Eindrücke


5 Tage unterwegs. 5 Tage bei Banken, Rechenzentren und unter Software Entwicklern. Workshops zu den Themen Online Marketing, Social Media und Internet. Monologe, Diskussionen und Gespräche.

Die letzten Tage und Wochen waren auch so etwas wie ein Weckruf. Auch die regionalen Banken, für welche die Filiale seit Jahrzehnten der wichtigste Kanal ist, erkennen, dass es keine Zukunft ohne Internet mehr geben wird. Zwar steht die Filiale nach wie vor im Mittelpunkt des Denkens und Handelns. Dennoch werden Marketing Etats umgeschichtet, erste Schritte im regionalen Online Marketing unternommen und vor allem Social Media steht ganz oben auf der Tagesordnung.

Auch wenn die organisatorischen Grundlagen meistens noch nicht gelegt sind (Mangel an finanziellen und personellen Ressourcen, fehlende strategische und strukturelle Integration, etc.), die Erkenntnis das Social Media eine Chance darstellt und Online Marketing immer wichtiger wird, setzt sich durch. Der Weg zur Digitalisierung ist allerdings noch weit und nicht alle können und werden erfolgreich sein.

Auf der anderen Seite lernt man in den direkten Kontakten mit Bankmitarbeitern und Bankkunden eine ganze Menge:

  • Zum Beispiel, dass Crowdsourcing eine gewaltige Chance bietet, Produkte und Dienstleistungen anzubieten, die man alleine (als Dienstleister der Banken) nie hätte konzipieren können
  • Das die Veränderung von Banken an Kleinigkeiten scheitern kann, die man auch als ausgewiesener Branchenexperte, nie hätte erahnen können
  • Das die Notwendigkeit zur Planung von Online Marketing und vor allem Social Media in der Regel unterschätzt wird, weil es auf den ersten Blick einfach, intuitiv und vor allem günstig zu sein scheint. Aber nur wenige sind wirklich berufen
  • Das man manchmal selber daran zweifelt, ob das Internet für regionale Banken, die teilweise Marktanteile von 50 % haben, wirklich unverzichtbar ist
  • Dies aber ein Fehler ist, weil es eben nicht darum geht was für die Bank wichtig ist, sondern darum, was für den Kunden wichtig ist.
  • Und nicht zuletzt: Das Banken leidenschaftliche, wissbegierige, lernfähige und kommunikationsstarke Mitarbeiter brauchen, die das Selbstverständliche hinterfragen und sich nicht scheuen Regeln zu  brechen, wenn sie eine Zukunft haben möchten

Ehrlich verdient am meisten


Wie kommuniziert man Vorteile, die nicht auf der Hand liegen?

Eine genossenschaftliche Bank ist anders als  Privatbanken, Direktbanken und auch Sparkassen, denn eigentlich gehört die Bank ja dem Kunden oder Mitglied.  Was die Genossenschaft tut, macht sie nur für ihre Besitzer. Also werde Besitzer und bleibe nicht nur Kunde. Es ist sinnvoll diesen und all die anderen Unterschiede  immer wieder darzustellen. Zu jeder Gelegenheit, an jedem Ort und in jedem Gespräch. Und beim sagen darf es natürlich nicht bleiben.

Leider sind gerade Genossenschaftsbanken  nicht für ihr offensives Marketing bekannt. Die besonderen Vorzüge werden sehr  zurückhaltend kommuniziert und man traut sich nicht auf die Fehler und Versäumnisse der Anderen hinzuweisen  Und solche Fehler gab es ja zumindest während der Finanzkrise zu hauf.

Viel zu häufig setzen wir voraus, der Verbraucher wüsste dies schon oder mache sich – zumindest bei der Auswahl der Bank und der Bankprodukte – schon die Mühe die Unterschiede herauszufinden.  Ein Unternehmen, welches diese Schwäche erkannt hat, ist Credible Finance, die sowohl mit ihrer Bewertungsplattform www.credible-finance.de als auch auf Facebook offensiv für die besonderen Vorteile der regionalen Banken werben.

Menschen entscheiden einfach

Als Kreditgenossenschaft ist man also häufig in Erklärungsnot. Erschwert wird diese Erklärungsnot durch die Zunahme der Wahl- und Vergleichsmöglichkeiten für Verbraucher. Denn auch für diese bedeutet mehr Transparenz mehr Komplexität und durch unsere Neigung zu schnellen und häufig wenig rationalen Entscheidungen, wirken die einfachen, kurzfrisig einschätzbaren und zunächst offensichtlichen Vorteile eines Angebotes stärker auf die Entscheidungsfindung

Also spielen Konditionen eine wesenliche Rolle bei der Entscheidung. Eine Bank   und gerade eine in den Regionen vor Ort präsente Genossenschaftsbank wird aber – wenn man mal ehrlich ist – nicht deshalb neue Mitglieder gewinnen wollen (und wohl auch nicht können), weil sie bessere Raten und Konditionen hat. Das – also die besseren Konditionen und Raten – ist der Grund warum der Verbraucher Mitglied der Bank werden möchte. Aber warum möchte die Bank (also die Genossenschaftsbank) dass der Verbraucher Kunde wird?

Gelungene Kampagne

Und hier beginnt eine – meiner Meinung nach – sehr gelungene Kampagne der Denver Community Credit Union über welche The Financial Brand berichtet hat und die man sich dort oder bei youtube unbedingt anschauen sollte.

Hier das erste von insgesamt drei Videos dieser absolut gelungenen und originellen Kampagne, die  wohl auch bei den Verbrauchen  sehr gut ankam. Offenbar kann sich Ehrlichkeit auch lohnen und sie muss nicht langweilig und schulmeisterlich dargebracht werden. Auch die Produktion der Kampagne wirkt nicht aufwändig oder teuer. Sie lebt vielmehr von der Idee. Und wenn man den Artikel auf The Financial Brand weiter liest, erkennt man zugleich, dass die Menschen, die hinter dieser Kampagne und der Bank stehen, offensichtlich auch nicht das Bild von einem Banker wiedergeben, welches die Mehrheit der Verbraucher so vor Augen hat, wenn sie an Banken denkt.

