Monatsarchiv: Dezember 2011

Ein Brief zum Jahreswechsel: Liebe Tante Ilse

ich darf Dich doch Tante nennen. Ich mache das, weil Du mir so vertraut vorkommst und Dich so rührend um mich kümmerst. Ehrlich gesagt, kennen wir uns (noch) gar nicht persönlich. Ich bin der Verbraucher oder sagen wir einer von Millionen Menschen, den Du oder den Ihr immer  auf die Funktion des Verbrauchers reduziert. Manchmal treten wir natürlich auch in der Funktion des Steuerzahlers und des Nachfragers nach staatlichen Leistungen auf. Hauptsache Ihr könnt ihmmer nur Teilaspekte unserer menschlichen Identität betrachten. Das macht es dann so einfach sogenannte sachliche Entscheidungen zu treffen. Wir leben halt in einer Welt der Differenzen oder der binären Codes. Gut oder Böse.

Aber ich möchte nich abschweifen liebe Tante Ilse. Ich weiss sehr viel über Dich. Man könnte in Deinen Worten fast sagen: Ich weiss absurd viel über Dich und das was ich über Dich weiss, musst Du an ganz ganz vielen Orten freiwillig oder unterstützt durch Deine Mitarbeiter in die Welt posaunt haben.

Bei google finde ich beispielsweise über 1, 5 Millionen Einträge. Bei Wikipedia kann ich nachlesen, dass Du 1964 geboren bist. Oha Du bist ja nur 3 Jahre älter als ich. Katholisch und unverheiratet bis Du auch. Du kennst Dich wohl mit Hubschraubern ganz gut aus. Aus Deinem Lebenslauf kann ich allerdings kaum erkennen, woher Deine  Kenntnisse in Sachen Nahrungsmitteln oder auch Datenschutz kommen. Nun da gibt es wohl genug Leute um Dich herum, die Dir erzählen was sie so denken. Und gelegentlich hast Du sicherlich auch Zeit mal ein Buch zu lesen oder eine einflussreiche Persönlickeit eines wichtigen deutschen Unternehmens stellt Dir mal seine oder ihre Sicht der Dinge dar. Außerdem bist Du Parteimitglied der CSU. Ist das absurd?

Aber ich frage Dich. Warum machst Du das? Warum stellst Du anderen Menschen so viel persönliche Informationen zur Verfügung? Hast Du keine Angst?

Bei Facebook warst Du auch mal. Aber wahrscheinlich nur mal, um zu schauen wie das da so ist. Offenbar nicht so richtig gut. Du oder Deine Mitarbeiter konnten nichts damit anfangen und haben sich nicht die Mühe machen wollen, das „Phänomen“ zu verstehen. Das ist ja das schlimme an allen neuen Dingen. Man musss sich damit beschäftigen. Man muss versuchen zu verstehen, bevor man es ablehnt. Leider leben wir in einer Zeit, die jeden Tag neue Fragen aufwirft, weil ganz viele selbstverständliche Praktiken und auch Werte – was für die christliche soziale Union ja besonders schlimm sein muss- auf einmal nicht mehr funktionieren und nicht mehr gelebt werden. Der Verbraucher – also ich – hat auf einmal so viele Optionen, dass er die Wahl hat und sich Gedanken machen kann. Wobei! Gefällt es Dir eigentlich, wenn sich Menschen Gedanken machen können, wenn Sie auf einmal mehr Informationen – vielleicht auch als Politiker -haben. Es soll da ja einen Parteifreund gegeben haben, der nicht zuletzt durch die Macht des Internets zum Rücktritt bewegt wurden ist. Er wird aber sicherlich zurück kommen, denn was bleibt Euch schon, denn wo einem die Realität davon läuft, da hilft vielleicht noch eine charismatische Persönlichkeit. Und viele Menschen halten den Parteifreund ja dafür. Ist das vielleicht absurd?

Ich wollte aber eigentlich den Verbraucher und das böse Facebook sprechen. Vorweg möchte ich sagen, dass mich auch einige Dinge an Facebook stören. Das soziale Netzwerk wird nun einmal von einem Unternehmen betrieben und diese müssen wachsen. Dagegen hat Deine Partei ja gar nichts. Über Wachstum könnte man allerdings schon streiten. Ich befürworte „Smarth Growth“. Und wer sich daran orientiert, hat die Bedürfnisse und Interessen von Mensch, Kommunen, Gesellschaft, Umwelt und zukünftigen Generationen zu berücksichtigen. Durch die Leistungen des Unternehmens sollte es also nicht nur den Aktionären besser gehen und auch nicht nur einzelnen Nationalstaaten. Aber das ist wieder ein anderes Thema.

Facebook möchte – so ist meine Einschätzung – nicht die Weltherrschaft. Facebook nutzt Daten, um Menschen die Produkte von anderen Unternehmen zu verkaufen. Dafür macht man Werbung. Das ist aber auch nicht verboten. Keiner verbietet z.B. BMW mir Werbebriefe in meinen Briefkasten zu werfen. Woher haben die eigentlich meine Daten? Wüsste BMW etwas mehr über mich – z.B. durch die Hilfe von Facebook – dann könnten Sie auf die Werbebriefe ganz einfach verzichten.

Natürlich verstehe ich Deine Angst auch ein wenig, denn prinzipiell bietet Facebook auch die Chance sich zu organisieren und gegen Dinge anzugehen, die einem als Bürger nicht gefallen. Das macht in den USA z.B. die Occupy Bewegung. Facebook bietet den Menschen offenbar viele Vorteile, die sie dazu führen dem Netzwerk Daten zur Verfügung zu stellen. Einige werden sicher so dumm und naiv sein und sich nicht mit den Sicherheitseinstellungen zu beschäftigen, ich denke aber , dass es sich dabei um jene Menschen handelt, die auch bei allen anderen Aktivitäten und der Nutzung aller anderen Medien der Gefahr ausgesetzt sind, über das Ohr gehauen zu werden. Die sind dann entweder dumm oder haben gelernt sich auf den Verbraucherschutz zu verlassen.

