Monatsarchiv: Januar 2011

Samstag ganz kurz: Hypovereinsbank setzt auf Enterprise 2.0

Social Marketing Wenn Unternehmen und vor allem Finanzunternehmen sich dem Thema Internet nähern, dann zumeist mit dem Ziel eine andere oder bessere Kommunikation mit dem Kunden zu erreichen. Man richtet dabei sein Augenmerk auf die Perspektive intern /extern.  Was leider … Weiterlesen

Was diese Woche passierte!

von Stefan BaudyWelche Meldung ist einen ganzen Artikel wert?

Diese Frage stellt sich mir häufiger. Manchmal weil einfach nichts spannendes passiert. Weitaus häufiger jedoch weil so viel passiert. Um mir die Auswahl zukünftig etwas zu erleichtern frage ich einfach hier und auf meiner  Facebook  Seite, welches Thema einen ganzen Artikel wert ist.

Einen Artikel wert?

Warum Banking 2.0 noch nicht zündet!

Mit dieser Frage beschäftigt sich in einer jetzt schon dreiteiligen Seite der Blicklog und nennt 10 Thesen bzw. Gründe für das geringe Tempo der Veränderung der Bankenbranche. Darüber hinaus ist dieser Beitrag auch eine schöne Einführung in das Thema. Was mich ein wenig stört: In erster Linie werden die Banken dafür verantwortlich gemacht, dass Banking 2.0 nicht zündet. Nun ist es zwar sicherlich so, dass die  Banken nicht unbedingt ein gesteigertes Interesse an Veränderungen haben, allerdings sind wir auch weit davon entfernt, dass Verbraucher sich überhaupt ein anderes Banking wünschen. Wäre das eventuell ein Thema? Warum Verbraucher Banking 2.0 gar nicht wollen?

Hier geht es zum dritten Teil des Blicklog Artikels:

Einen Artikel wert?

Wie sieht die Bank der Zukunft aus?

Spannend geht es bei Chris Skinner zu, der sich regelmässig dem ThemaBank der Zukunft widmet und diesmal ins Jahr 2020 schaut. Seiner Meinung nach wird Banking menschlicher und technischer sein. Vieles wird automatisch funktionieren und erfordert keine menschlichen Eingriffe mehr. Immer mehr basiert auf Echtzeit Informationen und wird auch in Echtzeit ablaufen. Es gibt mehr Unternehmen die klassische Bankdienstleistungen anbieten oder diese einfacher, leichter oder sogar gänzlich anders machen. Und der Artikel endet in dem Satz:

The change was as much forced by society, customers and communities as by regulators, policymakers and governments … and the banks that realised this first, were the ones that were the most successful.

Vielleicht ist auch das einen Artikel wert. Welche Rolle spielen eigentlich die übergeordneten Systeme bei der Veränderung der Bankenwelt. Wird der Druck der Verbraucher oder Menschen die Banken verändern oder wird es Politik und Regulierung sein?

Der vollständige Artikel von Chris Skinner:
http://thefinanser.co.uk/fsclub/2011/01/banking-in-2020.html

Oder könnte hieraus ein Artikel werden?

Die zweite Seite der Medaille

Was dem einen sein Freud ist dem anderen sein Leid. Social Media ist nicht ausschliesslich ein Instrument für Gutmenschen und gute Zwecke.  Jedem vermeindlichen Vorteil für die individuelle Freiheit steht auch ein Nachteil und eine Gefahr gegenüber. Social Media ermöglicht mehr Überwachung, es macht uns abhängig von den Strategien der Plattformanbieter und ist in den Händen der falschen Leute das ganze Gegenteil von dem was es uns verspricht.

Social Media treibt uns in die Selbstüberwachung bzw. erleichtert unsere Überwachung. Amerikanische Krankenversicherungen versuchen beispielsweise Versicherungsbetrüger mit Hilfe von sozialen Medien zu finden. Und ihre Erfolgsquoten sollen beachtlich sein.

Ist das der Artikel den es zu schreiben gilt?

Hier die Quelle für diese Nachricht

PS. Am 01 Februar ist die Finovate in Londan an der ich eigentlich teilnehmen wollte. Leider ist mir jetzt etwas dazwischen gekommen. Ich hoffe es wird eine grossartige Veranstaltung. Etwas beängstigend: Wenige bis gar kein Teilnehmer aus Deutschland. Nur die Fidorbank präsentiert. Keine Innovation in der deutschen Bankenbranche erforderlich?

