Filiale der Zukunft: AIB Bank eröffnet digitale Banking Filiale


AIB The Lab

Es sieht aus wie Second Life. Ist es aber nicht!

Es könnte ein internes Projekt sein, denn Modelle von Zukunftsfilialen gibt es Einige. Nur wenige jedoch sind auch für die Öffentlichkeit zugänglich. Es ist aber kein internes Projekt.

Die Allied Irish Bank (AIB) hat eine Bankfiliale der Zukunft eröffnet. Allerdings in der Gegenwart am 16. April 2013. Mehr in diesem Video und bei Christopher Langlois im Visible Banking Blog oder hier auf der Website von The Lab

Machen Sie doch einen Rundgang

Mal eben noch nach vorn schauen: 14 Erwartungen für 2012


Das Jahr liegt auf dem Sterbebett. Schauen wir mal kurz nach vorne. Was kommt auf die Banken im Jahr 2012 zu?
1. Finanzkrise 
Leider werden nicht nur die guten Filme oder Fernsehserien fortgesetzt. Das gilt offensichtlich aber auch für das reale Leben. Ist das noch das reale Leben? Auch im nächsten Jahr wird uns die Finanzkrise voll im Griff haben. Vielleicht wird alles sogar noch schlimmer und dann könnte es passieren, dass die Banken auch mal selber darunter leiden müssen.
2. Mehr Regeln
Der Finanzkrise sei Dank. Im nächsten Jahr wird es noch mehr neue Regularien für Banken geben. Das Geschäft wird nicht einfacher. In jedem Fall sind Gesetze und Regeln genau zu studieren. Der bürokratische Aufwand wird steigen. Ob der Verbraucher davon profitieren wird, ist noch nicht abzusehen. Neue Regeln werden Banken aber noch vorsichtiger machen. Was wiederum nicht darauf hindeutet, dass Banking einfacher und für Menschen nachvollziehbarer wird.
3. Mehr Social Media
Dennoch werden Banken natürlich mehr in Social Media investieren, denn die ein oder andere Bank hat  gemäß des Lemminge Prinzips noch etwas aufzuholen. Ob es im nächsten Jahr aber noch ausreicht einfach nur dabei zu sein. Und ob immer mehr Social Media nutzende Konsumenten wirklich ihre Aufmerksamkeit auf die Socal Media Aktivitäten von Banken richten werden? Es gibt einige Umfragen, die daran zweifeln lassen.
Und die Werbeagenturen und Berater werden ebenfalls alles dafür tun, die Banken auf den Social Media Pfad zu setzen. Ist doch schön, wenn man ausnahmsweise mal Geld von den Banken bekommen kann.
4. Mindestens ein großer Shitstorm
Ich möchte es ja nicht beschreien. Aber eine Bank oder Bankengruppe wird es im nächsten Jahr erwischen. Es wird einen Shitstorm geben, der nicht auf das Internet begrenzt bleibt und der nicht nur den Social Media Gurus auffallen wird. Es ist nicht davon auszugehen, dass die Unzufriedenheit der Verbraucher im nächsten Jahr sinken wird. Eine Verschärfung oder Fortsetzung der Finanzkrise, eine stagnierende Wirtschaft und der Verlust an Persönlichkeiten, die noch Ideale und Werte authentisch vorleben und kommunizieren können, bereiten die Basis. Mehr Social Media Nutzung und zu viel Social Media Marketing oder nicht authentische und isoliert gedachte Kampagnen werden der Auslöser sein. Auf manchen Social Media Seiten von Banken geht es ja jetzt schon recht hoch her.
5. Mobile Payment
Nein es wird da keinen Durchbruch geben. Die Deutschen bleiben skeptisch und vielleicht ja sogar ängstlich und die Wahrscheinlichkeit, dass schon im nächsten Jahr ein Unternehmen kommt, welche die Sicherheits Bedenken der deutschen Bürger durch eine herausragende Steigerung der Bequemlichkeit beim Zahlungsverkehr vom Tisch wischt, ist sehr gering. Zumal ja nicht der Verbraucher allein über das Wohl und Wehe des mobilen Payments entscheidet.
Aber im nächsten Jahr werden sich alle Banken intensiver mit dem Thema beschäftigen. Viele werden an Karten denken. Einige an das Smartphone. Den ersten größeren Pilotversuch erwarte ich in Deutschland aber eher von einem Telekommunikationsunternehmen. Die Telekom Tochter Coupies stattet ja demnächst erste Gechäfte mit NFC Lesegeräten aus. Zwar noch nicht zur Zahlungsabwicklung. Aber da ist der Weg ja nicht mehr so weit. Die google wallet wird wohl in Großbritannien starten. Paypal ist ja gerade in Schweden sehr aktiv.

