Wunder dauern etwas länger: Finovate und Innotribe


Blätter fallen, Innovationen blühen

Jedes Jahr im Herbst weht ein Hauch von Innovation durch die Finanzbranche, denn dann ist Finovate Zeit. Zahlreiche etablierte und weniger etablierte Unternehmen  zeigen dort ihre vor allem technischen Innovationen. Die wirklich disruptiven Ideen kommen dabei zumeist von Technologie start ups, die lange erkannt haben, dass Banking anders, einfacher und besser sein kann.

Der Wind kommt von draussen

So erfährt eine Branche, die sich über Jahre kaum verändert hat, vor allem branchenfremde Anstösse, die sie dann in der Regel auszusitzen versucht. Das ist sehr häufig auch gar nicht so wirkungslos, da neue Marktteilnehmer meistens sehr schnell erkennen müssen, dass eine gute Idee nicht ausreicht,, um in dieser gut regulierten Branche wirklich und nachhaltig Fuss zu fassen. Viele der start ups verschwinden dann auch wieder vom Markt, werden aufgekauft oder müssen Ihre Tore wegen zu hoher rechtlichen Hürden schließen. Insofern haben die grossen und alten Finanzunternehmen einen großen Vorteil gegenüber den schon lange verschwundenen Musik Unternehmen oder den Verlagen, die sich erst jetzt mit Hilfe des Staates gegen das drohende Ende ihrer Geschäftsmodelle zu wehren beginnen.

Nun sind die Preisträger der Finovate gekürt und auch auf der Innotribe, die Ende Oktober im Rahmen der Sibos stattfindet, werden einige interessante Innovationen gezeigt. In verschiedenen Blogs kann man sich sehr umfassend über die Unternehmen und die vorgestellten Produkte informieren. Viele der Teilnehmer bemühen sich darum Verbrauchern mit Hilfe technischer Lösungen mehr Kontrolle über deren Finanzangelegenheiten zu geben.  Prozesse und Produkte werden stark vereinfacht, Informationen fließen zusammen, werden ausgewertet und transparent zur Verfügung gestellt. Sie stehen dann in Echtzeit zur Verfügung und bereiten den Weg, um bei jeder menschlicher Entscheidung mit finanziellem Bezug die bestmögliche Wahl zu treffen. Die Finanzbranche wird digitalisiert und es istt noch gar nicht abzusehen, wie weit diese Digitalisierung gehen kann? Wofür benötigt man noch ein Girokonto, eine Kreditkarte, Bargeld, einen Finanzberater bzw. eine oder mehrere Banken. Braucht man überhaupt noch Banken?

Staatstragende Institutionen

Es lässt sich erahnen, was passieren würde, wenn die Bankenbranche nicht so staatstragend und damit so abgesichert wäre. Die Branche lebt von und besteht aus Kontrolle. Nicht verwunderlich also, dass Fach- und Führungskräfte gerade den Kontrollverlust fürchten (siehe hierzu meinen gestrigen Beitrag). Auch wenn der Kontrollverlust schon überall angekommen und praktisch nicht mehr aufzuhalten ist.

Diese Erkenntnis wird sich auch in Deutschland, dem Land,  in welchem die Bürokratie erfunden wurde und das der Prototyp der Organisationsgesellschaft ist,  durchsetzen und vielleicht gibt es dann auch mal eine deutsche Finovate. In nächstem Jahr kommt die Originalveranstaltung immerhin schon bis London. Treffen wir uns also dort.

Finovate Und Innotribe im Spiegel der Blogger Szene:

http://thefinanser.co.uk/fsclub/2010/10/the-best-of-innovation-in-finance-finovate.html

http://paymentsviews.com/2010/10/05/finovatefall-2010-wrap-up-2/

http://www.bankinnovation.net/profiles/blogs/finovate-fall-2010-demo

http://www.netbanker.com/2010/10/finovate_fall_2010_best_of_show_winners.html

Einen kurzen Beitrag gibt es auch bei Lothar Lochmaier:

finovate-fall-neue-eckpfeiler-in-der-fluchtigen-bankenwelt-gesucht

Here are the finalists of the Innotribe Start-up Competition !

Innotribe Vorschau Video von und mit Peter Wander

Wie man einen Fussball Club verstaatlicht


Vorspiel

Normalerweise gehört der Kicker ja nicht zu den Quellen, die hier zitiert werden und auch Fussball ist in der Regel in diesem Blog nur ein Randthema. Und einmal abgesehen davon, dass zahlreiche Fussballvereine und vielleicht der Fussballsport insgesamt mit gewaltigen finanziellen Problemen konfrontiert sind, wäre die Frage: Was denn das bitte mit Banken zu tun habe? durchaus legitim.

