Was wird aus den Filialen?


Alanus HochschuleSchön war die Zeit

Im Banking geht das Zeitalter der Filialen zu Ende. Es wird zukünftig kein Finanzprodukt mehr geben, für welches der Mensch eine Bankfiliale aufsuchen muss. Natürlich wird es weiterhin Menschen geben, die einen  Besuch der Filiale wünschen und  auch vornehmen werden, aber:

Ein Geschäfts- und Organisationsmodell, welches auf Filialen beruht und alle Handlungen, Strukturen und Planungen danach ausrichtet hat keinerlei Zukunft mehr.

Was wird also aus den zahlreichen Bankfilialen, die es in Deutschland noch gibt? Kein Zweifel. Die Zahl der Filialen wird in den nächsten Jahren zurückgehen. Viele werden geschlossen werden. Aber ist das ersatzlose Schließen wirklich die einzige Lösung. Gäbe es nicht Alternativen, mit welchen die regionalen Banken ihrer Rolle als Partner der Menschen dort besser nachkommen könnten? Mit welchen die Banken zeigen könnten, das ihre Bedeutung für regionale Wirtschaftskreisläufe nicht nur ihrem Selbstbild sondern auch dem Fremdbild der Menschen entspricht. Zumal jede geschlossene Filiale einen Sturm der Entrüstung auslösen wird, welche der Reputation der Filialbanken schaden wird.

Warum also nicht schon heute an Umnutzungen denken und regionale Laboratorien und Hubs aufbauen aus denen neues regionales Wirtschafts-, Kultur-, und Gesellschaftsleben entstehen kann?

Begreifen wir Banking als Plattform und nutzen wir die Möglichkeiten, welche die entstehende “collborative Ökonomie” auch den regionalen Banken bietet. Ein Vorbild könnten in diesem Fall die Capital One 360  Cafes sein, welche Capital One in bisher 8 amerikanischen Städten etabliert hat. Hier erinnert nichts mehr an eine Bank und hier geht es auch um mehr, als den Umbau einer Filiale in ein nettes Cafe oder eine Bar.

Die Capital One Cafes sind kreativ gestaltete Open Spaces mit Schreibtischen, Stromanschlüssen, “Lümmelecken”, geschützten Besprechungsinseln und eben hervorragenden Kaffee. Und mit – nicht zu vergessen – extrem guter und inspirierender Musik, die man in Banken nun wirklich sehr sehr selten hört. Kunden von Capital One erhalten auch bevorzugte Angebote. Zum Beispiel günstigeren Kaffee.

Die Cafes können von Unternehmensgründern auch als Co – Working Spaces genutzt werden!

Handlungsanweisung

Also liebe Banken bevor ihr über Schließungen nachdenkt, beschäftigt euch mit (regional passenden) Umnutzungen. Beginnt mit einer Experimentierfiliale, erweckt diese zu neuem Leben und erzeugt damit eine Welle der Innovation in eurem Geschäftsgebiet. Und wenn Kunden dort Bankdienstleistungen erwerben oder in Anspruch nehmen wollen, dann sollten sie dies tun können, jedoch nur noch nebenbei, denn das Geschäftsmodell der Zukunft kann nicht mehr auf der Filiale als Kommunikations- und Vertriebskanal beruhen.

Mehr zu…

den Capital One 360 Cafes:

Discovering creative ideas in San Francisco- CapitalOne 360 Cafe

http://cafes.capitalone360.com/san_francisco/

der sharing economy:

Banken und die collaborative Economy (Teil 1)

Banken und die collaborative Economy (Teil 2)

Die Kraft der regionalen crowd

das Ende der Filialen

Ich denke gern über Filialen nach

In Neuseeland bleiben die Filialen zukünftig geschlossen

Proof. Mobile banking is killing the branch von Chris Skinner

The bank branch is dead …. von Chris Skinner

Der Banker verlässt das Haus mit Ipad


Es kommt die Zeit, da wird der Mensch flügge. Es treibt ihn hinaus in die Welt. Wunderbare eigene Erfahrungen kommen auf ihn zu und er erlernt in der Praxis die Vielfalt des menschlichen Lebens kennen. Bis er dann ganz alleine und selbstständig leben kann.

