Noch eine neue Herausforderung: Echtzeit Banking


Die Herausforderungen für Banken nehmen gar kein Ende mehr. In diesen Tagen ist es sicherlich nicht einfach die Ruhe und den Durchblick zu bewahren. Was könnten neue strategisch wertvolle Mehrwerte sein, auf die der Kunde wartet bzw. die er mit Begeisterung annehmen wird, wenn er sie erstmals wahrnimmt und dann ausprobieren kann.

Für mich hat mytaxi einen solchen Effekt ausgelöst. Ich hatte eigentlich kein Bedürfnis nach einer neuen Möglichkeit um ein Taxi zu bestellen. Dann war die App aber plötzlich da und ich durfte – nach kleineren Anfangsschwierigkeiten- einen perfekten Kundenprozess erleben. Heute wird jede normale Taxibestellung und -fahrt zu einem Ärgernis. Am Rande erwähnt: Die Taxibranche hätte diese App nie erfinden können und in den nächsten 20 Jahren wäre – außer vielleicht neue Fahrzeuge – keinerlei Innovation zu erwarten gewesen.

Könnte in der Finanzbranche das Echtzeitbanking ein solcher Mehrwert, den Kunden mit Begeisterung aufnehmen würden, sein? Was macht die Bank mit meinem Geld, wenn ich eine Transaktion oder eine Überweisung getätigt habe? Und ist es in Zeiten – in denen Vergangenheit keine Rolle mehr spielt und Zukunft immer weniger prognostizierbar ist – nicht ohnehin erforderlich alles direkt in Echtzeit zu verarbeiten?

In Polen ( mal wieder ) und auch in Schweden gibt es inzwischen erste Projekte bzw. bereits eine funktionierende Infrastruktur. Die sechs größten schwedischen Banken haben im Rahmen einer Kooperation “swish“, einen Real Time Bezahlsystem, entwickelt.

Realtime und Mobile! Und wenn wir den Blick auf Moven oder auch gobank werfen, also auf die rein auf den mobilen Kontext ausgerichteten Finanzanwendungen, dann spielt “Realtime” hier auch schon eine wichtige Rolle. Realtime ist letztendlich vor allem auch unterwegs besonders wichtig und interessant. Auch eine Entwicklung, die es beim Konzept für die erste “Finance Watch” zu berücksichtigen gäbe

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Finance20: Neue Herausforderung für Banken: Smart Watches

The Financer: How Important is realtime?

Die Bank am Handgelenk


Nicht lange her

Es ist noch gar nicht so lange her, da habe ich hier über die Bank in der Hosentasche geschrieben. Das Mobiltelefon oder das Smartphone – so meine These – ersetzt die Bank und kann eigentlich alles was die klassische Bank auch kann. Nur gesetzliche Regelungen, Sicherheitsfragen und natürlich die Zurückhaltung der Nutzer stehen dieser Entwicklung noch im Weg.

Nun: Die Bank in der Hosentasche gibt es noch nicht. Aber die Entwicklungen gehen durchaus in diese Richtung. Das amerikanische Unternehmen Moven vom Banking Disruptor himself Brett King ist hier wohl am weitesten.

Vor einigen Tagen habe ich mir Gedanken zu google glasses gemacht und versucht zu skizzieren, was diese Brille der dritten Art für die Bank Branche bedeuten könnte. Ich persönlich habe noch keinen Menschen mit google glasses gesehen. Wahrscheinlich machen sich auch noch nicht viele Start ups oder auch Banken bereits konkrete Gedanken darüber, wie man hierdurch die Bankenwelt revolutionieren könnte bzw. welche neuen Geschäftsmodelle sich anbieten.

Zwei also noch relativ frische Entwicklungen, die schon bald von einer weiteren Entwicklung überholt werden könnten.

Die Bank am Handgelenk

Die ersten Pebble Watches sind ausgeliefert. Apple  entwickelt  eine eigene Uhr. Google angeblich auch. Google now zeigt , in welche Richtung google denkt. Eine Uhr, welche sicherlich noch die Zeit anzeigen kann, die aber ganz andere Funktionen und Möglichkeiten bietet und die eigentlich noch viel praktischer als ein Mobiltelefon in der Hosentasche ist.

