Mit Steueroasen kein Social Banking


Nach dem Urlaub kann man langsam wieder mit der Teilnahme am öffentlichen Leben beginnen. Leider dauert es dann nicht sehr lange, bis ich mich wieder aufrege. Die Rolle des Herrn Hassknechts aus der Wochenshow im ZDF könnte ich auch ganz gut besetzen.

Nachdem die nächste Wahl nicht zuletzt dank des Hochwassers und wohl auch aufgrund des Desinteresses der Menschen einmal hinter die Kulissen zu schauen, um so kompetentere Wahlentscheidungen treffen zu können, entschieden scheint, versuche ich  einfach mal  etwas zu erklären, um ein wenig zu Volkssouveränität beitzutragen. Nein ich mache es mir noch leichter. Ich lasse erklären. Dem  youtube Channel von Simpleshow habe ich dieses Video entnommen, dass erklärt was Steueroasen eigentlich sind. Natürlich sind viele Unternehmen hierüber bereits bestens informiert und auch die sogenannten Leistungsträger und Eliten unserer Gesellschaft sind – nicht zuletzt auch durch umfassende Beratung und gute Verbindungen – stets auf dem neusten Stand. Aber auch für den Wähler könnte es interessant sein, was eine Steueroase eigentlich ist.

Jetzt wissen wir wie es geht und wir sollten erkennen, dass es auch politischer und gesellschaftlicher Voraussetzungen bedarf, damit sich die Finanzwelt verändert und so etwas wie Social Banking entstehen kann. Dies kann und darf man nicht den Banken, dem Verbraucherschutz und den Parteien oder allgemeiner Politik und Wirtschaft überlassen. Hier sind wir alle gefragt. Lesen wir also einfach mal häufiger dass Kleingedruckte unseres Wirtschaftssystems, bevor wir eine Entscheidung treffen.

 

Crowdfund the world


Das Träumen von einer besseren Welt habe ich schon als Kind und Jugendlicher intensiv betrieben. Immer mal wieder kam die Hoffnung auf, dass es Möglichkeiten und Wege gäbe, um die Welt in eine – ehrlicherweise – von mir erträumte Richtung zu verändern. Das mag egoistisch klingen, aber ich war immer  - und bin es heute noch – der Meinung Menschlichkeit, Gleichheit, Gerechtigkeit, Gemeinwohl, Freiheit und Emphatie müsse dabei im Mittelpunkt stehen.

Das Internet hat mich aufgrund seiner befreienden Potentiale deshalb schon sehr früh fasziniert. Insbesondere durch Social Media schien mir – wenn auch nur für kurze Zeit – eine Tür zu gewaltigen und disruptiven Veränderungsmöglichkeiten aufzugehen, die aber von Unternehmen  (vor allem den 4 horseman of the Internet) und Politik täglich Stück für Stück wieder zugeschoben wird. Da die  Social Media Gurus auch leben müssen,  verkaufen sie ihre Leistung oder Kompetenz halt an Unternehmen, die dann aus gleichberechtigtem Dialog Werbung oder Neudeutsch Content Marketing machen. Wir aber halten es für unendlich Freiheit

Ein wenig Hoffnung verbinde ich allerdings noch mit dem Prinzip CROWDFUNDING. Mit der Crowd finanzieren wir die gewünschten Veränderungen zukünftig einfach selbst. Wenn jeder nur ein wenig gibt, kann man viel bewegen. Und finanziert werden dann eben nicht nur Unternehmen oder Unternehmensideen – da scheint der Trend ja gerade auch wieder in die immer gleiche Richtung zu gehen – sondern sozial bzw. gesellschaftlich, politisch und wirtschaftlich disruptive Kampagnen. Und alles wonach uns sonst noch ist.

Hier sind wieder 2  spannende crowdfunding Plattformen

Die crowdfunding Plattform http://www.donorschoose.org/ schließt eine Lücke in der Bildungsfinanzierung. Da pumpt der Staat zwar viel Geld rein, doch offenbar erreicht dieses Geld nur selten die, die es wirklich brauchen können. Donorchoose ist eine Plattform für Lehrer. Eigentlich für Lernmittel. Gibt es in Deutschland noch nicht. Wäre aber was!