Liverpool

Es geht um den FC Liverpool und auch ein wenig um die Leiden der hilflosen Fans. Jene Leiden die jeder richtige Fan  aus persönlicher Erfahrung kennt. Dieser FC Liverpool wird – laut Kicker – am 15. Oktober in Staatsbesitz übergehen. Dies bedeutet, dass der Verein ab sofort auch den Fans von Mancester United gehört. Das wäre ungefähr so, als wenn Fans von Borussia Mönchengladbach Besitzer bzw. anteilige Besitzer vom 1. FC Köln wären. Was zumindest für mich einer mittleren Katastrophe gleich käme.

Wie es dazu kam? Ganz einfach. Der FC Liverpool hat inzwischen Schulden in Höhe von 280 Millionen Euro angehäuft und zwar vorwiegend bei der Royal Bank of Scotland, welche – Finanzkrise sei Dank – inzwischen zu 84 in Staatsbesitz ist. Und damit ist der FC Liverpool im Staatsbesitz bzw. im Besitz jeden einzelnen Steuerzahlers.  So schnell kann es also gehen.

1FC Köln

Wie schnell es gehen kann, könnte eventuell demnächst auch der 1 FC Köln erfahren. Zum Glück nicht in finanziellen  Dingen. Hier ist der Verein solide aufgestellt und fährt einen sinnvollen Sparkurs. Ich meine auch nicht den drohenden fünftten Abstieg. Das ist man als FC Anhänger ja inzwischen gewöhnt.

Es geht stattdessen um die Macht von Social Media. In diesem Bereich ist der FC nämlich so etwas wie ein Vorreiter. In allen relevanten Kanälen wird der offene Dialog geführt. Bei Facebook hat man inzwischen über 63.000 Mitglieder und man muss sagen: Die machen das richtig gut. Es ist mir sogar gelungen in einer Online Diskussion für die Veränderung der Internetseite zu sorgen. In schlechten Zeiten – z.B. wenn man viele Spiele hintereinander verliert – in denen die Fans unruhig werden, bietet man aber gleichzeitig eine wunderschöne Plattform für eine machtvolle Gegenbewegung, die Forderungen an den Verein stellen kann und sogar die Macht hätte, dass gesamte Präsisdium und den Vorstand zu stürzen. Ich denke hierfür sollte die Aktivierung von ca. 2000 bis 3000 unzufriedenen Mitgliedern ausreichen. Wir leben in ereignisreichen Zeiten

Credible Finance: 6 Fragen mit Zusatzfrage


Ich freue mich ein weiteres Interview meiner kleinen Fragerunde Online stellen zu dürfen. Diesmal geht es um Glaubwürdigkeit. Es geht um ein Unternehmen, welches sich den Namen “Credible Finance” gegeben hat und ein solcher Name zeugt von Ambition und Inhalten. Aufmerksam wurde ich auf Credible Finance über Facebook. Das soziale Internet beeinflusst und verändert die Bankenbranche. Social Media ist zwar nicht gleich Social Banking, aber offenbar eine durchaus hilfreiche Vorausssetzung. Aber lesen Sie selber die interessanten Antworten auf meine 6 Fragen und die Zusatzfrage.

Alexandre Janicki (39) und Martin Brombacher (41) haben die Plattform „Credible Finance“ in Juni 2010 live gestellt. Beide waren sie damals am Aufbau des enfant terrible des Baufinanzierungsmarkts „Hypotheken Discount“ beteiligt und haben danach führende Positionen in der Bankindustrie inne gehabt. Martin Brombacher, Informatiker, war Geschäftsführer bei Creditweb. Alexandre Janicki, Franzose, MBA Essec und Universität Mannheim, Geschäftsführer von Kreditwerk Hypotheken Management. Alexandre befasst sich seit Jahren leidenschaftlich mit dem Begriff von „Qualität“ in der Bankenwelt. Weiterlesen

Links zum abbiegen nach der Niederlage


Durch die WM vergessen oder die WM vergessen?

Ist die Zeit des Vergessens nur von kurzer Dauer? Angela Merkel, Guido Westerwelle und die ganze Bundesregierung sind gerade die grössten Fans der Fussball Nationalmannschaft. Danach kommen dann direkt die Vorstände und Mitarbeiter der großen Investmentbanken oder solcher, die es sein wollten.

Der Grund hierfür liegt auf der Hand. Eine erfolgreiche Fussball Nationalmannschaft bringt die Menschen auf andere Gedanken und ein WM Sieg – der seit heute aber nicht mehr garantiert ist – würde den Zeitraum des Vergessens möglicherweise lang genug anhalten lassen, um die Umfragewerte der regierenden Parteien wieder auf ein für diese erträgliches Niveau zu verbessern. Man könnte dann sogar, ohne dass das Wahlvolk etwas merkt, die ein oder andere unpopuläre Entscheidung treffen.

