Wie klingen eigentlich Banken?


Stille 1

Unterschiedlich würde ich sagen. In den meisten Bankfilialen klingt es – so denke ich mir das zumindest – nach Stimmen. Menschen, die sich in unterdrücktem Ton – meistens ein wenig geheimnisvoll über Geldangelegenheiten unterhalten. Bitte Abstand halten. In der Regel ist es jedoch ausgesprochen ruhig. In den SB Filialen – die ich wesentlich häufiger besuche – ist sogar nahezu geräuschlos. Ab und zu öffnet oder schliesst sich eine Tür. Ansonsten hört man die Tasten des Geldautomaten und die Geräusche, die er und sein Kollege der Kontoauszugsdrucker machen. Von Musik keine Spur.

Stille 2

Jetzt kann ich mich natürlich auch irren, weil ich – wie gesagt lange nicht mehr in einer Filiale war. Wenn ich Online Banking mache, gibt es bei meiner Bank aber auch keine Musik und auch die Banken, die man bei twitter, Facebook und Co findet, wirken nicht sonderlich musikalisch auf mich.

Nun hat Banking sicherlich auch nicht sehr viel mit Musik zu tun und nicht alle müssen – nur weil ich eigentlich fast immer irgendwie Musik höre – unter meinen Anforderungen leiden. Wobei – das gebe ich hier mal zu bedenken – Musik machen auch so eine menschliche Fähigkeit ist, die man als soziales Handeln bezeichnen kann und deshalb auch in den Social Media Kontext gehört, der ja aktuell von so vielen Banken geliebt wird. So kann man neuerdings z.B. einen Bausparfuchs auf seinen Reisen durch Deutschland begleiten (twitter, Facebook und im eigenen Blog). Wäre doch schön, wenn der Fuchs auch mal seine musikalischen Vorlieben nennen würde z.B. Fuchs Du hast die Gans gestohlen oder vielleicht hört er Ultrafox (haha kleiner Kalauer).

Spiel in Ihrer Bank Musik eine Rolle?

Vielleicht gibt es ja mal eine Reaktion. Liebe Banker :  Wie klingt Eure Bank eigentlich? Oder liebe Kunden von Banken: Wie klingt Ihre Bank?Oder liebe Politiker: wie klingen die Banken? Oder liebe Banken: Wie klingen die Politiker oder die Kunden?

So klingt mobile Banking

Es gibt allerdings schon Banken, die wissen wie “Mobile Banking” klingt.

Das ist übrigens nur ein Video aus einer ganzen Reihe von Werbevideos für das mobile Banking der ING Direct. Hier ein weiteres

Offensichtlich setzen immer mehr Banken auf die Karte “Mobile Banking”. Es wäre ja auch zu schade, wenn man hier ein weiteres Mal anderen Unternehmen den Vortritt lassen würde. In Sachen “Mobile Payment” sind ja die Telekommunikationsuntenehmen sehr engagiert, wie dieser Artikel von RCR Wireless zeigt.

Wenn mein Bankberater meine Musik hören würde

Um noch mal auf die Ursprungsfrage zurückzukommen: Aus der Psychologie wissen wir, dass wir Menschen, die uns ähnlich sind eher Hilfe leisten als Menschen, von denen wir denken, dass sie nichts mit uns gemeinsam haben. Im Verkaufsgespräch könnte ich mir durchaus vorstellen, dass ich von einem Berater, der sich ebenfalls sehr für Musik interessiert und eventuell sogar ähnliche Musik hört wie ich, durchaus eher ein Produkt kaufen würde. Deshalb halte ich diese banale Idee (gefunden bei TheFinancialBrand) einer amerikansichen Bank fast schon für genial.

Schlimmer als Stille

Und zum Schluss noch einen Tipp für alle neuen Social Media Sendeanstalten. Das zu lesen und zu beherzigen könnte sinnvoll sein und helfen

Hört auf zu sprechen, stellt Fragen und beginnt mit dem ZUHÖREN. via The Financial Brand.

