Tanz den Mai und ein wenig Banking


Wenn die Gedanken nicht richtig fließen, mir also mal so absolut nichts einfallen will, dann muss die Musik herhalten. Einerseits zum Entspannen. Andererseits um einen regelmäßigen “Blogging”-Rhytmus einzuhalten. Denn schließlich bin ich ja nicht nur der “finance20uncle” sondern auch der electrouncle. Hier also 10 Songs, die man sich in diesem Mai mal anhören sollte:

1. Working Class Hero von John Lennon

2. Working von Nina Kraviz

3. Levi Stubbs Tears von Billy Bragg

4.Babylon von David Gray

5. The times they are a changing von Bob Dylan

6. The compete Banker von The Divine Comedy

Im Mai immer bei mir auf der Playlist

7. Forest Fire  von Lloyd Cole

Aktuell wieder in den englischen Charts

8. Together in electric dreams in der Version von Philip Oakey und Giorgio Moroder

9. Midnight Express von Himan mein Elektro Goodie des Monats

10.Der Turm stürzt ein von Ton Steine Scherben darf im Mai natürlich nicht fehlen

Wer jetzt noch was über Banking hören möchte:

Das mobile Payment Rennen in Großbritannien wird spannender. O2 ist offensichtlich mit dem bisher attraktivisten Angebot auf den Markt gekommen. Das meint zumindest Chris Skinner. Let the mobile wallet wars beginn

Mit WIkifolio gibt es einen Neuzugang im deutschen Finance20 Markt. Das Angebot erinnert ein wenig an etoro. Menschen können in Aktien investieren, indem sie erfolgreichen Handelsstrategien, sogenannten wikifolios Folgen können. Demnächst mehr

Am 04. Mai kann man mich übrigens auf der co funding Konferenz in Berlin treffen. Am 09. Mai darf ich auf der Euroforum Konferenz Baufinanzierung etwas zu Social Media erzählen und ich habe doch tatsächlich eine Anwendung für Pinterest gefunden.

In diesem Sinne. Bitte Musik hören. Geht auch auf der Republica 2012

Was hängen blieb vom 4. genobarcamp


In der vergangenen Woche fand das vierte genossenschaftliche Barcamp statt. Veranstalter war die DZ Bank in Frankfurt. Wir mussten hoch hinaus. Bis in den 50. Stock und hatten am Abend des ersten Tages einen herrlichen Ausblick auf die Bankenstadt Frankfurt. 60 Mitarbeiter aus der genossenschaftlichen Bankengruppe nahmen Teil. Soweit die statistischen Daten und nun in Stichworten, was bei mir hängen blieb:

1. Innovation und Veränderung ist eine Frage des Alters. Vor allem die Beiträge der jüngeren Teilnehmer und  die Diskussion mit ihnen fand ich besonders inspirierend.

2. Es wurde viel über Social Media aber zu wenig über die Zukunft der Banken und insbesondere der genossenschaftlichen Banken diskutiert.

3. Banken glauben an Veränderung, aber nicht daran, dass es sie ähnlich treffen könnte, wie die Kodaks und wohl auch Nokias dieser Welt.

4. Es gibt sehr viele – zumeist externe oder extrinsische Gründe – die als Erklärung dafür herhalten können, dass man selber nichts bewegt oder bewegen kann.

5. Die wirklich wesentlichen Entscheidungen für die Zukunft der Bankenwelt fallen woanders. Sie haben viel mit politischen, wirtschaftlichen und auch technologiischen  Entwicklungen aber – so meine Meinung – wenig mit Social Media zu tun.

6. Wir haben noch nicht erkannt, dass der Kunde entscheiden wird, welche Angebote er zukünftig noch nachfragt und annimmt. Das liegt nicht daran, dass der Kunde klüger oder mächtiger wird, sondern eher daran, dass sich Banking in seinen immer komplexer werdenden Alltag integrieren können muss. Und das hat dann eben doch viel mit Technologien und wenig mit persönlicher Beratung zu tun.

7. Wir brauchen mehr Impulse von außen. Vielleicht auch Impulse von “Nicht Banken”. Mehr Impulse von Menschen und nicht von Social Media Gurus (obwohl die Keynote sehr gelungen war). Wir brauchen deshalb eine Plattform oder viele Plattformen für die Diskussion

8. Wir brauche konkrete Ergebnisse und konkrete Projekte

9. Wir haben die richtigen Menschen und die richtigen Antriebe

10. Wir brauchen Mut und Selbstbewusstsein.

Das fünfte Barcamp findet im November in Schwäbisch Hall statt. Bis dahin können wir auch hier diskutieren. Ich frage Sie: Was brauchen wir noch?

