Kettenreaktion


Finanzkrise

Wenn man morgens das Radio einschaltet, dann wird meistens im ersten oder zweiten Satz das Wort Finanzkrise ausgesprochen. Das geht nun schon seit 3 Jahren so. Zumeist geht es dann darum, dass Banken und Staaten gerettet werden müssen. Erst waren es die Banken, dann die Staaten. Jetzt sind es wieder die Banken. Und was wird aus den Menschen?

Internet

Auch über das Internet wird viel gesprochen. Mit immer größerem Tempo verändert es Wirtschaft und Gesellschaft. Was vor mehr als 20 Jahren als beinahe unbedeutende Spielerei begann, treibt heute die Politiker und Wirtschaftsbosse vieler Staaten um, weil die Verhältnisse offensichtlich nicht mehr so bleiben, wie es sich die politischen und wirtschaftlichen Eliten wünschen.

Themen wie Privatheit, Sicherheit und Datenschutz machen die Runde. Deutsche Politiker möchten das Internet in den Griff bekommen und scheuen sich dabei nicht, demokratische Prinzipien über Bord zu werfen. Die Betreiber von sozialen Netzwerken wollen unsere Daten und viele von uns verteidigen naiv die Rechte von großen und mächtigen corporativen Akteuren, die zwar soziale Netzwerke bereitstellen aber nur wenig an sozialen Veränderungen interessiert sind. Auf der anderen Seite soll Facebook und Co. verboten werden, was Staaten offensichtlich dürfen: Auf unsere Daten zuzugreifen. Und nicht nur das. Staatliche Institutionen dürfen offensichtlich sogar unsere Computer manipulieren

Geht es wirklich um Datenschutz?

Thilo Weichert mahnt Facebook Nutzer ab

Welcher Hohn:

Der Bundestrojaner sendet Daten in die USA

Auf der einen Seite haben wir also Staaten, die von Datenschutz sprechen, aber eigentlich nur das Monopol über die Daten ihrer Bürger beanspruchen. Auf der anderen Seite haben wir Unternehmen, die und zu Produkten machen möchten und dazu eben unsere Daten benötigen. Und wo bleiben die Menschen?

Das Fernsehen

Dort spricht man viel über die Finanzkrise und auch über das Internet. In zahllosen Talkshows reden uns hoch bezahlte Talk Show Profis um den Verstand.  Zusätzlich langweilt man die Zuschauer mit verdummenden Sendungen. Im Fernsehen wird Meinung gemacht. Wo bleibt der kulturelle und politische Auftrag des Zwangs finanzierten öffentlich rechtlichen Fernsehens. Kritische Berichterstattung: Fehlanzeige. Über das Internet wird in der Regel nur aus der Sicht eines Konkurrenten berichtet, der aber durch die Zwangsfinanzierung eigentlich keinen Konkurrenten fürchten muss. Dabei werden der GEZ zukünftig Rechte eingeräumt, die wenig mit unserem erlernten demokratischem Verständnis zu tun haben.

Auszug aus dem neuen Rundfunk Staatsvertrag:

Kann die zuständige Landesrundfunkanstalt den Inhaber einer Wohnung oder einer Betriebsstätte nicht feststellen, ist der Eigentümer (…) verpflichtet, der Landesrundfunkanstalt Auskunft über den tatsächlichen Inhaber der Wohnung oder der Betriebsstätte zu erteilen.“ Wenn der Vermieter dazu nicht bereit ist, droht ihm ein Zwangsgeld.

Wollen wir Menschen das so?

Social Media

Wir brauchen keine Welt in der Unternehmen Social Media nutzen. Genauso wenig benötigen wir soziale Netzwerke deren einziges Ziel darin besteht, immer größer und mächtiger zu werden, uns als ihr Produkt zu begreifen und unsere Daten zu nutzen, um mit Werbung ihren Gewinn zu maximieren und so noch mächtiger zu werden.

Was wir brauchen sind Menschen, die soziale Medien und soziale Netzwerke nutzen, um sich wieder miteinander zu verbinden und ihre über Jahrhunderte entstandene Trennung von der realen Welt wieder zurückzugewinnen. Je vidualiserter und vermeindlich freier wir geworden sind, desto abhängiger wurden wir in Wirklichkeit von Organisationen, Institutionen und Staaten.

Banken

Korrektur:  Auch Banken könnten einen Unterschied machen. Zum Beispiel die Genossenschaftsbanken. Wollte Friedrich Wilhelm Raiffeisen eine Bank gründen? Die genossenschaftliche Bewegung entstand aus einem menschlichen Anliegen. Menschen, die miteinander lebten und arbeiteten, die reale Dinge füreinander machten. Die sich kannten und voneinander abhängig waren. Für diese Menschen hatte Friedrich Wilhem Raiffeisen eine Idee. Eine lokale Idee. Eine Idee für den Alltag der Menschen für das reale menschliche Miteinander. Hilfe zur Selbsthilfe ohne spekulative Interessen. Realwirtschaft statt Spekulationswirtschaft. Und hier könnten Banken einen Unterschied machen.

Kettenreaktion

Die Finanzkrise, das Internet, das Fernsehen, Social Media und die Banken. Menschen erkennen an vielen Orten dieser Welt, dass da was schief läuft. Und Menschen finden zusammen, weil sie erkennen, dass die sogenannten politischen und wirtschaftlichen Eliten entweder nicht mehr in der Lage oder nicht mehr daran interessiert sind den Gesellschaften, Kulturen und vor allem den Menschen zu dienen. Es entwickeln sich Bewegungen. Menschen beginnen zu handeln. Nur so entsteht Social Business und nur hierfür macht Social Media wirklich Sinn. Oder?