Das geht jetzt auch für Banker. Bankvorstände können ihre Mitarbeiter jetzt häufiger in die frische Luft schicken, um dort Kunden und Interessenten zu treffen und direkt vor Ort zu beraten. Damit nicht genug, denn das funktionierte ja vorher schon. Sie können auch direkte Abschlüsse durchführen. Ganz ohne Papier und ohne doppelte Arbeit, weil möglicherweise noch Daten in der Bank ins CRM eingetragen werden müssen. Dafür braucht es nur ein ipad und einerr Technologie von Zenomatics mit dem Namen mSchematics.

Das Produkt wird auf der FinovateFall einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt werden. Ein Produkt mit Potential. Wenn man The Financial Brand folgt, mit dem Potential das Kundenerlebnis und damit Finanzunternehmen und die Filialen vollständig zu transformieren

Was kann Zenomatics

 

  • Zenmonics bietet eine  vollständige Palette von Vertrieb-, Marketing, Transaktion und Kontoinformations Dienste
  • Bankmitarbeiter können Seite an Seite mit ihren Kunden oder Interessenten sitzen und diese beraten
  • Das Tablet besitzt einen Kartenleser, mit dem per Swipe Technologie Kunden identifiziert werden können
  • Profil, Bankdaten und Kontoinformationen können so einfach abgerufen werden
  • Das Ganze funktioniert mit einer einzigen Anwendung
  • Kundenanfragen und -informationen können direkt multimedial beantwortet, Angebote unterschriftsreif unterbreitet werden
  • Neue Konten und Produkte können per e Signatur sofort eingereichtet und abgeschlossen werden
  • Das System bestätigt Abschlüsse direkt per E-Mail

Das klingt doch gut. Ich würde meinen Bankberater lieber bei mir daheim empfangen.  Und Sie?

Lesen Sie hier mehr:

http://thefinancialbrand.com/31937/ipad-banking-sales-service/

http://www.zenmonics.com/mobile-delivery.html

http://www.mschematic.com/

 

 

Filiale der Zukunft: AIB Bank eröffnet digitale Banking Filiale


AIB The Lab

Es sieht aus wie Second Life. Ist es aber nicht!

Es könnte ein internes Projekt sein, denn Modelle von Zukunftsfilialen gibt es Einige. Nur wenige jedoch sind auch für die Öffentlichkeit zugänglich. Es ist aber kein internes Projekt.

Die Allied Irish Bank (AIB) hat eine Bankfiliale der Zukunft eröffnet. Allerdings in der Gegenwart am 16. April 2013. Mehr in diesem Video und bei Christopher Langlois im Visible Banking Blog oder hier auf der Website von The Lab

Machen Sie doch einen Rundgang

Persönliche Beratung: Oder wie Banken das abschaffen, was sie eigentlich für unverzichtbar halten.


08-04-2013 12-32-12

Persönliche Beratung so unverzichtbar wie Luft?

In einem Punkt scheinen sich alle Bankentscheider einig zu sein. Und auch die meisten Herausforderer stellen diese These zumindest offiziell kaum in Frage:

„Verbraucher bzw. der Kunde wünscht und braucht die persönliche Beratung oder um mal im Fußball Jargon zu sprechen: Die persönliche Beratung wird niemals untergehen!“

Ich halte diese These nicht für verifiziert und bin darüber hinaus der Meinung, dass persönliche Beratung nicht unbedingt gleichzusetzen ist, mit der körperlichen Anwesenheit von mindestens zwei Personen am selben Ort und zum selben Zeitpunkt.

Dass die Banken allerdings gerade dabei sind ihren so wichtigen USP selber abzuschaffen, soll die Diskussion um einen neuen Standpunkt erweitern. Hierfür gibt es verschiedene Gründe, die ich kurz erläutern möchte. Bevor ich dies tue, ist es aber angebracht Ihnen meine Definition von Beratung zu erläutern.