Ein weiterer schöner Ansatz kommt von Pave: Invest in work that matters and share in what´s achieved. Aber sehen Sie selbst

www.pave.com

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http://electrouncle.wordpress.com/2012/12/20/crowdfinance-banking-fur-menschen/

Verlage


Verlage sind wirtschaftliche Unternehmen, die überwiegend reichen alten Männern gehören. Diese Verlage bilden ein Oligopol und hätten gerne ein Monopol. Der Dumont Verlag aus Köln zum Beispiel. Zum Dumont Verlag gehören die Tageszeitungen: Kölner Express, Kölner Stadtanzeiger, Kölnische Rundschau, Frankfurter Rundschau, Mitteldeutsche Zeitung, Berliner Morgenpost, Berliner Kurier, Berliner Zeitung. Im Jahr 2010 hat der Dumont Verlag 711 Millionen Euro eingenommen. Neben den Zeitungen führt der Verlag diverse Beteiligungen in den Bereichen Funk, Fernsehen und Internet. In den letzten Jahren sind einige Verlage immer größer geworden. Andere wurden kleiner oder verschwanden ganz von der Bildfläche. Was vielleicht daran lag, dass manche Verleger gerne Monopolisten wären. So wie google. Die sollen – so die Verleger und Politiker – Monopolisten sein und dürfen – weil sie ja wirtschaftliche Interessen haben – nicht an der politischen Meinungsbildung partizipieren. Ist ja auch klar, denn das ist ja die Rolle der Verlage.

Die Verleger – nicht immer alte Männer, manchmal auch die Söhne der alten Männer – haben in fast 20 Jahren nicht erkannt, dass sie ihre Geschäftsmodelle auf die neuen Marktbedingungen ausrichten müssen. Und das, obwohl viele jüngere Männer ihnen das immer wieder gesagt haben. Andere jüngere Männer haben ihnen direkt mal ihr eigenes Internet Unternehmen verkauft und sich ins Fäustchen gelacht, weil ihnen schon klar war, dass sie damit nie hätten Geld verdienen können.

Nun diese Verleger umgeben sich gerne mit Prominenten, Politikern oder mächtigen Persönlichkeiten. Das ist auch ganz klar, denn in ihren Zeitungen und Zeitschriften schreiben sie über diese und machen aus unbekannten Menschen bekannte Menschen und konzipieren Stars, beeinflussen Wahlen, machen Leute und zerstören Leute. Das ist ihre demokratische Aufgabe, weshalb man uns weismachen möchte, dass es ohne Zeitungen und Zeitschriften keine Demokratie mehr geben werde.

Gerne sagen uns die Verleger auch, dass man für ihre Erzeugnisse bezahlen müsse, weil es sonst keinen guten Journalismus mehr gäbe, dabei beschäftigen sie sehr viele Freiberufler, denen sie sehr wenig Geld bezahlen. In ihren Zeitungen steht darüber hinaus immer dasselbe, was man aber nur merkt, weil es das Internet gibt, denn früher hat man ja meistens nur eine regionale Tageszeitung und vielleicht noch die FAZ oder die Süddeutsche gelesen.

Im Internet – warum das so ist, kann ich mir eigentlich gar nicht erklären – wurden die Inhalte der Zeitungen und Zeitschriften von Anfang an kostenlos angeboten. Jetzt kaufen aber immer weniger Menschen die Papiererzeugnisse der Verlage wollen im Internet aber nicht für die Inhalte bezahlen. Und das Werbegeld verdient ja google. Jene Inhalte übrigens von denen google angeblich so unheimlich profitieren. soll Denn eigentlich wird google nur genutzt, weil man so die tollen Inhalte der Verlage erreicht, die man ohne google ja gar nicht finden könnte. Wobei google doch eigentlich nur Geld mit Werbung verdient und mal ganz ehrlich, es gibt kein google Angebot, welches ich seltener nutze als “google News”.

Gut für die Verlage ist allerdings, dass sie viele gute Bekannte in Politik und Wirtschaft haben. Die alten Verleger kennen die alten und teilweise auch die jungen Politiker. Und weil die sich alle so gut kennen, kann man da auch mal was machen. Ein Gesetz, welches die Verlage vor dem Wettbewerb schützt. Da ist dann Freiheit und Marktwirtschaft auf einmal nicht mehr so wichtig. Nicht der freie Markt und die evolutive Auslese treiben nämlich unsere Wirtschaft und Gesellschaft. Es ist der organisierte Markt. Das war schon immer so. Heute ist das jedoch viel stärker spürbar, weil wir uns ja in einer wirtschaftlichen Dauerkrise befinden. Wenn dann also ein ehemals erfolgreicher und mächtiger Wirtschaftszweig Probleme bekommt, dann trifft man sich. Heraus kommt dann ein Gesetz. Das trägt in diesem Fall den Namen Leistungsschutzrecht. Gesetz zum Schutz der Verlage vor dem Wettbewerb wäre wohl ein angemessenerer Name.