Der you tube Channel

Hier geht es zur Denver Community Credit Union

Und was denken Sie? Ich freue mich über Ihre Meinung

Das passt zusammen


Kann man so das Image aufbessern

Die UBS möchte die  im Zuge der weltweiten Finanzkrise verlorengegangene Vertrauen von Verbrauchern und Geschäftskunden wieder zurückgewinnen.  Was soll man tun.  Ein wahres Marketing Genie muss diese Idee entwickelt haben. Man startet eine auwfändige und klassische Imagekampagne, greift darin auf populäre Persönlichkeiten zurück ,die sich sehr wahrscheinlich wenig mit dem Unternehme identifizieren können und setzt noch einen drauf, indem man zum Forme l Sponsor wird. Eine Sportart die ähnlich überflüssig ist, wie das Handeln einiger Banken im Verlauf der Finanzkrise. Insofern natürlich eine passende Kooperation

Hier gibt es die Kampagneninfos. via horizont.de

Warum überhaupt etwas ändern

Eine aktive Auseinandersetzung mit der Finanzkrise, der offene und dialogische Austausch mit den Verbrauchern z.B. über das Internet. Aufklärung und vielleicht sogar die ein oder andere Entschuldigung sind nicht teil der Kampagne.  Mit Hilfe einer klasisschen Marketing Fassade soll die Wirklichkeit überdeckt und unbequemen Fragen aus dem Weg gegangen werden. Eine Kampagne für das Vergessen. Keine Aufbereitung kein Indiz für Veränderung. So als gäbe es Social Media nicht und so als könne es weiter gehen wie bisher. Vielleicht kann die Lektüre eines Artikels von Umair Haque weiter helfen. Hier ein kurzes Zitat:

Today’s capital isn’t yesterday’s. Recapitalizing a 21st century economy means not just filling it back up with machines, cash, or skill — but with more powerful capital altogether. Capital that can knit machines, cash, and skill together to produce greater, more meaningful, and longer-lived gains.

Hier gibt es den ganzen Text

Kennst Du das Land wo Social Media blüht?


Kanada?

Kanada ist möglicherweise das Land, in welchem sich Unternehmen am intensivsten mit Social Media beschäftigen. Via mediapost.com bin ich zumindest auf diese beeindruckenden Zahlen gestoßen:

  • Demnach nutzen von 1022 befragten Managern kanadischer Unternehmen 90 % Social Media, um mit der Öffentlichkeit in den Dialog zu treten. Mit Facebook und twitter werden die üblichen Verdächtigen am häufigsten verwendet. Aber auch Blogs und soziale Anwendungen auf der eigenen Internetseite erfreuen sich großer Beliebtheit.
  • In der Region Ontario – warum auch immer -sagte einer aus jeweils 5 Managern, dass Social Medie mittlerweile der wichtigste Kanal sei, um mit der Öffentlichkeit zu kommunizieren. Die klassischen Sendekanäle wie Mail und Telefon sind hier schon überholt wurden.
  • In einer vergleichbaren amerikansichen Studie stellten nur ca. 40 % der Manager die Bedeutung von Social Media heraus. Interessant an dieser Studie war aber, dass vor allem Kleinst- und mittelständische- Unternehmen Social Media als ein wichtiges Instrument ansahen.
  • Weltweit sind es laut Regus 51 % der Unternehmen, die via Social Media mit Verbrauchern in Kontakt treten und 58 % der Manager bleiben über Social Media in Kontakt mit ihrem Business Netzwerk

Ohne hier auf eine entsprechende Studie zurückgreifen zu können, liege ich sicherlich nicht sehr falsch mit der Aussage, dass die Manager deutscher Unternehmen Social Media noch keine so hohe Bedeutung beimessen würden. Zumindest ist – Worten müssen ja nicht immer Taten folgen – es in der Realität nicht ersichtlich.

Anspruch und Wirklichkeit von Social Media?

Nun zeigen solche Zahlen zwar, dass Social Media keine temporäre Geschichte sein wird. Auf der anderen Seite ist damit keine Aussage über die Qualität der Unternehmensaktivitäten gemacht. Noch weniger kann man erkennen, dass Unternehmen bereits begonnen haben die neue Welt zu verstehen. Auch wenn, wie ein anderer Artikel auf mediapost.com beweist, immer mehr Unternehmen mit einer Social Media Strategie aufwarten können.

Fully 72% of respondents said their company had a social media strategy, and the majority of the rest said they will have one in place by next year. 75% said they would be increasing their investment in social media over the next year. Most of the companies with a strategy said they are focusing their social media efforts on both customer retention and acquisition, and 70% of respondents said they considered social media a marketing responsibility. 85% of respondents said they are using a Twitter account and just over two thirds have a Facebook fan page for their company.

Offenbar erfolgt jedoch nur sehr selten eine Messung von Zielen, wenn diese überhaupt existieren. Ebenfalls scheint eine strategische Verknüpfung mit den klassischen Marketing Maßnahmen auch nicht besonders häufig vorzukommen. Spezielle Social Media Kampagnen wurden nur von einem Drittel der Unternehmen durchgeführt. Auch wenn Social Media sicherlich nicht als temporäre Kampagne verstanden werden darf, macht es doch mehr als Sinn diese Aktivitäten auf die grundsätzlichen Ziele eines Unternehmens hin auszurichten.

Auch dort, wo schon längere Erfahrungen mit Social Media bestehen ist also noch lange nicht alles Gold was glänzt. Jedoch scheinen sich die Unternehmen über die steigende Bedeutung einig zu sein. Leider ist eine gestiegene Bedeutung aber noch nicht mit substanziellen Veränderungen in der Beziehung zwischen Verbraucher und Unternehmen verbunden. Hier mangelt es nach wie vor an der Fähigkeit zum Verstehen, wie Lothar Lochmair recht treffend an einer Kampagne der Ergo Gruppe analysiert.

Oder ist doch schon alles Gold?

Was für Banken wichtig ist (Teil II)


Online Marketing for Banks

Am Montag durfte ich auf dem Online Marketing Forum for Banks, veranstaltet vom Banking Club eine Diskussionsrunde zum Thema Online Marketing moderieren. An dieser kleinen Runde nahm ein Vertreter einer Bank und zwei Dienstleister teil. Es ging um das Thema, welches auch Gegenstand dieses zweiteiligen Artikels ist. Wie müssen Banken ihre Marketing- und Vertriebsstrategien ändern, um auch zukünftig noch erfolgreich sein zu können? Während es auf der Kölner Veranstaltung – die übrigens im Kölner Stadion stattfand, in welchem ich die Bürgermeister Position von Foursquare einnehme – hauptsächlich um Online Marketing ging, sollen hier – in Anlehnung an den Artikel von “The Financial Brand” aber auch andere wichtige Herausforderungen für Banken zumindest einmal kurz genannt werden. Wobei die weiter steigende Bedeutung des Internets nicht zu verleugnen ist. Was auch das durchaus rege Interesse an der Veranstaltung des Banking Clubs zeigte.

