2014: Ein Meer voller Fragen


Kopfüber ins Meer

Wieder sind zwölf Monate vorbei und mit einem Meer voller Fragen gehen wir in das neue Jahr. Schon Karl Popper hat geschrieben, dass alles Leben Problem lösen ist und nicht zuletzt aus der Medizin wissen wir, dass jede vermeintliche Lösung neue Risiken und Nebenwirkungen mit sich bringt. Jede beantwortete Frage wirft somit auch schon die nächste Frage auf, wagen wir uns also in das nächste Fragenmeer. Mal sehen, wo wir wieder aus dem Wasser steigen.

Zum Abschluss dieses Jahres noch einige ganz interessante News aus der Finance 20 Welt und eine Ankündigung in eigener Sache, bevor ihr die Korken und Raketen knallen lassen oder die “Jahres”tränen der Rührung vergießen könnt. Bezüglich der Raketen eine kleine Bitte: “Investiert das Geld sinnvoller”.

Finance News

Nicht gerade eine Revolution, aber ein ganz nützliches Tool. Mit Revolution Credit kann man seinen finanziellen IQ verbessern. Dafür muss man nur einige Fragen beantworten im Gegenzug gibt es Belohnungen. Das nennt man dann wohl Gamification. Banken sollen übrigens auch davon profitieren und wichtige Hinweise für die Kreditvergabe erhalten.

http://www.revolutioncredit.com/

Mit coinding finden nicht nur die Kleinen einen einfachen Einstieg in die bitcoin Welt und wer weiss wofür es gut ist? Vielleicht sind bitcoins einmal alles was uns bleibt. Das mobile Spiel funktioniert ganz  einfach, mit dem Smartphone als coin – Magnet kann man bitcoins sammeln, während man spielt, sich bewegt oder einkauft und erhält gleichzeitig Tipps, wie und wo man diese ausgeben kann. Spielerisch zum bitcoin Propheten werden.

http://www.coinding.com/

Wealthminder ist ein weiterer PFM Dienst, der aber nach dem Prinzip eines Navigationsssystem aufgebaut ist. Sozusagen ein Wohlstands GPS. Der Nutzer legt einen Ausgansort fest, wählt eine Route, sagt wie er dorthin kommen möchte und erhält wichtige Inputs um seinen Weg korrigieren zu können. Es werden mehr als 100 Finanzinstitutionen unterstützt. Möglicherweise ein ganz spannender Ansatz für den Private Banking Bereich.

http://www.wealthminder.com/how-it-works/

Alles Neu in 2014. Der neue Blog ist da

Unter www.financezweinull.de findet ihr ab sofort meinen neuen Blog. Nun endlich selbst gehostet. Ab Mitte Januar wird dann auch die alte URL www.finance20.de auf den neuen Blog verlinken und der alte Blog wird eingestampft. Leider ist es mir beim Umzug nicht möglich gewesen alle Abonnenten meines Blog mit rüber zu nehmen, deshalb möchte ich Euch bitten mir gewogen zu bleiben und auch die Beiträge meines neuen Blogs ebenfalls zu abonnieren. Vielen Dank

Ich wünsche Euch allen einen guten Rutsch in das neue Jahr und für 2014 alles Gute. Bleibt mir gewogen

Wenn der Weihnachtsmann kommt


Wenn der Weihnachtsmann kommt, dann gibt es Geschenke. Viele Geschenke hat uns die Finanzbranche in diesem Jahr nicht gerade gemacht. Ganz im Gegenteil. Sie hat sich eigentlich reichlich beschenken lassen. Vor allem vom Steuerzahler. Und dieser hat die Geschenke noch nicht einmal freiwillig gegeben. Dies mag ein Grund dafür sein, dass die FAZ unlängst einen Artikel mit dem Titel: Wie wir lernten die Banken zu hassen veröffentlichte. Die Finanzkrise ist offensichtlich noch nicht vergessen und sicherlich auch noch nicht vorbei und selbst wenn sie vorbei ist oder vorbei wäre, würde sich nichts an der  wie von Geisterhand geschehenden Umverteilung ändern: Einige Wenige werden immer mehr, die Mehrheit der Menschen aber immer weniger haben.

Artikel aus der FAZ

Zum Glück gibt viele Menschen und entsprechende Initiativen, die versuchen die Banken oder auch nur Produkte zu verändern. Im auslaufenden Jahr war das vor allem auch die crowdfinance Szene. In der Rubrik crowdfunding wie ich es mag habe ich unlängst wieder eine spannende regionale crowdfunding Initiative gefunden.

Community funding also, und gerade die Regionen haben die Chance zu gesellschaftlichen Veränderungen beizutragen, indem sie wieder stärker auf regionale Wirtschaftskreisläufe setzen und so dem globalen System wertvolle Mittel entziehen.

Yimby wurde von justgiving entwickelt. Es handelt sich um eine regionale crowdfunding Plattform, die auf das Prinzip der Einfachheit setzt und dem Nutzer 30 Tage Zeit gibt, um die gewünschte Summe zu generieren. Ähnlich wie das www.viele-schaffen-mehr.de Projekt der Volksbank Bühl, welches im nächsten Jahr weitere Nachahmer finden wird. Besonders schön finde ich auch die Pinterest Seite, auf welcher die erfolgreichen Projekte dargestellt werden

http://www.yimby.com/

http://www.pinterest.com/weareyimby/projects-we-love/

Geld zu geben oder zu spenden, macht übrigens glücklicher als es zu sparen oder auszugeben. Das ist sogar wissenschaftlich bewiesen. Wobei. Dies gilt wahrscheinlich nur für Menschen, die für sich handeln und nicht in eine Organisation eingebunden sind.

Wie dem auch sei. Weihnachten steht vor der Tür. An den Feiertagen gibt es keinen Blog Post. Bleibt mir nur Euch allen frohe und erholsame Weihnachtstage zu wünschen. Also besser Handy aus und Computer an die Nachbarn verleihen. Als Geschenk für Euch mein diesjähriges Lieblingsweihnachtslied von Deacon Blug. Seltsamerweise bei youtube noch nicht von der Gema entfernt.

Kundenberatung 2.0 mit Co-Browsing


 Dies ist ein Gastbeitrag 

Dirk Emminger ist seit 2011 Sales Manager bei Finanz Informatik Technologie Service und für den Neukundenvertrieb zuständig. Im Laufe seiner Karriere hat er die Finanzbranche aus verschiedenen fachlichen Funktionen kennen gelernt: Von der aktiven Kundenberatung über fachliche Trainings bis zum B2B-Vertrieb. Im täglichen Gespräch mit Kunden und Experten diskutiert er gerne über innovative Themen und die Banken der Zukunft.

So stellen sich Digital Natives…

die Bank der Zukunft vor: eine perfekt aufeinander abgestimmte Kombination aus Online- und Filial-Angeboten. Auch im Web wünschen sie eine persönliche Beratung. Für die Online-Beratung gilt noch: Aufsichtsrechtliche Vorgaben wie etwa das Bankgeheimnis sowie der Mangel an adäquaten Beratungsangeboten schränken das Online-Angebot von Banken und Finanzdienstleister ein. Chats und Hotlines liefern online keinen ausreichenden Mehrwert.

Ein neuer Beratungsansatz ist..

Co-Browsing. Die IT-Auguren von Gartner weisen Co-Browsing eine hohe Relevanz zu. Anbieter wie unblu sind mit innovativen Lösungen international erfolgreich, müssen sich in Deutschland aber mit hohen Zutrittsschranken zum Finanzsektor auseinandersetzen. Grund sind die hohen Compliance-Anforderungen, die an den Betrieb von Software in Bank-Rechenzentren gestellt werden. Software-as-a-Service in der Finance Cloud bietet die Möglichkeit, die Lösung schnell zu implementieren, bei gleichzeitiger Einhaltung der aufsichtsrechtlichen Bedingungen.