Sonst könnte es eventuell passieren, dass Kunden denken ihre Bank klinge so

Und das wäre allein schon musikalisch der Supergau

Sechs Fragen, eine Zusatzfrage und eine Videoantwort an und von Matthias Kröner


Eigentlich sollte das nächste Interview meiner kleinen Artikelserie gar nicht so kurzfristig erscheinen. Es gibt allerdings zum Glück einige wenige Unternehmen innerhalb der Finanzbranche, die schneller, kundenorientierter und innovativer sind als Andere.  Und solche Unternehmen können und wollen uns noch positiv überraschen. In diesem Fall wurde ich vom Tempo und der Form, in welcher die Fragen beantwortet wurden vollkommen überrascht. Die Qualität ist dagegen wie erwartet hoch. Für Kenner der Fidorbank eigentlich kein Wunder dass die Antworten schon im Youtube Channel der Fidorbank zu sehen waren, bevor ich heute überhaupt aufgestanden war (also beinahe).

Hier also noch mal mein ausgesprochener Dank an Matthias Kröner Vorstand der Fidorbank und natürlich an Yvonn Zimmer, welche die Fragen besser aussprach als ich dies je hätte tun können.

Und als kleines Dankeschön mein Lieblingslied von Supertramp

Werden wir die Bank wechseln?


Wann sind Bankkunden wechselbereit?

Die Beantwortung dieser Frage erscheint beim ersten Lesen sehr einfach zu sein. Jeder von uns ist zumindest in der Lage diese Frage für sich selber zu beantworten, denn ich denke wir alle sind auch Bankkunden. Allerdings scheitert der geplante Bankwechsel oft an unserer Bequemlichkeit. Wir alle haben einen recht aufwändigen Tagesablauf und in der Regel nur wenig Zeit. Und die Zeit, die zur eigenen Gestaltung verbleibt, möchte man mit angenehmeren Dingen verbringen. Es sei denn man gehört zur Minderheit (meiner These) derjenigen Menschen, für die Finanzen und das Jonglieren damit, eben eine angenehme Beschäftigung darstellt.

Bank Simple – Einfache Bank

Wenn wir darüber nachdenken, was wir von unserer Bank erwarten und mit dieser Frage durfte ich mich gestern im Kundensymposium der VR NetWorld GmbH in einer Diskussionsrunde beschäftigen – dann spielt dabei Einfachheit eine Rolle. Banking sollte möglichst einfach zu verstehen und auch abzuwickeln sein. Hierbei helfen dann zum Beispiel Technologien oder gute Berater. Also Berater denen es gelingt komplexe Sachverhalte einfach und unterhaltsam darzustellen ohne dabei wichtige Informationen weg zu lassen. Man könnte also eigentlich davon ausgehen, dass eine Bank, welche Einfachheit als wesentlichen USP vermarktet, davon ausgehen kann viele Kunden anzuziehen. Die einfache Bank oder Bank Simple müsste demnach ein Modell sein, welches Kunden zum wechseln bewegt.

Is it love?

Offenbar – so kann man zumindest in diesem Artikel bzw. in der darin beschriebenen Umfrage nachlesen – ist dies aber nicht der Fall. Die neue und sehnlichst erwartete “Bank Simple”  würde also zunächst einmal keinen starken Kundenzulauf erwarten können. Sie wird Geduld haben  und sich vor allem auch auf die jüngere Generation konzentrieren müssen. Trotz Finanzkrise und trotz Vertauensverlust ist die Wechselbereitschaft der Bankkunden offenbar nicht besonders gewachsen. Eine Bankverbindung scheint demnach zumindest aus Sicht der Kunden mehr zu sein als eine einfache Geschäftsbeziehung. Ist es vielleicht Liebe? Denn auch unerwiederte Liebe wird ja nicht so einfach aufgekündigt oder verdrängt?

