crowdfunding jetzt auch für Kinder


Piggybackr

Inzwischen ist crowdfunding in aller Munde. Weltweit gibt es unzählige interessante Ansätze zu bestaunen. Mit piggybackr gibt es nun auch eine crowdfunding Plattform, die von Kindern genutzt werden kann.

We looked around and realized that despite advances in technology, young people are still fundraising by selling candy bars, magazines, and other low-margin items. Piggybackr is our answer of what fundraising is in the 21st century: fun, educational, effective, and a joint effort among friends, family, local businesses, and companies passionate about supporting youth.

Piggybackr wouldn’t be possible without the help of our community of youth and their parents striving to do big things for their teams and communitie

Mit 5 Schritten ist das crowdfunding Projekt angelegt:

1. Anmeldung und Freischaltung innerhalb von 48 Stunden

2. Anlage der crowdfunding Seite

3. Sponsorship Angebote bzw. Incentives mit einem Klick aus einer Auswahl generieren

4. Das Soziale Netwerk aufbauen. Andere einladen

5. Das crowdfunding Projekt anlegen. Wird von piggybackr unterstützt

6. Freigabe durch die Eltern

Auf der Seite gibt es auch noch ein 30 Minuten webinar, in welchem crowdfunding sehr einfach erklärt wird. Das Projekt kann von einzelnen Personen, einer Gruppe oder mehreren Gruppen eingestellt und umgesetzt werden, die dann alle gemeinsam Geld für den entsprechenden Zweck einsammeln. Auf der Seite finden sich dann zum Beispiel Projekte mit welchem für krebskranke Freunde gesammelt wird, Schulprojekte, Sportprojekte,Erziehung  usw. Eine spannende Initiative, die eingedenk rechtlicher Rahmenbedingungen, auch hier einmal geprüft werden könnte. Vielleicht durch eine Bank?

Hier geht es zu piggybackr

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Volksbank Bühl: Funding Phase eröffnet

 

Mit Steueroasen kein Social Banking


Nach dem Urlaub kann man langsam wieder mit der Teilnahme am öffentlichen Leben beginnen. Leider dauert es dann nicht sehr lange, bis ich mich wieder aufrege. Die Rolle des Herrn Hassknechts aus der Wochenshow im ZDF könnte ich auch ganz gut besetzen.

Nachdem die nächste Wahl nicht zuletzt dank des Hochwassers und wohl auch aufgrund des Desinteresses der Menschen einmal hinter die Kulissen zu schauen, um so kompetentere Wahlentscheidungen treffen zu können, entschieden scheint, versuche ich  einfach mal  etwas zu erklären, um ein wenig zu Volkssouveränität beitzutragen. Nein ich mache es mir noch leichter. Ich lasse erklären. Dem  youtube Channel von Simpleshow habe ich dieses Video entnommen, dass erklärt was Steueroasen eigentlich sind. Natürlich sind viele Unternehmen hierüber bereits bestens informiert und auch die sogenannten Leistungsträger und Eliten unserer Gesellschaft sind – nicht zuletzt auch durch umfassende Beratung und gute Verbindungen – stets auf dem neusten Stand. Aber auch für den Wähler könnte es interessant sein, was eine Steueroase eigentlich ist.

Jetzt wissen wir wie es geht und wir sollten erkennen, dass es auch politischer und gesellschaftlicher Voraussetzungen bedarf, damit sich die Finanzwelt verändert und so etwas wie Social Banking entstehen kann. Dies kann und darf man nicht den Banken, dem Verbraucherschutz und den Parteien oder allgemeiner Politik und Wirtschaft überlassen. Hier sind wir alle gefragt. Lesen wir also einfach mal häufiger dass Kleingedruckte unseres Wirtschaftssystems, bevor wir eine Entscheidung treffen.

 

Video erklärt bitcoin


Zypern hat bitcoin in die Tagespresse gebracht. Der Kurs stieg letzte Woche kurzfristig auf 266 Dollar um dann erdrutschartig wieder auf 105 Dollar zu fallen. Kein Wunder also, dass auch auf der Veranstaltung Next Generation Banking an der Universität Frankfurt über bitcoin gesprochen wurde. In der sehr gelungenen Veranstaltung der T-Systems, die, obwohl überwiegend Vertreter von Banken teilnahmen, sehr elanvoll war :-) wurde über die Frage disktuiert:

Bitcoin. Wo steht der Kurs in 2 Jahren.