6. Mehr Realitätsverleugnung

Manche Dinge möchte man ja eigentlich nicht wahr haben. Zum Beispiel die disruptive Kraft des Internets. Da denkt man schnell, dass Menschen immer in eine Filiale möchten, um Bankprodukte abzuschließen und immer einen Menschen von Angesicht zu Angesicht sehen müssen, um Vertrauen aufzubauen. Es ist aber auch nicht so einfach kulturelle Veränderungen anzunehmen. Vor allem wenn in den letzten Jahrzehnten scheinbar alles gleich geblieben ist. Schon die Kutscher konnten sich nicht vorstellen, mal ein Taxi zu fahren. Und je näher die großen Veränderungen kommen, desto stärker umfasst man den Strohhalm der Vergangenheit. Also Augen zu und durch.

7. Mehr Starre

Und wer nicht mehr weiter weiß, der beginnt oft zu erstarren. Ich erwarte deshalb eigentlich weniger Innovation und keine Aufbruchstimmung sondern das Warten auf den Tod. Das klingt jetzt sehr hart. Aber wie bekommt man eine 180 Grad Wende hin und wie reagiert man auf junge, innovative und disruptiv ausgerichtete Unternehmen und deren Tempo. Möglicherweise kommt die Revolution durch Technologie. Zwar ohne Masterplan. Aber hat jeweils eine Revolution solche Veränderungen hervorgerufen, wie wir sie heute erleben. Wir müssen das Internet doch inzwischen als ein Grundbedürfnis und als einen wesentlichen Pfeiler der Demokratie bzw. der Zukunft der Demokratie begreifen. Es ist doch klar, dass Tim Benzko keine Worte dafür hat. Es gibt sie eben noch nicht.

8. Mehr Klagen

Kurz vor der endgültigen Erstarrung kommt häufig noch das Prinzip der Klage. Man versucht die neuen Wettbewerber und die Veränderungen durch entsprechende juristische Maßnahmen in den Griff zu bekommen. Hier sehe ich im nächsten Jahr durchaus noch Einiges auf uns zukommen. Kann aber auch sein, dass dies bis 2013 dauert. Andere Branchen haben diese Phase schon lange erreicht

9. Mehr Politik

Manchmal reicht es auch schon aus eine gewisse Nähe zu Institutionen aufzubauen, welche wesentliche Rahmenbedingungen für Wirtschaft, Staat und Gesellschaft setzen. Insofern werden wir auch in den nächsten Jahren viele politische Aktivitäten und natürlich auch viele neue Verstrickungen und Beeinflussungen erleben. Das könnte noch ein wenig Zeit bringen

10. Mehr Cloud

Cloud Computing wird die Banken umtreiben. Hier liegen doch einige Möglichkeiten für Kosteneinsparungen verborgen und eventuell auch neue Geschäftsmodelle. Allerdings spielt auch hier das Thema Sicherheit eine große Rolle

11. Weniger Filialbesuche

Ich kann mir nicht vorstellen, dass Sie 2012 mehr Besucher in Ihren Filialen erwarten dürfen. Falls ich mich geirrt habe, senden Sie mir eine Mail

12. Mehr Verlust an Vertrauen

Der Vertrauensverlust geht weiter. Ob er Konsequenzen hat, bleibt abzuwarten. Wobei nicht jeder der seiner Bank noch vertraut, ist auch bereit bei dieser Bank zu bleiben. Der Kunde vertraut ja in der Regel ohnehin nur seinem Berater oder Kundenbetreuer und nicht der Bank. Da sich Vertrauen aber insgesamt verändert und sich Vertrauen ja eigentlich auch nie wieder richtig herstellen lässt, wird ehrliche, authentische und Kunden orientierte Arbeit nächstes Jahr sehr hoch auf der Agenda stehen. Veränderung könnte da hilfreich sein.