Trends im Online Marketing

In der Diskussionsrunde stellte ich natürlich auch die Frage nach den Trends im Online Marketing und wenig überraschend wurde hier “Social Media” genannt. Gar nicht erwähnt wurde der mobile Kanal, wobei sich die Diskutanten sich darin einig waren, daß Online und Mobile im Prinzip dasselbe oder zumindest ähnlich seien. Diese Meinung teile ich übrigens nicht. Meiner Meinung nach haben die wenigsten Unternehmen heute überhaupt schon ein Gefühl für die besonderen Herausforderungen des mobilen Kanals. Dies gilt genauso für Social Media. Denn obwohl alle Diskussionsteilnehmer Social Media als Trend nannten, konnte keiner so richtig aufzeigen, wie Unternehmen diesen Kanal nutzen können und zwischen den Zeilen meine ich herausgehört zu haben, dass zumindest eine gewisse Unsicherheit vorherrschte und man sich nicht sicher war, wie ernst man-  als am klassischen Online Marketing ausgerichtetes Unternehmen – diesen Trend eigentlich wirklich nehmen solle.

D´you know what I mean? (Oasis)

Am zweiten Tag der Veranstaltung konnte ich leider nicht teilnehmen, da ich selber einen Workshop durchführen musste. Deshalb kann ich nicht sagen, ob mein Eindruck getrogen hat oder eventuell sogar bestätigt wurde. Leider hatte ich teilweise sogar noch ein wesentlich schlimmeres Gefühl: Gerade die anwesenden kleinen und regionalen Banken haben nicht nur in Sachen Online Marketing erheblichen Nachholbedarf. Es fehlt vor allem an strategischer und integrierter Marketinplanung. Nur so ist es zum Beispiel zu erklären, dass sich viele Banken einfach unvorbereitet in das unbekannte Gewässer soziales Internet stürzen und dabei dem Glauben unterliegen, dass der Online Dialog im Internet klassische Online Marketing Verfahren vollständig ersetzen könne. Nahezu entzetzt hat mich übrigens, dass es offensichtlich wenig Agenturen im Markt gibt, welche sich auf regionales Online Marketing spezialisert haben. Denn wer die Welt der Genossenschaftsbanken oder auch Sparkassen kennt, würde normalerweise nicht auf die Idee kommen von einem erforderlichen  monatlichen Online Marketing Etat von 20.000 Euro zu sprechen. Oder habe ich da was falsch verstanden?

Aber genug der langen Vorrede, jetzt kommen die Punkte 11 – 25

11. Optimize your website

Mal ganz davon abgesehen, dass nur die wenigsten Internetauftritte von Banken auf Strategie und Seitenziele hin optimal ausgerichtet sind und selbst die großen Banken an vielen Stellen noch fast frühkindliche Fehler machen, fehlt vor allem auch im Hinblick auf die neuen Herausforderungen des sozialen Internets ein Gesamtkonzept, in welchem die Aufgaben und die Stelle der Unternehmenshomepage im Gesamtprozess klar definiert wird. Auch in Sachen Kundenkontaktmöglichkeiten und Inhalten besteht großer Nachholbedarf. Schöne Tools – wie z.B. vom ibi Institut gefordert werden – sind zwar in ihrer Bedeutung nicht zu unterschätzen, allerdings sind diese an vielen Stellen auch überflüssig oder überdimensioniert und orientieren sich vor allem nicht an Erfahrungen, Bedürfnissen und Erwartungen von Endkunden

12. Selling inside the online banking firewall

Immer mehr Banken fangen damit an. Allerdings sind die Produktangebote häufig nicht besonders passend und wenig individuell. Darüber hinaus ist die Darstellung und Ansprache im Banking mehr als steigerungsfähig.  Es ist aber sinnvoll und einfacher erst mal die Kunden zu bedienen, die man schon hat. Dabei darf man aber auch hier nicht mit veralteten oder aus der Filiale übernommenen Methoden arbeiten.

13. SEO/Adwords

Großer Nachholbedarf gerade bei den kleinen und regionalen Banken. Aber auch die großen machen hier noch viel zu viele Fehler und verschenken Werbebudgets. In vielen Fällen scheint eine Berechnung des ROI oder Deckungsbeitrages nicht stattzufinden. Anzeigen sind schlecht formuliert oder führen auf Seiten, die unübersichtlich sind und welche das Werbeversprechen nicht einhalten. Hohe Abbruchraten sind die Folge. Vor allem das Thema „Post Click Marketing“ steckt weitgehend noch in den Kinderschuhen.

Erschreckend auch wie  wenig Banken darauf achten in den redaktionellen Suchergebnissen auch so aufzutauchen wie Sie es möchten bzw. wie es für die Marke wichtig wäre. Die dort auftauchenden Ergebnisse sind häufig zufällig und von Fremdeinträgen unterbrochen. Google Maps wird kaum oder gar nicht genutzt. SEO und SEM wird unabhängig voneinander betrieben, da freut sich dann vor allem google

14. Remote deposit

Wird in Deutschland sicherlich nicht so wichtig werden. Wäre dennoch eine nette Erweiterung  Schecks direkt mit dem iphone oder anderen Smartphone Geräten begleichen zu können. Noch besser wäre der Ersatz von Schecks und Kreditkarten durch die mobilen Endgeräte. Ich stelle mir z.B. die folgende Lösung vor. Bei einer eingehenden Rechnung, werden die Rechnungsdaten einfach abfotografiert. Die Daten werden in ein Überweisungsformular übernommen, durch die Bestätigung mit PIN + TAN erfolgt die direkte Überweisung.

15. Mobile banking

Halte ich zwar für nützlich. Als einfache Erweiterung bzw. Übertragung des  schon klassischen Online Bankings auf den mobilen Kanal wird mobile Banking jedoch keine Killer Applikation werden . Gerade wir Deutschen werden mit unseren Sicherheitsbedenken nicht in großen Scharen mobile Banking nutzen. Bestimmte Kontoinformationen ohne LogIn erhalten zu können, wäre sicherlich sinnvoll. Mobile Banking als Transaktionsbanking bietet für mich persönlich keinen großen Mehrwert

16. Iphone App

Ja und Nein.

Sicherlich ist das Prinzip der nützlichen und einfachst zu installierenden und zu bedienenden Anwendungen – wie wir es durch das iphone kennen und lieben gelernt haben – ein Modell für die Zukunft. Banken sollten sich jedoch darüber bewusst sein, dass immer noch sehr wenige Menschen ein Smartphone besitzen und dieses für die Internetnutzung verwenden. Sie sollten deshalb nur dann ein App entwickeln, wenn es an wirklichen Kundenwünschen orientiert ist und nicht nur zur Verbesserung des Images dient bzw. die Bank als technologisch auf dem neusten Stand darstellt.

