Wenn der Weihnachtsmann kommt


Wenn der Weihnachtsmann kommt, dann gibt es Geschenke. Viele Geschenke hat uns die Finanzbranche in diesem Jahr nicht gerade gemacht. Ganz im Gegenteil. Sie hat sich eigentlich reichlich beschenken lassen. Vor allem vom Steuerzahler. Und dieser hat die Geschenke noch nicht einmal freiwillig gegeben. Dies mag ein Grund dafür sein, dass die FAZ unlängst einen Artikel mit dem Titel: Wie wir lernten die Banken zu hassen veröffentlichte. Die Finanzkrise ist offensichtlich noch nicht vergessen und sicherlich auch noch nicht vorbei und selbst wenn sie vorbei ist oder vorbei wäre, würde sich nichts an der  wie von Geisterhand geschehenden Umverteilung ändern: Einige Wenige werden immer mehr, die Mehrheit der Menschen aber immer weniger haben.

Artikel aus der FAZ

Zum Glück gibt viele Menschen und entsprechende Initiativen, die versuchen die Banken oder auch nur Produkte zu verändern. Im auslaufenden Jahr war das vor allem auch die crowdfinance Szene. In der Rubrik crowdfunding wie ich es mag habe ich unlängst wieder eine spannende regionale crowdfunding Initiative gefunden.

Community funding also, und gerade die Regionen haben die Chance zu gesellschaftlichen Veränderungen beizutragen, indem sie wieder stärker auf regionale Wirtschaftskreisläufe setzen und so dem globalen System wertvolle Mittel entziehen.

Yimby wurde von justgiving entwickelt. Es handelt sich um eine regionale crowdfunding Plattform, die auf das Prinzip der Einfachheit setzt und dem Nutzer 30 Tage Zeit gibt, um die gewünschte Summe zu generieren. Ähnlich wie das www.viele-schaffen-mehr.de Projekt der Volksbank Bühl, welches im nächsten Jahr weitere Nachahmer finden wird. Besonders schön finde ich auch die Pinterest Seite, auf welcher die erfolgreichen Projekte dargestellt werden

http://www.yimby.com/

http://www.pinterest.com/weareyimby/projects-we-love/

Geld zu geben oder zu spenden, macht übrigens glücklicher als es zu sparen oder auszugeben. Das ist sogar wissenschaftlich bewiesen. Wobei. Dies gilt wahrscheinlich nur für Menschen, die für sich handeln und nicht in eine Organisation eingebunden sind.

Wie dem auch sei. Weihnachten steht vor der Tür. An den Feiertagen gibt es keinen Blog Post. Bleibt mir nur Euch allen frohe und erholsame Weihnachtstage zu wünschen. Also besser Handy aus und Computer an die Nachbarn verleihen. Als Geschenk für Euch mein diesjähriges Lieblingsweihnachtslied von Deacon Blug. Seltsamerweise bei youtube noch nicht von der Gema entfernt.

Blogparade: Trends und Wünsche für die Finanzbranche


Bitte mitmachen

Das ist meine erste Blogparade. Schande über mich. Nach 8 Jahren bloggen und mehr als 1000 Artikeln die erste Blogparade. Vor 4 Wochen kannte ich zwar das Wort, hatte aber noch nie an einer Blogparade teilgenommen. Jetzt habe ich meine ersten beiden Artikel für eine Blogparade geschrieben und es hat Spaß gemacht.

In meiner Blogparade soll es um Trends und Wünsche für das Jahr 2014 gehen. Aufgerufen sind alle Blogs. Da es sich bei diesem Blog aber um einen Finance Blog handelt, sollten Trends und Wünsche mit diesem Thema zu tun haben. Schreibt also bitte einen Blogbeitrag mit dem Titel: „ Meine Trends und Wünsche für (an) die Finanzbranche(welt) 2014“Geschrieben werden darf bis Mitte Januar 2014

Für alle die noch nicht ganz sicher sind, was eine Blogparade ist, zitiere ich aus den FAQ von blogparade.de

Was ist ein Blog-Karneval bzw. eine Blog-Parade?

Ein Blog-Karneval bzw. eine Blog-Parade ist eine Blog-Veranstaltung, bei der ein Blog-Betreiber als Veranstalter ein bestimmtes Thema festlegt (z.B.: Was ist Deine originellste Methode, eine Flasche Bier zu öffnen?), dieses als Blog-Beitrag veröffentlicht und die lesenden Blogger dazu auffordert, innerhalb eines vorgegebenen Zeitraums (üblich ist ein Zeitraum von 1-4 Wochen) einen Artikel zu diesem Thema im jeweils eigenen Blog zu veröffentlichen und den Veranstalter entsprechend über die Veröffentlichung zu benachrichtigen.
Spätestens nach dem Ablauf des vorgegebenen Zeitraums listet der Veranstalter des Blog-Karnevals in einem neuen Blogbeitrag alle eingereichten Artikel und kommentiert diese entsprechend, fasst diese zusammen und/oder vergibt z.B. Prämien für die besten oder etwa originellsten Artikel. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt.

Beim Schreiben des Artikels also nicht die Verlinkung auf diesen Blog vergessen!

Und nun folgt meine Vorlage für diese Blogparade. Meine Trends und Wünsche für das Jahr 2014. Das schöne ist, so viel  vorweg auch als kleine Beruhigung für alle Teilnehmer, nichts ist so vergänglich wie Prognosen und niemand wird für falsche Prognosen vor den Kadi gezerrt. Und über Wünsche müssen wir gar nicht sprechen: Manchmal werden sie nicht erfüllt.

Trends und Wünsche für das Jahr 2014

1. Die Digitalisierung schreitet voran

Für diese schon seit einigen Jahren andauernde Entwicklung hat Brian Solis den Begriff Digital Darwinismus gefunden und geprägt. Immer mehr Unternehmen, Produkte, Dienstleistungen, Geschäftsmodelle und eigentlich unsere ganze Wirtschaft und Gesellschaft werden durch die digitalen Technologien erheblich verändert.

Auch die Bankenwelt ist davon betroffen und auch  in den nächsten 12 Monaten werden Banken sich auf diese Veränderungen einstellen und darauf reagieren müssen. Einige werden dies gut andere weniger gut hinbekommen. Im nächsten Jahr und wohl auch in den Folgejahren wird noch keine Bank dieser Entwicklung zum Opfer fallen. Aber wer nicht spätestens im nächsten Jahr entscheidende Weichen stellt, sollte sich zumindest schon einmal auf das nahende Ende einstellen.

Banking ist nun „bits and bytes“, wird zum Long Tail Markt und wird immer weniger von einer Banklizenz abhängen, auch wenn dies heute noch eine entscheidende Grundvoraussetzung im deutschen Markt ist. Banking ist – wie Chris Skinner in seinem Buch „Digital Banks“  schreibt – augmented Reality und kann schon heute beinahe vollständig unterwegs und über mobile, ständig mit dem Internet (und hier mit der Cloud) verbundene Geräte erledigt werden.