Die Vorteile:

Der Wunsch des Fachbereichs nach einer persönlichen Beratung im Web steigert die Kundenzufriedenheit und –bindung und sorgt für wachsende Umsätze im Online-Vertrieb.

Für weitere Informationen oder Fragen:

f-i-ts.de/co-browsing

 

Blogparade: Trends und Wünsche für die Finanzbranche


Bitte mitmachen

Das ist meine erste Blogparade. Schande über mich. Nach 8 Jahren bloggen und mehr als 1000 Artikeln die erste Blogparade. Vor 4 Wochen kannte ich zwar das Wort, hatte aber noch nie an einer Blogparade teilgenommen. Jetzt habe ich meine ersten beiden Artikel für eine Blogparade geschrieben und es hat Spaß gemacht.

In meiner Blogparade soll es um Trends und Wünsche für das Jahr 2014 gehen. Aufgerufen sind alle Blogs. Da es sich bei diesem Blog aber um einen Finance Blog handelt, sollten Trends und Wünsche mit diesem Thema zu tun haben. Schreibt also bitte einen Blogbeitrag mit dem Titel: „ Meine Trends und Wünsche für (an) die Finanzbranche(welt) 2014“Geschrieben werden darf bis Mitte Januar 2014

Für alle die noch nicht ganz sicher sind, was eine Blogparade ist, zitiere ich aus den FAQ von blogparade.de

Was ist ein Blog-Karneval bzw. eine Blog-Parade?

Ein Blog-Karneval bzw. eine Blog-Parade ist eine Blog-Veranstaltung, bei der ein Blog-Betreiber als Veranstalter ein bestimmtes Thema festlegt (z.B.: Was ist Deine originellste Methode, eine Flasche Bier zu öffnen?), dieses als Blog-Beitrag veröffentlicht und die lesenden Blogger dazu auffordert, innerhalb eines vorgegebenen Zeitraums (üblich ist ein Zeitraum von 1-4 Wochen) einen Artikel zu diesem Thema im jeweils eigenen Blog zu veröffentlichen und den Veranstalter entsprechend über die Veröffentlichung zu benachrichtigen.
Spätestens nach dem Ablauf des vorgegebenen Zeitraums listet der Veranstalter des Blog-Karnevals in einem neuen Blogbeitrag alle eingereichten Artikel und kommentiert diese entsprechend, fasst diese zusammen und/oder vergibt z.B. Prämien für die besten oder etwa originellsten Artikel. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt.

Beim Schreiben des Artikels also nicht die Verlinkung auf diesen Blog vergessen!

Und nun folgt meine Vorlage für diese Blogparade. Meine Trends und Wünsche für das Jahr 2014. Das schöne ist, so viel  vorweg auch als kleine Beruhigung für alle Teilnehmer, nichts ist so vergänglich wie Prognosen und niemand wird für falsche Prognosen vor den Kadi gezerrt. Und über Wünsche müssen wir gar nicht sprechen: Manchmal werden sie nicht erfüllt.

Trends und Wünsche für das Jahr 2014

1. Die Digitalisierung schreitet voran

Für diese schon seit einigen Jahren andauernde Entwicklung hat Brian Solis den Begriff Digital Darwinismus gefunden und geprägt. Immer mehr Unternehmen, Produkte, Dienstleistungen, Geschäftsmodelle und eigentlich unsere ganze Wirtschaft und Gesellschaft werden durch die digitalen Technologien erheblich verändert.

Auch die Bankenwelt ist davon betroffen und auch  in den nächsten 12 Monaten werden Banken sich auf diese Veränderungen einstellen und darauf reagieren müssen. Einige werden dies gut andere weniger gut hinbekommen. Im nächsten Jahr und wohl auch in den Folgejahren wird noch keine Bank dieser Entwicklung zum Opfer fallen. Aber wer nicht spätestens im nächsten Jahr entscheidende Weichen stellt, sollte sich zumindest schon einmal auf das nahende Ende einstellen.

Banking ist nun „bits and bytes“, wird zum Long Tail Markt und wird immer weniger von einer Banklizenz abhängen, auch wenn dies heute noch eine entscheidende Grundvoraussetzung im deutschen Markt ist. Banking ist – wie Chris Skinner in seinem Buch „Digital Banks“  schreibt – augmented Reality und kann schon heute beinahe vollständig unterwegs und über mobile, ständig mit dem Internet (und hier mit der Cloud) verbundene Geräte erledigt werden.

2. Wer Mobile nicht ins Zentrum stellt, hat schon verloren, auch wenn er es noch nicht merkt

Womit wir beim zweiten Trend werden. Bei allen Weiterentwicklungen die Banken heute und in den nächsten Monaten angehen, sollte die mobile Nutzung eine wesentliche Rolle spielen. Man könnte von Mobile First sprechen, besser wäre es allerdings von Kunde First zu sprechen, da dieser natürlich auch weiterhin verschiedene Zugangswege zu seinen Finanzen nutzen wird. Allerdings wird es wichtig sein, nicht mehr an Webseiten sondern an nützlichen Kontextbezogenen Lösungen zu arbeiten. Vor allem sollte man nicht mehr aus der Filiallogik heraus entwickeln und dieser alle strategischen Entscheidungen unterordnen. Löst mein Problem oder befriedigt mein Bedürfnis. Dort wo ich es möchte und wo ich gerade bin, möglichst schnell, möglichst bequem, einfach und kostengünstig. Macht es wie Apple!

3. Mobile Payment wird sich auch 2014 nicht durchsetzen

Das Thema Mobile Payment wird uns auch im Jahre 2014 in Atem halten. Schon in diesem Jahr ist bereits erstaunlich viel passiert und die Frage wer das Rennen gewinnt, bleibt auch 2014 heiß aber sehr wahrscheinlich unbeantwortet. Es wird weiter experimentiert und sicherlich wird es einige Vorstöße geben, die weitere Menschen zur gelegentlichen Nutzung des mobilen Zahlungsweges bewegen werden.

Es wird – so meine vorsichtige Prognose- wohl auch einige Nutzung- und oder Kundenprozesse geben, die- ähnlich wie  mytaxi – nahezu perfekt anmuten und uns zur Nutzung bewegen werden. Sicherlich im Apple Store, vielleicht bei Starbucks oder bei einer anderen Kaffee Kette möglicherweise auch im Supermarkt.

Paypal wird gewiss noch häufiger in den Medien auftauchen. Außerdem der ein oder andere kleinere und neue Player. Eventuell hören wir mehr vom google wallet.  Werden Apple, Facebook, Amazon oder Samsung uns überraschen. Mastercard, Visa oder American Express? Die Telekom und/ oder andere Netzbetreiber. Oder möglicherweise sogar eine Bank?

4. Bitcoin bleibt ein Thema der Stunde

Was wird auch bitcoin? Das kann ich ehrlicherweise nicht so richtig einschätzen. Bitcoin nicht nur im Gespräch sondern wird noch intensiver diskutiert werden. Vor allem Staaten werden sich sehr intensiv mit dem Thema beschäftigen. In Schweden (bitcoin Geldautomaten) wird in den nächsten Tagen der erste europäische bitcoin Geldautomat aufgestellt. Die Anzeichen, dass bitcoin noch stärker in unseren Alltag eindringen wird, nehmen zu. Mit der Fidorbank wird bald auch die erste deutsche Vollbank ein bitcoin Produkt anbieten. Mehr Menschen werden bitcoin als Zahlungsmittel einsetzen. Und ob mehr Staaten den Chinesen folgen oder eher andere Wege gehen, wird sich zeigen. In Sachen bitcoin hat sich die Bundesregierung ja ausnahmsweise einmal modern gezeigt. Das war allerdings vor der großen Koalition (Artikel aus netzpolitik.org)

5. Viele Finance startups werden kommen, viele werden gehen

Die startups entdecken zusehends den Finanzmarkt. Auch in Deutschland. Rocket Internet hat mit lendico den Schritt gewagt. Das werte ich  als Zeichen dafür, dass die Dynamik im nächsten Jahr nochmal zunehmen wird. Bei vielen startups – Andre M Bajorat hat sich hier die Mühe gemacht eine Übersicht aller aktuellen deutschen finance start ups zu erstellen – stellt sich allerdings die Geschäftsmodell Frage. Manche scheinen sogar zu übersehen, dass für bestimmte Handlungen eine Banklizenz erforderlich sein könnte oder zumindest die BAFIN konsultiert werden müsste. Mit anderen Worten es fehlt manchmal an  der enstprechenden Vorbereitung für diesen komplizierten, regulierten und wohl auch politischen Markt.