13.Mehr Non Banks

Noch mehr Finanz Angebote von Unternehmen, die keine Banken sind. Die Telekommunikationsunternehmen könnten beispielsweise im nächsten Jahr Gas geben. Das ein oder andere kleinere Start up könnte in den Markt eintreten. Und die Aktivitäten der großen Internetunternehmen werden auch für Banken spürbarer werden. Ja auch in Deutschland, der Insel der Glückseligen

14. Personal Finance Management

Wenn kleine Apps wie Finanzblick HD schon in der Lage sind einen durchschnittlichen Bankkunden in Begeisterungsstürme ausbrechen zu lassen, ist voraussehbar, dass Personal Finance Management ein Angebot sein wird, über welches sich die Kunden sehr freuen würden. Auch wenn sie dies in Umfragen nicht sagen, weil sie es ja nicht kennen und nicht abschätzen können, welche Vorteile sie dadurch hätten. Die Banken werden sich deshalb damit beschäftigen, sonst kommt ein Anderer und macht es.

Und was habe ich jetzt vergessen? Oder ist das mal wieder vollkommener Quatsch?

Nachtrag

PXT Money nutzt Gamification um MobilePaymen attraktiv zu machen. Aber für Gamification ist es in der deutschen Bankenwelt noch zu früh. Und deshalb waren es nur 12 Erwartungen

Wenn´s um Dialog geht Sparkassen


Kompliment

Einige Tage habe ich die neue Facebook Seite beobachtet. Was ich zunächst skeptisch betrachtete, muss an dieser Stelle einmal ausdrücklich gelobt werden. Die Sparkassen haben den Mut aufgebracht sich den Fragen von Kunden und Nicht- Kunden zu stellen und diskutieren auf “Finanzkrise: Sparkassen im Dialog beinahe rund um die Uhr ohne irgendein kritisches Thema auszulassen.

Während einige Banken für ihre Facebook Seiten Verhaltensregeln formulieren, die man gekürzt in der Aussage zusammen fassen könnte: Alles was uns nicht passt, wird hier umgehend gelöscht, zumal Kommentar und Verhaltensregeln nach Facebook FAQ ohnehin verboten sind, klingt dies bei den Sparkassen so:

Verhaltensregeln

Der offene und auch kritische Dialog ist uns sehr wichtig. Dennoch legen wir Wert auf respektvollen Umgang. Das bedeutet: keine Kraftausdrücke, keine Beschimpfungen, und selbstverständlich keine diskriminierenden, rassistischen oder sexistischen Aussagen.

Ebenso bitten wir Sie, keine kommerzielle Werbung einzustellen. Wir behalten uns das Recht vor, im Einzelfall selbst zu bestimmen, ob ein Verhalten diese Rahmenbedingungen dieser Seite erfüllt oder nicht mehr erfüllt, sowie auch das Recht, jene Maßnahme zu ergreifen, die uns am geeignetsten erscheint, bis hin zur Löschung von Pinnwandeinträgen oder dem Ausschluss eines Users von dieser Seite.

Ausdrücklich möchten wir betonen, dass keine Löschung vorgenommen wird, wenn von uns abweichende Meinungen und Positionen vertreten werden. Dies gehört für uns zu einem offenen Dialog dazu.

Dankeschön

Zum Jahresende also endlich nochmal ein Highlight in der Nutzung der interaktiven Möglichkeit des Internets. Nicht nur, dass offener, unzensierter und transparenter Dialog geführt wird, auch der Aufbau und die Betreuung der Seite ist genauso, wie ich mir den Auftritt einer Bank oder Bankengruppe bei Facebook vorstelle. Diese Maßnahme bewerte ich wesentlich höher als die “Giro sucht Hero” Kampagne, denn diese brachte zwar Fans aber kaum Dialog und zeigte darüber hinaus keine Bereitschaft sich auch wirklich zu verändern.

Dies bleibt natürlich ein zu beobachtender interessanter Aspekt an der Sparkassen Aktivität. Hört man nur zu und diskutiert oder ist man auch bereit Selbstverständlichkeiten des tief eingeprägten finanzwirtschaftlichen Glaubensbekenntnisses über Bord zu werfen. Denn im Dialog besteht die Chance zu erkennen, dass finanzwirtschaftliche Regeln und Verhaltensweisen nicht von Natur gegeben sondern von Menschen, wenn auch zumeist nicht bewusst geplant, geschaffen wurden. Demnach ist alles veränderbar, man muss nur aus der Gruppe der Lemminge ausscheren und einen eigenen Weg finden. Und das geht einfacher, wenn viele Menschen bereit sind diesem Weg zu folgen.