Damit Ihr zumindest in Sachen Banken einigermaßen auf dem aktuellen Stand bleibt, folgen hier mal wieder einige Links, die gerne zum abbiegen genutzt werden können.

Neu muss nicht gut sein

Der Blicklog nennt in einer dreiteiligen Serie 10 Gründe für das Scheitern der neuen Finanzordnung, auch wenn das offizielle Scheitern ja erst in Toronto besiegelt werden wird. Und mal wieder reibt man sich verwundert die Augen darüber wie gering unsere Lernfähigkeit ist.  Kurzfristige und vor allem organisierte Interessen dominieren Vernunft und die Notwendigkeiten zur Veränderung. Es scheint als seien wir dazu verdammt dies zumindest solange zu ertragen, bis auch die ewigen Profiteure der Krisen selber ihre individuellen Krisen erleben. Mit anderen Worten: Wer nicht hören will, muss wohl fühlen.

Teil 1 der Blicklog Serie gibt es hier

Zu gross, zu dumm oder zu gierig?

Brett King stellt in seinem Blog die Frage, ob Banken eventuell zu gross sind, um sich überhaupt verändern zu können. Er fragt dies vor dem Hintergrund kaum noch vorhander Innovationen, welche von den Banken kommen. Seine Schlussfolgerungen kann man nur unterstreichen. Darüber hinaus geht es vielen Banken offensichtlich auch noch zu gut.

Kunden sind ja trotz Finanzkrise kaum wechselbereit. Wer für die immer gleichen Fehler und Unverschämtheiten nicht bestraft wird, sieht einfach auch keinen Anlass zur Veränderung. Darüber hinaus ist es ja auch so, dass die Regierungen der Staaten aufgrund fehlenden know hows gezwungen sind den Bock zum Gärtner zu machen. Ohne das know how der verursachenden Banken kommt man offensichtlich nicht aus und auch in Sachen Technologie Innovation – darum geht es hauptsächlich im Artikel von Brett King – bremst diese der Glaube daran, dass Menschen Geldgeschäfte immer nur über Banken abwickeln werden. Auf der einen Seite ist man also unverzichtbar und auf der anderen fühlt man sich zumindest unverzichtbar.

Hier der Artikel von Brett King

Wollen wir Banken oder Technologiepartner

Sollte Technologie wirklich ein entscheidendes Kriterium für die Wahl einer Bank sein oder werden – was ich ehrlich gesagt bezweifle – dann könnten die folgenden Links den etablierten Banken, die ja laut Brett King oft auch zu gross zur Innovation sind -Angst machen.

Beginnen wir mit dieser Ankündigung von Vodafone, die sich allerdings noch auf den afrikanischen Markt bezieht, der aber wiederum auch ein wenig wie ein Testlabor für die entwickelteren europäischen und amerikanischen Märkte wirkt.

M-PESA, Vodafone’s money transfer technology, now provides customers with the ability to link to an interest bearing savings account and buy insurance via their mobile. The service, which is operated by Safaricom in Kenya, offers customers the chance to save money using a direct link to Equity Bank. It will provide a safe and secure service for many millions of Kenyans who currently do not have access to a bank account and so are unable to save money in a secure environment.

http://www.bankingtech.com/bankingtech/article.do?articleid=20000181543

Aus Deutschland kommt die Idee eines von Nutzern verwalteten Vermögensfonds. Das Internet macht es möglich. Die Nutzer treffen die Anlageentscheidung. Das Konzept beruht auf der sogenannten Weisheit der Vielen. Mehr dazu gibt es bei Lothar Lochmaier, der auch direkt eine Einschätzung über die Chancen dieser Idee gibt, die er als Vermögensverwaltung 2.0 bezeichnet. Ein weiterer Schritt zur Nutzer bzw. Verbraucher dominierter Finanzdemokratie, deren evolutionäre Herausbildung er auch in seinem Buch “Die Bank sind wir” ausführlich beschreibt.

Hier geht es zum Artikel von Lothar Lochmaier.

Die Plattform wird man beobachten müssen. Sie stellt einen interessanten Ansatz dar, der sich aber eher an die Minderheit der professionellen bzw. semiprofessionellen Finanzexperten richtet. Otto Normalverbraucher wird eine solche Anlageform kaum weiter helfen und sie wird sein Interesse sicherlich auch nicht finden können, weil die Mehrheit der Menschen Finanzthemen einfach nicht in den inneren Kreis ihrer täglichen Lieblingsbeschäftigungen hineinnehmen wird.

Hier geht es zur Plattform http://www.investtor.de/home/

Und natürlich wird dort auch getwittert und zwar vor allem Anlage Informatonen:

http://twitter.com/INVESTTOR

Revoultion Day?