Wenn bis dahin kein Verbot ausgesprochen wurde, müsste man wohl noch hinzufügen. Aber bevor diese ja eher spekulative Frage beantwortet wird, macht es Sinn sich das Video “Bitcoin explained von Duncan Elms” anzuschauen. Was ist und wie funktioniert bitcoin eigentlich?

Und als Zugabe noch ein Video über Mindchip. Ein Projekt der kanadischen Regierung und auch hier geht es um eine digitale Währung.

https://vimeo.com/39701949

Über die T-Systems Veranstaltung gibt es demnächst mehr in diesem Blog

Es menschelt: Gemeinwohlökonomie


Weihnachten steht vor der Tür

Dem Blogger stellt sich dann die Frage: Weiter schreiben oder lieber Marzipan essen. Ich habe noch keine Entscheidung getroffen. Deshalb noch ein Artikel, der hoffentlich ein wenig in die Weihnachtszeit passt. Denn an Weihnachten steht – zumindest nachdem der Kaufrausch überstanden ist – der Mensch, die Familie, die Freunde und in dem ein oder anderen Fall auch jene Menschen im Mittelpunkt, die nicht mehr unter uns sind. Ich habe in diesem Jahr einen lieben Menschen verloren, an den ich an Weihnachten denken werde, weil es mein erstes Weihnachtsfest ohne diesen Menschen sein wird. Das Weihnachtsfest soll deshalb besonders schön sein. Für uns, aber auch für die anderen Menschen, die uns überall umgeben.

365 Tage

Unser tägliches Leben – das Weihnachten mal bewusst unterbrochen wird – wird von Gewinnstreben und Konkurrenz geprägt. Dies sind die Regeln unseres Wirtschaftssystems. Die Konsequenz: Egoismus, Gier, Geiz, Neid, Rücksichtslosigkeit und Verantwortungslosigkeit prägen dadurch unseren Alltag. Zumindest überall wo es um Wirtschaft geht, wobei Unternehmen und Politik alles dafür tun, unseren Alltag weiter “durchzuökonomisieren”. Die Basis hierfür bildet ein falsches Menschenbild, welches kulturell und gesellschaftlich geschaffen ist. Dabei ist – was wissenschaftlich hinreichend belegt ist – Kooperation und Gerechtigkeit eine menschliche Grundmotivation, die uns biologisch in die Wiege gelegt ist. Unsere private Welt ist deshalb von menschlichen Werten wie Vertrauen, Ehrlichkeit, Emphatie und Respekt geprägt.

Das falsche Menschenbild, welches unsere Welt letztendlich in eine globale ökonomische Krise getrieben hat, wird von den Profiteuren versucht aufrecht zu erhalten. Dabei erstreckt sich die Krise auf Bereiche wie z.B. die Finanzblase, Arbeitslosigkteit, Verteilungskrise, Klimakrise, Energiekrise, Hungerkrise, Konsumkrise, Sinnkrise, Demokratiekrise. Wenn nicht unsere Generation, dann werden spätestens alle nachfolgenden Generationen unter den Folgen dieser Krisen zu leiden haben.

Damit Banken sich verändern können, muss sich auch das wirtschaftliche Umfeld verändern. Banken müssen aber auch an der Neugestaltung des wirtschaftlichen Umfeldes mitwirken, denn sie sind wesentliche Träger unseres Wirtschaftssystems. Einige Banken gehen hier bereits voran. Zum Beispiel die Sparda Bank München, die seit 2011 eine Gemeinwohlbilanz erstellt.

https://www.sparda-m.de/gemeinwohlbericht.php

Buch von Christian FelberGemeinwohlökonomie

Im letzten Monat habe ich endlich die Zeit gefunden das Buch “Gemeinwohlökonomie” von Christian Felber zu lesen. Darin habe ich viele inspirierende Gedanken und Ideen gefunden. Es ist höchste Zeit, dass wir uns intensiv mit alternativen Formen des Wirtschaftens beschäftigen und dass immer mehr Menschen erkennen: Unternehmen und Wirtschaft sind veränderbar. Wirtschaft muss nicht auf Konkurrenz basieren. Unternehmen können kooperieren und sich dem Gemeinwohl verschreiben. Erfolg wird dann anders definiert und gemessen. Erfolgreiche Unternehmen sind in der Gemeinwohlökonomie sozial verantwortlich, ökologisch, demokratisch und solidarisch. Sie erstellen eine Gemeinwohlbilanz.