Verbraucherschutz – nicht das ich da falsch verstanden werde – ist ein tolle Sache. Aber wäre richtig verstandener Verbraucherschutz nicht auch damit verbunden den Verbraucher unabhängig und unparteiisch aufzuklären und klüger zu machen, damit er seine Entscheidungen selber treffen kann. Oder habt Ihr am Ende Angst vor Euren Bürgern, deren Bildungssystem Ihr so löchrig und ungerecht gemacht habt, dass diese nicht mehr in der Lage sind kompetente und das System erhaltende Entscheidungen zu treffen. Funktioniert die Sinnproduktion nicht mehr, weil immer mehr Bürger dieses Landes dazu nicht mehr beitragen können? Sind nicht am Ende Staaten und vielleicht auch das Wirtschaftssystem mit für die Probleme verantwortlich, die Euch Facebook und Co. heute zu bereiten scheinen?  Es ist doch ähnlich wie bei den Banken.

Bevor ich jetzt zu weit abschweife und noch den Jahreswechsel verpasse, möchte ich mir noch etwas von Dir und Deinen Freunden wünschen. Bei Euren Versuchen mich zu schützen, solltet Ihr nicht mit zweierlei Maß messen. Ihr solltet die Menschen nicht entmündigen und überall Regelungen schaffen, von denen Ihr denkt, dass sie für alle Menschen gleichermaßen gut und richtig sind, während sie ja eigentlich in erster Linie für Eure eigenen Interessenverfolgung wichtig sind. Wie wäre es wohl, wenn Facebook ein deutsches Unternehmen wäre und sich die Regierungen anderer Länder über die Praxen des Unternehmens beklagen würden? Wie wäre es,wenn Facebook ein für Deutschlands Export wichtiges Unternehmen wäre?

Könntet Ihr nicht eine Internetplattform entwickeln (dafür könnt Ihr ja auch Facebook nutzen), die Verbrauchern die Möglichkeit bietet direkt darüber zu diskutieren, was überhaupt schützenswert ist und wie der Schutz dann aussehen sollte?  Wie wäre es mit etwas mehrer Demokratie und Transparenz des Verbraucherschutzministeriums oder trifft uns da wieder Euer Zweifel in Euer Bildungssystem, welches ja nur noch auf wirtschaftliche Verwertbarkeit ausgerichtet zu sein scheint und das immer breiteren Bevölkerungsschichten den Zugang zu hochwertigen Bildungsabschlüssen verbaut. Das finde ich allerdings absurd, denn wenn die Menschen etwas klüger wären, dann könnten sie die Chancen und Risiken sozialer Netzwerke vielleicht besser abschätzen.

Ist es wirklich absurd, wenn man eine Art Tagebuch oder Chronik führt und Menschen, die man für vertrauenswürdig hält, Zugang hierzu gewährt. Ist es absurd sich mit anderen Menschen zu vernetzen und gemeinsam Ziele zu verfolgen? Ist Kooperation und Kollaboration absurd? Ist die Lösung gemeinsamer Probleme, die Abwicklung von Projekten, die Gründung von Unternehmen und Initiativen absurd? Ist es absurd für Menschenrechte einzutreten oder großen mächtigen Unternehmen und Institutionen zu widerstehen? Wäre das nicht vielleicht der bessere Verbraucherschutz, wenn man die Rechte von Menschen über die von Unternehmen stellen würde? Oder geht es am Ende nur darum, welche Instistution oder Organisation das Recht hat über die Daten des Menschen zu verfügen? Meiner Meinung nach sollte dieses Recht nur der Mensch selber haben, wofür er aber auch Kompetenz und Möglichkeiten benötigt, die ihm der Staat zum Beispiel vermitteln könnte.

Douglas Rushkoff ein von mir sehr geschätzter Autor hat ein sehr interessantes Buch zu dieser Thematik geschrieben. Das Buch mit dem Titel: Programm or be programmed, verbreitet die These, dass die Menschen der modernen Gesellschaften die Fähigkeit besitzen sollten Programmiersprachen zu beherrschen, um unabhängig und lebenskompetent zu bleiben, weil Sprache und die Fähigkeit zu lesen eigentlich dafür sorgen, dass wir Teil einer Kultur und Gesellschaft sein könnnen. Moderne Gesellschaften haben offensichtlich neue Sprachen und erfordern neue Kompetenzen. Wir haben entweder die Möglichkeit die Software zu programmieren oder die Software zu sein.

Liebe Tante Ilse. Hilf uns dabei die Software zu programmieren. Und jetzt wünsche ich Dir und allen Deinen Freunden ein glückliches neues Jahr.

Und das wünsche ich natürlich auch allen Lesern meines Blogs. Bleibt mir gewogen. Das neue Jahr startet mit dem Themenmonat „Social Business“

Auld Lang Syne

 