Was denken Sie?

Wenn Brett King wirklich recht hat, dann…


Ihre Banking Instinkte verändern sich

Wenn Menschen instinktiv handeln, dann rufen sie eine eingefahrene Routine ab, über die sie eigentlich gar nicht mehr nachdenken müssen. Solch instinktives Verhalten bildet sich in zahlreichen Lebensbereichen. Brett King fragt in einem aktuellen Artikel nach dem Banking Instinkt und bringt die Veränderungen in der Bankenwelt sehr gut auf den Punkt, indem er feststellt, dass Banking in den nächsten Jahren immer weniger ein Ort sein wird, zu dem man geht, sondern etwas das man tut. Und zwar nahezu überall und zunehmend auch instinktiv.

Digitalisierung und Echtzeit

Wir werden in den nächsten Jahren erleben, wie innerhalb der Bankenbranche alles digitalisiert wird, was digitalisierbar ist.  Ein bevorzugter Banking Partner wird nach Brett King in der Lage sein müssen, mir einen Zugang zu meinem Geld und zu meinen Finanzdienstleistungen zu ermöglichen, wann immer und wo immer ich mir dies wünsche. Und das bedeutet schlichtweg, dass ich zu jedem gewünschten Zeitpunkt in der Lage sein sollte, mir einen Eindruck über meine aktuelle finanzielle Situation und den daraus abzuleitenden Möglichkeiten zu verschaffen. Es reicht beispielsweise nicht mehr aus mit einer Kreditkarte nur bezahlen zu können. Ich möchte zum Zeitpunkt der Bezahlung meine aktuelle Transaktion, die Summe meiner Transaktionen im Monat und auch eine Analyse  bzw. Bewertung meiner Kreditkarten Nutzung einsehen können. Dadurch entsteht eine Transparenz, welche meinen Umgang mit Finanzmitteln einfacher macht und die Wahrscheinlichkeit des Fehlverhaltens reduzieren würde.

Auch in Sachen Sicherheit ist eine solche Transparenz ein sehr starkes Argument. Brett King geht sogar so weit zu behaupten, dass Sicherheit eher für das Mobiltelefon als Zahlungsmittel spricht, als für Karten. Verschlüsselungstechniken, Geo Location, Biomtetrie oder aktives Identitätsmanagement sind Möglichkeiten, die Karten nicht bieten. Was sollte also für Karten sprechen, außer vielleicht Nostalgie. Aber auch die größten Nostalgiker werden akzeptieren müssen, das “Wetten Dass” ein totes Format ist, welches sich nicht wider beleben lässt.

Lesen Sie den spannenden Artikel von Brett King und sagen sie mir, wie Sie die ganze Sache sehen?

Changing your banking instinct

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Next Finance Review II: Kundennutzen und visionäre CEOs


Gastbeitrag von Inga Bergen Associate Director Business Development Fjord GmbH

Banken und die digitale Welt

Die next finance drehte sich vor Allem um ein Thema: Wie können Banken in einem veränderten digitalen Umfeld bestehen und die Entwicklung im Consumer Banking gestalten anstatt ihr zu folgen?

Banken werden für Banking nicht mehr zwangsläufig benötigt. Auch wenn im Regulationsintensiven Kerngeschäft kein Wettbewerber zu fürchten ist, stehen im vernetzten Zeitalter Start-ups in den Startlöchern, die nutzerorientierte Services um Regulationen herum bauen können. Geldbeträge sind im vernetzen Zeitalter nicht mehr als Daten, die transferiert werden. Und die digitale Revolution hat einen veränderten Kundentypus hervorgebracht, der zu seinen Bedürfnissen passende Services und Produkte schell adaptiert und verbreitet.

Crowdfunding, peer-to-peer Darlehen, Internet-Währungen wie Bitcoin sind gute Beispiele dieser Entwicklung. PayPal ist ihr Vorreiter und den Weg von einem Internet-Start up zur voll lizenzieren Bank bereits gegangen.