Wer was ändern will, wird Banker!


Unbehagen

Denken Sie manchmal da läuft was schief? Gibt es Tage an denen es Ihnen vorkommt, als lebten Sie im falschen Leben? Überall spricht man von Krise. Die Welt dreht sich um einen Begriff, dessen reale Entsprechung wir für überlebenswichtig halten oder halten müssen: Wachstum. Dafür müssen dann die einen sparen und die anderen werden subventioniert, weil sie das System tragen.

Das Private kommt auch immer kürzer. Eine Trennung zwischen Privatheit und Arbeit soll es bald nicht mehr geben und das wird uns auch noch als gut und richtig verkauft bzw. wir verkaufen uns das inzwischen selber als gut und richtig.Vielleicht wissen sie gar nicht mehr, was das Private ist. Die Arbeit macht eventuell noch Spaß und Sie merken gar nicht, dass ganz schön Lebenszeit für etwas drauf geht, das Ihnen vorgaukelt, dass Geld und Glück identisch seien und man nach mehr Geld streben müsse, um sein Glück zu maximieren.

Wie die Zukunft der Arbeit aussehen könnte, zeigt uns aktuell der Film: Work Hard/Play Hard

Wenn Sie dann noch unter der zunehmenden Ungerechtigkeit, der Zerstörung der Natur, der Entsozialisierung bzw. Pseudosozialisierung (durch Social Media)  der Menschen leiden, dann werden Sie von Zeit zu Zeit den Gedanken haben, einmal die Welt zu verändern.

Zur Tat schreiten

Nur wie soll das gehen? Schon die 68er Generation hat sich über den richtigen Weg gestritten. Die Mehrheit wählte den Marsch durch die Institutionen, was zahlreiche Veränderungen und Verbesserungen mit sich brachte, die Grundbedingungen aber auch irgendwie verfestigt und sogar verselbstständigt haben. Sind das Systemlogiken?

In den USA und teilweise auch bei uns entstand eine Occupy Bewegung, die zumindest in den USA noch lange nicht so tot ist, wie viele von uns vielleicht annehmen, nur weil man in unseren Medien nicht mehr viel davon hört. Wobei ja ohnehin noch nicht viel darüber berichtet wurde, denn es gilt ja auch weitere Superstars zu suchen oder volkstümliche Lieder zu trällern.

Artikel zu occupy wallstreet von Michael Moore auf the nation.com

Werdet Banker

Vielleicht gingen die 68er auch nur durch die falschen Institutionen? Wer heute etwas verändern möchte gründet ein Technologie Unternehmen. Dafür gibt es viele Beispiele. Überhaupt scheint es so zu sein, dass viele jüngere Menschen lieber etwas Eigenes machen und dies durchaus häufig mit dem Ziel etwas anders oder besser zu machen, als sich einem etablierten und verkrusteten Unternehmen anzuschließen,

Das ist gut aber auch schade, denn letztendlich gibt es Unternehmen, die eine so wichtige Rolle beim Erhalt oder der leichten Reparatur des Status Quo, der immer weniger funktionierenden prägenden Form des Wirtschaftens spielen, dass man diese verändern müsste, um wirklich etwas zu erreichen. Ich meine natürlich die Banken und manche haben damit begonnen neue Banken oder bankähnliche Gebilde zu gründen. Was schon mal ein großer Fortschritt ist.

Werdet Banker und verändert dadurch die Banken

So schizophren das aber klingt.  Die Finanzkrise macht gerade jene Banken noch stärker, deren Handeln wesentlich für die Herbeiführung dieser Krise war. Neue Regeln und Gesetze, deren Umsetzung ja in der Regel mit hohen finanziellen und personellen Investitionen verbunden sind, können diese großen Banken viel besser umsetzen. Im Notfall hilft dann noch ein großes Beratungshaus oder eben eine Finanzspritze des Steuerzahlers.

Da bleibt doch wirklich nur eigentlich nur eine Möglichkeit. Lasst uns alle Banker werden. Für die älteren unter uns ist dies keine Option, aber aller jungen Menschen, die gerade auf der Suche nach einem Beruf für das Leben sind, möchte ich nahelegen zu einer Bank zu gehen.

