Blogparade: Social Media im Unternehmen. Darauf kommt es an?


Dr. Klein und die CreditPlus Bank haben eine Blogparade zum Thema “Social Media in Unternehmen gestartet. Ich mache da jetzt mal mit. Stelle diesen Beitrag jedoch unter das Motto. Find your own way (frei nach REO Speedwagon)

Worauf kommt es also an? 

Affen würden Social Media verstehen. Sie würden nicht fragen, worauf es ankommt, weil Social Media für sie ein Werkzeug wäre, um sich einer verändernden und sie herausfordernden Umwelt zu stellen. Das Ziel: Der eigenen Spezies das Überleben sichern. Erkennen Sie aber bitte die Betonung auf überleben der Spezies, denn wer als Spezies überleben möchte, kann nicht alles beim Alten belassen und wird Opfer bringen und Veränderungen akzeptieren müssen.

Unterstellen wir den Affen einmal vernunftbegabtes Handeln. Wie sieht es aber mit den Menschen aus, die sich Organisationen ursprünglich geschaffen haben, um menschliche Probleme besser  lösen zu können. Diese Organisationen- das wissen wir inzwischen – konzentrieren ab einer bestimmten Größe mehr als 80 % ihrer Ressourcen auf den Erhalt des Systems.  Organisationen haben sich ein Stück weit verselbstständigt und den Menschen, die für diese arbeiten, wird das gar nicht mehr bewusst. Nun haben sich die Zeiten aber verändert und alles was gut war (oder gefühlt gut war), ist auf dem Prüfstand.

Für die Organisation selber, viele Mitarbeiter und vor allem für Führungskräfte geht es um Machterhalt, was zumeist gleichzusetzen ist mit Einfluss, mehr Geld, mehr Gehör- und Realisierungschancen. Je grösser die Herde ist, die man auf die oder von der Alm treiben darf, desto grösser ist die Macht. Keine guten Voraussetzungen, um eine Lebenstechnologie im Unternehmen wirken zu lassen, die vor allem für dauerhafte Veränderung, Anpassungserfordernisse und Flexibilität steht. Es trifft also Statik auf Dynamik. Die Dynamik dringt von außen in die Kultur des Unternehmenssystems ein. Möglich macht dies die kollaborative Technologie Internet.

Es ist klar, dass jedes Unternehmen hofft Social Media nutzen zu können, ohne dass etwas verändert werden muss. Kein Wunder also, dass Social Media dann auf die Bereiche Marketing, Kommunikation und PR beschränkt bleibt und der Konsument (nein Mensch) mit Marketing blah, blah und dem was Unternehmen für Dialog halten gelangweilt wird. Im Unternehmen dürfen sich also die sogenannten Kreativen, unterstützt von den anderen Sogenannten (den Social Media Gurus), austoben und Fans sammeln, die dann ähnlich eng an das Unternehmen gebunden sind wie die typischen Erfolgsfans erfolgreicher Fußball Vereine. Also wie ein Wetterfähnchen umschwenken, wenn der Erfolg (im übertragenen Sinne) mal ausbleibt. So verstanden und betrieben,verharrt Social Media dann irgendwann in einem Zustand, der nicht mehr auflösbar ist. Es geht nicht mehr weiter. Außer Spesen nichts gewesen.

Affen bräuchten keine Social Media Gurus. Sie würden intuitiv erkennen, was „social“ bedeutet. Komisch das Menschen, denen wir ja unterstellen soziale Wesen zu sein und die damit immer schon „social“ waren, dies in der Regel nicht erkennen. Für uns sieht erst einmal alles wie ein Nagel aus. Also hauen wir mit dem Hammer drauf. Affen würden ihre immanente Leidenschaft sich miteinander zu vernetzen sofort in die Tat umsetzen. Bei Menschen, die sich in Unternehmen bewegen, müsste man erst einmal nach Voraussetzungen für die Aneignung von Social Media suchen.

Voraussetzungen für Social Media

Eigentlich kann man es sich ganz einfach machen. Ein  Unternehmen hat die besten Voraussetzungen für Social Media, wenn es von jungen Menschen neu gegründet wurde und diese Menschen auf das Internet setzen, um relevante Alltagsprobleme von Menschen zu lösen oder vorhandene Lösungen auf den Prüfstand stellen und damit vorhandene Geschäftsmodelle und Alltagspraxen disruptiv verändern. Die Chancen steigen, wenn sich diese Unternehmensgründer in keinem hoch regulierten Markt bewegen und der Markt nicht von Unternehmen dominiert wird, die gute Kontakte/Verbindungen zur Politik und anderen Institutionen haben, welche die Veränderung aufhalten oder sogar dauerhaft stoppen könnten.

Schlechte Voraussetzungen für Social Media bestehen dagegen, wenn…

…ihr Unternehmen sehr erfolgreich ist und das Management davon ausgeht, dass die Zukunft keinerlei Veränderungen mit sich bringen kann, welche diesen Erfolg gefährden könnten. Motto: Wir brauchen keine Autos sondern schnellere Pferde

… Sie als Führungskraft kurz vor der Rente stehen.

… Sie in einer hoch regulierten Branche agieren und deshalb bestimmte Dinge gar nicht machen dürfen oder glauben diese nicht machen zu dürfen, bzw. diese Dinge, wenn sie diese doch machen würden, ihr persönliches Fortkommen oder gar ihre berufliche Karriere gefährden könnten, weil sie sich nicht in dreijährigen Businessplänen erfassen lassen.

… Sie als  Führungskraft zwar gerne Social Media und die damit automatisch einhergehenden Veränderungsprozesse zulassen würden, aber leider nicht die entsprechenden Mitarbeiter haben, mit denen man dies bewerkstelligen könnte. Was wiederum daran liegen kann, dass in Ihrem Unternehmen keine Querdenker arbeiten oder arbeiten sollen und die entstandene Kultur dies auch nicht zulassen würde. Ihre Mitarbeiter sollen also Dienst nach Vorschrift machen und nicht nachdenken, denn nachdenken und Kommunikation kostet Zeit und bringt den Mitarbeiter ohnehin nur auf dumme Gedanken.