Schöne Woche noch. Vielleicht doch mit einem Summen auf den Lippen;

Wer bewegt die Unbeweglichen


Die Gutmeinenden

Überall können die Mitarbeiter von Banken nachlesen, was sie anders und besser machen können, sollen oder müssen. Auf Veranstaltungen wie der DEMEXCO oder der Next Finance  wird den Banken zum Beispiel erklärt wie sie Online Marketing einsetzen können, um mehr Kunden zu gewinnen. Social Media – das neue Lieblingskind der Werbe- und Marketingbranche – muss natürlich auch genutzt werden. Aber professionell und am Besten unter Rückgriff auf die Gutmeinenden. Also auf die Agenturen und anderen Unternehmen, die damit Geld verdienen. Nach Online Marketing und Social Media kommt nun Mobile als neues wichtiges Thema hinzu. Neue oder branchenfremde Unternehmen erfinden Personal Finance Management, Mobile Payment, p2p Banking oder sogar neue Währungen und trotzdem bewegen sich die Banken kaum. Möglicherweise auch, weil die Gutmeinenden gar nicht das erfinden und den Banken anbieten, was der Verbraucher bzw. der Kunde möchte

Die Stillen und Hilflosen

Das sind die Kunden. Diese freuen sich natürlich, wenn Ihnen das Banking erleichtert wird. Ein größere Transparenz über das Angebot, hergestellt durch das Internet, ist zum Beispiel eine feine Sache. Es ist schön Produkte kostengünstiger Online erwerben zu können. Man freut sich über gesparte Zeit, die nicht mehr in der Filiale oder am Geldautomaten verbracht werden muss. Online Gespräche zu Finanzprodukten sind nützlich. Und natürlich könnten auch Beraterprotokolle eine gute Sache sein.

Aber es bewegt sich nichts

Den meisten Banken geht es Dank staatlicher Hilfen schon wieder ganz gut. Und warum soll man etwas ändern, wenn es doch gut läuft. P2p Banking, Community Banking, Mobile Payment: Alles schön und gut. Aber wird dies die Banken substantiell verändern? Wird dem Kunden damit geholfen? Versteht er besser was er tut. Werden seine menschlichen Bedürfnisse wirklich befriedigt. Findet er zurück in soziale und lokale Zusammenhänge, welche ihn wieder ans Steuer seines Lebens bringen?

Banken können sich anpassen. Sie können neue Technologien nutzen. Sie können innovativer, transparenter und auch ein wenig Kundennäher werden. Aber können Sie sich wirklich ändern?

6 Fragen mit Zusatzfrage: Matthias Lamberti von YAVALU


Was ist Yavalu und welche Mehrwerte bringt mir die Nutzung?

yavalu ist einfach – die beste Art zu investieren!

Mit yavalu schaffen wir für Privatanleger einen neuen Zugang zum Thema Finanzen und Geldanlage. Es ist eine Online Plattform, die es  jedem Anleger ermöglicht seine Geldanlage selbst und mit wenig Zeitaufwand in die Hand zu nehmen; das alles extrem einfach und transparent, ohne mangelhafte Beratung oder versteckte Gebühren. Etwas Vergleichbares gibt es in Deutschland nicht.

Die meisten Anleger stehen vor dem Problem, die passenden Investments in der richtigen Gewichtung und auf das persönliche Risikoprofil zugeschnitten möglichst kostengünstig und professionell anzulegen.

Wir bieten das! Yavalu sorgt dafür, dass der Anleger die für seine Sparziele und auf seine Bedürfnisse abgestimmten Investments in der optimalen Aufteilung kaufen und beibehalten kann.

Hier habe ich unseren Service nochmal en Detail ausformuliert:

Im Detail heißt das: Auf der Basis einer persönlichen Risikoanalyse und abgestimmt auf das individuelle Sparziel erhält jeder Anleger eine auf ihn zugeschnittene Anlagelösung, basierend auf Exchange Traded Funds (ETFs). Wieso gerade ETFs: Es ist ja mittlerweile auch nichts neues mehr, dass ein aktives Fondsmanagement keinen wirklichen Mehrwert liefert. ETFs sind daher das ideale Instrument für eine erfolgreiche Geldanlage. Der Markt für Indexfonds ist aber mittlerweile auch wieder so komplex geworden, dass der Grundgedanke der Einfachheit, Flexibilität und Transparenz immer mehr verloren zu gehen droht. Für Anleger wird es immer schwieriger, sich im Dschungel der neuen Finanzprodukte zurechtzufinden und dabei nicht den Überblick zu verlieren. Die Finanzbranche macht die Dinge häufig unnötig kompliziert mit dem Erfolg, dass möglichst viele Kunden eine möglichst intensive und damit teure Beratung brauchen. Um den entgegenzutreten haben wir einen systematischen Auswahlprozess entwickelt der die besten ETFs herausfiltert. Passend zu den Sparzielen und abgestimmt auf das Risikoprofil erstellen wir für jeden Anleger so ein individuelles ETF-Portfolio. Seine Investments jederzeit und überall im Blick, wird der Anleger bei Schwankungen an den Börsen, die sein Portfolio aus dem Gleichgewicht bringen könnten, sofort per Email mit konkreten Handlungsempfehlungen informiert. So können Risiken durch Übertreibungen an den Märkten reduziert und der langfristige Erfolg verbessert werden.

2.      Wie kamen Sie auf die Idee zu Yavalu? Spielten da auch persönliche Erfahrungen als Bankkunde eine Rolle.

Ich habe yavalu gegründet, damit ich endlich das verändern kann, was mich jahrelang an der Finanzindustrie geärgert hat: Ein System bei dem am Ende die Bank gewinnt und der Kunde mit Intransparenz, mangelhafter Beratung und teuren Gebühren leben muss.