Stärkt die guten Banken, indem ihr dort eure Qualifikationen einbringt. Und verändert die anderen Banken indem ihr dort anheuert, um die Dinge anders zu machen. Und ordnet euch nicht in die vorhandenen Strukturen ein, lauft nicht den geraden vorgegebenen Karriereweg. Stellt Fragen, seid kritische Geister. Empört Euch! Fordert! Hinterfragt das Selbstverständliche und verändert. Tragt andere Kleidung. Nutzt die Verunsicherung, um die guten Banken noch besser und  die normalen Banken besser zu machen.

Bewerbt Euch auch, wenn ihr Euch nicht in den Beschreibungen der Personaler bzw. den ewig gleichen Artikeln der Karriereratgeber und Zeitungen widerfindet. Schleicht Euch im Notfall einfach ein, haltet Euch an die Rituale, aber seid stark, konfliktfähig und überzeugend. Andere Banken gibt es nur durch andere Menschen bzw. durch den Mut der Menschen gemeinsam die eingespielten Praxen zu hinterfragen und zu verändern. Und wenn es andere Banken gibt, dann verändert sich noch viel mehr.

Am 26. und 27. April findet das 4. genobarcamp der genossenschaftlichen Gruppe statt. Ich bin gespannt wie viele andere Banker ich treffen werde. Am Freitag gibt es hier einen ersten Eindruck von der Veranstaltung.

Rework ATM


Ein Geldautomat ist ein nützliches Gerät.Mit Hilfe dieser schönen Erfindung können wir rund um die Uhr Bargeld von unserem Konto abheben, vorausgesetzt wir haben ein solches Konto und unser Kontostand lässt die Abbuchung von Geldbeträgen noch zu. Natürlich müssen wir auch erst einmal den Geldautomat unserer Bank finden. Aber dafür gibt es ja jetzt Apps.

Erfunden hat den Geldautomaten oder ATM der Amerikaner Don Wetzel. Don Wetzel war – zumindest geben das die historischen Daten nicht her -offenbar kein Banker. Stattdessen störte er sich daran für das Abholen von Bargeld bei seiner Bank in einer langen Schlange stehen zu müssen. Wie so oft bei technologischen Neuerungen dauerte es eine ganze Zeit lang, bis Banken dieses Gerät einzusetzen begannen und die Gründe hierfür kommen uns heute durchaus bekannt vor. Einerseits war die Grundidee technologisch nicht ausgereift andererseits war den Banken das Sicherheitsrisiko zu groß. Erst mit der dritten Generation der Geldautomaten kam laut der Seite http://www.atmlocator.de/geldautomaten.html der Durchbruch und damit den Siegeszug der Geldautomaten.

Interessant übrigens, dass die Idee eben nicht von den Banken selber kam. Sie waren ja auch nicht Teil sondern eher Grund für die lange Schlange. Auch heute entstehen zahlreiche technologische Ideen ebenfalls außerhalb der Bankenbranche. Ihnen wird der Mangel an Service, Bequemlichkeit, Einfachheit und Transparenz zumeist gar nicht bewusst.

Wie lange wir Geldautomaten noch benötigen, kann heute niemand einschätzen. Käme es durch die Möglichkeiten des mobilen Internets irgendwann einmal dazu, dass wir kein Bargeld mehr benötigen, dann wäre sicherlich auch das Ende der Geldautomaten gekommen. Allerdings können diese heute bereits viel mehr als nur Geld ausgeben. Sie sind zu mächtigen Selbstbedienungs-Maschinen geworden, die viele Bankprozesse- und Aufgaben automatisieren und inzwischen auch bankfremde Aufgaben – wie z.B. das Aufladen von Mobiltelefonen oder die Bestellung von Eintrittskarten – übernehmen können.

Der Trend zur Selbstbedienung – der für viele Banken nicht nur positive Folgen hat – wird sich weiter fortsetzen, da Banking besser in den komplexer und schneller werdenden Alltag integriert werden muss. Die Zeit zum Besuch der Filiale werden sich immer weniger Menschen nehmen können oder wollen. Und aus Kosten Gründen werden weitere Prozesse automatisiert werden.