Natürlich könnte die Verlage ihre Inhalte auch vor dem Zugriff durch google schützen. Das wäre nur ein kleiner technischer Eingriff. Offenbar vertrauen sie der Qualität ihres Angebotes aber nicht und da ist ein Gesetz allemal besser. Das soll dann dabei helfen, dass die Verleger in den nächsten Jahren noch ihre roten Teppiche für die Prominenz ausrollen und Preise an diese vergeben können. Zum Beispiel den Bambi, wo sie dann auch ihre jungen Frauen zeigen und filmen lassen können. Zum Glück sind viele Verleger alt und bekommen vielleicht gar nicht mehr mit, dass ihr Leistungsschutzrecht nicht funktionieren wird. Dieses und viele andere dumme Gesetze oder Gesetzesentwürfe werden Deutschland im globalen Wettbewerb stattdessen einige Nachteile bereiten. Schuld daran ist nicht zuletzt die Überalterung und  die durch Angst und Angstmacher geprägte Kultur unseres Landes.

Was ist eigentlich aus den Dinosauriern geworden und was kommt als nächstes? Ein Gebäude Schutzrecht für die Filialbanken

Interessante Links zum Thema natürlich einseitig wie in der Presse

Netzpolitik org

Die google Kampagnenseite
Stefan Niggemeier. Dann reden wir mal über Zensur

Igel Kampagne gegen Zensur

PS. Ich werde nicht mehr wählen gehen

In the city /ist auch nicht alles Gold was glänzt


IN THE CITY

Nicht nur die Banken machen manche Menschen agressiv, traurig oder – wenn gar nichts mehr hilft – gleichgültig. Auch Städte und Stadtverwaltungen, also die lokale Variante der Politik, verstärken unsere Zweifel in die Handlungsfähigkeit unserer alten Institutionen und daran, dass handelnde Menschen an mehr interessiert sind als an sich selbst.

Wenn ich so durch unsere Städte streife – momentan bin ich Montags und Dienstags immer in Berlin – dann frage ich mich ohnehin, warum es die Deutschen immer stärker in die Zentren dieser Republik zieht. Denn neben aller Coolness und Kreativität sehe ich auch viel Entfremdung, Überwachung, Dysfunktionalität, Verschwendung usw. Wissen wir noch was wir tun? Bzw. wissen wir das das, was die Anderen tun uns und den Menschen an sich nicht mehr gut tut. Merken wir noch die Fremdbestimmung und falls wir es merken, versuchen wir unseren Wunsch nach Veränderung in mehr zu intensivieren als in einen gefällt mir Click, einen Kommentar oder einen tweet?

Im Jahr der Hoffnung?

Im Jahr 2012 gibt es aber Hoffnung. Die Crowd. Das Crowdsourcing, -funding, und -investing kommt in Mode. Wir können nun alles mitmachen und unterstützen was uns gefällt. Wir können funden, investieren und kollaborieren. Nicht nur als Teilnehmer. Auch als Initiator.

Und nun können wir mit unseren crowdsourcing Aktivitäten auch unsere Städte verändern und verbessern. The city 2.0 ist eine Idee und eine Plattform. Sie soll Menschen, Unternehmen und Organisationen weltweit zusammenbringen und über den Austausch von Ideen die Stadt und letztendlich die Welt verbessern. Eine Idee, die erste Idee, die mit dem Ted Prize ausgezeichnet wurde, den auch Bono schon einmal bekam.

Auf der Internetseite www.thecity2.org erwartet den Interessenten  - also hoffentlich auch Sie – ein schön gemachter Film und der folgende Text:

The City 2.0 website is a platform created to surface the myriad stories and collective actions being taken by citizens around the world. We draw on the best of what is already being discovered by urban advocates and add grassroots movers and shakers into the mix. What’s emerging is a complex picture of the future city–a place more playful, more safe, more beautiful, and more healthy for everyone.

Wieder eine Möglichkeit etwas zu tun. Ich fang direkt mal hier in meiner Kleinstadt an. Bin schon  im ersten Austausch mit unserem Bürgermeister. Werde dann berichten. Und was machen Sie?

