Finovate 2012 Nachlese von Franz Welter


Franz Welter von der Volksbank Bühl hat eine schöne und informative Präsentation erstellt, in welcher er die wichtigsten Aussteller und Innovationen der Finovate 2012 vorstellt. Ich bin mal so frei und binde die Folien hier zur Ansicht ein. Damit ist dann die Blog und Banking freie Karnevalszeit beendet.

Ich empfehle an dieser Stelle den regelmäßigen Besuch des Innovationsblogs der Volksbank Bühl, in dem immer wieder spannende Artikel und Meinungen zur Zukunft des Bankings zu finden sind. Hier schreiben inzwischen mehrere vor allem auch jüngere Mitarbeiter der Bank. Und die Zahl der Autoren wächst offensichtlich kontinuierlich.

Auch ein Ergebnis einer offenen Social Media Policy. Möglicherweise darüber hinaus eine kleine Botschaft an alle Banken, für die Social Media nicht mehr als eine tägliche Jagd nach Fans darstellt. Eine ähnlich nachhaltige Strategie wie die Jagd nach Bützche im Karneval.

Der einzige mir bekannte Innovationsblog einer deutschen Bank

http://blog.volksbank-buehl.de/

Ebenfalls interessant. Teil 3 der vierteiligen Social Media Serie vom PR Blogger zum Thema Social Media und Banking

http://pr-blogger.de/2012/02/20/banken-und-social-media-teil-3-die-revolution-hat-langst-begonnen/

Life Incorporated meets Occupy Wall Street


Einleitung

Wir leben in Organisationen. Vom Tag unserer Geburt bis zum Tag unseres Todes. Organisationen beeinflussen was wir tun und was wir lassen und mit der Zeit beginnen Sie sich offenbar zu verselbstständigen. In Organisationen wirkt Macht und Herrschaft. In jeder Organisation werden die Herrschenden aber irgendwann zu den Beherrschten.  Wenn Organisationen wichtiger, bedeutender und offenbar mit mehr Rechten ausgestattet  sind wie Menschen, dann haben wir ein Problem. Das wir aktuell dieses Problem haben, mag folgendes Zitat aus einem Artikel von Chris Skinner verdeutlichen:

“To the question ‘can banks be good citizens?’ the answer must be ‘yes’. But I’m mindful of what was said to me three years ago:

Können Unternehmen Bürger sein? Dürfen Unternehmen die gleichen oder sogar noch mehr Rechte haben wie Menschen. Vielleicht gibt die Occupy Bewegung  eine Antwort auf diese Frage.

life inc

Das Buch von Douglas Rushkoff ist aus dem Jahr 2009. Ich habe es in diesem Jahr gelesen und ich lege es hiermit allen meinen Lesern ans Herz. Als kleinen Vorgeschmack poste ich hier ein Video:

Und noch ein sehr aktueller Auftritt von Douglas Rushkoff

Und hier geht es zum Blog von Douglas Rushkoff

Weiter gedacht oder zu kurz gedacht?


Es gibt ja bereits Banken bei denen man Geld an E-Mail Accounts, twitter Adressen oder auch Mobilfunknummern überweisen kann. Zum Beispiel bei der Fidorbank. Auch in anderen Ländern arbeiten einige Banken an dieser Möglichkeit. Mir ist bei der Lektüre solcher Meldungen eine Frage in den Kopf gekommen. Wofür brauche ich eigentlich noch ein Konto, wenn ich mein Geld auch an E- Mail, twitter und Co. überweisen kann? In diesem Zusammenhang könnte doch z.B. die offizielle de. Mail eine wirklich interessante Lösung sein?

Occupy


Das Leben zurückerobern

An diesem Wochenende wurde weltweit gegen die Auswirkungen der Finanzkrise protestiert. Bei diesen Protesten ging es nicht um politische Lagerkämpfe. Es geht nicht um Rechts, Links oder Liberal. Es geht nicht um Kapitalismus oder Kommunismus. Es geht um tief menschliche Anliegen. Die Mehrheit der Menschen wünscht sich ein friedliches Leben mit Perspektiven. Diese Menschen sind nicht gierig nach Geld. Sie sind gierig nach Leben und möchten ihre Zukunft nicht von Unternehmen bzw. Menschen zerstören lassen, deren einziger Wert die Maximierung von Geld ist und die dabei noch nicht einmal merken, das auch sie irgendwann einmal zu Opfern der verselbstständigten corporatistischen Logik werden werden.

Die FTD berichtet über die Demonstrationen vom Wochenende

Auch schon Verlierer

Ob die Proteste wirklich irgendwelche Folgen haben, wird sich zeigen. Letztendlich begibt man sich bisher nur auf die Straße und äußert seinen Unmut. Nur wenn die Regierenden mit dem Mut zum Umdenken darauf reagieren, besteht eine Chance zur Veränderung.