Und zum Schluss des heutigen Blog Beitrages gibt es nichts geringeres als eine Revolution. Ob es sich wirklich um ein Revolution oder nur um eine weitere – sicherlich nicht uninteressante Idee – in Sachen Payment Innovation handelt, ist dabei eigentlich gar nicht wichtig. Aber bei einer Revoultion kann man davon ausgehen, dass diese nicht von Innen – also von den Banken selber kommt – sondern von außen, von den unbeachteten oder allenfalls gefürchteten Rändern der Finanzbranche . Der Name des Unternehmens steht auch symbolisch für das Fortschreiten der Veränderungen innerhalb der Branche. Diese Veränderungen werden  auch nicht von den Regierungen dieser Welt beherrscht oder gesteuert: Menschen können und wollen sich offenbar auch selbst helfen und das macht doch zumindest Hoffnung. Oder etwa nicht?

http://www.revolutionmoney.com/

PS: Neue Finanzanbieter genießen in den USA schon mehr Vertrauen als die klassischen Banken. Mehr lesen bei Finextra

Credible – Glaubwürdig


Qualvoll oder unglaubwürdig

Manchmal wird bloggen zur Qual. Zum Beispiel wenn das Wetter gut ist und die Menschen im Biergarten oder Straßencafe sitzen und sich von Angesicht zu Angesicht unterhalten oder andere schöne Dinge machen. Die Qual wächst, wenn gerade auch noch Fussball WM ist. Und wenn man dann vor lauter Arbeit kaum noch Zeit übrig bleibt, erreicht die Qual die höchste Stufe.

Aber was soll die ganze unglaubwürdige Meckerei, denn schliesslich zwingt mich niemand diesen – hoffentlich kurzen – Blog Artikel zu schreiben.

Der Wunsch nach Glaubwürdigkeit

Glauwürdigkeit ist auch eine wichtige Eigenschaft von Bankern. Kunden wünschen sich in jedem Fall glaubwürdige Bankberater und glaubwürdige Banken und Finanzunternehmen. Glaubwürdigkeit gewinnt als Wert wieder eine stärkere Bedeutung.  An vielen Orten hört man den Ruf nach dem ehrbaren Kaufmann, der über Jahrhunderte das wirtschaftliche Handeln von Menschen geprägt hat. Nur wer ehrbar war, durfte sich überhaupt Kaufmann nennen. Dieses “Qualitäts”prinzip des ehrbaren Kaufmannes entstand schon im11. bzw. 12. Jahrhundert vor allem bei fahrenden Kaufleuten und heute beginnt man dieses Prinzip wiederzuentdecken.

Ehrbarkeit – wozu ein bestimmer Verhaltenskodex gehört – ist im Verlauf der kapitalistischen (aber auch kommunistischen) Hochphase immer mehr in den Hintegrund gedrängt wurden und spätestens die Finanzkrise löste bei breiteren Schichten Prozesse des Nachdenkens aus. Über Ehrbarkeit und Glaubwürdigkeit wird diskutiert. Immerhin eine Chance, wenn auch noch nicht die Wende.

Initiativen für mehr Glaubwürdigkeit

An immer mehr Stellen – vor allem im Internet – findet man jedoch Initiativen, die sich dieser Werte annehmen. Sie nutzen die Möglichkeiten des Internets um Transparenz zu schaffen. Kunden können die Leistung von Banken bewerten und aus den subjektiven Bewertungen entsteht ein Bild. Ein Bild über Produkte, Berater, Banken und der ganzen Branche. Dabei steckt nicht hinter jeder Initiative ein Geschäftsmodell oder der Wunch eine Branche auf den Kopf zu stellen oder neu zu erfinden. Das Internt gibt ja jedem die Chance für diese Transparenz zu sorgen. Man braucht nur Zeit,einen Computer oder ein Mobiltelefon und natürlich den Zugang zum Internet. Wobei ein interessanter Nebenaspekt darin liegt, dass man hier offenbar auch nicht auf die althergebrachten Unternehmen oder Institutionen vertraut, da sich diese ja ebenfalls in eine Glaubwürdigkeitskrise befinden.

Credible Finance

Bei Facebook erfreut sich gerade die Gruppe Credible Finance einer langsam aber stetig anwachsenden Popularität. Hier können Menschen ihre Erfahrungen mit Banken darstellen. Hier wird aber auch auf interessante Blog oder Presseartikel zum Thema Finanzen hingewiesen und die Gruppenmitglieder unterhalten sich über Banken und deren Produkte, was ebenfalls zumindest ein Anfang ist.