Kaum haben wir uns an den Touchscreen gewöhnt, da zieht die Technik Karawane schon weiter. Einige Jahre werden wir uns sicher noch an Smartphones und Tablets erfreuen dürfen. Die Halbwertzeit wird aber sicherlich wesentlich weniger lang sein, als die Zeit des Personalcomputers,  des Laptops oder Notebooks.

Berührungslose Eingabetechnologien sind auf dem Vormarsch. Sprache, Gesten, Augen Steuerung und womöglich sogar Gedankensteuerung sind ebenso realistisch, wie die Verbindung des menschlichen Verhaltens und seiner Identität zu einer Online Cloud, in der nicht nur das eigene und fremdes Wissen sondern auch das kumulierte Wissen über das eigene Verhalten liegt, dass dieser Cloud die Möglichkeit gibt das Leben des Menschen zu erleichtern und wohl auch zu steuern.

Die Uhr stellt nun ein ideales Tool da, um den Abgleich zwischen Verhalten, digitaler Cloud, persönlicher Identität und der Umwelt vorzunehmen. Nicht nur das Bezahlen  könnte über eine solche Uhr abgewickelt werden. Das gesamte mit Finanzentscheidungen gekoppelte menschliche Verhalten ließe sich beinahe automatisch über eine solche Uhr steuern. Ein persönliches Eingreifen wäre womöglich gar nicht mehr erforderlich. Ganz im Gegenteil. Möglicherweise wäre das System so klug, dass es die Geldausgabe verhindern könnte, wenn wir kein Geld mehr auf dem Konto hätten. Keine Ahnung, ob dies ein wünschenswertes oder beängstigenes Szenario ist. Allerdings wird diese Entwicklung nicht mehr lange auf sich warten lassen. 10 Jahre? 20 Jahre? Vielleicht die Chance für eine Bank eine Stufe in der Entwicklung zu überspringen und sich auch an die Entwicklung einer Watch zu machen

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NFC und meine Hosentasche

Die Bank durch google glasses gesehen

Cignifi: Misst die Kreditwürdigkeit durch das Smartphone

Link auf Moven.com

Infografik: Deutsche Bankkunden skeptisch gegenüber Social Media und mobile Banking


Auf der Website der British Telecom – die bieten ähnliche Dienstleistungen wie die Deutsche Drosselkom – habe ich diese interessante Infografik gefunden. Demnach ist Social Media für Bankkunden nicht so besonders wichtig, mobile Banking steckt noch in den Kinderschuhen, und alternative Währungen brauchen noch eine Weile, aber Filialen werden nach wie vor gewünscht. Darüber hinaus scheint es ein intensives Bedürfnis bei Bankkunden zu geben, die Bank einfacher wechseln zu können.

Was diese Infografik darüber hinaus zeigt, ist einerseits dass Online Euphoriker wie ich zunächst noch auf dem Boden bleiben müssen. Ähnlich wie der Gockel Konstantin aus Uhlenbusch. Andererseits können wir daraus schließen, dass sich die Technologie schneller verändert, als wir verarbeiten können. Wir können uns gar nicht mehr so schnell anpassen, wie die Veränderungen es erfordern würden. Es besteht deshalb auch kein Grund für Finanzunternehmen aufzuatmen. Das Veränderungstempo hat inzwischen ein Tempo erreicht, dass zumindest meine Generation – und diese bestimmt aktuell das Handeln von Unternehmen – nicht kennt. Wir denken deshalb in nicht mehr realistischen zeitlichen Zyklen. Es könnte also alles viel viel schneller gehen.

Möglicherweise will uns die Infografik aber auch sagen, dass Social Media – so wie es von den meisten Banken genutzt wird – den Bankkunden keinen Mehrwert liefert. In jedem Fall zeigt sie aber auch, dass wir Deutschen immer noch ein wenig skeptischer und vorsichtiger als die anderen Gesellschaften sind. Das kann gut, aber auch schlecht sein, es braucht die richtige Balance, die in einigen Bereichen von Politik und Wirtschaft jedoch bereits verloren scheint. Aber das ist eine andere Geschichte.

http://letstalk.globalservices.bt.com/en/2013/05/banking-on-social-infographic/
Banking on social