2011 Wortsalat: Schöne Tage auch

Anfang…Finanzkrise…Bankenkrise…Australien…Merapi…Felipe Calderon…Wirtschaftskrise…Pol Schmelze…Fashion Week…Kate & William…Peer & Helmut…Angela & Nicolas…Euro…FDP…Piratenpartei…Datenschutz…Mac Miller…Facebook…Timeline…Aigner…Griechenland…Europa…Sparky…Lungenkrebs…Rhein…Köln…Düsseldorf…Bonn…Japan…Fukushima…Atomausstieg…Stuttgart21…Amy Winehouse…Chile…Occupy…King Krule… Goldmann Sachs…Ackermann…Derbysieger…Klassenerhalt…Derbyniederlage…google Wallet…David Peace…Umair Haque…Life Inc…Anke…Sabrina…Türkei…Rhodos…Münster…Bank2.0…Mobile…Social Media…Gang of Four…Zu viel Social Media…Snarketing2.0…Winter…Schnee… Regen…Lukas Podolski…genobarcamp…Regenwald…Hitze…Klimakonferenz…China…Ideale…UBS…Steuern…Dioxin…Wehrpflicht…Schlechte Nachrichten…GEZ…GEMA…Dieses Video ist in ihrem Land nicht verfügbar…Internetsperre…Schleswig Holstein…We are hunted…Steve Jobs…Tunesien…zu viel zu Guttenberg…google+…Mubarak…google streetview…Wetten Dass…Peter Alexander…Plagiat…Tsunami…Libyen…Elisabeth Taylor…Westerwelle…Syrien…Sarrazin…SPD…Apple…Samsung…Mayer Hawthrone…Bewegungsprofile…Bahn…Verspätung….Massenmedien…Ideale…Schuld...Schulden…Verantwortung…Parallelwelt…Nordpol…Südpol…Schmelze…Demokratie…Wachstum…Baum…Natur…Berlin…Oper…1000…Vertrauenskrise…Neonazis…Verfassungsschutz…Rücktritte…Pensionen…The Specials…Regale…Gemeinwohlbilanz…SocialBusiness…Energiewende…Solarstrom…Come as you are…PFM…Gamification…Banking…Volksbanken Raiffeisenbanken…Kilometer…Hotels…Starbucks…Log in…Rhein Energie Stadion…Krankenkasse…Miete…Blog…Finance20…Amsterdam…Retromania…Drykorn…Zengna...Barbra Streisand…Motorboot…Side…Hunde…Netzpolitik…Flipboard…De BugBühl…twitter…Evernote…Chrome…1. FC Köln…Friseur…Automobil … Hacker… Russland Wahl…Eon…Dioxin…Ranking…Hype…Regulierung…Aufstehen…Schlafen…Wachen…Kaffee und Kuchen…2 Kilogramm…Amazon…Kindle…Paypal...Square…Movenbank…Simple…Shitstorm…Gurus…Lupe Fiasco… …Cinema…M83…Rizzle Kicks…Tumblr…Mainstream…Couch Potato2.0…Anonymus…Guy Fawkes…Europa…Grossbritannien…Path…Riots…Rückblicke…Ausblicke…Hangout…Zeichen der Kompetenz…FDP…EHEC…Karneval…Möbel…4:1…Systemtheorie…2.0…Urheberrecht…Private Parts…Rohstoff…Informationszeitalter…P2P…Leistung?…Schlipsträger...Elite?…Einkommen?….Glück…Was?….Langfristig….Transaktionssteuer…Blicklog…Globalisierung…Kollateralschaden…The Great cyberwar swindle…GermanAngst…Elektroauto…Patent…Die Bank gewinnt immer…Vinyl…Sowas von da…David Peace…Wiederentdeckungen..Duran Duran…15 Minuten Verspätung…Guttenplag…Berlusconi..,Social Graph…InterestGraph…Geld…Monetarismus…Money does Not exist……Bankenrise…FinanzkriseEnde

Ich wünsche frohe Weihnachten, einen guten Rutsch und möge die Macht mit uns sein im Jahr 2012

Mal eben noch nach vorn schauen: 14 Erwartungen für 2012

Das Jahr liegt auf dem Sterbebett. Schauen wir mal kurz nach vorne. Was kommt auf die Banken im Jahr 2012 zu?
1. Finanzkrise 
Leider werden nicht nur die guten Filme oder Fernsehserien fortgesetzt. Das gilt offensichtlich aber auch für das reale Leben. Ist das noch das reale Leben? Auch im nächsten Jahr wird uns die Finanzkrise voll im Griff haben. Vielleicht wird alles sogar noch schlimmer und dann könnte es passieren, dass die Banken auch mal selber darunter leiden müssen.
2. Mehr Regeln
Der Finanzkrise sei Dank. Im nächsten Jahr wird es noch mehr neue Regularien für Banken geben. Das Geschäft wird nicht einfacher. In jedem Fall sind Gesetze und Regeln genau zu studieren. Der bürokratische Aufwand wird steigen. Ob der Verbraucher davon profitieren wird, ist noch nicht abzusehen. Neue Regeln werden Banken aber noch vorsichtiger machen. Was wiederum nicht darauf hindeutet, dass Banking einfacher und für Menschen nachvollziehbarer wird.
3. Mehr Social Media
Dennoch werden Banken natürlich mehr in Social Media investieren, denn die ein oder andere Bank hat  gemäß des Lemminge Prinzips noch etwas aufzuholen. Ob es im nächsten Jahr aber noch ausreicht einfach nur dabei zu sein. Und ob immer mehr Social Media nutzende Konsumenten wirklich ihre Aufmerksamkeit auf die Socal Media Aktivitäten von Banken richten werden? Es gibt einige Umfragen, die daran zweifeln lassen.
Und die Werbeagenturen und Berater werden ebenfalls alles dafür tun, die Banken auf den Social Media Pfad zu setzen. Ist doch schön, wenn man ausnahmsweise mal Geld von den Banken bekommen kann.
4. Mindestens ein großer Shitstorm
Ich möchte es ja nicht beschreien. Aber eine Bank oder Bankengruppe wird es im nächsten Jahr erwischen. Es wird einen Shitstorm geben, der nicht auf das Internet begrenzt bleibt und der nicht nur den Social Media Gurus auffallen wird. Es ist nicht davon auszugehen, dass die Unzufriedenheit der Verbraucher im nächsten Jahr sinken wird. Eine Verschärfung oder Fortsetzung der Finanzkrise, eine stagnierende Wirtschaft und der Verlust an Persönlichkeiten, die noch Ideale und Werte authentisch vorleben und kommunizieren können, bereiten die Basis. Mehr Social Media Nutzung und zu viel Social Media Marketing oder nicht authentische und isoliert gedachte Kampagnen werden der Auslöser sein. Auf manchen Social Media Seiten von Banken geht es ja jetzt schon recht hoch her.
5. Mobile Payment
Nein es wird da keinen Durchbruch geben. Die Deutschen bleiben skeptisch und vielleicht ja sogar ängstlich und die Wahrscheinlichkeit, dass schon im nächsten Jahr ein Unternehmen kommt, welche die Sicherheits Bedenken der deutschen Bürger durch eine herausragende Steigerung der Bequemlichkeit beim Zahlungsverkehr vom Tisch wischt, ist sehr gering. Zumal ja nicht der Verbraucher allein über das Wohl und Wehe des mobilen Payments entscheidet.
Aber im nächsten Jahr werden sich alle Banken intensiver mit dem Thema beschäftigen. Viele werden an Karten denken. Einige an das Smartphone. Den ersten größeren Pilotversuch erwarte ich in Deutschland aber eher von einem Telekommunikationsunternehmen. Die Telekom Tochter Coupies stattet ja demnächst erste Gechäfte mit NFC Lesegeräten aus. Zwar noch nicht zur Zahlungsabwicklung. Aber da ist der Weg ja nicht mehr so weit. Die google wallet wird wohl in Großbritannien starten. Paypal ist ja gerade in Schweden sehr aktiv.