Ob es im nächsten Jahr bereits erste Opfer zum Beispiel in der crowdfinance Szene gibt, ist schwer zu sagen. Ich hoffe natürlich nicht, denn die startups Szene ist sehr wichtig für die Bankbranche und vor allem für  den Bankkunden. Eine Konsolidierung wird es jedoch mit Sicherheit geben.

6. Crowdfunding kommt in die Region, crowd investing wird Thema für Banken

Womit ich beim Thema crowdfinance wäre. Einer der spannendsten Trends mit beeindruckenden Zahlen im zu Ende gehenden Jahr. Viele Banken beschäftigen sich mit dem Thema. In den Niederlanden hat die ABN AMRO inzwischen als erste europäische Bank eine eigene crowdinvesting Plattform ins Leben gerufen. Möglicherweise wird das auch in Deutschland 2014 eine Bank wagen.

Sicher ist aber, dass crowdfunding 2014 in die Regionen kommen wird. Die Volksbank Bühl hat den Anfang gemacht. Weitere Volksbanken Raiffeisenbanken werden folgen. Bis Mitte nächsten Jahres erwarte ich eine zweistellige Zahl. Und wenn ich ganz ehrlich bin, sehe ich auch im regionalen crowdinvesting erhebliches Potential. Dieses Potential können meiner Meinung nach aber eher Banken heben als startups.

Auf der crowdfunding Konferenz in München wurde darüber diskutiert dass aktuell nicht klar erkennbar sei, ob und welche crowdfinance Plattformen überhaupt ein langfristig tragfähiges Geschäftsmodell haben. Einig war man sich darüber, dass es derzeit zu viele Plattformen gibt, dass es eine Konzentration geben wird oder muss, dass beim Markteintritt eines internationalen Players (wie z.B. kickstarter) viele der aktuellen Betreiber Probleme bekommen könnten und das deshalb eine Internationalisierung kommen müsse, da der deutsche Markt zu klein sei. Crowdfinance ist allerdings –welch Wunder – Teil des Koalitionsvertrages der zu diesem Zeitpunkt noch nicht regierenden großen Koalition. Es bleibt also Trend.

Ich wünsche mir aber nach wie vor mehr Community Funding und bin von der Idee regionaler crowdfinance Initiativen geradezu elektrisiert.

7. PFM wird schon zum Standard

Die Volksbanken Raiffeisenbanken haben es, die comdirect Bank, die Postbank ein wenig und die anderen Banken werden im nächsten Jahr nachziehen. Nun können wir endlich erleben wie intensiv und lange der Bankkunde diese neue Möglichkeit nutzt und wie die Banken davon profitieren. Wenn sie profitieren.

Und der Weg wird weiter gehen.  Was folgt auf PFM? Social Financial Management oder etwas ganz Anderes? Viele neue Kunden kann man durch PFM sicherlich nicht gewinnen. Allenfalls mit einem attraktiven Preismodell oder einem originellem Produktbundle. Die Banken sollten auch versuchen die eigene Unternehmensvision in das jeweilige PFM zu übertragen. Außerdem sollten sie vorhandene Beratungsmodelle mit dem PFM verbinden und nicht allzu sehr darauf hoffen der nunmehr besser informierte Kunde, käme jetzt wieder häufiger in die Filiale, um dort das zu tun, was er eigentlich nun auch Online und sogar unterwegs tun kann.

8. Große deutsche Banken forcieren mobile Banking

Da im letzten Jahr nicht so viel von den Banken gekommen ist. Sie waren wahrscheinlich mit Regulierungsanforderungen, Sepa Umstellung, ein wenig Social Media und größtenteils mit Luft holen beschäftigt, können wir für 2014 einiges erwarten.

Die Hello Bank wird die Workhopergebnisse endlich in die Tat umsetzen,  die Deutsche Bank überrascht uns mit neuen mobilen Andwendungen und Produkten, die Commerzbank startet eine mobile Initiative und die Sparkassen machen natürlich auch etwas herausragendes?

Oder auch nicht.

Luft geholt und gesammelt haben sollten sich die Banken aber inzwischen. Und da sie nun agieren statt reagieren müssen, erwarte ich viel mobile Banking, mobile Initiativen und mobile Innovation von den Banken.

9. Wir sprechen über Big Data

Auch 2014 werden wir viel über Big Data sprechen. Was machen wir mit den Daten, die wir sammeln? Wie lässt sich hieraus Kundennutzen stiften? Welche neuen Produkte und Dienstleistungen können und möchten wir anbieten?

Aber auch Fragen wie: Ist unsere IT – Infrastruktur hinreichend ausgestattet. Wie können wir den Vorsprung von Unternehmen wie Amazon und Co. aufholen? Dürfen wir die Daten unserer Kunden überhaupt nutzen? Wie bringen wir vorhandene Daten mit externen Daten zusammen?

Und was erwarten die Kunden eigentlich? Möchten Sie, dass wir ihre Daten verwenden? Wer soll über die Datennutzung bestimmen und, und und.

Passieren wird im deutschen Markt – glaube ich – aber nicht viel. Zu komplex, umstritten und vorbereitungsintensiv ist das Thema. Letztendlich beschreiten wir eine neue Welt, auf die wir noch nicht hinreichend vorbereitet sind und an die wir nicht so experimentell und forsch wie google und co. herangehen können. Daten mussten bisher in erster Linie geschützt werden. Das Daten schützen und Daten nutzen kein Gegensatz darstellen, werden Banken und Bankkunden erst noch lernen. Leider in einer politisch und gesellschaftlichen Umwelt, die eher zur Verwirrung als zur  Schaffung verlässlicher Rahmenbedingungen beiträgt

10. Macher verzweifelt gesucht

Und nun fallen mir keine Trends mehr ein. Den Schluss bildet die verzweifelte Suche nach Machern.  Also nach Menschen, die nicht nur wissen, was zu tun ist – mangelndes Wissen ist nicht mehr das Problem – sondern die Umsetzung.  Ron Shelvin  (www.snarketing 2.0) hat mich mit einem spannenden Artikel – Banks need leaders woh get it done)  auf diese Spur gesetzt.

Das Problem der Banken besteht doch eigentlich darin, dass man keinen hat oder findet, der erkennt was zu tun ist und dann auch die Ärmel umkrempelt und den Prozess in Bewegung setzt. Es geht ja – so Ron Shelvin – nicht um Technologie sondern um Geschäftsprozesse, Produkte, Dienstleistungen,  Geschäftsmodelle, kulturelle Anforderungen und Kundenverhalten, welches durch Technologie verändert und möglich wird. Banken, die diesen Macher finden, werden erfolgreich sein. Das ist aber gar nicht so einfach, denn kann der wirklich von außen kommen und kann ein junger Wilder dies bewerkstelligen. Hinzufügen müsste man wohl noch, das eine Person womöglich gar nicht ausreicht. Es müsste vielleicht ein Team  (Starsky + Hutch?) sein aus jung und alt, erfahren und wild, ausgleichend und provokativ….