Hier geht es zu Internetseite von Credible Finance, die noch etwas Feinschliff bekommen könnte, denn wie sagt man so schön: Das Auge ist mit und auch das Aussehen einer Internetseite hat Einfluss auf die Glaubwürdigkeit eines Unternehmens oder einer Initiative, vor allem dann, wenn man Glaubwürdigkeit produzieren möchte.

http://www.credible-finance.de/

Und hier geht es zur Facebook Gruppe mit immerhin schon 256 Freunden

http://www.facebook.com/enormmagazin?v=wall#!/profile.php?id=100000557605591&ref=ts

Glaubwürdigkeit ist für alle da

Nicht nur der Kunde wünscht sich glaubwürdige Banken. Natürlich wünschen sich auch Banken glaubwürdige Kunden und Banken sollten sehr daran interessiert sein nicht nur glaubwürdig zu wirken, sondern auch glaubwürdig zu sein.  Zu dieser Glaubwürdigkeit trägt im Zeitalter des Internets jeder Mitarbeiter und jede Handlung bei. Vieles trägt zur Glaub- oder Unglaubwürdigkeit bei.

Beispielsweise

Die Internetseite, der Auftritt bei Facebook, der twitter Account und die dort geführten Dialoge, das Xing Profil der Mitarbeiter, die Marketing Kampagne und die Einhaltung des damit transportierten Versprechens. Viele neue aber auch viele klassische Dinge. Um auf wirkliche gelebte Glaubwürdigkeit umzustellen, wird man an vielen Schrauben drehen müssen. Aber es könnte sich lohnen. Für die Bank, für den Kunden, für die Wirtschaft, die Gesellschaft usw.

Werden wir die Bank wechseln?


Wann sind Bankkunden wechselbereit?

Die Beantwortung dieser Frage erscheint beim ersten Lesen sehr einfach zu sein. Jeder von uns ist zumindest in der Lage diese Frage für sich selber zu beantworten, denn ich denke wir alle sind auch Bankkunden. Allerdings scheitert der geplante Bankwechsel oft an unserer Bequemlichkeit. Wir alle haben einen recht aufwändigen Tagesablauf und in der Regel nur wenig Zeit. Und die Zeit, die zur eigenen Gestaltung verbleibt, möchte man mit angenehmeren Dingen verbringen. Es sei denn man gehört zur Minderheit (meiner These) derjenigen Menschen, für die Finanzen und das Jonglieren damit, eben eine angenehme Beschäftigung darstellt.

Bank Simple – Einfache Bank

Wenn wir darüber nachdenken, was wir von unserer Bank erwarten und mit dieser Frage durfte ich mich gestern im Kundensymposium der VR NetWorld GmbH in einer Diskussionsrunde beschäftigen – dann spielt dabei Einfachheit eine Rolle. Banking sollte möglichst einfach zu verstehen und auch abzuwickeln sein. Hierbei helfen dann zum Beispiel Technologien oder gute Berater. Also Berater denen es gelingt komplexe Sachverhalte einfach und unterhaltsam darzustellen ohne dabei wichtige Informationen weg zu lassen. Man könnte also eigentlich davon ausgehen, dass eine Bank, welche Einfachheit als wesentlichen USP vermarktet, davon ausgehen kann viele Kunden anzuziehen. Die einfache Bank oder Bank Simple müsste demnach ein Modell sein, welches Kunden zum wechseln bewegt.

Is it love?

Offenbar – so kann man zumindest in diesem Artikel bzw. in der darin beschriebenen Umfrage nachlesen – ist dies aber nicht der Fall. Die neue und sehnlichst erwartete “Bank Simple”  würde also zunächst einmal keinen starken Kundenzulauf erwarten können. Sie wird Geduld haben  und sich vor allem auch auf die jüngere Generation konzentrieren müssen. Trotz Finanzkrise und trotz Vertauensverlust ist die Wechselbereitschaft der Bankkunden offenbar nicht besonders gewachsen. Eine Bankverbindung scheint demnach zumindest aus Sicht der Kunden mehr zu sein als eine einfache Geschäftsbeziehung. Ist es vielleicht Liebe? Denn auch unerwiederte Liebe wird ja nicht so einfach aufgekündigt oder verdrängt?

Brückenpost: The Complete Banker mit Links


Viele Menschen in einigen Bundesländern hatten gestern einen sonnigen Feiertag und viele Menschen geniessen deshalb heute der Lieblingserfindung aller Deutschen: Den Brückentag. Und auch der Blogger – also zumindest dieser Blogger – kennt Brückentage. Und an diesem Brückentag gibt es ein nettes kleines Video und einen netten Song über den kompletten Banker. Vorsicht Ironie

The Complete Banker

written and performed by “The Divine Comedy

Im Vorteil

Und wenn wir schon einmal beim perfekten Banker sind, möchte ich noch einen Link posten, der – von unabhängiger Stelle – bestätigt, was ich schon immer wusste. Nämlich, dass Sparkassen und Genossenschaftsbanken in Sachen authentischem Online Dialog gewisse Vorteile gegenüber den Privat- und Direktbanken haben. Das sagt zumindest die Smaboo AG in ihrem Blog

sparkassen-und-volksbanken-haengen-die-grossen-in-sachen-social-media-ab

Hoffnungsschimmer

Und auch die Banken der Generation 2.0 finden langsam mehr Anhänger. Gibt es möglicherweise doch Hoffnung auf eine bessere “Banken”welt?