Was der Geldautomat aber wirklich können soll, dass können vielleicht die Kunden viel besser einschätzen. Auf der Facebook Seite “Creativity Matters” gibt es nun die Möglichkeit eigene Ideen einzubringen. Die Seite beschäftigt sich mit Innovation und Kreativität und hat eine von einem Mitarbeiter der swisscom gestellte Frage zur Weiterentwicklung von Geldautomaten aufgenommen.

          Hier sein Aufruf im Originaltext:

His challenge is an open innovation project from within users. There is no project assignment and no client or customer who ordered it. As simple as it is, a friend complained about transaction fees after using an ATM. That was the trigger to start this challenge to create better usability, new features and ideas :-) BTW, the photo is a random picture. After deciding to create this challenge it`s been the first ATM in sight :-) Neither the UBS as a bank, nor the ATM-Manufacturer where involved in setting up this challenge. 

Fill in your ideas & share the picture with your friends. You can also tag people in the picture, who should attend this challenge :-) The more the merrier. At the end we will present all ideas to Innovation Managers from major banking companies and maybe one or the other idea will become reality soon. BTW all contributors will be credited as co-creators :-)

What are your ideas?

 
Ja wie lauten Ihre Ideen? Besuchen Sie die Facebook Seite “Creativity matters”
 
 
Oder lassen Sie uns doch hier einige Ideen diskutieren, denn wünschen wir uns nicht alle weniger Mühe und Aufwand bei der Erledigung unserer Bankgeschäfte?

Etwas Neues: Diesmal von Ihrer Bank?


Es gibt sie.

Innovative Banken. Ich meine nicht die ständige Anpassung von Konditionen oder das Angebot neuer – vermeintlich attraktiver – gut verpackter jedoch zersetzender Investmentprodukte. Auch die Möglichkeit, die Banking Pin selbst auszuwählen ist nicht gemeint. Fans und Follower sammeln schon gar nicht.

Gemeint sind Banken, die damit beginnen das Banking in das mobile, komplexe und immer schneller werdende Leben der Menschen zu integrieren. Banken, die verstehen, dass sich eigentlich nur wenige Menschen intensiv mit finanziellen Fragen beschäftigen möchten und können und die verstanden haben, dass es hoffnungslos ist die Menschen umzuerziehen oder an ihre soziale Kompetenz zu appellieren. Banking kann Spaß machen. Menschen haben jedoch unterschiedliche Vorstellungen von Spaß. Es macht zum Beispiel Spaß, wenn man seine finanziellen Angelegenheiten in guten Händen weiß, wenn einen die Bank mitmachen und mitentscheiden lässt und wenn die Bank sich kümmert und nicht verkauft und vor allem auch, wenn die Bank sich verändert und nicht immer gleich bleibt. Der Mensch mag Abwechslung.

Barclays ändert etwas

Die Barclays Bank hat offensichtlich verstanden, wie man mit der Zeit geht. Kritik an deren Geschäftsgebaren und der Rolle innerhalb der Finanzkrise blende ich hier mal kurz aus. Sie wäre sicherlich mehr als berechtigt. Aber in letzter Zeit läuft mir diese Bank sprichwörtlich immer über den Weg, wenn es um technische Innovationen geht.

Bereits im Jahr 2009 hat die Bank eine Flagship Filiale in London eröffnet, in der moderne Beratungskonzepte ebenso erlebbar sind, wie eine neue Generation von Selbstbedienungsterminals. Das Ganze gepaart mit einer beeindruckenden Architektur. Eine Filiale mit Ambiente, die man auch gerne einmal besucht, wenn man keine finanzielle Entscheidung treffen muss.

Vor einigen Wochen dann eine neue Kreditkarte mit Community Ansatz. Eine soziale Kreditkarte also. Die Inhaber der Kreditkarte ist Teil einer Community, welche Ideen zur Weiterentwicklung des Angebotes einbringen kann. Zusätzlich können Sie jederzeit die finanziellen Ergebnisse der Karte einsehen, werden also informiert wie die Bank damit Geld verdient und erhalten Anteile des erzielten Gewinns.

Die soziale Kreditkarte von Barclays

Auch das kontaktlose Bezahlen mit dem Mobiltelefon wird getestet. Barclaycard Inhaber können mit Hilfe eines Aufklebers, dem sogenannten Pay Tag auf der Rückseite ihres Mobiltelefons bezahlen. Allerdings bisher nur geringe Beträge. Dafür ist das Angebot kostenlos für Barclaycard Inhaber und in Großbritannien kann immerhin schon in der U-Bahn kontaktlos bezahlen.