2. Wer Mobile nicht ins Zentrum stellt, hat schon verloren, auch wenn er es noch nicht merkt

Womit wir beim zweiten Trend werden. Bei allen Weiterentwicklungen die Banken heute und in den nächsten Monaten angehen, sollte die mobile Nutzung eine wesentliche Rolle spielen. Man könnte von Mobile First sprechen, besser wäre es allerdings von Kunde First zu sprechen, da dieser natürlich auch weiterhin verschiedene Zugangswege zu seinen Finanzen nutzen wird. Allerdings wird es wichtig sein, nicht mehr an Webseiten sondern an nützlichen Kontextbezogenen Lösungen zu arbeiten. Vor allem sollte man nicht mehr aus der Filiallogik heraus entwickeln und dieser alle strategischen Entscheidungen unterordnen. Löst mein Problem oder befriedigt mein Bedürfnis. Dort wo ich es möchte und wo ich gerade bin, möglichst schnell, möglichst bequem, einfach und kostengünstig. Macht es wie Apple!

3. Mobile Payment wird sich auch 2014 nicht durchsetzen

Das Thema Mobile Payment wird uns auch im Jahre 2014 in Atem halten. Schon in diesem Jahr ist bereits erstaunlich viel passiert und die Frage wer das Rennen gewinnt, bleibt auch 2014 heiß aber sehr wahrscheinlich unbeantwortet. Es wird weiter experimentiert und sicherlich wird es einige Vorstöße geben, die weitere Menschen zur gelegentlichen Nutzung des mobilen Zahlungsweges bewegen werden.

Es wird – so meine vorsichtige Prognose- wohl auch einige Nutzung- und oder Kundenprozesse geben, die- ähnlich wie  mytaxi – nahezu perfekt anmuten und uns zur Nutzung bewegen werden. Sicherlich im Apple Store, vielleicht bei Starbucks oder bei einer anderen Kaffee Kette möglicherweise auch im Supermarkt.

Paypal wird gewiss noch häufiger in den Medien auftauchen. Außerdem der ein oder andere kleinere und neue Player. Eventuell hören wir mehr vom google wallet.  Werden Apple, Facebook, Amazon oder Samsung uns überraschen. Mastercard, Visa oder American Express? Die Telekom und/ oder andere Netzbetreiber. Oder möglicherweise sogar eine Bank?

4. Bitcoin bleibt ein Thema der Stunde

Was wird auch bitcoin? Das kann ich ehrlicherweise nicht so richtig einschätzen. Bitcoin nicht nur im Gespräch sondern wird noch intensiver diskutiert werden. Vor allem Staaten werden sich sehr intensiv mit dem Thema beschäftigen. In Schweden (bitcoin Geldautomaten) wird in den nächsten Tagen der erste europäische bitcoin Geldautomat aufgestellt. Die Anzeichen, dass bitcoin noch stärker in unseren Alltag eindringen wird, nehmen zu. Mit der Fidorbank wird bald auch die erste deutsche Vollbank ein bitcoin Produkt anbieten. Mehr Menschen werden bitcoin als Zahlungsmittel einsetzen. Und ob mehr Staaten den Chinesen folgen oder eher andere Wege gehen, wird sich zeigen. In Sachen bitcoin hat sich die Bundesregierung ja ausnahmsweise einmal modern gezeigt. Das war allerdings vor der großen Koalition (Artikel aus netzpolitik.org)

5. Viele Finance startups werden kommen, viele werden gehen

Die startups entdecken zusehends den Finanzmarkt. Auch in Deutschland. Rocket Internet hat mit lendico den Schritt gewagt. Das werte ich  als Zeichen dafür, dass die Dynamik im nächsten Jahr nochmal zunehmen wird. Bei vielen startups – Andre M Bajorat hat sich hier die Mühe gemacht eine Übersicht aller aktuellen deutschen finance start ups zu erstellen – stellt sich allerdings die Geschäftsmodell Frage. Manche scheinen sogar zu übersehen, dass für bestimmte Handlungen eine Banklizenz erforderlich sein könnte oder zumindest die BAFIN konsultiert werden müsste. Mit anderen Worten es fehlt manchmal an  der enstprechenden Vorbereitung für diesen komplizierten, regulierten und wohl auch politischen Markt.

Ob es im nächsten Jahr bereits erste Opfer zum Beispiel in der crowdfinance Szene gibt, ist schwer zu sagen. Ich hoffe natürlich nicht, denn die startups Szene ist sehr wichtig für die Bankbranche und vor allem für  den Bankkunden. Eine Konsolidierung wird es jedoch mit Sicherheit geben.

6. Crowdfunding kommt in die Region, crowd investing wird Thema für Banken

Womit ich beim Thema crowdfinance wäre. Einer der spannendsten Trends mit beeindruckenden Zahlen im zu Ende gehenden Jahr. Viele Banken beschäftigen sich mit dem Thema. In den Niederlanden hat die ABN AMRO inzwischen als erste europäische Bank eine eigene crowdinvesting Plattform ins Leben gerufen. Möglicherweise wird das auch in Deutschland 2014 eine Bank wagen.

Sicher ist aber, dass crowdfunding 2014 in die Regionen kommen wird. Die Volksbank Bühl hat den Anfang gemacht. Weitere Volksbanken Raiffeisenbanken werden folgen. Bis Mitte nächsten Jahres erwarte ich eine zweistellige Zahl. Und wenn ich ganz ehrlich bin, sehe ich auch im regionalen crowdinvesting erhebliches Potential. Dieses Potential können meiner Meinung nach aber eher Banken heben als startups.

Auf der crowdfunding Konferenz in München wurde darüber diskutiert dass aktuell nicht klar erkennbar sei, ob und welche crowdfinance Plattformen überhaupt ein langfristig tragfähiges Geschäftsmodell haben. Einig war man sich darüber, dass es derzeit zu viele Plattformen gibt, dass es eine Konzentration geben wird oder muss, dass beim Markteintritt eines internationalen Players (wie z.B. kickstarter) viele der aktuellen Betreiber Probleme bekommen könnten und das deshalb eine Internationalisierung kommen müsse, da der deutsche Markt zu klein sei. Crowdfinance ist allerdings –welch Wunder – Teil des Koalitionsvertrages der zu diesem Zeitpunkt noch nicht regierenden großen Koalition. Es bleibt also Trend.

Ich wünsche mir aber nach wie vor mehr Community Funding und bin von der Idee regionaler crowdfinance Initiativen geradezu elektrisiert.

7. PFM wird schon zum Standard

Die Volksbanken Raiffeisenbanken haben es, die comdirect Bank, die Postbank ein wenig und die anderen Banken werden im nächsten Jahr nachziehen. Nun können wir endlich erleben wie intensiv und lange der Bankkunde diese neue Möglichkeit nutzt und wie die Banken davon profitieren. Wenn sie profitieren.