Dieses ähnliche Projekt könnte Sie auch interessieren: Die demokratische Bank

Und dieser Song wird in der Überschrift erwähnt: In the city  - The Jam

Energie


German Angst

Fukushima bewegt die Deutschen und schürt unsere Ängste. Das aus allen deutschen Bürgern ab sofort Klimaschützer geworden sind, ist sicherlich zu bezweifeln. Allerdings zeugen die jüngsten Wahlerfolge der Grünen davon, dass eine grundlegende Bereitschaft zum umweltpolitischen Neuanfang existiert. Ob nun aus Vernunft und Einsicht oder aus purer Angst spielt dabei keine Rolle.

Social Business und eine spezielle Chance

Mit dem Verzicht auf die Atomenergie sind natürlich nicht alle Probleme gelöst. Eigentlich fangen Sie erst an, denn dieses Land benötigt ein energiepolitisches Konzept und auch damit wird es nicht getan sein. Das was auf uns zukommt und worin auch eine große Chance besteht ist der Weg in eine neue Art des Wirtschaftens, die Umair Haque in seinem Buch „The new capitalist manifesto als  Social Business beschreibt. Social Business bedeutet eine wirklich nachhaltige und unschädliche Wirtschaftsweise und damit natürlich auch die entsprechende Veränderung der gesellschaftlichen und kulturellen Grundlagen. Aber während Umair Haque in seinem Buch auf Unternehmen schaut und einige beeindruckende Beispiele von Unternehmen zeigt, die durch disruptive Veränderungen ihrer Arbeits- und Handlungsweisen Wettbewerbsvorteile erlangen, könnte Deutschland als traditionell stärker an sozialen und auch ökologischen Werten orientiertes Land, welches wirtschaftlich zusätzlich eine große internationale Bedeutung hat, in der Umstellung auf „Social Business eine neue Perspektive und Chance erhalten.

Um es nicht zu kompliziert zu machen. Social Business bedeutet seine Wirtschaftsweise so auszurichten, dass Mensch, Community, Gesellschaft, Natur und zukünftige Generationen nicht geschädigt werden. Dies läuft darauf hinaus, dass alle Kosten – auch die externalisierten – bei der Produktion von Waren und Gütern einbezogen werden.  Aus Wertschöpfungsketten oder Prozessen werden Kreisläufe.

Dieses Land braucht eine Vision

Statt weinerlich zu argumentieren, dass die anderen Nationen nicht auf Atomkraft verzichten werden und – erlauben Sie mir den zynischen Scherz –wir deshalb trotzdem alle sterben oder aber – weil wir ja in einem globalen Markt agieren – wirtschaftliche Nachteile haben werden – was ja für die – nur noch weinerlich argumentierenden Politiker und Wirtschaftsbosse – 1.0 dasselbe zu sein scheint- sollten wir die Chance sehen. Dieses Land braucht eine Vision, die uns zu einem neuen Wunder führt. Das Modell China hat keine wirkliche Zukunft, das neue Modell Deutschland könnte eine haben, denn – um nochmal auf Umair Haque zurückzukommen – Unternehmen wie Nike, Walmart oder auch Lego – die sich in einigen Bereichen vollkommen neu in Richtung Social Business aufgestellt haben – machen dies sicherlich nicht aus wohltätigen Gründen sondern eher aus harten wirtschaftlichen Überlegungen.

Auch Banken können einen Beitrag leisten

Laut Umair Haque gibt es noch kein Unternehmen, das in allen Aspekten Social Business betreibt. Aber es gibt schon zahlreiche Beispiele. Hätte er stärker auf den deutschen Markt geschaut, so wäre er hier sicherlich auch fündig geworden. Selbst in der Bankenwelt ist Nachhaltigkeit (nicht als Marketing Instrument) ein immer wichtiger werdender Wert. Bezogen auf die Themen Umwelt und Klima ist vor allem auch die GLS Bank ein Vorreiter. Viele Banken offerieren ihren Kunden besondere  Angebote, um in Sachen Strom und Heizung auf regenerative Energien umzusteigen. Ökologische Finanzprodukte und –investitionen sind weitere Trends. Aber wie sieht es mit den eigenen Gebäuden aus. Inwiefern gehen die Banken hier als gutes Beispiel voran? Wie wird Energie gespart? Wird umweltfreundlich gebaut? Wie sieht es mit der Ökobilanz einer Filiale aus und wie z.B. mit der Ökobilanz einer Online Filiale.