Ein Videobeitrag für uns Helfershelfer

Liegt es an meiner eingeschränkten Perspektive oder kann es sein, dass es in Deutschland keine großen Denker mehr gibt, die in der Lage sind, die vermeindlichen Wahrheiten unserer Gesellschaft wirklich kritisch zu hinterfragen, die also nicht nur lediglich ein wenig abweichen von den gängigen vermarktbaren Wahrheiten. Und die noch dazu mit ihren visionären Ansätzen Wege in die Zukunft weisen.

Offensichtlich bilden sich Wahrheiten hier und heute auch immer schneller und werden dann wenig kontrovers ve übernommen verbreitet und niemals diskutiert. Das gilt genauso oder vielleicht sogar noch viel stärker für die Internetwelt – in der es auch kaum Bewegung jenseits der von meinungsführenden Bloggern verbreiteten Thesen – gibt. Ein einfaches „Gut“  „Böse“ Modell bestimmt die Diskussion.

Mein Bücherregal quillt gerade eher mit Büchern aus den USA über. Umair Haques „new capital manifesto“ Clay Shirkys „cognitive surplus“ und neuerdings auch noch „life inc“ von Douglas Rushkoff. Rushkoss Buch folgt der Leitlinie: How corparatism conquered the world, and how we can take it back. Darin befasst er sich u.a. auch damit, wie wir die Chancen des Internets wegschenken und stattdessen den Unterehmen den Weg in eine Nutzung ebnen, die letztendlich wieder nur den Institutionen (und einigen wenigen Menschen) hilft und gar nichts verändert.

In diesem etwas älteren Video kann man einen kurzen Einblick in seine Thesen erhalten. Es geht übrigens auch um Banken, die Finanzkrise und alte und neue Währungen.Ein schönes Wochenende. Ich muss jetzt weiter lesen.

Die bescheidene Bank

Wie halten wir es eigentlich mit bescheidenen Menschen? In der Regel mögen wir solche Menschen. Sie sind beliebt. Bescheidenen Menschen schreibt man folgende Verhaltensweisen oder Eigenschaften zu:

sie sind genügsam,

sie stellen sich nicht in den Mittelpunkt,

sie beanspruchen wenig für sich,

sie ordnen die eigenen Interessen den Interessen der Anderen unter.

Bescheidene Menschen

Bescheidene Menschen finden sich häufig auch in dienenden Berufen und es kommt dabei gar nicht so selten vor, dass sie die eigene Person einem höheren Ziel oder Zweck unterwerfen. Eine solche Person war beispielsweise Helmut Schmidt. Ein Politiker Typus, den man in der aktuellen Garde der politischen aber auch wirtschaftlichen Führungskräfte kaum noch findet.

Regel für das soziale Web

Wenn wir in Sachen sozialem Internet etwas gelernt haben, dann – da sind sich wohl die meisten Gurus – einig, dass wir dadurch zurück zu einer menschlicheren Kommunikation bzw. Ansprache finden und dass sich für Unternehmen, die diese Regeln dort beherzigen neue Erfolgschancen ergeben, während Unternehmen, welche nicht in der Lage sind sich entsprechend anzupassen, keine Chance mehr in der Internetökonomie besitzen.

Bescheidenheit als besonders menschliche Qualität, die zumeist auch zu höherer Beliebtheit zumindest aber zu Bewunderung führt, sollte insofern auch eine Eigenschaft sein, mit welcher Unternehmen im sozialen Internet aber auch außerhalb erfolgreich sein sollten.

Menschliche QualitÄten

Die bescheidene Bank würde zum Beispiel:

ihre Interessen den Bedürfnissen und Zielen der Menschen unterordnen,

sie würde zunächst intensiv zuhören und prüfen, wie sie den Menschen helfen könnte,

sie würde weniger über sich selbst sprechen

sie wäre geduldig und nicht auf die schnelle Überzeugung und den schnellen Erfolg aus,

sie würde Fehler eingestehen, bereit sein sich für eine höhere Sache zu verändern und hätte den Gesamtzusammenhang im Blick.

Um das mal kurz zu übersetzen. Die bescheidene Bank würde nicht in jedem Online Kanal schreiben wie toll sie ist, wie toll die Konditionen sind und welche tollen neuen Produkte sie hat. Sie würde nicht in allen Online Kanälen mit Gewinnspielen und uninteressanten Informationen aufwarten und nur solche Gespräche zulassen oder führen, welche sie selber initiiert haben. Sie würden eben andere Menschen auch Gespräche initiieren lassen und sich nur einmischen, wenn sie wirklich helfen könnten. Die bescheidene Bank hätte Geduld und ließe sich nicht durch qunatitative Erfolge (mehr Gewinnspiele, mehr Fans, höhere Preise, mehr Interessenten, mehr Kunden, mehr Provisionen, weniger Mitarbeiter..) blenden. usw.