Und der Weg wird weiter gehen.  Was folgt auf PFM? Social Financial Management oder etwas ganz Anderes? Viele neue Kunden kann man durch PFM sicherlich nicht gewinnen. Allenfalls mit einem attraktiven Preismodell oder einem originellem Produktbundle. Die Banken sollten auch versuchen die eigene Unternehmensvision in das jeweilige PFM zu übertragen. Außerdem sollten sie vorhandene Beratungsmodelle mit dem PFM verbinden und nicht allzu sehr darauf hoffen der nunmehr besser informierte Kunde, käme jetzt wieder häufiger in die Filiale, um dort das zu tun, was er eigentlich nun auch Online und sogar unterwegs tun kann.

8. Große deutsche Banken forcieren mobile Banking

Da im letzten Jahr nicht so viel von den Banken gekommen ist. Sie waren wahrscheinlich mit Regulierungsanforderungen, Sepa Umstellung, ein wenig Social Media und größtenteils mit Luft holen beschäftigt, können wir für 2014 einiges erwarten.

Die Hello Bank wird die Workhopergebnisse endlich in die Tat umsetzen,  die Deutsche Bank überrascht uns mit neuen mobilen Andwendungen und Produkten, die Commerzbank startet eine mobile Initiative und die Sparkassen machen natürlich auch etwas herausragendes?

Oder auch nicht.

Luft geholt und gesammelt haben sollten sich die Banken aber inzwischen. Und da sie nun agieren statt reagieren müssen, erwarte ich viel mobile Banking, mobile Initiativen und mobile Innovation von den Banken.

9. Wir sprechen über Big Data

Auch 2014 werden wir viel über Big Data sprechen. Was machen wir mit den Daten, die wir sammeln? Wie lässt sich hieraus Kundennutzen stiften? Welche neuen Produkte und Dienstleistungen können und möchten wir anbieten?

Aber auch Fragen wie: Ist unsere IT – Infrastruktur hinreichend ausgestattet. Wie können wir den Vorsprung von Unternehmen wie Amazon und Co. aufholen? Dürfen wir die Daten unserer Kunden überhaupt nutzen? Wie bringen wir vorhandene Daten mit externen Daten zusammen?

Und was erwarten die Kunden eigentlich? Möchten Sie, dass wir ihre Daten verwenden? Wer soll über die Datennutzung bestimmen und, und und.

Passieren wird im deutschen Markt – glaube ich – aber nicht viel. Zu komplex, umstritten und vorbereitungsintensiv ist das Thema. Letztendlich beschreiten wir eine neue Welt, auf die wir noch nicht hinreichend vorbereitet sind und an die wir nicht so experimentell und forsch wie google und co. herangehen können. Daten mussten bisher in erster Linie geschützt werden. Das Daten schützen und Daten nutzen kein Gegensatz darstellen, werden Banken und Bankkunden erst noch lernen. Leider in einer politisch und gesellschaftlichen Umwelt, die eher zur Verwirrung als zur  Schaffung verlässlicher Rahmenbedingungen beiträgt

10. Macher verzweifelt gesucht

Und nun fallen mir keine Trends mehr ein. Den Schluss bildet die verzweifelte Suche nach Machern.  Also nach Menschen, die nicht nur wissen, was zu tun ist – mangelndes Wissen ist nicht mehr das Problem – sondern die Umsetzung.  Ron Shelvin  (www.snarketing 2.0) hat mich mit einem spannenden Artikel – Banks need leaders woh get it done)  auf diese Spur gesetzt.

Das Problem der Banken besteht doch eigentlich darin, dass man keinen hat oder findet, der erkennt was zu tun ist und dann auch die Ärmel umkrempelt und den Prozess in Bewegung setzt. Es geht ja – so Ron Shelvin – nicht um Technologie sondern um Geschäftsprozesse, Produkte, Dienstleistungen,  Geschäftsmodelle, kulturelle Anforderungen und Kundenverhalten, welches durch Technologie verändert und möglich wird. Banken, die diesen Macher finden, werden erfolgreich sein. Das ist aber gar nicht so einfach, denn kann der wirklich von außen kommen und kann ein junger Wilder dies bewerkstelligen. Hinzufügen müsste man wohl noch, das eine Person womöglich gar nicht ausreicht. Es müsste vielleicht ein Team  (Starsky + Hutch?) sein aus jung und alt, erfahren und wild, ausgleichend und provokativ….

Meine Wünsche für 2014

Neulich wurde ich auf einer Veranstaltung  (ExexI/O) gefragt, wann  es die letzte wirkliche Innovation in der Finanzbranche gab? Ich habe die falsche Antwort gegeben. Die richtige Antwort wäre gewesen:

Vor mehr als 150 Jahren die genossenschaftliche Idee aus der später die regionalen Spar –und Darlehensvereine wurden.

Die Mitarbeiter von Volksbanken Raiffeisenbanken sollten sich  jetzt aber nicht gemütlich und selbstgefällig zurücklehnen. Es hat sich seitdem viel verändert. Kundenverhalten und technologische Entwicklung stellen Herausforderungen da, auf die man reagieren muss. Vertrauen wird anders generiert. Darüber hinaus hat sich die Gruppe, bis auf wenige Ausnahmen, doch sehr in Richtung klassisches Banking entwickelt und muss die wesentlichen USP mühsam wieder ausgraben und positionieren. Was um so schwerer ist, da erste Konkurrenten in die gleiche Richtung laufen.

Ganz grundsätzlich wünsche ich mir  aber mehr Werte und Wertorientierung im Banking. Dabei fällt mir Gemeinwohlorientierung und Awesomeness ein. Unternehmensideen, Produkte, Dienstleistungen, Geschäftsmodelle, die sich an diesen Prinzipien orientieren. Egal ob es sich nun um startups oder etablierte Banken handelt. Davon wünsche ich mir mehr. Viel mehr.

Die Orientierung am Kundenerlebnis wäre ein weiterer Wunsch. Das wünsche ich mir als Kunde der Bank und das sollten Banken ohnehin ganz oben auf ihre Agenda stellen, sonst fährt der Zug bald ab. Hierfür bedarf es an einer wesentlichen menschlichen Kernkompetenz: Der Empathie. Sich in andere Menschen hineinversetzen und mit ihnen zu fühlen, das könnte helfen, nicht nur im Banking. Und wer emphatischer ist, macht auch weniger Werbung, setzt stattdessen auf Engagement, Relevanz und Kundennutzen. Das Marketing übernehmen dann zufriedene Kunden.

Etwas abseits des Bankings in Politik und Gesellschaft wünsche ich mir ebenfalls noch einige Dinge. Zum Beispiel:

Ein kompetente und mutige Netzpolitik, die innovationsfreundlich ist, aber die Interessen der Verbraucher entsprechend berücksichtigt.