Alle Unternehmen verfolgen also das Ziel Gemeinwohl. Die Gemeinwohlbilanz steht somit über der Finanzbilanz, die zur Neben- oder Mittelbilanz wird. Die Finanzbilanz zeigt, wie einzelne Unternehmen ihre Kosten, Investitionen und Vorsorgen decken. Gewinne können erwirtschaftet werden, sind aber nicht das zentrale Ziel und werden, falls sie erwirtschaftet werden, als Mittel für klar definierte Zwecke verwendet. Die Gemeinwohlbilanz misst 5 zentrale Werte, die – so Christian Felber auf Seite 39 in seinem Buch – schon heute in den Verfassungen der meisten Nationen niedergeschrieben sind, aber eben nicht konsequent gelebt und gefördert werden: Menschenwürde, Solidarität, Gerechtigkeit, ökologische Nachhaltigkeit und Demokratie.

In der Gemeinwohlbilanz wird nun gemessen wie Untenehmen diese 5 Werte gegenüber ihren Anspruchsgruppen leben. Diese Anspruchsgruppen sind alle Personengruppen, die durch die Tätigkeit eines Unternehmens berührt werden. Also: Zulieferer, Geldgeber, Mitarbeiter, Kunden, Mitunternehmen, Standortgemeinden, zukünftige Generationen und die Umwelt. Es entsteht eine Gemeinwohlmatrix. Die fünf Grundwerte sind auf der waagerechten X Achse, die Anspruchsgruppen auf der senkrechten Y Achse angeordnet. In der Schnittstelle werden aktuell 18 Gemeinwohlindikatoren wie z.B. die Sinnhaftigkeit der Produkte und Dienstleistungen, die Humanität der Arbeitsbedingungen, die ökologisch Nachhaltigkeit der Produktion usw. gemessen. Alle Indikatoren sind eindeutig messbar, sie werden in jeweils 4 Stufen eingeteilt: erste Schritte, fortgeschritten, erfahren, vorbildlich.

Inzwischen erstellen bereits 50 Unternehmen diese Gemeinwohlbilanz, weil immer mehr Unternehmen erkennen, das sich ihre wirtschaftlichen Aktivitäten nicht gegen die Menschen richten dürfen. Auch das Internet trägt durch die Möglichkeit zur Transparenz und das Erfordernis nach Offenheit und Authentizität zu dieser Entwicklung bei. Da wo z.B. Banken weiter machen wollen wie bisher, reagieren Blogger wie z.B. Lothar Lochmeier in diesem Artikel und vor allem junge Unternehmer, welche alternative Finanzunternehmen und -produkte auf den Markt bringen. In der Gemeinwohlökonomie wird nur das Streben nach Gemeinwohl belohnt. Sie verabschiedet sich von der Wachstums Religion und so zitiert Christian Felber den US Ökonomen Kenneth Boulding mit den Worten:

Wer in einer begrenzten Welt an unendlichen exponentielles Wachstum glaubt, ist entweder ein Idiot oder ein Ökonom

Sehr interessant auf der gleichen Seite dieses sehr lesenswerten Buches der Vergleich mit der Natur. Auch die Natur kennt kein unendliches Wachstum, sie kennt nur eine optimale Größe und Wachstum ist nur ein Mittel, um diese optimale Größe zu erreichen. Wachstum wäre in der Gemeinwohlökonomie also nur noch ein Mittel und nicht mehr das Ziel an sich:

Wenn etwas klein ist, darf es gerne größer werden. Wenn ein Unternehmen aber hypertroph geworden ist, wie zum Beisiel eine systemrelevante Bank, ist das Wachstum, das zur optimalen Größe führt ein Negatives. In der Gemeinwohlökonomie wäre das kein Problem, weil es um das Wachstum von Nutzwerten – des Gemeinwohls geht, in der herrschenden Wirschaftsordnung ist es der Supergau. Monetäre Schrumpfung bedeutet Rezession und Depression

Ich empfehle die Lektüre des Buches. Beschenken Sie sich doch mal selber. Noch ist ja Zeit. Der Autor nennt au den Seiten 140- 158 auch 15 interessante Beispiele. Darunter auch die weltgrößte Genossenschaft Mondragon aus dem Baskenland. Zu dieser gehört auch eine Genossenschaftsbank mit dem Namen Caja Laboral Popular

Umdenken

Während ich diese Seiten schreibe, wartet die Welt auf ihren Untergang. Nein. Die Menschen, die über mindestens 12 Monaten von Medien und Co. auf ein Ereignis vorbereitet wurden, das eigentlich total unwahrscheinlich ist. Trotzdem beschleicht viele Menschen ein ungutes Gefühl. Medien und Unternehmen verdienen Geld mit einem Weltuntergang, den es wohl nicht geben wird. Das ist verrückt und es ist ein Ausdruck unseres Wirtschaftssystems, welches uns vor allem in den letzten Jahren gelehrt hat an den Supergau zu glauben. Sogar an den Weltuntergang.

