Monatsarchiv: Dezember 2010

Kleine Weihnachtsansprache ohne Kopf

Der letzte Blogbeitrag des Jahres ist zugleich mein  erster Videobeitrag. Und am Video kann man auch sehr gut sehen, wieso dies solange gedauert hat und eben, das es der erste Versuch ist. Ich versichere, dass ich Haare habe!

Also: Frohe Weihnachten und guten Rutsch

Links, Blogs, Infos und Co (nicht weihnachtlich)

Wen wundert es? Mich nicht

http://www.finsider.de/recht-verbraucherschutz/000vorweihnachtliche-ueberraschung-beratungsprotokolle-schuetzen-die-banken-nicht-die-kunden/

Traue keinem Social Media Berater! The Financial Brand hat nachgerechnet (USA)

http://thefinancialbrand.com/16037/fiserv-financial-social-media-networking-study/

Wollte ich auch mal machen! Aber der Blicklog war mal wieder schneller

http://www.blicklog.com/finanzmarkte/trends-im-banking-20/?bcsi_scan_0EFBF7302520A471=ea74Ngjwy9438Ed11c4UEE/TvUkMAAAA91QyCQ==

Allerdings empfehle ich die folgenden noch etwas neueren Banken Blogs und stelle fest: Es tut sich was!

Der Bank Blog von Dr. Hansjörg Leichsenring, der auf beachtliche 30 Jahre Erfahrung in der Bankenbranche zurückblickt.

Außerdem – hier bereits erwähnt – der Blog von Matthias Schubert, der sich in seinem aktuellen Artikel mit Spenden 2.0 auseinandersetzt und dort die Facebook App anspricht, welche Genossenschaftsbanken zukünftig zur Kundenbeteiligung einsetzen können. Meines Wissens eine der ersten Facebook Apps deutscher Banken. Nur Cortal Consors hat sich ja in Sachen Apps bereits versucht.

Matthias Schubert hat ebenfalls fundierte Erfahrung bei Banken gesammelt und ist heute vor allem Marketing und Kommunikationsprofi.

In Neuseeland ist Facebook kein Sicherheitsrisiko für Banken. ASB Bank

denn diese führt nun Beratungsgespräche in der virtuellen Facebook Filiale. Wobei der Begriff „virtuell“ auch langsam in den Mülleimer der Wortgeschichte gehört

http://www.nzherald.co.nz/connect/news/article.cfm?c_id=1501833&objectid=10688074

Banken und die Generation Y: Der zweite Aspekt

Vor einigen Wochen habe ich mich erstmals intensiver mit der Generation Y, den Digital Natives oder Millenials auseinandergesetzt. Der Namen für die nach 1980 geborene Generation, deren Mitglieder ja eigentlich so wenig gemeinsam haben, wie keine andere Generation zuvor. Wer zunächst den ersten Teil lesen möchten, kann dies hier tun_

Banken und-die-Generation Y Empfehlungen in 2 Aspekten (Aspekt 1)

Im 2. Teil geht es um die Anforderungen der Digital Natives an den Bankarbeitsplaz.

Die Generation Y und der Arbeitsplatz (Aspekt 2)

Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Eigentlich wird es immer schwerer Menschen anhand von Merkmalen, Werten oder Einstellungen zu kategorisieren und in Einheiten einzuteilen, um sie dann besser verstehen oder z.B  zu Marketing- und Vertriebszwecken  erfolgsversprechender erreichen zu können  (klassische Marktforschung ist übrigens nicht web2.0 fähig, denn Sie ist nicht transparent und hat immer einen dem Befragten nicht bekannten Hintergedanken).  Es wird von Jahr zu Jahr schwerer Einheiten zu finden, die eine solche Einordnung erlauben würde, weil die Menschen prinzipiell immer mehr Auswahlmöglichkeiten besitzen und selbst bei gleichen oder ähnlichen Einkommensverhältnissen sich in Werten, Einstellungen und Verhalten vollkommen voneinander unterscheiden können.  Da hilft dann meistens nur noch der kleinste gemeinsame Nenner, der aber zu irrtümlichen Annahmen führt.