… ergänzend kann man hinzufügen: Die Mitarbeiter Ihrer Branche werden in speziellen, häufig selbst betriebenen Ausbildungsinstituten ausgebildet und dort haben sich die Lehrpläne in den letzten zwanzig Jahren kaum verändert. Woher sollen die Querdenker also kommen?

… wenn ihre Leistung eher schlecht ist und bei den Menschen oder Kunden nur „Pain Points“ produziert. Sie also mit der Qualitätsmaschinerie des sozialen Internets nicht mithalten können und eigentlich alle Hände voll damit zu tun haben, über ihre Fehler hinwegzutäuschen oder diese mit Marketing blah, blah zu übertünchen

… Ihr Unternehmen oder Ihre Leistung auf der anderen Seite aber leicht digitalisierbar ist.

… Sie Vorbilder und Standards brauchen, es diese aber eigentlich noch nicht gibt. Oder: Sie wollen eigentlich nur so gut wie alle anderen sein oder es so machen wie die Gurus es Ihnen erzählen. Eigentlich müssten Sie aber einzigartig und besonders sein. Aber wer ist das schon?

… wenn die Sharholder Ihre Aktivitäten nicht unterstützen und Investitionen nicht erwünscht sind, weil man vielleicht noch abschöpfen kann

Und es gibt womöglich noch 1000 andere schlechte Voraussetzungen. Aber es geht trotzdem. Sehr wahrscheinlich muss es sogar gehen. Nehmen wir an Sie sind auf der höchsten Führungsebene eines Unternehmens, denn ohne Executive Support geht es ohnehin nicht, dann könnten die folgenden Maximen Ihr Programm sein. Aber nicht vergessen. Nicht zu sehr auf die Gurus hören. Sie lesen jetzt (m)eine Meinung

Worauf kommt es dann also an?

  • Hab keine Angst
  • Fang an
  • Lass los
  • Stell Dich auf Überraschungen ein
  • Fördere und fordere
  • Lass dumme Regeln töten
  • Belohne die Regelbrecher und bestrafe die Besitzstandsbewahrer
  • Hör zu
  • HÖRE IMMER ZU!
  • Lerne von Jüngeren
  • Lerne von Mitarbeitern
  • Lerne von Kunden
  • Lerne von Externen
  • Lerne von anderen Unternehmen
  • Lerne von anderen Branchen
  • LERNE!
  • Werde Design Thinker
  • Extrahiere das Sinnvolle
  • Finde Deinen eigenen Weg
  • Rechtfertige Dich nicht
  • Werde einzigartig und unverkennbar
  • WIRKLICH EINZIGARTIG! (Trenne Dich also spätestens jetzt von den Gleichmachern)
  • Löse Probleme
  • Produziere herausragende Mitarbeitererlebnisse
  • Fördere Vielfalt
  • Produziere herausragende Kundenerlebnisse
  • Nutze und fördere die crowd
  • PRODUZIERE HERAUSRAGENDE ERLEBNISSE!
  • Denke mehr wie ein Mensch
  • Interessiere Dich deshalb für die Zukunft der Menschheit
  • Trage mit all Deinen Aktivitäten zu dieser Zukunft bei
  • Entwickle neue Produkte und Geschäftsmodelle
  • Sei verdammt noch mal AWESOME!
  • Setze Dir Ziele
  • Setze Dir ungewöhnliche Ziele
  • Überwache Ziele und werde jeden Tag besser
  • Etabliere den Wandel
  • DU bist am Ziel! Nein es gibt kein Ziel
  • WANDEL!
  • Sei antifragil

Schlusswort

So einfach ist das also:

Mach es, dann mit allen Konsequenzen

oder

Lass es, dann auch mit allen Konsequenzen

Infografik: Deutsche Bankkunden skeptisch gegenüber Social Media und mobile Banking


Auf der Website der British Telecom – die bieten ähnliche Dienstleistungen wie die Deutsche Drosselkom – habe ich diese interessante Infografik gefunden. Demnach ist Social Media für Bankkunden nicht so besonders wichtig, mobile Banking steckt noch in den Kinderschuhen, und alternative Währungen brauchen noch eine Weile, aber Filialen werden nach wie vor gewünscht. Darüber hinaus scheint es ein intensives Bedürfnis bei Bankkunden zu geben, die Bank einfacher wechseln zu können.

Was diese Infografik darüber hinaus zeigt, ist einerseits dass Online Euphoriker wie ich zunächst noch auf dem Boden bleiben müssen. Ähnlich wie der Gockel Konstantin aus Uhlenbusch. Andererseits können wir daraus schließen, dass sich die Technologie schneller verändert, als wir verarbeiten können. Wir können uns gar nicht mehr so schnell anpassen, wie die Veränderungen es erfordern würden. Es besteht deshalb auch kein Grund für Finanzunternehmen aufzuatmen. Das Veränderungstempo hat inzwischen ein Tempo erreicht, dass zumindest meine Generation – und diese bestimmt aktuell das Handeln von Unternehmen – nicht kennt. Wir denken deshalb in nicht mehr realistischen zeitlichen Zyklen. Es könnte also alles viel viel schneller gehen.

Möglicherweise will uns die Infografik aber auch sagen, dass Social Media – so wie es von den meisten Banken genutzt wird – den Bankkunden keinen Mehrwert liefert. In jedem Fall zeigt sie aber auch, dass wir Deutschen immer noch ein wenig skeptischer und vorsichtiger als die anderen Gesellschaften sind. Das kann gut, aber auch schlecht sein, es braucht die richtige Balance, die in einigen Bereichen von Politik und Wirtschaft jedoch bereits verloren scheint. Aber das ist eine andere Geschichte.

http://letstalk.globalservices.bt.com/en/2013/05/banking-on-social-infographic/
Banking on social

Meine Liste: Die innovativsten Finanzunternehmen in Deutschland


Die innovativsten Finanzunternehmen Deutschlands

Ich erkläre den April jetzt mal schnell zum Listen Monat. Denn Listen sind beliebt und sie sparen dem Blogger ein wenig Aufwand und Mühe. Das mache ich nicht, weil ich die Lust am bloggen verloren habe. Der Grund sind stattdessen viele Vor- und Nachbereitungs-intensive Termine in den nächsten 4 Wochen.