Zusätzlich sollte die Geldautomatensuche und das Online Banking selbstverständliche und in einer App konzentrierte Anwendungen sein. Ich kann es auch nicht nachvollziehen, wenn solche Apps kostenpflichtig angeboten werden. Was ebenfalls nicht unberücksichtigt bleiben sollt. Apps konkurrieren auch mit Anwendungen aus ganz anderen Branchen, denn der Platz auf dem Smartphone ist ja durchaus begrenzt. Da ist man – bei fehlender Attraktivität – auch gerne mal bereit das App der Bank zu löschen, um damit Platz für Spiele usw. zu machen. Die Anforderungen an eine gut App sind deshalb wohl noch vielschichtiger und höher als an klassische Internetanwendungen.

17. Online Advertising

Unbedingt. Viele Banken fehlt hier auch heute noch das know how und die Erfahrung bzw. die Häuser werden noch zu stark von den Traditionalisten des Marketings dominiert. Auch hier sind vor allem die Regionalbanken im Rückstand, die häufig noch Denken: Mit Online Werbung gewinnt man nur Online Kunden bzw. alle Online Nutzer möchten auch Online abschließen. Was definitiv falsch ist.

Darüber hinaus gilt es aber auch das Online Medium professioneller und artgerechter zu nutzen. Hier wie im klassischen Marketing nur in Budgets zu rechnen, hebt nicht die Vorteile und Möglichkeiten von Online Marketing.

Außerdem ist es wichtig eine strategische Integration vorzunehmen und auch zu beachten, in welchen Phasen des Marketings der Online Dialog über Facebook, twitter und Co. hilfreich und nützlich ist. Denn es ist noch ein Irrglaube dadurch auf Online Marketing verzichten zu können

18. More creative saving accounts

Der Weltspartag könnte mal eine Renovierung erhalten. Sparen könnte aber auch außerhalb dieses Tages mehr Spaß machen und zwar für alle Alters- und Zielgruppen. Hierzu müssen individuelle Konzepte entwickelt werden. Vielleicht auch mit Hilfe der Kunden selber.

Kreditkarten, die automatisch bei jeder Kreditkartennutzung einen vorher definierten Betrag sparen oder auch Sparkonten, welche gleichzeitig in caritative Einrichtungen investieren, wären beispielsweise vorstellbar.

Denkbar wären auch virtuelle Sparbüchsen für die jungen Kunden, die z.B. auch über ein App durch jeden Online gesparten Cent oder Euro immer dicker werden könnten. Das spielerische Element könnte hier dabei helfen auch den Spaß am sparen zu erwecken.

19. High interest, online checking accounts

Hierzu fiel mir ehrlich gesagt wenig ein. Deshalb unbearbeitet die Meinung von “The Financial Brand”

“This is a classic quid-pro-quo. You pay people an interest rate they really love, and have them adopt the habits you’d like them to have in exchange. By requiring people to actively use online banking and their debit cards, you can afford to pay above-average rates.”

20. Brand training for staff

Ein absolutes Muss. In einem Zeitalter, da die Kontrolle über die Marke ohnehin verloren geht bzw. mit den Verbrauchern geteilt werden muss. Banken müssen sich neu finden. Sie müssen auf die Couch und jeder Mitarbeiter muss in der Lage sein die Marke zu fühlen und zu beschreiben. Er muss die Kultur der Marke in tatsächliche Handlungen umwandeln können, ohne das er hierzu gezwungen wird. Auch im Hinblick auf das soziale Internet ist eine entsprechende Kultur zu etablieren.

Wenn man die uneinheitliche Markenwelt mancher Regionalbanken sieht, dann ist gewaltiger Nachholbedarf zu konstatieren. Vor allem auch im Hinblick auf das Internet und/oder den mobilen Kanal

21. Intranet

Hier fehlt mir ein wenig der Gesamtüberblick. Was aber sicherlich in vielen Banken Einzug halten wird und muss ist Soziale Software, also web 2.0 am Arbeitsplatz. Es wird spannend sein zu beobachten, wie klassische RZ Technologien um solche Anwendungen ergänzt oder durch diese sogar abgelöst werden.

Dabei wird es dann auch zu kulturellen Auseinandersetzungen in der Bank kommen, da Sicherheits- und Datenschutzbedenken dazu führen werden, dass durchaus  sinnvolle und effiziente technische Hilfsmittel  mit internen Widerständen rechnen müssen.

22. New core data processing systems

Fakt ist. Die vorhanden Systeme in den Rechenzentren machen es schwer das Innovationstempo von Unternehmen mitzugehen, welche aktuell für den eigentlichen technischen Fortschritt in der Brankbranche verantwortlich sind. Nahezu alle technologischen Innovationen in den letzten 12 Monaten kamen nicht von von den Banken selber. Die Integration selbst kleinster – aus Kundensicht wünschenswerter Entwicklungen – dauert häufig Monate oder ist nur mit viel zu hohen Aufwänden umzusetzen. Die Innovationsbremse  ist hausgemacht und die neuen Anbieter befinden sich schon lange auf der Überholspur

23. Online Newsroom

Der Online Newsroom, der alle eigenen und fremden Aussagen über Marke, Produkte und Services enthalten muss, wird für jene Banken wichtig sein,  die sich als transparent, nachhaltig und authentisch darstellen wollen. Hier zeigt sich, welche Bank es wirklich ernst mit dem „Social Media Dialog“ nimmt

Hier zeigt sich darüber hinaus die Modernisierung von PR und Öffentlichkeitsarbeit. Alle  Informationen haben prinzipiell dieselbe Chance im Newsroom publiziert zu werden. Filtern bezieht sich dann nur noch auf  Beiträge, welche gegen Recht- und Gesetz verstoßen.

Bisher sind die meisten Finanzunternehmen hierfür noch nicht bereit. Es wird spannend sein zu beobachten, wann die ersten etablierten Banken hier beginnen werden zu agieren

24. Strategic branch makeover

Wer fühlt sich wohl in seiner Bankfiliale? Welche Filiale lädt den Verbraucher oder Kunden zu einem spontanen Besuch ein? Welcher Kunde hält sich länger in der Filiale auf als unbedingt erforderlich. Warum gibt es in jedem Ort mehrere Bankfilialen, die eigentlich alle dasselbe anbieten. Und diese Filialen verschandeln so manchen Ortskern und werden noch dazu immer nur für eine kurze Zeit des Tages genutzt.

Auch wenn ich nichts von Q 110 halte, so gibt  es doch genügend Möglichkeiten Bankfilialen freundlicher und einladender zu gestalten. Sie könnten zum Beispiel vielfältiger genutzt werden. Sie könnten Treffpunkte für Bürger werden, sie könnten kleinen Unternehmen Räume zur Verfügung stellen.  Sie könnten als Bildungscenter genutzt werden und vielleicht würden sie sogar Orte des „Time Bankings“ werden, d.h. Menschen bezahlen mit ihrer Zeit und ihrer Arbeitskraft statt mit Geld.