Meine Wünsche für 2014

Neulich wurde ich auf einer Veranstaltung  (ExexI/O) gefragt, wann  es die letzte wirkliche Innovation in der Finanzbranche gab? Ich habe die falsche Antwort gegeben. Die richtige Antwort wäre gewesen:

Vor mehr als 150 Jahren die genossenschaftliche Idee aus der später die regionalen Spar –und Darlehensvereine wurden.

Die Mitarbeiter von Volksbanken Raiffeisenbanken sollten sich  jetzt aber nicht gemütlich und selbstgefällig zurücklehnen. Es hat sich seitdem viel verändert. Kundenverhalten und technologische Entwicklung stellen Herausforderungen da, auf die man reagieren muss. Vertrauen wird anders generiert. Darüber hinaus hat sich die Gruppe, bis auf wenige Ausnahmen, doch sehr in Richtung klassisches Banking entwickelt und muss die wesentlichen USP mühsam wieder ausgraben und positionieren. Was um so schwerer ist, da erste Konkurrenten in die gleiche Richtung laufen.

Ganz grundsätzlich wünsche ich mir  aber mehr Werte und Wertorientierung im Banking. Dabei fällt mir Gemeinwohlorientierung und Awesomeness ein. Unternehmensideen, Produkte, Dienstleistungen, Geschäftsmodelle, die sich an diesen Prinzipien orientieren. Egal ob es sich nun um startups oder etablierte Banken handelt. Davon wünsche ich mir mehr. Viel mehr.

Die Orientierung am Kundenerlebnis wäre ein weiterer Wunsch. Das wünsche ich mir als Kunde der Bank und das sollten Banken ohnehin ganz oben auf ihre Agenda stellen, sonst fährt der Zug bald ab. Hierfür bedarf es an einer wesentlichen menschlichen Kernkompetenz: Der Empathie. Sich in andere Menschen hineinversetzen und mit ihnen zu fühlen, das könnte helfen, nicht nur im Banking. Und wer emphatischer ist, macht auch weniger Werbung, setzt stattdessen auf Engagement, Relevanz und Kundennutzen. Das Marketing übernehmen dann zufriedene Kunden.

Etwas abseits des Bankings in Politik und Gesellschaft wünsche ich mir ebenfalls noch einige Dinge. Zum Beispiel:

Ein kompetente und mutige Netzpolitik, die innovationsfreundlich ist, aber die Interessen der Verbraucher entsprechend berücksichtigt.

Eine Politik, die Menschen Perspektiven aufzeigt und sie aus der staatlich produzierten Unmündigkeit befreit. Schon in den Schulen müssen die Menschen lernen mutig eigene Wege zu gehen. Dabei darf man ihnen dann aber nicht ständig mit irgendwelchen unsinnigen Regeln im Weg stehen. Weniger Bürokratie wäre also auch mehr.

Wir Menschen sollten uns ebenfalls wieder mit Werten auseinandersetzen und unser Handeln stärker am Wohl der Anderen, also am Gemeinwohl und dem größeren Ganzen orientieren. Das gilt für Arbeit, Familie, Freizeit. Die Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft lösen wir nur in Kooperation. “Kooperation ist dabei vor allem dann konstruktiv, wenn versucht wird Menschen zusammen zu bringen, die unterschiedliche oder sogar gegensätzliche Interessen verfolgen”, schreibt Richard Sennett im Handelsblatt vom Dienstag: Gemeinsam statt einsam.

Der Sozialwissenschaftler Sennett vertritt die Ansicht, das die moderne Gesellschaft die Kooperation geschwächt hat – trotz Social Media, vielleicht sogar wegen Social Media. Eine wesentlicher Faktor der Schwächung ist allerdings die soziale Ungleichheit. Ökonomische Ungleichheit – die vor allem intragesellschaftlich gewachsen ist und wachsen wird – führt zu sozialer Distanz und Abgrenzung. Es entsteht ein “Wir” gegen “Die”. Die Elite distanziert sich von der Masse und auch in unseren Organisationen werden wir durch Silos und Hierarchien voneinander getrennt und  die immer kurzfristigeren und oberflächlicheren Arbeitsverhältnisse beeinflussen das Wissen um die und die Identifikation mit der Organisation. Was zu einem Rückzug in sich selbst führt. Ein Phänomen, das sowohl in den großen als auch den kleinen gesellschaftlichen Systemen erkennbar ist. Sennett spricht von einem neuen Charaktertyp, der darauf bedacht ist Ängste zu verringern, die durch Unterschiede ausgelöst werden. Erregungen werden vermieden, man meidet als Unterschiede und verweigert sich deren Wahrnehmung. Rückzug und ein auf Neutralität bedachtes Weltbild sind die Folge. Kooperation wird unwahrscheinlicher.

In diesem Sinne freue ich mich auf viele spannende Blogbeiträge von Euch. Also legt bitte los. Ich werde es Euch lohnen im späteren Leben. Einstweilen Vielen Dank

Statusbericht: Projekt Bank für Gemeinwohl


Bank für Gemeinwohl

Eigentlich seit Beginn verfolge ich das Projekt Bank für Gemeinwohl. Die Fortschritte dieses spannenden Projektes entnehme ich dem Newsletter, der sich in Gründung befindenden Bank. Die Gründung einer neuen Bank ist ein ehrgeiziges und langfristiges Projekt für das man einen langen Atem braucht und bei dem man – wie man im Falle des Projektes gut erkennen kann – auch Rückschläge wegstecken muss.

Allerdings macht das Unterfangen der österreichischen Initiative erfreuliche Fortschritte. Die Genossenschaft steht nunmehr kurz vor der Gründung und auch die Erstellung des gesetzlich erforderlichen Kapitalmarktprospektes ist inzwischen in Angriff genommen wurden. In Wien wird es darüber hinaus schon bald das erste Büro geben. Ich bin sehr gespannt, inwiefern die Bank für Gemeinwohl der Digitalisierung der Finanzbranche Rechnung tragen wird.

Nicht unerwähnt darf an dieser Stelle bleiben, dass es bereits einige Pioniergruppen gibt und man sich durch Spenden an der Finanzierung des Projektes beteiligen kann. Hier findet Ihr den entsprechenden Link zur Spenden Seite. Wie wäre es eigentlich mit crowdfunding?

Die Gemeinwohlökonomie ist ein spannender Ansatz, der letztendlich als Reaktion auf ökologische, soziale und ökonomische Verwerfungen entstanden ist und der u.a. eine andere Unternehmensbilanzierung vorsieht, die sich eben am Gemeinwohl orientiert und auf Nachhaltigkeit setzt. Die Gemeinwohlökonomie ist inzwischen nicht mehr nur Impulsgeber sondern nicht zuletzt durch das Projekt Bank für Gemeinwohl eine konkrete Komponente unseres wirtschaftlichen Handelns, wenn es sich auch noch eher in einer Nische befindet. Einige Unternehmen – darunter auch die Sparda Bank München – setzen bereits auf die Gemeinwohlbilanzierung als Ergänzung zur klassischen Bilanz.

Hier gibt es eine kurze Übersicht über die Prinzipien der Gemeinwohlfinanzierung, die wenig komplex sind und deshalb schon heute von jedem Unternehmen relativ schnell eingeführt und umgesetzt werden könnten.

Auch der faire Online Marktplatz fairnopoly – der sich kürzlich erst dem open bank project anschloss – nutzt nun die Gemeinwohlbilanz, um die Überprüfbarkeit der Unternehmensvision “Fairness” transparent und offen sicherzustellen. Fairnopoly ist übrigens eine Genossenschaft und wurde über crowdfunding finanziert.

Ein Grund, weshalb Banken und insbesondere Genossenschaftsbanken auf Fairnopoly und vor allem auch das Projekt Bank für Gemeinwohl schauen sollten. Zumal es in Österreich ja auch Volksbanken und Raiffeisenbanken gibt ,die offensichtlich – aus Sicht der Bankgründer – ihren genossenschaftlichen und gesellschaftlichen Auftrag nicht mehr richtig erfüllen können.