http://www.vdi-nachrichten.de/vdi-nachrichten/aktuelle_ausgabe/akt_ausg_detail.asp?cat=3&id=48054&source=homepage

In jedem Fall erscheint durch die Sonne einiges in einem anderen und vielleicht sogar besserem Licht. In diesem Sinne wünsche ich ein schönes Wochenende

So klingen Banken (Teil VI)


Menschen sind soziale Wesen und eine der wunderbarsten Hanlungs- und auch Interaktionsformen ist die Musik. Um zum Beispiel in Gruppen miteinander zu musizieren, ist sinnhaft aneinander orientiertes und aufeinander bezogenes Handeln erforderlich. Und auch Banken wirken direkt freundlicher und wohl auch sozialer, wenn sie bereit sind ihre musikalische Seite zu zeigen. Wie klingen sie, die Banken? Mit dieser Frage beschäftige ich mich hier von Zeit zu Zeit.

Der Klang der Raiffeisenbanken

Leider kenne ich die Raiffeisenbanken aus Österreich und einige von deren Mitarbeitern nur über das soziale Internet.  Was diese dort tun, finde ich allerdings sehr beeindruckend , weil hier die menschliche Seite des Bankings fühlbar und erlebbar wird.

Hier 2 Beispiele:

http://www.facebook.com/#!/raibalustenau?ref=ts

http://www.facebook.com/#!/raikaeberndorf?ref=ts

Persönliche Erfahrungen konnte ich also noch nicht machen, dennoch habe ich das Gefühl die Raiffeisenbanken Österreichs könnten ungefähr so klingen.

Ich entschuldige mich dafür, dass ich nicht auf das Original von Rainhard Fendrich verlinken kann. Ich trage jedoch nicht die Schuld dafür, denn dieses und viele andere Löcher im Internet werden Ihnen präsentiert von der “GEMA”

Und wie liege ich mit meiner Vertonung? Andere Vorschläge?

6 Fragen mit Zusatzfrage


Im dritten Teil meiner Interviewserie “6 Fragen mit Zusatzfrage” sprach ich mit Suitbert Monz Social Media Manager bei der R + V einem Unternehmen der genossenschaftlichen Bankengruppe. Die R + V ist vor ca. 2 Monaten in Sachen Social Media aktiv geworden und hat sowohl auf twitter als auch in Facebook einen guten Start hingelegt. Herrn Monz und seiner Kollegin Frau Anja Junior gelingt es dabei insbesondere, die Sprache des Mediums zu treffen ohne dessen Regeln zu brechen. Statt sich in Marketing Blah Blah zu verlieren und nur von eigenen Interessen getriebene Inhalte zu verfasssen, schafft es die R + V eine Mischung aus thematisch interessanten, hilfreichen und auch Produkt bezogenen Informationen anzubieten, die darauf ausgerichtet sind Beziehungen aufzubauen und zu pflegen. Zusätzlich stellen die Aktivitäten keine Verdoppelung der Internetseite oder sonstiger Marketing- und Werbematerialien dar.

Hier nun die Antworten von Herrn Monz auf meine 6 Fragen und die etwas privatere Zusatzfrage:

1. Meines Wissens sind Sie das erste deutsche Finanzunternehmen, bei dem es eine Position “Social Media Manager” gibt. Beschreiben Sie doch kurz, welche Aufgaben mit dieser Position verbunden sind?

Der Social Media Manager deckt bei R+V folgende Themenbereiche ab:

- Erstellung der Konzeption und Integration des Themas Social Media in die Organisation des Hauses

- Weiterentwicklung des Themas Social Media für das Unternehmen – Vermarktung des Themas intern und extern

- Definition der Inhalte und Ausrichtung der Dialoge über die verschiedenen Social Media Kanäle

- Inhalte erstellen und Dialoge mit Kunden und Interessenten führen

2. Welche Eigenschaften muss Ihrer Meinung nach ein Social Media Manager bzw. eine Person haben, die für ein Unternehmen Social Media betreibt haben.

– hohe Affinität zum Thema „Internet“ und zu den in diesem Zusammenhang stattfindenden Weiterentwicklungen (mehr gesellschaftlich als technisch)

- Bereitschaft, Fähigkeit und Offenheit, sich auf die Kommunikationsformen des Web2.0 einzulassen und diese selbst zu leben

- Gespür für den Umgang mit relevanten Themen und mit Menschen

- Kenntnis der unternehmensinternen Kommunikations- und Service-Prozesse

3. Haben Sie Social Media Richtlinien entwickelt und wie haben Sie Social Media in Ihrem Unternehmen eingeführt?

– Die Social Media Richtlinien für unser Unternehmen werden zurzeit erarbeitet.