Was ich allerdings nicht sehe, ist die Verwandlung der Bankfiliale in ein High Tech Beratungscenter, denn warum soll ich dafür in eine Filiale gehen. Habe ich doch bald alles in meinem Wohnzimmer.

25. Open new branches

Hier würde ich eher widersprechen. Gerade Sparkassen und Volksbanken Raiffeisenbanken haben heute viele, wenn nicht teilweise sogar zu viele Filialen (meine persönliche Meinung). Darüber hinaus wird das Bild einer Filiale, als ein Gebäude in welches Menschen kommen müssen, um Bankgeschäfte (und nichts anderes) zu erledigen ,aufgelöst werden.

Banking hat das Potential bis in die kleinste granulare Einheit zerlegt zu werden.  Prinzipiell wird Banking demnächst vollkommen automatisiert abgewickelt werden können. Ob Menschen bereit sein werden, auf die Beratung durch einen Menschen zu verzichten, sei zunächst mal dahingestellt.  Aber wozu braucht man noch einen physischen Ort zur Erledigung von Bankgeschäften. Und wenn man diesen wirklich benötigt, warum braucht die Bank noch eigene Räume, wenn sie auch die von Kunden oder Partnern nutzen kann. Gerade die immer an Kostenreduzierung interessierte Finanzbranche wird diese Potentiale ausnutzen. Jede Möglichkeit der Technisierung wird genutzt werden. Wozu also neue Filialen eröffnen?

Und was denken Sie?

Hier übrigens noch mal der Originalbeitrag

Was für Banken wichtig ist (Teil I)


Vor einigen Wochen habe ich hier ein Gelübde abgelegt, welches ich natürlich nur schwer einhalten kann. Wenn man aber denkt, dass ein Thema overhyped ist oder zur Mode verkommt, dann sollte man auch sagen können, was denn wichtiger für die Banken ist als facebook, twitter und Co. Anfang Mai hat “The Financial Brand” hier eine Liste mit 25 Punkten aufgestellt.

25 Things more important than Social Media

http://thefinancialbrand.com/11549/25-priorities-over-social-media/

Diese Liste habe ich mir mal als Inspiration genommen, ihr ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Ich war jedoch so frei jeden Vorschlag einmal kurz zu bewerten und auf Relvanz für Deutschland zu überprüfen. Da ich morgen auf dem “Fachkongress Online Marketing” for Banks in Köln eine Diskussionsrunde zum Thema Online Marketing moderieren darf, halte ich den Zeitpunkt für gut geeignet, um diesen zweiteiligen Artikel nunmehr hier zu posten.

Are you ready to be heartbroken (Lloyd Cole)

Wenn Unternehmen  das soziale Internet nutzen, dann hat und muss dies einen Grund haben.  Banken nutzen das Internet, um Kunden zu gewinnen oder zu binden.  Dafür verwenden sie unterschiedliche Verfahren und Instrumente, mit deren Hilfe sie Aufmerksamkeit generieren und diese in konkrete Kontakte oder Abschlüsse umwandeln. Ob diese Kontakte oder Abschlüsse in der Filiale oder direkt Online erfolgen ist grundsätzlich unerheblich.

Nun ist es so, dass das Internet nicht mehr weg gehen wird. Die Hoffnungen derjenigen Menschen und Unternehmen, die am liebsten immer alles beim Alten belassen möchten, werden nicht erfüllt werden. Schauen wir auf die aktuelle Version oder die aktuelle Phase des Internets, dann stellen wir fest, dass nunmehr ein Zustand erreicht ist, in welchem die Mehrzahl der Menschen dieses Medium als ein nützliches und bequemes Medium entdeckt haben, welches sie einerseits mit allen Möglichkeiten des klassischen sozialen Handelns versieht, zusätzlich aber noch Chancen bietet sich jenseits etablierter Formen der Koordination und Kollaboration neu zu organisieren. Dadurch wird das Machtgefälle zwischen einzelnen Menschen und Gebilden wie Organisationen oder Institutionen zumindest potentiell verringert oder gar aufgehoben.

Neben diesen eher abstrakt klingenden Gründen für den nicht aufzuhaltenden Erfolg des „Super Mediums“ Internet sollte man nicht vergessen, dass Menschen nun einmal bequeme und vielleicht sogar sehr faule Wesen sind, und deshalb solche Instrumente nutzen, die Ihnen Zeit und Arbeit sparen oder einfach Spaß machen. Insofern sollte eigentlich niemand verwundert sein, dass sich zum Beispiel soziale Netzwerke oder Online Spiele so großer Beliebtheit erfreuen.

No Wonder (Neil Young)

So ist es dann genauso wenig verwunderlich, dass Unternehmen ihren Kunden folgen müssen. Es macht einfach keinen Sinn ein Geschäft in einem Ort zu eröffnen, in welchem keine Menschen sind. Wenn sich dann die Menschen auch nicht mehr über die klassischen Marketing Instrumente dazu bewegen lassen Produkte zu erwerben, dann muss man eben zu neuen Methoden greifen.

Das heißt: Wie das eben so üblich ist. Man muss zumindest versuchen die eingespielten Methoden ein wenig anzupassen und sich damit in das neue Dorf, also in den Ort in dem noch Menschen leben, begeben.

Why (Bronski Beat)

Die Nutzung von Facebook, twitter und Co durch Banken folgt deshalb oberflächlich betrachtet 2 Antrieben.

  1. Banken werden von den Internet nutzenden Verbrauchern dazu getrieben selbst dort aktiv zu werden und jene Orte zu nutzen, die sich bei diesen großer Beliebtheit erfreuen. Dort wollen die Banken neue Kunden gewinnen und Produkte verkaufen und nehmen dabei in Kauf auch zu stören. Denn wer möchte in einer persönlichen Unterhaltung vom direkten Gesprächspartner oder auch nur von einem Dritten auf ein tolles Produkt hingewiesen werden, es sei denn man unterhält sich gerade über eine bestimmte Produktkategorie. Die Gefahr, dass diese Banken hier nach gewohnten Prinzipien handeln ist groß, da Werte und Kultur nicht zu den Regeln der genutzten Netzwerke passen. Der Versuch gängige Manipulationsstrategien auch hier anzuwenden liegt nahe und kann auch von Erfolg gekrönt sein, denn wer in der Filiale manipuliert kann dies auch im Internet tun. Was für das, für viele Menschen recht komplizierte und unangenehme, Thema „Finanzen“ ganz besonders gilt.

Es ist deshalb ein Trugschluss, Banken, welche die dialogischen Online Instrumente nutzen, damit automatisch eine andere und vor allem Verbraucher freundlichere Einstellung und Handlungsweise zu attestieren

  1. Banken erkennen, dass sie ihre besonderen Stärken (seien es auch nur gefühlte Stärken)

im Internet genauso und möglicherweise noch besser leben können, als vor Ort – also auf der Straße, am Stammtisch, im Sport- oder Kulturverein oder direkt in der Filiale. Diese Banken sind am ehesten dazu in der Lage authentische und ehrliche Gespräche zu führen, da sie dies prinzipiell auch an anderen Orten machen und diese Gespräche auf einem Wertgerüst basieren, welches schon seit vielen Jahren gelebt und entwickelt wird.