Experten und die Rolle der Banken

Bei der Beschreibung der Rolle, die Banken in Zukunft einnehmen sollen, gehen die Meinungen auseinander. Fred Schuster von der Deutschen Bank sieht das Alleinstellungsmerkmal der Banken in ihrer persönlichen Beratung und dem Kontakt zum Kunden, für ihn sind „die Produkte austauschbar – entscheidend ist die Beratung“. Die Deutsche Bank arbeitet mit Methoden wie Embedded Design Thinking/ Foresight Thinking um in kleinen autarken Teams Innovationsthemen zu bearbeiten. Zum Beispiel, wie der Beratungsprozess der Zukunft mit besserer Interaktion zwischen Berater und Kunde und höherer Qualität konzipiert werden kann.

Finanzexperte Chris Skinner sieht darin keine Zukunft mehr, er ruft den Tod der Bankfilialen aus, da die Kunden der Zukunft mit proaktiver, digitaler Unterstützung ihre Finanzen selbst managen wollen. Die Bank der Zukunft, wie sie Skinner skizziert, stellt dem Kunden alle Leistungen als Self-Services für multiple Touchpoints zur Verfügung, und hilft ihm, seine Daten zu seinem Vorteil zu nutzen.

Matthias Setzer von Paypal sieht im Mehrwert für den Kunden Transaktionen immer und überall in Echtzeit durchführen zu können einen zentralen Erfolgstreiber des Internets. Das Smartphone ist für PayPal ein Einkaufsinstrument mit entsprechenden Konsequenzen für den Handel. Seit der Einführung im Jahr 2010 wurden eine dreiviertel Billion US-$ über die PayPal Apps transferiert, weil die Nutzung schlichtweg bequem und transparent ist. Auswirkungen auf das Geschäft traditioneller Banken nennt Setzer nicht, für ihn sind die Banken nicht im Fokus, sondern die Händler, die Geschäftspartner von PayPal sind.

Matthias Setzer, Fred Schuster und Chris Skinner bringen eine interessante Perspektive auf die Frage mit: alle drei haben den Kunden und seine Bedürfnisse im Blick, sie argumentieren mit dem Kundennutzen. Auch wenn der Blickwinkel unterschiedlich zu sein scheint, ist der Fokus auf den Mehrwert für den Kunden zentrales Element der Innovationsstrategien.

Visionäre CEOs gesucht

Doch ohne einen CEO, der Zukunftsthemen treibt, kann sich in Banken keine Innovation entwickeln. Für Salvatore Pennino von Google ist die digitale Strategie Chefsache und Paelle Breandgaard von Pico Money sieht Banken ohne visionären CEO in der Rolle Innovationsverhinderers, sie verdienen schlichtweg zu viel Geld, um in zunächst unlukrative Zukunftsthemen zu investieren.

Wenn man den Vorträgen und Diskussionen auf der next finance folgte, sind es zwei Personengruppen, deren Buy-in über den Erfolg der digitalen Strategie entscheiden wird: die Kunden und die CEOs.

Um im Consumer Banking wettbewerbsfähig zu bleiben, sollten Banken sicher stellen, dass sie selbst die versteckten Bedürfnisse ihrer (potentiellen) Kunden genau kennen. Eine (digitale) Service-Strategie sollte Kundenbedürfnisse mit den Bedürfnissen bzw. Zielen der Bank vereinen. Banken sollten die neuen digitalen Möglichkeiten nutzen, um Services zu schaffen, die den Kunden wirklichen Mehrwert bieten. Dann werden sie keine Probleme haben, in der vernetzten Welt zu bestehen. Um dies zu erreichen, brauchen sie eine visionäre Führungsriege, die Zukunft gestalten möchte

Jauchzet und frohlocket: Google mobile wallet ist gestartet


Seit gestern kann man in Seattle mit der sogenannten mobile wallet von google bezahlen. Verschiedene amerikanische Blogs und Medien berichten darüber. Sehr ausführlich zum Beispiel:

 

Google Blog

Mashable

Techcrunch

Nicht uninteressant auch, dass Visa – trotz eigener  mobile Payment Aktivitäten – ab sofort mit google kooperiert, was durchaus zu einer schnelleren Akzeptanz des mobilen Bezahlens in jenen Regionen führen könnte, die eigentlich mit einer sehr guten Payment Infrastruktur ausgestattet sind. Also zum Beispiel in Deutschland.

