaltend.  Mehr als 2000 Tweets und mehr als 500 Follower und 250 Flickr Fotos sprechen für sich.

Zusätzlich Besitzt und betreibt man das grösste Soziale Netzwerk in Spanien mit über 1000 Blogs über sozial verantwortliche Projekte und eine eigene Civic Ba nking Community. Darüber hinaus gibt es weitere eigene Communities, welche die Caja Navarra Marke und Vision leben: Volcan,Eurecan, Tribucan, Pluralcan,estar en la lista (p2p lending)

Kunde und Kundenwünsche im Fokus

Civic Banking stellt Kunde und Kundenwünsche in den Mittelpunkt. Dies bedeutet auf eine Vielzahl unterschiedlicher Bedürfnisse  reagieren zu können. 250 mobile Vertriebler, kommen zum Beispiel auf Wunsch  auch direkt  zum Kunden nach Hause.  Die Filialen sind als Treffpunkte bzw. Community Spaces organisiert. Jeder kann sich dort aufhalten, um kostenlos im Internet zu surfen. Und einmal in der Woche findet in jeder Filiale eine besondere Veranstaltung statt. (Konzerte, Vorträge, Lesungen, Theater Vorstellungen)

Im Rahmen des „Du wählst, du entscheidest“ Kunden Programms können die Kunden aus 9 generellen Kategorien 3 spezielle Projekte wählen, die diese unterstützen möchten. Die Kategorien beschäftigen sich dann u.a. mit Themen in den Bereichen, Forschung, Kooperation, Umwelt, Sport und Freizeit, Behinderung und Gemweinwohl, Unternehmensgründung und Arbeit. Natürlich können auch eigene Projekte vorgeschlagen werden.

Jedesmal, wenn der Kunde ein Produkt oder eine Dienstleistung von Caja Navarra in Anspruch nimmt, wird  gemeinsam entschieden, wo die Gewinne investiert werden sollen. Dadurch entsteht eine enge Bindung an die Bank und die entsprechende Community. Zwischen Bank, Kunde und sozialem Projekt wird eine Beziehung hergestellt, die weit über die typische Kunde – Bank Beziehung hinaus geht.

Im Jahr 2008 entschieden 500.000 teilnehmende Kunden darüber, wie 50 Millionen Euro an 2700 Projekte verteilt wurden.

Transparenz und Feedback

Einmal im Jahr erhalten die Kunden ein Informationsschreiben der Bank, welches die Aktivitäten der Bank inklusive Gewinne und deren Verwendung offenlegt.

CAN hat Verfahren etabliert, über welche die eigene Vision und die Umsetzung der propagierten Ideale z.B. anhand von Kundenbefragungen regelmässig überprüft werden. Dabei werden die Kunden auch gefragt:“Was würden Sie tun, wenn Sie Manger wären oder eine Bankfiliale leiten würde?“

Die Skeptiker werden an dieser Stelle fragen. Was bringen diese ganzen Aktivitäten denn überhaupt außer mehr Arbeit und Mühe?

Ergebnisse

Zwischen 2001 und 2007 hat sich die Caja Invest in der Liste der Banken mit dem höchsten Return on Invest der Eigenkaptialquote vonPlatz 41 auf Platz 4 verbessert.  In der Kategorie  Gewinn nach Steuern kletterte man von Platz 20 auf Platz 12. Bei der Marge pro Mitarbeiter von 16 auf 5.

Fazit

Es macht also Sinn die Dinge so zu tun, wie der Verbraucher es sich wünscht. Unternehmen die Nützliches machen und dabei darauf achten negative Effekte zu verhindern haben eine Chance. Man muss nicht google, amazon oder ebay oder apple gründen, um erfolgreich sein zu können. Es reicht schon aus sich mit deren Erfolgsmodell zu beschäftigen. Macht Dinge, die den Menschen wirklich einen Nutzen bringen. Denkt und handelt nachhaltig. Orientiert euch am Gemeinwohl. Betrachtet das grosse Ganze.