Vielleicht nutzen wir die Weihnachtstage um umzudenken und uns für das nächste Jahr vorzunehmen unsere Welt Schritt für Schritt ein wenig besser zu machen. Menschen wie Christian Felber aber auch Douglas Rushkoff oder Umair Haque – um nur 3 von immer mehr kritischen Stimmen zu nennen – gehen voran und inspirieren uns. Eine Zeit großer Umbrüche braucht große Denker. Hier lohnt sich übrigens ein Blick in die aktuelle gdi-Impuls, die erstmals eine Thought Leader Map erstellt hat. Allerdings scheinen die großen Denker noch zu fehlen. Felber, Rushkoff und Haque sollten geeignete Kandidaten sein.

PS. Die Gemeinwohlökonomie arbeitet übrigens an der Gründung einer demokratischen Bank, die hofft im Jahr 2013 in Österreich eine Banklizenz zu erlangen. Vielleicht auch eine Inspiration.

Dieser Artikel wurde in großen Teilen vom Buch “Gemeinwohlökonomie von Christian Felber” beeinflusst und enthält Textpassagen, die sehr nah am Original des Buches sind. Das Buch können Sie hier erwerben. Oder auch hier

Darf ich vorstellen: Der Banker Klaus


Den Banker Klaus gibt es nicht. Er ist meiner Phantasie entsprungen. Jede Ähnlichkeit mit lebenden oder vielleicht verstorbenen Personen ist natürlich ein Zufall und nicht beabsichtigt.

Der Banker Klaus – den es nicht gibt – ist Vorstand einer Bank – die es nicht gibt. Diese Bank – ich nenne sie der Einfachheit halber Klaus Bank – soll 100 Jahre alt sein. Die Zeiten waren – so ist das nunmal im Leben eines Menschen und auch im Leben von Unternehmen – wechselhaft. Es gab gute und es gab schlechte Zeiten. Weltkriege wurden überstanden, Währungsreformen, Wirtschaftskrisen der Tod von Elvis Presley, denn der Klaus ist  -damit er auch ein private Seite Bekommt – Elvis Presley Fan, was schon in den Siebzigern, als Klaus seine große Zeit hatte, schon nicht mehr so richtig modern war. Aber der Klaus ist ja auch konservativ und Sicherheit ist für ihn sehr wichtig. Das hat er gelernt in einer von 2 Weltkriegen und zwei totalitären Systemen geprägten Gesellschaft.

Jetzt geht er bald in Rente. 3 oder 4 Jahre muss er noch und da macht er sich Gedanken wie es weiter geht mit seiner Branche, die in den letzten 15 Jahren immer schneller zu werden scheint. Erst kam das Internet und dann auch noch die Bankenkrise. Vom Euro wollen wir gar nicht sprechen. Und in sein Haus – also in die Bank – kommen immer weniger Leute. Aber sehen Sie selbst was Klaus sich so denkt!

Hello again


Blogging Unlust

Ehrlich gesagt fällt es mir nicht gerade leicht meine Blogging Aktivität wieder aufzunehmen. Der  Urlaub war schön, kurzweilig und auch weitgehend frei von Online Suchtverhalten. In den sozialen Netzen war ich sporadisch und überwiegend als – diesmal bewusster – Leser unterwegs.

Kampf um Aufmerksamkeit

Dabei ist mir diese furchtbare Vervielfältigung von Inhalten – banal oder weniger banal – aufgefallen, zu der wir alle, die wir nicht nur passiv sondern auch aktiv Social Media nutzen, tagtäglich beitragen. Zusätzlich stört mich diese Flut von Unternehmensnachrichten, die entweder durch die Unternehmen selbst oder durch Freunde, die mit diesen Unternehmen vernetzt sind, in meine Aufmerksamkeitssphäre eindringen.

Flucht in die Passivität

Da liegt es nahe sich Gedanken darüber zu machen, zukünftig nicht mehr zu bloggen, denn letztendlich ist man ja Teil dieser Informationsüberflutung, die wir immer weniger bewältigen können und welche die Leute weiter in die Welt der passiven Berieselung treiben wird.