Als Bank könnte man sich die Frage stellen, was müssen wir eigentlich wirklich tun oder wie müssen wir sein, um zukünftig auf Basis unserer zugrundeliegenden Geschäftsmodelle erfolgreich zu sein. Oder müssen wir uns möglicherweise sogar neu erfinden, weil wir nicht mehr zeitgemäß agieren oder von Kunden nicht mehr nachgefragt werden.

Bevor man aber so grundsätzliche Themen angeht und einige Banken sich vielleicht ja – kleiner Scherz – trotz Erfolg selber auflösen, weil die Selbsterkenntnis kommt in einer erforderlichen nachhaltigeren Ökonomie keinen Platz mehr zu haben, sollte man damit beginnen das soziale Internet nicht als Selbstzweck zu betrachten und zu glauben, alle Fragen des Marketings wären damit gelöst.

25 Years (The Catch)

The Financial Brand hat deshalb eine Liste mit 25 Dingen aufgestellt, die für Banken wichtiger als „online Social Media“ sind. Hier die Liste und meine persönliche Einschätzung dazu:

  1. Define your brand

Dies halte ich definitiv für eine sehr wichtige Aufgabe. Gerade in der aktuellen Zeit, in welcher  durch die Finanzkrise und die Möglichkeiten des Internets die Karten neu gemischt werden, sollten Banken sich konkrete Gedanken über Ihre Marke machen. Möglicherweise macht sogar eine Neubetrachtung und Veränderung von Geschäftsmodellen Sinn. Die Banken müssen begreifen, dass Sie nicht nur Finanzprodukte verkaufen, sondern dafür da sind Menschen finanziell besser, erfolgreicher und glücklicher zu machen.

Gerade die Regionalbanken haben unter den  neuen Verhältnissen neue Chancen, allerdings gilt es dann auch, sich der Bedeutung der Marke überhaupt bewusst zu werden. Vor allem im genossenschaftlichen Lager sehe ich großen Nachholbedarf

1. Develop a real Gen Y strategy

Die Generation der nach 1980 geborenen Menschen ist definitiv anders als vorhergehende Generationen.  Es gelingt Banken bisher kaum sich auf das veränderte Verhalten einzustellen. Vor allem die traditionsreichen Regionalbanken haben noch keinen Weg gefunden diese Generation  adäquat und erfolgreich anzusprechen.

Dabei ist vor allem der Umgang mit dem Internet ein großes Problem. Hier sind die Banken einfach immer hinterher. Die Sprache der Digital Natives wird nicht beherrscht. Es herrscht häufig sogar Verständnislosigkeit. Die wenigen Kampagnen und Maßnahmen sind von altem Denken geprägt. Die umgekehrte Schirmmütze und der Berater ohne Krawatte wirken – im übertragenen Sinne – auch im Internet nicht

2. Develop a Gen Z strategy

Für eine Gen Y Strategie ist es eigentlich schon fast zu spät. Um denselben Fehler nicht zweimal zu begehen und Banken machen dies ja fast schon gerne, sollte man anfangen sich mit einer Generation zu beschäftigen, für welche z.B. der Umgang mit dem Internet  normal das Lesen eines Buches aber eher unnormal sein wird. Die darüber hinaus mit ganz neuen und durchaus nicht unbedrohlichen Lebensrisiken aufwächst und die vor allem in Finanzfragen einige Zumutungen aushalten werden muss.

3. Non-traditional guerillia Marketing

Ein Thema an welches sich vor allem die deutschen Banken kaum heranwagen. Banken Werbung muss seriös sein und Inhalte vermitteln. Es gibt nur wenige Ausnahmen z.B. die Sparkassen.

Allerdings kommt man in der Regel nicht darüber hinaus Werbung mit lustigen Elementen zu ergänzen. Vor allem die Auseinandersetzung mit dem Wettbewerber ist meistens sehr kameradschaftlich und sehr mutlos. Gerade jüngere Generationen werden hier aber mehr erwarten. Banken haben hier großen Nachholbedarf. Nur wie bricht man die Mauern  in den Köpfen nieder, denn Innovation scheitert auch hier an zu viel Tradition

4. PFM

Definitiv ein wichtiges Thema für alle Banken. Mit Personal Finance Management kann das Versprechen auf mehr Transparenz und professionelleren Umgang mit Finanzen am ehesten eingehalten werden. Menschen sind nach wie vor sehr bequem. Sie werden am ehesten vernünftiger mit Ihrem Geld umgehen, wenn Ihnen die Arbeit der Kontrolle und Steuerung weitgehend abgenommen wird. Einen jederzeit verfügbaren Überblick über die eigenen Einnahmen und Ausgaben und einen  Abgleich in Echtzeit über alle Banken wäre ein großer Schritt. Nur welche Bank wird bereit sein diesen Schritt zu gehen. Es bringt reichlich wenig, wenn man bei jeder Bank ein eigenes PFM Tool benötigt und die Kontodaten nicht zusammen fließen.

Die Bank, welche den Mut dazu hat, wird allerdings einen gewaltigen USP besitzen. Und wenn die Banken es nicht machen, dann eben irgendein IT Dienstleister.

5. Develop an attack plan for a failed competitor

Bereits oben kurz erwähnt. Mehr Mut. Weniger Nachsicht mit den Wettbewerbern, die gestaltender Teil der Finanzkrise waren. Jetzt besteht die Chance hier Kunden abzuholen. Wobei man natürlich sagen muss, dass in Deutschland ja nicht so viele Banken gefallen sind. Ein aggressiveres Marketing gegenüber den vom Staat gestützten Banken sollten aber vor allem die Genossenschaftsbanken an den Tag legen

6. Matrix Mail

Fast könnte man behaupten, dass Newsletter und E-Mails tot sind. Die junge Generation kommuniziert inzwischen mittels sozialer Netzwerke, ICQ und SMS. Nun besteht das Kundenpotential nicht nur aus jungen Menschen. Gerade in Deutschland ist die ältere Generation in der Überzahl und besitzt dazu noch die Vermögen. Obwohl wir Mails ja schon seit Jahren zum Kundenkontakt und zur Kundensprache nutzen, ist es häufig erschreckend wie unprofessionell viele Banken hier immer noch agieren. Was vor allem fehlt ist Originalität. Mails oder Newsletter, die aus der Masse herausstechen, die originell, lesenswert, überraschend und vor allem auch individuell sind.