Listenmonat: 5 gute Ideen aus aller Welt


Für Firmenkunden: Ein App um Ausgaben zu tracken von American Express

http://www.visiblebanking.com/American-express-Helps-small-businesses-track-expenses-receiptmatch-mobile-apps-10205/

ING Story: Social Media für mehr Transparenz nutzen

Eine Idee: Kotak Mahindra Bank nutzt Foursquare für einen Social Banking Wettbewerb

http://www.visiblebanking.com/solomo-kotak-bank-celebrates-foursquare-day-200-banking-branches-9929/

Aus den USA: Die Zahl der mobile Banking Nutzer soll sich in den nächsten 2 Jahren verdoppeln

http://knowledgetoday.wharton.upenn.edu/2013/04/mobile-banking-the-next-big-thing-is-finally-here/

Die Prepaid Kreditkarte

Erfreut sich vor allem in den USA großer Beliebtheit. 75 Millionen Menschen ohne Bank Account gehören zur Zielgruppe und immer mehr Anbieter ermöglichen auch die Überweisung von Gehältern auf die Prepaid Kreditkarte. Das könnte auch etwas für Menschen sein, die auf die Dienstleistungen von Banken keinen Wert mehr legen. Vielleicht auch ein Modell für einen deutschen Anbieter.

https://www.greendot.com/greendot

Die Attraktivität der Kreditkarte könnte höher werden, wenn man die ein oder andere Idee der Verbraucher nutzt, um das Angebot zu verbessern. Auf dem Verbraucherportal enylab gibt es wieder einen schönen crowdsourcing Wettbewerb: Was sollen die Debit- und Kredikarten der Zukunft können?

http://enylab.ch/de/idea/voting

Wussten Sie eigentlich schon,


dass Square “vielleicht” das neue Apple ist?

Wenn Menschen von magischen Momenten oder Erlebnissen beim Bezahlen schreiben, dann muss man aufhorchen. Lesen Sie mal: Das itunes des lokalen Handels von Martin Weigert bei netzwertig.com Und Menschen, die Square bereits genutzt haben, sagen: ” it´s starting to feel like apple” Lesen Sie mal: Square is filled with former Apple Designers and it´s starting to feel like apple  von Boonsri Dickinson auf businessinsider.com Da wird der Wunsch immer größer selber einmal Square zu nutzen. Dafür müsste ich allerdings in die USA reisen, und ich fliege doch nicht so gerne. Es gibt jedoch Expansionsabsichten und die Ankündigung eines europäischen Klons durch die Samwer Brüder. Dieser trägt den Namen “Zenpay”. Da bin ich jedoch skeptisch. Lesen Sie mal: Volle Kraft auf Zenpay- Rocket Internet kopiert Squarevon Alexander Hüsing auf deutsche startups.de

dass QR Codes möglicherweise die wirkliche Revolution im Zahlungsverkehr auslösen

Was Paypal unlängst vorgestellt hat und was auf dem folgenden Video zu sehen ist, sieht einfach und nach Spaß aus und könnte sowohl dem QR-Code eine wirklich sinnvolle Funktion geben und die Banken ganz schön unter Druck setzen, denn mehr als Information braucht es nicht, damit die Verbraucher sofort loslegen könnten. Tesco hat hier ja auch bereits vorgelegt und Chris Skinner fragt zurecht, ob QR Codes das Bargeld verschwinden lassen. Lesen Sie mal: Tesco’s QR codes – another cash killer? im Financial Services Club Blog von Chris Skinner

dass Banken sich aber vielleicht doch noch einmal zurück lehnen können?

weil es laut Amex möglicherweise noch 4 bis 6 Jahre dauert bis Mobile Payment in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Lesen Sie mal: Amex: Mobile payments 4-6 years away from tipping pointvon Marin Perez auf intomobile.com Wobei sie dann wahrscheinlich auch zu spät kommen würden

und zum guten Schluss, dass bald Ostern ist und das Wetter auch nicht besonders gut werden soll

Sie also einfach mal ein Wochenende lang durch meinen Blog surfen können. Es sei denn Sie sind vom tanzen noch zu müde :-)

Nur Banker brauchen noch Banken


Vorher

Gleich geht es los. 3 mal darf ich vor den Mitarbeitern der Volksbank Rhein Lippe eG einen Vortrag halten. Es soll darum gehen einen kleinen und durchaus auch etwas provokanten Blick auf die Zukunft der Banken zu werfen.