Meinung verkaufen

Und dann verkaufen wir unsere Meinung an den gefällt mir oder + Button in der fälschlichen Ansicht, dass diese Bewegung eines unserer Finger ausreichend sei, um Verhältnisse zu verändern. Möglicherweise nimmt uns das soziale Netzwerk ja sogar die Zeit unsere Meinung auf die Straße oder sonstwohin zu bringen, wo unsere Rechte mit Füssen getreten oder die Welt von in eine falsche Richtung, weil zerstörerisch und unsozial, gelenkt wird.

Macht es wie Dave

Dieses Pauschalurteil gilt natürlich nicht für alle. Vielleicht betrifft sie besonders mich. Vielleicht fühlen sich auch andere angesprochen. Eigentlich sollte man es wie Dave machen. Von Dave habe ich gestern erst im TV erfahren. Seine Geschichte finde ich allerdings sehr beeindruckend.

Dave handelt

Dave legt sich mit den Grossen an

Dave ist trickreich

Dave ist mutig

Dave muss aber auch erfahren wie mächtig der corporative Akteur heute ist und wie wenig diese die Initiativen der Menschen überhaupt noch ernst nehmen. Ob eine genossenschaftliche Bewegung heute noch möglich wäre?

Wir brauchen mehr Daves!

http://www.youtube.com/watch?v=MjLEiR05o0I

Eilmeldung: Finance20 entlarvt die Gründe der Finanzkrise


Eilige Einleitung

In den letzten Tagen hatte ich häufiger Kopfschmerzen. Mein Arzt sagt, das läge am Kopfschütteln. Denn – so schilderte ich bei der Konsultation – sobald ich eine Nachrichtensendung anschaue, einen Zeitungsartikel lese oder durch die sozial mediale Welt hechele, werde ich unwillkürlich zum Kopf schütteln animiert. Am Wochenende zum Beispiel las ich einen Auszug aus dem neuen Buch von Susanne Schmidt: Das Gesetz der Krise.Wie die Banken die Politik regieren. Der Artikel im Handelsblatt trug die treffende Überschrift ” Die Banken machen weiter wie bisher. In diesem sehr lesenswerten Artikel erklärt Sie die Ursachen und Lösungsmöglichkeiten der globalen Finanzkrise, die – so schreibt sie – nach wie vor eine Bankenkrise ist, was allerdings geschickt vernebelt oder sagen wir lieber desymbolisiert wurde.

Kopfschütteln und die Folgen

Das die Banken so weiter machen dürfen wie bisher, hat mich zum Beispiel zum Kopfschütteln gebracht. Um meine Gesundheit zu schonen, brauche ich eine funktionierende Antwort gegen das Kopfschütteln, auch wenn es vielleicht nicht die wahre Antwort ist. Ich habe nach langer Überlegung den Grund für die Finanzkrise bzw. das Verhalten der Investmentbanken und -banker identifiziert.

Jetzt kommt “Der Grund für die Finanzkrise”

Die Strategiepapiere und Visionen dieser Unternehmen basieren auf dem rheinischen Grundgesetz. Aber lesen Sie selbst!

Artikel 1
Et es wie et es. 

Artikel 2
Et kütt wie et kütt.

Artikel 3
Et hät noch immer god gegange. 

Artikel 4
Wat fott es, es fott.

Artikel 5
Et bliev nix wie et wor.

Artikel 6
Kenne mer nit, bruche mer nit, fott domet. 

Artikel 7
Wat wells de maache?

Artikel 8
Maach et god, ävver nit zo off!

Artikel 9
Wat soll dä Käu?

Artikel 10
Drinks de eine met?

Artikel 11
Do laachs de dich kapodd.

Vergess nie: Jede Jeck es anders!

Quelle: http://koelschakademie.finbot.com/index.php3?seite=479&p_id=422

In the city /ist auch nicht alles Gold was glänzt


IN THE CITY

Nicht nur die Banken machen manche Menschen agressiv, traurig oder – wenn gar nichts mehr hilft – gleichgültig. Auch Städte und Stadtverwaltungen, also die lokale Variante der Politik, verstärken unsere Zweifel in die Handlungsfähigkeit unserer alten Institutionen und daran, dass handelnde Menschen an mehr interessiert sind als an sich selbst.

Wenn ich so durch unsere Städte streife – momentan bin ich Montags und Dienstags immer in Berlin – dann frage ich mich ohnehin, warum es die Deutschen immer stärker in die Zentren dieser Republik zieht. Denn neben aller Coolness und Kreativität sehe ich auch viel Entfremdung, Überwachung, Dysfunktionalität, Verschwendung usw. Wissen wir noch was wir tun? Bzw. wissen wir das das, was die Anderen tun uns und den Menschen an sich nicht mehr gut tut. Merken wir noch die Fremdbestimmung und falls wir es merken, versuchen wir unseren Wunsch nach Veränderung in mehr zu intensivieren als in einen gefällt mir Click, einen Kommentar oder einen tweet?