Eine Vision die keine war


Vor gut zwei Monaten hatte ich die Gelegenheit dem Bankmagazin meine Vision der Bank im Jahr 2020 darzustellen.  Am Anfang des neuen Jahrzehnts scheint es so, dass viele von mir angesprochenen Punkte schon viel schneller Realität werden könnten. Dies betrifft besonders die technologischen Aspekte meiner Aussage, denn Banken waren gegenüber technologischen Veränderungen, welche ihnen Kosteneinsparungen und Effizienzverbesserungen versprechen, schon immer sehr offen. Aber machen sie sich selbst ein Bild:

Die Bank in der Hosentasche

Die Generation der „Digital Natives“, die mit dem Internet aufgewachsen ist, hat deutlich größeres Vertrauen in Handy-Anwendungen als die heute über 40-Jährigen. Daher wagt Boris Janek die Vorhersage: „Mit dem Smartphone – oder wie auch immer das künftige Gerät heißen wird – können alle Finanztransaktionen durchgeführt werden.“
Das gehe sogar so weit, dass „ich über mein Mobiltelefon mein Konto sperren und entsperren kann, wann immer ich es will“.

Persönliches Finanzmanagement in Echtzeit

Künftig auf einen Blick einen kompletten Überblick über alle Finanzen zu erhalten, darauf hofft Boris Janek. Seine Vision: „ Das Mobiltelefon ist direkt mit meinem Konto verdrahtet. Wenn ich also irgendwo bezahle, dann kann ich die Transaktion direkt in Echtzeit auf meinem Konto sehen. Mein Kontostand wird ständig aktualisiert. Dieser Kontostand ist unabhängig von einer Bank. Mein persönlicher Finanzmanager ist zu jeder Zeit über jede einzelne Kontobewegung auf allen meinen Konten informiert.“

Verbindung zum und Abgleich mit dem Kaufverhalten

Boris Janeks Vorstellungen gehen sogar noch weiter: „Der persönliche und mobile Online-Finanzmanager analysiert mein Kaufverhalten. Er vergleicht es mit zurückliegenden Zeiträumen, führt Prognosen durch und ist auch in der Lage festzustellen, ob es ein  ähnliches Produkt woanders zu einem besseren Preis  mit besseren Finanzierungskonditionen gibt.

Austauch mit Dritten (selbst definierte Privatheit)

Noch reine Web 2.0-Zukunftsmusik ist Janeks Vorstellung, diese Information – auf der gleichen Plattform – auch an Dritte wei-terzugeben.„Die anderen Nutzer könnten mir aus eigenen Erfahrungen heraus Tipps geben“, hofft der Volksbank-Visionär. Dabei werde sich künftig dieKommunikation über Finanzthemen längst nicht mehr nur in spezialisierten Geld-Communities, etwa Onvis¬ta, abspielen: „Kontoinformationen kann ich ebenso wie alle anderen Transaktionen über jeden gewünschten Kanal einsehen oder aus-tauschen. Mein Konto ist damit auf Twitter, bei Facebook, wo immer ich es wünsche. Der Besuch einer Banken-Website und das mühevolle Einloggen in meine verschiedenen Banking-Applikationen ist überflüssig.

Filialen

Die Bank ist entraumt“, sagt Boris Janek voraus. „Sie sucht Unterschlupf in Cafés, Einzelhandelsgeschäften und Kiosken. Es gibt nur noch wenige, aber dafür umso luxuriösere Filialen, in denen ich mich von Mitarbeitern in entspannter Atmosphäre beraten lassen kann.

In entvölkerten ländlichen Regionen werden nur noch Self Service Center existieren“, sagt „Electrouncle“ Janek voraus. Hier wird Beratung auch technikgestützt über Online-Beratungs-Terminals stattfinden. Im Zentrum aller Finanztransaktionen wird in zehn Jahren aber das Internet stehen. Jegliche Art von Finanztransaktion kann dann fallabschließend online erledigt werden, und es wird keine Altersgruppe mehr geben, die das nicht nutzt.