Am 20.04.2013 ist übrigens mal wieder “Vortrags Time”. Für mich persönlich ein ganz besonderer Vortrag, denn erstmals halte ich einen Vortrag in meiner alten Heimat Gummersbach und noch dazu an der Theodor Heuss Akademie, die ich eigentlich nur von einem Foto Shooting für unsere Punk Band “The Tree Numbers” kenne. Aber das ist lange her.

New Finance Generation 
Finanzdienstleister der neuen Generation
19.-21. April 2013
Theodor-Heuss-Akademie
Gummersbach

Ich werde einen Vortrag mit dem Titel crowdfunding als genossenschaftliches Prinzip halten.

Jetzt aber zu meiner absolut subjektiven Liste:

Deutschlands  (12) innovativste Finanzunternehmen

12. Gute Banken

Weil dort nicht einzelne Produkte sondern Banken bewertet werden können und der Anbieter erkannt hat, dass Banking sich stärker am Gemeinwohl und weniger am Eigennutz orientieren muss.

http://www.gute-banken.de/

11. Die Sparda Bank München

Weil diese Bank als erste und einzige deutsche Bank auch eine Gemeinwohlbilanz führt

https://www.sparda-m.de/gemeinwohlbericht.php

10. Moneymeets

Transparenz, gute Preise und die Weisheit der Vielen. Moneymeets bringt Menschen zusammen und schafft mehr Unabhängigkeit für den Bankkunden

https://www.moneymeets.com/home

09. Yavalu

Yavalu gehört jetzt wohl zu Finanzscout24. Das Tool ist aber nach wie vor eines der übersichtlichsten, einfachsten, verständlichen und schönsten Anwendungen, die ich bisher in der deutschen Finanzwelt gesehen habe

www.finanzscout24.de

08. Sum up

Sum up ist eine Art deutsches Square. Extrem einfach, extrem gute Customer Experience und extrem nützlich, verändert es die Art und Weise wie wir bezahlen und wie Unternehmen Bezahlungen entgegennehmen können

https://sumup.de/produkt/

07. Friendsurance

Weil es ein erster Versuch ist Versicherungen anders zu verstehen und zu konzipieren. Friedsurance ist noch lange kein deutsches Kroodle, aber ein Anfang denn bei
Friendsurance schließen sich Mitglieder zu kleinen Gruppen zusammen und ein Teil ihrer Versicherungsbeiträge fließt in einen gemeinsamen Topf. Bei Schadensfreiheit erhält jedes Mitglied seinen Teil aus dem Topf zurück. Dieses Geld behalten die Versicherungen normalerweise. Kleine Schäden werden aus dem Topf gezahlt. Bei größeren Schäden springt die Versicherung ein.

https://www.friendsurance.de/so-funktionierts

06. Volksbank Bühl

Weil ich weiß, wie schwer es ist, sich als lange im Markt etablierte und regionale Bank ,  zu verändern, obwohl es scheinbar keinen aktuellen Grund gibt, und weil diese Bank es heute schon geschafft hat aus Social Media, Social Business zu machen. Vielleicht auch, weil Volksbanken Raiffeisenbanken eigentlich  auf einer sozialen Idee beruhen. Aber wieso gibt es dann nur eine Volksbank oder vielleicht auch nur eine Bank in Deutschland, bei der sich z.B. mehr als 10 junge Mitarbeiter mit dem Thema Innovation beschäftigen. Von dieser Bank können wir noch viel erwarten.

http://blog.volksbank-buehl.de/

05. Figo

Eine Finanzapp, die den Namen eines genialen Fußballers trägt, kann ja nur gut sein. Bei Figo gefällt mir vor allem die Usability und das Kundenerlebnis. Die App zeigt an, wo die Reise hingeht. Bald steckt die Bank in der Hosentasche. Ob die Banken das auch erkennen?

http://figo.me/

04. Pockets United

Eine Anwendung mitten aus dem Leben. Ähnlich wie bei mytaxi wird hier ein perfekter Kundenprozess ausgeliefert. Banking ist tief integriert. Muss man möglicherweise “Digital Native” sein, um  eine solche zeitgemäße Kundenerfahrung mit Begeisterungscharakter produzieren zu können. Es gibt so viele Urlaubsreisen, die ich mit Freunden verbracht habe, bei der ich so eine Anwendung hätte gebrauchen können. Erst letzten Sonntag im Stadion wäre sie von Nutzen gewesen.

https://pocketsunited.com/de

03. Finanzblick

Eine Social Finance Commerce Plattform. Bis vor kurzem gab es diesen Begriff noch nicht einmal. Finanzblick bietet unabhängiges Personal Finance Management auf dem  PC, Smartphone und auf dem Tablet PC. Es ist der Konkurrenz der Banken damit um einige Jahre voraus. IOS und Android werden unterstützt. Die App schafft eine Übersicht, hilft beim Sparen und wird sicher schon bald Produktempfehlungen aussprechen.

http://www.finanzblick.de/

02. Seedmatch, Startnext,United Equity, Leih Deiner Stadt Geld

Stellvertretend für die deutsche Crowdfunding und crowdinvesting  Bewegung, die mehr ist bzw. sein kann, als eine neue Möglichkeit für Unternehmen an Finanzmittel zu kommen.

www.seedmatch.de

www.startnext.de

www.unitedequity.de

www.leihdeinerstadtgeld.de

01. Die Fidorbank

Zu dieser Bank muss man nicht mehr viel sagen. Sie rockt – ich denke diese Formulierung ist erlaubt – die nationale und internationale Finanzwelt mit immer wieder neuen und aufregenden Ideen, gebaut auf dem Fundament des sozialen Internets und  gepaart mit der Grundhaltung, dass Banking in erster Linie für Menschen da ist und es hohe Zeit ist die Finanzbranche disruptiv zu verändern.

Mit dem folgenden ca. 20 Minuten langem Video in englischer Sprache ist eigentlich schon alles gesagt. Wenn Sie es schön kennen, schauen Sie es sich einfach noch ein zweites mal an.

Und nun frage ich mich, welche Unternehmen Sie auf eine solche Liste nehmen würden?

Noch viel mehr innovative Finanzunternehmen

http://thefinanser.co.uk/fsclub/2013/04/the-most-innovative-firms-in-finance.html

Shout: Wofür Content Marketing?