Im Jahr der Hoffnung?

Im Jahr 2012 gibt es aber Hoffnung. Die Crowd. Das Crowdsourcing, -funding, und -investing kommt in Mode. Wir können nun alles mitmachen und unterstützen was uns gefällt. Wir können funden, investieren und kollaborieren. Nicht nur als Teilnehmer. Auch als Initiator.

Und nun können wir mit unseren crowdsourcing Aktivitäten auch unsere Städte verändern und verbessern. The city 2.0 ist eine Idee und eine Plattform. Sie soll Menschen, Unternehmen und Organisationen weltweit zusammenbringen und über den Austausch von Ideen die Stadt und letztendlich die Welt verbessern. Eine Idee, die erste Idee, die mit dem Ted Prize ausgezeichnet wurde, den auch Bono schon einmal bekam.

Auf der Internetseite www.thecity2.org erwartet den Interessenten  - also hoffentlich auch Sie – ein schön gemachter Film und der folgende Text:

The City 2.0 website is a platform created to surface the myriad stories and collective actions being taken by citizens around the world. We draw on the best of what is already being discovered by urban advocates and add grassroots movers and shakers into the mix. What’s emerging is a complex picture of the future city–a place more playful, more safe, more beautiful, and more healthy for everyone.

Wieder eine Möglichkeit etwas zu tun. Ich fang direkt mal hier in meiner Kleinstadt an. Bin schon  im ersten Austausch mit unserem Bürgermeister. Werde dann berichten. Und was machen Sie?

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Und dieser Song wird in der Überschrift erwähnt: In the city  - The Jam

Moralische Instanzen


Empörung im Zug

Empörung auf der Straße. Empörung in den eigenen vier und in fremden Wänden. Ich war Schüler und später Student als ich mich zuletzt so empören konnte. Manchmal trällere ich schon “Wohin mit dem Hass” von Jochen Distelmayer. Ist das nicht schlimm?

Vorsicht jetzt folgt persönliche, nicht objektive und pauschale Meinung

Social Media ist zu verlockend

Ist vielleicht sogar Social Media ein Grund für die gefühlte oberbordende Oberflächlichkeit? Oder ist Social Media – so wie Douglas Rushkoff es ausdrückt – nur die vorerst letzte Stufe in der Entfremdung des Menschen von seinen direkten Mitmenschen und schließlich von sich selbst?

Gestern

Content ist King habe ich gestern geschrieben. Aber bitte nicht jener oberflächliche Mist, den man heute auf fast 90 % der Internetseiten von Banken – seien es klassische Internet – oder “Social Seiten” – lesen muss. Jene  Inhalte ohne Inhalt, den die einen schreiben, weil der Online Verkaufsprozess clean und usabel sein muss, und die anderen, weil sie der Meinung sind, dass der Verbraucher unbedingt in die Filiale kommen muss und möchte. Inhalte, die viele Verbraucher so auch aus den Beratungsgesprächen kennen, denn auch da stimmt die Chemie meistens nicht mehr. Und deshalb ist das Vertrauen in die Banken

Das Handelsblatt berichtete am Freitag von einer Studie des Bankenverbandes unter jungen Europäern, in der es nur so von Misstrauen in unsere etablierten Institutionen wimmelt. Sozusagen ein Wimmelbuch des Misstrauens und dem Euro wird keine große Zukunft gegeben. (Quelle: Handelsblatt Print Ausgabe vom Freitag vergangener Woche, Seite15)

Wo sind sie?

Aber lassen wir die Banken mal kurz in Ruhe. Ich wollte ja mal nach moralischen Instanzen fragen. Wo sind sie ? Und wo sind die Staaten und Unternehmenslenker, welche die Menschen und – schon wieder – die Banken retten wollen? Braucht die Welt wirklich Banken wie Dirk Elsner in seinem ansonsten sehr guten Beitrag im  Wallstreet Journal schreibt, oder wäre es nicht besser, etwas vollkommen Neues  und Besseres in den Ring zu werfen? Denn machen wir uns nicht vor: Technologische Weiterentwicklung und das Erlernen der Online Kommunikation reicht offenbar nicht aus, um eine Bank nachhaltiger und menschlicher zu machen. Die Barclays Bank, die auch mich in den letzten Wochen immer wieder mit coolen und innovativen Tools überraschte, hat dennoch zu unerlaubten und vor allem für die Mehrheit der Menschen schädlichen Instrumenten gegriffen. Ist das Banking 2.0?