Bargeld

Bargeld ist nicht mehr erforderlich. Die Geldbörse ist passé.“ Derzeit wird in Deutschland noch deutlich häufiger mit Bargeld gezahlt als in vielen anderen Ländern. Aber künftig würden die meisten Bezahlvorgänge, für die heute noch Cash benötigt wird, berührungslos vonstatten gehen, meint „Electrouncle“. Auch dabei werde das Mobiltelefon eine
große Rolle spielen.

Produktverkauf

Die Mitarbeiter können mir aber alle Produkte verkaufen, die ich haben möchte. Das Girokonto von der Deutschen Bank, den Fonds von Union Investment, die Kreditkarte von Amazon, das Online-Banking von Facebook“, sagt Boris Janek voraus. „Damit wird die Bank der Zukunft auch eigentlich keine Bank mehr sein, zumindest nicht im heute üblichen Sinne.“ Jedes Unternehmen könne Bankprodukte anbieten.

Auch branchenfremde Anbieter werden sich in den kommenden Jahren im Finanzsektor ausbreiten. Janek prophezeit: „Wer regelmäßig Bücher bei Amazon oder Musik bei Apple kauft, wird von diesen Unternehmen auch kostenlose Konten usw. angeboten bekommen und diese auch dort erwerben.

Vertrauen spielt dabei durchaus eine Rolle, aber Vertrauen entsteht hier durch Zufriedenheit mit einem anderen Produkt, das einen wahren und emotionalen Wert fürden Kunden hat.“

Die eigene Bank

Konsumenten werden sich überdies vermehrt zusammenschließen, ein eigenes Bankprodukt entwickeln und dieses von einem Partner umsetzen lassen. Dies ist das aktuell als revolutionär angesehen Grund-konzept der Fidor Bank, die für jeden umge-setzten Produktvorschlag 1.000 Euro zahlt. Dabei könnten diese Finanzprodukte nach Janeks Vision sogar weiterverkauft werden. „Die Konsumenten werden so zu Produzenten, die mit eigenen Finanzprodukten sogar selber Einnahmen erwirtschaften.

Die soziale Bank

Die Bank der Zukunft wird transparent, authentisch, nachhaltig und wertorientiert sein, durch das Internet hat der Kunde die Macht übernommen. Er entscheidet wo, wie und mit wem er sich über Finanzen austauscht.

Mehr Staat

Die Bank der Zukunft wird aber nicht nur von Kunden kontrolliert sondern auch verstärkt durch staatliche Institutionen. Es gibt deshalb mehr Banken die nur für die Grundversorgung der Bevölkerung zuständig sind.

Real Banking

Andere Geldinstitute werden erkennen, das ihre eigentliche Leistung nicht nur darin besteht Finanzprodukte anzubieten. Sie kümmern sich um das finanzielle Wohlbefinden des Verbrauchers, insofern steht und fällt sie mit dem Erfolg ihres Kunden. Verliert der Kunde, so verliert die Bank. Gewinnt ein Kunde, dann gewinnt auch die Bank. Dabei sind Bank, Bankberater und deren Leistungsparameter vollkommen transparent.
Der Kunde wird sogar in der Lage sein, die Ähnlichkeit des Beraters im bezug auf seine eigenen persönlichen Wertvorstellungen zu erkennen.

Das vollständige Interview und der sehr interessante Artikel von Anja Kühner findet sich im Original in der Dezember Ausgabe des Bankmagazins und ist auf deren Internetseite auch käuflich zu erwerben.

Was ist ihre Meinung? Wie werden sich Banken und die Bedürfnisse der Kunden in den nächsten 10 Jahren verändern? Die Diskussion ist eröffnet.