Sowas kann es nicht geben

Aber eine bescheidene Bank ist ja eigentlich unmöglich. Nicht in diesem Wirtschaftssystem, nicht in dieser Gesellschaft, nicht in dieser Welt. Oder?

Ideen zum stehlen: Aus Techparents.org bankparents.org machen?

In meinem ersten Beitrag des Jahres habe ich angekündigt hier mehr regelmässige Rubriken zu etablieren. Eine dieser Rubriken soll sich mit Ideen aus anderen Branchen beschäftigen. Es soll dabei um solche Ideen gehen, die man als Finanzunternehmen eventuell kopieren oder adaptieren kann. Man muss das Rad nicht immer neu erfinden.

Wobei: Banken kopieren ohnehin gerne. In der Regel kopieren sie aber gerne von anderen Banken, was z.B. die Einheitlichkeit der Facebook und twitter Aktivitäten vieler Finanzunternehmen erklären könnte. Vielleicht ist es besser mal bei NichtBanken nach Inspirationen zu suchen.

Techparents.org erklärt

Ich habe vor kurzem die folgende Idee gefunden. Initiator war offensichtlich google. Auf der Seite http://www.teachparentstech.org können junge Menschen eine Art Technik Care Paket zusammenstellen, mit welchen Eltern über verschiedene Videos technische Zusammhänge erklärt werden können. Die Videos sehen dann zum Beispiel so aus:

Nun hat es die Finanzbranche mitunter auch mit komplexen und wenig aufregenden Zusammenhängen zu tun. Was dazu führt, dass sich viele Menschen gar nicht damit auseinandersetzen wollen, was wiederum zu falschen Entscheidungen oder zur Abhängigkeit von falschen Experten führen könnte.

Könnte man diese Idee nicht kopieren? Erfahrene Bankkunden könnten jungen Menschen Produkte oder wirtschaftliche Zusammenhänge erklären. Zumindest eine spannende Marketing Idee aus der sich aber noch viel mehr machen ließe, wenn man zum Beispiel Hilfen ohne Hintergedanken anbieten würde.

Was denken Sie? Eine Idee zum stehlen.

Technologische Herausforderungen

Menschliche Technologien

Zwei von mir sehr geschätzte Finance Experten haben sich in den letzten Wochen mit den technologischen Herausforderungen für Banken beschäftigt. Der eine war Chris Skinner der andere Ron Shelvin, der sich noch dazu mit den technologischen Herausfoderungen für
Genossenschaftsbanken (USA Credit Unions) auseinandersetzte.

Bevor ich kurz auf diese Trends, die sicherlich auch für deutsche Finanzunternehmen interessant und relevant sind, eingehe möchte ich aber vorwegschicken, dass technologische Entwicklungen sich an den Interessen und Bedürfnissen der Menschen und vor allem der Kunden von Banken zu orientieren haben. Deshalb besteht für mich die wichtigste und sicherlich gar nicht so einfache Herausforderung darin das Kundenerlebnis und nicht die eigenen Interessen in den Vordergrund zu stellen. Zukunftstechnologien helfen Menschen dabei ihr Leben zu vereinfachen und zu verbessern und berücksichtigen dabei auch Auswirkungen auf die Umwelt und zwar langfristig betrachte. Ein BMW mit 500 PS würde vielleicht einigen Menschen eine Freude machen, solange dieser aber z.B. in seiner Ökobilanz nicht zumindest neutral wirkt, haben wir dadurch keine Zukunftstechnologie vorliegen.

Eine weitere wichtige technologische Herausforderung ist Offenheit. Einerseits werden Banken die Möglichkeit vorsehen müssen offene Schnittstellen anzubieten, damit sie schneller auf Marktveränderungen reagieren können und die Innovationskraft von nicht Banken oder sogar ihren Kunden nutzen zu können. Aktive Teilnahme muss also von Anfang an vorgesehen sein. Offenheit bedeutet darüber hinaus in den Technologien keine versteckten (Beratungs-)regeln zu hinterlegen, die sich vom Verbraucher nicht durchschauen lassen. Der normale Bankkunde muss die Anwendungen selbstständig ohne Handbuch verstehen können, um so z.B. auch den Wert eines solchen Angebotes erfassen zu können. Denn warum sollte er dafür bezahlen, wenn er keinen Mehrwert erkennen kann.

Sehr eng mit Offenheit in Verbindung steht dann eine dritte Eigenschaft: Einfachheit! Die Nutzung der Technologien sollte kinderleicht sein. Wenn ich mir z.B. das Online Banking so mancher Bank anschaue, dann besteht hier noch sehr viel Nachholbedarf. Um so weniger verständlich erscheint es mir dann noch, dass mobile Anwendungen (z.B mobile banking) dann häufig einfach Adaptationen des klassischen Bankings sind. Ohne Mehrwerte und ohne Berücksichtigung der zusätzlichen Möglichkeiten.