Hier das offizielle Video zum google wallet Angebot

Hier der erste inoffizielle google Wallet Nutzer

Und im Blog Engadget gibt es einen sehr schönen Artikel mit dem Titel:  A week with google Wallet. Dieser enthält ein kurzes Video sowie eine ausführliche Beschreibung der Funktionalitäten sowie einen Erfahrungsbericht

A week with google Wallet

Damit beginnt das Warten. Wann können wir in Deutschland erste praktische Erfahrungen mit der google wallet machen. Oder kommt eventuell Paypal dem Konkurrenten zuvor. In dem folgenden Video kann man in jedem Fall sehen, wie sich Paypal die Zukunft des Einkaufens und des Bezahlens vorstellt.

Bei aller Begeisterung für das mobile Bezahlen frage ich mich jedoch auch, welche Folgen das entstofflichte Bezahlung für unseren sozialen Verbindungen haben wird? Der Wert der in Waren und Dienstleistungen steckenden Arbeit wird damit noch unsichtbarer. Die Beziehung zum Produkt und zur Dienstleistung und vor allem zu den Menschen, die das Produkt herstellen und im Geschäft verkaufen (also den Wertproduzenten) wird noch oberflächlicher und verschwindet ganz. Das mobile Bezahlen wird aus kultureller und gesellschaftlicher Perspektive zu einer weiteren Individualisierung führen, es wird den einzelnen Menschen weiter aus sozialen Zusammenhängen herauslösen. Der einzelne Mensch wird immer schwächer, er wird definitorisch auf sich Selbst gestellt ohne es überhaupt noch zu merken.Auf der anderen Seite werden Unternehmen und Institutionen  stärker. Die Fremdbestimmtheit nimmt zu. Da bleibt die Frage wie wir zukünftig leben wollen und müssen natürlich auf der Strecke. Beziehungsweise können wir diese Frage immer weniger individuell, persönlich und aus menschlicher Sicht beantworten.

Ihre Meinung würde mich interessieren

6 Fragen mit Zusatzfrage: Was macht eigentlich stockpulse? (Teil II)


Und nun folgt die Fortsetzung meines interessanten Interviews mit den Machern von stockpulse. (Teil 1)

5. Welche Rolle spielt Social Media für Ihr Geschäftsmodell?

Unsere Datenbasis stützt sich vornehmlich auf Nachrichten aus Social Media Kanälen wie Twitter und Onlineforen. Das wird zwar ergänzt durch andere Finanznachrichten, die nicht aus sozialen Medien oder Netzwerken stammen, dennoch steht Stockpulse für eine umfassende Auswertung finanzorientierter Kommunikation in Social Media Quellen.

Da der Austausch über Twitter und in Onlineforen, speziell auch über Aktien, in den USA sehr viel verbreiteter ist als in Deutschland waren die Analysen zu Beginn der Entwicklung einfacher für amerikanische Aktien und den amerikanischen Markt. Mittlerweile beobachtet Stockpulse aber auch sehr viele deutsche Aktien und Indizes (DAX, TecDAX, MDAX, SDAX, EURO STOXX) in den wichtigsten deutschen Foren. Auch bei Twitter steigt die Kommunikation über deutsche Aktien.

6. Gibt es bereits Ideen für weitere Produkte, vielleicht in einem weniger komplizierten Umfeld

Es gibt sowohl Ideen als auch Anwendungsfälle für weitere Produkte. Die Analyse der Informationen bei Twitter, Facebook, Onlineforen, usw. bietet sehr viele Möglichkeiten. Die Entwicklung und Nutzung solcher Technologien steht erst am Anfang. Wenn man sich anschaut wie sehr das Internet unser tägliches Leben beeinflusst, kann man sich nicht vorstellen, dass sich diese Entwicklung irgendwann umkehren wird. Im Gegenteil. “Social Media” steht momentan einfach nur stellvertretend für die Entwicklung von Facebook, Twitter, soziale Vernetzung im Internet & Co. Wie lange und ob die Begrifflichkeiten überleben ist schwer zu sagen. Die Tatsache, dass diese Entwicklung stattfindet ist jedoch sicher.