6. Mehr Realitätsverleugnung

Manche Dinge möchte man ja eigentlich nicht wahr haben. Zum Beispiel die disruptive Kraft des Internets. Da denkt man schnell, dass Menschen immer in eine Filiale möchten, um Bankprodukte abzuschließen und immer einen Menschen von Angesicht zu Angesicht sehen müssen, um Vertrauen aufzubauen. Es ist aber auch nicht so einfach kulturelle Veränderungen anzunehmen. Vor allem wenn in den letzten Jahrzehnten scheinbar alles gleich geblieben ist. Schon die Kutscher konnten sich nicht vorstellen, mal ein Taxi zu fahren. Und je näher die großen Veränderungen kommen, desto stärker umfasst man den Strohhalm der Vergangenheit. Also Augen zu und durch.

7. Mehr Starre

Und wer nicht mehr weiter weiß, der beginnt oft zu erstarren. Ich erwarte deshalb eigentlich weniger Innovation und keine Aufbruchstimmung sondern das Warten auf den Tod. Das klingt jetzt sehr hart. Aber wie bekommt man eine 180 Grad Wende hin und wie reagiert man auf junge, innovative und disruptiv ausgerichtete Unternehmen und deren Tempo. Möglicherweise kommt die Revolution durch Technologie. Zwar ohne Masterplan. Aber hat jeweils eine Revolution solche Veränderungen hervorgerufen, wie wir sie heute erleben. Wir müssen das Internet doch inzwischen als ein Grundbedürfnis und als einen wesentlichen Pfeiler der Demokratie bzw. der Zukunft der Demokratie begreifen. Es ist doch klar, dass Tim Benzko keine Worte dafür hat. Es gibt sie eben noch nicht.

8. Mehr Klagen

Kurz vor der endgültigen Erstarrung kommt häufig noch das Prinzip der Klage. Man versucht die neuen Wettbewerber und die Veränderungen durch entsprechende juristische Maßnahmen in den Griff zu bekommen. Hier sehe ich im nächsten Jahr durchaus noch Einiges auf uns zukommen. Kann aber auch sein, dass dies bis 2013 dauert. Andere Branchen haben diese Phase schon lange erreicht

9. Mehr Politik

Manchmal reicht es auch schon aus eine gewisse Nähe zu Institutionen aufzubauen, welche wesentliche Rahmenbedingungen für Wirtschaft, Staat und Gesellschaft setzen. Insofern werden wir auch in den nächsten Jahren viele politische Aktivitäten und natürlich auch viele neue Verstrickungen und Beeinflussungen erleben. Das könnte noch ein wenig Zeit bringen

10. Mehr Cloud

Cloud Computing wird die Banken umtreiben. Hier liegen doch einige Möglichkeiten für Kosteneinsparungen verborgen und eventuell auch neue Geschäftsmodelle. Allerdings spielt auch hier das Thema Sicherheit eine große Rolle

11. Weniger Filialbesuche

Ich kann mir nicht vorstellen, dass Sie 2012 mehr Besucher in Ihren Filialen erwarten dürfen. Falls ich mich geirrt habe, senden Sie mir eine Mail

12. Mehr Verlust an Vertrauen

Der Vertrauensverlust geht weiter. Ob er Konsequenzen hat, bleibt abzuwarten. Wobei nicht jeder der seiner Bank noch vertraut, ist auch bereit bei dieser Bank zu bleiben. Der Kunde vertraut ja in der Regel ohnehin nur seinem Berater oder Kundenbetreuer und nicht der Bank. Da sich Vertrauen aber insgesamt verändert und sich Vertrauen ja eigentlich auch nie wieder richtig herstellen lässt, wird ehrliche, authentische und Kunden orientierte Arbeit nächstes Jahr sehr hoch auf der Agenda stehen. Veränderung könnte da hilfreich sein.

13.Mehr Non Banks

Noch mehr Finanz Angebote von Unternehmen, die keine Banken sind. Die Telekommunikationsunternehmen könnten beispielsweise im nächsten Jahr Gas geben. Das ein oder andere kleinere Start up könnte in den Markt eintreten. Und die Aktivitäten der großen Internetunternehmen werden auch für Banken spürbarer werden. Ja auch in Deutschland, der Insel der Glückseligen

14. Personal Finance Management

Wenn kleine Apps wie Finanzblick HD schon in der Lage sind einen durchschnittlichen Bankkunden in Begeisterungsstürme ausbrechen zu lassen, ist voraussehbar, dass Personal Finance Management ein Angebot sein wird, über welches sich die Kunden sehr freuen würden. Auch wenn sie dies in Umfragen nicht sagen, weil sie es ja nicht kennen und nicht abschätzen können, welche Vorteile sie dadurch hätten. Die Banken werden sich deshalb damit beschäftigen, sonst kommt ein Anderer und macht es.

Und was habe ich jetzt vergessen? Oder ist das mal wieder vollkommener Quatsch?