Die Folien des Vortrages und auch die Links der Seiten, welche ich im Vortrag beispielhaft erwähne, gibt es demnächst hier. Jetzt brauche ich aber erst einmal einen Kaffee. Ich melde mich dann später im Laufe des Tages nocheinmal.

Nachher

Es ist vollbracht. Wir haben Sonntag vormittag, ein wirklich spannender Tag liegt hinter mir. Nicht nur dass mir die Veranstaltung in Wesel sehr viel Spass gemacht hat, ich durfte zusätzlich – völlig überraschend – Udo Lindenberg live erleben und wurde dann am Abend beim Stadtfest in meiner kleinen Schlafstadt vor Düsseldorf noch von einer ganz guten Falco Kopie zurück in die achtziger Jahre geholt.

Wie ein Spinner

Bin ich mir während der Vorträge gestern manchmal vorgekommen. Ich habe den Versuch unternommen Mitarbeiter einer gut positionierten Volksbank in meine Welt zu entführen. Dabei hatte ich es diesmal nicht nur Mitarbeitern aus den Bereichen Internet, Marketing oder Kommunikation zu tun. Stattdessen durfte ich die ganze Spannbreite der Mitarbeiterschaft einer Volksbank mit meinen Thesen und vor allem Beispielen erfreuen.

Mir hat dieser Tag wie gesagt großen Spaß gemacht, zumal das Interesse an meinen Vorträgen sehr groß war und ich habe mal wieder etwas gelernt bzw. bin an etwas erinnert wurden. Social Media und auch das Internet sind nicht für alle Menschen gleich wichtig und gleich bekannt. Auch wenn man in seinem täglichen Alltag den Eindruck gewinnen könnte, alles drehe sich um Social Media und das Internet. Insofern wurde ich gestern mal wieder geerdet. Man könnte sagen gerade noch rechtzeitig vor meinem jetzt gestarteten Urlaub. Von den ca. 100 Zuhörern kannte die Mehrheit weder twitter noch Facebook. Nur wenige Mitarbeiter nutzten schon Xing. Und selbst die jüngeren Zuhörer schüttelten ein wenig – und wohl auch nicht unberechtigt – den Kopf über so manche der dargestellten Dienste.

Grosses Interesse

Was mich aber sehr erfreute, war das grosse Interesse an den Entwicklungen und die Bereitschaft sich mit den Themen nicht nur auseinanderzusetzen sondern die Thesen auch auf die eigene Praxis zu beziehen und darübe nachzudenken, wie die Arbeits- und Umwelt der Banken in den nächsten Jahren aussehen könnte. Zusätzlich muss ich den fast 200 Mitarbeitern, welche die Veranstaltung besucht haben noch ein ausgesprochenes Kompliment machen. Sei waren hochmotiviert, begeisterungsfähig und leidenschaftlich. Genau so wie man sich das andere Banking Modell vorstellt und wünscht. Ich erlebte einen Tag lang Social Banking

Hier nun – wie versprochen – die Folien , Beispiele und  Links:
Wie informiert man sich?

Und natürlich mit Hilfe von google,  Xing, Facebook, Linkedin, twitter usw.?

Wie wickelt man den Zahlungsverkehr ab?
  • Online Banking
  • Geldautomaten
  • Die gute alte Filiale(hier Q 110der deutschen Bank in Berlin)
  • Dem Smartphone
  • Apps für das Smartphone (im Beispiel Chase Bank)
  • In Social Netzwerken: Buxfer Payment App
  • Online Banking einer amerikanischen  Kreditgenossenschaft  in Facebook
Wie kommt man an einen Kredit?
Wie bezahlt man?

Nur drei Beispiele von vielen neuen Möglichkeiten. Die Frage: Was wird aus den Geldautomaten, wenn wir kein Bargeld mehr brauchen?

Und hier ein interessanter Artikel zum Thema von “Read Write Web”. Alle Beispiele kommen vor.

Wem vertraut man?

Immer weniger den  Bankberatern und Experten.