So bezahlt man bei Barclays kontaktlos

Mit Pingit wurde nun eine Anwendung entwickelt, mit welcher Kunden und Nichtkunden Geldbeträge bis zu 300 Pfund per Mobiltelefon auf das Konto einer Person überweisen können, die diese dann von einem Geldautomat abholen kann. Täglich sollen sich 10.000 Menschen bei diesem neuen Dienst anmelden. Besonders junge Menschen interessieren sich für den Dienst, der aber bisher noch Personen vorbehalten ist, die älter als 18 Jahre sind. Schon bald – so Barclays – wird mobile Banking in der Zielgruppe der 16 -35,- jährigen die Banking Methode No.1 sein. Und dann muss dieser Zugang mehr leisten als das allseits bekannte und – sagen wir es ehrlich- extrem langweilige Online Banking

Artikel zu ping it aus dem Independent

Damit hört die Menge der Innovationen aber noch lange nicht auf. Zudem spürt man, dass es sich hier nicht nur um schlecht durchdachte Experimente handelt bzw. die Bank jeder technologischen und marketingtechnischen Kuh folgt, die gerade durch das Dorf getrieben wird. Die Bank hat eine Vision und folgt einer Strategie. Dabei spielt die mobile Technologie eine entscheidende Rolle. Banking wird beweglich. Nicht nur die Kunden auch die Mitarbeiter der Bank werden verstärkt Smartphones und Tablets nutzen, um ihre tägliche Arbeit zu erledigen. Die Bank entwickelt sogar einen eigenen internen App Store. Die Arbeitsprozesse der Berater und Angestellten werden App fähig gemacht und das funktioniert nur weil die Mitarbeiter an der Kundenstelle und die Entwickler ganz eng zusammen arbeiten. Die direkte Beobachtung der Arbeit und des Kunden, sowie der direkte Dialog führen zu einer Lösung und nicht das endlos beschriebene Papier der Pflichten- und Lastenhefte.

Lesen Sie das Interview mit Shaygan Kheradpir C00 von Barclays bei computing.co.uk

Fidorbank

Auch in Deutschland gibt es zumindest eine derart innovative Bank. Gemeint ist natürlich die Fidorbank, die glücklicherweise keine seit Jahrzehnten eingespielten und lange Zeit erfolgreichen Prozesse, Verfahren, Tlechnologien und Kulturen und deshalb wohl auch keine dadurch geprägten Mitarbeiter hinter sich herziehen muss. Veränderungen und neue Ideen sind demzufolge beinahe der Normalzustand. In dieser Woche wurde der „Like“ Zins ins Leben gerufen. Kunden können den Zins ihres Tagesgeldes beeinflussen, indem sie Fan der Facebook Seite werden. Wenn man so will eine Form des „Group Buying“. Das hat natürlich viel mit Marketing zu tun, macht auf der anderen Seite aber Spaß und vermittelt dem Verbraucher ein gutes Gefühl für die menschliche Konstruktion des Bankings. Denn wie viele Menschen und Banker halten den aktuellen Mainstream des Bankgeschäftes für eine beinahe natürliche Gegebenheit, die man nicht ändern kann. Dabei kann man sie nur deshalb nicht ändern, weil überall noch ein Mann von Goldmann Sachs sitzt.

Hier finden Sie mehr Infos zur Fidorbank und zum gefällt mir Zins

Und nun frage ich Sie – egal ob Sie Kunde oder Mitarbeiter einer Bank sind: Ist ihre Bank innovativ genug?

PS – Danke für die Inspiration an Chris Skinner und seinen The Financial Services Club Blog

Spot: Die Crowd kommt in Mode


Neben PFM und Mobile Payment kommt die Crowd offenbar auch in der Finanzbranche langsam in Mode. Nachdem seedmatch und innovestments ja bereits einige interessante Projekte erfolgreich finanziert hat, gibt es mit Gründerplus inzwischen eine dritte Plattform, allerdings aktuell noch ohne Finanzierungsprojekte. 