Empörung über

Der Libor wird manipuliert und nur kurz schreit die Presse auf. Das war es dann. Der Mensch versteht es ohnehin nicht mehr . Warum aufarbeiten? Steuerhinterziehung und Steuer CDs. Was ist richtig und was ist falsch? Warum versucht jeder nur noch das Beste für sich herauszuholen? Ohne Rücksicht. Warum heiligt der Zweck immer noch die Mittel? Darf Facebook Nutzer Chats überwachen und keinen der Facebook Nutzer interessiert es? Peugeot baut 8000 Stellen ab. Karstadt auch. Alle Bankkunden investieren in Immobilien, denn was ist wenn der Euro weg ist. Aber was ensteht daraus. Die nächste Immobilien oder Bankenkrise. “Die Welt handlungsunfähig” schreibt das Handelsblatt zum Scheitern von ACTA. Gilt dieser Slogan nicht für noch viel mehr Bereiche und Themen. Die Institutionen dieser Welt nicht nur nicht handlungsfähig. Sondern hilflos und nicht mal mehr in der Lage zu “Verstehen” . Wir sind überfordert oder empört . Oder sowohl empört als auch überfordert. Oder wir interessieren uns nicht und machen – vielleicht auch aus Angst – weiter wie bisher. In der Hoffnung, dass es uns nicht erwischen möge.

Moralisch bankrott jetzt an meiner Wand

Habe ich den Mappus vergessen? Nein, aber wenn ich all die Fälle aufschreiben würde, welche dazu führen, das unser Glaube in die alten Institutionen (zu Recht) erodiert, dann bräuchte ich einen eigenen Blog und mehr Zeit. Um so mehr hat mich übrigens ein Artikel in der letzten Zeit gefreut. Dieser Artikel hat mich dazu bewegt, mir mal wieder eine Zeit zu kaufen, weil sich ja nicht mehr viele trauen von Moral zu sprechen.  Der Artikel: Bankenskandal: Moralisch bankrott. Geschrieben von Jens Jessen. Er klebt jetzt am WhiteBoard in meinem Büro.

Vielleicht auch mal was für den nächsten Social Media Workshop?

Ich wünsche mir Community Funding


Die crowd ist modern

Gemeint ist allerdings nicht die crowd, die beim Relegationsspiel zwischen F. Düsseldorf und Hertha BSC Berlin euphorisch auf den Platz stürmte, um nach 15 Jahren Abstinenz die Rückkehr in die Fussball Bundesliga zu feiern und vor der Mehmet Scholl und Herr Beckmann vom Fernsehen eine solche Angst hatten. Vor Mitleid hätte ich beinahe weinen müssen. Aber das ist hier nicht das Thema

Nein die crowd hat durch das Internet durchaus einen positiveren Ruf bekommen. Sie lässt sich offenbar sinnvoll einsetzen, obwohl mein Wörterbuch die crowd mit Begriffen wie Menge (neutral), Gedränge (unangenehm), Gewühl (unübersichtlich) oder auch Menschanauflauf (auch eher negativ) übersetzt. Weisheit wurde der Masse lange Zeit jedenfalls nicht zugetraut und auch heute erzeugt der Begriff überwiegend Angst. Beispielhaft sei die Angst vor den 99 % erwähnt.

Crowdsourcing und crowdfunding

Ohne das Buch “the Wisdom of the crowd” und konkrete positive Erfahrungen im Internet hätte Crowdsourcing und insbesondere crowdfunding und crowdinvesting keine großen Karriere Chancen im eher kritischen Deutschland. In den letzten Monaten kommt aber ein wenig Bewegung in die bisher eher übersichtliche deutsche Crowdfunding Welt (siehe hierzu). Vielleicht auch weil einigen Banken weniger vertraut wird oder weil sie  – aus Sicht vieler Unternehmer- ihrer Aufgabe zur Kreditversorgung der Realwirtschaft nicht mehr hinreichend gerecht werden. Im klassischen Crowdfunding Bereich, weil viele sinnvolle und notwendige Einrichtungen immer weniger Geldgeber finden und sich – davon ist auszugehen- Kommunen und Staat aus finanziellen Gründen von vielen förderungswürdigen Projekten verabschieden müssen.