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(Interessante Projekte wären mir hier einen Gastbeitrag wert! Einfach Vorschlag an @electrouncle senden).

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Sind Facebook, twitter und Co. die aktuell so beliebten sozialen Medien eventuell sogar ein Beitrag zum Energie sparen?

Das Problem mit den neuen Technologien

Auf der anderen Seite was kosten uns die ganzen technischen Innovationen. Alle neuen Ideen – über die ich hier immer wieder berichte – verbrauchen Energie.  Laut eines Heise Artikels aus dem Jahr 2008 steigt der Energieverbrauch des Internets exponentiell. Jede Suchanfrage bei google schädigt die Umwelt. Wobei der Produktabschluss über das Internet vermutlich aber Energie effizienter als der Abschluss in der Filiale ist. Das mobile Internet, NFC Payment und alle anderen NFC Dienste werden Energie brauchen. Jeder Computer, jedes elektronische Gerät, jeder automatische Türöffner. Mit dem Ausstieg aus der Atomenergie ist es nicht getan. Das Stichwort Green IT gehört auf die Tagesordnung. Wir müsse an vielen Stellen Energie einsparen und uns in Richtung Wiederverwertung bewegen.

Visonäre statt Angsthasen und Bestandsverwalter

Viele Fragen, die es auf allen Ebenen zu thematisieren gilt: In Unternehmen, Organisationen, Institutionen, durch jeden einzelnen Menschen. Eine Gesellschaft könnte sich neu erfinden, wenn wir in die Zukunft schauen, die lieb gewonnen und für den Einzelnen noch profitablen Verhaltensweisen über Bord werfen und unseren eigenen Weg gehen. Wenn Politik und Wirtschaft es schaffen uns diese Vision zu vermitteln, statt ängstlich auf die anderen Angsthasen zu schauen, dann haben wir die Chance zur modernsten und zukunftsfähigen Volkswirtschaft der Welt zu werden. Also legen Sie bitte los!

Und was denken Sie? Hier kann diskutiert werden!

www.facebook.com/diefinance20seite

Und natürlich auch hier

Die Bankenwelt wird nicht still stehen, aber


Die Bankenwelt wird nicht still stehen in den nächsten 4 Wochen. Sie könnte aber die Gelegenheit nutzen zur Besinnung zu kommen, denn die meisten Menschen auf dieser Erde werden ihre Aufmerksamkeit auf die Fussball WM richten. 2 Milliarden Menschen haben das letzte WM Endspiel gesehen. Keine Sportart verbindet die Menschen – wenn auch nur für einen kurzen Moment -so eng wie Fussball. Sollte Deutschland tatsächlich zum vierten mal Weltmeister werden, dann werden nicht nur die Banken sondern auch die Politik von einem psychologischen Effekt profitieren können, welcher der Bevölkerung mehr Zuversicht gibt, auch wenn uns – so kann man heute lesen – harte Einsparungen und wohl auch höhere Steuern bevorstehen, weil die Politik aus den Wirkungsprinzipien des politischen Systems nicht heraus kommt. Und die Fehler im System stellt wiederum keiner ab.

Nur der Weltmeistertitel kann uns retten

Ob dieser psychologische Effekt die Wirtschaft nachhaltig nach vorne und den Banken neue Kunden bringt, bleibt aber zweifelfhaft, denn es ist ja leider so, dass uns nur grundlegende systematische Änderungen weiter helfen und nicht nur das ewige Umverteilen von unten nach oben und wieder von oben nach unten. Vielleicht würde es  helfen, wenn man den Lobbyismus verbieten  oder die politischen Entscheidungsträger – ähnlich wie die Mitglieder der Mars Expedition – einfach in einen von der Außenwelt hermetisch abgeriegelten Raum einschliessen würde. Aber lassen wir diese Phantastereien :-)