Welcome Investments ist das jüngste Kind in der deutschen crowdinvesting Szene. Das Internetportal deutsche startups widmet dem Unternehmen eine umfangreichen Artikel. Die Besonderheit von Welcome Investment liegt darin, dass man sich nicht nur über die Bereitstellung von Kapital an einem Unternehmen beteiligen kann, sondern auch durch Dienstleistungen wie z.B. Programmierarbeiten. Eine Idee die mir sehr gefällt, da das Einbringen eigener Intelligenz und Arbeit auch eine intensivere Bindung an das Unternehmen und die Idee erzeugen sollte und nicht das gleiche sehr oft fehl steuernde Grundprinzip des reinen finanziellen Invests (sprich Geldanlage) verfolgt wird.

Berücksichtigt man nun noch, dass auch Unternehmen wie smava und auxmoney inzwischen auch  alternative Angebote zur klassischen Unternehmensfinanzierung über Banken bereitstellen, dann stellt sich die Frage, wann sich denn die etabierten Banken mit dem Thema zu beschäftigen beginnen. Oder wird man auf einer der crowdinvesting Plattformen demnächst eine Idee finden, die Investitionen für die Gründung einer neuen aber ganz anderen Bank einsammelt.

seedmatch

innovestments

gründerplus

welcome investment

Mehr zum Thema Crowd, Crowdfunding und Crowd Investing auf der co:funding 2012

Zurker: Ein wirklich soziales Netzwerk


Unbehagen

So könnte man das Gefühl beschreiben, welches einen von Zeit zu Zeit überkommt, wenn man die sozialen Medien und insbesondere Facebook nutzt. Was passiert mit meinen Daten? Überwiegt der Nutzen von Facebook gegenüber den persönlichen Kosten? Bringt Facebook uns wirklich näher zusammen oder entfernt es uns sogar noch weiter voneinander? Das sind nur wenige Fragen, die ich mir eigentlich immer dann stelle, wenn ich Facebook bewusst und nicht einfach wie ein Kommunikationsinstrument verwende.

Ähnliche Fragen stellen sich auch die Unternehmen, die mit der Nutzung von Facebook ja zumindest das Risiko eingehen in einen Bereich zu investieren, der ihnen nicht gehört und den sie damit auch nicht kontrollieren können. Vergleichbar wäre dies zum Beispiel mit einer Bank, die eine Filiale auf einem Bauplatz betreibt der ihr nicht gehört und bei dem sie auch keinen Einfluss auf dessen zukünftige Ausgestaltung und Entwicklung hat. Schön wäre es deshalb, wenn man zumindest an der Entwicklung mitgestalten könnte, was ja auch ein übliiches Prinzip im Internet ist, von Facebook meines Wissens nach aber kaum angeboten wird.

Ein interessantes Projekt, welches für das ein oder andere Unbehagen, welches Facebook erzeugt, Abhilfe schaffen könnte, ist das soziale Netzwerk Zurker, auf welches ich durch springwise.com aufmerksam wurde. Bei diesem offensichtlich vollkommen transparenten Netzwerk können Nutzer nicht nur eigene Ideen einbringen. Die Daten gehören dem Nutzer und ihnen gehört auch ein entsprechender Anteil der Plattform. Sie können die Ausrichtung bestimmen und partizipieren am Erfolg. Die Formel kostenlose Nutzung gegen Daten gilt hier also nicht, der Nutzer wird also nicht wie z.B. bei Facebook übervorteilt. Diese Beteiligung wird über sogenannte vShares vollzogen, die man für empfohlene Nutzer erhält und die im Wert steigen, wenn die Zahl der Nutzer wächst. 

Das klingt spannend und die Entwicklung der sich im beta Stadium befindlichen Plattform sollte man verfolgen. Vielleicht entwickelt sich ja eine wirkliche Alternative zu Facebook. Allerdings bräuchte es dafür mehr Unbehagen. Nicht gegenüber Social Media oder sozialen Netzwerken sondern gegenüber Unternehmen, die am Ende des Tages nur die eigene Gewinnmaximierung im Sinn haben und dabei Schritt für Schritt ihre einstigen Ideale über Bord werfen.

Natürlich ist Zurker auch bei Facebook. Ist das eine Guerilla Strategie?