Eine Politik, die Menschen Perspektiven aufzeigt und sie aus der staatlich produzierten Unmündigkeit befreit. Schon in den Schulen müssen die Menschen lernen mutig eigene Wege zu gehen. Dabei darf man ihnen dann aber nicht ständig mit irgendwelchen unsinnigen Regeln im Weg stehen. Weniger Bürokratie wäre also auch mehr.

Wir Menschen sollten uns ebenfalls wieder mit Werten auseinandersetzen und unser Handeln stärker am Wohl der Anderen, also am Gemeinwohl und dem größeren Ganzen orientieren. Das gilt für Arbeit, Familie, Freizeit. Die Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft lösen wir nur in Kooperation. “Kooperation ist dabei vor allem dann konstruktiv, wenn versucht wird Menschen zusammen zu bringen, die unterschiedliche oder sogar gegensätzliche Interessen verfolgen”, schreibt Richard Sennett im Handelsblatt vom Dienstag: Gemeinsam statt einsam.

Der Sozialwissenschaftler Sennett vertritt die Ansicht, das die moderne Gesellschaft die Kooperation geschwächt hat – trotz Social Media, vielleicht sogar wegen Social Media. Eine wesentlicher Faktor der Schwächung ist allerdings die soziale Ungleichheit. Ökonomische Ungleichheit – die vor allem intragesellschaftlich gewachsen ist und wachsen wird – führt zu sozialer Distanz und Abgrenzung. Es entsteht ein “Wir” gegen “Die”. Die Elite distanziert sich von der Masse und auch in unseren Organisationen werden wir durch Silos und Hierarchien voneinander getrennt und  die immer kurzfristigeren und oberflächlicheren Arbeitsverhältnisse beeinflussen das Wissen um die und die Identifikation mit der Organisation. Was zu einem Rückzug in sich selbst führt. Ein Phänomen, das sowohl in den großen als auch den kleinen gesellschaftlichen Systemen erkennbar ist. Sennett spricht von einem neuen Charaktertyp, der darauf bedacht ist Ängste zu verringern, die durch Unterschiede ausgelöst werden. Erregungen werden vermieden, man meidet als Unterschiede und verweigert sich deren Wahrnehmung. Rückzug und ein auf Neutralität bedachtes Weltbild sind die Folge. Kooperation wird unwahrscheinlicher.

In diesem Sinne freue ich mich auf viele spannende Blogbeiträge von Euch. Also legt bitte los. Ich werde es Euch lohnen im späteren Leben. Einstweilen Vielen Dank

Banken und die Digitalisierung ihrer Branche


Vor einigen Wochen hatte ich die Gelegenheit einen

Eine kleine Bankfiliale

Eine kleine Bankfiliale

Vortrag an der Universität Stuttgart vor Studenten im Grundstudium des Fachbereichs Finanzwirtschaft zu halten. Der Vortrag fand im Rahmen einer Veranstaltungsreihe mit dem Titel Financial Hotspots statt. Initiator dieser Veranstaltung ist Professor Dr. Henry Schäfer. Die Gelegenheit vor mehr als 200  jungen Zuhörern über die Digitalisierung der Finanzbranche zu sprechen und zu diskutieren, habe ich sehr gerne genutzt. Hierfür habe ich einige Folien zusammen gestellt, die ich inzwischen etwas überarbeitet auch bei Slideshare veröffentlicht habe. Mein Ziel war es dabei darzulegen unter welchen Voraussetzungen Banken zu einer Veränderung gezwungen sind, dass die Zeit nunmehr dafür reif ist und welche technologischen Trends diese Entwicklung treiben. Anschließend habe ich einige Trends dargestellt, die aktuell in Deutschland recht präsent sind und daraus entsprechende Anforderungen für Banken abgeleitet. Wie können Banken auf die Digitalisierung ihrer Branche reagieren. Zum Schluss dann noch der Versuch einige – aus meiner Sicht – sehr moderne und wegweisende Banking Ansätze vorzustellen und deren Gemeinsamkeiten herauszuarbeiten.  Das Thema Regulierung, welches mit Sicherheit negative Auswirkungen auf die Innovationsfähigkeit der Banken hat, habe ich dabei nicht betrachtet. Der ein oder andere meiner Leser wird vielleicht eine Inspiration in den Folien finden und hat Interesse an einem weiteren Austausch.

In dem Vortrag habe ich natürlich auf vorhandenes Material und auf Ideen zurückgegriffen. Eine Folie von Andre M. Bajorat habe ich beispielsweise vollständig übernommen, da es ihm sehr beeindruckend gelungen ist, darzustellen, das man bereits heute schon ohne Banken auskommen könnte, wenn man es denn drauf anlegen würde.

Ein Trend sich gänzlich von Banken abzuwenden – wie  aktuell in den USA zu beobachten –  gibt es in Deutschland nicht. Auch Ron Shelvin, Brett King und Brian Solis – 3 ausgesprochene Experten der Digitalisierung – haben mich stark inspiriert.

Lesen Sie aber nun den gesamten Slideshare Vortrag über Banken und die Digitalisierung ihrer Branche. Und feuer frei für Lob, Kritik, Anregungen und Diskussionsansätze. Ihr könnt das ganze Wochenende zum laden der Wortgewehre nutzen.

Hier der ganze Vortrag von Andre M. Bajorat

http://paymentandbanking.com/2013/06/26/chancen-die-banken-verpassen-oder-geht-moderner-zahlungsverkehr-auch-ohne-banken/

Stilfragen: Mehr als Geld und Zinsen


Banking mit Stil

Die Finanzbranche hat mehr zu bieten als nur Geld und Zinsen. Spätestens seit 2007 erfreut, belustigt und frustriert sie uns durch tägliche Schlagzeilen in allen Medien. Das in dieser Branche aber vor allem Menschen tätig sind, die wie wir alle auch aus Fleisch und Blut bestehen vergessen wir dabei häufig.Und diese Menschen interessieren sich für ganz viele Dinge und Themen, die jeden von uns antreiben. Zum Beispiel auch für Mode, Musik, Kunst, Literatur und andere ganz normale Erfindungen des menschliches Geistes. In meiner neuen RUBRIK Stilfragen geht es ab sofort vor allem um Mode und Musik. Wie sollte sich ein Banker kleiden? Welche Kleidung führt zum Erfolg? Hören Banker Mozart, Rammstein oder Heino? Machen Kleider wirklich Leute und findet Innovation, die diesen Blog ja umtreibt, auch bei diesen nicht unwichtigen Alltagsfragen statt?

Den Anfang macht ein Interview mit einem jungen Bankmitarbeiter einer Volksbank. Wer sich hier zukünftig einbringen möchte, der ist hiermit eingeladen sich zu beteiligen.

Also Bühne frei für Alexander Weinmann

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1.) Welche Kleidung trägt man als Mitarbeiter einer Bank?