Ich mag das Wort crowdfunding nicht

Ich will aber nicht verhehlen, dass ich den Begriff Crowdfunding nicht mag, und ihn lieber durch den inhaltlich wertvolleren Begriff “Community Funding” ersetzen würde. Sucht man in Online und Offline Lexika nach einer Definition von Community, dann kristallisiert sich hier die folgende Beschreibung heraus:

” Gemeinschaft, eine Gruppe von Menschen mit Zusammengehörigkeitsgefühl oder gemeinsamen Interessen”

Damit lässt sich arbeiten.

Mein Funding und Investment  Modell setzt dieses Zusammengehörigkeitsgefühl voraus, die gemeinsamen Interessen teilt es aber auch mit den Crowd Investoren. Das gemeinsame Interesse liegt dort ja immer häufiger  im “Return On Invest” , selten – und je abstrakter das Modell, um so mehr es also um die direkte Investition geht -auch um die inhaltliche Komponente einer Investition. Das ist bei Kultur und Kreativprojekten sicherlich anders, aber um so mehr das crowdinvesting in den Blickpunkt gerät, desto mehr kommt es nur noch als Surrogat für die klassische Bank daher.

Community Funding

Community Funding bezieht sich auf Zusammengehörigkeit und auch auf Region. Ich sehe es als Chance, eine breitere Bevölkerungschicht für diese Beteiligungs- und Finanzierungsform zu sensibilisieren und ihnen dadurch auch Möglichkeiten aufzuzeigen, sich wieder in lokalen Kontexten zusammen zu engagieren. Ein Gang durch meine eigene- recht geordnete und wohlhabende Gemeinde – zeigt mir beinahe täglich auf, dass es Bedarf für Community Funding Plattformen gibt, die gerade auch von regionalen Banken und Sparkassen betrieben werden könnten oder an welchen sie sich beteiligen könnten. Bei denen die Beteiligung aber nicht unbedingt aus Geld bestehen müsste.

Der Mensch- so meine These- entfernt sich trotz oder vielleicht sogar durch Social Media voneinander, trotz einiger beachtlicher Entwicklungen werden aber vor allem, die engen sozialen Beziehungen in den Städten und Gemeinden vor Ort immer oberflächlicher. Man kümmert sich nicht mehr umeinander. Martin Raymund vom “The Future Laboratory” konstatiert in einem spannenden Interview mit der Spex (Ausgabe Mai/Juni 2012), dass immer mehr Menschen beginnen, die Dinge wieder lokal zu denken. Es entsteht eine neue Sehnsucht nach Nachbarschaft und Gemeinschaft. Letztendlich entstammen erste Crowdfunding Ideen ja auch aus diesem Wunsch nach Gemeinschaft bzw. dem Wunsch gemeinsam Dinge möglich zu machen, die auf klassischen Wegen keine Chance gehabt hätten

Menschen beginnen – so Martin Raymond – nostalgisch zurückzublicken. In der Musik ist dieser Trend bereits in dem Buch Retromania bereits hinreichend beschrieben. Dies gilt sogar für die jungen Menschen, die an der ein oder anderen Stelle der Social Media Autobahnen überdrüssig werden, da hier Gestaltbarkeit und Veränderbarkeit nur einigen Wenigen und immer stärker vor allem einigen wenigen Unternehmen überlassen bleibt.

Der richtige Zeitpunkt für Community Funding

Community Funding käme deshalb zum richtigen Zeitpunkt.

Es wird regional investiert.

Menschen investieren in regionale Projekte, Unternehmen und Ideen. Sie geben dafür Geld, Arbeitskraft, Fähigkeiten oder auch einfach nur Zeit.

Sie gewinnen dadurch auch Einfluss auf die Ideen und sind nicht nur Investoren, die in erster Linie eine Rendite erzielen wollen.

Investitionen bleiben in der Region. Aus monetärer Sicht eher unattraktive Investitionen werden durch regionale Reputationswährungen attraktiver.

Einfluss entscheidet auch über gemeinschaftlich oder ökologisch erwünschte Zielrichtungen der Funding oder Investing Nachfrager.

Die Anbieter könnten mit Vorteilen belohnt werden, die sich nur regional einsetzen lassen. Wer z.B. auf irgendeine Weise in regionale Bildungsprojekte investiert bekommt hierfür Gutscheine, die er ansparen und für seine Betreuung im Alter einsetzen könnte.

In jedem Fall müsste mein Crowdfunding eher ein Community Funding sein. Wir müssen aufpassen, dass Crowdfunding schon bald nur noch ein zusätzliches Finanzprodukt ist, dass seinen USP lediglich in der Unabhängigkeit von einer Bank hat. Ich fände das schade!