Mobiles bezahlen mit QR Codes


Square und tappay zwei neue Startups sind dabei die Art und Weise zu revolutionieren in welcher wir Produkte und Dienstleistungen bezahlen. Das Mobiltelefon wird über kurz oder lang klassische Bezahlverfahren ergänzen wenn nicht sogar verdrängen. Bankkarten, Kreditkarten und Bargeld könnten überflüssig werden. Von Square habe ich hier schon vor einigen Tagen geschrieben. Hier sind noch einige weitere Links zu Square

http://springwise.com/financial_services/square/
https://squareup.com/

http://thebankwatch.com/2009/12/02/the-first-genuine-payment-innovation-for-a-while-square/

http://www.socialsquared.com/2009/12/01/square-iphone-payment-system-pos/

Über den Mobile Tagging Blog bin ich nun auf Tappay aufmerksam geworden.Tappay verwendet QR Codes, um das Bezahlen über das Mobiltelefon zu ermöglichen. Der Dienst soll in einem Monat an den Start gehen. Hier ein Video, das den Dienst darstellt.

Geht Bank heute wie gestern?


Die Citibank ändert ihren Namen und wenn man den Namen ändert, muss in der Regel ordentlich in Marketing, Werbung und PR investiert werden.
Eine Namensänderung und deren Kommunikation gehört sicherlich mit zu den schwersten Aufgaben, denen sich Agenturen gegenübersehen. Und diese Änderung kann noch komplizierter werden, wenn gleichzeitig  ein neues oder anderes Image aufgebaut werden soll oder muss.

Der Slogan

Den Slogan “so geht Bank heute” würde ich schonmal als gelungen bezeichnen. Ob es das Ziel der Citi- bzw. zukünftigen Targo Bank war, einen solchen inhaltsleeren Slogan zu verwenden, denn der Slogan impliziert ja in keiner Weise, dass Bank heute anders als früher geht. Ein Imagewechsel ist nicht erkennbar. Da muss man dann schon genauer hinschauen.

Die Kampagnenseite

https://www.so-geht-bank-heute.de/bank-tagebuch.asp

Ein Blick auf die Kampagnenseite gibt da schon tiefere Einblicke. Eine Kampagnenseite, die aus meiner – natürich subjektiv geprägten- Marketingperspektive ebenfalls gut gelungen ist. Wenn auch auf eine dialogische Ansprache in Form von Social Media Elementen – wie es ja gerade die Noa Bank und die Triodos Bank vormachen – verzichtet wird. Erkennbar ist aber, das auch das Image offensichtlich verändert werden soll. Die Frage wie Bank heute geht, bleibt auf den ersten Blick weiterhin unbeantwortet.

Imagewechel?

Zur Veränderung des Images ist Fussball eigentlich immer ein gutes Terrain. Vom Wettskandal konnten die Macher der Kampagne ja vorher nichts wissen.  Die Unterstützung von Fussball Vereinen kommt in Deutschland immer gut an. Die Deutschen leben für Fussball. Mehr als 6,5 Millionen Mitglieder und über 27.000 Vereine sind alleine im DFB organisert. Die Deutschen lieben auch Sport und Vereine sowieso. Es ist also eine gute Idee Vereine zu unterstützen und
die Menschen auch noch selber auswählen zu lassen, welcher Verein unterstützt werden soll. Das nennt man Einbindung vielleicht sogar Crowdsourcing. Nur was hat das mit Finanzen zu tun und der Bank von heute oder von morgen? Da sind andere Banken mutiger: Bei der Fidor Bank entscheiden die Kunden über ihr Geld und die Produkte.Bei den nachhaltigen Banken ala GLS, Noa, Triodos  z.B. über die Verwendung ihrer Anlagesummen.

Intermezzo: Oha. Reicht es aus eine Rolle zu spielen?