Es fällt schwer, hier eine pauschale Aussage zu treffen. Das hängt grundsätzlich von der Aufgabe ab, die man im Unternehmen erfüllt. Wer mit Kunden oder Geschäftspartner zu tun hat, sollte nicht nur fachlich, sondern auch outfittechnisch überzeugen. Dabei sollte man immer beachten, wer der Gegenüber ist. Wer überwiegend mit jungen Menschen zusammenarbeitet darf gerne locker auftreten. Eine farbige Chino, ein Hemd und ein legeres Sakko reichen hier völlig aus. Bei Terminen mit institutionellen Kunden oder in Meetings mit dem Vorstand hingegen bietet sich ein klassisches Outfit an. Mit einem dunklen Anzug, einem hellen Hemd und einer unauffälligen Krawatte macht man hier nichts falsch. Wichtig ist, dass das Outfit nicht aufgesetzt wirkt. Wer sich in einen ungeliebten Zwirn zwängt, dem sieht man das auch an.

2.) Ist Kleidung wichtig? Ich meine: Machen Kleider Leute?

Auf jeden Fall. Für einen Sternekoch gilt das Motto: “Das Auge isst mit” – das übertrage ich auch gerne auf das äußere Erscheinungsbild. Gut gekleidet zu sein hat enorme Wirkung auf Freunde, Kunden und Kollegen. Es wirkt einfach professionell und rundet den perfekten Auftritt ab. Darüber hinaus hilft das richtige Outfit, das Selbstbewusstsein zu stärken.

3.) Wie würdest Du Deine Kleidungsstil beschreiben?

Stilsicher, elegant und modern.

4. ) Darfst Du Dich so in der Bank kleiden oder denkst Du selber, dass in der Bank sowas nicht getragen werden sollte?

Das klassische Bild des Bankers wird durch Anzug, Hemd und Krawatte geprägt. Dieses Verständnis gilt in vielen Häusern auch als Regel i.S. Dresscode. Ich breche gerne auch mal das ein oder andere Tabu. Fliege statt Krawatte, bunte Akzente durch Einstecktücher und Socken, hellgraue Schuhe, Armbänder. Das fällt den Leuten positiv auf.

5. ) Was hast Du Dir zuletzt gekauft und was ist Dein aktuelles Lieblingskleidungsstück?

Cognacfarbene Derby-Shoes aus Glattleder mit blauen Schnürsenkeln. Mein Lieblingsstück ist ein knallrotes Sakko, italienisch geschnitten.

6.) Welches Accessoire braucht der Mann in diesem Sommer! Also falls der Sommer noch kommt?

Aktuell geht nichts über bunte Socken. Ich persönlich bevorzuge einfarbige Socken in kräftigen, warmen Farbtönen wie rot oder orange.

7.) Dein Statement zu Mode und Musik?

Zwei Begriffe, die sich sehr ähnlich sind und auf jeden Fall in einem Atemzug genannt werden dürfen. Mode ist ebenso vielseitig und individuell wie die Musik. Jeder hat einen Stil, den er bevorzugt. In Sachen Musik empfehle ich das aktuelle Brett vor dem Herrn “So Good to Me” von Chris Malinchak.

8.) Wo kaufst Du ein und wie viel gibst Du für Mode aus?

In der Regel online. Absolut empfehlen kann ich http://www.asos.de. Hier gibt es Anzüge, Hemden und unzählige Accessoires in den jeweils angesagten Farben und Formen der Saison. Und das zu unvergleichbaren Preisen! Ich schätze, dass meine monatlichen Ausgaben für Bekleidung im Schnitt bei 150€ liegen.

9.) Ist modische Kleidung männlich? Ich meine: Sollten Männer nicht lieber auf modische Kleidung und Shopping verzichten?

Mode und Männlichkeit schließen sich keinesfalls aus! Im Gegenteil: Mode ist männlicher denn je! Das lassen vor allem Designer in ihren Storekonzepten und mehrmals jährlich wechselnden Kollektionen erkennen. Hier liegt ein enorm hoher Fokus auf dem männlichen Geschlecht. Wer sich in Sachen Outfit übrigens gerne inspirieren lassen möchte, dem empfehle ich zwei Großmeister in Sachen Stil: Nick Wooster und Lapo Elkann.

10.) Was hast Du sonst noch auf dem Herzen? Gib meinen Lesern eine Message!

Bei Mode gilt eine wichtige Regel: Authentizität. Man(n) muss sich in seiner Kleidung in erster Linie wohl fühlen und darf nicht künstlich wirken.

Zu meiner Person:

Mein Name ist Alexander Weinmann. Ich bin Bankkaufmann, Student und bekennender Schuhliebhaber aus dem Westerwald. In meiner Freizeit beschäftige ich mich überwiegend mit Technik und Mode. Somit bin ich über die neuesten Trends immer bestens informiert und meinen Mitmenschen stets ein guter Ratgeber.

Gedanken und Ideen zum Finanzblog Award 2013


Am Montag wurde im Rahmen der republica der finanzblog award 2013 verliehen.

Der Gewinner: Wirtschaftswurm

Weitere Preisträger: Mr. Market

Menschen,zahlen, sensationen

Sonderpreise gingen an Economics Intelligence und Social Banking 2.0

Ich gratuliere den Gewinnern. Besonders für Social Banking 2.0 hat mich die Auszeichnung sehr gefreut.

Eine gute Sache

Der finanzblog award wird jedes Jahr von der comdirect Bank verliehen. Blogs können sich selber bewerben. Vergeben wird der Preis von einer Jury. Eine – wie ich finde – lobenswerte Initiative. Fragt sich nur, ob sich Finanzblogs von Banken bewerten und belohnen lassen sollten oder ob damit nicht die Unabhängigkeit der Blogs und Blogger verloren geht.

Diese Frage wurde auf der zur Award Verleihung gehörenden Podiumsdiskussion auch betrachtet, zumal die comdirect offenbar auch darüber nachdenkt Finanzblogger durch andere Maßnahmen noch stärker zu unterstützen. Diese Maßnahmen wären dann möglicherweise auch dazu geeignet, die Arbeit der Blogger zu professionalisieren, um damit für Internetnutzer und Finanz Interessierte einen größeren Wert bieten zu können. Aber ist das wirklich notwendig und gewünscht?