Beratung

Nach einer Beratung frage ich, wenn ich nicht in der Lage bin eine Entscheidung selbstständig zu treffen, weil ich zum Beispiel nicht über das notwendige Wissen verfüge oder auch nicht über die Zeit, um mich umfassend mit dem Thema zu beschäftigen. Darüber hinaus sehe ich Beratung als eine Stützung einer Entscheidung, die ich eventuell schon getroffen habe bzw. die ich treffen könnte, für die ich aber noch eine Absicherung durch die Befragung eines Experten benötige. Beratung reduziert damit Unsicherheit, sie spart mir Zeit. Sie besteht aus einer Interaktion und beruht auf Vertrauen, manchmal auch auf durch Expertentum zugeschriebenes Vertrauen, also um Vertrauen, dass sich nicht durch eigene Erfahrung aufgebaut hat.

Beratung erfordert für den Berater allerdings auch Spielraum für eigene Entscheidungen und die Möglichkeit Wege oder Optionen selber vorschlagen und erarbeiten zu können. Ich brauche also keinen persönlichen Berater, wenn er mir allenfalls eine Hilfestellung geben kann, eigene  - mir unbekannte – Wege jedoch nicht beschreitet. Und Beratung kann auch irren

Wie Banken die Beratung abschaffen

Aus dem vorherigen Absatz können Sie es schon heraus lesen.  Beratung muss einen wirklichen Mehrwert bei der Entscheidungsfindung bieten. Das war früher einfacher, denn da gab es kein Internet und der Experte war erstens schwer zu finden – weshalb sich die Mühe lohnte- und zweitens zumeist unhinterfragbar – weil die Kosten für die Überprüfung viel zu hoch waren.

Nun werden die Anforderungen an  Beratung nicht nur durch das Internet immer höher. Hinzu kommen die immer rigideren Forderungen durch die Regulierung, der starke Fokus der Verbraucherschützer und auch der Medien auf das Handeln der Banken und nicht zuletzt die genetische Disposition der Banken möglichst jedes Risiko zu vermeiden.

Daraus folgt:

Die Anforderungen an Beratungsgespräche steigen. Die Angst vor Falschberatung führt zur Standardisierung und damit wird das Prinzip der Beratung ad absurdum geführt. Viele Banken gehen derzeit dazu über standardisierte Beratungsprozesse zu schaffen, mit denen sie auf Anforderungen der Regulierung reagieren. Durch diese Tools werden die Berater vor Irrtümern geschützt, aber eigentlich schaffen sie die Beratung ab bzw. die Banken zeigen damit eindeutig auf, dass es eigentlich keiner menschlichen Beratung mehr bedarf, denn auch in der Filiale werden die Kunden demnächst standardisiert und stromlinienförmig beraten.

Wir konstatieren:

Der Aufwand für die Beratung steigt. Es wird unattraktiv Kunden in der Filiale also persönlich zu beraten. Deshalb wird die Mehrzahl der Kunden gar keine Beratung in den Filialen mehr erfahren. Und auf der  anderen Seite wird es  für den Standardkunden (und das sind mindestens 80 %)  noch unattraktiver eine Filiale zu besuchen oder auch nur an einer Video Beratung mit einer klassischen Bank teilzunehmen.

Es ist also ganz einfach

Die Attraktivität der Direktbanken und damit auch der Online Beratung wird von Monat zu Monat zunehmen. Vergesst den Ropo Effekt, er basiert nur auf dem Zwang, die Unterschrift für den Kauf eines Finanzproduktes in der Filiale oder in der Postfiliale zu leisten. Das Flugzeug, in dem wir häufig sitzen, wird vom Autopiloten gesteuert. Da sitzen die Menschen auch nur noch zur Beruhigung drin, weil es ohne „persönliche Begleitung“ angeblich nicht geht. Autos fahren auch bald ohne Fahrer, nur in Deutschland ist man davon überzeugt, dass der Mensch immer Auto fahren werden möchte. Also tun die Banken alles, um Beratung überflüssig zu machen, auch wenn sie es anders verkaufen. Vielleicht wissen sie ja auch gar nicht, was sie tun?