Prolog

“Shout, shout, let it all out

These are the things I can do without

Come on, I’m talking to you, come on

Shout, shout, let it all out

These are the things I can do without

Come on, I’m talking to you, come on”

TEARS FOR FEARS – SHOUT 

In den achtziger Jahren habe ich diese Zeilen oftmals laut gesungen. Eine Hymne in den bunten Jahren. Damals wusste ich jedoch noch nicht, dass ich drei Jahrzehnte später nahezu jeden “Shout” dieser Welt mitbekommen kann.Es gab noch kein Social Media und unsere menschliche Eloquenz blieb hinter verschlossenen Türen bzw. war nur dann zu erleben, wenn wir unter real Anwesenden waren. Heute sind wir potentiell immer Anwesend.

Facebook ist schon lange nicht mehr cool. War es das jemals? Heute ist es bereits überbevölkert und jeder neue Freund oder Fan beschert uns eine Potenzierung der Banalitäten, weil der menschliche Alltag nun mal überwiegend banal ist. Auch meiner übrigens

Das Geschrei der Unternehmen

Viel schlimmer aber. Das Geschrei der Unternehmen, die immer neuen Anwendungen und Orte, von den,  um ein Geschäftsmodell bemühten Plattformen geliefert bekommen. Kein Wunder: Wer etwas verkaufen muss, geht unlocker ins Gespräch. Wer unlocker in ein Gespräch geht macht Fehler und beansprucht unsere Geduld, die jedoch immer mehr abnimmt. Denn schließlich haben wir ja alle ADS.

Natürlich. Ich könnte ja gehen und den kostenlosen Service der Netzwerke nicht mehr in Anspruch nehmen. So ähnlich hat mein Vater früher auch immer argumentiert, wenn über das politische System diskutiert wurde. Wer heute Facebook und Co. verlassen soll, wurde damals nach Drüben geschickt und Drüben gibt es ja nicht mehr.

Dabei braucht das Unternehmen eigentlich nur ein gutes und überzeugendes Angebot. Nicht mehr und nicht weniger. Und wenn Sie ein solches Angebot haben, dann brauche Sie gar nicht schreien. Gehen Sie locker ins Gespräch. Es reicht wahrscheinlich aus, wenn Sie Fragen beantworten und da sind, wenn der Mensch Sie braucht. Investieren Sie lieber in Ihr Angebot und Ihren Service. Ich habe zum Beispiel gerne ein gutes Produkt bei mir daheim aber nicht Ihr ganzes Unternehmen.

Gehen oder bleiben?

Manche gehen trotzdem. Ab und an liest man schon, dass Nutzer beginnen das weltumspannende Facebook zu verlassen. Manche haben Datenschutz- und Privatheitsbedenken, manche fühlen sich von Eltern, Personalchefs, Unternehmen oder sonstigen Daseinsformen gestalkt. Andere sind schlichtweg gelangweilt. Neue soziale Netzwerke wie snapchat, dort werden alle Posts nach kurzer Zeit wieder gelöscht, erfreuen sich erster Nachfrage. Gerade die jungen Menschen, die wir so oft für ihr gefährliches Online Verhalten tadeln, haben erkannt, dass nicht jede Banalität des Alltags bis in alle Ewigkeit als Identitätsmerkmal und Kaufinformation im Netz festgehalten werden muss.

Die”Four Horseman of the Internet Apocalypse, wie sie in den USA spöttisch und kritisch genannt werden, bestimmen und definieren unser Leben, indem sie das digitale Netz in eine von uns kaum noch beeinflussbare Richtung prägen. Sie bestimmen- so schreiben Kösch/Knoke in ihrem lesenswerten Artikel: Die Vier Reiter der Infokalypse-Internet: Abschalten oder nicht? in der Zeitschrift für elektronische Lebensadpekte DE BUG 03/2012 Seite 12-15-  was aus unseren Daten wird und wem der Kuchen (die Cloud) gehört.

” Google, Facebook, Apple und Amazon. Google gehört das, was uns beschäftigt. Facebook das, was uns mit anderen Menschen verbindet. Apple die Instrumente auf denen wir basieren. Und Amazon das, was wir zum stofflichen Leben brauchen”

Und wir? Wir können ja mehrheitlich nur lesen, rechnen und schreiben. Beherrschen aber die verändernde Kernkompetenz der Zukunft, das Programmieren nicht und haben alleine kaum noch eine Chance die verlorene Selbstbestimmung zurückzugewinnen.

Neues Buzzword Content Marketing

Aber nochmal zurück zu den von Verkaufsinteressen getriebenen Social Media Aktivitäten der vielen Unternehmen. Sind wir nicht alle ein wenig ernüchtert? Zumindest so ernüchtert, dass das Kind schon einen neuen Namen hat. Wir machen jetzt Content Marketing. Was ist das? Ich definiere es so: Menschen mit der geschickten Auslegung von Content Fallen im Netz zum Kauf zu bewegen. Klingt nicht neu. Ist auch nicht neu!

Content ist das magische Marketing Wort des Jahres. In diesem Jahr wird jedes Unternehmen sich mit Content Marketing beschäftigen. Die Berater -formerly known as Social Media Gurus – kommen ins Haus. Jeder hat heute einen Facebook oder twitter Account. Warum. Weil die anderen Unternehmen doch auch schon da sind, wo sie das menschliche Leben in eine 100 % Konsumwelt umformen möchten. Der Adcontrarian umschreibt das Dilemma so:

 

“The essence of social media is democracy. Everyone has something to say. Unfortunately, everyone doesn’t have something interesting to say. Or intelligent to say. As a matter of fact, almost no one has anything interesting or intelligent to say.

As user-generated-content has become the standard, and as marketers’ content tries to emulate and imitate user-generated-content, it is being relentlessly dumbed down. It is devolving into empty platitudes and boosterism”

In den USA – so kann man dem Artikel entnehmen- haben viele der großen und schnell wachsenden Unternehmen das bloggen inzwischen eingestellt und wechselten auf die sozialen Medien der Faulen, wo schon ein banales Foto oder 140 bis sagen wir mal 280 Zeichen ausreichen um manchmal Millionen von Clicks zu generieren.

Ein Beispiel? Der Adcontrarian liefert es:

“One way to make this the best week EVER is to ____. (With a picture of a Pepsi can.)”