Stattdessen können wir dem Anleger mit yavalu eine einfache, faire und transparente Lösung für sein Geld bieten. Mit yavalu profitiert endlich der Kunde und nicht die Bank.

3. Bitte stellen Sie kurz Ihr Geschäftsmodell vor? Was sind die wesentlichen Erlösquellen und was Kostenfaktoren?

Unser Geschäftsmodell ist ganz einfach. Jeder Kunde hat zunächst die Möglichkeit für 2 Monate unseren Service unverbindlich und kostenlos zu testen. Während dieser Zeit werden wir unseren Kunden die Einfachheit der Geldanlage näher bringen. Wir verzichten bewusst auf Provisionen, Verwaltungsvergütungen, Performance Fees oder vom Vermögen abhängig prozentualen Gebühren. Nach Ablauf der Testphase können sich unsere Kunden dafür entscheiden unseren Basisservice kostenlos weiter zu nutzen oder für eine monatliche Gebühr von 5,95 € bzw. 7,95 € zusätzlich von unserer fortlaufenden Überwachung und regelmäßigen Erweiterungen zu profitieren. Im Vergleich zu herkömmlichen Angeboten sparen sich Anleger dadurch bis zu 90% der Kosten.

Die wesentlichen Kostenfaktoren liegen auf unserer Seite in der Weiterentwicklung der Plattform. Wir feilen jeden Tag am optimalen Angebot und freuen uns, dass wir yavalu zusammen mit unseren Kunden Tag für Tag verbessern können.

4. Von welchen Entwicklungen wird der Erfolg Ihres Produktes abhängen?

Welche Rolle spielen Bankkunden, Banken oder auch politische Entscheidungen?

Wir standen natürlich vor der Frage, ob wir uns an der Komplexität der Strukturen in der Finanzbranche oder auch an regulatorischen Hürden zerreiben würden. Deshalb haben wir von Beginn an mit einer extrem schlanken Organisationsform gearbeitet und uns zunächst auf den Teilbereich private Geldanlage mit ETFs fokussiert. Eine große Chance bietet unsere fokussierte und effiziente Entwicklung, da wir nicht der üblichen Hemmschwelle, nämlich der Innovationsträgheit bei anderen Finanzinstituten, ausgeliefert sind.

Der Erfolg wird maßgeblich von der wie von Ihnen in Ihrem Blog oft angesprochenen digitalen Revolution des Konsumenten abhängig sein. Wichtig ist, dass die Kunden Vertrauen fassen und erkennen, dass sie selbst ihr bester Bankberater sind. Wir sehen soziale Medien und die aktuelle „Next Finance“ Bewegung als einen Katalysator unserer Innovation

5. Macht Yavalu Filialen, Bankberater oder sogar Banken überflüssig?

Noch nicht. Es wird immer Kunden geben die in eine Filiale gehen oder auch mit einem Berater sprechen möchten. Die Generation, die aber den Mehrwert von Banken, Beratern oder Filialen in Frage stellt wird jeden Tag größer. Für diesen Markt sind Angebote gefragt wie yavalu für die Geldanlage, smava für einen Direktkredit oder auch andere Modelle für Bezahlsysteme. Aktuell bedienen wir noch einen Nischenmarkt, aber in den nächsten Jahren werden wir so eine neue Form des Sparens etablieren, bei der der Kunde profitiert und nicht die Bank.

6. Was sind Ihre Zukunftspläne mit Yavalu? Wird es weitere Anwendungen geben?  Oder eventuell eine Facebook App oder auch eine mobile Anwendung?

Ja! Wir werden einige Erweiterungen in den nächsten Wochen lancieren.

Unser Ziel ist es, yavalu als den Service für die persönliche Geldanlage und Finanzen zu etablieren. Wir sind bewusst mit einem fokussierten Angebot gestartet um den Anleger Schritt für Schritt von der Einfachheit und dem nachhaltigen Erfolg sein Geld selbst in die Hand zu nehmen zu überzeugen. Die digitale Revolution des Konsumenten wird uns in den nächsten Jahren immer mehr begleiten und da gilt es sowohl über eine klare und verständliche Kommunikation als auch über intuitive Anwendungen dem Kunden einen Mehrwert zu bieten. Diese Entwicklung werden wir mitgestalten, sowohl über die Kanäle der sozialen Medien als auch über mobile Applikationen.

Die Zusatzfrage:

Nennen Sie mir doch einige Ihrer Lieblingslieder

U2 – Beautiful Day

http://www.youtube.com/watch?v=3V8nu6e8eFY
Foo Fighters – Long Road to Ruin:
http://www.youtube.com/watch?v=igl1DDlYLBY
Paulo Nutini – Last Request:
http://www.youtube.com/watch?v=ffJ8xcfqOX0

Vielen Dank für das Gespräch

Frühere Interviews 

Matthias Schrader Interview

smava Interview

mybankrating Interview

Stockpulse Interview Teil 1

Stockpulse Interview Teil 2

Das neue Citibank iPad App


Im Blog von Christophe Langlois bin ich erstmals auf das neue IPad App de Citibank USA aufmerksam geworden./ARTIKEL/ Glücklicherweise hatte ich dann in der letzten Woche einen Termin mit Fjord (Spezialist für Customer Service Design), die maßgeblich an der Entwicklung dieser App beteiligt waren.