Ich betreibe meinen Blog nebenbei und habe auch keinerlei Absicht hieraus meine Hauptbeschäftigung zu machen, zumal ich das Schreiben nirgendwo gelernt habe. Ich würde wohl verhungern. Mir macht es einfach Spaß. Ein Sponsoring durch irgendeine Bank würde daran nichts ändern. Mein Blog kostet auch kaum Geld sondern nur Zeit, Mühe und manchmal auch Überwindung . Ich würde deshalb auf ein solches Sponsoring verzichten. Nebenbei gesagt wäre mir eine Unterstützung durch eine andere Banken Gruppe viel lieber. Wobei die comdirect natürlich nichts dafür kann, dass Banken, die ich für viel eher geeignet halten würde, sich mit der Online Community zu solidarisieren, dies noch nicht realisiert haben. Es wäre möglicherweise ohnehin besser, wenn andere Branchen die Finanzblogger fördern würden – wenn dies überhaupt erforderlich ist. Vielleicht Unternehmen aus der IT –Branche. Ich für meinen Teil fände es super, wenn die Mode – oder Musikbranche meinen Blog unterstützen würde. Dass Kleidung ein Problem der Blogger Community ist, konnte man auf der republica sehr deutlich sehen. Als Veranstalter sollte man immer einen Dresscode vorgeben, sonst lässt sich vor allem der deutsche Mann derart gehen, dass so manches Auge Tränen weint.

Aber zurück zum Thema

Auf der republica wurde auch über Erwartungen an die Finanzblogs gesprochen. Ich glaube, dass es gar keine Erwartungen gibt. Deutschland ist nicht gerade ein Blogger Land und der normale Internetnutzer geht nicht zu google, um Finanzinformationen oder Finanzwissen in Blogs zu finden. Insofern dürfen diese auch gerne speziell und kompliziert bleiben. Für die Einfachheit sind die Banken und Finanzanbieter zuständig. Ich bin nämlich der Meinung, dass Finanzprodukte und finanzielle Zusammenhänge durchaus einfach sein könnten. Das ist nur noch nicht im Interesse der sogenannten Eliten.

Die Vermittlung von Finanzkompetenz und auch Spaß an der Sache muss durch Familien, Schulen, andere Bildungseinrichtungen und auch die Finanzunternehmen vermittelt werden, dann brauchen sich Moderatoren solcher Diskussionsrunden auch nicht kokettierend als Finanz Dummies darzustellen, weil es auf solchen Veranstaltungen möglicherweise nicht opportun ist, sich als interessiert an Finanzfragen und -themen zu outen. Es wäre doch sehr einfach Finanzwissen tiefer ins Leben zu integrieren, vielleicht sogar so tief, wie es für die Bedeutung des Themas angemessen wäre, denn letztendlich treffen wir ständig Entscheidungen, die finanzielle Auswirkungen haben.

Es wäre doch nicht schlecht, wenn die Mehrheit der Menschen genauso geübt im Umgang mit Finanzen wie im Umgang mit Facebook wäre. Wenn schon Drohnen ganz selbstverständlich über das Gelände der republica gleiten – schade dass ich keine Drohnenklatsche dabei hatte – dann könnten wir doch auch mal mehr über Geld sprechen und wissen. Wenn wir etwas verändern wollen, dann müssen wir auch dahin gehen, wo Veränderung Auswirkungen hat. Beschäftigt euch mit der Finanzbranche, gründet Unternehmen und vielleicht sogar Finanzunternehmen, dann kann Veränderung gelingen.

Vorschläge

1. Lasst uns im nächsten Jahr eine Subkonferenz mit der Finanzbranche machen. Ich wäre bereit diese Konferenz mit zu organisieren.

Im letzten Jahr hat smava auch noch einen Blog Award vergeben, hier konnten die Leser abstimmen, was mir  – ehrlich gesagt – wesentlich besser gefallen hat. Auch die Tatsache, dass mit smava eher ein Unternehmen aktiv war, welches die klassische Finanzbranche verändern wollte. Die Direktbanken und noch dazu eine Direktbank, die zu einem staatlich gestützten Unternehmen gehört, sind ja inzwischen schon Establishment und verfolgen einen Banking Ansatz, der uns wohl kaum in eine bessere Finanzwelt führt.

2. Lasst uns also im nächsten Jahr einen Preis ins Leben rufen, bei dem die Leser und Online Nutzer entscheiden. 

Diesen vergeben wir dann im Rahmen einer Subkonferenz der republica. Die Preisgelder werden von Nicht Banken vergeben. Da werden sich doch Sponsoren finden lassen.

3. Zusätzlich machen wir einen Start up Wettbewerb auf dem junge Unternehmer ihre Ideen vorstellen können.

Dafür haben sie jeweils sieben Minuten Zeit und dürfen keine Power Point Folien verwenden (wie zum Beispiel auf der finovate). Die Sieger bekommen ein Startkapital. Das kann dann gerne von einer oder mehreren Banken vergeben werden und da wäre es dann natürlich nicht schlecht, wenn es sich um Ideen handeln würde, welche die Finanzwelt verändern, verbessern oder vielleicht auch einfach nur unterhaltsamer machen möchten. (die Idee ist übrigens von meinem geschätzten Kollegen Franz Welter von der Volksbank Bühl)

4. Und noch eine Idee, die sich jetzt direkt an alle Finanzblogger richtet. Lasst uns doch einen eigenen Award ins Leben rufen, mit dem wir Ideen, Menschen und Unternehmen aus der Finanzbranche auszeichnen.

Denn warum soll sich die neue Welt von der alten Welt bewerten und unterstüzten lassen? Dann ändert sich doch nie was

Vorschlag Nummer 5. Das geht jetzt direkt mal an die Banken. Wie wäre es mit einer Blogger Versicherung oder einem Fonds, der Blogger vor Abmahnungen schützt oder ihnen die Möglichkeit bietet, gegen Abmahner vorzugehen bzw. Abmahner ganz einfach abschreckt, weil die Solidarität einen Finanztopf füllt, der in der Lage ist, Abmahnungen zu einem schlechten Geschäft werden zu lassen. Bald kommt doch das Leistungsschutzrecht. Das wäre dann wirklich mal ein nützliches Angebot.

Zypern: Wir brauchen eine Bank, die…


…aktiv das Finanzsystem verändert

Eigentlich wollte ich heute über Social  Media und Content Marketing schimpfen. Das hole ich später nach, denn Zypern macht mich heute noch wütender.

Lesen Sie mal hier und hier und hier

Das Spiel geht so:

Die Politik öffnet die Türen für rücksichtslose und zerstörerische Finanzgeschäfte. Die Banken verzocken die Einlagen Ihrer Kunden. Die Politik springt ein und verzockt das Geld der Bürger, des eigentlichen Souveräns. Und wenn alles nicht mehr reicht, werden die Ersparnisse der Bürger und Bankkunden einfach mal eingefroren bzw. noch schlimmer, man bedient sich einfach daran.

Ist das noch zu glauben und wäre es nicht Zeit für eine Bank, die aktiv das Finanzsystem verändert und neu gestaltet?

Sonst wird es bald Zeit für die Frage, ob es nicht besser wäre, etwas Besseres als eine Bank zu entwickeln.

Deshalb hier noch einmal ein älterer Artikel aus diesem Blog

Wir brauchen eine  Bank, die nicht nur auf schöne Werbebotschaften setzt und stattdessen, ihre wirtschaftliche und gesellschaftliche Macht nutzt, um grundsätzlich anders zu handeln als andere Banken.