4000 Likes

Was also auf uns zukommt 2013:

Es wird das Jahr des Contents ohne Inhalte! Muss das wirklich sein?

Anhang

Link zum Artikel: The Content Con aus dem Blog Adcontrarian

http://adcontrarian.blogspot.de/2013/02/the-content-con.html

In diesem Artikel verwendeter popkultureller Verweis:

Shout – Tears for Fears (1984)

http://www.tape.tv/vid/104705

Zurker: Ein wirklich soziales Netzwerk


Unbehagen

So könnte man das Gefühl beschreiben, welches einen von Zeit zu Zeit überkommt, wenn man die sozialen Medien und insbesondere Facebook nutzt. Was passiert mit meinen Daten? Überwiegt der Nutzen von Facebook gegenüber den persönlichen Kosten? Bringt Facebook uns wirklich näher zusammen oder entfernt es uns sogar noch weiter voneinander? Das sind nur wenige Fragen, die ich mir eigentlich immer dann stelle, wenn ich Facebook bewusst und nicht einfach wie ein Kommunikationsinstrument verwende.

Ähnliche Fragen stellen sich auch die Unternehmen, die mit der Nutzung von Facebook ja zumindest das Risiko eingehen in einen Bereich zu investieren, der ihnen nicht gehört und den sie damit auch nicht kontrollieren können. Vergleichbar wäre dies zum Beispiel mit einer Bank, die eine Filiale auf einem Bauplatz betreibt der ihr nicht gehört und bei dem sie auch keinen Einfluss auf dessen zukünftige Ausgestaltung und Entwicklung hat. Schön wäre es deshalb, wenn man zumindest an der Entwicklung mitgestalten könnte, was ja auch ein übliiches Prinzip im Internet ist, von Facebook meines Wissens nach aber kaum angeboten wird.

Ein interessantes Projekt, welches für das ein oder andere Unbehagen, welches Facebook erzeugt, Abhilfe schaffen könnte, ist das soziale Netzwerk Zurker, auf welches ich durch springwise.com aufmerksam wurde. Bei diesem offensichtlich vollkommen transparenten Netzwerk können Nutzer nicht nur eigene Ideen einbringen. Die Daten gehören dem Nutzer und ihnen gehört auch ein entsprechender Anteil der Plattform. Sie können die Ausrichtung bestimmen und partizipieren am Erfolg. Die Formel kostenlose Nutzung gegen Daten gilt hier also nicht, der Nutzer wird also nicht wie z.B. bei Facebook übervorteilt. Diese Beteiligung wird über sogenannte vShares vollzogen, die man für empfohlene Nutzer erhält und die im Wert steigen, wenn die Zahl der Nutzer wächst. 

Das klingt spannend und die Entwicklung der sich im beta Stadium befindlichen Plattform sollte man verfolgen. Vielleicht entwickelt sich ja eine wirkliche Alternative zu Facebook. Allerdings bräuchte es dafür mehr Unbehagen. Nicht gegenüber Social Media oder sozialen Netzwerken sondern gegenüber Unternehmen, die am Ende des Tages nur die eigene Gewinnmaximierung im Sinn haben und dabei Schritt für Schritt ihre einstigen Ideale über Bord werfen.

Natürlich ist Zurker auch bei Facebook. Ist das eine Guerilla Strategie?

Land ohne Vertrauen


Angst als Institution

Im englischen Sprachgebrauch hat sich der Begriff “German Angst” eingebürgert. Wir Deutschen sind möglicherweise ein besonders ängstliches Volk. Wir leben in einem Land  mit besonders ängstlichen Menschen. Das hat natürlich historische Gründe. Aber irgendwie ist Angst in Deutschland auch institutionalisiert. Angst ist ein Mittel, welches gesellschaftliche Institutionen, Organisationen und auch Mensch einsetzen um Ziele zu erreichen und um die andere Seite davon abzuhalten sich weiter zu entwickeln oder etwas zu verändern.

Der institutionelle Andere kümmert sich schon

Es kommt hinzu, dass Deutsche gelernt haben, sich auf andere zu verlassen. Über Jahrzehnte haben wir gelernt, dass immer einer da ist, der sich um uns kümmert. Wir haben gelernt unser Schicksal in die Hände Anderer zu legen. Für jedes Schutzbedürfnis gibt es einen Verein oder eine Organisation: Mieterschutz, Verbraucherschutz, ADAC, Mutterschutz etc.

Ich möchte solche Errungenschaften gar nicht in Frage stellen, aber es könnte auch sein, dass die Unmündigkeit der Bürger bestimmten Stellen oder Menschen gar nicht so ungelegen kommt. Einige wenige profitieren.  Wenn die Mehrzahl der Menschen aber nicht das Rüstzeug besitzet, ihr Schicksal zu bestimmen und stattdessen auf Organisationen angewiesen sind, dann schadet dies zunächst den einzelnen Menschen und dann den Organisationen, den Institutionen und so weiter. Vor allem dann, wenn sich sich die Umwelt immer schneller verändert.

Nicht nur die Menschen haben Angst

Das mit der “German Angst” wird noch schlimmer, wenn auch die Institutionen und Organisationen beginnen Angst zu entwickeln. Um es deutlich auszudrücken:

Die Menschen haben Angst vor der Zukunft. Sie haben aber auch Angst vor den Organisationen, Unternehmen und Institutionen. Sie Vertrauen Ihnen nicht mehr. Sehen tagtäglich  dass  Probleme nicht mehr adäquat und langfristig gelöst und  noch nicht mal mehr verstanden werden. Oder sie stellen fest, dass Regeln skrupellos verletzt oder Entscheidungen getroffen werden, die an den Interessen der Menschen vorbei gehen. Die Organisationen entwickeln auf der anderen Seite Angst vor den Menschen: Politische Entscheidungen werden nicht mehr akzeptiert oder hinterfragt. Kunden nutzen Social Media Seiten, um sich über Unternehmen zu beschweren. Im Gegenzug haben die Unternehmen Angst Social Media zu nutzen.  Politiker haben Angst vor den Bürgern. Banken vor Kunden und der Politik. Jeder hat Angst. Keiner vertraut mehr.

Kann das gut gehen?