Fazit II (mit Widmung)

Und für Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Manchmal gibt einem das Leben eine zweite Chance. Das was vor kurzer Zeit als veraltet belächelt wurde, ist in Wirklichkeit hochmodern und das Internet muss für eure Geschäftsmodelle keine Bedrohung sein, wenn ihr es schafft eure Visionen zu modernisieren und mit den Menschen über das Internet (und überall sons) in menschlicher Stimme und Sprache zu kommunizieren.

Schlussbemerkungen: Da ich der spanischen Sprache leider nicht mächtig bin, sind alle Informationen dem folgenden Blogbeitrag entnommen.

Caja Navarra: Pioneers in Civic Banking – The Financial Brand.com

Auf die Caja Navarra wurde ich allerdings schon vor längerer Zeit über Twitter aufmerksam bzw. über den Tipp eines Twitter Kollegen. Hoffe demnächst mal direkte Infos von der Caja Navara hier posten zu können. Ich arbeite daran.

civic bankingDieses Bild stammt von der Internetseite der Caja Navarra: www.cajanavarra.es

Boris (oder der electrouncle)

Social Banking Montag


Zum Wochenanfang einige kurze Neuigkeiten aus der “Social Finance” Welt.

Der steigenden Kundenmacht gerecht, wird ein neues Angebot in den Niederlanden. Dort müssen Verbraucher nicht mehr länger mühselig nach Sparprodukten mit den besten Zinsen suchen. Auf der Plattform Spaarbod können Sie stattdessen, die ihnen zur Verfügung stehende Sparsumme, den Sparzeitraum und die gewünschten Konditionen angeben und sich entsprechende Angebote von Banken unterbreiten lassen. Die Plattform zeigt daraufhin zunächst  die vorhandenen Angebote, die am ehesten den Wünschen des Kunden entsprechen. An dieser Stelle können sich die Kunden einloggen, das Angebot annehmen oder solange warten, bis sie ein entsprechendes Angebot einer Bank erhalten. Die Anbieter können auf den Kundenwunsch bieten. Der Kunde erhält innerhalb von 24 Stunden eine Liste der besten 5 Angebote und kann daraus eines auswählen. Weiterlesen

Verbrauchermacht IV und Wirtschaftsethik


Irgendwie muss ich in diesen Tagen immer wieder über Grundprinzipien des Wirtschaftens schreiben. Das hat – auch wenn es zunächst anders erscheint – sehr viel mit dem Internet zu tun, auch wenn ich im Internet natürlich keinen allumfassenden Heilsbringer sehe. Es stecken aber wunderbare demokratische Elemente darin, die Hoffnung machen, wenn sie nicht direkt im Keim ersticken. Insofern hier auch mal eine Entschuldigung für die Suche nach Geschäftsmodellen im Mode I Artikel. Es gibt mehr auf dieser Welt als Geschäftsmodelle oder Einnahmequellen und auch und gerade im Wirtschaftsleben sollten andere Fragen auf die Tagesordnung kommen und deshalb hier mal ein Zitat, welches ich in der GDI IMPULS Ausgabe Winter 2007 Titel: Exzellente Aussichten! Qualität, Transparenz, Anstand, Vertrauen – wie die Sehnsucht nach klassischen Werten neue Märkte schafft. Gibt es direkt unter www.gdi.ch oder inzwischen auch in gut sortierten Kiosken (zum Beispiel Flughafen und Hauptbahnhof in Düsseldorf).

Das Zitat soll von Götz E. Rehn (Inhaber von Allnatura) sein und ich finde es einfach wunderschön, wenn solche Bezeichnungen im “Wirtschaft-Kontext” erlaubt sind:

“Es geht in der Wirtschaft nicht um Gewinnmaximierung, sondern um Sinnmaximierung”

In diesem Sinne

electrOUncle

PS. Sind 90.000 Euro Gewinn pro Mitarbeiter wirklich nicht genug?