An dieser Stelle ein Bild aus dem Adventskalender von der Kampagnenseite der Citibank

Ok, das Bild ist ein wenig unfair aus dem Zusammenhang gegriffen

Werder Bremen

Die Citibank engagiert sich aber nicht nur im Breitensport. Mit Werder Bremen wird auch ein Bundesliga Club unterstützt und die Wahl dieses Vereins war ein sehr geschickter Schachzug, denn wofür steht Werder Bremen? Werder Bremen ist das Gegenmodell zu Bayern München oder Borussia Dortmung. Bremen steht für Beständigkeit, Bescheidenheit, gute und geduldige Arbeit, behutsames Wachstum und für Erfolg. Werder Bremen ist sozusagen das nachhaltige Modell des Fussballs. Möchte die Citibank also auch zur nachhaltigen Bank gar zur “Social Bank” werden?

Mehr als ein neues Image?

Die Kampagnenseite lässt dies nicht erkennen und mit einem Imagewandel wäre das auch gar nicht getan. Man kann bzw. man konnte (vor dem Internet) auch ein gutes oder zumindest keine schlechtes Image haben, ohne den Menschen und dessen Bedürfnisse in den Mittelpunkt des eigenen Wertkanons zu stellen. Nehmen wir das Beispiel Lidl: Das Image war gut, bis die Öffentlichkeit gewahr wurde, dass dort Mitarbeiter nicht so behandelt werden, wie man es von sozial verantwortlichen Unternehmen erwarten kann. Nun macht man umfangreiche Image Kampagnen und die Image Werte steigen. Ob sich diese Image Werte auch auf das Verhalten der Verbraucher auswirken, kann ich im Fall Lidl nicht beantworten. Im Fall der Banken gibt es zumindest wage Schätzungen, die den nachhaltigen Banken starke Wachstumsraten bescheinigen .

Anders geht anders

Sollte die Citibank, nein die Targobank, das Image einer sozial verantwortlichen Bank haben bzw. sollte sie sogar eine sozial verantwortliche Bank werden wollen, dann löst die Kampagne eher Zweifel aus. Zunächst einmal wäre eine sozial verantwortliche Bank aus meiner Sicht authentisch und wirklich transparent. Nochmal die Frage: Was hat Fussball mit der Dienstleistung der Targobank zu tun? Ist man sozial verantwortlich, wenn man Vereinen Geld spendet und ist das was besonderes? Für Sparkassen und Genossenschaftsbanken ist das zum Beispiel seit Jahren selbstverständlich. Es ist schön, wenn man in professionell wirkenden Videos zeigt, wie aus der Citibank die Targobank wird und den Verbrauchern einen kleinen Einblick in die tägliche Arbeit und einige Unternehmensprinzipien gibt. Aber sollte man dazu gecastete Schauspieler nehmen. Muss man gefakte Kundenumfragen in einem als Cafe getarnten Filmstudio machen? Wie immer scheint die Bank schon zu wissen, was die Verbraucher wollen und wünschen. Wie wäre es denn, wenn man die Fragen direkt auf der Kampagnen Seite offen und ehrlich beantworten würde. Es gibt aktuell einige Banken die dies wagen. Und handelt eine Bank sozial verantworltlich, über welche man im Fokus so etwas lesen kann.

http://www.focus.de/finanzen/banken/citibank-drueckermethoden-am-bankschalter_aid_344552.html

Ok, das war vor dem Namenswechsel, aber es wäre doch ein ehrlicher und authentischer Start sich für solche Ereignisse (falls sie denn stimmen und so vorgefallen sind) zu entschuldigen. Wäre nicht etwas mehr Demut und Ehrfurcht und etwas weniger Künstlichkeit ein viel besserer Start in eine neue Zeit gewesen? Womit wir mal wieder bei der Frage wären:

Was ist eigentlich Social Banking?