Was chris skinner erwartet

More social media developments as firms like Foursquare, Groupon and Quora add functionalities not seen before;

Welche Chancen in diesen Diensten für lokale Banken stecken, bleibt abzuwarten. Diese Dienste sind ja noch in einer sehr frühen Phase. In jedem Fall wird lokales Marketing dadurch noch einfacher und Quara deutet an, wie sich Online Kundenservice verändern könnte

More bank mobile apps, with clever structures and device-specific security;

In Sachen Apps gibt es viel Potential, vor allen dann, wenn man beginnt nach wirklich sinnvollen und originären Anwendungen für Kunden zu suchen. Bisher wurden Apps ja offensichtlich nur deshalb angeboten, weil es einfach modern war. Die App Euphorie der Kunden normalisiert sich allerdings inzwischen und es wird zumindest tendentiell nur noch das genutzt werden, was einen wirklichen Mehrwert bietet.

The creation of new retail payments structures, as Apple and Google get into mobile payment wallets and PayPal and Facebook push credits to the extreme;

Google hat eine ewallet angekündigt. In Sachen Bezahlverfahren wird sich einiges ändern und wenn Apple und google etwas anbieten, dann ist dies immer Nutzer orientiert. Es wird spannend werden welche Banken hier mitspielen können oder ob sie nur Zuschauer bleiben.

The maturing usage of internet and mobile television, along with video communications for dialogue on the move;

Der Kontakt zum Bankmitarbeiter mittels Videokonfernzen von jedem Ort aus? Ist das ein Modell für alle Banken oder sogar speziell eine Chance für die lokalen Banken? Was bei all diesen Möglichkeiten aber nicht vergessen werden sollte, ist die Tatsache, dass Service zukünftig in allen Kanälen gleich gut sein sollte. Es wäre falsch  aufgrund technologischer Euphorie die klassischen Kanäle und Vorgehensweisen zu vernachlässigen. Auch in der Filiale sollte der Kundenberater sein freundliches Lächeln nicht verlieren und wer als Bank bei Facebook ist, sollte seine Homepage nicht vernachlässigen.

Cloud computing becoming acceptable as a service for financial applications;

Das ist ein besonders schwieriges Thema für die Banken. Aus Kostengründen sinnvoll. In Sachen Sicherheit würden dadurch viele klassischen Legitimationsfassaden einstürzen. Aber Banken könnten durch die Bereitstellung der Cloud auch neue Dienstleistungen anbieten, denn schließlich vertraut man ihnen in Sachen Sicherheit noch. Und irgendwie ist mein Online Banking ja ohnehin schon in der Cloud.

Major investments in creating agile infrastructures and platforms to respond to regulatory requirements.

Ist ja eigentlich das Standardgeschäft der Banken. In jedem Fall werden dadurch viele finanzielle und personelle Ressourcen gebunden werden. Was wiederum dazu führt, dass die Entwicklung sozial technologischer Innovationen im Banking, wohl den Nicht Bank Konkurrenten überlassen werden müssen. Hier scheint sich ein Dilemma aufzutun.

Der ganze Artikel von Chris Skinner
http://thefinanser.co.uk/fsclub/2011/01/six-key-technology-developments-for-banks-in-2011.html

DAS Sagt Ron Shelvin

Financial advice and guidance. To date, many member-facing technologies have focused on things like checking account balances, bill pay, and to a lesser extent, customer service. In other words, member-facing technologies have been predominantly account focused and transaction-oriented. The future is about advice and guidance — helping members understand how they’re doing regarding financial lives and making smarter decisions about their financial lives.  Technologies like PFM tools will evolve beyond budgeting and charting tools to become a platform for engaging members, and providing advice and guidance.

Hier liegt sicherlich eine Erwartung, die es an genossenschaftliche Banken und auch an Sparkassen zu stellen gibt. Beide Bankengruppen haben ja ohnehin den Status fast schon behördlicher und damit auch sozial verantwortlicher Unternehmen. Mit ihrer traditionellen Nähe zu reginonalen Einrichtungen und auch zu Schulen werden sie dort ja ohnehin schon in der Vermittlung von Wissen aktiv.
Diese Rolle können und sollten Sie auch im Rahmen der technologischen Entwicklungen stärker nutzen. Anwendungen, die Menschen einfach und verständlich in Finanzthemen einführen und die darüber hinaus eine fast schon automatische und intuitive Überwachung und Weiterentwicklung der eigenen Finanzsituation ermöglichen, sollten hier deshalb wirklich ganz oben auf der Agenda stehen

Social networking integration. Credit unions that focus exclusively on what to do with Facebook and/or Twitter will miss the boat. The future of member-facing technologies is about integrating social media tools and technologies into existing processes and sites.