Nun kenne ich nicht alle mobilen Anwendungen von Banken für iPad, iPhone und Co., das App der Citibank sieht für mich – und Christophe teilt diese Einschätzung in seinem auführlichen Artikel – allerdings wie ein Quantensprung aus.  Nicht nur wegen der praktischen twitter Integration. Vor allem das Kundenerlebnis bzw. die einfache und intuitive Bedienung, die sich dem typischen menschlichen Verhalten anpasst ist einzigartig. Hier wird den Nutzern nicht die Denkweise der Entwickler aus den IT Abteilungen der Banken aufgezwungen. Bei der Konzeption dieser App waren Entwickler am Werk, die offensichtlich etwas von Psychologie, Soziologie oder Neurologie verstehen. In diese App sind offensichtlich intensive Studien oder Beobachtungen von Menschen beim Umgang mit dem ipad, aber auch bei der Nutzung des Internets oder der Beschäftigung mit Finanzthemen eingeflossen.

Nicht der Mensch sollte die Software oder das Tool erlernen müssen. welches er zur Erledigung alltäglicher Aufgaben benötitgt. Die Software oder das Tool sollte dem Menschen auf den Leib geschneidert sein. Das ist die Zukunft des Bankings.

6 Fragen mit Zusatzfrage: Was macht eigentlich Stockpulse? (Teil I)


Das ist eigentlich nicht gerade der geeignete Zeitpunkt, um über Aktien oder Aktienmärkte zu sprechen.  Möglicherweise gibt es aber für solche Menschen, die kompetent und erfahren genug sind, um sich mit dieser komplexen Geldanlage zu beschäftigen, Hilfsmittel, die ganz neue Einblicke gewähren oder die die Risiko Kalkulation vereinfachen bzw. bessere Frühwarnsysteme ermöglichen. Das Internet und vor allem die sozialen Medien machen es mal wieder möglich. Aber lesen Sie selber in diesem interessanten Interview mit einem der Gründer von stockpulse.:Stefan Nann

1.  Was ist stockpulse? Was sind die wesentlichen USP?

Stockpulse ist das neue Navigationssystem für den Aktienmarkt. Kunden finden durch Stockpulse die beste Route zum Profit – das System schlägt automatisch Aktien vor, welche am bevorstehenden Handelstag im Fokus der Aufmerksamkeit stehen werden. Darüber hinaus umgehen Kunden mit Stockpulse alle Staus und Behinderungen im Finanzmarkt – das System interpretiert die aktuelle Nachrichtenlage über Aktien und benachrichtigt Anleger automatisch und rechtzeitig bei Stimmungsausschlägen.

Vor dem Hintergrund des Megatrends „soziale Medien“ und soziale Vernetzung im Internet leitet Stockpulse die derzeitige Stimmung an den Börsen aus der Beobachtung von Web-2.0-Kommunikation her und bietet damit erstmalig die Möglichkeit, jeden Tag die aktuelle Sicht der Online-Generation auf Aktien und Märkte zu erfassen. Die Software berechnet, ob die Stimmung in der Kommunikation positiv oder negativ ist und kann durch gezieltes Filtern genau eingrenzen, über welchen Aktientitel bzw. Markt kommuniziert wird. So profitieren Kunden von präzisen und aktuellen Informationen zu ihren Investitionen und erhalten eine unabhängige, umfassende und in dieser Form nie dagewesene Sicht auf den Finanzmarkt.
2. Wie kamen Sie auf die Idee zu stockpulse? Ist der Finanzmarkt nicht sehr kompliziert und zugangsbeschränkt?

Die Idee entstand im Wesentlichen während eines Seminars in der Universität über die Analyse sozialer Netzwerke. Als Ergebnis des Seminars erstellten wir eine Auswertung über die Vorhersage von Oscar-Gewinnern. Anhand der Kommunikation im Forum “Internet Movie Database” (imdb.com) konnten wir bereits Anfang Januar 2007 90% der Filme/Schauspieler, die Ende Februar einen Oscar gewinnen sollten, vorhersagen. Diese Arbeit war sozusagen der Beginn unserer Forschung zu Stockpulse. Versuche, ein ähnliches Verfahren auf die Kommunikation im Internet über Aktien abzuleiten folgten.

Da wir (mein Kollege Jonas Krauß und ich) gelernte Informatiker/Wirtschaftswissenschaftler sind, konnten wir die Komplexität des Finanzmarktes anfangs nicht vollständig abschätzen. Aber wahrscheinlich war genau das der Grund, wieso wir so beharrlich an der Sache gearbeitet haben. Inzwischen ist es uns auf jeden Fall bewusst wie zugangsbeschränkt der Finanzmarkt ist, insbesondere für neue Dinge. Auch wenn diese Dinge wirklich gut sind und einen Mehrwert liefern. Damit mussten wir lernen umzugehen. Auf der anderen Seite ist der Finanzmarkt ein sehr lukrativer Markt, der auch sehr viele Chancen eröffnet. Bei Stockpulse haben wir inzwischen professionelle Verstärkung für alle komplizierten Finanzfragen und -themen.

Stockpulse zeigt gänzlich neue Wege und Möglichkeiten im Finanzmarkt auf und wird sowohl bei Endkunden als auch bei Finanzinstitutionen eine neue Wahrnehmung der Thematik hervorrufen. In wenigen Jahren werden Lösungen zur Analyse der Stimmung in sozialen Medien nicht mehr aus dem Bankenumfeld wegzudenken sein sondern zum festen Bestandteil eines umfassenden Angebotes werden. Stockpulse ist mit wenigen anderen Unternehmen einer der Pioniere in diesem Feld und trägt damit wesentlich zur effizienteren Informationsversorgung des Finanzmarktes bei.


3. An wen richtet sich Ihre Dienstleistung?

Stockpulse ist ein Entscheidungsunterstützungssytem für eine Auswahl erfolgversprechender Aktien sowie ein effektives Monitoring-Tool für bestehende Anlagen zur Vermeidung von unnötigen Risiken.