Das Thema kommt auf jeden Fall in Fahrt. Die neuen Banken gewinnen Kunden und vor allem eine grössere Resonanz in der Öffentlichkeit. Social Banking wird zu einem Modewort und unterliegt damit auch der Gefahr zu einer “Marketing Idee” zu verkommen. Ich prognostiziere, dass alle Banken zukünftig “Social Banking” betreiben werden. Die einen als Marketing Fassade, die anderen real und wie immer liegen zwischen der “Marketing Fassade” und dem “Realen” noch viele Varianten dazwischen. Bei den Beratungshäusern ist das Thema auf jeden Fall angekommen und die erkennen neue Geschäftsfelder in der Regel recht zeitig. Hier kann man zum Beispiel nachlesen, wie die ZEB Social Banking definiert

http://www.zeb.de/de/pressedetail.html?detailid=98

Vier Faktoren bilden die wesentlichen Bestandteile des Social-Banking-Konzepts: Erstens die konsequente Investition in ethisch-ökologisch nachhaltige Projekte, zweitens die einhergehende transparente Publikation der Kreditvergabe zum Nachweis der erklärten Mittelverwendung, drittens die Möglichkeit für Anleger, selber zu entscheiden, welche Branche mit ihren Kundeneinlagen kreditfinanziert werden soll, sowie letztlich eine risikomindernde Fokussierung auf das realwirtschaftliche Geschäft – also Spekulationsverzicht.

Ist das die Definition von Social Banking, die wir schon so lange diskutieren und suchen? Mit Sicherheit ist diese Definition für ein Beratungshaus der Schlüssel für viele lukrative Beratungsaufträge. Denn eine Steigerung der Bilanzsumme von 30 % innerhalb eines Jahres – wie in der ZEB Pressemitteilung – nachzulesen, weckt natürlich überall Begehrlichkeiten.

Ich fühle tiefe Zweifel. Warum steht in der Definition nichts von Werten und nichts von Menschen? Warum liest man stattdessen Worte wie Anleger, Projekte, Kundeneinlagen, Mittelverwendung. Klingt das so, als käme das “Banking back to the people”, als ginge es darum, Menschen finanziell besser, kompetenter und glücklicher zu machen. Klingt das nach einem neuen Banking oder klingt das, als ob Bank heute so geht, wie gestern?

Diskutieren wir also weiter über Social Banking

http://www.slideshare.net/bobtod/social-banking-2518418

oder vielleicht Common Banking,

http://lochmaier.wordpress.com/2009/11/25/diskussion-wie-aus-social-banking-2-0-common-banking-werden-konnte/

Eine neue Bank


Mit dem Anspruch anders und nachhaltig zu sein. Dazu gibt es eine gute Landeseite und natürlich – wie es sich für eine moderne und transparente Bank gehört – die Nutzung von Social Media. Die Noa Bank:

http://www.anderebank.de/

http://twitter.com/noabank

http://www.facebook.com/pages/Noa-Bank/186348625488

 

Leveraging Corporate Social Media in the Finance Sector


somesso

Am 2. und 3. November findet in Zürich die Somesso Konferenz 2009 statt. Die Veranstaltung richtet sich in erster Linie an Mitarbeiter und Experten der Finanzbranche. Der erste Tag ist als Workshop der zweite als Konferenz angelegt. Es sind zahlreiche spannende Veranstaltungen und Vorträge von Social Media Kennern und Experten angekündigt. Hier die Agenda für Tag 1 und Tag 2. Aus Deutschland wird die Fidor Bank AG teilenehmen.

Auch ich habe die Chance erhalten an einer Diskussionsrunde teilzunehmen. Da die Veranstaltung in englischer Sprache stattfindet, habe ich hier mal versucht meinen ersten englischsprachigen Artikel zu verfassen, um auf die Veranstaltung hinzuweisen.

An dieser Stelle auch noch eine Richtigstellung: Ich bin nicht Mitarbeiter des BVR und kann insofern auch nicht offiziell für die Gruppe der Volksbanken Raiffeisenbanken sprechen. Dieser Blog drückt deshalb auch immer meine persönliche Ansicht aus und hat in der Regel keinerlei bezug zu meiner täglichen Arbeit, auch wenn ich hier immer wieder mal schreibe, dass insbesondere die genossenschaftliche Idee und damit natürlich die Genossenschaftsbanken die idealen Voraussetzungen besitzen, um im sozialen Internet aktiv und erfolgreich zu sein.