Aber z.B. den Freunden, den Online Freunden und Fans, sogenannten Online Influencern oder einfach anderen Bankkunden bzw. Verbrauchern.

Link auf das beliebte Move your money Beispiel

Wer berät mich?

Auch hier spielt das Internet einer immer größere Rolle, wobei die Bank bleibt im Spiel – wenn sie es wirklich gut – aus Sicht der Kunden – macht.

Hier genannte Beispiele http://www.gutefrage.de, Bank Communities ala Fidorbank und Dienste wie blippy oder swipely – allerdings beide für Deutschland absolut undenkbar.

Wer bietet mehr als Geld und Zinsen?

Kann Banking auch Spass machen. Können junge Leute dazu begeistert werden, sich für ihre Geldangelegenheiten zu interessieren? Die jungen Mitarbeiter der Volksbank Rhein Lippe eG waren der Meinung ja. Oder muss Banking vor allem dumm, langweilig und einfach sein. Oder ist beides gefragt? Die hier erwähnten Dienste versuchen Banking einfach zu machen (BankSimple), wobei einfach ja auch Spass machen kann. Andere Anbieter (Barclays) versuchen Junge Kunden mit deren bevorzugten Freizeitaktivitäten  an Finanzthemen heranzuführen: z.B. Spiele. Und ebenfalls nicht uninteressant die Personal Finance Dienste, die aktuell in den USA aber an ihre ökonomischen Grenzen geraten. Nicht jede gute Idee setzt sich durch. Allerdings ist hier das letzte Wort zum Glück noch nicht gesprochen: Mint. Schliesslich gibt es Anbieter die Geld an E-Mail Adressen oder sogar twitter überweisen können z.B. die bereits mehrmals erwähnte Fidorbank.

Hier noch ein Artikel von Chris Skinner, der sich auch mit der Frage beschäftigt was Kunden wünschen und wie man diesen Wünsche gerecht werden kann.

Zusätzlich wurden noch drei Bücher erwähnt, dessen Lektüre ich nach wie vor wärmstens emfpehlen kann:

Hier noch ein interessante Blick auf die Bankenwelt von morgen. Microsite von Sapient: http://www.sapient.com/engagementbanking/

Nur am Rande: Das Internet ist eigentlich schon wieder tot. Das sagt zumindest Chris Anderson und der muss es schließlich wissen. Hier für Fortgeschrittene

In diesem Sinne ein schönes Wochenende. In meine Schlafstadt kommen  heute Marc Medlock und die Wildecker Herzbuben!

Bequemlichkeit regiert


Die Filiale der Zukunft wird viele Gesichter haben. Heute kennen wir in erster Linie die klassische sehr sachliche Abwicklungsfiliale mit der Möglichkeit zum Beratergespräch, die sehr stark frequentierte und weitgehend personalfreie SB- Filiale oder erste – ich möchte sie mal -  “Lifestyle Filialen” nennen – wie z.B. Q 110 in Berlin. Wobei auch die anderen Bankengruppen in Ansätzen schon solche Konzepte umgesetzt haben oder an deren Umsetzung arbeiten. Als Vorbild mögen hier z.B. die “Umqua Bank” oder auch die spanische “Caja Navarra” gelten.

Die Zahl der Filialkonzepte wird zunehmen

Aufgrund dieser vielfältigen neuen Möglichkeiten wird es auch in Zukunft noch Filialen geben, diese werden aber in erster Linie so sein, wie die Menschen es wünschen und es werden jene Konzepte erfolgreich sein, welche die Bequemlichkeit, die fehlende Zeit und die individuelle Bedeutung des Themas für den Kunden bedienen.

Einfach aber genial

Insofern ist es eine kleine aber beinahe schon geniale Idee Bankdienstleistungen dort anzubieten, wo der Mensch ohnehin regelmässig hin muss. Denn obwohl wir die SB Filialen ja inzwischen fast alle lieben gelernt haben, muss man sie in der Regel doch extra aufsuchen und nur in Ballungsgebieten erledigt man den Besuch einfach so im vorbeigehen.

Die Idee der Postbank Geld auch an der Tankstelle abheben zu können oder die Idee von REWE (schon seit 2003), dies an der Supermarktkette erledigen zu können, ist deshalb so einfach wie fortschrittlich und sie wird sich mit Sicherheit durchsetzen, d. h. andere Banken werden nachziehen.