In Neuseeland bleiben Filialen zukünftig geschlossen


Soweit ist es noch nicht und Neuseeland ist weit weg und ein Land, in welchem so mancher Mensch weite Wege zurücklegen muss, um eine Bankfiliale besuchen zu können. Kein Wunder also, dass die als innovativ und experimentierfreudig bekannte ASB Bank den nächsten Schritt in Sachen Videobanken gehen möchte. Das soll sowohl auf dem Computer, dem ipad, dem iphone oder anderen “smarten phones” funktionieren und – was sie freuen wird – absolut sicher sein.

The Financial Brand berichtet ferner darüber, dass es für den Kunden nicht erforderlich sein wird, eine Software zu installieren und dass das Angebot ein Beratungsgespräch vollständig abbilden oder sagen wir ersetzen kann, d.h. es können auch Dokumente ausgetauscht und – wenn ich das richtig verstanden habe – Verträge abgeschlossen werden.

Mehr Info finden Sie hier:

http://thefinancialbrand.com/25363/asb-video-banking/?

Und jetzt Sie!

Die Fläche ihrer Filiale II


Die Frage hatte natürlich einen Sinn. Vor einigen Tagen habe ich gelesen, dass in den meisten Bankfilialen gerade mal 10 bis 20 % der Fläche wirklich für die Beratung oder sagen wir besser den Dialog mit Bankkunden zur Verfügung stehen.
Die restliche Fläche wird mit SB Geräten zugestellt, ist Freifläche, Dekorationsfläche oder wird für bankinterne Zwecke genutzt. Filialen werden zwar schöner und moderner. Ihre Entwicklung folgt jedoch Prinzipien, die schon lange nicht mehr gelten. Erschwerend hinzu kommt, dass alle Banken, ob sie nun gelb, blau oder rot sind, einander kopieren. Vielleicht wählen sie auch nur immer die gleichen Architekten aus.
Womit wir bei einem Hauptproblem wären. Filial Neubauten sollten nicht nur den Entwürfen der Architekten oder den Vorstellungen der Vorstände folgen. Es wäre an der Zeit Mitarbeiter, Kunden, Architekten und andere relevante Gruppen oder Personen in einem multi disziplinären Team an der Entwicklung jener Räume zu beteiligen, von denen viele Banken glauben oder wünschen, dass sie auch in 100 Jahren noch das Zentrum der Bankberatung bilden. Es wird Zeit für Design Thinking zur Gestaltung eines menschlichen Kundenerlebnisses.

Die Fläche Ihrer Filiale


Ich möchte Ihnen mal eine Frage stellen. Es handelt sich um eine Schätzfrage!  Jeder darf  teilnehmen, aber nur einmal. Würde mich über einige Antworten sehr freuen. Es geht ganz schnell und tut auch nicht weh. Danke für Ihre Teilnahme

Mobile Payment und die Filiale


Mobile Payment reduziert die Bedeutung der Filiale

Über Mobile Payment und die Filiale lässt sich gut bloggen. Diese Themen sind sozusagen ein Versprechen auf großes Interesse und viele Leser. Beinahe täglich gibt es in alten und neuen Medien Berichte und Meinungen zum In Thema der Bankenbranche. Studien kündigen den Durchbruch des mobile Payments oder das Ende der Filiale an. Unternehmen, die ihr Geld mit Unternehmen verdienen, die auf Filialen setzen müssen, sehen das natürlich anders. Man könnte sagen: Keine Atempause Märkte werden gemacht.

Nun würde ich bekanntlich keinen Cent auf eine rosige Zukunft der Bankfilialen setzen und mobile Payment ist hier möglicherweise der Anfang vom Ende, denn wo der Bargeldgebrauch zurück geht, wird der beschwerliche Gang zur Filiale ebenfalls zurückgehen. Die Filiale wankt. Würde das Filialsterben sich in gleichem Tempo wie bisher fortsetzen, dann gäbe es wohl schon in 20 Jahren keine Filialen mehr. Soweit wird es vermutlich nicht kommen und damit es dazu nicht kommt, beginnen die Banken ihre Filialen zu  verändern. Vorbilder hierbei sind zum Beispiel Apple oder auch Starbucks, wobei häufig vergessen wird, dass Banken kein emotionalisierbares Produkt besitzen. Und ob es hilft, die Bankfilialen mit Apple Computern und ipads statt mit PCs und Beratungsplätzen auszustatten? In Brasilien gibt es inzwischen eine Bankfiliale auf einem Boot, womit die Bank zu den bisher nicht erreichten Zielgruppen fährt. Allerdings wird auch hier das Mobiltelefon als ein besseres Mittel angesehen, um  die immer noch große Zahl von Menschen ohne Bankzugang anzusprchen. Diese Entwicklung findet ihr deutsches Pendant in Bankbussen, die in die ländlichen Regionen hinausfahren, um ihre immobile ältere Kundschaft noch zu erreichen.

Auf der anderen Seite entstehen Lounge artige Konzepte wie z.B. von BNP Paribas, die verstärkt auf Videokonferenzen setzen, wobei ich mich frage, wieso man in eine Filiale gehen sollte, um dort Videokonferenzen durchzuführen. Auch in Deutschland gibt es diese Konzepte, die aber leider über Ikea Style nicht hinauskommen und wie bei Q110 in Berlin eher wie gewollt und nicht gekonnt wirken.

Hat die Filiale wirklich Zukunft?

Was bleibt der Filiale bzw. den Banken, die unbedingt an den kostenintensiven Bankfilialen festhalten möchten? Matthias Schubert verweist in seinem Artikel: Die Bankfiliale ist tot. Es lebe die Bankfiliale auf eine Studie von Cisco und vertritt die Meinung, dass zumindest bei komplexen Finanzprodukten die Filiale nach wie vor zur Beratung benötigt wird. Geht man aber davon aus, dass 80 % der Bankkunden eher Standardprodukte besitzen und nachfragen, könnte die Frage aufkommen, wofür diese Standardkunden noch eine Filiale benötigen und ob, falls die Banken die Filialen weiterführen möchten, sich der Aufwand dann überhaupt lohnt. Und brauchen die Kunden, die sich mit komplexen Produkten beschäftigen die Beratung eines Bankberaters in einer Filiale? Hierfür gibt es schon heute andere Wege und selbst den Firmenkunden fehlt immer häufiger das Vertrauen in die Banken, die inzwischen ja auch bei der Kreditvergabe sehr zurückhaltend sind. Crowdfunding Angebote  – ich glaube es gab mehr als 10 neue Anbieter in diesem Jahr – finden vorsichtige Beachtung. Aber sie finden Beachtung. Die Firmen beginnen nach Alternativen zu suchen.

Allein mir fehlt der Glaube

Fraglich ist für mich auch, ob Finanzprodukte wirklich kompliziert sind oder eben absichtlich kompliziert gehalten werden oder Berater häufig eben nicht in der Lage sind Ihren Kunden Produkte und Themen einfach zu vermitteln. Wenn dies so wäre, dann würden Filialen auch nicht weiter helfen.  Das – wie Ciscos Studie ermittelt haben soll – gerade Online affine Kunden besonderen Wert auf den Erhalt der Filiale legen und diese deshalb auch häufig besuchen sollen, kann ich nun überhaupt nicht nachvollziehen. Was könnte der Grund sein: Vielleicht sogar sowas wie „soziale Erwünschtheit“, weil man denkt, dass der Fragende  sich eine solche Antwort wünscht oder weil man  Angst hat als unvernünftig dazustehen, wenn man nicht das macht wovon die Banken meinen, dass es vernünftig sei.