Kaufen Sie doch beim Pausenfüller

Welche Bank wird denn eigentlich als Trittbrettfahrer vom Fussball und den eventuellen Erfolgen der deutschen Nationalmannschaft profitieren. Wird die Ersatzbank wieder von der Commerzbank gesponsert oder wird uns Franz Beckenbauer mit der Postbank die Halbzeitpausen versüßen oder versalzen. In jedem Fall wird man uns wieder die Botschaft übermitteln, dass es gut ist Produkte bei der Bank zu erwerben, die den deutschen Fussball unterstützt. Inhalte und Qualitäten von Produkten spielen auch in der Halbzeit von Fussball Spielen keine Rolle. Schon gar nicht bei den TV Sendern, die es sich allenfalls leisten können Zigaretten und Alkohol Werbung abzulehnen. Sollte Deutschland also Weltmeister werden, dann wird der Werbende aus dem Finanzumfeld sicherlich davon profitieren, denn auch der durchschnittliche Bankkunde handelt eher emotional und nicht selten auch unüberlegt. Ein langer Weg also bis Banking wieder “Social” wird. Nein anders formuliert: Ein langer Weg bis “Social Banking” zum bestimmenden Prinzip in der Finanzwirtschaft wird.

Meine WM(Fussball) Song – Lieblinge

Aber mal davon abgesehen ist es an der Zeit meine Top 5 WM Songs aufzulisten, denn auch bei mir geht die WM jetzt bald vor.

1. Three Lions

Baddiel and Skinner

Wahrlich schon ein  Klassiker, hier in der neuen Version mit Robbie Williams

2. World in Motion

New Order

Englands WM Song für Frankreich 1998 – hat aber auch nicht geholfen

3 Go West

Pet Shop Boys

Ein eher unfreiwilliger Fussball Song

4. Don´t come home too soon

Del Amitri

Schottlands WM Song für das Turnier in FRA 1998

5. Das grosse Spiel wird gleich beginnen

Freddie Quinn

Gesungen zur Fussball WM 1974

Ergänzend sei noch dieser Song erwähnt, der immerhin aus einem Weltmeisterjahr kommt und die schöne Zeit wiederspiegelt, in welcher die Nationalmannschaft immer einen eigenen Song gesungen hat. Und oft zusammen mit Udo Jürgens

Wird alles Anders?


Finanzkrise

, Griechenland, der Golf von Mexico, Gesundheitsreform, Goldman Sachs, Rihanna*. Dies sind nur sechs Beispiele. Die Zahl der Ereignisse oder Krisen, die uns aufzeigen, dass unsere über Jahrzehnte und Jahre entstandenen Selbstverständlichkeiten des Handelns und Verhaltens, uns langsam aber sicher an den Rand einer nicht mehr zu beherrschenden Katastrophe führen, wird von Tag zu Tag größer. Die warnenden Stimmen, die es schon immer gegeben hat, die aber in guten und auch in nicht ganz so guten Zeiten kaum erhört wurden, gelangen in den Mainstream des gesellschaftlichen Diskurses. Menschen entscheiden sich zum Beispiel immer häufiger dafür, nicht zu wählen, weil sie erkennen, dass unser Parteiensystem und die politischen Strukturen wirklich nachhaltige Verbesserungen und Lösungen verhindert oder unmöglich macht. Nicht wählen ist auch eine Wahl.

Parteien denken auch nur an sich

Nicht Argumente und Wissen entscheiden über unsere Zukunft, sondern das Bedürfnis der Parteien an der Macht zu bleiben oder ihre jeweilige Ideologie durchzusetzen. Als Oberbau dienen Leitlinien oder Parteiprogramme deren Wurzeln in Zeiten liegen, welche mit der heutigen nicht mehr zu vergleichen sind. Die Institutionen haben sich verselbstständig und neben der Politik versucht auch das Prinzip Wirtschaft 1.0 die Verhältnisse in denen man sich so wunderschön eingerichtet hat zu bewahren. Verzweifelt versucht man mi allen Mitteln die Pfründe zu schützen und die Kräfte der Veränderung einzudämmen. Ich möchte an dieser Stelle gar nicht hinterfragen, welche Qualfikationen einen Menschen zum Politiker befähigen.

Das  Phänomen lässt sich ganz gut an den CDU Politikern Blüm, Geissler und Biedenkopf darstellen. Alle 3vertreten nach ihrem Aussscheiden aus der aktiven Parteipolitik Meinungen und besetzen Positionen, die sie früher so nicht vertreten konnten und durften. Gestern abend bei “Hart aber Fair” war ja durchaus zu erkennen, dass es – zumindest in solchen Veranstaltungen – auch zu Annäherungen kommen kann und sich Entscheidungsträger darum bemühen sachlich an ein Problem heranzugehen. Mit einer Ausnahme: Nämlich der in der Politik aktiven und somit eigenen Karrierezielen und der Parteidoktrin verpflichteten Dr. Silvana Koch Mehrin.