Und was hat uns nur so ruiniert? Liegt es vielleicht auch an der, der zunehmenden Individualisierung geschuldeten, Entsolidarisierung. Früher gab man Menschen noch Perspektiven heute gibt man Ihnen nur noch die Schuld. Früher hat man sich gegenseitig noch geholfen, heute erschöpft sich Hilfe oder Verständnis häufig auf den gefällt mir Klick. Und wobei hilft einem die Bank. Wie ehrlich geht sie mit uns um. Wie einfach macht sie es uns? Wie sehr vertraut sie uns und was tut sie, wenn wir mal unseren Verpflichtungen nicht nachkommen können

Vertrauen ist ein gutes Stichwort

Hans Jörg Leichsenring berichtet im Bank Blog von einer Studie des GFK Vereins. Durchgeführt in 28 Ländern auf der Basis von 28.000 Interviews. Das Ergebnis nicht überraschend aber bedenklich. Dem Handwerk wird vertraut (herzlichen Glückwunsch) den Banken überhaupt nicht. Interessantes Ergebnis am Rande: Auch der Branche der Unterhaltungselektronik wird vertraut. Wer unterhält kann offenbar punkten.

Wo Angst ist, da ist kein Vertrauen. Fehlendes Vertrauen ist noch keine Angst. Je weniger Vertrauen ich jedoch habe, desto größer wird das Gefühl der Bedrohung. Die Möglichkeit zur Entwicklung von Vertrauen ist in unseren Zeiten jedoch defizitär, denn das ein Verhalten einen erwartbaren und positiven Ausgang haben wird, ist immer voraussetzungsvoller und immer prekärer. Die Suche nach Menschen oder Organisationen, denen man vertrauen kann, wird immer schwieriger, denn alle befinden sich im Prozess der Auseinandersetzung mit der Komplexität und dem beschleunigten Wandel der Welt.

Welcher Organisation darf man vertrauen?

Wie kann ich einem Unternehmen vertrauen, das genug mit sich selbst zu tun hat und deren bisherigen Antworten nicht mehr funktionieren.

Wie kann ich Vertrauen gegenüber einem Unternehmen aufbauen, das mich im Call Center versauern und an der Kasse warten lässt.  (Tagtägliche Erfahrung)

Wie soll vertrauen entstehen, wenn die Mitarbeiter unmotiviert sind und ihren Kunden unfreundlich begegnen.  Vertrauen die Unternehmen ihren Mitarbeitern und vertrauen die Mitarbeiter dem Unternehmen oder nur den Kollegen?

Kann Vertauen entstehen , wenn Kundenanfragen in den sozialen Medien unbeantwortet bleiben? (Ergebnisse einer A.T. Kearney Studie, die Marketingbörse berichtet)

Kann man Vertrauen, wenn Kundeneinlagen an der Börse verzockt und mit Steuergeldern umverteilt werden? (Wir nennen es Finanzkrise)

Entsteht Vertrauen, wenn Politiker intransparent hinter verschlossenen Türen und mit mächtigen Wirtschaftsunternehmen am Tisch über Gesetze zur Internetregulierung diskutieren und sogar die Herausgabe von Informationen mit fadenscheinigen Argumenten zu verhindern suchen? (Bericht der Digitalen Gesellschaft)

Sind Talk Shows  mit greisen Politikern, die gestrige Lösungen für neuartige Probleme diskutieren vertrauensbildend? (Jeden Tag im TV)

Entsteht so Vertrauen?

Entsteht Vertauen nicht vielmehr, wenn alles reibungslos funktioniert. Wenn man sich aufeinander verlassen kann, wenn man nicht enttäuscht wird, wenn es Spass macht, wenn Kosten und Nutzen in einer ausgewogenen Balance stehen. Wenn Zeit im Flug vergeht oder nicht ins Gewicht fällt? Wenn etwas schön, einfach, vorzeigbar und oder teilbar ist. Wenn die eigenen Ziele und Bedürfnisse erfüllt werden bzw. erfüllbar sind. Wenn man das Gefühl von Kontrolle hat? Wenn man sich ernst genommen fühlt? Wenn man auf das Ergebnis stolz sein kann? Wenn man Teil einer Bewegung ist?

Wie kommt es, dass 43 % der Apple Nutzer eine Apple Bank begrüssen würde und jeder zehnte nicht Nutzer ebenfalls bereit wäre Kunde einer Apple Bank zu werden? (Banking with Apple)

Vielleicht diskutieren wir aber auch so häufig über Vertrauen, weil sich Vertrauen selber verändert

Was denken Sie?

“Kundenverhalten ist das Killer App”


Auch Karten können Online

Die Welt ist Online. Fast alles wird Digital. Es ist immer weniger möglich zwischen Online und Offline klare Grenzen zu ziehen und das gilt besonders für das menschliche Konsum Verhalten. Dieses Konsumverhalten wird uns die “Mobile Wallet” bescheren, es erfordert aber auch Geld-, Mehrwert-, und Kreditkarten aufzuwerten und mit dem Online zu vernetzen. Card Spring hat hierfür eine Entwicklungsplattform geschaffen und First Data ist eines der ersten Unternehmen, welches die Card Sping API nutzt, um  ihr Offer Wise Angebot aufzuwerten.

Lesen Sie mehr bei giga.com

We Pay bezahlt Rechnungen

Mit dem PayPal Konkurrenten We Pay können kleine Unternehmen nun direkt Rechnungen erstellen und begleichen lassen.

Lesen Sie mehr bei Venturebeat

Gamification unter Freunden

Über kurz oder lang wird Gamification auch in die deutsche Bankenwelt einzug halten. Bis es soweit ist, gilt es von anderen interessanten Beispielen zu berichten. Zum Beispiel von Leapfor.it. Dieses mobile Spiel ermöglicht es, in einen Wettbewerb mit Freunden zu treten. Diese also zur Lösung einer Aufgabe im alltäglichen Leben herauszufordern und Punkte dafür zu sammeln. Eine Facebook Anbindung gibt es natürlich auch. Schon eine Idee für die Bankenwelt?