4. Wie sieht Ihr erstes Fazit aus? Wurden Ihre Erwartungen erfüllt?

– Unser erstes Fazit ist auf jeden Fall positiv! Feedback und Kommentare zu unserem Einstieg in das Thema Social Media spornen uns an, in dieser Richtung weiter zu gehen. Wir stellen fest, dass es gelungen ist, Menschen zu erreichen, die über die „klassischen“ Kanäle nicht angesprochen wurden. Obwohl wir noch nicht lange in diesen Kanälen unterwegs sind, ist es schon jetzt erkennbar, dass es mehr und mehr gelingt, über die Dialoge und Themen das Unternehmen nach außen „greifbarer“ und „menschlicher“ zu machen.

5. Was hat Sie überrascht? Und gab es auch schon negative Erlebnisse

- Überrascht hat uns die Geschwindigkeit, mit der wir in der vernetzten Welt angekommen sind bzw. aufgenommen wurden. Es macht Freude zu sehen, dass über diese Kanäle so viele Menschen erreicht und angesprochen werden können und so eine Interaktion mit der Marke gelingt.

6. Wie soll es weiter gehen? Welche nächsten Schritte sind geplant

- Wir haben für dieses Jahr einen Ausbau unserer Social Media Aktivitäten geplant und haben noch weitere zusätzliche „Highlights“ in Vorbereitung. Lassen Sie sich überraschen!

Und die Zusatzfrage: Welches Buch lesen Sie gerade bzw. welches Musikstück können Sie meinen Lesern empfehlen?

- Lesen: Ausgabe 1 „enorm – Wirtschaft für den Menschen“ – Musik: Christopher von Deylen „Schiller“ – Atemlos

Vielen Dank für die Beantwortung der Fragen und den Hinweis auf das neue Magazin “enorm”, welches ich mir direkt mal zu Gemüte führen werde

Hier geht es zu den Social Media Aktivitäten der R + V:

http://twitter.com/ruv_de

http://www.facebook.com/ruv.de

Und hier die bisherigen Interviews:

Dr. Harald Meissner

Mustapha Behan:

Webciety 2010: Wir diskutieren wieder über Finance 2.0


Finanzsektor und das web 2.0 !

Unter dieser Überschrift gibt es auch in diesem Jahr wieder eine Diskussionsrunde auf der Cebit, die sich mit Finance 2.0 oder wahrscheinlich auch “Social Banking” beschäftigt. Ich freue mich erneut an der Panel Diskussion teilnehmen zu dürfen. Im vergangenen Jahr gab es eine ähnliche Veranstaltung, die damals noch im Rahmen der sogenannten Pre:Publica stattfand. Seitdem ist etwa ein Jahr vergangen. Was hat sich in der Zwischenzeit verändert?

Ich denke vor einem Jahr musste der Veranstalter noch suchen, um entsprechende Diskussionsteilnehmer zu finden. Das Thema Social Banking oder Social Media für Banken war damals noch relativ jung. Inzwischen sind zahlreiche Finanzunternehmen aktive Nutzer des sozialen Internets. Finanzunternehmen nutzen Twitter, Facebook, youtube, Xing usw. . Wobei die Qualität dieser Aktivitäten durchaus unterschiedlich ist.

Darüber hinaus haben sich im vergangenen Jahr einige Blogs recht intensiv mit dem Thema Social Banking auseinandergesetzt. Hier ist vor allem der Blog von Lothar Lochmaier zu erwähnen, der inzwischen auch sein Social Banking Buch fertiggestellt hat, auf das wir alle mit großer Spannung warten. Lothar Lochmaier nimmt auch an der diesjährigen Diskussionrunde teil. Neben der durchaus intensiver gewordenen Auseinandersetzung zu den Themen Finance 2.0, Banking 2.0 oder Social Banking (hier muss man auch den blicklog erwähnen) gab es eine sehr interessante Neugründung (die Noa Bank) und den Markteintritt der niederländischen Triodos Bank. Die andern nachhaltigen Banken blicken auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück. Offenbar gibt es durchaus einige Kunden, welche bereit waren ihre Bankverbindung aufgrund ihrer grundlegenden Wertvorstellungen zu wechseln. Wobei vor allem auch die Noa Bank mit durchaus attraktiven Konditionen aufwarten kann.

Neben mir war im letzten Jahr auch Mathias Krönert schon an derDiskussionsrunde beteiligt. Seine Fidor  Bank hat inzwischen einige weitere wichtige Steps hinter sich gebracht. Die Banklizenz ist zwischenzeitlich erteilt wurden und die Community hat sich in Sachen Quantität und Qualität gut weiter entwickelt. Auch die Fidor Bank bietet ihren Kunden teilweise recht attraktive Konditionen und die Möglichkeit sich aktiv an der Weiterentwicklung der Bank zu beteiligen, scheint auch auf reges Interesse zu stoßen.