Hier aber nun der Artikel:

Like Love Social Media would changes everything.

For the financial sector, social media is not yet on the agenda. Although the relevance of the social internet has been recognized, so far only a few banks have entered the social media stage. The reasons for this are obvious: the financial crises and the fact that banks traditionally operate mysteriously rather than transparently. Nevertheless, banks will use social media. And that´s not all: within a short time, social media will be as common as using the telephone, email or online banking. It needs little fantasy to find several reasons for this, too.

1. Social media is more efficient and less expensive than every other known technology. And banks are traditionally ambitious about saving costs and increasing efficiency

2. The social internet is the basic technology for a globalized world

3. People are using social media and because “banking is people” banks must and will actively use social media.

At the moment just one question remains: How will banks utilize social media?

First of all, the answer to this question requires a conceptual clarification: social media is not social. Social media is human interaction mediated over internet platforms and internet technologies.

This means, if banks deploy social media, ‘’banking” wouldn’t necessarily become better, more sustainable or human. But at least social media increases the pressure on banks to act more honestly and oriented to the needs of people (consumers). The Internet catapults us into the age of honesty. The transparency of the internet favors enterprises which act openly, fairly, transparently and authentically and those able to involve customers directly in order to furnish superior services.

Such superior services will pursue the objective of improving people’s financial well-being. This applies to making people better, more successful and happier. The particular challenge is: not just people but the economy, society, culture and ecology should not suffer from the actions of the banks, but should likewise profit. That would be ‘’social banking “and this is a social innovation.

In my opinion, banks will use social media. But there are some banks with better pre-requisites for using social media. These are the regional and cooperative banks which are more accustomed to talking to real people in a real voice.

Finovate 09-Ein kurzer Blick in die Zukunft


Ende September ist in den USA die Veranstaltung Finovate 09 zuende gegangen. Auf dieser Veranstaltung, die finovate09treffen sich junge und etablierte Technologie Unternehmen aus der und stellen dort  ihre Innovationen vor. In diesem Jahr haben über dreissig Unternehmen teilgenommen. Eine beeindruckende Zahl, die belegt, dass in den USA nicht nur besonders viele  Banken sterben sondern auch  – wahrscheinlich davon inspiriert – zahlreiche neue Ideen enstehen, mit welchen die Finanzwelt modernisiert wird. Schumpeter würde dies wohl schöpferische Zerstörung nennen.

Besonders interessant oder auch traurig, dass nur wenige Innovationen von den Banken selber kommen. Ähnlich wie in der Musik- und Verlagsbranche scheint man die Bedrohung bzw. die neuen Herausforderungen durch das Internet noch nicht richtig realisiert zu haben. In der Bankenbranche – so denkt man wohl – können und dürfen Innovationen nur von den Banken und Finanzunternehmen selber kommen. Was erfinderische Geister mit Hilfe des Internets anders oder besser machen als bisher, wird in der Regel nur müde belächelt.

Doch Stop: In den USA ist man – wie immer wenn es um das Internet geht – schon einige Schritte weiter. In Sachen Bank Innovation steht es um Deutschland doch wesentlich schlechter. Nur wenige Unternehmensgründungen oder Start ups sind überhaupt in der Finanzbranche anzuordnen. Und die wenigen, die den Sprung in die fast überregulierte Branche wagen, sind überwiegend Kopien internationaler Vorbilder, wobei einige davon (smava, kontoblick, etc.) durchaus beachtenswert sind. Kundenzentrierte technologische Innovationen von Banken fehlen nahezu gänzlich. Nicht unerwähnt bleiben darf hier natürlich, dass mit der Fidor Bank AG ein Unternehmen existiert, dessen Ansatz einer reinen Online  Community Bank durchaus als weltweit einzigartig angesehen werden darf.

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