Stockpulse richtet sich damit zum einen an semi-professionelle, private Händler, welche durch den Service wertvolle Aktientipps erhalten.

Zum anderen profitieren Privatanleger von einer signifikanten Risikoreduktion für ihr Portfolio durch Stockpulse. Nutzer können zum Beispiel genau auswählen, welche Aktien sie durch Stockpulse analysieren lassen wollen und erhalten automatisch Benachrichtigungen per Email, falls Stockpulse besonders starke Stimmungsausschläge für diese Aktien feststellt. Durch die frühzeitige Information können Nutzer ihre Aktien verkaufen und dadurch ihr Vermögen schützen bzw. unnötige Risiken minimieren.
4. Welches Geschäftsmodell verfolgt stockpulse. Woher und wie sollen Erlöse generiert werden?

Stockpulse ergänzt das bekannte Informationsangebot für den Finanz- und Aktienmarkt für den Endbenutzer, welches in der Regel Geschäftsberichte, technische Daten und allgemeine Informationen aus verschiedenen Medien umfasst, um eine völlig neuartige Komponente. Benutzer erhalten einen strukturierten Zugriff auf die hochdynamische  Informationssphäre „Social Media“, welche für den Finanzmarkt-Bereich bisher nicht oder nur in sehr unstrukturierter Form zugänglich war. Neben der Strukturierung stellt Stockpulse darüber hinaus eine qualitative Bewertung der Kommunikation zur Verfügung. Nachrichten sind dadurch nicht mehr nur einzelne Textbausteine, sondern erhalten durch die automatische Bestimmung der semantischen Orientierung eine qualitative Bedeutung und verschaffen dem Benutzer einen wertvollen Wissensvorsprung (Alpha-Information) gegenüber Personen, welche diese Information nicht besitzen.

Durch die permanente Beobachtung der Kommunikation und die automatische Auswahl lukrativer Aktien wird dem Nutzer die mühsame und zeitintensive Suche nach erfolgversprechenden Handelsmöglichkeiten abgenommen. Der Pulse-Index als Indikator für stark im Fokus stehende Aktien ist dabei das zentrale Instrument zur Aktienauswahl und wird durch weitere wertvolle Informationen zur Stimmungslage in den Märkten ergänzt. Neben Ideen für neue Investitionen übernimmt Stockpulse auch die Beobachtung und Interpretation der Nachrichtenlage bestehender Portfolios und benachrichtigt den Benutzer bei besonderer Kommunikations- und Stimmungslage automatisch.

Wir adressieren in einem ersten Schritt den Endkundenmarkt. Kunden können über unsere Webseite ihr gewünschtes Produkt als monatliches Abo kaufen, ähnlich wie bei XING.

Stockpulse stellt zwei Produktmodelle zur Verfügung:

1. Das Händlermodell:

Stockpulse schlägt Aktien vor, welche am bevorstehenden Handelstag im Fokus der Aufmerksamkeit stehen werden. Der Kunde erhält damit Kenntnis über Profitmöglichkeiten, die ihm einen Informationsvorsprung vor anderen Marktteilnehmern verschafft und neue Handelsperspektiven eröffnet.

Das Modell eignet sich insbesondere für Händler, die mehrere Transaktionen pro Woche verbuchen und kurzfristige Einstiege wahrnehmen. Ein Händler verwendet Optionen oder CFDs, um die starken Kursveränderungen für seine Gewinnmaximierung auszunutzen. Er scheut nicht das erhöhte Risiko kurzfristiger Spekulation und ist davon überzeugt, dass er den Markt jederzeit schlagen kann.

2. Das Anlegermodell:

Stockpulse übernimmt die Beobachtung und Interpretation der Nachrichtenlage für das Portfolio des Anlegers und unterstützt ihn dabei, für ihn relevante Vorkommnisse frühzeitig zu erkennen. Es benachrichtigt den Benutzer bei besonderen Kommunikations- und Stimmungsausschlägen automatisch. Der Benutzer kann somit rechtzeitig auf Ereignisse welche seine Investitionen betreffen reagieren, sein Portfolio anpassen und dadurch Verluste vermeiden.

Das Anlegermodell richtet sich an Personen, die ein Aktienportfolio besitzen und einen längerfristigen Anlagezyklus verfolgen. Ein Anleger möchte sein Vermögen schützen, vermehren und dabei unerwarteten Risiken aus dem Weg gehen. Er ist überwiegend in Aktien investiert und vermeidet in der Regel ein hohes Risiko seiner Anlagen. Er möchte immer auf dem neuesten Stand bezüglich seiner Investitionen bleiben, kann sich jedoch nicht permanent um alle Neuigkeiten und Entwicklungen kümmern.

Teil II des Interviews gibt es morgen früh in diesem Blog

Save the date: Next Finance in Frankfurt am 08.09.2011


Die Next Conference gibt es nunmehr schon seit einigen Jahren. Früher fand sie in Hamburg statt. Inzwischen ist man nach Berlin umgezogen. Nach wie vor ist die von Sinner Schrader erfundene und durchgeführte Veranstaltung   die wichtigste Internetkonferenz in Deutschland neben der Republica. Dabei greift der Begriff Internetkonferenz eigentlich zu kurz. Es geht um viel mehr als das Internet. Es geht um Mensch, Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur.

Die Next ist eine fast perfekte Veranstaltung. Bei meinen zahlreichen Besuchen fragte ich mich aber immer wieder: Warum trifft man hier so wenig Menschen aus der Finanzbranche bzw. warum gibt es eine so gelungene Veranstaltung, bei der Unternehmen auf  Menschen treffen, die in der digitalen Welt groß geworden sind und ganz natürlich in dieser Leben, nicht auch in der Finanzbranche?