Kein Umbruch

Dennoch kann man sicherlich nicht von einem Umbruch oder Aufbruch in der Finanzbranche sprechen. Es wird viel diskutiert und viel reguliert. Die staatlichen Hilfen haben die Situation entspannt und damit auch den Druck zur Veränderung häufig sogar eher noch gedämpft. In vielen Banken wird schon wieder zu den alten Pfaden zurückgekehrt. Das Prinzip: Die Zeit heilt alle Wunden und der Mensch vergisst schnell! Banken fordern inzwischen eine Pflicht zur privaten Altersvorsorge. Wäre sicherlich nicht schlecht für die Banken, dass nimmt den Druck. Denn wo eine Pflicht herrscht, sind gute Beratung und gute Produkte gar nicht mehr notwendig. Mal ganz davon abgesehen, dass im Zuge der Finanzkrise für den ein oder anderen nicht mehr viel von der privaten Altersvorsorge mehr übrig geblieben ist. Auch die private Rente scheint also nicht sicher zu sein.

Waren die Banken im vergangenen Jahr innovativ?

Können und wollen Banken überhaupt innovativ sein und was ist eigentlich Innovation im Finanzumfeld. Chris Skinner hat hierzu einen sehr interessanten Artikel geschrieben. Und einige Statements möchte ich hier kurz erwähnen:

Chris Skinner schreibt zum Beispiel:

Now the Heads of Innovation have all gone and Innovation is at the bottom of the banks ‘to-do’ lists … in other words, the Heads have become Bottoms. Banks have realised that the last thing they want to be is innovative.They want to be boring.

Stimmt das vielleicht?

For the average bank however, innovation is not in their blood.This is because innovation demands doing things in a different way, and banks don’t like to be different. They want to be the same.They don’t want to break away from the crowd, but want to do things in robust, proven, low risk ways.

Könnte sein. Oder?

All in all, the lesson learnt for most banks is that innovation is not a function or label, but a culture and so it is gratifying to see innovation has been removed from the mantra of the banks as a label.Now let’s see which banks create innovative cultures over the next decade, and watch them grow.

Da stimme ich in jedem Fall zu. Banken benötigen eine Innovationskultur und die Etablierung eines Innovationsmanagers reicht noch lange nicht aus. Zusätzlich müsste man auch mal diskutieren, was Innovation eigentlich ist. Einige der von Skinner genannten Beispiele z.B. Goldmann Sachs würde ich persönlich eher in die  Kategorie “Unnovation” einordnen. Ich habe darüber hier schon einmal geschrieben. Man sollte auch mal über die Innovation von Innovation nachdenken.

Also am 02. 03 geht es in die nächste Diskussionsrunde. Mal schauen was sich wirklich getan hat. Sehr gespannt bin ich auf die Publikums Resonanz. Im letzten Jahr war diese nicht besonders hoch. Wer interessiert sich schon für Finanzen?

Die Veranstaltung

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Finanzsektor & das Web 2.0

Datum: 02.03.2010
Uhrzeit: 15:00 – 15:50

Schon das Web 1.0 hat die Finanzdienstleistung-Branche in eine erste Umbruchphase gebracht, das Web 2.0 hat nun die Zweite eingeleitet. Während es in der ersten Phase um neue direkte Geschäftsmodelle über das Netz ging, geht es in der zweiten Phase um die Effekte der steigenden Transparenz über diesen Markt. Foren und Social Networks machen die Erfahrungen mit den Finanzdienstleistungsanbietern transparent. Was bisher nur schwer bewertbar war, wird nun scheinbar vergleichbar: die Leistungsversprechen der Anbieter. Die Finanzkrise und der damit einhergehende Vertrauensverlust in traditionsreiche Institutionen haben ihr Übriges getan.

Im Rahmen des Panels “Finanzsektor & das Web 2.0″ werden die Veränderungen für Markt und die Branche diskutiert. Vertreter verschiedener neuer und alter Geschäftsmodelle diskutieren über den Wandel, der mit dem Web 2.0 einhergeht.

Diskussion:

Kimmo Best, Pressesprecher / Leiter Externe Kommunikation, SEB AG
Boris Janek, Manager Online Marketing + Strategie, VR NetWorld GmbH
Francois Jozic, Gründer & Vorsitzender des Beirates, noa bank GmbH & Co KG
Matthias Kroener, Vorstand, FIDOR BANK AG
Lothar Lochmaier, Autor und Journalist
Moderator:Thorsten Hahn, Geschäftsführer, BANKINGCLUB GmbH
Und so war es im letzten Jahr