Social Business Monat: Raiffeisenbank Gammesfeld


Den Monat Januar widme ich dem Thema Social Business. Ich habe den Eindruck das wir Menschen uns verändern sollten. Diese Erkenntnis ist nicht neu und ich bin hier auch kein Vorreiter. Viele Menschen und Unternehmen haben lange schon damit begonnen Ihr Verhalten zu verändern und auch die Diskussionen über Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur werden durch neue Stimmen und andere Meinungen erweitert. Ein Gefühl bewegt sich langsam in den Mainstream. Ein Gefühl aus dem an vielen Orten schon Handeln geworden ist. Wir sind die 99 %.

Im Verlauf des Januars möchte ich hier vor allem Beispiele sprechen lassen. Menschen und Unternehmen, die nicht nur von Social Media sprechen und denken, durch die Nutzung von Facebook, twitter und Co. wäre schon irgend etwas erreicht . Ganz im Gegenteil . Manchmal (oder vielleicht immer?) hat Social Business überhaupt nichts mit Social Media zu tun. Wie zum Beispiel im Fall der Raiffeisenbank Gammesfeld, bei der es sich um die kleinste Raiffeisenbank Deutschlands handelt.

Die Raiffeisenbank Gammesfeld

  • Die Bank hat nur einen Mitarbeiter
  • Drei Produkte: Girokonto, Sparkonto und Ratenkredit
  • Das Girokonto ist kostenlos
  • Auf das Sparbuch gibt es 2,5 % Zinsen
  • Die Kreditzinsen liegen bei 3,5 %
  • Das Bankgebäude ist bescheiden.
  • Alle Kunden werden gleich behandelt
  • Die Kunden schätzen vor allem die Menschlichkeit und Bescheidenheit
  • Die Bank nimmt nur die Kunden aus der Region, denn nur diese kann sie wirklich einschätzen und beurteilen. Da geht die persönliche Bekanntheit auch mal über artihmetische Systeme oder Schufa Auskünfte. Spricht das nicht für lokale Währungen?
Die Bank ist eine Genossenschaftsbank. Und die genossenschaftliche Idee ist eine soziale Idee. Ist die Raiffeisenbank Gammelsfeld das letzte Dorf der widerständigen, umgeben von Banken, die ihre grundlegenden Werte vergessen haben? Moderne Unternehmen benötigen eine Vision.Ein gutes Produkt oder eine gute Dienstleistung reichen schon lange nicht mehr aus. Wie wird aus einer Genossenschaftsbank wieder eine soziale Bewegung?
Ausführlicher Artikel aus der süddeutschen Zeitung mit dem Titel:

Widerstand lohnt sich

7 Gedanken zu “Social Business Monat: Raiffeisenbank Gammesfeld

  1. Vermutlich werden da Bedürfnisse angemessen befriedigt (.. nicht “geweckt”) – und das ist auch absolut OK so!
    Man muss schliesslich nicht alles ändern, nur weil es neue Technik gibt.
    Es soll auch noch Leute geben, die mit dem “Phone” lediglich telefonieren! :-)

    • Hallo Herr Ockelmann,

      danke für den Kommentar. Das mit den Bedürfnissen ist ohnehin so eine Sache. Wie viele sind wirklich real und wie viele sind einfach nur geweckt. Und bisher dachte man immer, dass es ohne die geweckten Bedürfnisse nicht geht, denn woher sollte sonst Wachstum kommen. Nun kommen wir in eine Zeit wo der Eindruck weckt, dass gerade die geweckten Bedürfnisse das Problem darstellen. Da Bedürfnisse überwiegend gesellschaftlichen Grundlagen entsprechen, muss man wohl die Frage nach der guten oder schlechten Gesellschaft als eine Frage identifizieren, welche “Social Business” treiben sollte.

  2. Hallo Herr Janek,

    da haben Sie natürlich Recht. Ich wollte auch nicht unbedingt den Besserwisser spielen :-)
    Also meine Definition von Bedürfnis entspricht einem “Set vom Motiven”. Und da gibt es einige Dinge die sind wichtig und Andere, die sind es nicht.
    Die moderne (?) Technik (Facebook und Co) erlaubt nun die eine oder andere Priorität so zu verändern, daß man/frau mehr Zeit hat sein “Hauptziel” (..anders..) zu verfolgen. Daher glaube ich, daß die daraus resultierenden Veränderungen auch die bestehenden “Ecksäulen” unserer Gesellschaft wie Werte, (z.B. Moral) oder Strukturen (z.B. Banken) verändern wird. Wenn keiner mehr telefoniert sondern die Kommunikation via Soc. Media Plattformen stattfindet. muss man sich anpassen. Das heisst aber nicht, daß die althergebrachte Form (Telefon) schlecht ist. Sie wird nur nicht mehr benutzt: das Bessere ist des Guten Feind!
    Sollte der Zahlungsverkehr – was wir nicht hoffen wollen – nur noch via google erfolgen, wer braucht dann noch Banken? Und es wäre dann egal, wieviele Mitarbeiter das Kreditinstitut hat.
    Solange funktioniert also auch die Einmann/frauzweigstelle.
    Aber nur bis dahin.
    Und deswegen muss man das Neue ausprobieren und zwar intensiver, als das bis dato bei uns in D gemacht wird. Und nicht “ausschließlich” Sicherheitsbedenken artikulieren, wie das bei uns derzeit stattfindet.

    Wie sagte Steve Jobs (sinngemäß): Verkaufe Träume, nicht Produkte.

    Motivierende Grüße aus dem RHM
    Georg O.

    • Hallo,

      Da liegen wir nicht auseinander. Natürlich muss man das Neue ausprobieren. Und Gammesfeld ist eine Ausnahmen, wobei es auch in der nicht direkt Internet abhängigen Welt zukünftig mehr Nischenmärkte geben wird. Es wird also teilweise auch ein Zurück geben, dafür sorgen schon Demographie und Klima.

      Was aber alle von Gammesfeld lernen können ist, dass hier eine Vision verfolgt wird, die sich nicht am Prinzip höher, weiter, schneller und vor allem nicht am Prinzip der aMaximierung orientiert. Andere Genossenschaftsbanken können hiervon viel lernen und könnten die Erkenntnisse auch in moderneren Konzepten leben. Vor allen in Gesprächen mit jüngeren Menschen stelle ich immer wieder fest, dass diese eher Arbeit, Unternehmen und Ideen suchen, die etwas verändern oder sogar verbessern. Social Business gehört die Zukunft und das Internet bietet zahlreiche Möglichkeiten bzw. Ist eine Chance für Veränderungen. Social Media bleibt ohne Werte, Visionen, Visionäre und echte Bewegungen eben zahnlos. Es ist ein Mittel aber nicht der Zweck

      Einen schönen Abend noch

  3. Pingback: Genobanker zum Anfassen: Wie sieht die Bank der Zukunft aus? « Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

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