Natürlich gibt es auch in der Finanzbranche Konferenzen und andere Veranstaltungen. Dort gehen sich aber  - bis auf wenige Ausnahmen – die digitalen Experten und die Banken und Versicherungen eher aus dem Weg. Eine Diskussionskultur  und die Bereitschaft voneinander zu lernen, existiert zumeist nicht.

Sinner Schrader als Veranstalter der next conference hat dieses Manko offensichtlich erkannt und die NEXT Finance ins Leben gerufen:

Und darum geht es

Die Zukunft von Banken und Versicherungen in der digitalen Revolution

Der digitale Konsument revolutioniert das Marketing. Und krempelt damit ganze Industrien um. Viele Kunden kommunizieren mit ihrer Bank inzwischen ausschließlich online. Finanzdienstleistungen drohen, zu austauschbaren Massenartikeln zu werden.

Banken und Finanzinstitute stehen vor der Herausforderung, wie sie auf die Digitalisierung reagieren sollen.

  • Wie verändert sich die Beziehung zum virtuellen Kunden?
  • Bedrohen neue Zahlungssysteme Kredikartenanbieter und Banken?
  • Revolutionieren Peer-to-Peer-Ansätze nach der Musik- auch die Versicherungsbranche?
  • Welche Bedeutung hat Social Media als Kommunikationskanal?

Diese und viele weiteren Fragen wird die NEXT Finance  diskutieren

Save the date

8. September 2011, 14.00 Uhr

SinnerSchrader Frankfurt
Hanauer Landstr. 181-185
60314 Frankfurt/Main

Speaker

Die Liste der eingeladenen Speaker verspricht einen interessanten Tag.

Bereits zugesagt haben:

 Chris Skinner (The Finanser) als keynote Speaker

Pelle Braendgaard (PicoMoney) spricht über Agile Banking

Salvatore Pennino (Google) stellt Google Wallet vor

Sebastian Herfurth (Friendsurance) erklärt den Versicherungsmarktplatz Friendsurance

Teilnahmebedingungen

Die Konferenz ist nur auf Einladung zugänglich und richtet sich an hochkarätige Entscheider aus der Branche.

Interessierte können sich aber für eine Teilnahme bewerben unter:

http://www.nextfinance.de/

Weitere Informationen zur Next Finance

Demnächst gibt es hier ein Interview mit Matthias Schrader zur Next Finance

Facebook verwirrt mich


Facebook love

Früher liebten alle Menschen Flipper. Heute lieben sie Facebook. Und nicht  nur Menschen lieben Facebook sondern auch immer mehr Unternehmen. Wundern muss man sich darüber nicht, denn Facebook buhlt ja geradezu um die Gunst von Unternehmen, denn die meisten Entwicklungen der letzten Monate dienen vor allem dazu, Unternehmen mehr und attraktivere Möglichkeiten zu schaffen, um auf Facebook ihrer Geschäftstätigkeit nachgehen zu können. Auch das ist wiederum nicht verwunderlich, denn irgendwie muss sich das gigantische weltweite Netzwerk ja finanzieren. Die zahlreichen Möglichkeiten verwirren jedoch offenbar vor allem jene Unternehmen, die ohne Strategie auf die Social Media Bühne treten.

Facebook ist in erster Linie Privatleben

So sehe ich das zumindest und in meinem privaten Facebook Profil stören mich Unternehmen häufig, denn viele Nachrichten wirken indisponiert, wenig inspiriert und allzu oft anbiedernd.

Hinzu kommt, dass, wenn man dann die Seiten der Unternehmen besucht, dort eine gewisse Unübersichtlichkeit exisitert und weiter wuchert:  Vollgepostete Pinnwände, Tabwüsten, Seiten, die auf andere Seiten verweisen, Gruppen und Untergruppen, etc. Manche Unternehmen investieren offenbar soviel Zeit in Ihre Facebook Auftritte, dass sie sich nicht mehr mit ihrer Internetseite beschäftigen können oder geben diese gleich ganz auf.  Die Zahl der Neuerungen, Erweiterungen und Anpassungen von Unternehmensangeboten wirkt mitunter verwirrend und erhöht die Unübersichtlichkeit für Unternehmen. Facebook arbeitet, beim Versuch das gesamte Netz (da schreckt man ja inzwischen auch nicht mehr vor dem Verstoß gegen ungeschriebene Social Media Prinzipien zurück ) zu beherrschen,  in einem Tempo, welches Privatleute und Unternehmen zu überfordern droht:

  • Braucht ein Unternehmen eine Seite oder einen Platz oder Beides?
  • Soll man mit Deals dealen?
  • Braucht ein Unternehmen mehrere Seiten oder sollen auch Gruppen verwendet werden?
  • Wie geht man mit Produkten und Angeboten um?
  • Braucht man viele oder wenig Fans?*
  • Soll man als Unternehmen oder über einzelne Mitarbeiter (also Profile) kommunizieren.
  • Was ist mit den Daten der Fans und darf man diese nutzen?

*Viele Fans schwächen offensichtlich den Dialog, wie diese Studie von emarketer belegt.  Aber auch das ist logisch, und einige Facebook Seiten sind schon eher wieder große Sender statt Dialogräume

In dem Begehren endlich Einnahmen, für das bei Spekulanten und Investoren eher überbewertete Unternehmen, zu generieren, kommen die Interessen der Menschen zu kurz, werden die positiven Elemente der Selbstorganisation und Kollaboration Stück für Stück erstickt. Douglas Rushkoff (lest seine Bücher)  schrieb vor kurzem in einem Artikel für die gdi – impuls: Verkaufe Deine Freunde nicht. Aber genau das möchten Unternehmen und möchte auch Facebook von uns erreichen, denn nur, wenn wir unsere Freunde verkaufen und die Tore zu ihnen öffnen, ist kommerzieller Erfolg für und über Facebook überhaupt möglich.  Facebook und alle anderen sozialen Netzwerke werden immer stärker zum Teil des ökonomischen Systems. Es gibt kaum noch einen Unterschied, weil die Menschen es nicht anders können oder anders wollen. Und Und Unternehmen können offenbar nicht anders sein.