7.  Redesign your website

Definitiv. Die Internetseiten der meisten Banken wirken antiquiert und bieten keinerlei Kundenerlebnis. Darüber hinaus gleichen die Banken  Auftritte einander wie eineiige Zwillinge. Es fehlt Mut zu ungewöhnlichen und aufmerksamkeitsstarken Ideen . Der direkte Dialog über das Netz wird kaum ermöglicht. Statt Echtzeit herrscht vielerorts Steinzeit.

8. Secure your trademarks

Ich denke, dies gilt vor allem für die kleineren Banken, die häufig auch in Sachen Markenstrategie viel Nachholbedarf haben. Die Sicherung von Markenrechten scheitert hier häufig an Unwissenheit, Kosten und mangelnder Sensibilität für dieses Thema. Schon beim Suchwortmarketing mit google erkennt man die Bedeutung von Markenrechten.

9. Online Chat

Wäre eine gute Sache. Denn Menschen wünschen  gerade im Internet eine schnelle Problemlösung und häufig lassen sich Fragen eben nicht standardisiert über Mails etc. abwickeln und der Besuch der Filiale ist zu aufwändig. Deshalb besteht hier viel Potenzial.

10. Optimize your website

Mal ganz davon abgesehen, dass nur die wenigsten Internetauftritte von Banken auf Strategie und Seitenziele hin optimal ausgerichtet sind und selbst die großen Banken an vielen Stellen noch fast frühkindliche Fehler machen, fehlt vor allem auch im Hinblick auf die neuen Herausforderungen des sozialen Internets ein Gesamtkonzept, in welchem die Aufgaben und die Stelle der Unternehmenshomepage im Gesamtprozess klar definiert wird. Auch in Sachen Kundenkontaktmöglichkeiten und Inhalten besteht großer Nachholbedarf. Schöne Tools – wie z.B. vom ibi Institut gefordert werden – sind zwar in ihrer Bedeutung nicht zu unterschätzen, allerdings sind diese an vielen Stellen auch überflüssig oder überdimensioniert und orientieren sich vor allem nicht an Erfahrungen, Bedürfnissen und Erwartungen von Endkunden

Links zum abbiegen


Junge Menschen brauchen keine Billy Regale mehr

Beginnen wir mit einer Studie, die viele das Wort Kulturverfall ausrufen lässt. Eine Studie aus Großbritannien zeigt uns, dass 86 % der 7 – 16- jährigen ein Mobiltelefon aber nur 73 % ein Buch besitzen.  Wenn man also möchte, dass junge Menschen weiterhin lesen, muss man das Buch wohl doch irgendwie modernisieren oder zumindest einfach auf das Mobiltelefon bringen.

Hier den ganzen Artikel auf ReadWriteWeb lesen

Das erste deutsche Social Banking Buch

Ist in diesen Tagen endlich erschienen. Lothar Lochmaier gibt diesem Buch den zielführenden Titel: Die Bank sind wir oder wie die Volksbanken Raiffeisenbanken sagen würden: Die Bank gehört den Mitgliedern. Im Buch – welches zwar bereits auf meinem Büchertisch liegt allerdings noch ungelesen – gibt der Autor einen umfangreichen und gut recherchierten Überblick über die – sich allerdings nur sehr langsam entwickelnde Finance 2.o Szene in Deutschland. Dabei werden die wesentlichen  Entwicklungen und auch Begrifflichkeiten dargestellt. Sehr interessant auch der Ausblick in die Zukunft und der Autor des Finance2.0 Blogs freut sich natürlich auch darüber im Buch zitiert wurden zu sein.

Deshalb – der Urlaub steht ja auch für einige vor der Tür – die unbedingte Kaupfempehlung der Woche. Und hier noch eine Beschreibung des Buchinhaltes vom Blicklog.

Auf ein weiteres spannendes Buch dürfen wir uns für den Spätsommer freuen, denn dann erscheint das Buch Bank2.0 von Brett King, welches gerade Platz 1 auf der Vorbestell Ranliste bei amazon UK einnimmt. Offensichtlich ein Zeichen dafür, dass es durchaus einige Menschen gibt, die denken, dass es Zeit ist Banking zu hinterfragen und zu verändern.

Wer nicht mehr bis August warten kann, sollte gelegentlich mal im Blog des Autors vorbeischauen

http://bank2book.wordpress.com/

Bank Simple: Aber gute Technik reicht auch im Banking nicht

Bei aller Euphorie – die ja aufgrund der Hinterfragung des vermeindlich Selbstverständlichen in der Finanzbranche entstehen könnte – sollte man aber nicht vergessen, dass Banking kein technologische Dienstleistung ist, auch wenn Technik als Enabler ja immer wichtiger wird. Aber selbst eine herausragende allen anderen Entwicklungen überlegene Banktechnologie, wird nichts daran ändern, dass der Erfolg eines Finanzunternehmens vom Service und den Menschen abhängtl Im dem Zusammenhang wird es spannend sein zu beobachen, wie erfolgreich alle jene Unternehmen sein können, die vor allem Technologie getrieben die Finanzbranche erobern möchten. Diese Frage stellt sich zurecht auch Ron Shelvin in seinem Blog “The Marketing Tea Party“. Eine Lektüre dieses sehr schönen Artikels kann ich nur jedem ans Herz lesen, vor allem den Genossenschaftsbankern.

Hier aber auch ein positiver Beitrag zur gerade sehr populären “BankSimple” vom netbanker Blog.

http://www.netbanker.com

Und auch der deutsche Blog “Netzwertig” beschäftigt sich mit der verführerischen Option einer einfachen Bank.

http://netzwertig.com/2010/05/25/banking-im-digitalen-zeitalter-entschleunigung-vom-echtzeitweb/

Sollen Banken Iphone Apps entwickeln

Um bei den Genossenschaftsbanken zu bleiben. Wann ist es für diese  doch eher regional ausgerichteten Unternehmen sinnvoll ein eigenes iphone oder ipad App zu entwickeln. Im Credit Union Blog gibt es hierzu einige Hinweise. Meine persönliche Meinung darf hier aber auch nicht zu kurz kommen: Bevor man sich zu intensiv mit Apps beschäftigt, sollte man auch noch mal die eigenen Internetseiten in den Fokus nehmen, denn diese sind vor allem in Sachen Kundenerlebnis bei den meisten Banken doch recht wenig entwickelt. Dies könnte möglicherweise daran liegen, dass man sich hier zu sehr auf sogenannte Experten verlässt und die Chance den Kunden oder Verbraucher direkt zu fragen meistens ungenutzt lässt. Eine besondere Rolle spielt hier zum Beispiel das ibi Institut aus Regensburg, deren jährliche Studie gerade solche Banken gut bewertet, deren Seiten ich zum Beispiel nicht besonders inspirierend finde.