Eine Bank, die mit den Selbstverständlichkeiten der Finanzwirtschaft bricht und ihren Kunden eine gänzlich andere Art von Finanzdienstleistung anbietet. Die Mitgliedschaft als Zustimmung zur Entwicklung einer Bewegung begreif, welche die Realwirtschaft und das Gemeinwohl fördertt und die tägliche Umverteilung von unten nach oben bzw. von Menschen zu Institutionen ebenso beendet, wie die Investition in Geldanlagen von denen wenige profitieren, während gleichzeitig die Mehrheit der Menschen geschädigt wird.

Wenn die Deutsche Bank zum Beispiel weiter machen möchte wie bisher, dann muss es doch eine Bank oder Bankengruppe geben, die eine wirkliche Alternative bietet, die also nicht nur in manchen, sondern in allen Bereichen anders ist. Die Banking gänzlich neu erfindet und damit meine ich nicht nur technische Innovationen.

Occupy Money

Eine Bank, welche ihr Kunden über Finanzfragen aufklärt, die mutig eigene Positionen besetzt, die Visionen und Ideen auf die Straße und in die Parlamente bringt, die einfache Produkte bietet, die transparent ist, die Kunden wirklich einbindet und mitbestimmen lässt oder diese sogar zur Mitbestimmung zwingt.

Eine Bank, die den Zinseszins abschafft und die eine bundesweite Regionalgeld Initiative startet, welche Menschen mit Ideen zusammen bringt und Ideen fördert, die reale und menschliche Werte schafft. Die also zum Beispiel auf crowdfunding und crowdinvesting setzt, die in Human Kapital investiert und nicht mehr in abstrakte Rentenprodukte, die nicht halten werden, was sie uns heute versprechen.

Wir brauchen mutige Menschen und mutige Banken mit Zivilcourage

Das folgende Interview mit Frau Professor Margit Kennedy enthält einige interessante Aussagen, mit der sich eine  andere Bank und eine Next Generation Finance auseinandersetzen sollte.

Links aus diesem Artikel

FMF Zinsfreie Finanzen interviewt Frau Professor Margit Kennedy

Spiegel Online: Deutsche Bank spekuliert weiter auf Nahrungsmittel

Finanzdienstleister der nächsten Generation (Buch)

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/rettungspaket-fuer-zypern-tabubruch-zum-schaden-der-sparer-1.1626835

http://www.nzz.ch/meinung/kommentare/am-schluss-zahlt-der-sparer-1.18048103

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/westerwelle-kritisiert-zypern-entscheidung-zu-kleinsparern-a-889445.html

Eine VR Bank trifft die richtige Entscheidung


Banken sind Banken

Nachts sind alle Katzen grau. Banken sind nachts geschlossen, sie sind dafür tagsüber grau. Deshalb werden sie für die Finanzkrise in Kollektivschuld genommen, weil sie in den letzen zwanzig Jahren immer ununterscheidbarer geworden sind. Auch viele Volksbanken Raiffeisenbanken waren in den letzten Jahren in erster Linie Banken und haben ihren genetischen Code weitgehend vergessen.

Wer heutzutage aus der Masse der Banken hervorstechen möchte, braucht mehr als Social Media und mehr als die neusten Technologien, um die Wünsche der Kunden auf allen Kanälen, also sozusagen Omni Channel abzubilden. Und die Filiale oder der Geldautomat an jeder Ecke ist schon lange kein USP mehr.

Zurück zu den Wurzeln

Wenn Volksbanken Raiffeisenbanken ein zukunftsfähiges Geschäftsmodell entwickeln möchten, dann sollten sie sich wieder mit ihrer Vergangenheit beschäftigen und sich eindeutig vom Wettbewerb differenzieren. Dafür muss man keine altmodische Bank bleiben. Ganz im Gegenteil. Nachhaltiges und wert orientiertes Banking ist hoch modern und Mitgliedschaft ist jener USP, der die genossenschaftliche Bankengruppe einzigartig macht. Dafür muss man nur einen Anfang machen und darüber nachdenken, wie man diese Karte spielen kann.

So wie die VR Bank Kitzingen, die bis 2016 wieder eine reine Mitgliederbank werden will. Schon heute lebt diese Bank das Mitgliedschaftsprinzip beinahe vorbildlich und macht mehr als 80 % des Einlagengeschäftes und mehr als 60 % des Kreditgeschäftes mit ihren Mitgliedern. Dabei ist Mitgliedschaft schon heute viel mehr, als Sonderangebote oder Rabatte bei regionalen Händlern.

Die VR Bank Kitzingen ist ein nachahmenswertes Vorbild für die gesamte Gruppe. Welche Vorteile hätte eine solche reine Mitgliederbank? Ihre Meinung würde mich interessieren.

Artikel aus infranken.de: VR Bank will zurück zu Genossenschaftsmodell

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Studie benennt Engpässe in Banken – Interview mit Thomas Kiefer


Studie benennt Engpässe in Banken – Interview mit Thomas Kiefer, Management Berater für Banken, zu den Ergebnissen seiner Studie „Aktuelle Herausforderungen in Banken“

@ Herr Kiefer, die Zahl neu veröffentlichter Studien wächst exponentiell. Was hat Sie zur Befragung von Führungskräften und Mitarbeitern in Banken veranlasst?

Ziel der Studie war, die in meiner Beratungsarbeit immer wieder identifizierten typischen Engpässe und zentralen Wirkfaktoren einer größeren Gruppe von Entscheidern und Mitarbeitern in Banken zur Bewertung vorzulegen. Ergänzend sollte die Einschätzung zu aktuell diskutierten Themen – von der Geschäftsprozessoptimierung bis hin zu Enterprise 2.0 – erhoben werden.

Klar, dass vor allem Unternehmen – auch ich – mit der Beauftragung von Studien neben dem Erkenntnisgewinn auch Aufmerksamkeit und Reichweite erreichen wollen. Das funktioniert allerdings nur, wenn publizierte Inhalte der Zielgruppe entsprechenden Nutzen stiften.

@ Um welche Engpässe geht es?

Die „Optimale Zusammenarbeit und Kommunikation im Team – team-, bereichs- und ressortübergreifend“ wird als größter Engpass am häufigsten genannt. Fast gleichauf folgt die „Bereitstellung von Ressourcen für und die zeitnahe Umsetzung aufsichtsrechtlicher Änderungen“.

Von über 70% der Befragten werden fünf der vorgeschlagenen sechs „größten Engpässe“ auch als solche eingestuft.

Die Auflösung dieser Engpässe ist somit von strategischer Relevanz für die nachhaltige Steigerung der Produktivität und des Unternehmenserfolges.

Auch die „Optimale Ressourcensteuerung in der internen Projektarbeit“ und das „Persönliche Prozessmanagement, Selbst- und Zeitmanagement und die Arbeitsorganisation der Mitarbeiter“ werden als weitere große Engpässe zur Bewältigung der täglichen Aufgaben und Erreichung der Arbeitsziele eingeschätzt.