Bevor es jemand anderes macht:


6 Gründe warum Ihre Bank unbedingt Pinterest nutzen muß!

In letzter Zeit rolle ich öfters mit den Augen und werde agressiv. Dies geschieht immer dann, wenn mich Studien, Presseartikel oder Blogbeiträge erreichen, deren Urheber Finanzunternehmen erklären möchten, warum sie unbedingt Social Media oder bestimmte Social Media Plattformen nutzen müssen. Und es wird sicherlich nicht mehr lange dauern bis Ihnen der erste Social Media Guru erklärt, warum Sie unbedingt Pinterest nutzen müssen. Diesem Guru komme ich jetzt einfach mal zuvor. Hier sind sie also:

1. Pinterest ist der neue heiße Scheiss der Kreativbranche und die müssen ja schließluch Geld verdienen, also ganz schnell mal eine Agentur für eine erste Kampagne beauftragen. Wenn die Agentur ein Konto bei Ihnen hat, dann nennt man das zusätzlich eine gute Tat.

2. Pinterest wird überwiegend von Frauen genutzt und Sie haben doch auch weibliche Kunden, die ja inzwischen die wesentlichen finanziellen Entscheidungen innerhalb der Familien oder modernerer Lebensgemeinschaften treffen. Die weibliche Zielgruppe würde doch sicherlich eine höhere emotionale Bindung zu Ihnen aufbauen, wenn Sie es schaffen Ihre Dienstleistung, Ihre Mitarbeiter, Ihre Marke und so weiter in bunten Bildern oder Filmen darzustellen.

3. Weil Sie nach Verwendung der Bilder von Ihrer Internetseite Abmahnanwältee glücklich machen könnten oder selber in diese lukrative Branche einsteigen könnten.

4.Weil Bilder ja mehr als 1000 Worte sagen und wer möchte sich schon mit Finanzprodukten auseinandersetzen?

5. Weil die Gurus und Kreativen auch alle auf Pinterest sind und dort sicher noch Platz für den ein oder anderen Selbstdarsteller ist.

6. Weil man doch irgendwie auch Geld verdienen können muss mit Pinterest.

In diesem Sinne ein schönes Wochenende. Wo wir schon beim Thema “Social Media Gurus” sind. Wissen Sie eigentlich wie man den ROI eines Social Media Gurus berechnen kann? Ron Shelvin weiß es. Lesen Sie mal in meinem Lieblingsblog: Snarketing 2.0

Bank, Kunde, Studie


Das geht jetzt ganz schnell, denn ich habe wirklich nur eine Frage und mir fehlt die Antwort.

Warum kennen Banken eigentlich Ihre Kunden nicht?

Ich möchte nur noch kurz erwähnen, warum ich diese Frage stelle:

Beinahe täglich erreichen mit irgendwelche Studien, die aufzuzeigen versuchen, was Bankkunden tun oder wollen bzw. bald tun oder wollen werden. Wenn ich mal davon absehe, dass diese Studien zumeist Instrumente sind, mit denen Unternehmen etwas verkaufen möchten – und zwar an Banken, dann fällt mir dennoch auf, dass es offensichtlich ein entscheidendes Defizit bei den Banken gibt. Sie kennen offensichtlich ihre Kunden und deren Wünsche nicht und noch viel weniger scheinen sie zu wissen, was die Verbraucher wollen, die man gerne als neue Kunden gewinnen möchte. Wenn dies nicht so wäre, dann müsste man nicht jeder Studie einer bekannten oder meistens eher unbekannten Agentur Glauben schenken.

Stellt sich wie gesagt die Frage: Wie das denn eigentlich sein kann? Ist es nicht so, dass jeder Berater mindestens einmal am Tag Kontakt zu einem Kunden oder potentiellen Kunden hat? Es wird doch noch ein Kunde am Tag in die Filiale kommen, vielleicht auch anrufen oder sogar das Internet als Kommmunikationskanal nutzen? Den könnte man doch mal fragen.

Vielleicht kann man das, was der Kunde möchte aber auch gar nicht bieten? Oder die Bank kann das Wissen der Mitarbeiter nicht aktivieren, weil sie es ganz nicht erfasst und analysiert, und diese sich stattdessen an vorgegebene Regeln und Pläne halten müssen, die schon vor Jahren oder zumindest am Jahresanfang im Elfenbein jener Menschen geschrieben wurden, die kaum noch mit Kunden und Mitarbeitern sprechen.

Es ist nicht so einfach schnell, in Echtzeit und an den Bedürfnissen der Kunden orientiert zu reagieren, wenn alles im Unternehmen darauf gar nicht eingestellt ist. Kann es vielleicht auch sein, dass sich in vielen Banken eine Kultur des nicht mehr selber Machens entwickelt hat?

Also wer beantwortet jetzt bitte mal meine Frage:

Warum kennen Banken eigentlich Ihre Kunden nicht?