Auf der anderen Seite gibt es aber auch die Möglichkeit alternative Modelle ins Leben zu rufen. Neue Banken oder bankähnliche Unternehmen, die zum Beispiel mit Hilfe des Internets an den alten Selbstverständlichkeiten arbeiten und diese verändern. Die Movensbank zum Beispiel oder Bank Simple oder auch google, Facebook und Apple. Häufig ganz ohne Idealismus. Nur getragen von der Überzeugung Dinge anders oder besser machen zu können.

Möglicherweise sind die Banken also schon auf der Verliererstraße, ohne dass sie es merken. Weil sie Innovationen verschlafen und zu viel Energie auf die Bewahrung der Vergangeheit verschwenden. Besonders innovativ sind Banken jedenfalls nicht. Meint zum Beispiel der Blog Bank Innovation im Artikel “Bank still ignore to innovate online” . Da ist es manchmal ganz gut, dass gewisse Zugangsbarrieren die Bankbranche vor der Konkurrenz schützen. Oder Unternehmen den Banken helfen. Wie zum Beispiel Tyfone, welche eine Plattform bereitstellen, durch die alle Banken ihre eigene “mobile wallet” anbieten können.

Create or Occupy. Was ist wohl der bessere Weg?

Google wird nicht zur Bank


Nein, google beabsichtigt nicht eine Bank zu werden und möglicherweise ist das Unternehmen noch nicht einmal daran interessiert mit Zahlungsverkehr Geld zu verdienen. Offenbar soll google wallet die Brücke zwischen Online und Offline herstellen. Google erschliesst sich also den Offline Kanal um noch mehr Geld mit Werbung zu verdienen. Dafür muss google seinen Werbekunden einen USP bieten, der offenbar in den Daten besteht, welche den Händlern zukünftig über die google wallet zur Verfügung stehen werden, welche diesen wiederum helfen strategischere Entscheidungen zu treffen. Zukünftig weiss der Werbetreibende dann auch, welche Werbegelder er wo verschwendet :-).

Schon heute kann google sagen, welchen Einfluss Online Werbung auf den Offline Kauf hat. Diverse Studien, wie z. B die Ropo Studie oder auch der Zero Moment of Truth Blog lassen sich als Beweis heranziehen. Die Verwendung der google wallet wird dann noch vorhandene Informationslücken schliessen. Die Wallet wertet Impressions, Klicks und Coupons aus, die in der wallet gespeichert werden und der Händler liefert die Daten am Point of Säle. Diese Daten sollen zunächst händisch später wohl auch automatisiert ausgewertet werden. Statt dem Klick auf eine Anzeige wird z.B. ein in die wallet geladeneren Coupon mit entsprechenden Vorteilsangeboten im lokalen Handel eingelöst und direkt mit der wallet bezahlt. Es gibt prinzipielle keine Informationslücke mehr. Der Händler kann wertvolle Kunden identifizieren und entsprechend belohnen. Website Kauf und Offline Kauf können über die wallet miteinander verbunden werden.

Marc Freed-Finnegan, Google’s Senior Business Product Manager for Google Wallet erklärte diese Zusammenhänge unlängst für Mediapost. Und der Begriff bezahlen oder Zahlungsverkehr fiel erstaunlich selten.

Dennoch besteht für Banken kein Grund zur Entspannung, denn einerseits wird google in jedem Land nur mit einzelnen Unternehmen kooperieren, da zu viele Partner natürlich auch den Nutzungsprozess erschweren könnten. Auch die Konzentration auf Kreditkarten und ein eigenes Kartenangebot scheint nicht in Stein gemeisselt zu sein.Terminals lassen sich vermutlich nachrüsten oder könnten auch einfach verschenkt werden. Selbst der Sicherheitsaspekt ist keine wirkliche Hürde für die Nutzung. Und die Bank gibt auch als Partner wesentliche Teile Ihrer Kernkompetenz an den Partner ab, die Kundenbeziehung wird weiter geschwächt und in jedem Fall ist die Bank nur Juniorpartner. Wohin führt der Weg der Banken?

Quelle: http://www.mediapost.com/publications/?fa=Articles.showArticle&art_aid=159275&nid=131532

Facebook verwirrt mich


Facebook love

Früher liebten alle Menschen Flipper. Heute lieben sie Facebook. Und nicht  nur Menschen lieben Facebook sondern auch immer mehr Unternehmen. Wundern muss man sich darüber nicht, denn Facebook buhlt ja geradezu um die Gunst von Unternehmen, denn die meisten Entwicklungen der letzten Monate dienen vor allem dazu, Unternehmen mehr und attraktivere Möglichkeiten zu schaffen, um auf Facebook ihrer Geschäftstätigkeit nachgehen zu können. Auch das ist wiederum nicht verwunderlich, denn irgendwie muss sich das gigantische weltweite Netzwerk ja finanzieren. Die zahlreichen Möglichkeiten verwirren jedoch offenbar vor allem jene Unternehmen, die ohne Strategie auf die Social Media Bühne treten.