@ Herr Kiefer, welche Empfehlung geben Sie Banken, diesen Herausforderungen optimal zu begegnen?

Banken sollten die Vernetzung und die Zusammenarbeit innerhalb der Führungsmannschaft, vor allem zwischen der ersten und zweiten Ebene und innerhalb der zweiten Ebene selbstkritisch prüfen und falls notwendig verbessern. Dazu gehört die regelmäßige ehrliche Reflexion der eigenen Arbeit und Situation, zum Beispiel mit Fragen wie „Wo hindern wir uns immer wieder selbst am Erfolg und warum? Was können wir tun, um diese Reibungspunkte in die Hebung zusätzlicher Potenziale zu wandeln?“

Erst im nächsten Schritt können wirksam bereichsübergreifende Herausforderungen identifiziert, priorisiert und bearbeitet werden.

Die Geschwindigkeit ist enorm, stetige Veränderung ist die Regel. In diesem Umfeld kann dauerhaft nur erfolgreich sein, wer offen ist für Neues und alle Mitarbeiter – aber wirklich – in die Verantwortung nimmt und in Change Prozesse in einem sinnvollen Maß einbindet. Konkret geht das zum Beispiel über die Benennung von Prozessverantwortlichen, die Implementierung von Qualitätszirkeln, die Durchführung von Zukunfts-Workshops oder die Einrichtung einer InnovationsWerkstatt (!) wie bei der Volksbank Bühl. Die gemeinsam lernende Organisation / Bank ist mit Hilfe von Enterprise 2.0 und Social Media Tools optimal vernetzt.

„Erfolgreich Führen“ in Veränderungsprozessen heißt, die notwendige Professionalität aufzubauen für den Umgang mit aktuellen Herausforderungen.

@ Zu welchen weiteren Ergebnissen kommt die Studie?

Bei mindestens einem Drittel der befragten Banken sollte noch einiger Handlungsbedarf in den „Pflichtaufgaben“ wie Strategieumsetzung, Struktur- und Prozessoptimierung und Erhöhung der (Dienst-)Leistungsqualität vorhanden sein. Gleiches gilt für das Change Management.

Auch die Antworten zu Vertriebsthemen wie Potenzialausschöpfung und Neukundengewinnung zeigen die Handlungsnotwendigkeit deutlich auf.

Social Media oder gar Enterprise 2.0 scheinen in vielen Häusern noch kein großes Thema zu sein.

@ Herr Kiefer, wo bekommen Interessierte die ausführlichen Ergebnisse der Studie?

Direkt bei mir. Bitte formlos anfordern:

Thomas Kiefer

Management Beratung
http://www.Thomas-Kiefer.de
http://blog.thomas-kiefer.de
info@thomas-kiefer.de

@ Vielen Dank für das Interview.

Apropos Dienende Banken


Banken waren niemals Diener

Die Geschichte der Banken war von Anfang an eine Geschichte der Macht. Und diese Geschichte war – welch Wunder – eine Geschichte, in der Männer die Hauptrolle spielten. Man muss nicht die gesamte Weltliteratur gelesen haben, um feststellen zu können, wie diese mächtigen Männer von der Mehrheit der Menschen beurteilt und eben von den Autoren beschrieben wurden.

Die Geschichte der Banken war und ist zusätzlich eine Geschichte des Rechts, der Regulierung und der Politik. Noch heute sind zahlreiche Produkte für den Kunden eher Zwangsprodukte. Der Mensch braucht ein Gehaltskonto, er benötigt diverse Versicherungen oder eine Riester und Rürup Rente. Gerade die beiden zuletzt genannten Produkte beschreiben die Verbindung zwischen Politik/Staat und den Banken ganz gut. Menschen brauchen Banken nicht, weil sie ein wirkliches Bedürfnis nach Bankdienstleistungen haben. Menschen brauchen Banken, weil dieses Bedürfnis künstlich geschaffen wurde, z.B. weil Geldgeschäfte reguliert werden müssen und einer zentralen Steuerung bedürfen. Wobei dies auch nur ein vorgeschobener Grund sein könnte.

Historisch betrachtet hat es deshalb zwischen den Banken und deren Kunden eigentlich nie eine richtige Kundenbeziehung gegeben. Die Beziehung war eher eine Abhängigkeit, vergleichbar mit der Beziehung eines Bürgers zum Staat und seinen Behörden. Deshalb hat lange Zeit das Wort Bankbeamter auch den Sprachgebrauch geprägt und Banken haben in ihren Kunden eigentlich auch nur selten Kunden gesehen oder sehen müssen.

Die Kundenbeziehung, die es gar nicht gibt

Eigentlich also kein Wunder, dass Banken sich mit der Kundenbeziehung besonders schwer tun. Für Banken ist es relativ neu, dass der Kunde die Regeln bestimmt. Im Internetzeitalter dreht sich jedoch der Wind und es ist viel von Transparenz, Offenheit, Engagement oder auch Empathie die Rede. Man spricht von Unternehmen und Marken als Diener. Nur wie soll das gehen, wenn nicht einmal mehr Politiker zu wissen scheinen, dass Sie eigentlich Diener des Volkes und nicht einzelner Menschen oder Unternehmen sein sollen.

Servil Brands so schreibt trendwatching.com in seinem Oktober Briefing reagieren auf die Tatsache, dass Konsumenten informierter und fordernder sind als je zuvor. Zudem haben Konsumenten weniger Zeit und mehr Auswahl (thank god/ internet). Erfolg und „Wachstum“ setzen heute voraus, dass die Bank ihren Kunden jeden Wunsch von den Augen abliest auch (wie ich hinzufügen möchte) wenn die Augen gar nicht mehr zu sehen sind.

In Zukunft wird dienen überlebenswichtig

Dienende Marken handeln demnach nach den folgenden (wohl nicht vollständigen) Regeln

  • Dienende Marken lassen Kunden testen
  • Dienende Marken helfen Kunden ihr Leben im Griff zu behalten
  • Dienende Marken helfen Kunden alles in Echtzeit zu finden und zu verstehen
  • Dienende Marken sind da, wenn der Kunde sie wirklich braucht
  • Dienende Marken springen ein, wo Verwaltungen und klassische Institutionen versagen oder sich zurückziehen
  • Dienende Marken helfen den Konsumenten Geld zu sparen
  • Dienende Marken helfen Menschen das Beste aus allem zu machen
  • Dienende Marken bieten Kunden Empfehlungen, die wirklich für sie persönlich relevant sind
  • Dienende Marken bieten einen nahtlosen und widerspruchsfreien Service an

Also legen Sie los und werden Sie zum Motor der Bewegung in Ihrem Unternehmen. Man wird es Ihnen danken, wenn der erste Widerstand erst einmal überwunden ist.

Und welche Regeln für dienende Marken fallen Ihnen noch ein?

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