Interessante Links:

Die Website des Projektes Bank für Gemeinwohl

Gemeinwohlbericht der Sparda Bank München

Hose runter Episode 1 – Fairnopoly und das Gemeinwohl

Einsicht in die Einlagenkonten von fairnopoly

Es menschelt: Gemeinwohlökonomie 

PFM war gestern. Financial Relationship Management App von Yodlee


Finance is Social

Anwendungen wie lendstar, pocket united, die fidor Community oder auch das nach amerikanischem Vorbild entwickelte Klicksparen der Sparkassen zeigen, das Finanztransaktionen und -planungen in sozialen Kontexten stattfinden, den sozialen Austausch fordern und fördern und sehr häufig auf sozialen Verbindungen basieren. Während man im Online Banking einer klassischen Bank also meistens allein und manchmal auch verloren ist, achten vor allem auch die neuen Herausforderer der Banken auf die sozialen Aspekte des Finanzlebens.

Yodlee ist ein amerikanisches Technologie Unternehmen, welches eine Personal Finance Management Lösung für Banken anbietet. Nun hebt Yodlee Personal Finance Management auf eine neue Stufe: Aus dem persönlichen Finanzmanagement wird sozusagen ein soziales Finanzmanagement. Die Anwendung ist konsequent auf das mobile Nutzungsszenario ausgerichtet, denn – wie ich schon in meinem Co- Blogauf tumblr geschrieben habe – wer jetzt noch auf das klassische Internet setzt oder sagen wir den uns bisher bekannten Zugangsweg -hat bereits verloren. Sie lässt sich aber leicht in vorhandene mobile Banking Plattformen und Applikationen einbauen und wird als White Label Lösung angeboten.

Was die Anwendung kann

Der Nutzer kann aus seinen Kontakten und sozialen Netzwerken Kreise anlegen, die jeweils unterschiedlichen “Levels of Trust” entsprechen. In diesen unterschiedlichen Levels können mit den Kontakten und sozialen Netzwerken jeweils unterschiedliche Informationen geteilt werden. Es können Transaktionen getaggt werden, Interaktion und Kommunikation ist möglich. Es können Dokumente, Rechnungen, Quittungen etc. hochgeladen und geteilt werden. Darüber hinaus sind Transaktionen und Analysen möglich. Das Finanzverhalten kann überwacht werden.

Die Anwendung mit dem Namen Tandem ermöglicht einen sicheren, proaktiven und nachverfolgbaren Raum für Finanzdialoge zwischen Gruppen und Individuen. Eine nützliche Anwendung, die nicht nur ältere und hilfsbedürftige Menschen, Eltern oder auch Kleinunternehmer hilfreich finden dürften. Natürlich können auch an Bank- oder Steuerberater Rechte vergeben werden. Die ganze, technisch sicherlich nicht unanspruchsvolle Anwendung, gibt es darüber hinaus in einer wirklich intuitiven und ansprechenden Form mit einer wohl recht begeisternden User Experience.

Kein Wunder, dass die Anwendung auf der Finovate Asia zum Best of the show Preisträger gekürt wurde. Hier geht es zum Presenter Video

Ob eine solche Anwendung auch bei uns möglich wäre? Es ist ja irgendwie komisch. Sie geben ihr Geld an eine Bank und die bestimmt dann wie und in welcher Form sie noch darauf zugreifen können. Wir haben uns daran gewöhnt und hinterfragen diesen Umstand nicht. Wenn man aber ehrlich ist, klinge es irgendwie verrückt.

Das Thema Vertrauen und Identität im Online Banking werde ich demnächst einmal etwas intensiver betrachten. Yodlee ist hierfür bereits ein spannender Lösungsansatz.

electrofying weekend news


pay per mile

Eine Autoversicherung die nach Meilen abrechnet. Das könnte eine nützliche Big Data Anwendung sein. Wobei und Deutsche wird das sicher mal wieder erschrecken. Bei einem Staat der geil auf Vorratsdatenspeicherung ist, vielleicht zurecht. Ansonsten gute Idee, cooles ipad und iphone app und eine Service Community.

https://www.metromile.com/

die welt ist eine crowd

Nahe liegend also, dass wir alle unseren Teil zu großen und kleinen Projekten beitragen können. Das klingt doch fast besser als alle 4 Jahre wählen gehen und dann 4 Jahre an der Politik zu leiden.

Crowdwish ist eine corwdfunding Plattform für jeden Wunsch. Aktuell noch im Beta Stadium. Der crowdfunding Prozess ist extrem vereinfacht wurden. Jeder kann ohne Probleme mitmachen. Die Vision:

“Crowdwish exists to link together people’s hopes, dreams and ambitions.”
Das gefällt mir. Crowdwish und nahezu alle anderen crowdfunding Plattformen sind gelebte Hilfe zur Selbsthilfe. Die Menschen möchten keine Spenden, sie brauchen Tools mit denen sie sich selbst helfen können. Schade das wir auch in dieser Weihnachtszeit wieder aufgezeigt bekommen, dass die meisten Unternehmen dies noch nicht verstanden haben.

gemeinsam sind wir klüger

Das stimmt sicher nicht immer, die Idee die Weisheit der Masse mit der Meinung von Experten zu messen und danach dann einen Crowd Investing Fonds ins Leben zu rufen, ist allerdings bestechend.  Hier schreiben die Gründer über ihr Ziel:

Jeder von uns erhält täglich Informationen aus Zeitungen oder dem Internet über einzelne Unternehmungen oder die wirtschaftliche Entwicklung. Zudem ist jeder von uns Konsument und kann abschätzen, ob das eine oder andere Produkt gut oder schlecht ist. Somit sind viele Leute in der Lage, sich eine Meinung über ein einzelnes Unternehmen zu bilden. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass solches kollektives Wissen besser ist als einzelne Expertenmeinungen.

Crowdinvest.ch erhebt die Meinung der Masse zu den 30 liquidesten und grössten Titeln des Schweizer Aktienmarktes. Jede einzelne Meinung fliesst in eine einzige Gesamtbeurteilung. Auf dieser Basis wird ein virtuelles Portfolio gebildet, das monatlich in einen direkten Vergleich mit ähnlichen Portfolios von Experten gebracht wird.

Nach erfolgreichem Abschluss der Testphase wird ein Crowd-Fonds gegründet, in den du richtig investieren kannst.

Hier direkt mitmachen

56sagestreet.co.uk

Wie kann man diese verdammten jungen Kunden gewinnen. Selten sieht man mal ein Exemplar in oder in der Nähe einer Filiale. Was der Sechsender für den Jäger ist der junge Kunde für den Filialbanker. Komisch eigentlich, denn wenn der Marktforscher kommt, erzählt der junge Kunde meistens etwas anderes.

Über das Smartphone oder im Computerspiel erreicht man diesen jungen Kunden vielleicht einfacher. Dann muss allerdings ein sehr gutes Spiel entwickelt werden, dass mit den gängigen Bestsellern mithalten kann. Das hat sich die Barclay Bank bereits 2010 gedacht und 56sagestreet.co.uk entwickelt.  Könnte doch auch in Deutschland funktionieren, wenn mal eine Bank den Mut oder eine Idee hätte.

jetzt muss man schon nach Brasilien schauen

Das soll jetzt nicht despektierlich klingen. Aber mit drei Klicks zum Unternehmenskredit gibt es bei uns natürlich nicht. Einmal angemeldet und gleich mehrer Banken bieten einen Kredit an. Es kann so einfach sein.