Facebook ist in erster Linie Privatleben

So sehe ich das zumindest und in meinem privaten Facebook Profil stören mich Unternehmen häufig, denn viele Nachrichten wirken indisponiert, wenig inspiriert und allzu oft anbiedernd.

Hinzu kommt, dass, wenn man dann die Seiten der Unternehmen besucht, dort eine gewisse Unübersichtlichkeit exisitert und weiter wuchert:  Vollgepostete Pinnwände, Tabwüsten, Seiten, die auf andere Seiten verweisen, Gruppen und Untergruppen, etc. Manche Unternehmen investieren offenbar soviel Zeit in Ihre Facebook Auftritte, dass sie sich nicht mehr mit ihrer Internetseite beschäftigen können oder geben diese gleich ganz auf.  Die Zahl der Neuerungen, Erweiterungen und Anpassungen von Unternehmensangeboten wirkt mitunter verwirrend und erhöht die Unübersichtlichkeit für Unternehmen. Facebook arbeitet, beim Versuch das gesamte Netz (da schreckt man ja inzwischen auch nicht mehr vor dem Verstoß gegen ungeschriebene Social Media Prinzipien zurück ) zu beherrschen,  in einem Tempo, welches Privatleute und Unternehmen zu überfordern droht:

  • Braucht ein Unternehmen eine Seite oder einen Platz oder Beides?
  • Soll man mit Deals dealen?
  • Braucht ein Unternehmen mehrere Seiten oder sollen auch Gruppen verwendet werden?
  • Wie geht man mit Produkten und Angeboten um?
  • Braucht man viele oder wenig Fans?*
  • Soll man als Unternehmen oder über einzelne Mitarbeiter (also Profile) kommunizieren.
  • Was ist mit den Daten der Fans und darf man diese nutzen?

*Viele Fans schwächen offensichtlich den Dialog, wie diese Studie von emarketer belegt.  Aber auch das ist logisch, und einige Facebook Seiten sind schon eher wieder große Sender statt Dialogräume

In dem Begehren endlich Einnahmen, für das bei Spekulanten und Investoren eher überbewertete Unternehmen, zu generieren, kommen die Interessen der Menschen zu kurz, werden die positiven Elemente der Selbstorganisation und Kollaboration Stück für Stück erstickt. Douglas Rushkoff (lest seine Bücher)  schrieb vor kurzem in einem Artikel für die gdi – impuls: Verkaufe Deine Freunde nicht. Aber genau das möchten Unternehmen und möchte auch Facebook von uns erreichen, denn nur, wenn wir unsere Freunde verkaufen und die Tore zu ihnen öffnen, ist kommerzieller Erfolg für und über Facebook überhaupt möglich.  Facebook und alle anderen sozialen Netzwerke werden immer stärker zum Teil des ökonomischen Systems. Es gibt kaum noch einen Unterschied, weil die Menschen es nicht anders können oder anders wollen. Und Und Unternehmen können offenbar nicht anders sein.

Ihre Meinung ist gefragt. Was denken Sie?

Zuhören aber richtig


Wenn der Social Media Berater im Unternehmen ist, dann ist “Zuhören” eine grundsätzliche Empfehlung, die als erster kleiner Gehversuch vor den großen Schritten steht. Bei aufwachsenden Menschen ist das ganz ähnlich: Auch Sprache lernt man über “Zuhören” . Wie überhaupt “Zuhören” und “Zuschauen” eine große Rolle bei der menschlichen Sozialisation und im menschlichen Leben allgemein spielt.

Zuhören hilft

Bei diesem einfachen Hinweis sollte man eigentlich mit dem Kopf schütteln. Warum muss man Unternehmen den Hinweis geben, dass “Zuhören” eine gute Strategie sein könnte bzw. was ist passiert, dass die Menschen, die in Unternehmen arbeiten offenbar nicht oder nicht richtig zuhören können? Gerade in vielen Banken, deren Produkte in der Regel recht kompliziert, wenig haptisch und vor allem vollkommen unemotional sind, scheint das “Zuhören” lange Zeit überhaupt gar nicht notwendig gewesen zu sein, denn offenbar hatte der Kunde ohnehin keine große Wahl, denn egal wo er das Produkt oder die Dienstleistung in Anspruch nahm, grosse und vor allem für den Kunden erkennbare Unterschiede gab es ohnehin kaum.