Auch eine Möglichkeit für die Filiale der Zukunft: Umqua Banks Vision

Oder hatte Jaques Tati vielleicht die richtige Vision: 1971:

Mobile Gedanken


Mobilität hat ja traditionell viel mit Fortbewegung tun. Auf der anderen Seite eröffnet aber gerade auch das mobile Internet die Möglichkeit sich für viele Dinge des täglichen Lebens gar nicht mehr fortbewegen zu müssen. Andere Dinge kann man zusätzlich sogar während der Fortbewegung erledigen. Und so wird die Technologie unsere Definition von Mobilität weiter verändern.

Das Bezahlen mit dem Mobiltelefon ist auch so eine Veränderung die langsam Fahrt aufnimmt. Inzwischen sind es nicht mehr nur aufstrebende Entrepreneure wie z.B Square. Vor knapp 2 Wochen die Ankündigung dreier amerikanischer Telcos ( inkl. T-Mobile) und jetzt gibt es auch die ersten Banken, die ab September in einem Pilotversuch das Bezahlen mit dem Smartphone ermöglichen wollen.

Mehr Infos gibt es bei

http://mashable.com/2010/08/20/boa-visa-mobile-payments/

Und bei Mashable gibt es auch einen interessanten Artikel zu Social Media Trends. Besonders interessant für die Bankenbranche könnte der Trend zu Kunden- und Loyalitätsprogrammen über mobile Apps sein. Zumindest die Kartenproduzenten der Banken sollten sich Gedanken machen.

Wann wird sich die erste deutsche Bank diesem Thema annehmen oder eine entsprechende Lösung anbieten? oder sind diese zu sehr mit ihren Geldautomaten zu beschäftigt?

Das war mein erster mit dem iPad erstellter Blogbeitrag. Mobil unmobil am Küchentisch,

Wie klingen eigentlich Banken?


Stille 1

Unterschiedlich würde ich sagen. In den meisten Bankfilialen klingt es – so denke ich mir das zumindest – nach Stimmen. Menschen, die sich in unterdrücktem Ton – meistens ein wenig geheimnisvoll über Geldangelegenheiten unterhalten. Bitte Abstand halten. In der Regel ist es jedoch ausgesprochen ruhig. In den SB Filialen – die ich wesentlich häufiger besuche – ist sogar nahezu geräuschlos. Ab und zu öffnet oder schliesst sich eine Tür. Ansonsten hört man die Tasten des Geldautomaten und die Geräusche, die er und sein Kollege der Kontoauszugsdrucker machen. Von Musik keine Spur.

Stille 2

Jetzt kann ich mich natürlich auch irren, weil ich – wie gesagt lange nicht mehr in einer Filiale war. Wenn ich Online Banking mache, gibt es bei meiner Bank aber auch keine Musik und auch die Banken, die man bei twitter, Facebook und Co findet, wirken nicht sonderlich musikalisch auf mich.

Nun hat Banking sicherlich auch nicht sehr viel mit Musik zu tun und nicht alle müssen – nur weil ich eigentlich fast immer irgendwie Musik höre – unter meinen Anforderungen leiden. Wobei – das gebe ich hier mal zu bedenken – Musik machen auch so eine menschliche Fähigkeit ist, die man als soziales Handeln bezeichnen kann und deshalb auch in den Social Media Kontext gehört, der ja aktuell von so vielen Banken geliebt wird. So kann man neuerdings z.B. einen Bausparfuchs auf seinen Reisen durch Deutschland begleiten (twitter, Facebook und im eigenen Blog). Wäre doch schön, wenn der Fuchs auch mal seine musikalischen Vorlieben nennen würde z.B. Fuchs Du hast die Gans gestohlen oder vielleicht hört er Ultrafox (haha kleiner Kalauer).

Spiel in Ihrer Bank Musik eine Rolle?

Vielleicht gibt es ja mal eine Reaktion. Liebe Banker :  Wie klingt Eure Bank eigentlich? Oder liebe Kunden von Banken: Wie klingt Ihre Bank?Oder liebe Politiker: wie klingen die Banken? Oder liebe Banken: Wie klingen die Politiker oder die Kunden?