Ihre Meinung ist gefragt. Was denken Sie?

Don´t be stupid


So könnten die kürzesten Social Media guidelines klingen, die man zu Papier bringen kann.  Guidelines, die ja in der Regel dafür da sein sollten das Unternehmen, die Marke aber auch die Mitarbeiter und Kunden zu schützen, sind aber selber nicht vor der Dummheit und dem Weltbild der Menschen geschützt, welche sie enwickeln. Wobei diese Dummheit wiederum von der Kultur geprägt wird, in welcher sie heranwachsen kann. Und in manchen Branchen herrscht eben eine sehr unbewegliche, wenig durchlässige und von Ängsten geprägte Kultur

Lesen  und staunen sie bitte über einen Fall besonders kontraproduktiver guidelines für die nicht einmal der Spruch: Das Gegenteil von gut ist gut gemeint, als Erklärung herangezogen werden kann.

Bank’s Social Media Policy Says Snitch & Spy on Your Friends or You’re Fired

http://thefinancialbrand.com/16718/commonwealth-bank-social-media-policy#

Zum Trost für die Commonwealth Bank noch dieser Song.

Volksbank Bühl im Finance2.0 Interview


Ein paar Worte vor dem Interview

Die Volksbank Bühl war die erste der Volksbanken Raiffeisenbanken, die sich mit dem sozialen Internet auseinandergesetzt und sich dann Schritt für Schritt tiefer in die digitalen Logiken hineinbewegt hat. Das soziale Internet hat dabei die ganze Bank ergriffen und auch ein Stück weit verändert. Heute lernen nicht nur genossenschaftliche Banken von den Fortschritten und Erfahrungen der Volksbank Bühl.

Der Mut und die Kraft Veränderungen in Bewegung zu bringen und zuzulassen, erfordert immer auch besondere Persönlichkeiten, welche das Alte hinterfragen, das Neue behutsam propagieren und voran treiben und dabei noch die Fähigkeit besitzen, die anderen Menschen mitzunehmen und zu begeistern. Ich freue mich deshalb ganz besonders, dass sich mit Claus Preiss (Vorstand)  und Franz Welter (Teamleiter E-Business) die zwei Initiatoren und Motoren der – ich nenne sie mal – Bühler Bewegung, bereit erklärt haben, meine 6 Fragen mit Zusatzfrage zu beantworten.

Das Interview mit Claus Preiss und Franz Welter

1. Die Volksbank Bühl hat im vergangenen Jahr auf sich aufmerksam gemacht. Sie sind vielleicht die bekannteste Volksbank im Internet? Bitte erzählen Sie kurz, wie sich ihr Unternehmen durch die intensive Nutzung und Integration des sozialen Internets verändert hat.

Preiss: Ob wir die bekannteste Volksbank im Internet sind, sei mal dahingestellt. In jedem Fall hat die Nutzung sozialer Medien deutliche Auswirkungen auf unser Unternehmen. Nicht nur in Bezug auf organisatorische oder rechtliche Fragestellungen, sondern vielmehr noch in Bezug auf kulturelle Aspekte. Mitarbeiter vernetzen sich mit Kunden oder mit anderen Kollegen. Teilweise nutzen wir Social Media sogar schon in internen Projekten.

Welter: Mit dem Erfolg unserer Social Media Nutzung steigt auch die interne Akzeptanz dieser Medien. Immer mehr Mitarbeiter nutzen mittlerweile Facebook & Co. Es wird immer mehr zur Normalität sich mit Neuem außerhalb des Unternehmens (und des genossenschaftlichen FinanzVerbundes) zu beschäftigen.

2. Wie reagieren Mitarbeiter, Kunden und Shareholder auf Ihre Aktivitäten?

Welter: Wie ich eben schon erwähnte, die Akzeptanz steigt kontinuierlich. Unsere Facebook-Spendenaktion hat ein überwältigendes Echo bei uns in der Region ausgelöst. Immer mehr Mitarbeiter sind davon überzeugt, dass wir mit unserer Social Media Nutzung den richtigen Weg gehen. Und auch von unseren Kunden bekommen wir ein tolles Feedback zu unserer Social Media Nutzung.

Preiss: Auch bei unseren Geschäftspartnern stoßen unsere Aktivitäten auf reges Interesse. Fast täglich erhalten wir Anrufe zu unserer Social Media Strategie. Wir begrüßen die Vernetzung im genossenschaftlichen FinanzVerbund und wollen diese weiter fördern. Letztes Jahr haben wir das erste Barcamp im genossenschaftlichen Verbund organisiert. Das Barcamp kam super an und der zweite Termin steht schon fest. Die sozialen Medien fördern also auch die Selbstorganisation und Vernetzung im genossenschaftlichen FinanzVerbund.

3. Was ist aus Ihrer Sicht der wesentlichste Aspekt von Social Media? Wo zahlt es sich am meisten aus?

Preiss: Soziale Medien sind für uns in erster Linie ein Kommunikationsinstrument. Wir nutzen die Chance, unseren Wettbewerbsvorteil – die Nähe zur Region und die Beziehung, die wir mit unseren Kunden pflegen – auf das Internet zu übertragen. Natürlich präsentiert man sich durch die Nutzung dieser Medien auch als innovatives und offenes Unternehmen.