Und wenn Menschen zuhören, dann reicht das meiner Meinung auch noch lange nicht aus. Es gibt ja herausragende Zuhörer, die den Gegenüber nicht nur zu Wort kommen und ausreden lassen, sondern denen es gelingt auf den Redner einzugehen und ihm das Gefühl geben, seine Meinung zu achten und seinen Hinweisen zu folgen. Aus einer solchen Person wird dann häufig ein guter Vertriebler.

Zuhören hilft nicht

Zig Ziglar ist ein berühmter amerikanischer Verkaufstrainer, dessen Buch “Der totale Verkaufserfolg” ich einmal vor mehreren Jahren im Urlaub gelesen habe. Er ist der Prototyp eines Verkäufers, der in der Lage ist alles zu verkaufen. Und er ist ein guter Zuhörer. Wenn er auch nur zuhört, um seine Verkaufsstrategie entsprechend auf den Kunden auszurichten. Er hört zu, sucht aber nur nach Lücken und Hebeln, um dem Verbraucher ein Produkt zu verkaufen, welches er eigentlich gar nicht braucht.

Wenn “Zuhören” die Basis einer solchen Strategie bildet, dann kann man sich den Hinweis, dass man als Unternehmen zuhören sollte, eigentlich direkt vergessen. Denn Zuhören würde dann gar nichts ändern und es verwundert eigentlich auch nicht, dass die meisten Unternehmen beim Zuhören und dessen technische Entsprechung “Monitoring” immer erst an Gefahrenabwehr denken, also erst einmal nur wissen wollen, ob schlecht oder vielleicht auch gut über sie gesprochen wird.

Zuhören muss zu Veränderung führen

Ein solches Zuhören ist Wirtschaft 1.0 und führt in dieser transparenter werdenden Welt zum Mißerfolg. Denn wer immer nur hört, was er hören will und sich erklärt und argumentiert, aber nie über den Schatten der Veränderung springt, hilft Kunden nicht. Er hilft nur sich selber, erzeugt dabei aber externe Effekte (Unzufriedenheit, Vertrauensverlust, etc.) , die – auch weil es inzwischen neue Wettbewerber gibt, die den Kunden wirklich bestimmen lassen – mittel- bis langfristig zum Scheitern des Unternehmens führen werden.

Zuhören bedeutet mitunter und bei Banken in vielen Fällen auch Verhaltensänderungen. Wer richtig zuhört, kann verstehen, was der Verbraucher wirklich wünscht und prüft, ob deren Gespräche Chancen zur Veränderung und Verbesserung liefern.

Was macht man als Bank, wenn Kunden sich ein kostenloses Girokonto wünschen, obwohl der Gehaltseingang unter 1250, – Euro ist. Was macht man, wenn man als Bank nur Geld mit Menschen verdient, die Geld haben. Diejenigen Menschen, die kein oder wenig Geld haben, Banken aber viel dringender gebrauchen könnten? Nun man könnte es z.B. wie hello wallet machen. Hello Wallet ist ein amerikanischer Personal Finance Anbieter, der für jeden fünften bezahlten Account einen kostenlosen Account an eine bedürftige Person oder Familie gibt.

Aber warum führt zuhören so selten zur Veränderung? Können Banken sich gar nicht verändern?

Kleine Doppeldeutigkeit


Zu Karneval – so liest oder hört man oft – reagieren – sozusagen ausnahmsweise – die Narren. In diesen Tagen könnte man den Eindruck gewinnen, dass nicht mehr nur in der Karnevalszeit…

Erlauben Sie mir an diesem rheinischen Feiertag diese kleine Doppeldeutigkeit auch in musikalischer Form.

Ach so. Kölle Alaaf

Social Media Freunde: google nicht vergessen


Der Social Media Virus hat uns fest im Griff und die Gurus, die natürlich auch bei Banken ein und aus gehen, treiben das Fieber in die Höhe. Leider entdeckt man diese Euphorie bei – man kann fast schon sagen – klassischem Online Marketing kaum und erlebt deshalb immer wieder sehr unprofessionelles Auftreten auf den traditionellen Internetplattformen oder sogar auf der eigenen Homepage.

Die Bedeutung von google – die ja aktuell sehr viel Neues ausprobieren und experimentieren – haben viele Banken offenbar noch nicht erkannt oder sind nicht bereit diese zu akzeptieren. Nun kommt in den USA die soziale Suche und  Banken werden sich verstärkt Gedanken darüber machen müssen, wie Sie in google so angezeigt werden, dass sie hier Reputation und Vertrauen aufbauen können. Im Internet hängt eigentlich Alles mit Allem zusammen und da hilft es kaum sich nur auf die Karte Social Media oder sagen wir lieber Social Marketing zu verlassen.

Wie googles soziale Suche, wenn sie dann bald auch zu uns kommt aussehen wird, kann man in diesem schönen Video schon einmal sehen: