electr(o)fying news: Von C bis Garanti PFM


Kredit für Facebook Fans?

Ein Unternehmen im Vereinigten Königreich möchte Kredite an Menschen vergeben, die ansonsten kein Kredit “mehr” bekommen. Kredit ohne Schufa sozusagen. Das besondere an dieser Idee. Im Kreditantragsformular wird die Zahl der Facebook Freunde erfragt. Ob die gut für den Kreditnehmer und/oder seine Freunde ist, lässt sich noch nicht sagen. Die Daten werden offenbar abgefragt ohne schon genau zu wissen wozu. In jedem Fall soll der Prozess der Kreditvergabe humaner  werden. Wir sind gespannt.

But the second page asks for your car registration and how many friends you have on Facebook.
Paul Noble, chief operations officer of 118118Money says: ‘We’re looking to make it more human and we can learn more about our customers and how to interact. At the moment, we’re collecting data to learn about our customers.’

Mehr lesen: http://www.dailymail.co.uk/money/cardsloans/article-2450471/118118-check-credit-Facebook-status.html#ixzz2iHBQ5szM

Oder direkt besuchen: http://www.118118money.com/

Die Occupy Money Cooperative

Ein weiterer Versuch banking zu verändern. Manche Menschen wollen dies sogar ohne Banken schaffen bzw. sie sehen nur darin eine echte Chance. Das Ziel ist nicht mehr und nicht weniger als eine Revolution. Und das geht so:

The Occupy Money Cooperative is like a bank, but better.
Like a bank we offer access to financial products like prepaid debit cards. And like a bank your money is FDIC insured.
But unlike a bank, you’ll get a better deal.
Because the Cooperative will be run by its members. Which means we won’t have to answer to Wall Street or to profit-hungry directors.

Also eigentlich nennt man das Genossenschaftsbank. Das Menschen trotzdem neue Genossenschaftsbanken zu gründen versuchen, mag auch daran liegen, dass Genossenschaftsbanken zu sehr wie Banken geworden sind und das Wort “Genossenschaft” ein wenig vernachlässigt haben.

Hier mehr zur Occupy money cooperative:  http://www.occupycooperative.com/

Der Blog: http://www.occupycooperative.com/blog

Die Watch kommt

Immer mehr Menschen beginnen die smartwatch auch in ihrer Bedeutung für das banking zu beobachten. In jedem Falls scheint bald die google watch zu kommmen. Es wird spannend. Glasses oder watches? Oder vielleicht sogar Beides?

9to5: http://9to5google.com/2013/10/14/google-watch-is-happening-soon-heavy-into-kit-katgoogle-now-functionality/

Die Garanti Bank weiss, das der Kunde mehr weiss

Deshalb hat die türkische Bank eine nahezu “geile” mobile Anwendung entwickeln lassen. Der Nutzer kann direkt entscheiden, welches Feature er benötigt. Funktioniert ähnlich wie beim Smartphone. Zum Start gab es 15 Apps, die in Kooperation mit Fjord und Accenture entwickelt wurden.  Diese Apps heißen zum Beispiel Cash Tank oder Money Bar und besitzen verschiedene Fähigkeiten bei der Planung der persönlichen Finanzen. Handelt es sich um so eine Art PFM Baukasten? Mehr in diesem Artikel vom American Banker:

http://www.americanbanker.com/issues/178_184/turkish-bank-lets-customers-build-their-own-apps-1062335-1.html

Shout: Wofür Content Marketing?


Prolog

“Shout, shout, let it all out

These are the things I can do without

Come on, I’m talking to you, come on

Shout, shout, let it all out

These are the things I can do without

Come on, I’m talking to you, come on”

TEARS FOR FEARS – SHOUT 

In den achtziger Jahren habe ich diese Zeilen oftmals laut gesungen. Eine Hymne in den bunten Jahren. Damals wusste ich jedoch noch nicht, dass ich drei Jahrzehnte später nahezu jeden “Shout” dieser Welt mitbekommen kann.Es gab noch kein Social Media und unsere menschliche Eloquenz blieb hinter verschlossenen Türen bzw. war nur dann zu erleben, wenn wir unter real Anwesenden waren. Heute sind wir potentiell immer Anwesend.

Facebook ist schon lange nicht mehr cool. War es das jemals? Heute ist es bereits überbevölkert und jeder neue Freund oder Fan beschert uns eine Potenzierung der Banalitäten, weil der menschliche Alltag nun mal überwiegend banal ist. Auch meiner übrigens

Das Geschrei der Unternehmen

Viel schlimmer aber. Das Geschrei der Unternehmen, die immer neuen Anwendungen und Orte, von den,  um ein Geschäftsmodell bemühten Plattformen geliefert bekommen. Kein Wunder: Wer etwas verkaufen muss, geht unlocker ins Gespräch. Wer unlocker in ein Gespräch geht macht Fehler und beansprucht unsere Geduld, die jedoch immer mehr abnimmt. Denn schließlich haben wir ja alle ADS.

Natürlich. Ich könnte ja gehen und den kostenlosen Service der Netzwerke nicht mehr in Anspruch nehmen. So ähnlich hat mein Vater früher auch immer argumentiert, wenn über das politische System diskutiert wurde. Wer heute Facebook und Co. verlassen soll, wurde damals nach Drüben geschickt und Drüben gibt es ja nicht mehr.

Dabei braucht das Unternehmen eigentlich nur ein gutes und überzeugendes Angebot. Nicht mehr und nicht weniger. Und wenn Sie ein solches Angebot haben, dann brauche Sie gar nicht schreien. Gehen Sie locker ins Gespräch. Es reicht wahrscheinlich aus, wenn Sie Fragen beantworten und da sind, wenn der Mensch Sie braucht. Investieren Sie lieber in Ihr Angebot und Ihren Service. Ich habe zum Beispiel gerne ein gutes Produkt bei mir daheim aber nicht Ihr ganzes Unternehmen.

Gehen oder bleiben?

Manche gehen trotzdem. Ab und an liest man schon, dass Nutzer beginnen das weltumspannende Facebook zu verlassen. Manche haben Datenschutz- und Privatheitsbedenken, manche fühlen sich von Eltern, Personalchefs, Unternehmen oder sonstigen Daseinsformen gestalkt. Andere sind schlichtweg gelangweilt. Neue soziale Netzwerke wie snapchat, dort werden alle Posts nach kurzer Zeit wieder gelöscht, erfreuen sich erster Nachfrage. Gerade die jungen Menschen, die wir so oft für ihr gefährliches Online Verhalten tadeln, haben erkannt, dass nicht jede Banalität des Alltags bis in alle Ewigkeit als Identitätsmerkmal und Kaufinformation im Netz festgehalten werden muss.

Die”Four Horseman of the Internet Apocalypse, wie sie in den USA spöttisch und kritisch genannt werden, bestimmen und definieren unser Leben, indem sie das digitale Netz in eine von uns kaum noch beeinflussbare Richtung prägen. Sie bestimmen- so schreiben Kösch/Knoke in ihrem lesenswerten Artikel: Die Vier Reiter der Infokalypse-Internet: Abschalten oder nicht? in der Zeitschrift für elektronische Lebensadpekte DE BUG 03/2012 Seite 12-15-  was aus unseren Daten wird und wem der Kuchen (die Cloud) gehört.

” Google, Facebook, Apple und Amazon. Google gehört das, was uns beschäftigt. Facebook das, was uns mit anderen Menschen verbindet. Apple die Instrumente auf denen wir basieren. Und Amazon das, was wir zum stofflichen Leben brauchen”

Und wir? Wir können ja mehrheitlich nur lesen, rechnen und schreiben. Beherrschen aber die verändernde Kernkompetenz der Zukunft, das Programmieren nicht und haben alleine kaum noch eine Chance die verlorene Selbstbestimmung zurückzugewinnen.

Neues Buzzword Content Marketing

Aber nochmal zurück zu den von Verkaufsinteressen getriebenen Social Media Aktivitäten der vielen Unternehmen. Sind wir nicht alle ein wenig ernüchtert? Zumindest so ernüchtert, dass das Kind schon einen neuen Namen hat. Wir machen jetzt Content Marketing. Was ist das? Ich definiere es so: Menschen mit der geschickten Auslegung von Content Fallen im Netz zum Kauf zu bewegen. Klingt nicht neu. Ist auch nicht neu!

Content ist das magische Marketing Wort des Jahres. In diesem Jahr wird jedes Unternehmen sich mit Content Marketing beschäftigen. Die Berater -formerly known as Social Media Gurus – kommen ins Haus. Jeder hat heute einen Facebook oder twitter Account. Warum. Weil die anderen Unternehmen doch auch schon da sind, wo sie das menschliche Leben in eine 100 % Konsumwelt umformen möchten. Der Adcontrarian umschreibt das Dilemma so:

 

“The essence of social media is democracy. Everyone has something to say. Unfortunately, everyone doesn’t have something interesting to say. Or intelligent to say. As a matter of fact, almost no one has anything interesting or intelligent to say.

As user-generated-content has become the standard, and as marketers’ content tries to emulate and imitate user-generated-content, it is being relentlessly dumbed down. It is devolving into empty platitudes and boosterism”

In den USA – so kann man dem Artikel entnehmen- haben viele der großen und schnell wachsenden Unternehmen das bloggen inzwischen eingestellt und wechselten auf die sozialen Medien der Faulen, wo schon ein banales Foto oder 140 bis sagen wir mal 280 Zeichen ausreichen um manchmal Millionen von Clicks zu generieren.

Ein Beispiel? Der Adcontrarian liefert es:

“One way to make this the best week EVER is to ____. (With a picture of a Pepsi can.)”

4000 Likes

Was also auf uns zukommt 2013:

Es wird das Jahr des Contents ohne Inhalte! Muss das wirklich sein?

Anhang

Link zum Artikel: The Content Con aus dem Blog Adcontrarian

http://adcontrarian.blogspot.de/2013/02/the-content-con.html

In diesem Artikel verwendeter popkultureller Verweis:

Shout – Tears for Fears (1984)

http://www.tape.tv/vid/104705

Wieder etwas Neues


Payment, Social, crowdfunding und die Angst sind aktuelle Trends innerhalb der Finanzbranche, die ja inzwischen auch um Technologie Unternehmen zu erweiten ist, die nicht Banken und Versicherungen sind. Zum Beispiel mytaxi: Keine Bank aber dennoch Anbieter einer überragend kundenfreundlichen Payment Möglichkeit/Lösung.

Aus Holland: Facebook Banking und Snel Bankieren

Für weitere Neuheiten, die vielleicht demnächst auch bei uns kommen, schauen wir kurz in die Niederlande. Die können uns zwar im Hockey und Fußball nicht das Wasser reichen, sind aber in Sachen Banking 2.0 schon weiter  als wir. Dies gilt zumindest für das traditionelle Lager der Anbieter von Finanzdienstleistungen.  Kunden der Direktbank Moneyou können ihr Banking ab sofort über Facebook abwickeln. Eine App führt die Kunden in den Online Banking Bereich der Bank weiter. Sollte dieser Versuch in Holland erfolgreich sein, dann dürfen im nächsten Jahr auch die deutschen Kunden von Moneyou diese Anwendung nutzen.

Pressemitteilung auf reuters.de

Die ABN AMRO – Mutter von Mone You – hat kürzlich erst den eigenen Internetauftritt auf web2.0 Niveau gehoben und dort das sogenannte Quick Banking eingeführt. Nutzer des Quick Bankings haben dort ein ähnliches Kundenerlebnis wie die Nutzer des mobilen Bankings. Offensichtlich entwickelt man sich dort bereits in Richtung einer “Mobile First Strategie” und versucht nun die Nutzer des klassischen Online Bankings schon einmal an das mobile Banking zu gewöhnen. Das Quick Banking enthält darüber hinaus Elemente von PFM und sozialer Integration. Mehr hierzu gibt es  im Finance Blog von Pascal Spelier und hier geht es zum Demo Zugang von Snel Bankieren

In Spanien und den USA spricht ihr Banking

Es wird ja immer schwerer Menschen zu finden, die mit einem sprechen. Zum Glück gibt es Apples Siri, das uns langsam in die Welt der sprachgesteuerten Anwendungen führt. Ein kleiner Schritt war es nur bis zum sprechenden bzw. sprachgesteuerten Banking. Im Innovationsblog der Volksbank Bühl wird über 2 solche Lösungen berichtet. Eine der Lösungen kommt von BBVA und hört auf den Namen Lola. Die USAA nennt ihren virtuellen Sprachassistenten Nina. Die Auswahl der Produktnamen scheint logisch, da Frauen ja bekanntlich mehr und lieber reden als Männer.

Im Blogbeitrag aus Bühl gibt es auch Videos

Community Funding aus den USA

Crowdfunding und -investing ist auch in Deutschland auf dem Vormasch. In einem früheren Artikel habe ich hier versucht den Begriff “Community Funding” zu prägen, da ich der Meinung war, dass regionale bzw. lokale Funding Plattformen oder Projekte eine Chance wären, um Menschen wieder verstärkt in wirkliche soziale Zusammenhänge zurückzuführen um damit die Basis dafür zu schaffen, wieder stärker füreinander einzustehen. In den USA gibt es nun eine Plattform mit dem Namen smallknot, die sich darauf spezialisiert hat regionale und lokale Unternehmen per crowdfunding oder -investing zu fördern. Sieht sehr spannend aus.

Hier geht es zu smallknot.com

Und das ist auch nicht schlecht. Gute Ideen für Städte. Das wäre doch auch was für lokale Banken, die ihre Heimatorte oder -städte zusammen mit ihren Kunden besser machen könnten.

http://www.good.is/ideas/posts

In Deutschland entbrennt die Schlacht um das mobile Bezahlen

Nun gut – eine Schlacht ist es nicht, zumal sich die Banken ja vornehm zurückhalten. Die Telekom verstärkt gerade ihre Aktivitäten und bereitet sich auf einen vielversprechenden Markt vor. Dafür setzt man auf die Kompetenz der wirecard AG, welche für die Telekom die technischen Prozesse für die Herausgabe der Telekom-Master Card Bezahlkarte umsetzt und die Zahlungsabwicklung unterstützt.

Die wirecard AG hat zudem ein neues Card Reader Konzept für Smartphones entwickelt, welches es auch als whitelabel Lösung geben wird. Das White-Label-Programm besteht aus unterschiedlichen Card Reader-Lösungen, dazugehöriger Kartenakzeptanz samt Wallet-Applikation und offenen Schnittstellen für Entwickler. Die Kartenlesegeräte werden an Smartphones oder Tablets aufgesteckt und unterstützen sowohl den EMV-Standard als auch Magnetstreifen für mobile Kartenzahlungen am Point-of-Sale. Mit der Unterschrift auf dem Touchscreen oder mittels PIN bestätigt der Endkunde die Zahlung.

Mehr Infos gibt es auf wirecard.de

Nicht zu vergessen: Movenbank ist online

Allein schon das Web Design finde ich sehr überzeugend. Aber schauen Sie selbst mal vorbei und dann geht es ab in das heißeste Wochenende des Jahres.

https://www.movenbank.com/

 Enjoy it

Facebook, Crowd und Co.


Der Start einiger spannender Projekte hat mein Schreibtempo mal wieder gebremst. Nutze die Minuten bis mich die Müdigkeit übermannt, um noch einige Zeilen für Sie zu schreiben. Ich beginne mit Facebook.

Facebook Banking

Die einen sagen, dass Facebook bald Banking Dienstleistungen anbieten und vielleicht so gar das Geschäftsfeld Banking belegen könnte. Andere sehen das nicht so, weil ein Unternehmen wie Facebook, dass ja gerade auch auf der Interpretation und Ausweitung von Rechtsspielräumen beruht, in einer so regulierten Branche wie der Banking Branche möglicherweise nicht besonders erfolgreich sein könne bzw. daran auch kein Interesse habe.

Auf der anderen Seite ist Banking in Facebook auf dem Weg in Richtung Normalität. Während hierzulande noch auf Dialog und Kommunikation gesetzt wird, sind andere Banken schon weiter. Die ASB Bank betreibt eine virtuelle Filiale in Facebook und nach der ICICI und Commonwealth Bank, die bereits den Banking Zugang bzw. das transferieren von Geld über bzw. mit Hilfe von Facebook ermöglichen, scheint auch die amerikanische CITI in diese Richtung gehen zu wollen. Chris Skinner setzt sich in einem ausführlichen Artikel mit dem Facebook Banking auseinander.

http://thefinanser.co.uk/fsclub/2012/07/get-ready-for-facebook-banking.html

Ich bin mir nicht so recht sicher. Was denken Sie, können wir von Facebook erwarten?

Die Crowd entdeckt das Crowdfunding

Das Crowdfunding sicherlich ein kleiner Trend des Jahres ist, muss ich nicht mehr erzählen. Immer mehr Unternehmen kommen mit neuen spannenden Ansätzen auf den deutschen Markt und wird bald auch kickstarter nach Deutschland kommen? Bis nach Großbritannien werden sie es bald geschafft haben.

In Deutschland  ermöglicht companisto.de nun auch Investments unter 250 Euro und die kurz vor dem Start stehende Plattform unitedequity.de scheint mit ihrem seriösen und mittelständisch geprägtem Antritt gute Chancen zu haben, mittelständischen Unternehmen das crowd investing näher zu bringen. Auch bei Welcome Investment kann man bereits ab 50, – Euro investieren. Außerdem ist der Dienst nicht nur Unternehmensgründern vorbehalten.

Bleibt auch hier die Frage, ob crowdfunding eine wirkliche Alternative zu Banken werden kann oder ob nur die Nische bleibt. Chris Skinner hält sogar das Erstere für möglich. Wie er hier geschrieben hat:

thehefinanser.co.uk/fsclub/2012/07/crowdfunding-a-clear-alternative-to-banks.html

Und dann war da noch Leetchi.com

Sicherlich nicht gerade die große Banking Revolution, aber ein nettes kleines Tool und eine Innovation bei der man sich fragt, warum diese nicht schon lange Bestandteil des Online Bankings von Banken ist:

Leetchi.com ermöglicht es Ihnen, auf einfachste Weise Geld online zu sammeln und zu verwalten. Den gesammelten Betrag können Sie zum Beispiel für Geburtstage, Abschiedsgeschenke, Wochenenden mit Freunden, Organisationen und Vereine, Junggesellenabschiede, Wohngemeinschaften, Parties etc. verwenden.

Gruppenbanking also. Ähnlich wie die das finnische Holvi, welches mich auf der letzten Finovate ziemlich begeistert hat. Leetchi arbeitet übrigens offenbar mit Credit Mutuel, Visa, und Mastercard zusammen. Ist ja auch irgendwie eine Überraschung, dass Visa und Mastercard im Zuge des mobilen Payments offenbar wacher als die Banken sind.

Apropos wach. Ich bin es nicht mehr. Also in diesem Sinne. Gute Nacht.Kommentare erwünscht.

Rework ATM


Ein Geldautomat ist ein nützliches Gerät.Mit Hilfe dieser schönen Erfindung können wir rund um die Uhr Bargeld von unserem Konto abheben, vorausgesetzt wir haben ein solches Konto und unser Kontostand lässt die Abbuchung von Geldbeträgen noch zu. Natürlich müssen wir auch erst einmal den Geldautomat unserer Bank finden. Aber dafür gibt es ja jetzt Apps.

Erfunden hat den Geldautomaten oder ATM der Amerikaner Don Wetzel. Don Wetzel war – zumindest geben das die historischen Daten nicht her -offenbar kein Banker. Stattdessen störte er sich daran für das Abholen von Bargeld bei seiner Bank in einer langen Schlange stehen zu müssen. Wie so oft bei technologischen Neuerungen dauerte es eine ganze Zeit lang, bis Banken dieses Gerät einzusetzen begannen und die Gründe hierfür kommen uns heute durchaus bekannt vor. Einerseits war die Grundidee technologisch nicht ausgereift andererseits war den Banken das Sicherheitsrisiko zu groß. Erst mit der dritten Generation der Geldautomaten kam laut der Seite http://www.atmlocator.de/geldautomaten.html der Durchbruch und damit den Siegeszug der Geldautomaten.

Interessant übrigens, dass die Idee eben nicht von den Banken selber kam. Sie waren ja auch nicht Teil sondern eher Grund für die lange Schlange. Auch heute entstehen zahlreiche technologische Ideen ebenfalls außerhalb der Bankenbranche. Ihnen wird der Mangel an Service, Bequemlichkeit, Einfachheit und Transparenz zumeist gar nicht bewusst.

Wie lange wir Geldautomaten noch benötigen, kann heute niemand einschätzen. Käme es durch die Möglichkeiten des mobilen Internets irgendwann einmal dazu, dass wir kein Bargeld mehr benötigen, dann wäre sicherlich auch das Ende der Geldautomaten gekommen. Allerdings können diese heute bereits viel mehr als nur Geld ausgeben. Sie sind zu mächtigen Selbstbedienungs-Maschinen geworden, die viele Bankprozesse- und Aufgaben automatisieren und inzwischen auch bankfremde Aufgaben – wie z.B. das Aufladen von Mobiltelefonen oder die Bestellung von Eintrittskarten – übernehmen können.

Der Trend zur Selbstbedienung – der für viele Banken nicht nur positive Folgen hat – wird sich weiter fortsetzen, da Banking besser in den komplexer und schneller werdenden Alltag integriert werden muss. Die Zeit zum Besuch der Filiale werden sich immer weniger Menschen nehmen können oder wollen. Und aus Kosten Gründen werden weitere Prozesse automatisiert werden.

Was der Geldautomat aber wirklich können soll, dass können vielleicht die Kunden viel besser einschätzen. Auf der Facebook Seite “Creativity Matters” gibt es nun die Möglichkeit eigene Ideen einzubringen. Die Seite beschäftigt sich mit Innovation und Kreativität und hat eine von einem Mitarbeiter der swisscom gestellte Frage zur Weiterentwicklung von Geldautomaten aufgenommen.

          Hier sein Aufruf im Originaltext:

His challenge is an open innovation project from within users. There is no project assignment and no client or customer who ordered it. As simple as it is, a friend complained about transaction fees after using an ATM. That was the trigger to start this challenge to create better usability, new features and ideas :-) BTW, the photo is a random picture. After deciding to create this challenge it`s been the first ATM in sight :-) Neither the UBS as a bank, nor the ATM-Manufacturer where involved in setting up this challenge. 

Fill in your ideas & share the picture with your friends. You can also tag people in the picture, who should attend this challenge :-) The more the merrier. At the end we will present all ideas to Innovation Managers from major banking companies and maybe one or the other idea will become reality soon. BTW all contributors will be credited as co-creators :-)

What are your ideas?

 
Ja wie lauten Ihre Ideen? Besuchen Sie die Facebook Seite “Creativity matters”
 
 
Oder lassen Sie uns doch hier einige Ideen diskutieren, denn wünschen wir uns nicht alle weniger Mühe und Aufwand bei der Erledigung unserer Bankgeschäfte?

Zurker: Ein wirklich soziales Netzwerk


Unbehagen

So könnte man das Gefühl beschreiben, welches einen von Zeit zu Zeit überkommt, wenn man die sozialen Medien und insbesondere Facebook nutzt. Was passiert mit meinen Daten? Überwiegt der Nutzen von Facebook gegenüber den persönlichen Kosten? Bringt Facebook uns wirklich näher zusammen oder entfernt es uns sogar noch weiter voneinander? Das sind nur wenige Fragen, die ich mir eigentlich immer dann stelle, wenn ich Facebook bewusst und nicht einfach wie ein Kommunikationsinstrument verwende.

Ähnliche Fragen stellen sich auch die Unternehmen, die mit der Nutzung von Facebook ja zumindest das Risiko eingehen in einen Bereich zu investieren, der ihnen nicht gehört und den sie damit auch nicht kontrollieren können. Vergleichbar wäre dies zum Beispiel mit einer Bank, die eine Filiale auf einem Bauplatz betreibt der ihr nicht gehört und bei dem sie auch keinen Einfluss auf dessen zukünftige Ausgestaltung und Entwicklung hat. Schön wäre es deshalb, wenn man zumindest an der Entwicklung mitgestalten könnte, was ja auch ein übliiches Prinzip im Internet ist, von Facebook meines Wissens nach aber kaum angeboten wird.

Ein interessantes Projekt, welches für das ein oder andere Unbehagen, welches Facebook erzeugt, Abhilfe schaffen könnte, ist das soziale Netzwerk Zurker, auf welches ich durch springwise.com aufmerksam wurde. Bei diesem offensichtlich vollkommen transparenten Netzwerk können Nutzer nicht nur eigene Ideen einbringen. Die Daten gehören dem Nutzer und ihnen gehört auch ein entsprechender Anteil der Plattform. Sie können die Ausrichtung bestimmen und partizipieren am Erfolg. Die Formel kostenlose Nutzung gegen Daten gilt hier also nicht, der Nutzer wird also nicht wie z.B. bei Facebook übervorteilt. Diese Beteiligung wird über sogenannte vShares vollzogen, die man für empfohlene Nutzer erhält und die im Wert steigen, wenn die Zahl der Nutzer wächst. 

Das klingt spannend und die Entwicklung der sich im beta Stadium befindlichen Plattform sollte man verfolgen. Vielleicht entwickelt sich ja eine wirkliche Alternative zu Facebook. Allerdings bräuchte es dafür mehr Unbehagen. Nicht gegenüber Social Media oder sozialen Netzwerken sondern gegenüber Unternehmen, die am Ende des Tages nur die eigene Gewinnmaximierung im Sinn haben und dabei Schritt für Schritt ihre einstigen Ideale über Bord werfen.

Natürlich ist Zurker auch bei Facebook. Ist das eine Guerilla Strategie?

Bullshit Storm


“Social Media is mainstream and Dull now”*

Mal wieder einige Gedanken zu Social Media. Nicht weil ich Unternehmen und insbesondere Banken sagen möchte, dass sie in den Social Media Pool springen müssen, um auch zukünftig noch mitschwimmen zu können. Und genauso wenig möchte ich Unternehmen hier empfehlen oder aufzeigen, wie sie dies tun können, denn wie Chris Skinner in seinem Blog The Finanser  schreibt

Social Media is now mainstream and dull

Dieser Artikel entsteht eher aus einem steigenden Unbehagen darüber, was einem auf Facebook Seiten inzwischen alles so begegnet und wie dort miteiander umgegangen wird. Denn weil „Social Media now mainstream and dull“ ist, hört oder liest man nun überall plattes und peinliches Gesabbel und Geschrei unter der Gürtellinie (ok meiner persönlichen Gürtellinie).

Das ist  teilweise kaum noch zu ertragen, denn man  kann sich den unangenehmen Zeitgenossen und ihren verbalen oder non verbalen Plattheiten kaum noch entziehen. Der Social Graph ist voller Spam!

So fing es an

Begonnen hat mein Unbehagen mit dem Fall ING Diba, den man hier nicht mehr aufbereiten oder bewerten muss. Die ING Diba hat – das sagen auch die Gurus – nichts falsch gemacht. Dennoch mussten sich Besucher der ING Facebook Seite tagelang durch verbalen Abfall wühlen, bevor sie ihrem  Anliegen nachgehen konnten. Wer den Dialog sucht , erntet eben auch die Gespräche, die in keinster Weise dazu beitragen einem Unternehmen wichtige Inputs für dessen Verbesserung zu geben und die darüber hinaus, auch dem Nutzer keinen Mehrwer mehr bringen. Außer das sich mancher Zeitgenosse mal so richtig, unter Zuhörern und ohne die Gefahr von Konsequenzen auskotzen kann.

So wurde es schlimmer

Für die Intensivierung dieses Unbehagens sorgte dann der Besuch auf der Facebook Seite meines Lieblings Fussballvereins. Auch diesem Verein kann man eine recht gelungene Social Media Positionierung attestieren. Nicht alles ist Gold und mit dem Dialog und der Transparenz hapert es manchmal ein wenig. Totzdem haben  Verein, Spieler und Verantwortliche nicht verdient nach jedem verlorenen Spiel – und teilweise sogar nach Siegen – durch die Nutzer beleidigt und angegriffen zu werden. Beim Lesen der Kommentare stellt sich bei mir unweigerlich Fremdschämen und das Bedauern ein, diesen Menschen – denen man früher einfach aus dem Weg gehen konnte – nicht mehr entfliehen  zu können. Selbst auf dem Stehplatz im Stadion kann man den unagenehmeren Zeitgenossen entgehen.

Was ist da passiert?

Immer mehr Menschen nutzen Social Media. Social Media ist bis in die Mitte und sogar bis an die Ränder der Gesellschaft vorgedrungen. Und nun zeigt sich, dass eben nicht alle Gespräche gehaltvoll und alle Gesprächspartner an der Lösung von kleinen oder großen Problemen von Mensch, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur etc. interessiert sind. Viele sind noch nicht mal daran interessiert ihre individuellen Fragen mit Unternehmen bei denen Sie Kunde sind oder Kunde werden wollen, zu stellen. Es wird gequaselt, geschwätzt und eben auch geschrien, beleidigt, gemobbt etc. Einfach mal auskotzen, das ist ja auch ein Bedürfnis. Teilweise durchaus verständllch, denn wann wird der Mensch überhaupt noch gehört? Wann hat er die Chance sich wirklich zu beteiligen? Wo sind die Vorbilder, die es besser vormachen und die Institutionen, die eigentich für Bildung sorgen sollten.

Und wo sind die Unternehmen, die noch Rückrat haben? Die jene Besucher der Seiten schützen, die ein wirkliches Anliegen haben. Ein solches Anliegen darf natürlich auch kritisch gegenüber dem Unternehmen sein. Es sollte aber nicht aus dummen Gebrüll bestehen.

Unternehmen sind verunsichert. Haben Angst vor dem Shitstorm, der aber zumeist ja nur entsteht, weil gut vernetzte Blogger, die häufig ihr Geld noch mit Social Media Beratung verdienen, jeden noch so kleinen Feher aufnehmen, kommentieren und mit gut vernetzten Journalisten teilen, die dann Zeitungsseiten oder TV Sendungen damit füllten. Dabei sind die meisten sogenannten Shitstörme nur Bullshitstörme, die entweder keine langfristig negative Wirkung haben oder – selbst wenn etwas dahinter steckt – am Handeln der Unternehmen nichts ändern. Mit der Wirkung von Social Media ist es offenbar zumeist gar nicht so weit her. So kann man das z.B. auch in der aktuellen Brand Eins nachlesen „Im Auge des Shit-Stürmchens“.Artikel geschrieben von Oliver Link

Verunsicherte Unternehmen schützen also Ihre Nutzer nicht. Teilweise können sie sich noch nicht einmal selber schützen. Es gibt Unternehmensseiten, sehr schlechte zumeist, die schon lange von den Nutzern beherrscht werden. Man redet gepflegt aneinander vorbei. Das Unternehmen schreibt Beiträge und die Nutzer kommentieren, indem sie die ganzen üblen Verfehlungen des Unternehmens darstellen und untereinander diskutieren. Meiner Meinung nach war es ohnehin keine gute Idee dieses Unternehmens überhaupt eine Facebook Seite zu erstellen. Aber was soll es  10.000 Fans sind es ja trotzdem bereits gewesen oder sollte  man lieber 10.000 Feinde sagen.

Man stelle sich vor, man befindet sich in einem Lokal und würde nur zwischen schreienden Menschen stehen, die dann irgenwann unaufgefordert neben einem stehen und einen anpöbeln. Da würde man doch auch erwarten vom Besitzer beschützt zu werden. In welcher Unterehmensfiliale streiten und bekämpfen sich Menschen oder brüllen sich mal so richtig die Seele aus dem Hals. Ich kenne eigentlich keine und das wünschte ich mir auch im Internet.

Möglicherweise liegt es aber auch daran, dass weder Unternehmen noch Menschen überhaupt noch wissen, wie menschlicher Umgang miteinander aussieht. Auch im Straßenverkehr schlägt der Unbeobachtete regelmäßg über die Stränge

Lionel Tiger schreibt in einem hervorragenden Artikel mit dem Titel: Reprimatisierung: Warum wir Menschen in Neuen Medien wie Affen kommunizieren:

Klatsch – das ist sehr harmlos ausgedrückt – ist von Primaten Geschriebenes, banal und endlos nach eiem aufwirbelnden Skript, genährt von endlosem Interesse der Menschen an  anderen Menschen.

und später

Technologie hilft Menschen dabei, sogar noch begieriger auf Klatsch und Tratsch zu sein. Die einfache Behauptung diesbezüglich ist, dass die befreienden Technologien der modernen Kommunikation nicht nur unsere primatenhafte Verkabelung überwunden, sondern vielmehr eine effektive und dauerhafte Kommunikation anregen.

Es hat sich also gar nicht so viel verändert. Hätten die Primaten die technologischen Möglichkeiten gehabt, sie hätten wohl schon das Internet erfunden. Und die Höhle der Neuzeit ist eben so gross, dass wir jede schlechte menschliche Eigenschaft in Echtzeit mitbekommen. Jetzt erleben wir, was und wie wir wirklich sind.

Was kann man da machen? In den Interest Graph zurückziehen oder sogar aus dem Internet zurückziehen?

Was denken Sie? Ich musst das jetzt einfach mal so loswerden

Unbedingt lesen:

Reprimatisierung: Warum wir in Neuen Medien wie Affen kommunizieren

von Lionel Tiger mit einer Würdigung von Norbert Bolz

Herausgeber GDI Gottlieb Duttweiler Institut

gibt es auch bei amazon

 

Wikipedia: Greek Mythology A member of a nation of women warriors reputed to have lived in Scythia.

Don´t be too evil


Das klingt doch eigentlich wie die perfekte Vision eines Unternehmens, welches wir in die Kategorie Social Business einordnen würden. Und in der Tat entspricht google vielen Kriterien eines “Social Businesses”. Offenbar ist es aber im Alltag gar nicht so einfach dieser Vision zu folgen. Je größer ein Unternehmen wird, desto eher scheint aus dem offenen und geliebten Disruptor ein selbstsüchtiger Gigant zu werden, der alles tut, um Konkurrenten abzuwehren.Die finden wir Böse

Die Finden Wir Böse

In den USA kämpfen die gut vernetzten Lobbyisten der Filmindustrie, gegen die Jungspunde aus der Internetbranche, um die alten Verhältnisse wieder herzustellen. Das Internet reagiert empört und reagiert mit machtvollen Protestaktionen. Das ganze nennt sich Sopa (Stop Online Piracy Act) in dessen weiterem Verlauf das ganze Internet schwarz und leer werden könnte. Zumindest temporär.

Wikipedia zum Stopf Online Privacy Act

Die nennen wir nützlich

Aber auch google ist nicht ohne Schuld bzw. verwendet die gleichen Methoden. Um das eigenen soziale Netzwerk zu stärken,  beschädigt das Vertrauen der Nutzer, indem man deren Inhalte ungefragt einfach in die öffentlichen Suchergebnisse pumpt und dabei noch das eigene soziale Netzwerk höher priorisiert als die Konkurrenz – also zum Beispiel twitter.

Kritischer Artikel zu googles neusten Entwicklungen der Suche

(Quelle Mediapost.com)

Die lieben wir, obwohl..

Facebook ist immer wieder in der Diskussion. Mal berechtigt, mal unberechtigt. Sehr häufig begleitet von übertriebenen Reaktionen durch Medien, Politik und den anderen bedrohten Unternehmen und Institutionen. Allerdings muss der werte Nutzer immer mal wieder genauer hinschauen, was denn mit seinen Daten eigentlich alles gemacht wird und ob die kostenlose Nutzung z.B.aufwiegt, wenn – wie aktuell geschehen – alle geposteten Beiträgen, die im politischen Wahlkampf verwendet werden können, d.h die einen direkten Bezug zum aktuellen Wahlkampf in den USA haben, direkt an die Reaktion des Newsportals Politico gesendet werden. Natürlich ohne den Nutzer zu fragen.

The social network is now mining public and private Facebook posts for data that Politico can use in its reporting. Anytime you reference Mitt Romney driving to Canada with the family dog strapped to the roof of his car (that means you, Gail Collins), Facebook will tabulate your feelings about it and send it over to Politico’s editorial desk.

Quelle: Mediapost.com

Artikel von npr.com der Licht in das Rätsel bringt

Wer nicht böse ist, der werfe…

Wem kann man also heute überhaupt noch vertrauen? Klar, das nennt mal wohl Vertrauenskrise und beinahe täglich erfährt und fühlt man, dass wir mitten drin sind. Wie war das noch mit dem Bundespräsidenten?  Und was war mit dem gesunkenen Kreuzfahrtschiff? Welche ökonomischen Prinzipien haben hier mehr als 20 Menschen das Leben gekostet? Orientiert sich Apple an Prinzipien der Nachhaltigkeit oder reicht es aus einfach nur cool und praktisch zu sein? Es reicht wohl aus. Geht Social Business überhaupt noch, wenn das Unternehmen wächst? Ist Wachstum deshalb vielleicht sogar ein Ziel, welches gar nicht zu Social Business passt, weil man dann den Spielregeln der Großen folgen  oder die eigenen Spielregeln auslegen muss. Oder weil man den Kontakt zu seinen Kunden verliert und mit jedem neuen Kunden die Befindlichkeit und Zufriedenheit eines einzelnen Kunden an Bedeutung verliert. Vielleicht hilft Social Media, die Verbindung zum Kunden nicht zu verlieren bzw. ermöglicht sogar den Kunden direkt einzubinden. Ist es aber wirklich Social Business, wenn mir ein Unternehmen nicht mehr die eigenen Lösungen sondern die Lösungen der anderen Kunden verkauft und dafür dann auch noch Geld nimmt. Wofür brauche ich eigentlich Unternehmen? Um Bedürfnisse zu befriedigen, die ich ohne die Unternehmen gar nicht hätte?

Um aber realistisch zu bleiben. Als Kunde werde ich – wenn ich z.B. keine Wurst mag* – niemals die 100 % Transparenz und Kompetenz haben, um letztendlich dass wirklich nachhaltige und schadlose Produkt auszuwählen. Zumal Nachhaltigkeit ja auch seinen Preis hat und das Geld schränkt unsere Spielräume ein.

* kleine Anspielung auf die Frage, ob die ING Diba Herrn Nowitzki Wurst essen lassen darf. Ich denke Sie darf. Unser Hund bestätigt dies gerne. Andere können auch anderer Meinung sein, aber ob man dafür die Facebook Seite einer Bank zumüllen muß? Social Business kann man auch auf die Spitze treiben. Ab morgen   gibt es wieder Beisspiele.

Bilanz für 2011: Banken auf dem Facebook Prüfstand


Dies ist ein GASTBEITRAG von Tobias Lampe Leiter Digital bei KEYLENS Management Consultants.

Im Jahr 2011 haben viele Kreditinstitute neue Facebook-Präsenzen auf- oder bestehende erheblich ausgebaut.  Um mehr Transparenz in das muntere Treiben zu bringen, hat die Strategieberatung KEYLENS in Zusammenarbeit mit der Uni Bremen für das vergangene Jahr eine Übersicht erstellt (vollständige Studie hier zum Download):

Für viel Aufsehen hat die Sparkasse mit ihrer in eine cross-medialen Kampagne eingebetteten Facebook-Seite „Giro sucht Hero“ gesorgt: fast 130.000 Fans zum Jahresende sind in Deutschland ein konkurrenzloser Wert für die Branche; seit Ende der Kampagne ist die Zahl jedoch rückläufig. Der Deutschen Bank reichten 15.000 Fans für einen Platz im Spitzenfeld (Grafik 1) – auf ähnliche Werte kamen in Österreich die Clubseite der Raiffeisen Bank, die Jugendseite der BAWAG PSK, der Auftritt von Erste Bank und Sparkasse sowie die Aktivcard-Seite der Volksbank. Den Schweizer Benchmark bildet die der Studentencard gewidmete Seite der Kantonalbank mit über 18.000 Fans. International befindet sich die Charityseite der Chase Bank mit über 3 Millionen Fans aber noch einmal in einer anderen Liga.

Grafik 1

Die Anzahl der Fans allein kann jedoch kein Erfolgskriterium sein, stattdessen interessiert die bei Fans generierte Aktivität. Facebook-Seitenbetreiber haben bei der Messung dieser Aktivität Zugriff auf differenzierte Facebook Insights und auch  über Web Analytics. Ohne Zugriff auf diese Daten lässt sich zwar kein abschließendes Urteil über Erfolg oder Misserfolg der betrachteten Seiten fällen, aber dennoch ein differenziertes Bild zur allgemeinen Resonanz der Fans auf die Facebook-Aktivitäten der Banken zeichnen.

Dabei zeigt sich, dass nur ein minimaler Bruchteil der Fans jemals in Form eines Kommentars oder eines initialen User-Postings aktiv wird. Teilt man etwa die in 2011 pro Seite angefallenen User-Postings durch die jeweilige Anzahl der Fans, dann ergibt sich ein mickriger Wert von 3,3 % (Grafik 2). Das bedeutet, dass innerhalb eines ganzen Jahres maximal nur jeder 33. Fan einmal einen eigenen Beitrag auf der Pinnwand schrieb. Einen deutlich besseren Wert erreichte die Seite „Finanzkrise: Sparkassen im Dialog“: Diese ist eine Reaktion auf die Occupy-Bewegung und wird tatsächlich von deren Vertretern als Plattform für kritische Fragen genutzt, was einen vergleichsweise hohen Wert von 18% generierte.

Grafik 2

Etwas häufiger als eigene Beiträge kommentieren Fans im Allgemeinen die Beiträge der jeweiligen Institute, oder adeln diese mit einem Klick auf „Gefällt mir“. Interessant ist dabei nicht nur die absolute Anzahl, sondern das Verhältnis dieser beiden Kennzahlen. Bei der Deutsche Vermögensberatung AG wurde beispielsweise ein Beitrag 16mal so häufig mit einem „Gefällt mir“ versehen als kommentiert. Mit diesem Extremwert erreichte die Facebookseite der DVAG mehr „Gefällt mirs“ als jede andere deutschsprachige Seite. Am anderen Ende der Skala befindet sich die Facebook-Seite der Postbank, die sogar mehr Kommentare als „Gefällt mir“ erhielt.

Welches Verhältnis hier gut oder schlecht ist, kann pauschal nicht beantwortet werden. Wer vor allem den Dialog sucht, wird tendenziell stärkeren Wert auf Kommentare legen. Werden dagegen primär markenbildende Botschaften verbreitet,  dann erhält die Anzahl der „Gefällt mir“ verstärkt Relevanz. Zumindest auf eine dieser zwei Resonanztypen werden jedoch die meisten Facebook-Verantwortlichen hoffen. Schließlich sollen die im Durchschnitt mehr als einmal täglich geposteten Unternehmensbeiträge nicht völlig ohne Wirkung bleiben.

Ob die erzielte Resonanz gemessen an der Anzahl der Fans und der eigenen Postings befriedigend ist, darüber gibt ein REACH-RESPONSE-Vergleich Aufschluss, wie in der folgenden Matrix (Grafik 3) dargestellt. Für die beiden Achsen sind Werte von 0 bis 100 möglich, wobei zur Nivellierung zu starker Größenunterschiede logarithmische Skalen genutzt werden. Es zeigt sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen REACH und RESPONSE. Während jedoch die Seiten der DVAG oder von Ing-Diba bei gegebenen REACH einen überdurchschnittlichen RESPONSE erzielten, ist dieser Wert beispielsweise für die Seite der Deutschen Bank leicht unterdurchschnittlich.

Grafik 3

Abschließend soll nochmal darauf hingewiesen werden, dass diese Zahlenspielereien natürlich keine finale Bewertung oder sogar konkrete Handlungsempfehlung geben können. Sie bieten Social Media Verantwortlichen jedoch wertvolle Orientierung auf Fragen wie:

  • Wie häufig posten andere Institute?
  • Ist die Kommentarintensität meiner Fans „normal“?
  • Welche Mitbewerber sind auf Facebook die Referenz?

Für 2012 wird spannend zu beobachten sein, ob die im Allgemeinen noch eher schwachen Resonanzwerte der Facebook-Angebote sich signifikant verbessern. Schließlich kann man erwarten, dass die Anbieter aus den Erfahrungen lernen, und immer besser verstehen, welche Bedürfnisse die Zielgruppe an die Facebook-Kommunikation einer Bank richtet.

Tobias Lampe ist Leiter Digital bei KEYLENS Management Consultants, der Strategieberatung für marktorientierte Unternehmensführung. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Düsseldorf unterstützt Kunden bei der Entwicklung und Umsetzung kundenzentrierter Wachstumsstrategien. Der Einsatz digitaler Instrumente wie Social Media wird dabei stets in den Kontext der übergeordneten Unternehmensziele gestellt.

Wenn´s um Dialog geht Sparkassen


Kompliment

Einige Tage habe ich die neue Facebook Seite beobachtet. Was ich zunächst skeptisch betrachtete, muss an dieser Stelle einmal ausdrücklich gelobt werden. Die Sparkassen haben den Mut aufgebracht sich den Fragen von Kunden und Nicht- Kunden zu stellen und diskutieren auf “Finanzkrise: Sparkassen im Dialog beinahe rund um die Uhr ohne irgendein kritisches Thema auszulassen.

Während einige Banken für ihre Facebook Seiten Verhaltensregeln formulieren, die man gekürzt in der Aussage zusammen fassen könnte: Alles was uns nicht passt, wird hier umgehend gelöscht, zumal Kommentar und Verhaltensregeln nach Facebook FAQ ohnehin verboten sind, klingt dies bei den Sparkassen so:

Verhaltensregeln

Der offene und auch kritische Dialog ist uns sehr wichtig. Dennoch legen wir Wert auf respektvollen Umgang. Das bedeutet: keine Kraftausdrücke, keine Beschimpfungen, und selbstverständlich keine diskriminierenden, rassistischen oder sexistischen Aussagen.

Ebenso bitten wir Sie, keine kommerzielle Werbung einzustellen. Wir behalten uns das Recht vor, im Einzelfall selbst zu bestimmen, ob ein Verhalten diese Rahmenbedingungen dieser Seite erfüllt oder nicht mehr erfüllt, sowie auch das Recht, jene Maßnahme zu ergreifen, die uns am geeignetsten erscheint, bis hin zur Löschung von Pinnwandeinträgen oder dem Ausschluss eines Users von dieser Seite.

Ausdrücklich möchten wir betonen, dass keine Löschung vorgenommen wird, wenn von uns abweichende Meinungen und Positionen vertreten werden. Dies gehört für uns zu einem offenen Dialog dazu.

Dankeschön

Zum Jahresende also endlich nochmal ein Highlight in der Nutzung der interaktiven Möglichkeit des Internets. Nicht nur, dass offener, unzensierter und transparenter Dialog geführt wird, auch der Aufbau und die Betreuung der Seite ist genauso, wie ich mir den Auftritt einer Bank oder Bankengruppe bei Facebook vorstelle. Diese Maßnahme bewerte ich wesentlich höher als die “Giro sucht Hero” Kampagne, denn diese brachte zwar Fans aber kaum Dialog und zeigte darüber hinaus keine Bereitschaft sich auch wirklich zu verändern.

Dies bleibt natürlich ein zu beobachtender interessanter Aspekt an der Sparkassen Aktivität. Hört man nur zu und diskutiert oder ist man auch bereit Selbstverständlichkeiten des tief eingeprägten finanzwirtschaftlichen Glaubensbekenntnisses über Bord zu werfen. Denn im Dialog besteht die Chance zu erkennen, dass finanzwirtschaftliche Regeln und Verhaltensweisen nicht von Natur gegeben sondern von Menschen, wenn auch zumeist nicht bewusst geplant, geschaffen wurden. Demnach ist alles veränderbar, man muss nur aus der Gruppe der Lemminge ausscheren und einen eigenen Weg finden. Und das geht einfacher, wenn viele Menschen bereit sind diesem Weg zu folgen.

Was denken Sie?