Schokolade statt Geld

Das dachte sich ein britisches Unternehmen aus der Schokoladen Branche auf der Suche nach neuen Geldgebern. Wobei Banken ausdrücklich nicht einbezogen werden sollte. So gründete man kurzerhand einen Schokoladen Bond. Mehr Infos gibt es hier:

http://springwise.com/retail/chocolatebond/

Und bist Du nicht willig so brauch ich Gewalt

Beenden wir diese Link Rubrik einer nicht ganz so schönen aber irgendwie doch skurril lustigen Aktion. Bankräuber, welche bei dem Versuch unberechtigt an Geld zu kommen, eine ganze Bank in Schutt und Asche legen. Wehe wer da eine Analogie zu den Finanzhaien herstellt, die beim Versuch an immer mehr und noch mehr Geld zu kommen, ganze Länder in Schutt und Asche legen. Zumindest fast.

Und hier der Link zur Geschichte.

Was sollen Banken tun mit Social Media


Am 14.04.2010 werde ich auf der Internetworld einen Vortrag halten. Ich habe dafür den wenig anwendungsorientierten Titel: Social Media bringt die Bank zurück zum Menschen gewählt. Da die Internetworld ja eine Anwendermesse ist, sollte man den zuhörenden Messebesuchern (falls es welche geben sollte) einige Tipps mit auf den Weg geben, was zu tun ist.

Es fällt mir allerdings schwer den Banken entgegenzurufen. Nutzt “Social Media” und alles wird gut. Mit der Nutzung von Social Media sollten grundsätzliche Veränderungen einhergehen. Ich denke, dass sich viele Unternehmen – die heute schon intensiv auf der Social Media Bühne – aktiv sind noch gehörig wundern werden, welche Geister sie damit rufen. Ungefähr 2 Milliarden Menschen – die sogenannen Millenials – sind mit dem Internet gross geworden.  Diese Menschen bringen eine Kultur hervor, welche massgeblich durch das Leitmedium dieser Generation geprägt ist. Es wächst eine Gesellschaft der weltweiten Kollaboration heran, deren Denken und Handeln von Transparenz und Hierarchiefreiheit geprägt ist.

Es wird deshalb nicht gelingen Social Media einfach als zusätzliches Marketing, Vertriebs- , oder Kommunikationsinstrument einzusetzen. Ohne sich als Unternehmen grundsätzlich zu verändern, sich in frage zu stellen und zumindest teilweise neu zu erfinden, wird das Internet nicht die erhofften neuen Chancen generieren. Im besten Fall führt die Nutzung von Social Media zum Wachsen dieser Erkenntnis und die notwendigen Veränderungen werden eingeleitet. Im schlechtesten Fall kommt es zu negativen Effekten, welche das Vertrauen der Verbraucher in Unternehmen noch mehr schädigen. Die Folge wird dann Flucht,  Apathie, Entfremdung und sogar Hass sein.

Ihre Kunden wünschen sich keine Verdopplung Ihrer Marketing Aktivitäten. Sie möchten nicht die immer gleichen Botschaften. Sie brauchen kein 140 Zeichen Textplakat in twitter, kein Marketing und PR Blah, Blah auf Facebook, keine Image Filme auf youtube. Sie möchten, dass Ihr Unternehmen sich so darstellt wie es wirklich ist. Wenn Sie sich in Ihren Social Media Auftritten aber verstellen und sich so darstellen, wie sie sein möchten bzw. denken, dass Sie sein sollten, dann warten Sie bis Sie so sind wie Sie möchten oder sein sollten , bevor Sie Social Media nutzen.

http://www.internetworld-messe.de/Kongress/Kongressprogramm-Internet-World

Links zum langen Osterwochenende


Ganz schön spät geworden heute und dabei habe ich Urlaub. Aber bis Montag muss ein neuer Workshop fertig werden, der dann Dienstag seine Premiere erlebt. Wie sieht es aus in der Finanzwelt vor dem Wochenende. Welchen interessanten Linke könntet Ihr noch folgen, bevor Ihr Euch auf die Suche nach leckeren Eiern begebt.

Wie kann man Banken und Rockbands vergleichen?

Ganz gut zu meiner “So klingen Banken” Serie passt ein Blog Post von “The Marketing Tea Party”. Titel: What Bank Marketers shouldn´t learn from the grateful Dead. Auf einen solchen Vergleich würde man auf Anhieb ja gar nicht selber kommen.  Hier nur einer der 5 Tipps als Vorgeschmack zum weiter lesen.

2. Letting customers record them. The Dead were famous for letting their fans record and distribute their concerts. Banks shouldn’t do this. The rudeness and incompetency of bank reps will end up in YouTube videos. This is not the best use of YouTube for banks.

Bei Starbucks kann man nicht nur Kaffee trinken

Ab sofort kann man in 1000 ausgewählten Filialen mit dem Iphone und dem ipod touch bezahlen. Gilt natürlich noch nicht für Deutschland. Mehr lesen kann man hier. Wird spannend sein die Ergebnisse zu bekommen. Hat der durchschnittliche Starbucks Kunde überhaupt ein iphone oder einen ipod?  Und nutzen junge Menschen Bezahlmöglichkeiten, nur weil es cool ist und Spass machen könnte?

Starbucks-expands-iphone-mobile-payment-to-stores-in-target-locations.

Noch mehr Dinge, die eigentlich nichts mit Banken zu tun haben

Noch offensichtlicher wie auf dieser Seite kann man es eigentlich nicht auf den Punkt bringen. Eine Branche kann lernen, wenn Sie sich einmal aus ganz anderen Augen betrachtet. Einfach mal abwegigen Gedanken folgen und schaun, was man daraus lernen kann. Und manchmal haben die Dinge ja auch mehr mit der Branche zu tun, als man denkt. Die Zeiten ändern sich doch schneller als man denkt.  Und der Absender ist eine Kreditgenossenschaft.

www.nothingtodowithcreditunions.com

Auch Social Media darf nicht fehlen

Gartner stellt fest: Social Media ist neu und anders, aber auch nicht so neu und anders. In dem kurzen Artikel geht es dann darum, wie man Social Media für Unternehmen nutzbar machen kann. Das muss man natürlich lernen und in Unternehmen muss natürlich alles geregelt sein. Das ist nun mal eine wesentliche Aufgabe einer Organisation. Vielleicht hat Gartner am Ende aber auch Unrecht. Recht haben Sie allerdings in einer Beziehung: Der Mensch hat sich nicht grossartig verändert und bei ihm fängt alles an und hört wohl auch alles auf.

social-media-is-new-and-different-but-not-that-new-and-different

So jetzt ist Schluss für heute. Ich wünsche ein schönes langes Wochenende. Ob es wohl schneien wird?