Das ist übrigens so eine Umfrage, die Banken erzählen möchte, was die Kunden erwarten. Diese Studie sagt, die Kunden wollen eigentlich nur das, was sie schon seit Jahren kennen. Lesen Sie hier: http://www.cio.de/finance-forum-germany/2676442/index.html?r=56172691681147245&lid=169684

Zu Ostern mal wieder Social Media


Faule Eier

Das Osterfest ist vorbei.Obwohl? Ist nicht jeden Tag Ostern? Muss man  nicht inzwischen jeden Tag schauen, welches faule Ei einem da mal wieder von einer Institution, einem Unternehmen oder einem Menschen ins Nest gelegt wurde?

Die “faulsten Eier” aus Sicht des Privat Banking Bereiches der Privatbanken sind übrigens nicht die sozialen Medien. Das Compliance Magazin berichtet von einer internationalen Umfrage unter Bankmanagern. Danach stellen Social Media und Mobile Banking nur eine Randnotiz dar. Die meisten Banken haben demnach weder ein entsprechendes Angebot, noch planen sie in diese Bereiche zu investieren. Lediglich Branding- und Marketing Kampagnen seien geplant, um Vertrauen zu gewinnen. Als ob das funktionieren würde!

Wie erwartet stehen aber Compliance Anforderungen, Basel III und der – wie immer – zunehmende Kostendruck auf der Tagesordnung. Und in der Tat sind diese Prioritäten auch durchaus begründet, denn eine dramatische Veränderung der Bankenwelt durch Social Media wird es nicht geben. Das mag beim mobile Banking schon etwas anders aussehen, aber auch hier gibt es genügend rechtliche, regulatorische und sicherheitstechnische Fragestellungen und Barrieren, auf welche Banken eigentlich leichter eine Antwort finden sollten, als die eher urwüchsige Konkurrenz der IT Startups.

Mehr Infos zu den Umfrageergebnissen finden Sie im Compliance Magazin

Leckere Eier

Bei Eiern gibt es ja eigentlich gar keine 2 Seiten. Und faule Eier können nicht auch leckere Eier sein, dass ist im Bereich der Metaphern aber nur eine Frage der Perspektive. Auch wenn Social Media nicht zu einer Revolution im Banking führen wird, handelt es sich jedoch auch nicht um ein faules Ei. Ganz im Gegenteil Social Media kann sowohl für Banken als auch für deren heutige und zukünftige Kunden sehr lecker sein. Wenn man ein Ei aber zu lange liegen lässt oder es falsch zubereitet, dann wird es faul oder es schmeckt nicht.

Das die meisten Banken auch heute noch sehr einseitig über ihre Social Media Plattformen mit ihren Kunden kommunizieren, wenn es dann mal zu einer Kommunikation kommt, und dort in der Regel auch keinen richtigen Zugang zum Nutzer finden, ist auch nicht gerade das Gelbe vom Ei.

Im Bank Innovation Blog fand ich heute einen Artikel BI2012: In Social Media, Banks Can’t ‘Fake’ It der zeigt, das sich der Erfolg von Social Media über die dezentrale Nutzung einstellt. Social Media – so steht es in dem Artikel – ist ein Tool für eine tiefe und vertrauliche 1 zu 1 Kommunikation. Josh Reich – Mitgründer von Simple – sagt in dem Artikel:

“We do not have a social media team, yet we have more followers than Wells Fargo,” he said. “This is not something we tried to create. We grew with it. Ninety seven percent of the people who requested a relationship with Simple we referred. And that is because we have conversations”

Verbinden Sie also Ihre Mitarbeiter mit Ihren Kunden und den Verbrauchern, die Finanzprodukte benötigen. Lassen Sie diese zuhören und kommunizieren.  Nutzen Sie die sozialen Plattformen als Kommunikationsinstrument und messen Sie nicht den ROI der Social Media Instrumente. Messen Sie den ROI Ihrer Online Aktivitäten als Teil der unternehmerischen Gesamtaktivität. Sie messen ja auch nicht den ROI des Telefons, obwohl dies wohl früher auch schon versucht wurde. So steht es zumindest in dem zitierten Artikel von JJ Hornblass

Lesen Sie dort auch noch nach, was das eigentlich mit einer Brücke, dem Bürgermeister von Calgary und Taco Bell zu tun hat.

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