30-11-2013 15-32-45

https://intoo.com.br/

noch eine nette idee, zum beispiel für Volksbanken Raiffeisebanken

Impossible.com ist eine Wunsch Community, die aussieht wie ein schwarzes Brett und extrem einfach zu nutzen ist. Ein soziales Netzwerk, welches den Drang des Menschen zum sozialen Beisammensein und zur gegenseitigen Hilfe ernst nimmt und wieder aufleben lässt. Menschen helfen sich untereinander und investieren Zeit in andere Menschen und in die Region. Gebt den Menschen eine Plattform statt Geld und Kampagnen. Womit sich der Kreis schließt. Ein schönes Wochenende und vorsicht mit den Kerzen, denn am Sonntag ist erster Advent.

http://www.impossible.com/

Banking der Zukunft gestalten (von Thomas Kiefer)


Dies ist ein Gastbeitrag von Thomas Kiefer. Mehr zum Autor finden Sie weiter unten.

Warum Sie als „Banker der Zukunft“ diesen Beitrag lesen sollten:

Heute finden Sie hier keine Antworten. Dafür aber Fragen über Fragen.
Fragen, von denen ich mir vorstellen könnte, dass diese auf der Suche nach Lösungen zur zukunftsorientierten Ausrichtung des Filialgeschäftes für Sie interessant sein könnten.
Nutzen Sie diese Leitfragen als Impulse, um in der Diskussion um die Bankfiliale der Zukunft einen guten Schritt weiter zu kommen.

Meine These: Die Antworten auf die Frage nach der Filiale der Zukunft erhalten Sie nicht von außen, sondern aus Ihrem „Innen“:

Wenn Sie die Ausgangssituation in Ihrem Geschäftsgebiet, die Verankerung Ihrer Bank und deren Mitarbeiter im regionalen Wirtschafts- und Gemeinschaftsleben reflektieren. Und wenn Sie darüber hinaus sich selbst, Ihren Führungskräften, Ihren Mitarbeitern und vor allem Ihren Kunden die richtigen Fragen stellen. Nicht nur die Frage zur Filiale der Zukunft, sondern vor allem die Frage zur Rolle ihrer Bank in naher Zukunft.

Was wird aus den Filialen?

Der Beitrag von Boris Janek lieferte mir den Impuls, diese Frage konkreter zu beleuchten.

Janek ruft die Banken zum Experimentieren auf. Er schlägt vor, regionale Laboratorien und Hubs aufzubauen, aus denen neues regionales Wirtschafts-, Kultur-, und Gesellschaftsleben entstehen kann.

Bei der Recherche für diesen Beitrag fand ich zahlreiche Beispiele, wie Banken heute schon auf das sich ändernde Kundenverhalten – ausgelöst durch Internet und soziale Netzwerke – reagieren. Dabei geht es um mehr, als nur bisherige Leistungen neu zu verpacken. Oft wird Zusatznutzen generiert, werden die Kunden für besondere Events in die Filialen eingeladen. Einige Beispiele für das Emotion- und Erlebnis-Banking:

Banken beweisen Kreativität: ob Ostereiersuchen, kostenloses Eis bei hochsommerlichen Temperaturen oder Computerkurse für Senioren, die damit quasi nebenbei für das Onlinebanking begeistert werden. Auch für den Nachwuchs wird einiges getan: Die VR Bank HessenLand eG begeistert Schulabgänger mit einer Nacht der Bewerber.
Ideen gibt es bereits genug. Wer dazu recherchiert, findet schnell genügend Beispiele.

Gibt es DIE Filiale der Zukunft überhaupt?

In der Diskussion wird meistens nur von der „Filiale der Zukunft“ gesprochen. Wie genau sieht denn diese Filiale aus? Wird reflektiert, dass es unterschiedlichste Filialmodelle gibt und dort unterschiedliche Zielgruppen betreut und angesprochen werden?
Ist berücksichtigt, dass je nach Region und Standort unterschiedliche Lösungen gefragt sind?

Plädoyer für eine neue Banking-Kultur

Die Experimentierfiliale ist ein richtiger Schritt in die richtige Richtung.

Dazu braucht es Menschen, die experimentieren wollen und experimentieren dürfen – eine neue Banking-Kultur. Das Geschäftsmodell für die Bank der Zukunft wird getragen vom Banker der Zukunft, der als Kundenbeziehungs-Manager souverän alte und neue Kanäle spielend (!) bedienen darf, zu bedienen weiß und im örtlichen Gemeinschaftsleben optimal vernetzt ist.

Die Frage nach der Filiale der Zukunft führt zwangsläufig zur Frage nach dem Banking der Zukunft.

Wer tiefer in das Thema einsteigt, wird schnell die hohe Komplexität feststellen:

  • Analyse der aktuellen Situation im Retail-Banking
  • Aktuelle Gehversuche von Banken hin zum Filialbanking der Zukunft
  • Neue technische Möglichkeiten, die Innovationen im Banking den Boden bereiten
  • Was erwarten Kunden von der Filiale der Zukunft?
  • Wie sehen Mitarbeiter der Bank die Filiale der Zukunft?
  • usw.

Die Frage nach der Rentabilität im Retail Banking

Um Antworten auf die Frage nach dem Wohin zu finden, kann es hilfreich sein zu wissen, wo ich bereits heute stehe:

Kenne ich die Rentabilität meiner Filialen und Standorte überhaupt? Kann ich transparent für Region und Standort Aussagen treffen zu Ergebnis, Erträgen und Kosten? Kenne ich meine aktuellen Erfolgsfaktoren: Vorhandene Marktpotenziale, Kundendurchdringung, Mitgliederdurchdringung und Wettbewerbersituation?

Wo will ich als Bank in fünf oder in zehn Jahren stehen?

Welche Kunden(gruppen) möchte ich bedienen?Über welche Kanäle möchten diese Kunden mit mir interagieren?

In der Ausgabe November 2013 berichtete die BANKINFORMATION, dass nach einer Studie 48% der Filialkunden auch im Jahr 2020 für Finanzgeschäfte exklusiv die Filiale aufsuchen wollen.

  • Kenne ich die Leistungen und Produktbündel, die meine Wunschkunden nachfragen? (Wie) kann ich meine Wunschkunden emotional ansprechen und binden?
  • Welche Leistungen im Mengengeschäft kann ich rentabel nicht mehr über den persönlichen Kontakt abbilden und wie gestalte ich diese so kundenfreundlich als möglich?
  • Zu welchen Beratungs-Kontexten möchten meine Kunden persönlich bedient werden? Und was heißt in diesem Kontext persönliche Bedienung? Ist damit gemeint, dass Berater und Kunde jeweils vom eigenen PC aus im geschützten Online-Beratungsraum das persönliche Finanzmanagement besprechen oder ist damit das Beratungsgespräch vor Ort in der Filiale beim Kundenberater meines Vertrauens gemeint?

Einer aktuellen Studie der Universität Hohenheim zufolge steht auch bei den jungen Kunden, den Digital Natives, eine persönliche Beratung bei Geldgeschäften ganz hoch im Kurs.

Wie müssen meine Vertriebskanäle optimal vernetzt werden (Omnichannel-Banking), um diese persönliche Bedienung einheitlich und schnittstellenübergreifend sicherzustellen und welchen Platz räumen meine Kunden ihrer Bankfiliale nach heutigem Verständnis ein?

„Klassische“ Erfolgsfaktoren für ein rentables Filialgeschäft

Welche Erfolgsfaktoren wirken heute und in Zukunft auf ein erfolgreiches Filialgeschäft und welche Hebel kann ich in Bezug auf diese Erfolgsfaktoren bewegen?