Nachtrag

PXT Money nutzt Gamification um MobilePaymen attraktiv zu machen. Aber für Gamification ist es in der deutschen Bankenwelt noch zu früh. Und deshalb waren es nur 12 Erwartungen

Kea fördert die Gesundheit Ihres Unternehmens

Arbeit macht krank

Verbrauchte Luft. Ungesunde Sitzhaltung. Zu wenig Bewegung. Ungesunde Ernährung. Fehlende Zeit. Arbeit ist in den wenigsten Fällen der Gesundheit förderlich. Die Folge: Das Personal ist häufig krank,es enstehen hohe Gesundheits- oder Krankheitskosten sowohl für das Unternehmen als auch für die Gesellschaft.

Menschen sind faul

Das soll jetzt keine fatalistische Aussage sein, auf der irgend eine Idee oder ein Wirtschaftsmodell aufgebaut werden soll. Also sagen wir lieber : Viele Menschen sind faul. Ich bin zum Beispiel in Sachen Sport und Gesundheit sehr faul. Wenn meine Frau nicht wäre, dann wäre ich wahrscheinlich schon zwanzig Kilo schwerer und gefühlte 5 Jahre älter. Wenn Menschen also faul oder auch nur bequem sind, dann haben Sie eine Mitschuld an ihrer gesundheitlichen Situation und wenn wir die wirtschaftliche Komponente einfach mal vergessen, dann ist es eben trotzdem nicht gut, wenn man zu dick oder unbeweglich ist bzw. man immer nur ungesundes Zeug in sich hinein stopft ohne einen Ausgleich in sportlichen Aktivitäten zu finden.

Aber der Mensch spielt gerne

Wir sind eine Gesellschaft von Spielern und Spielerinnen: Fussball, Handball, Kartenspiele,Brettspiele, Lotto, Totto, Rennquintett, Gewinnsparen und nicht zuletzt Computer Spiele. Und diese Neigung zu Spielen wird immer stärker auch unter der Perspektive betrachtet Menschen ungewolltes Verhalten abzugewöhnen und gewolltes Verhalten anzutrainieren. Lassen wir dieses Mal die Gefahr der Manipulation einmal unberücksichtigt, dann gibt es durchaus viele Gründe, weshalb „Gamification“ ein Instrument sein wird, welches zukünftig bei der Ausbildung, Erziehung und Sozialisation von Menschen eine Rolle spielt.

In einem gesunden Unternehmen…

da herrscht eventuell ein gesunder Geist. Gesunde Mitarbeiter könnten motivierter, produktiver und ideenreicher sein. Drei Dinge, welche moderne Unternehmen benötigen. Multiplizieren wir nun Online Spiele wie zum Beispiel Farmville mit dem Bedürfnis eines Unternehmens nach geringeren Gesundheitskosten, dann kommt das Unternehmen Keas heraus.

Keas hat sich „The Future of corporate Wellness“ verschrieben und möchte glücklichere, gesündere und engagiertere Mitarbeiter produzieren, wofür man auf „Gamification“ setzt. Die Basis ist die von Unternehmen nutzbare Interneplattform keas.com, mit welcher die Mitarbeiter des Unternehmens mit anderen Mitarbeitern oder Mitarbeitern anderer Unternehmen in einen Wettbewerb treten können, die alle das Ziel verfolgen die Gesundheit der Mitarbeiter zu verbessern also z.B. Übergewicht zu reduzieren. Um diese Ziele gegeneinander oder gemeinsam zu erreichen, müssen Aufgaben erfüllt oder regelmäßige Aktivitäten (Sport) durchgeführt werden. Die Preise werden von den Unternehmen zur Verfügung gestellt und können von den Mitarbeitern auf der Plattform ausgewählt werden.

Bisherige Ergebnisse des sich noch in einer frühen Testphase befindenden Unternehmens haben übrigens ergeben, dass es weniger die Preise sind, welche die Menschen motivieren. Die Möglichkeit Ziele im Team oder für ein Team zu erreichen sind weitaus motivierender. Es zählt also der soziale Aspekt. Jetzt müssen wir nur noch eine solche Plattform für Investment Banker erfinden und alle Probleme sind gelöst.

Aber Spaß beiseite.

Was halten Sie von dieser Corporate Wellness Plattform und welche weiteren Ideen könnte man hieraus ableiten? Und wann startet Ihre Bank damit? Oder ist das mal wieder alles eine technologische Spinnerei und wir gehen   stattdessen weiter zum Betriebssport? Den gibt es hier aber leider auch nicht.

Weitere Informationen hierzu

Artikel aus dem Wall Street Journal

Ein Kea Konkurrent

Wenn´s um Dialog geht Sparkassen

Kompliment

Einige Tage habe ich die neue Facebook Seite beobachtet. Was ich zunächst skeptisch betrachtete, muss an dieser Stelle einmal ausdrücklich gelobt werden. Die Sparkassen haben den Mut aufgebracht sich den Fragen von Kunden und Nicht- Kunden zu stellen und diskutieren auf „Finanzkrise: Sparkassen im Dialog beinahe rund um die Uhr ohne irgendein kritisches Thema auszulassen.

Während einige Banken für ihre Facebook Seiten Verhaltensregeln formulieren, die man gekürzt in der Aussage zusammen fassen könnte: Alles was uns nicht passt, wird hier umgehend gelöscht, zumal Kommentar und Verhaltensregeln nach Facebook FAQ ohnehin verboten sind, klingt dies bei den Sparkassen so:

Verhaltensregeln

Der offene und auch kritische Dialog ist uns sehr wichtig. Dennoch legen wir Wert auf respektvollen Umgang. Das bedeutet: keine Kraftausdrücke, keine Beschimpfungen, und selbstverständlich keine diskriminierenden, rassistischen oder sexistischen Aussagen.

Ebenso bitten wir Sie, keine kommerzielle Werbung einzustellen. Wir behalten uns das Recht vor, im Einzelfall selbst zu bestimmen, ob ein Verhalten diese Rahmenbedingungen dieser Seite erfüllt oder nicht mehr erfüllt, sowie auch das Recht, jene Maßnahme zu ergreifen, die uns am geeignetsten erscheint, bis hin zur Löschung von Pinnwandeinträgen oder dem Ausschluss eines Users von dieser Seite.

Ausdrücklich möchten wir betonen, dass keine Löschung vorgenommen wird, wenn von uns abweichende Meinungen und Positionen vertreten werden. Dies gehört für uns zu einem offenen Dialog dazu.

Dankeschön

Zum Jahresende also endlich nochmal ein Highlight in der Nutzung der interaktiven Möglichkeit des Internets. Nicht nur, dass offener, unzensierter und transparenter Dialog geführt wird, auch der Aufbau und die Betreuung der Seite ist genauso, wie ich mir den Auftritt einer Bank oder Bankengruppe bei Facebook vorstelle. Diese Maßnahme bewerte ich wesentlich höher als die „Giro sucht Hero“ Kampagne, denn diese brachte zwar Fans aber kaum Dialog und zeigte darüber hinaus keine Bereitschaft sich auch wirklich zu verändern.

Dies bleibt natürlich ein zu beobachtender interessanter Aspekt an der Sparkassen Aktivität. Hört man nur zu und diskutiert oder ist man auch bereit Selbstverständlichkeiten des tief eingeprägten finanzwirtschaftlichen Glaubensbekenntnisses über Bord zu werfen. Denn im Dialog besteht die Chance zu erkennen, dass finanzwirtschaftliche Regeln und Verhaltensweisen nicht von Natur gegeben sondern von Menschen, wenn auch zumeist nicht bewusst geplant, geschaffen wurden. Demnach ist alles veränderbar, man muss nur aus der Gruppe der Lemminge ausscheren und einen eigenen Weg finden. Und das geht einfacher, wenn viele Menschen bereit sind diesem Weg zu folgen.

Was denken Sie?

Schattenbanken: Neues Buch von Lothar Lochmaier

Kaufen

Dieses Buch lege ich mir unter den Weihnachtsbaum. Wobei. Kann man sowas im Zeitalter der Digitalisierung überhaupt noch sagen? Egal!

Was mich als Leser erwartet

 Die als eBook erschienene Publikation „Schattenbanken“ von Lothar Lochmaier setzt eine Branche ins Licht, die bislang lieber im Diskreten blieb. Das Werk ist eine kreative Mischung aus Roman, Wirtschaftskrimi, Sachbuch und Szenariowerkstatt zum Mitmachen, die sich mit der Frage auseinandersetzt:

Wer oder was sind Schattenbanken?

Sebastian Heilfrisch (48) leitet die Stabsstelle IT-Sicherheit bei der fiktiven Frankfurter Handelsbank. Das global verzweigte Institut sieht sich verstärkt Hackerattacken ausgesetzt, die nach und nach die Grundfesten der Geschäftstätigkeit erschüttern. Doch weder gelingt es, die Urheber der Angriffe ausfindig zu machen, noch greifen die eingeleiteten Gegenmaßnahmen. Am Ende scheint es keinen Ausweg aus einem alptraumhaft anmutenden Bedrohungsszenario zu geben.

Der Autor rückt vor allem die hintergründige gesellschaftliche Auseinandersetzung mit dem Begriff Schattenbanken in den Mittelpunkt, jenseits von vorgefertigten Feindbildern und ideologischen Schablonen. Denn Schattenbanken können vieles sein, verschuldete Staaten ebenso wie der unregulierte Teil der Banken und Finanzindustrie. Aber auch der unmündige Bürger, der keinen bewussten Umgang mit dem Geld pflegt, kann ein Teil dieses weit verzweigten Systems sein. Das Buch gibt deshalb vor allem Denkanstöße, auch zu kreativen Alternativen, wie etwa sinnvolle demokratische Beteiligungsformen, um die Finanzindustrie künftig enger am Puls der Realwirtschaft und menschlichen Arbeitskraft zu verorten.

Veröffentlicht ist das Werk des Wirtschaftsjournalisten Lothar Lochmaier im Selbstverlag auf der Berliner ePublishing-Plattform Xinxii, was keine chinesische Geheimorganisation darstellt, sondern der direkte und unkomplizierte Weg zwischen Autor und Leser. Das Lesen der „Schattenbanken“ erfordert dabei kein spezielles Lesegerät, da das Manuskript im .pdf-Format erhältlich ist (ePub-Standard, auch für externe Betreiber und Plattformen geeignet).

Hier kaufen und direkt lesen

Titel: Schattenbanken

Autor: Lothar Lochmaier

Erscheinungstermin: 01. Dezember 2011

Länge: 103 Seiten

Preis: 12,90 Euro

http://www.xinxii.com/schattenbanken-p-332530.html

 Link zum direkten Download: http://bit.ly/vo6Hv8

Und wenn Sie das Buch gelesen haben, werden Sie sicherlich zum regelmässigen Leser des Weblogs ‚Social Banking 2.0 – der Kunde übernimmt die Regie’ www.die-bank-sind-wir.de

2012: Das Jahr in dem Mobile Banking wahr wird

Zum Jahresende kommen die Prognosen für 2012. Das schöne an Prognosen ist ja, dass sie selten wirklich eintreffen. Dafür muss man sich dann in der Regel auch nicht verantworten, weil sich irgendwelche vorher nicht kalkulierbare Rahmenbedingungen verändert haben. In unserer überkomplexen Welt kommt hinzu, dass langfristige Aussagen ohnehin immer schwieriger werden. Außer vielleicht, dass die Klimakatastrophe so sicher kommt wie das Amen in der Kirche und wir Menschen einfach zu bescheuert sind, um hier noch einmal gegensteuern zu können.

Das das mobile Internet sich durchsetzt, hören Sie jetzt auch schon einige Jahre. Im nächsten Jahr ist es dann aber wirklich so weit. Ich schwöre, denn alle Anzeichen sprechen dafür. Nicht kalkulierbare Rahmenbedingungen mal außer Acht gelassen.

Im Rahmen der jährlichen Kunden Workshops der VR NetWorld GmbH durfte ich einen Vortrag zum Thema „Mobile“ halten. Ich nannte diesen Vortrag: „Mobile – you will follow the customer“. Was kommt auf die Banken und insbesondere die Filial- ( wobei es die ja eigentlich gar nicht gibt) oder Multi Kanal Banken zu. Werden Menschen zukünftig überhaupt noch Internetseiten benötigen, um sich über Bankdienstleistungen zu informieren oder diese abzurufen. Braucht es vielleicht mobile Internetseiten? Oder wird wieder einmal alles ganz Anders? Benötigen wir am Ende vielleicht doch gar keine Banken mehr?

Danke

Ich möchte darauf hinweisen, dass Florian Treiß vom hervorragenden Informationsdienst http://mobilbranche.de/ wertvolle Inputs für diesen Vortrag geliefert hat. Er hat die ersten beiden Vorträge auf unseren Kundentagen gehalten. Es finden sich auch 3  Folien von Herrn Treiß in meinem Vortrag.

Dem Link folgen

Hier geht es zu den Folien auf Slideshare. Da diese Videos enthalten ist eine direkte Einbindung in diesen wordpress.com Blog leider nicht möglich.

http://www.slideshare.net/bobtod/mobile-you-follow-the-customer#

Und danach diesen Links folgen

Fast Company fragt wer das Rennen beim Mobile Payment macht. Und es sind nicht die Banken.

http://www.fastcompany.com/magazine/161/smartphone-wallet

Und im Blog Mobile Zeitgeist gibt es ebenfalls einen sehr interessanten Artikel zum Thema „Mobile Payment“. Geschrieben von Maike Strudthoff.  Dort tauchen in letzter Zeit auch gehäuft Bank nahe Themen auf, was wohl auch den Gastbeiträgen vom Branchenkenner

http://www.mobile-zeitgeist.com/2011/11/24/mobiles-bezahlen-am-pos-ubermorgen-ohne-kasse-aber-mit-apple/

In diesem Zusammenhang für die Info Junkies noch ein interessanter Blog. Empfohlen für den regelmäßigen Besuch. Es geht um Banking, Mobile und Payment. Autor ist Andre M Bajorat.

http://ambajorat.wordpress.com/

Wenn Brett King wirklich recht hat, dann…

Ihre Banking Instinkte verändern sich

Wenn Menschen instinktiv handeln, dann rufen sie eine eingefahrene Routine ab, über die sie eigentlich gar nicht mehr nachdenken müssen. Solch instinktives Verhalten bildet sich in zahlreichen Lebensbereichen. Brett King fragt in einem aktuellen Artikel nach dem Banking Instinkt und bringt die Veränderungen in der Bankenwelt sehr gut auf den Punkt, indem er feststellt, dass Banking in den nächsten Jahren immer weniger ein Ort sein wird, zu dem man geht, sondern etwas das man tut. Und zwar nahezu überall und zunehmend auch instinktiv.

Digitalisierung und Echtzeit

Wir werden in den nächsten Jahren erleben, wie innerhalb der Bankenbranche alles digitalisiert wird, was digitalisierbar ist.  Ein bevorzugter Banking Partner wird nach Brett King in der Lage sein müssen, mir einen Zugang zu meinem Geld und zu meinen Finanzdienstleistungen zu ermöglichen, wann immer und wo immer ich mir dies wünsche. Und das bedeutet schlichtweg, dass ich zu jedem gewünschten Zeitpunkt in der Lage sein sollte, mir einen Eindruck über meine aktuelle finanzielle Situation und den daraus abzuleitenden Möglichkeiten zu verschaffen. Es reicht beispielsweise nicht mehr aus mit einer Kreditkarte nur bezahlen zu können. Ich möchte zum Zeitpunkt der Bezahlung meine aktuelle Transaktion, die Summe meiner Transaktionen im Monat und auch eine Analyse  bzw. Bewertung meiner Kreditkarten Nutzung einsehen können. Dadurch entsteht eine Transparenz, welche meinen Umgang mit Finanzmitteln einfacher macht und die Wahrscheinlichkeit des Fehlverhaltens reduzieren würde.

Auch in Sachen Sicherheit ist eine solche Transparenz ein sehr starkes Argument. Brett King geht sogar so weit zu behaupten, dass Sicherheit eher für das Mobiltelefon als Zahlungsmittel spricht, als für Karten. Verschlüsselungstechniken, Geo Location, Biomtetrie oder aktives Identitätsmanagement sind Möglichkeiten, die Karten nicht bieten. Was sollte also für Karten sprechen, außer vielleicht Nostalgie. Aber auch die größten Nostalgiker werden akzeptieren müssen, das „Wetten Dass“ ein totes Format ist, welches sich nicht wider beleben lässt.

Lesen Sie den spannenden Artikel von Brett King und sagen sie mir, wie Sie die ganze Sache sehen?

Changing your banking instinct

Das könnte auch interessant sein:

Seamless patentiert QR Code basiertes Payment System

Kennen Sie eigentlich schon….

Gravity Eight?

Während sich im Advent die Türchen öffnen, wird nach Weihnachten Bilanz gezogen. Es folgen gute Vorsätze für das darauf folgende Jahr, die dann spätestens im Januar schon wieder aus dem Auge verloren werden. Da wäre es doch schön, wenn es ein Hilfsmittel geben würde, welches uns bei der Erreichung unserer Ziele unterstützt.

Für die finanziellen Ziele haben wir inzwischen Personal Finance Management kennen und lieben gelernt. Wobei wir in Deutschland PFM eigentlich noch nicht lieben lernen konnten, weil es bisher schlichtweg von noch keiner Bank so richtig angeboten wird. Nun besteht das menschliche Lebensglück aber nicht nur aus finanziellen Aspekten. Gesundheit, Familie, Freunde, Karriere, Freizeit, Lernen, Umwelt, geistige und vielleicht auch geistliche Aspekte gehören doch auch dazu und sind möglicherweise sogar noch viel wichtiger.

Gibt Es da nicht was im Internet?