Immer mehr Banken sind ja inzwischen bei Facebook und auch auf twitter zu finden. Die meisten haben allerdings noch keinen Weg gefunden twitter sinnvoll anzuwenden. Dies liegt möglicherweise daran, dass twitter vom Sendemechanismus noch viel weiter entfernt ist als Facebook. Richtig nachhaltige Communities findet man allerdings auch noch nicht so häufig. Von der  Integration in vorhandene Strukturen und Prozesse ist man hierzulande noch meilenweit entfernt. Da ist man in den USA sicher schon weiter. Schon bei der Integration der verschiedenen Online Medien gibt es Nachholbedarf, zumal man immer dazu neigt, dann etwas anderes zu vernachlässigen. Außerdem ist an den Aktivitäten meistens sehr leicht erkennbar, dass es keine Integration bzw. noch nicht mal eine Verbindung zu den anderen Kanälen und Abteilungen gibt.

Purely mobile apps. Providing existing capabilities like account access and bill pay through mobile devices is certainly needed, but the big opportunity for credit unions will come in the form of what Aite Group calls “purely mobile” apps — capabilities like location awareness, augmented reality, and mobile payments that are only available in the mobile channel.

Es gibt sie noch nicht und ich bin gespannt wann und von wem die erste kommen wird. Wir sind nun einmal dazu verdammt alles Neue aus den Augen des Alten zu betrachten

Der ganze Artikel von Ron Shelvin
http://marketingteaparty.com/2010/12/20/the-future-of-member-facing-technologies-in-credit-unions/

Welche technologischen Herausforderungen erwarten Sie? Und wie sind die Banken aufgestellt?

Langweilen auf Facebook

Wir Alle lieben Facebook.

Unser natürlicher Drang nach Austausch und Kommunikation und nicht zuletzt unsere Neugier treibt uns in Scharen – fast wie Herdentiere – in die Arme von Facebook.

Soziale Netzwerke sind nichts Neues, sie gehören sozusagen zur menschlichen Natur und sogar internetgestützte sozialen Netzwerke gab es schon lange bevor Facebook zu “everybodies darling” wurde.

Mehr als 11 Millionen Menschen loggen sich inzwischen regelmässig in ihren Facebook Account ein bzw. haben sich einmal ein- und seitdem nicht mehr ausgeloggt und werfen, aufgrund der herausragenden Nützlichkeit, alle kulturell eingeübten Privatheits- und Sicherheitsregeln mehr oder weniger schnell über Bord.

Herdentiere

Und wo 11 Millionen Menschen aktiv sind, da müssen natürlich auch die Unternehmen hin, denn schließlich muss man den Menschen in seiner Rolle als Kunde überall auflaueren, wenn man in den immer stärker umkämpften Märkten noch eine Chance zu haben. Nun haben wir gelernt, dass das soziale Internet anders genutzt werden kann und – wie vielfach behauptet – auch werden sollte, als die uns bisher bekannten Kommunikationskanäle, die für Unternehmen ja vor allem Vertriebskanäle sind. Leider scheint dies aber gar nicht so einfach zu sein.

Was Ich Tue

Gehen wir aber mal kurz einen Schritt zurück. Auch ich nutze natürlich Facebook. Neben meinem privaten Profil betreibe ich dort inzwischen auch eine Art Unternehmensseite, als Ergänzung zu meinem Finance 2.0 Blog, um dort mit den Menschen, die sich ebenfalls für die von mir dort kommunizierten Themen interessieren, näher in Kontakt zu treten. Ich baue also meine eigene kleine Community auf und trenne dabei – das wird ja auch oft empfohlen – zwischen den eher privaten und den eher beruflichen Themen, wobei das eigentlich gar nicht geht.

Ich folge niemals einer Bank

Auf meiner privaten Seite bin ich vor allem mit Freunden vernetzt und mit vielen Menschen, die ich bzw. die mich während meiner Arbeit, auf Workshops, in Vorträgen oder in Beratungsprojekten kennengelernt habe(n). Darüber hinaus auch mit vielen Social Media Experten oder sagen wir besser Internet Experten. Ich folge auch einigen Unternehmensseiten. Vielen allerdings aus professionellem Interesse und nicht weil ich das Unternehmen, die Marke oder deren Produkte besonders toll finde. Den Unternehmen denen ich aus letzt genanntem Grund folge, kommen aus mich interessierenden Branchen. Es handelt sich vor allem um Unternehmen aus den Bereichen Mode, Architektur und Musik. Ansonsten folge ich Zeitungen (Verlagen), Musikern, DJs und Bands, Musikverlagen, meinem Lieblingsfussballverein, Blogs und Bloggern, etc. Ich käme aber beispielsweise nie auf die Idee meiner Bank oder überhaupt irgend einer Bank zu folgen, solange diese mir nicht wirklich wichtige und mehrwertige Inhalte anbietet, die ich nicht auch woanders bekommen könnte bzw. mir der zusätzlich gewährte Zugang nicht bisherige Möglichkeiten erleichtert oder sogar ersetzt.