Daher sind wir auch der Überzeugung, dass sich auch der sehr zugangsbeschränkte Finanzmarkt irgendwann dafür Öffnen muss. Aus diesem Grund konzentrieren wir uns momentan voll und ganz auf die weitere Entwicklung von Stockpulse.

Zusatzfrage: Wie sieht eigentlich der Alltag eines Unternehmensgründers aus. Gibt es  da eigentlich noch Zeit für Freizeitbeschäftigungen? Für welche nehmen Sie sich die Zeit?

Als Gründer im IT-Bereich verbringt man sehr viel Zeit am Tag von dem Computerbildschirm. Man muss glaube ich sehr flexibel sein und sich auf schnelle Zyklen einstellen. Die Suche nach der besten Formulierung, dem besten Modell, der besten Berechnung usw. kann sich manchmal sehr schnell verändern. Das Wichtigste dabei ist, man muss bereit sein für diese Veränderungen. Auch wenn man abends irgendwann nicht mehr vor dem Bildschirm sitzt, gedanklich ist man eigentlich immer noch mittendrin. Für zeitintensive Hobbys bleibt in der Tat nicht sehr viel Zeit übrig.

Aus unserer Sicht ist es aber sehr wichtig sich die Freizeit aktiv zu schaffen. Man benötigt einen Ausgleich, etwas das nichts mit der Unternehmensgründung zu tun hat. Ich denke, nur wenn man sich diese Auszeiten nimmt, kommt man langfristig voran.

Bei meinem Kollege Jonas Krauß und mir ist das momentan der Ausdauersport. Wir haben das Ziel im Oktober beim Kölner Halbmarathon mitzulaufen.

Vielen Dank für das Gespräch

Vorheriges Interview aus der Reihe 6 Fragen + Zusatzfrage.

mybankrating.de

 

Einfaches und spezielles PFM (IOU und Learnvest)


Persönliches Finanzmanagement

Persönliches Finanzmanagement muss nicht immer etwas mit Banking zu tun haben. Die Online Tools, welche in letzter Zeit geradezu aus dem Boden schießen, helfen uns bei der Organisation unseres täglichen Finanzgebarens. Dabei sorgen sie für Vereinfachung, das Zusammenführen unterschiedlicher Orte der Finanztransaktion bzw. unterschiedlicher Konten und Anbieter, sie stellen Übersichtlichkeit her, sparen uns Zeit und nehmen uns viel von den unangenehmen Gefühlen, die entstehen, wenn man sich stundenlang durch Aktenordner mit Verträgen, Briefen und Belegen wühlen muss.

Alltagsprobleme

Nicht für jedes Problem bei der Vereinfachung des persönlichen Finanzmanagements benötigt man die Große, alles umfassende und alles berücksichtigende Lösung, die am Ende unsere Abhängigkeit und möglicherweise auch Manipulierbarkeit von oder durch einen Anbieter nur noch größer macht.

Die schweizerische Internet Plattform IOU bietet eine intuitive,kostenlose und extrem einfache Möglichkeit, um Ausgaben zwischen mehreren Parteien zu verwalten. Diese Lösung eignet sich – so die Anbieter – besonders gut für Vereine, Wohngemeinschaften oder Reisegruppen. Eigentlich ist es ja sehr verwunderlich, dass Banken für solche Zwecke – z.B. für Wohngemeinschaften, die es ja nicht erst seit wenigen Monaten gibt – keine speziellen Angebote bereithalten.

Im ersten Schritt gilt es bei IOU einen Pott anzulegen, für den dann 2 Links generiert werden: Einen für die Mitglieder oder Teilhaber des Potts und einen zur Administration. Nach Anlage des Potts kann der Administrator weitere Teilnehmer einladen und Ausgaben hinzufügen, die sich gleichmäßig, prozentual oder über einen Fixbetrag aufteilen lassen. Zu jeder Ausgabe kann eine Beschreibung, ein Datum, ein Betrag und ein Zahler angegeben werden. Die Währung kann ebenfalls bestimmt werden. Einfacher geht es kaum noch. Eine Banking Anbindung ist  nicht nötig

Artikel von imgriff zu IOU. Dort wurde ich auf IOU aufmerksam

Mehrwert von Banken

Wenn ich solche einfachen Tools betrachte, frage ich mich, welchen Mehrwert mir eine Bank in Sachen Personal Finance Management eigentlich wirklich bieten kann. Gut, dort finden die Transaktionen statt, aber grundsätzlich ließe sich dies alles auf einer anderen unabhängigen Plattform auch simulieren, ohne dass ich einen Verlust an Bequemlichkeit hätte. Dies gilt zumindest solange, wie mein Personal Finance Management Tool nicht in Echtzeit funktioniert und vor allem nicht mit der Möglichkeit zum mobilen Bezahlen verbunden ist.