Ich denke in jedem Fall sollte man solche Studien nicht überbewerten. Und Banken oder Bankberatern, die solche Studien überbewerten sollte man warnen. Nur der Gesetzgeber könnte die Filialen wirklich retten. Für einige Filialen bleibt jedoch die Nische, so wie für Tante Emma, denn jeder Trend hat ja seinen Gegentrend. Und das letzte Fünkchen Hoffnung besteht dann in der Erkenntnis, dass es irgendwann auch mal Umkehrungen von Entwicklungen geben kann, weil es z.B. neue gesellschaftliche oder auch technologische Entwicklungen gibt. So wie der Supermarkt auf der grünen Wiese immer unrentabler wird, so wird vielleicht auch irgendwann die mobile Bank wieder verschwinden und alle Menschen in die Filiale rennen. Und dann freut sich nicht nur Cisco.

Und zum Schluss noch ein schönes Zitat, dass ich dem  aktuellen Querdenker Blogbeitrag von Förster/Kreuz entnommen habe und dass den Ciscos dieser Welt möglicherweise helfen könnte:

Die größte Schwierigkeit besteht nicht darin, Leute dazu zu bewegen, neue Ideen anzunehmen, sondern alte zu vergessen. Und dann stehen die alten Ideen den neuen im Weg: „Aber es funktioniert doch noch! Warum sollen wir etwas ändern? Warum sollen wir die Erfolgsrezepte, die gestern noch gefruchtet haben, heute in Frage stellen?“ – Innovativ zu sein heißt veränderungsbereit zu sein, heißt auf dem Höhepunkt des Erfolgs des Alten schon das Neue zu wagen.Wir können unsere Zukunft nicht gestalten, wenn wir nicht bereit sind, loszulassen und den Rucksack mit dem alten Ballast abzuwerfen

Banken werden auch ohne Filialen ein Geschäftsmodell besitzen und auch Filialbanken brauchen keine Filialen sondern ein herausragendes Produktangebot. Oder?

Ich denke gerne über Filialen nach…


und behaupte dann, dass die Filiale keine Zukunft hat. Freitag letzter Woche berichtete auch das Handelsblatt von einer Reduzierung der Filialdichte von Banken. Viele sind schon weg rationalisiert wurden, ohne dass wir es mitbekommen haben. Viele weitere werden noch folgen. Es wird den Bankfilialen ähnlich gehen, wie den Post Filialen. Die jungen Menschen unter meinen Lesern werden noch nicht mal mehr eine klassische Post Filiale kennen.

Wenn man die Zukunft der Bankfiliale am Verhalten der Kunden festmachen würde, dann würden viele Kunden wohl eher eine Ausweitung des Self Service Bankings erwarten. Mehr und intelligentere Automaten, die auch nachts zugänglich sind und die immer mehr Routine Verrichtungen im Banking Prozess übernehmen. Menschen wollen nicht mehr Zeit mit Banking verbringen und sie möchten dafür eigentlich auch gar nicht mehr vor die Tür gehen. Warum auch, wenn das Banking überall dort möglich wird, wo man sich gerade aufhält. Das Internet macht es möglich. Und auch der Berater kommt sicher gerne zu Ihnen nach hause. Ist wahrscheinlich sogar viel gemütlicher.

Im Innovationsblog der Volksbank Bühl hat sich Thomas Hochfeld vom Innovationsteam der Bank Gedanken über die Filiale 3.0 gemacht: Bankfiliale 3.0 – Eine Zukunftsvision. Und in dieser Zukunftsvision spielt Technologie ( so nennen das die Menschen meiner Generation) eine große Rolle. Die Bank bzw. das SCRM System der Bank weiß viel über den Kunden und kann automatisierte Impulse aussenden. Das klingt ein wenig nach “Minority Report“. Aber die meisten Techniken sind ja bereits vorhanden. Nur bietet eine solche Filiale wirklich einen Anlass zu einem Besuch? Und machen wir uns nichts vor, wir hängen ja nur deshalb an der Filiale, weil sie personalintensiv ist und unsere Arbeitsplätze sichert.

Möglicherweise – so meine These – wird eine Filiale aber eine ganz andere Funktion haben. Sie sorgt für sinnliche und soziale Erlebnisse, die uns in unserem Alltag immer mehr verloren gehen, Die Bank hat die Aufgabe den Kunden von der Komplexität des Alltages zu befreien. Die Filiale sucht er nur noch auf, um sich mit anderen Kunden , Mitgliedern oder Freunden zu treffen. Er trifft sich dort mit anderen Menschen, um mitzugestalten, Erfahrungen weiterzugeben oder anderen zu helfen.Er diskutiert – vielleicht auch über Banking – und entwickelt sich und sein know how damit auf Augenhöhe. Vielleicht nutzt er auch nur die Räumlichkeiten der Bank, zum Beispiel als mobilen Arbeitsplatz oder als co working space. 

Die Technologie befreit übrigens nicht nur den Kunden sondern auch den Mitarbeiter, der so Zeit zurück gewinnt, die er beratend und lernend nutzen kann. Der Bankmitarbeiter der Zukunft wird dann aber weder Berater noch Vertriebler sein. Er wird möglicherweise eher ein Animateur sein, der Erlebnisse schafft und die Brücke schlägt zwischen Technologie und der im Banking verborgenen menschlichen Erfahrung.

So könnte es kommen. Oder nicht?

Etwas Neues: Diesmal von Ihrer Bank?


Es gibt sie.

Innovative Banken. Ich meine nicht die ständige Anpassung von Konditionen oder das Angebot neuer – vermeintlich attraktiver – gut verpackter jedoch zersetzender Investmentprodukte. Auch die Möglichkeit, die Banking Pin selbst auszuwählen ist nicht gemeint. Fans und Follower sammeln schon gar nicht.

Gemeint sind Banken, die damit beginnen das Banking in das mobile, komplexe und immer schneller werdende Leben der Menschen zu integrieren. Banken, die verstehen, dass sich eigentlich nur wenige Menschen intensiv mit finanziellen Fragen beschäftigen möchten und können und die verstanden haben, dass es hoffnungslos ist die Menschen umzuerziehen oder an ihre soziale Kompetenz zu appellieren. Banking kann Spaß machen. Menschen haben jedoch unterschiedliche Vorstellungen von Spaß. Es macht zum Beispiel Spaß, wenn man seine finanziellen Angelegenheiten in guten Händen weiß, wenn einen die Bank mitmachen und mitentscheiden lässt und wenn die Bank sich kümmert und nicht verkauft und vor allem auch, wenn die Bank sich verändert und nicht immer gleich bleibt. Der Mensch mag Abwechslung.

Barclays ändert etwas

Die Barclays Bank hat offensichtlich verstanden, wie man mit der Zeit geht. Kritik an deren Geschäftsgebaren und der Rolle innerhalb der Finanzkrise blende ich hier mal kurz aus. Sie wäre sicherlich mehr als berechtigt. Aber in letzter Zeit läuft mir diese Bank sprichwörtlich immer über den Weg, wenn es um technische Innovationen geht.

Bereits im Jahr 2009 hat die Bank eine Flagship Filiale in London eröffnet, in der moderne Beratungskonzepte ebenso erlebbar sind, wie eine neue Generation von Selbstbedienungsterminals. Das Ganze gepaart mit einer beeindruckenden Architektur. Eine Filiale mit Ambiente, die man auch gerne einmal besucht, wenn man keine finanzielle Entscheidung treffen muss.

Vor einigen Wochen dann eine neue Kreditkarte mit Community Ansatz. Eine soziale Kreditkarte also. Die Inhaber der Kreditkarte ist Teil einer Community, welche Ideen zur Weiterentwicklung des Angebotes einbringen kann. Zusätzlich können Sie jederzeit die finanziellen Ergebnisse der Karte einsehen, werden also informiert wie die Bank damit Geld verdient und erhalten Anteile des erzielten Gewinns.

Die soziale Kreditkarte von Barclays

Auch das kontaktlose Bezahlen mit dem Mobiltelefon wird getestet. Barclaycard Inhaber können mit Hilfe eines Aufklebers, dem sogenannten Pay Tag auf der Rückseite ihres Mobiltelefons bezahlen. Allerdings bisher nur geringe Beträge. Dafür ist das Angebot kostenlos für Barclaycard Inhaber und in Großbritannien kann immerhin schon in der U-Bahn kontaktlos bezahlen.

So bezahlt man bei Barclays kontaktlos

Mit Pingit wurde nun eine Anwendung entwickelt, mit welcher Kunden und Nichtkunden Geldbeträge bis zu 300 Pfund per Mobiltelefon auf das Konto einer Person überweisen können, die diese dann von einem Geldautomat abholen kann. Täglich sollen sich 10.000 Menschen bei diesem neuen Dienst anmelden. Besonders junge Menschen interessieren sich für den Dienst, der aber bisher noch Personen vorbehalten ist, die älter als 18 Jahre sind. Schon bald – so Barclays – wird mobile Banking in der Zielgruppe der 16 -35,- jährigen die Banking Methode No.1 sein. Und dann muss dieser Zugang mehr leisten als das allseits bekannte und – sagen wir es ehrlich- extrem langweilige Online Banking

Artikel zu ping it aus dem Independent

Damit hört die Menge der Innovationen aber noch lange nicht auf. Zudem spürt man, dass es sich hier nicht nur um schlecht durchdachte Experimente handelt bzw. die Bank jeder technologischen und marketingtechnischen Kuh folgt, die gerade durch das Dorf getrieben wird. Die Bank hat eine Vision und folgt einer Strategie. Dabei spielt die mobile Technologie eine entscheidende Rolle. Banking wird beweglich. Nicht nur die Kunden auch die Mitarbeiter der Bank werden verstärkt Smartphones und Tablets nutzen, um ihre tägliche Arbeit zu erledigen. Die Bank entwickelt sogar einen eigenen internen App Store. Die Arbeitsprozesse der Berater und Angestellten werden App fähig gemacht und das funktioniert nur weil die Mitarbeiter an der Kundenstelle und die Entwickler ganz eng zusammen arbeiten. Die direkte Beobachtung der Arbeit und des Kunden, sowie der direkte Dialog führen zu einer Lösung und nicht das endlos beschriebene Papier der Pflichten- und Lastenhefte.

Lesen Sie das Interview mit Shaygan Kheradpir C00 von Barclays bei computing.co.uk

Fidorbank

Auch in Deutschland gibt es zumindest eine derart innovative Bank. Gemeint ist natürlich die Fidorbank, die glücklicherweise keine seit Jahrzehnten eingespielten und lange Zeit erfolgreichen Prozesse, Verfahren, Tlechnologien und Kulturen und deshalb wohl auch keine dadurch geprägten Mitarbeiter hinter sich herziehen muss. Veränderungen und neue Ideen sind demzufolge beinahe der Normalzustand. In dieser Woche wurde der „Like“ Zins ins Leben gerufen. Kunden können den Zins ihres Tagesgeldes beeinflussen, indem sie Fan der Facebook Seite werden. Wenn man so will eine Form des „Group Buying“. Das hat natürlich viel mit Marketing zu tun, macht auf der anderen Seite aber Spaß und vermittelt dem Verbraucher ein gutes Gefühl für die menschliche Konstruktion des Bankings. Denn wie viele Menschen und Banker halten den aktuellen Mainstream des Bankgeschäftes für eine beinahe natürliche Gegebenheit, die man nicht ändern kann. Dabei kann man sie nur deshalb nicht ändern, weil überall noch ein Mann von Goldmann Sachs sitzt.

Hier finden Sie mehr Infos zur Fidorbank und zum gefällt mir Zins

Und nun frage ich Sie – egal ob Sie Kunde oder Mitarbeiter einer Bank sind: Ist ihre Bank innovativ genug?

PS – Danke für die Inspiration an Chris Skinner und seinen The Financial Services Club Blog