In der Regel folge ich aber Menschen und die Beiträge von Menschen, deren Gesicht man vor Augen hat und über deren Persönlichkeit ich bereits etwas weiß bzw. im Laufe der Facebook Vernetzung etwas gelernt habe, finden eine viel höhere Aufmerksamkeit und sind überwiegend origineller, aufmerksamkeitsstärker, spannender und interessanter als die Beiträge von Unternehmen.

Facebook Führt Unternehmen Nicht zu Neuen ufern

Dabei ist Facebook eigentlich mit dafür verantwortlich, dass Unternehmen innerhalb des sozialen Netzwerkes prinzipiell genau so positioniert sind, wie in den uns bisher bekannten Kommunikationskanälen. Ein Unternehmen muss eine Unternehmensseite einrichten und ist damit gezwungen als Institution zu den Menschen, also den Likern, Interessenten oder Kunden zu kommunizieren. Und dadurch ist es meistens vorbei mit der authentischen und menschlichen Kommunikation. Das Unternehmen (wir) spricht mit den Kunden (du, sie)

Das Sieht Dann zum Beispiel so aus

Wir wünschen Euch allen ein schönes und frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Jahr 2011. Wir sehen und im neuen Jahr mit tollen Aktionen wieder – freut Euch schon heute darauf!“

„Unser Gewinnspiel ist zu Ende. Und das sind die Gewinner: xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx. Ihr habt je 2 Gästeliste-Plätze für die „xxxxxxxxxxxxxxxx“ am 12.11.2010 gewonnen!“

„bietet alle Absolventen das Schärfste, das Ihrer Abschlussarbeit passieren kann! Die besten Abschlussarbeiten aus dem Bereich „xxxxxxxxxx  werden beim Karriere-Preis der xxx  2011 mit Preisgeldern von insgesamt xxxxxxx  Euro sowie vielversprechenden Karrierechancen belohnt. Infos unte rxxxxxx“

„das Jahr neigt sich dem Ende zu und wir blicken auf bewegte und bewegende Monate zurück.“

„Builds Up the Largest Research Facility in the Midd
xxx  announced today that it is moving ahead with the establishment of a Middle East research platform, expected to be the largest facility of its kind in the region …“

ES  liest sich nicht besonders prickelnd und ist auch keine neue und andere Art der Ansprache. Es ist nicht aufregend, nicht authentisch, nicht interaktiv oder kommunikativ.  Von Dialog und gleichberechtigtem Austausch keine Spur. Ok , die Gewinner sind glücklich. Aber wo kann ich heute nichts gewinnen und der Wettbewerb der Gewinnspiele wird zunehmen. An jeder Ecke findet man ein Gewinnspiel und die Erwartung auf einen Preis verleitet einen dazu seine Adressdaten (sollte eine Bank dies überhaupt tun?) anzugeben. Bisher habe ich zum Beispiel noch nirgendwo explizit gelesen, dass ein Gewinnspiel nur dem Vergnügen des Teilnehmers dienen soll und die Teilnahme vollkommen ohne Hintergedanken des Anbieters stattfindet. Es werden also keine Daten gespeichert oder der Versuch unternommen einen Teilnehmer zum Kunden zu machen.

Warunung

Eigentlich müsste ja explizit erwähnt werden, dass die Auswahl einer Bank oder eines Bankproduktes in keinem Fall aufgrund eine Gewinnspiels oder einer anderen Aktion auf der Facebook Seite der Bank erfolgen dürfe. Es sei denn die auf Facebook vollzogenen Handlungen reichen aus, um eine kompetente Entscheidung zu treffen. Oder sind die Facebook Aktivitäten nur das Spielzimmer innerhalb der Bankfiliale, in welchem sich die Kinder und Begleiter beschäftigen können, während sich die Erwachsenen über Geldthemen unterhalten.