So klingt mobile Banking

Es gibt allerdings schon Banken, die wissen wie “Mobile Banking” klingt.

Das ist übrigens nur ein Video aus einer ganzen Reihe von Werbevideos für das mobile Banking der ING Direct. Hier ein weiteres

Offensichtlich setzen immer mehr Banken auf die Karte “Mobile Banking”. Es wäre ja auch zu schade, wenn man hier ein weiteres Mal anderen Unternehmen den Vortritt lassen würde. In Sachen “Mobile Payment” sind ja die Telekommunikationsuntenehmen sehr engagiert, wie dieser Artikel von RCR Wireless zeigt.

Wenn mein Bankberater meine Musik hören würde

Um noch mal auf die Ursprungsfrage zurückzukommen: Aus der Psychologie wissen wir, dass wir Menschen, die uns ähnlich sind eher Hilfe leisten als Menschen, von denen wir denken, dass sie nichts mit uns gemeinsam haben. Im Verkaufsgespräch könnte ich mir durchaus vorstellen, dass ich von einem Berater, der sich ebenfalls sehr für Musik interessiert und eventuell sogar ähnliche Musik hört wie ich, durchaus eher ein Produkt kaufen würde. Deshalb halte ich diese banale Idee (gefunden bei TheFinancialBrand) einer amerikansichen Bank fast schon für genial.

Schlimmer als Stille

Und zum Schluss noch einen Tipp für alle neuen Social Media Sendeanstalten. Das zu lesen und zu beherzigen könnte sinnvoll sein und helfen

Hört auf zu sprechen, stellt Fragen und beginnt mit dem ZUHÖREN. via The Financial Brand.

Sonst könnte es eventuell passieren, dass Kunden denken ihre Bank klinge so

Und das wäre allein schon musikalisch der Supergau

Wofür brauchen wir eigentlich noch Bargeld?


Bargeld ist gefährlich

Die Zeiten für Räuber werden nicht einfacher. Wer heute illegal und vor allem schnell reich werden möchte, der muss sich schon mit High Tech auskennen und den IT Sicherheitsexperten  der Unternehmen immer einen Schritt voraus sein. In den öffentlichen Verkehrsmitteln Stockholms ist das Bezahlen mit Bargeld zum Beispiel nicht mehr möglich. Aus Sicherheitsgründen.

Bei der Lektüre eines Artikels der “Süddeutschen Zeitung” vom vergangenen Mittwoch, wurde die Frage wieder aufgeworfen: Wofür brauchen wir eigentlich noch Bargeld und damit verbunden: Was bleibt den Banken, wenn es tatsächlich in absehbarer Zeit kein Bargeld mehr geben wird? Werden sie auch im Zahlungsverkehr  von den Mobilfunkanbietern oder Unternehmen wie apple oder amazon verdrängt werden?

Wollen Datenschützer Raubüberfälle?

Die schwedische Bankgewerkschaft – so schreibt Gunnar Herrmann – im besagten Artikel der Süddeutschen – fordert die Einführung der bargeldlossen Gesellschaft. Und diese Forderung hat eigentlich einen ganz banalen Grund: Die Angst vor Raubüberfällen. Eine bargeldlose Gesellschaft so die These, wird kriminelle Praktiken unterbinden, die durch die Existenz von Bargeld begünstigt werden: Raubüberfälle, Geldwäsche, Steuerhinterziehung, Geldwäsche, Schwarzarbeit usw. An die Stelle von Bargeld soll und wird das Internet treten. Das Mobiltelefon bietet sich hier geradezu an.

Gefährden die Alten unsere Zukunft?

Natürlich werden neue Formen von  Krimialität entstehen oder erleichtert und auch die Datenschützer sind  – wie der Artikelt “Schlechte Zeiten für Räuber” (Süddeutsche Zeitung Nr. 165, Seite 26) darstellt – wenig erfreut. Darüber hinaus sperren sich vor allem die älteren Bürger gegen diese und wohl auch andere Veränderungen, was die aus meiner Sicht interessante Frage aufwirft, welche Chancen überalterte Gesellschaften – wie z.B. die Deutsche – überhaupt haben, dem steigenden und sich beschleunigenden Innovationsdruck zu folgen. Sind überalterte Gesellschaften auch sterbende Gesellschaften? Weil die Beharrungskraft der etablierten und gut vernetzten “Machteliten” jede Veränderung im Keim erstickt. Unsere Gesundheitsreform, die unterirdische und teilweise schon schwachsinnige Internetpolitik könnten Indizien dafür sein und man muss sich wohl auch fragen, ob die gerade aufkeimende Wachstumseuphorie nicht ein falsches Signal geben kann, nämlich, dass es eigentlich gar nichts zu verändern gibt in Deutschland.