- Kundenorientierte Ausrichtung
- Kompetenz der Mitarbeiter
- Standort und Lage
- Öffnungszeiten
- Zielgruppe, die angesprochen werden soll
- Architektur und Gestaltung der Filiale, Ambiente

Back to the roots mit einer neuen Service-Kultur

  • Was kann ich tun, um meine Kunden über alle Kanäle hinweg zu begeistern?
  • Was kann ich tun, um meine Kunden von den Vorteilen des Banking der Zukunft und dem Mehrwert des persönlichen Kontaktes zu überzeugen?
  • Welche Wertschätzung genießt bei uns der typische „Servicekunde“?
  • Welchen Stellenwert genießen die Filial-Mitarbeiter unserer Bank?
  • Und falls notwendig: Was können wir tun, um hier etwas zum positiven zu verändern?

Was tun wir, um die Lücken in der Versorgung unserer Privatkunden zu schließen?

Eine Studie von Professor Dr. Frank Brettschneider vom Oktober 2013 liefert den Nachweis, dass 25- bis 35-jährige Bankkunden zum Teil große Lücken in der Versorgung mit Finanzprodukten haben. Daraus ergibt sich die Frage, was ich tun kann, um diese Kunden beim Schließen dieser Lücken optimal zu unterstützen. Und darüber hinaus: wie kann ich die Versorgung meiner Privatkunden weiter optimieren und welche Orte muss ich dafür optimalerweise einrichten oder neu ausrichten?

Bleiben Sie im Prozess und denken Sie weiter

Denken und fragen Sie weiter, vor allem Ihre Mitarbeiter und Ihre Kunden. Die Jungen genauso wie die Erfahrenen.

Gerade die genossenschaftliche Idee ist die ideale Basis, ein von Banken und Bankkunden gemeinsam getragenes Banking der Zukunft in moderner Form auf genossenschaftlichem Wertefundament zu gestalten.

 Über den Autor

TKWebsite_1Thomas Kiefer hat langjährige Erfahrung als Unternehmensberater und Organisationsentwickler sowie Bankerfahrung im Kreditbereich und als Organisationsleiter einer Volksbank.

Er besitzt eine fundierte Expertise im Vertrieb und im Verkauf. Damit ist er breit aufgestellt und weiß die Funktionsbereiche und Mitarbeiter eines Unternehmens optimal miteinander in die Wirksamkeit zu bringen.

Weitere Informationen finden Sie hier:

http://blog.thomas-kiefer.de/

http://www.selly-planspiele.de/

Zum Weiterlesen:

ENDLICH – WAS DIGITAL NATIVES VON IHRER BANK WIRKLICH ERWARTEN
http://blog.thomas-kiefer.de/2013/10/29/endlich-was-digital-natives-von-ihrer-bank-wirklich-erwarten/

DIE CHANCEN DER BANKEN IN DER DIGITALEN REVOLUTION

http://blog.thomas-kiefer.de/2013/10/09/die-chancen-der-banken-in-der-digitalen-revolution/

SERVICEQUALITÄT ALS WACHSTUMSSTRATEGIE

http://blog.thomas-kiefer.de/2013/08/31/servicequalitaet-als-wachstumsstrategie/

Werte, Glaube, Liebe, Hoffnung, Vision


Marias Aufruf zur Blogparade zum Thema: Veränderung in Unternehmen, möchte ich auch gerne folgen. Der Blog www.inknowaction.com ist übrigens extrem lesenswert. Auf geht´s:

Die Jungen drängen, die Alten bremsen

Alles schreit nach Veränderung. Veränderung: Das neue Modewort der Beraterbranche. Nicht nur. Auch große Teile, der mit dem Internet aufgewachsenen Generation der “Digital Irgendwas”,  rufen nicht nur nach Veränderung, sie betreiben diese auch aktiv. Das Internet macht es möglich.

Wer also nicht auf die Ochsentour durch Institutionen und Unternehmen gehen möchte, um die Alten und Mächtigen zu überzeugen, der gründet einfach ein Unternehmen, mit dem Potential die Welt zu verändern. Marc Zuckerberg hat das getan und den Einfluss von Facebook auf die moderne Welt kann man kaum überschätzen. Und gerade Facebook wirft  Fragen auf. Ist alles was sich verändert wirklich Fortschritt?

Veränderung vs. Wandel

Nun besteht kein Zweifel daran, dass wir in einer Zeit leben, in der sich sehr viel verändert. Und zwar in scheinbar atemberaubendem Tempo. Viele Dinge, die wir niemals für möglich gehalten hätten, wurden wahr. Vieles, das wir uns in unseren schlimmsten Träumen nicht vorstellen konnten, ist bereits bittere Realität geworden.

Veränderung trifft uns häufig unvorbereitet und unser Alltag erlegt uns eine gewisse Hilflosigkeit auf. Selbst wenn wir die Veränderungen kommen sehen und gerne mitgestalten möchten, bleiben wir meistens ungehört. Wir können der Veränderung keine Richtung geben. Unsere Institutionen und Organisationen sind auf den Veränderungsdrang ebenso wenig vorbereitet wie die meisten von uns Menschen. Sie sind überwiegend noch in einer Welt ohne Internet entstanden und auf diese ausgerichtet. Das gilt auch für die Mehrheit derjenigen Menschen, die heute an entscheidenden Positionen in Deutschlands Organisationen und Institutionen sitzen. Auch sie sind überwiegend in eine Zeit ohne Internet sozialisiert wurden.  In ihnen haben sich Strukturen und Kulturen verselbstständigt und gar verdinglicht, die sich nicht so leicht wieder aufbrechen lassen. Hinzu kommt, dass jede Veränderung immer auch individuelle Interessen berührt.

Veränderung – vor allem wenn sie von außen kommt und wir ihr scheinbar hilflos ausgesetzt sind- ist keine einfache Sache. Sowohl bei Menschen als auch bei Organisationen erzeugt sie Stress und führt zu Widerstand. Und es geht noch viel tiefer. Es geht auch um menschliche Natur

Kate Helber schreibt in einem sehr scharfsinnigen Artikel mit dem Titel The Neurosience behind change management. 

Like many people, at the time I tended to think of organizational change as a rational, logical process. That’s a great way to look at change — unless you’re the person experiencing change directly. The reality is that changes in work, environment, team, relationships or home trigger neurological and physiological responses that aren’t in our control. Resistance is actually a natural reaction that we all experience when facing change, whether that change is good or bad-

Während Veränderung uns eher überkommt, kann man Wandel aktiv gestalten. Veränderung würde beispielsweise bedeuten, sich von einer Technologie wie dem Internet einfach treiben zu lassen. Wir würden einfach hinterherlaufen, einfach machen, was die Technologie uns aufzwingt. Dies ist aber der falsche Weg.

Wir sollten also über Wandel sprechen. „Echter Wandel“, so schreibt Matthias Horx in seinem Buch des Wandels:

„beginnt erst dort, wo wir durch einen Prozess der freien Wahl, der  aufsteigenden Freiheit, des wachsenden Bewusstseins uns selbst zu verändern beginnen.“ (Seite 33).

Das klingt positiv und hoffungsvoll. Es erscheint also wünschenswert eine Kultur der Wandlungsfähigkeit zu entwickeln. Wandlungsfähigkeit macht uns freier und weniger abhängig. Wir wären organisatorischen und staatlichen Zumutungen weniger ausgesetzt. Und diese Zumutungen werden zunehmen. Solche Wandlungsfähigkeit hat jedoch Voraussetzungen

Wandel ist wirklich nicht leicht

Nimmt man ein durchschnittliches deutsches Unternehmen im Jahr 2013, dann sind die Voraussetzungen für Wandel nicht unbedingt ideal. Unternehmen existieren nicht im luftleeren Raum. Menschen natürlich auch nicht. Unternehmen greifen auf Menschen zu, die in einer bestimmten Gesellschaft und Kultur geformt wurden. Unternehmen wollen nur menschliche Teilkompetenzen nutzen und verlieren dabei den ganzen Menschen aus dem Auge. Nur das ökonomisch verwertbare wird noch benötigt. Ich glaube auch nicht, dass das Internet hier zu einer Wende führt.