Gerade Unabhängigkeit und auch Datenschutz sind wesentliche Argumente für ein Personal Finance Management Tool, welches auf Simulation beruht und auf Wunsch mit irgendeiner ausgewählten Bank geteilt werden kann und zwar auch nur temporär. Persönliches Finanzmanagement hat nämlich nur dann den Namen verdient, wenn ich es auch kontrolliere. Und der spannendste Vorteil ist ohnehin eher die Weisheit der Masse oder die Tipps meines sozialen Umfelds, die mich vor zu hohen Gebühren, zu hohen Stromkosten usw. schützen? Was kann mir eine Bank hier wirklich bieten? Gewinne ich mehr Unabhängigkeit oder werde ich noch abhänginger, unselbstständiger und unflexibler?

PFM für jede Zielgruppe

Ein weiterer besonderer Vorteil von PFM Tools ist übrigens die spezielle Ausrichtung auf bestimmte Zielgruppen. Mit Learnvest gibt es schon seit 2009 auch ein spezielles Angebot für Frauen, die ja bekanntlich die wichtigsten Finanzentscheidungen innerhalb der Familien treffen. Und auch Learnvest ist natürlich extrem einfach;

  • Einen Plan anlegen
  • Online Bootcamps (Trainingslager) besuchen
  • Kurse besuchen
  • Experten fragen
Auch der Grund für die Gründung von Learnvest kommt mir irgendwie nicht unbekannt vor:
The idea for LearnVest was born when CEO Alexa von Tobel, upon preparing for graduation from Harvard College, found herself frustrated with the lack of personal finance resources and tools available to her. In December of 2008, Alexa took a leave of absence from Harvard Business School to pursue her dream of creating an online platform to help women everywhere gain control of their finances. LearnVest debuted as a TechCrunch50 Company in September 2009, and since then has helped over one million women gain control of their finances.
Wenn man nun auf das klassische Online Banking der deutschen Banken schaut, dann entsteht doch eine gewisse Skepsis, ob Banken hier ein für Verbraucher wirklich nützliches Angebot bereitstellen können. Dabei geht es nicht um technologische Fragen. Viel wichtiger ist das fehlende know how über die wirklichen Bedürfnisse der Kunden. Banken wissen vielleicht zu wenig über das Leben des modernen Menschen, um noch zeitgemäße Angebote unterbreiten zu können. Ich empfehle mehr Soziologien, Psychologen und Ethnologen in die Banken zu holen oder mehr Menschen, die wirklich im Leben stehen.
Oder was sagen Sie dazu?

5 Gründe warum Banken sonntags geöffnet sein sollten


1. Bankgeschäfte können mitunter sehr komplex sein und erfordern eine intensive Auseiandersetzung mit der Materie. Sonntags haben viele Menschen Zeit dafür.

2. Auch Bankmitarbeiter haben Sonntags mehr Zeit. Man könnte sich intensiver mit den Kunden beschäftigen und damit wieder besser beraten.

3. Andere Geschäfte haben geschlossen. Da Menschen am Sonntag gerne in Geschäfte gehen möchten, würden sie vielleicht wieder in die Bankfiliale kommen.

4. In speziellen Veranstaltungen könnten Banken sich darum bemühen Menschen Finanzthemen interessant und informativ nahe zu bringen. Sie würden darüber hinaus etwas dafür tun Menschen zusammen zu führen und sich auszutauschen. So manche Gemeinde könnte von mehr Zusammenhalt durch eine höhere Interaktionsdichte profitieren.

5. Weil das Internet rund um die Uhr geöffnet ist, muss die Filiale sich anpassen, wenn sie wirklich noch eine Zukunft haben soll.

Einen schönen Sonntag noch