Wir LangWeiler

Also nochmal zur Langeweile. Wir alle langweilen unsere nahen und weniger nahen Facebook Freunde nahezu regelmäßig. So ist das Leben. Es ist nicht immer interessant.Ich poste zum Beispiel gerne Kuchen Bilder. Diese erklären dann zwar meine zunehmende Körperfülle, werden aber viele meiner Freunde auf Facebook nicht die Bohne interessieren. Zum Glück gibt es offensichtlich aber Gründe, die dazu führen, dass es relativ selten vorkommt, dass Freunde mich entfolgen und wenn es nur die Bequemlichkeit ist.

Was mir aber auffällt ist, dass Unternehmen mich bei Facebook und auch bei twitter in der Regel extrem langweilen und mich sogar nerven. Und deutsche Unternehmen nerven mehr als englische oder amerikanische Unterehmen. Sie langweilen vor allem aber auch deshalb, weil sie als Unternehmen kommunizieren und nicht über die Mitarbeiter und weil Sie auch dies genau so machen wie immer.

Unternehmen VS. Mensch

Ein schönes Beispiel ist hier die GLS Bank, die ich übrigens zu den interessantesten Banken auf bzw. bei Facebook zähle. Aber auch diese dort überwiegend sehr gut agierende Bank (über 3000 Fans und vor allem viel Finanzthemen bezogener Dialog) langweilt doch sehr häufig. Im Gegensatz dazu, finde ich die Beiträge von JK von der GLS Bank in der Regel spannend, amüsant, menschlich und außergewöhnlich. Wäre JK ein Kundenberater der GLS Bank, dann hätte er eine gute Chance mich als Kunde zu gewinnen. Denn im Gegensatz zur Organisation GLS Bank hat er bzw. ist er eine Persönlichkeit. Ich fühle mich mit ihm auf Augenhöhe. Er ist ein Mensch aus Fleisch und Blut, zu dem ich Vertrauen aufbaue. Und die Kundenbeziehung mit Banken basiert immer auf einer persönlichen Beziehung zwischen mir und dem entsprechenden mir zugeordneten Mitarbeiter (Kundenbetreuer). Könnte man auf Facebook direkt über die Mitarbeiter mit einem Unternehmen kommunizieren, dann wäre es dort mit Sicherheit weniger langweilig. Da ist Xing ja eigentlich besser, denn dort ist das Unternehmen die Summe seiner einzelnen Teile und wie wir wissen noch viel mehr.

NUTZEN und WARUM?

Den wirklichen Nutzen von Facebook haben wir offensichtlich alle noch gar nicht richtig erkannt und wir bewegen uns sehr unsicher und vor allem unnatürlich darin.

Haben Sie sich mit dieser Frage eigentlich schon einmal intensiv auseinander gesetzt?

Warum soll man als Unternehmen oder Bank eigentlich Facebook nutzen?

Warum

Die Antwort weil es alle oder viele machen, greift zu kurz. Die Antwort weil immer mehr Internetnutzer bei Facebook sind, ist ebenfalls nicht hinreichend.

Was denken Sie zum Beispiel über diese Ergebnisse dieser Umfrage:

Would you friend your bank or brokerage company?

Umfrage

Und was machen wir Nutzer, nachdem wir ein Unternehmen z.B. aufgrund eines Gewinnspiels kurz gelikt haben. Entweder wir entliken es wieder – wenn es die Kurve zur Relevanz nicht kriegt – oder wir blockieren die Beiträge und holen uns alle paar Monate mal den nächsten Preis ab.

Und warum entlikt man ein Unternehmen?

Stop following

Nicht unwichtig natürlich auch die Frage, was Menschen speziell Ihre Zielgruppe von Unternehmen und insbesondere Banken im Internet erwarten?

Umfrage Erwartungen

Noch besser: Was würde die Erwartungen der Menschen oder Zielgruppe übertreffen?

Es sieht so einfach aus. Ist es aber nicht

Vorsätze

Häufig endet das alte Jahr mit Vorsätzen. Das neue beginnt dann sehr schnell mit dem Bruch dieser Vorsätze. Dabei spielt dann fehlende Zeit eine Rolle bzw. uns fällt es schwer die Entscheidung zwischen wichtig und unwichtig zu treffen, denn Zeit ist nunmal wirklich knapp und endlich, sie lässt sich nicht neu produzieren sondern allenfalls anders einteilen.

Meine Vorsätze für das Jahr 2011 haben auch mit Zeit zu tun. Denn schon jetzt ist absehbar, dass ich viele zusätzliche Entscheidungen zwischen unwichtig und wichtig zu treffen habe. Das  Stichwort ist “work -lifetime” oder moderner ausgedrückt “lifetime” Balance. Schließlich leben wir in einer Zeit, in welcher Arbeit zum integralen Bestandteil des Lebens wird und diese sich zum Beispiel von Zeit, Ort und sogar auch Arbeitgeber entfernt. Da muss man dann vor allem auch aufpassen, dass Familie, Freunde und man selbst nicht zu kurz kommt. Und darauf möchte ich 2011 besondere Rücksicht nehmen.