Unser gesamtes Ausbildungssystem ist in den neunziger und nuller Jahren auf diese „Durch-Ökonomisierung“ ausgerichtet wurden. Viele Errungenschaften und Stärken der deutschen Gesellschaft wurden nach dem Prinzip höher, schneller, weiter zurückgefahren bzw. aufgelöst. Aus der freien Wahl und Organisation eines Studiums wurden zum Beispiel drei- oder vierjährige vereinheitlichte und verschulte Roboter Studiengänge, die den jungen Menschen zeitliche Höchstleistungen abverlangen, jedoch Tiefgang und Reflektion nicht vorsehen.

Und ältere Arbeitnehmer haben gelernt sich anzupassen bzw. erfahren, dass eigene Gedanken und Ideen entweder unerwünscht sind oder im organisatorischen Sumpf (meistens in bestimmten Führungsebenen) versickern. Über Ihnen schwebt zusätzlich das Damoklesschwert des Arbeitsplatzverlustes mit dem auf dem Fuß folgenden Hartz 4 Risiko.

Kann Wandel mit solchen Organisationen und Menschen überhaupt gelingen? Matthias Horx nennt zwei wesentliche Voraussetzungen für Wandel. Vertrauen und Resilienz.  Sind Menschen und Organisationen darauf programmiert? Besteht in unseren Unternehmen eine Kultur des Vertrauens? Sind wir in der Lage – als Mensch und Organisation – mit Unsicherheit, Unglück, Krisen und Bedrohungen umzugehen. Und erreicht man Vertrauen und Resilienz durch die Maschinerie der Angstmacherei, die Politik, Medien, Wirtschaft und andere Institutionen errichtet haben?

Veränderung löst im Menschen physiologische Prozesse aus, die er selber gar nicht beherrschen kann. Dies sollte man bei allen Change Prozessen im Hinterkopf behalten. Wandel gelingt, wenn es gelingt Vertrauen aufzubauen, wenn Menschen Wandel mit Hoffnung verbinden und diesen nicht als Ausweglosigkeit wahrnehmen. Wandel gelingt, wenn man Gemeinsamkeit und Gemeinschaft erlebt, wenn Menschen eigenständig agieren und sich Wirklichkeit eigenständig aneignen dürfen. Wenn sie Erfolgserlebnisse haben, wenn sie menschlich behandelt werden, wenn es uns gelingt Empathie zu leben und diese urmenschliche Eigenschaft wieder in unsere soziale Welt zurückzuholen. Denn nach Daniel Goleman ist Emphathie das Bindemittel des sozialen Zusammenhalts, und der Mensch ist das soziale Tier par excellence.“ (aus soziale Intelligenz. Wer auf andere zugehen kann, hat mehr vom Leben, Seite 90)

Wandel ist kein Selbstzweck

Wandel ist jedoch kein Selbstzweck. Als menschliche Wesen sind wir in der Lage uns vorzustellen, was gut für uns, unsere Gemeinschaft und die nachfolgenden Generationen ist. Schon hierbei entstehen Konflikte, die Emphatie und Demut verlangen. Wir dürfen deshalb nicht alles was neu ist als Fortschritt verstehen. Ist „Fracking“ ein Fortschritt? Ist der Verlust von Privatheit und Big Data ein Fortschritt? Ist die Durch Konsumierung unseres Alltags ein Fortschritt?  Für wen ist das jeweils ein Fortschritt? Und für wie viele? Was ist richtig, was ist falsch? Wir sollten diese wichtigen Fragen nicht nur nach ökonomischen Prinzipien beantworten. Wollen wir wirklich mehr „Growthism economy“?

Umair Haque fordert in seinem Awesomness Manifest ein neues Konzept von Fortschritt. Es geht nicht um Zerstören und ersetzen des Zerstörten durch Neues von dem man noch nicht weiß, welche Katastrophen es erzeugt. Er spricht von einer qualitativen Veränderung, die eine Abkehr von Wachstum  und Wachstumsmythen impliziert und in der reale, bedeutsame Werte geschaffen werden, die bleiben und zukünftige Generationen nicht belasten.

Wandel sollten Menschen und Organisationen mit Demut begegnen. Wir sollten uns klar darüber werden, was wir wirklich erreichen oder besser machen möchten. Und ob das, was besser für uns und/oder die Organisation ist, auch besser für andere Stake Holder und unsere Umwelt ist. Diesen Weg kann man nur aus der eigenen Identität heraus gehen. Er muss auch auf Zwischenmenschlichkeit beruhen. Wer diese und eine Vision für die Zukunft nicht hat, kann Veränderung nicht gestalten, kann Menschen nicht mitnehmen, ihnen keine Hoffnung geben und keine Erfolgserlebnisse vermitteln.

Wandel gelingt mit Liebe, denn – das wusste schon Climie Fisher – love changes everything. Money verändert zwar auch, was wiederum Cindy Lauper besungen hat, aber Money grenzt Menschen aus und erzeugt keine  Nachhaltigkeit. Nur was wir aus Liebe machen, machen wir gut. Money nimmt uns die Gelassenheit und treibt uns in die Tretmühle, des höher, weiter, schneller, die uns von Tag zu Tag unzufriedener macht

Ein anpassungsfähiges Unternehmen anstreben

Bleibt noch die Frage: Wie wird ein Unternehmen dauerhaft anpassungsfähig. Wie bringen wir die Anpassungsfähigkeit in den genetischen Code? Eine schwierige Frage auf die ich ehrlich gesagt noch keine befriedigende Antwort gefunden habe. Es ist ja ohnehin so eine Sache mit den Patentrezepten. Mixprize hat in einem kürzlich durchgeführten Hackathon mit dem Titel: Hacking HR to build adaptability advantage 12 Feinde der Anpassungsfähigkeit herausgearbeitet und diesen 12 Feinden 9 wesentliche Design Prinzipien anpassungsfähiger Unternehmen gegenüber gestellt. Diese möchte ich zum Schluss dieses Beitrages einmal kurz aufführen, da ich sie für sehr inspirierend halte und denke, dass sie für alle Unternehmen, die sich aktuell mit Wandel beschäftigen inspirierend sein können.

http://www.mixhackathon.org/hackathon/cipdhack/why-adaptabily-matters-now

Die 12 Feinde

  • Hierarchie
  • Angst
  • Befangenheit im Althergebrachten bei Entscheidungen
  • Gewohnheit/Einstellung (Fehlendes Mindset und Verhalten)
  • Zentralisierung (von Entscheidungen)
  • Unflexible Geschäftspraktiken ( zu sehr auf Effizienz getrimmt, keine Redundanzen)
  • Rigide undurchlässige Strukturen
  • Fehlende Fähigkeiten
  • Experimentieren wird durch „One best way“ Struktur unterdrückt
  • Fehlende interne Vielfalt
  • Fehlen einer geteilten Vison

Die 9 Design Prinzipien

  • Experimentieren + Lernen
  • Transparenz und Offenheit
  • Autonomie + Vertrauen
  • Vision + Bedeutung
  • Vielfalt
  • Flexibilität
  • Kreativität
  • Kollaboration
  • Natürliche Führung + Meritokratie

ich ergänze

  • Empathie und Verständnis für neurologische Prozesse bei den Beteiligten

Gar nicht so einfach. Und mal wieder sollte jedes Unternehmen seinen eigenen Weg finden. Veränderung sollte zu Einzigartigkeit und nicht in eine weitere Stufe der Austauschbarkeit führen. Diese Gefahr besteht immer dann, wenn es keine eigene Vorstellung und Auseinandersetzung von Zukunft gibt und man sich zu sehr von den Umständen und den Beratungshäusern treiben lässt. Ein wenig gesunder Menschenverstand sollte deshalb jedes Veränderungsunterfangen begleiten. Besser wäre mehr als „ Ein Wenig“