Hier geht es zu Leapfor.it

Social Media ist das Ende der Bank as we know it

Damit will ich nicht sagen, dass alle Banken besser, sozialer und gerechter werden. Aber es geht um das Überleben

Lesen Sie zum Beispiel bei Brian Solis worum es wirklich geht: Digital Darwinism

Banking ist eine Beziehung und Beziehungen sind immer im Fluss

Über Bank Simple, die ja jetzt Simple heißen, wurde hier schon häufig geschrieben. Das Unternehmen betrachtet menschliches Verhalten und baut die Bank oder das Banking nach einem Bauplan menschlicher Interaktion. In diesem Fall geht es um Interaktionen, bei denen finanzielle Entscheidungen im Mittelpunkt stehen . Es ist klar, dass ein solcher Ansatz die Bankenwelt vollkommen auf den Kopf stellt und das ist wohl auch das Anliegen von Simple.

Im sehr empfehlenswerten Blog Innovation Stuntmen las ich den Artikel: Das Ende der Bank. Bill Derouchey und Simple. Den ich allen Lesern zur Lektüre ans Herz legen möchte. Vor allem aber jenen Lesern, die immer noch glauben (oder hoffen), dass sich alles verändert nur das Banking nicht

Mehr Beispiele

Wer mehr Beispiele dafür braucht, dass das technologisch und lebensweltlich induzierte Kundenverhalten, die Bankenwelt zersprengen wird, dem empfehle ich die Videos und Interviews, die Christopher Langlois mit den Ausstellern der Finovate 2012 gemacht und die er freundlicherweise in seinem Blog zur Verfügung gestellt hat.

http://www.visible-banking.com/

Finovate 2012 Nachlese von Franz Welter


Franz Welter von der Volksbank Bühl hat eine schöne und informative Präsentation erstellt, in welcher er die wichtigsten Aussteller und Innovationen der Finovate 2012 vorstellt. Ich bin mal so frei und binde die Folien hier zur Ansicht ein. Damit ist dann die Blog und Banking freie Karnevalszeit beendet.

Ich empfehle an dieser Stelle den regelmäßigen Besuch des Innovationsblogs der Volksbank Bühl, in dem immer wieder spannende Artikel und Meinungen zur Zukunft des Bankings zu finden sind. Hier schreiben inzwischen mehrere vor allem auch jüngere Mitarbeiter der Bank. Und die Zahl der Autoren wächst offensichtlich kontinuierlich.

Auch ein Ergebnis einer offenen Social Media Policy. Möglicherweise darüber hinaus eine kleine Botschaft an alle Banken, für die Social Media nicht mehr als eine tägliche Jagd nach Fans darstellt. Eine ähnlich nachhaltige Strategie wie die Jagd nach Bützche im Karneval.

Der einzige mir bekannte Innovationsblog einer deutschen Bank

http://blog.volksbank-buehl.de/

Ebenfalls interessant. Teil 3 der vierteiligen Social Media Serie vom PR Blogger zum Thema Social Media und Banking

http://pr-blogger.de/2012/02/20/banken-und-social-media-teil-3-die-revolution-hat-langst-begonnen/

Warum Banken garantiert nichts von Bayern München lernen können!


Einleitende Worte

Hans Jörg Leichsenring – geschätzter Autor des von mir sehr gern gelesenen Bankblogs – hat in einem seiner letzten Artikel mit dem Titel: Banken, Fussball und Social Media über den Multi Kanal Vertrieb von Bayern Münschen geschrieben und die These aufgestellt, dass Banken vor allem in Sachen Social Media sehr viel von Bayern München lernen können. Als Fußball Fan mit einer natürlichen Antipathie gegenüber Bayern München muss ich hierauf natürlich reagieren, auch wenn ich durchaus Verbindungen zwischen Fußball und Social Media sehe, worüber ich hier auch schon einmal geschrieben habe.

Fußball und Social Media sind immer noch wichtig

Lesen Sie aber jetzt: Warum Banken garantiert nichts von Bayern München lernen können. Oder sollte ich besser sagen: Sollten

1.  Banken und Fußballvereine haben ungefähr so viel gemeinsam wie ein Fisch und ein Fahrrad. Gut, Fußballvereine haben Geschäftsbeziehungen zu Banken und Banken sonnen sich gerne im Licht von Fußballvereinen, indem sie diese unterstützen oder sich in  deren Logen  am kalten Buffet ergötzen.

2. Bayern München hat zwar viele Fans auf Facebook und man kann insgesamt sogar sagen, dass ihre Marketing Aktivitäten sehr erfolgreich sind. Wer aber schon einmal in der Allianzarena war, stellt schnell fest, dass die Stimmung zumeist schlechter ist, als bei so manchem Dorfverein. Kein Wunder, das Stadion funktioniert nach dem Prinzip der Gewinnmaximierung. Richtige Fans werden in unattraktive Ecken gedrängt. Das zählende Opernpublikum klatscht zwar gerne, erhebt sich aber weniger gerne von seinen Sitzen und Gesang wird ebenfalls lieber gehört als praktiziert.

3. Mitbestimmung und die Einbeziehung von Kunden ist ja auch so ein USP, welchen man der Nutzung des sozialen Internets zuschreibt und der sicherlich auch vielen Banken gut zu Gesicht stehen würde. Davon hält Deutschlands erfolgreichster Fußballverein aber offensichtlich auch nicht so viel, wie man in den letzten Monaten einige Male aus der Presse entnehmen konnte. Der Transfer von Manuel Neuer war zum Beispiel nicht unumstritten.

https://www.facebook.com/koan.Neuer

4. Bayern München hat den nationalen Markt eigentlich schon lange aus den Augen verloren. Für eine weitere wirtschaftliche Expansion braucht man den europäischen Markt- also die Champions League. Das in einer globalisierten Welt regionale und dadurch vor allem individuell menschliche Werte und Interessen häufig auf der Strecke bleiben, hat uns die andauernde Finanz- und Bankenkrise ja gezeigt. Um jedes Jahr in die lukrative Champions League einzuziehen, muss deshalb natürlich auch alles versucht werden, um das Ziel zu erreichen. Ein Jahr ohne sportlichen Erfolg ist sicherlich nicht so angenehm für die Mitarbeiter. Eine Occupy Säbener Strasse Bewegung gibt es aber zum Glück noch nicht

5. Um mal etwas Positives zu sagen: Fussball ist die schönste Nebensache der Welt und sollte es auch bleiben. Im Fussball kann der David auch den Goliath mal schlagen (da war doch was am Wochenende) und dadurch ärgern. In der Bankenwelt ist dies nicht möglich und die Schadenfreude, die alle nicht Bayern Fans bewegt, wenn Bayern mal nicht gewinnt, bliebe den Bankkunden im Halse stecken. Denn wer zahlt die Zeche?