Auf der einen Seite gibt es zahlreiche Seiten und Apps, mit denen wir Teilaspekte unseres Lebensglückes managen können. Nehmen wir zum Beispiel die App runtastic, die uns dabei hilft sportliche Aktivitäten festzuhalten, zu überwachen, zu managen und sogar sozial anzureichern. Sie kennen das: Andauernd dürfen Sie auf Ihrer Facebook Seite lesen, welche tollen sportlichen Aktivitäten Ihre Freude unternommen haben, während Sie faul vor dem Computer sitzen. Auch das kann für den ein oder anderen von uns schon motivierend wirken. Für mich gilt dies leider nicht. Die zahlreichen praktischen Apps haben allerdings einen Nachteil, weil sie immer nur Teilaspekte des Lebensglücks berücksichtigen. Das große Ganze muss ich mir selbst erarbeiten und irgendwo festhalten bzw. mit den entsprechenden Experten absprechen. Und das kostet zumindest Zeit.

Es gibt da was aus dem Internet

Das amerikanische Unternehmen gravity Eight hat ein sogenanntes „Well Being Meter“ geschaffen. Dabei handelt es sich um ein patentiertes Software Produkt, welches  8 Faktoren überwacht, darstellt und zu optimieren hilft, aus welchen sich das menschliche Lebensglück zusammensetzten soll. Hieraus ergibt sich ein quantitatives und qualitatives Feedback, wobei das Dashboard mit Daten gefüllt wird, welche zum Beispiel durch Applikationen wie Nike Plus erfasst werden. Es gibt bereits zahlreiche weitere Anwendungen und es  sollen noch zahlreiche Weitere  entwickelt werden, die unter anderem als App auf dem Smartphone Daten erfassen und in das Dashboard liefern sollen. Statt Personal Finance Management sprechen wir also über Life Balance Management, wobei Finanzen natürlich auch eine Rolle spielen. In jedem Fall bekomme ich meine vollständige Lebenssituation in einer Statistik dargestellt (wenn sowas überhaupt geht). Hinweise und Tipps helfen mir dann bei der Optimierung. Gamification spielt natürlich auch eine Rolle.

Im Finanzbereich werden übrigens schon heute Tools wie Mint, Kredit Carma oder Groupon unterstützt. Gravity eight  erfasst die Kategorien Gesundheit, Finanzen, Beziehungen, Karriere, Spiritualität, Community, Bildung, Freizeit.

Klingt das jetzt praktisch oder verrückt?

Blog Beitrag zu gravityeight von Microsoft. Mit Video

Hier garantiert kein Adventskalender

Meiner ist mit Marzipan gefüllt

Im Advent öffnen sich Türen. Ursprünglich im christlichen genauer gesagt im protestantischen Umfeld entstanden, verkürzt uns der Adventskalender die Zeit bis zum Weihnachtsfest. Auch auf meinem Schreibtisch steht in diesem Jahr nach länger Abstinenz wieder ein Adventskalender. Gefüllt mit 24 Stücken – nein nur noch 22 Stücken- feinsten Marzipans.

Adventskalender 2.0?

Während der Adventskalender früher vor allem eine Zählhilfe darstellte und später vor allem Kinder erfreute. Für mich ist der Adventskalender beinahe so natürlich, wie für die nach 1980 Geborenen das Internet. Dient er heute vielen Unternehmen als Marketing Instrument. Durch das Internet hat der Adventskalender eine Renaissance und vor allem Erweiterung erfahren, denn die Adventskalender Gewinnspiele sind beinahe so alt wie das Internet selber. (Übrigens 15 Millionen Treffer bei google) Und – natürlich nicht ohne Hintergedanken- Unternehmen geben im Advent etwas an den Kunden zurück. Allerdings nur an die Gewinner!

Ich mag Montage mehr als Adventskalender

Menschen lieben Gewinnspiele und deshalb wohl auch Adventskalender Gewinnspiele im Internet. Ich hasse dagegegn Online Adventskalender. Vor allem hasse ich aber, dass jegliche Kontaktkanäle seit gestern mit Hinweisen auf Adventskalender Gewinnspiele verstopft sind. Leider auch die Social Media Kanäle, obwohl „Senden“ dort doch eigentlich keine Option sein sollte. Hinzu kommt, dass sich die Adventskalender Gewinnspiele 1. alle gleichen – weil sie eben bei den üblichen Agenturen eingekauft werden, und 2. sich durch Social Media nicht verändert haben. Zumindest habe ich noch keinen Online Adventskalender gesehen, welcher – neben dem Gewinn- eine echte Bereicherung für meinen Alltag darstellen würde. Im Gegenteil: Online Adventskalender und die Hinweise darauf verschwenden meine Zeit.

Klassische Adventskalender erfreuen wenigstens die Zahnärzte

Und hat mal irgendeine Person im Unternehmen den wirklichen Nutzen eines solchen Angebots überprüft. Gut, die verantwortlichen Mitarbeiter haben Spass. Ich kenne Unternehmen, da ist der Online Adventskalender bzw. dessen Entwicklung und Veröffentlichung das wichtigste Ereignis des Jahres. Auch wenn ansonsten jeder Fehler begangen wird, den man im Internet machen kann oder für keinerlei Online Aktivität Budget da ist, der Online Adventskalender muss sein.

Was ist mit Zielen und der Überwachung der Ziele. Was ist mit Aufmerksamkeit, Response und Conversion? Haben Adventskalender einen Einfluss auf das Image bzw. transportieren diese einen Wert? Gibt es für Banken nicht wichtigere Aufgaben, als die Durchführung von Gewinnspielen und Adventskalender Gewinnspielen? Vertrauen entsteht nicht durch Gewinnspiele. Transparenz entsteht nicht durch Gewinnspiele. Sind Adventskalender Gewinnspiele authentisch? Zeigen sie wofür die Bank steht? Demonstrieren sie, dass bzw. warum Menschen eine Bank bzw. eine spezifische Bank brauchen?

Ich denke nicht und was denken Sie?