Firmenkunde oder Privatkunde
Banken unterscheiden zwischen Firmenkunden und Privatkunden. Wenn man sich – wie ich täglich und beruflich- mit der Nutzung des Internets für das Bankgeschäft beschäftigt, dann kommt der Firmenkunde meistens zu kurz. Die Suche nach der Killerapplikation für die Firmenkunden von Banken blieb bisher erfolglos.
Eine Online vernachlässigte Kundengruppe
Vor einigen Wochen hatte ich die Gelegenheit mich im Rahmen einer Präsentation mit der Frage zu beschäftigen: Was können Banken ihren Firmenkunden im Internet bieten? Keine leichte Aufgabe, wie ich schnell feststellen musste. Schon während der Recherche für den kurzen Vortrag bei der ADG in Montabaur wurde klar: Firmenkundengeschäft ist sehr persönlich. Die Beziehung zwischen Firmenkunde und Firmenkundenberater ist eine sehr persönliche und vertrauensvolle Beziehung. Der Firmenkundenberater weiß sehr viele Details über das Unternehmen des betreuten Kunden. Insofern spielt hier die Filiale bzw. der persönliche Berater vor Ort eine sehr große Rolle.
Alte Argumente, neue Gründer
So verwundert es auch nicht, dass man in Diskussionen sehr schnell Argumente hört, die man vor Jahren auch in Sachen Privatkundengeschäft und Internet gehört hat: Firmenkunden nutzen das Internet nicht, um sich über Banken und Bankprodukte zu informieren, diese zu vergleichen, zu bewerten und auszuwählen. Wer über das Internet zum Beispiel nach einem Kredit suche, der sei wahrscheinlich auch gar nicht kreditwürdig und für die Bank deshalb auch gar nicht interessant.
Da ich selber kein gelernter Banker bin und auch nur sehr selten mit Firmenkundenberatern in Kontakt komme, musste ich mich dem Thema sehr allgemein nähern und mich damit beschäftigen was ein Firmenkunde eigentlich ist, wie er sich verhält und was er möglicherweise erwartet? All diese Fragen habe ich versucht zu beantworten und mit den Teilnehmern der Veranstaltung zu diskutieren. In den folgenden Folien finden Sie das Ergebnis meiner Arbeit und natürlich würde ich hierzu gerne mit Ihnen diskutieren, da ich der Meinung bin, dass der Firmenkunde – den es übrigens so eigentlich gar nicht gibt – mehr Aufmerksamkeit im Internet verdient hat und jene Banken, die sich dieser Aufgabe intensiv widmen zukünftig einen Wettbewerbsvorteil haben werden. Denn machen wir uns nichts vor: Die Gründer von heute und morgen sind mit dem Internet groß geworden. Auch sie schätzen die Bequemlichkeit, Schnelligkeit, Vollständigkeit und Effizienz dieses Instrumentes und werden deshalb selbstverständlich in ihrem zukünftigen Verhalten von dieser Kultur geprägt. Sie gründen darüber hinaus Firmen, die viele Banken heute gar nicht finanzieren könnten oder würden, weil sie deren Geschäftsmodell oder Kostenkalkulation nicht verstehen würden, denn wir kann man z. B ein Unternehmen ohne Büroräume, IT Kosten usw. betreiben?
Die Folien als Diskussionsgrundlage
Diskussion gerne auch hier:




Ich stimme dir absolut zu, dass die Firmenkunden online noch unterschätzt werden, sicherlich könnte man auch hier endlich passende Schnittstellen und Ideen nutzen. Aber vermutlich ist hier einfach noch dieses Gefühl des direkten Kontaktes, was man nicht verlieren möchte. Der direkte Einfluß im Gespräch sollte nicht unterschätzt werden und die individuelle Behandlung der Firmenkunden. Trotz alle dem sollten das eher Rahmenbedingungen sein, mit denen man dann eben gezielt etwas starten muss. Die Nachfrage hier wird aber sicherlich irgendwann den Markt folgen lassen.
Pingback: Deutsche Bank nutzt Social Media für Firmenkunden | Finance 2.0