Welter: Ich betrachte Social Media mittlerweile als ein Instrument zur Steigerung der Lernfähigkeit von Unternehmen. Man bekommt viel direktes Feedback von Kunden und unglaublich viele Ideen durch die Kontakte in den sozialen Netzwerken sowie dem regelmäßigen Lesen von Blogs & Co. Ich glaube, wenn wir es schaffen diese Ideen in unser Unternehmen einfließen zu lassen und Kunden und Mitglieder in verschiedene Prozesse zu integrieren, können wir sehr zuversichtlich in die Zukunft schauen.

4. Wie abhängig ist Social Media von Personen?

Preiss: Ich denke schon dass die Nutzung auch von Personen abhängig ist. Ein Großteil unserer Social Media Aktivitäten findet ja auch außerhalb der üblichen Arbeitszeit statt. Dabei geht es dann weniger um Dinge wie Social Media Monitoring oder administrative Tätigkeiten. Diese Aspekte werden schon während der Arbeitszeit erledigt. Aber für das Lesen von Blogs und Büchern bzw. dem Sammeln oder Entwickeln von Ideen ist während der Arbeitszeit häufig zu wenig Zeit. Wir sind uns aber bewusst, dass diese Tätigkeiten für die Zukunftsfähigkeit der Volksbank Bühl enorm wichtig sind.

Aus diesem Grund haben wir das Projekt „Internet & Innovation“ initiiert mit dem Ziel, Trends und Innovationen kontinuierlich zu beobachten und hinsichtlich einer Nutzung in der Volksbank Bühl zu bewerten. Den Großteil des Arbeitsaufwands erledigen die Projektmitarbeiter außerhalb der Arbeitszeiten. Dafür stellt ihnen die Bank iPads zur Verfügung, und sie dürfen Vorträge und Messen besuchen oder Fachbücher bestellen. Vor kurzem hat die Projektgruppe beispielsweise das Innovationsforum der GAD in Münster besucht. Im Januar ist ein Workshop zu Thema „Banking der Zukunft“ mit T-Systems Multimedia Solutions auf der Agenda und im April geht’s zur republica nach Berlin. Natürlich ist das Engagement der Mitarbeiter ein wesentlicher Erfolgsfaktor, aber die Bank muss auch die notwendigen Rahmenbedingungen zur Verfügung stellen.

Ab Anfang Februar ist übrigens ein Blog zu dem Projekt online: blog.volksbank-buehl.de

5. Messen Sie die Ergebnisse von Social Media? Kann man dies überhaupt?

Welter: Klar messen wir die Ergebnisse. In einem Rahmen, den wir für vernünftig halten. Wir messen z.B. die Reichweite unserer Beiträge, die Feedback-Rate sowie die Entwicklung der „Likes“ bzw. Follower.  Was wir nicht messen ist so etwas wie ein ROI für unsere Social Media Nutzung. Das ist meiner Meinung nach nicht wirklich sinnvoll. Wir betrachten Social Media ja in erster Linie als Kommunikationsinstrument und für andere Instrumente wie z.B. E-Mail oder das Telefon stellen wir auch keine ROI-Analysen auf.

6. Sie haben inzwischen auch einen eigenes Innovationsteam und einen Innovationsblog ins Leben gerufen. Was sind aus Ihrer Sicht die wesentlichen Herausforderungen für eine regionale Genossenschaftsbank in den nächsten 5 Jahren?

Welter: Technologische Entwicklungen, Demographischer Wandel, Bankendichte in Deutschland, regulatorische Anforderungen, sich wandelnde Kundenanforderungen… Diese Liste könnte nahezu unbegrenzt fortgeführt werden. Im Rahmen meiner Master Thesis beschäftige ich mich mit der Innovationsfähigkeit der Volksbank Bühl. Ich bin der Überzeugung, dass es in den nächsten 5 Jahren darauf ankommt, die richtigen Weichen zu stellen, um in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben.

Preiss: Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Innovation und Tradition – das wird in den nächsten Jahren wichtig sein. Das heißt für uns zum einen die Weiterentwicklung unserer Multikanalstrategie und eine kundenorientierte Prozessoptimierung in Kombination mit wettbewerbsfähigen Kostenstrukturen. Zum anderen bedeutet das aber auch zielgerichtete Investitionen in eine moderne Personalentwicklung als der wichtigste Erfolgsgarant für die Zukunft.

Die Zusatzfrage(n):

Was erreicht der Karlsruher SC in der Saison 2010/2011 noch? Und wo haben Sie sich zuletzt erholt?

Welter: Ich hoffe, dass der KSC nicht absteigt. Zuletzt „entspannt“ habe ich in New York im Rahmen meines Studiums…

Preiss: Ich wünsche dem KSC von Herzen einen Platz vor dem Relegationsplatz. Zuletzt erholt habe ich mich beim Ski-Fahren in der Schweiz.

Anmerkung: Auch der Autor dieses Blogs wünscht dem KSC das er nicht absteigt und hofft natürlich auch das sein eigener Lieblingsverein nicht absteigt

Die Volksbank Bühl in den sozialen Medien

http://www.volksbank-buehl.de/homepage/social_media0.html

und als Toparbeitgeber bei kununu

Last but not least auch im TV

Wie man Claus Preiss und Franz Welter auf twitter erreicht

@fsw

@claus_preiss

In diesem Zusammenhang habe ich übrigens heute festgestellt, dass Claus Preiss bei fourthsquare Mayor im Genohaus in Stuttgart ist. Das muss sich ändern :-)

Die Interviews aus dem letzten Jahr

finden Sie hier:

http://www.scribd.com/doc/46314339/Finance20-Interviews2010