Sind Banken rasant?

Und wo wir schon beim Thema Veränderung angekommen. Banken stehen ja auch nicht gerade dafür sich besonders rasant und Verbraucher orientiert zu verändern. Die Cash Kühe werden gerne geritten, bis sie ins Gras beißen, aber nicht um zu essen. Und die Frage nach dem Zweck des Ganzen stellen sich viele Finanzunternehmen genausowenig, wie die modernen Volkswirtschaften. Ihr einziger Antrieb: “Wachstum” . Aber warum?

Social Media Grief

Brett King hat ja mit dem Buch Bank 2.0 ein für Bankmitarbeiter unverzichtbares Buch geschrieben. Ich habe ehrlicherweise gerade erst mit der Lektüre begonnen, bin allerdings regelmässiger Besucher des Autoren Blogs. In einem ebenfalls sehr lesenswerten aktuellem Artikel für die Huffington Post schreibt er über die 5 Stufen des Social Media “Kummers”: The five stages of Social Media grief :

  1. Totale Ignoranz
  2. Es ist nur eine Modeerscheinung
  3. Ich weiss immer noch nicht wieso es wichtig sein soll, wie macht man Geld damit?
  4. Das Ende der Igonranz (The Sonic Boom)
  5. Das böse Erwachen (The mad scramble)

Social Media braucht Hilfe

Nun gelten diese Punkte sicherlich nicht nur für Social Media und als einsamer Rufer möchte ich auch hier noch mal hinzufügen. Social Media ist nicht genug, denn es braucht ein neues Kundenverständnis, ein neues Unternehmensmodell und eine neue Form des Wirtschaftens. Deshalb wird es Zeit mal wieder auf einen Artikel von Umair Haque hinzuweisen, der nach dem Zweck des Wirtschaftens fragt und zurecht feststellt, das ohne Verständigung über einen solchen Zweck keine zukunftsfähige und nachhaltige Form des Wirtschaftens möglich ist. Wir müssen über Werte sprechen. Wir müssen über Inhalte sprechen. Umair Haque fordert eine neue Form oder Richtung des wirtschaftlichen Denkens:

I’d like to propose a third position in this great debate. Call it “prosperianism.” Prosperians believe the economy’s central problem isn’t a lack of demand, or a lack of supply — but a lack of purpose. Prosperianism’s foundation can be summed up in a single sentence: 21st century economies can, should, and must have a higher purpose than product.

Und es gibt sie auch schon: Die Vertreter dieser neuen Wirtschaftsrichtung:

Who might be said to be a prosperian? The economist Richard Florida, whose work discusses the central role of creativity in prosperity; the eminent Peter Senge, whose The Necessary Revolution fleshes out a wholer prosperity; John Hagel, whose The Power of Pull explains how to redraw the boundaries of industrial age business as usual; Gary Hamel, whose The Future of Management is an ode to higher purpose; and a raft of visionary CEOs including Timberland’s Jeff Swartz, Interface Carpet’s Ray Anderson, and Nike’s Mark Parker. Not all prosperians agree on exactly what the “right” higher purpose should be, but what they do agree on is the need to move past yesterday’s tired debates about product, and begin having a better one, about purpose.

Das ist doch mal eine Menge Lesestoff für das  Wochenende und wer dann noch Zeit hat, sollte mal wieder bei Christophe Langlois im Visible Banking Blog vorbeischauen oder diesen interessanten Artikel über das Facebook Jahrzehnt aus dem Neunetz Blog lesen.

  • 24% of Bank Customers in Germany are Happy to Communicate with their Bank on Twitter or Facebook
  • // 500 Millionen: Nach dem google Jahrzehnt kommt das Facebook Jahrzehnt.