Weniger soll mehr sein

Dies bedeutet zum Beispiel, dass es im Jahr 2011 weniger Blog Beiträge geben wird. Ich möchte aber versuchen das Niveau hochzuhalten. Wozu ich gerne auf die partizipatorischen Möglichkeiten des Internets zurückgreifen möchte.

Ich freue mich über Ideen und Anregungen für neue Themen und interessante Interviewpartner. Hinweise auf gute Ideen von Banken oder der neuen Nicht Banken Konkurrenz. Und natürlich kann jeder der möchte, mir auch einen Artikel senden, den ich – wenn er nicht gegen die Richtlinien dieses Blogs verstößt – gerne hier veröffentliche. Meinungen sollen dabei eine größere Rolle spielen. Solche Vorschläge können Sie perMail, twitter oder auch Facebook an mich weitergeben:

mail:         boris.janek@googlemail.com
facebook: http://www.facebook.com/diefinance20seite
twitter:    @electrouncle

Unterstützung und Co Blogger gesucht

Besonders freuen würde ich mich, wenn ich ein bis zwei Co Blogger aktivieren könnte, die bereit wären regelmäßig ein bis zwei Artikel zu diesem Blog beizutragen. Auch hier sollten sich Interessenten direkt an mich wenden. Einfach die möglichen Themen nennen. Zu verdienen gibt es allerdings nichts als Reputation

Rubriken

Ich möchte versuchen die Ordnung in meinem Blog zu erhöhen, deshalb wird es einige Rubriken geben. In etwa so wie die regelmäßigen Interviews der Rubrik 6 Fragen mit Zusatzfragen. Diese Serie wird weiter gehen. Die Interviews aus dem Jahr 2010 kann man hier nochmal nachlesen und herunterladen:

http://www.scribd.com/doc/46314339

Eine weitere Rubrik wird “Ideen zum klauen” heißen, denn man muss die Welt ja nicht immer neu erfinden. Hier werde ich vor allem auf andere Branchen schauen und nach Ideen suchen, welche sich auch für Banken umsetzen ließen. Wie z.B. dieses wunderschöne App, welches Texte übersetzt. Wenn es doch nur ein solches App für die AGB und das Kleingedruckte von Bankprodukten und -verträgen gäbe. Beziehungsweise direkt auch für die Aussagen der Bankberater.

Mehr Musik

Der Blog sollte ja ursprünglich auch viele Inhalte über usik enthalten, mehr als die “Rubrik” Wie klingen Banken ist aber davon nicht übrig geblieben. Auch das wird sich in 2011 ändern. Ob es mir dabei gelingen wird immer einen Bezug zur Bankenbranche herzustellen, sei mal dahingestellt. In jedem Fall wird es jeden Monat meine 5 Lieblingslieder geben. Fangen wir mal direkt an. Meine Lieblingslieder im Januar sind:

  • Do as I say   von Gang of Four, die im Januar eine neue Platte rausbringen.
  • All you need is now von Duran Duran, deren Platte bereits im Dezember erschienen ist
  • Not in love von Chrystal Castles einer Scheibe auf der Robert Smith von The Cure singt
  • The Pipers song von Gypsy and the cat gefunden über www.wearehunted.com
  • Weihnachten von Erdmöbel übrig geblieben aus dem Dezember. Aber das nächste Weihnachten kommt bestimmt

Und noch ein Anliegen

Geschafft: Der erste Blogbeitrag 2011 ist geschrieben, auch wenn er sich eher mit dem Blog selber beschäftigte. Zum Schluss aber noch ein Anliegen. Nachdem wir ja eher zufällig vor der Umsetzung des nicht gerade sehr gut durchdachten neuen Jugenschutzggesetzes verschont geblieben sind, gilt es nunmehr aktiv gegen die nächste Steuer anzugehen, die eine Branche davor bewahren soll sich zu verändern und besser zu werden. Mit der GEZ Gebühr und der GEMA – Gebühr gibt es schon genug sinnentleerte und veraltetete Steuern oder Pseudo Steuern. Wir brauchen kein Leistungsschutzrecht. Deshalb bitte hier mitmachen und spenden für eine ganzseitige Anzeige in der Faz. Make the world a better place mit Hilfe von betterplace.org

http://de.betterplace.org/projects/5443-offener-brief-leistungsschutzrecht/invitation/new?token=800fe3ff51905baf2f20f921

Also los gehts 2011. Möge die Macht (äh?!) mit uns sein