Mathias Schrader beantwortet 6 Fragen zur Next Finance


Die Next Finance steht vor der Tür. Am 08.09.2011 erwartet Sinner Schrader in Frankfurt spannende Referenten und einen hochkarätigen Teilnehmerkreis (Interessenten müssen sich für die Veranstaltung bewerben) aus der Finanz- und Internetbranche. Als offizieller Medienpartner der Veranstaltung konnte ich im Vorfeld einige Fragen an Herrn Matthias Schrader den CEO von Sinner Schrader stellen.

Hallo Herr Schrader.Ich freue mich sehr, dass Sie sich bereit erklärt haben,

Matthias Schrader

mir einige Fragen für meinen Finance Blog zu beantworten. Als ich vor einigen Jahren zum ersten Mal auf der Next Conference war, für mich eine der wichtigsten Veranstaltungen jedes Jahres, habe ich mich gefragt, wieso man so wenig Menschen aus der Finanzbranche trifft. Und zwar sowohl auf dem als auch vor dem Podium. Auch in den Folgejahren hat sich wenig getan. Bis heute gibt es eigentlich keine nennenswerte Veranstaltung auf der Banken, Internetexperten und auch der normale Bankkunde zusammenkommen und sich über die Zukunft der Finanzbranche austauschen.

1. Warum ist dies so und was waren Ihre Beweggründe, die next finance ins Leben zu rufen?

Finance sehen wir als eines der großen Themen, wo in nächster Zeit unglaublich viel passieren wird. Nachdem die internationalen Finanzströme im Grunde durchdigitalisiert und bis zum Anschlag beschleunigt sind, richtet sich der Fokus nun voll auf die Konsumenten. Wir erleben ja z.B. einen Boom alternativer Zahlungsmöglichkeiten: zwischen Unternehmen und Kunden – aber auch zwischen den Konsumenten.

Das Thema brennt uns schon lange auf den Nägeln. Und da passt es natürlich gut, dass wir mit unserem Frankfurter Office auf den Punkt zehn Jahre in Deutschlands Finanzhauptstadt vor Ort sind. Das wollen wir gebührend feiern. Zudem ist das Team um Dirk Hibbeler gerade erst in neue Räume gezogen. Bei SinnerSchrader gibt es derzeit keinen schöneren, inspirirenden Ort, um gemeinsam ein wenig in die Zukunft zu schauen.

Das Beste: Die Tickets sind kostenlos. Bewerbungen unter: http://www.nextfinance.de

2. Was erwartet die Veranstaltungsteilnehmer auf der next finance? Auf welchen Teilnehmer dürfen sie sich besonders freuen? Auf wen oder was freuen Sie sich ganz besonders?

Es ist die Mischung, die für mich den Reiz der NEXT Finance ausmachen. Die gesamte Veranstaltung dreht sich im wesentlich um zwei Hauptthemen: alternative Payment-Modelle sowie die veränderte Rolle des Konsumenten. Und dafür haben wir profilierte wie kompetente Sprecher gewinnen können. Da beginnt mit unserem Keynote-Speaker Chris Skinner, einem der wachesten Köpfe der internationalen Finanzszene, über Pelle Braendgaard, der mit PicoMoney eine Plattform für alternative Währungen geschaffen hat, bis zum Gründer Sebastian Herfurth von Friendsurance, dem ersten Social Network für Versicherungen. Dann wird Fred Schuster von der Deutschen Bank mit uns sprechen, genau wie auch Salvatore Pennino von Google – also Vertreter von zwei Giganten, die – jeder für sich und ganz unterschiedlich – voll auf Innovation setzen.

Sprechen wir einmal kurz über die Finanzbranche. In den letzten Jahren und Jahrzehnten ist eigentlich recht wenig passiert. Viele Verbraucher haben das Vertrauen in die Banken verloren. Neben der Finanzkrise und der Qualität der Bankdienstleistung hat sicherlich auch das Internet hierzu beigetragen.

3. Sehen Sie die Banken und Versicherungen für die Zukunft gut gerüstet? Sind die Unternehmen auf die digitale Revolution vorbereitet?

Es gibt in der Branche eine hohe Sensibilität, was das Thema angeht. Das erleben wir immer wieder. Einige der großen Player zählen wir bei SinnerSchrader zu unseren Kunden. Wir nehmen selbstbewusst für uns in Anspruch, gemeinsam mit unseren Partnern einen guten Job zu machen. Nicht zuletzt durch einen intensiven Austausch. Um diese Gespräche zu intensivieren und neue Impulse zu bekommen, dafür ist eine Konferenz, wie die NEXT Finance, eine hervorragende Gelegenheit.

4. Was kommt Ihrer Meinung nach auf die Finanzunternehmen zu? Wie werden die Bankdienstleistung und das Kundenverhalten in den nächsten 5 bis 10 Jahren aussehen?

Wir können es immer wieder beobachten – in allen Branchen verstärkt das Internet zwei Trends: Transparenz und Service. Kunden können leichter vergleichen und verlangen auch von Anbietern eine Offenheit, dort wo sie möglich ist, sowie mehr Service. Geschafffen wird diese Transparenz durch die unmittelbare Vergleichbarkeit der Angebote durch Aggregatoren und natürlich den sozialen Austausch zwischen Konsumenten, der in Echtzeit möglich ist. Schon jetzt wird es nur wenige Kunden geben, die auf ein Finanzprodukt setzen, ohne es zuvor gegoogelt zu haben. Diese Entwicklung wird sich verstärken. Und darauf müssen sich die Finanzunternehmen einstellen.

Wir alle verwenden tagtäglich Geld oder die Produkte von Finanzdienstleistern. Bei mir entstehen dabei immer wieder Momente in denen ich denke: Warum kann das nicht einfacher sein? Warum geht das nicht schneller? Warum orientieren sich die Anbieter nicht an meinen Wünschen bzw. meinem tagtäglichen Kundenverhalten. Warum ist Banking nicht besser in den Alltag bzw. in das Leben integriert? Warum gelingt es Banken nicht

5. Wie sieht das bei Ihnen aus? Stellen sich Ihnen diese Fragen auch? Was stört Sie und wie denken Sie könnte das anders werden?

In meiner letzten Antwort klang das schon ein wenig an. Aus meiner Sicht als Kunde erwarte ich Augenhöhe. Ich möchte klar und ehrlich informiert werden, bei gutem Service und zu Konditionen, die fair sind. Und die Finanzdienstleister müssen zu Enablern meiner Bedürfnisse werden und mir die entsprechenden Tools bereitstellen. Wahrscheinlich ist das die gleiche Antwort, die ich ihnen vor 20 Jahren auch gegeben hätte. Aber unsere Ansprüche sind da einfach gestiegen. Zudem gibt es viele tolle Beispiele, die zeigen, was durch das Internet im Bereich Banking und Versicherungen heutzutage alles möglich ist.

6. Welche Erwartungen werden Ihrer Meinung nach die jungen Menschen, nennen wir Sie mal Digital Natives, an Banken stellen?

Für unserer Kinder wird die Bank, so wie wir sie vielleicht noch kennen, nicht mehr den Stellenwert haben, wie in der Vergangenheit. Also mit Fililale, Sparbuch und Luftballons – Sie wissen, was ich meine. Das Internet reduziert Dienstleistungen auf ihren Kern. Und da sind die Ansprüche der Digital Natives eher gestiegen. Sie erwarten eher, dass noch draufgesattelt wird. Schon jetzt gibt es – zumindest in den USA – Web-Services wie Mint, die mir helfen, meine privaten Ausgaben zu überwachen. Oder Lösungen wie Square, die mein Handy in einen Kreditkarten-Leser verwandeln undundund. Die Erwartungen an Banken und Versicherungen werden also noch steigen, um sich an einem voll-transparenten Markt zu differenzieren.

Kommen wir zum Schluss noch einmal zur next finance zurück. Nochmal mein Kompliment für die Idee und vielleicht auch den Mut eine solche Veranstaltung ins Leben zu rufen. Ich bin sicher die Besucher werden nicht nur hervorragende Speaker erleben können. Auch die Möglichkeiten zum Networking werden wie immer auf Ihren Veranstaltungen ausgeprägt vorhanden sein. Und sicherlich werden auch die Atmosphäre und das Umfeld beeindruckend sein.

7. Wird es eine zweite next finance geben und wovon hängt dies möglicherweise ab?

Wir freuen uns jetzt erst einmal auf die erste NEXT Finance und sind fleißig dabei sie vorzubereiten. Danach müssen wir mal schauen. Die interessanten Themen im Bereich Finance werden sicher nicht weniger. Vielleicht feiern wir den elften Geburtstag des Frankfurter Office ja mit einer weiteren Ausgabe der NEXT Finance. Aber freuen wir uns zunächst auf die erste Konferenz!

8. Wie sehen Sie die Chance das Thema Finance vielleicht auch in die NEXT Conference zu integrieren? Ich fände dabei vor allem auch einen Austausch zwischen jungen mit dem Internet aufgewachsenen Bankkunden – Graham Brown bezeichnet diese Menschen treffend als “Mobile Youth- und Verantwortlichen von Banken interessant!

Wir denken durchaus darüber nach, die Finanzthemen auf der NEXT auszubauen. Auch in der Vergangenheit hatten wir auf der NEXT immer Vorträge aus dem Bereich Finance. Nicht so Theoretisches sondern auch zu Themen aus der Praxis. So hat z.B. Jochen Adler von der Deutschen Bank bei der letzten NEXT gesprochen:

http://video.nextconf.eu/video/1898578/microblogging-at-a-global

Diese Beispiele zeigen, wie sich Großbanken aktiv mit den Herausforderungen und Chancen im Web auseinandersetzen.

Die Interviews, die ich in meinem Blog regelmäßig veröffentliche enden in der Regel mit einer privaten und musikalischen Frage.

9. Nennen Sie mir doch spontan die 3 Musikstücke, welche für Sie eine große Bedeutung haben und die Sie vielleicht mit entscheidenden Erlebnissen Ihres Lebens verbinden.

1. The Clash: London Calling

2. The Smiths: The Queen is Dead

3. Kraftwerk: Die Roboter

Vielen Dank für dieses Gespräch. Die Musikauswahl hätte bei mir übrigens ähnlich ausfallen können

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Weitere Interviews aus der 6 Fragen Serie

smava Interview

mybankrating Interview

Stockpulse Interview Teil 1

Stockpulse Interview Teil 2

2 Gedanken zu “Mathias Schrader beantwortet 6 Fragen zur Next Finance

  1. Pingback: 6 Fragen mit Zusatzfrage: YAVALU | Finance 2.0

  2. Pingback: 6 Fragen: Thomas Jäkel erklärt das Ideacamp? | Finance 2.0

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