6. Bayern München wirkt sehr hierarisch organisiert und geführt, wir leben aber im Zeitalter der Netzwerk Organisation. Klassische Hierarchien und autoritär geführte Unternehmen werden zukünftig sicherlich auch Probleme bekommen. Insofern sollten sich Banken hier eher nichts abschauen. Auch der Fußball hat Probleme mit Fans, die mitbestimmen möchten. In Köln hat dies einen Präsidenten, der offenbar die Welt nicht mehr verstand, zum Rücktritt bewegt.

7. Bayern München hat möglicherweise kein besonders gutes Arbeitsklima. Hier liefert man ab und arbeitet an der eigenen Karriere, die dann oft auch ins Ausland führt und Prämien – so haben wir in der Bankenbranche gelernt, führen zu falschen und gefährlichen Allokationen. Die Bayern können also auch nichts von den Banken lernen

8. Die Gehälter sind unmoralisch hoch. Die Ablösesummen sind ebenfalls nicht ganz Ohne und das Sportliche entscheidet sich letztendlich über das Finanzielle. Aber zum Glück beschwert sich Niemand darüber. Schliesslich sonnt sich der Fan doch gerne im Erfolg seines Vereins

9. In München liebt ohnehin jeder die Sechziger und nicht die Bayern, denn die Sechziger sind die lokale Bank. Ok – lokale Banken wirtschaften zum Glück besser als die Sechziger. Aber Liebe und richtiges Fantum entsteht ohnehin nur durch Leiden.

10. Um zum Schluss nochmal auf Social Media einzugehen. 2 Millionen Fans sind eine stolze Zahl. Aber Social Media ist für bedeutende Persönlichkeiten oder auch Sportvereine fast schon ein Selbstläufer. Lionel Messi hatte innerhalb eines Tages ohne einen einzigen Post bei Facebook zu schreiben mehrere Millionen Fans.  Der CF Barcelona hat 22 Millionen Fans. Als Fan eines Fußball Vereins interessiert man sich für jeden Schritt eines Spielers und jedes noch so unwichtige Ereignis rund um den Verein. Fußball ist pure Emotion, der Doppelpass ein soziales System. Seinem Verein verzeiht man fast alles. Er verspricht auch keine Zinsen und macht in der Regel nichts, was der Fan nicht versteht. Und auch wenn es Logen gibt, ist jeder Kunde erwünscht und die C Kunden sind für den Erfolg des Teams sogar noch wichtiger, denn sie erzeugen die Stimmung im Stadion. Und last but not least: Fans lieben ihren Fussball Verein. Wer liebt schon seine Bank? Wobei, dass wäre doch mal ein Ziel.

Halber Mensch


Social Media nutzer sind nicht unbedingt gut

Die Bank of America wird von Zeit zu Zeit positiv erwähnt, wenn es um die Nutzung von Social Media oder auch um die Entwicklung und Bereitstellung moderner Online Technologien für das Banking geht.

Auf der anderen Seite fällt der Name aber oft auch im Zusammenhang mit der Finanzkrise, weil die Bank of America eigentlich keine gute Bank ist, zumindest nicht, wenn man unter einer guten Bank eine am Gemeinwohl orientierte Bank versteht.

Rollentheorie

Nun ist es so, dass Menschen im Leben bestimmte Rollen einnehmen und spielen müssen. Mal sind sie Familienvater, mal Autofahrer, mal Angestellter eines Unternehmens, manchmal Kunde einer Bank. So muss der Mensch – eigentlich ein ganzheitliches Wesen – tagtäglich eine Menge von Rollen spielen, für die es Drehbücher gibt. Und diese Drehbücher werden eigentlich immer schlechter, fordern immer weniger unsere wahren Werte und Talente und – wenn wir ehrlich sind – werden immer weniger von uns oder von anderen Menschen definiert sondern von corporativen Akteuren. Wir sind von unseren Rollen und Drehbüchern entfremdet.

Unternehmen und staatliche Institutionen schicken uns ständig neue Drehbücher, die wir nicht ablehnen können, auch wenn wir uns schon lange von ihnen beleidigt fühlen. Es geht uns also wie einem guten Schauspieler in einer Welt in der es nur noch Super RTL und RTL 2 gibt, die er aber benötigt, weil er sonst verhungern müsste.

Der Beweis dafür

Ja, den sollte ich noch liefern. Womit ich wieder bei der Bank of America wäre. Diese hat als Reaktion auf die Occupy Bewegung einfach mal auf die schöne Rollen Theorie zurückgegriffen. Vor dem Hintergrund einer vom Lobbyismus geprägten Welt, in der man mit viel Geld offensichtlich sogar die ausführenden Organe staatlicher Stellen  zur Überwachung schwachsinniger Regeln und Weltbilder zwingen kann, wurde also festgelegt, dass ein Protestierer nicht gleichzeitig auch ein Kunde sein kann. Aber sehen Sie selbst:

Was wir lernen

Das “Social” in Social Media steht nicht unbedingt für gut. Es steht für viele Unternehmen noch nicht einmal für “Veränderung” sondern für Marketing. Die Bank of America nimmt die für sich positiven Effekte von Social Media gerne an.  Social Media in der Hand und als Instrument von bzw. für Protestgruppen ist aber nicht besonders beliebt bei der “Bank of America”, es sei denn wesentliche wirtschaftliche Interessen sind betroffen und es gibt keine Möglichkeit mehr, die Realität zu verzerren oder gar zu verändern. Wie z.B. in diesem Fall

How our petition beat Bank of America

Und nun noch eine Frage: Wem hilft Social Media eigentlich?

Tipp: Social Stream der Occupy Bewegung. Das ist auch das Internet!

http://occupationalist.org/

Natürlich gibt es hierzu auch noch Musik. Folgt mal diesem Link zum Song von den einstürzenden Neubauten. Halber Mensch