Keine Tabus

Es ist an der Zeit sich mit den wirklichen Problemen zu beschäftigen und diese tabulos jenseits von Ideologien und Lobbyismus anzugehen. Noch können wir vermeiden ein zweites – oder wenn es dann soweit ist – fünftes oder sechstes Griechenland zu werden.  Es geht deshalb auch darum sich aus den kleinen Kontexten und den kurzfristigen Strategien herauszulösen. Auch Social Banking verändert nichts und wird auch nie eine herausragende Bedeutung erlangen, wenn nicht die wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Grundlagen geschaffen werden. Die kundenfreundlichen Innovationen in der Finanzindustrie – welche ja überwiegend gar nicht von den Banken kommen – werden Banken nicht tangieren. Oder in den treffenden Worten von Chris Skinner:

And the fact that banking protects banks through bank licensing, means that none of the innovative firms – including PayPal – can make much difference to this rotting core.

Schwer

Grundlegende Veränderungen sind notwendig. Diese wird es nur geben, wenn wir anfangen zu begreifen und dazu gehört auch die Fähigkeit zu verlernen. Wir müssen ganz schnell lernen zu verlernen. Wir müssen unser Köpfe von falschen Handlungsprinzipien, Regeln und Vorstellungen befreien und neue – noch nie gegangene Wege – finden. Wir müssen die Angst vor Veränderungen verlieren und lernen nicht alles was wir sehen, fühlen und hören durch unsere vorgeprägte kulturelle Brille zu sehen und danach einzuordnen. Das ist schwer. Das ist vielleicht sogar unmöglich. Aber es ist der einzige Weg.

Die Auseinandersetzungen um die täglich dominierender werdende digitale Kultur sind ein schönes Beispiel für die Notwendigkeit das Verlernen zu lernen. Es wird nicht gelingen und es macht auch keinen Sinn die ausgelösten Veränderungen und neuen Handlungstechnologien in die alten Raster zu packen. Wir verschenken dadurch eine historische Chance zur Veränderung

An dieser Stelle möchte ich Norbert Bolz zitieren.

Das Buch hat unseren Geist geformt; der Computer formt den unserer Kinder. Orientierung haben wir uns in der Gutenberg-Galaxis von Büchern versprochen. Die Kunst des Lesens war Lebenskunst. Doch was heisst lesen heute? In Websites kann man sich nicht versenken, und die Immersion in virtuelle Welten hat nichts zu tun mit dem alten Seelenabenteuer des Lesens. Das ist nicht als Werturteil gemeint. Kultur ist ein Nullsummenspiel. Produziert digitales Lesen digitale Gehirne? Wir müssen darüber nicht spekulieren. Es genügt, einzusehen, dass das Leitmedium einer Kultur ihren.

Quelle: GDI Impuls 1/10, S. 100-103, Norbert Bolz- Flow-Control: Glücklichsein im Fliessgleichgewicht

Zum Schluss muss ich noch kurz erklären, wieso in der obigen Aufzählung die Künstlerin Rihanna aufgetaucht ist. Sie ist der musikalische Prototyp des Wirtschaftssystems 1.0. Eine Künstlerin, die längst vergessen hat für wen sie ihre Leistung erbringt und wer sie dahin geführt hat, wo sie heute ist. Eine Künstlerin deren bombastische und bedenkliche Selbstinzenierung auf der Bühne in keinem Verhältnis zu ihren musikalischen Qualitäten steht.  Panzer, Atomexplosionen, Gewaltanmutungen und martialische militärische Gesten werden einem Publikum dargeboten, das überwiegend aus nicht mal sechzehnjährigen Kindern besteht, die – und das war wohl der Höhepunkt der Respektlosigkeit – geschlagene 75 Minuten auf ihren Star zum “nicht” anfassen warten mussten. An einem Sonntag. Ohne die Angabe von Gründen. Erst als zu viele Buhrufe aufkamen und erste Bierbecher auf die Bühne flogen, konnte die Künstlerin zum Auftritt bewegt werden. Keine Entschuldigung, kein Verständnis für die Zuschauer. Nichtleistung. “Thin Value”. In den siebziger Jahren war die Musikindustrie in einer ähnlichen Situation. Danach folgte Punk.

Wird alles anders?