Auch wenn es darum geht, einzuschätzen, was eine Generation zukünftig von ihrer Arbeit, dem Arbeitsplatz oder dem Arbeitgeber erwartet, ist man von diesem Phänomen durchaus betroffen. Die wesentliche Gemeinsamkeit der Generation Y besteht darin, dass Sie mit dem Internet groß geworden sind, dennoch nutzen Sie das Internet ganz unterschiedlich.  Unterschiedliche Bildung, Zugangsmöglichkeiten, Vorlieben und persönliche Voraussetzungen sind nur einige der Bedingungen, welche die Internetnutzung beeinflussen.

Dennoch haben  fast alle Menschen der Generation Y die Gemeinsamkeit mit dem Internet aufgewachsen zu sein. Für sie ist das Internet ein natürliches Lebensmittel, welches sie mehr oder weniger intensiv nutzen, ob es sich dabei eher um eine konsumtive oder um eine aktive Nutzung handelt, spielt eigentlich keine Rolle. Im Zeitverlauf wird sich die Nutzung ohnehin ändern, denn auch die Nachzügler,  die Älteren und  weniger gebildeten werden das  Medium zukünftig vollkommen selbstverständlich und intensiv nutzen.

Für Arbeitgeber ist vor allem auch entscheidend, dass die intensiven und kreativen Internetnutzer, die- wie Studien beweisen – gebildet sind und attraktive Mitarbeiter wären, bestimmte Anforderungen an ihren Arbeitsplatz stellen, die eng mit dem Internet und der Internetnutzung zusammen hängen. Die Digital Nativen sind anders

Das erwarten Digital Natives von Ihrem Arbeitgeber

Beginnen wir mit ganz beeindruckenden Zahlen aus der Studie the 8098 exchange von strategy one und edelmann

  • 74 % der Millenials sagen, dass Technik Ihr Leben leichter macht, mehr als die Hälfte sagen, dass sie Ihnen dabei hilft, näher bei ihren Freunden zu sein.
  • 75 % haben ein Profil in sozialen Netzwerken, 55 % besuchen dieses soziale Netzwerk mehr als einmal am Tag, 60 % greifen drahtlos auf das Netz zu (PEW)

Technik wird ganz natürlich eingesetzt und sozial genutzt. Insofern ist es kein Wunder, dass die Community, Teamwork und der freie Austausch von Daten und Informationen  wesentliche Anforderungen dieser Generation an ihre Arbeit sind. Geprägt von der kontrollierten und strukturierten Welt der Eltern, in der es vor allem um bewahren und nicht um verändern ging, werden Grenzen ausgelotet und Grenzüberschreitungen durch Technik vorgenommen. Die Fragen was möglich ist, was man anders machen und neu erfinden kann, treiben die Digital Natives um. Was für meine Generation die Friedensdemo oder die Musik war, also eine Möglichkeit gegen die Eltern zu opponieren, ist nun das Internet, welches die Eltern in der Regel nicht beherrschen oder sogar verdammen,  z.B. weil es sich vor allem auch kontrollierenden Mechanismen entzieht und weil die Auseinandersetzung eben Zeit und Aufwand erfordert.

Bei der beschriebenen Generation gibt es nicht nur keine Trennung zwischen Internet und realer Welt mehr. Auch die Linie zwischen Arbeit und Privatleben bricht auf. Dort wo Konsum und soziale Beziehungen im Mittelpunkt stehen und diese Beziehungen überwiegend auch nicht mehr auf konkrete Orte oder Ländergrenzen beschränkt sind, wird diese Trennung zunehmend obsolet. Das Internet ist weder an vorgegebene Zeiten noch an einen bestimmten Ort gebunden, dadurch wird die Fahrt zum Arbeitsplatz unwichtiger.<< Ein Satz wie: Ich komme zur spät zur Arbeit, wird in bestimmten Branchen schon bald nur noch mitleidige Lacher hervorrufen.>> Auf der anderen Seite stellt man, wenn man schon noch dazu gezwungen wird einen solchen Ort aufzusuchen, ganz andere Ansprüche an diesen Ort.

Die junge Generation besteht aus geübten Netzwerkern. Vernetztes Arbeiten ist deshalb ein Muss. Fähigkeiten sind wichtiger als Funktionsrollen. Starre Strukturen werden als störend wahrgenommen. Es kann nicht nachvollzogen werden, wieso sich der Mensch den Strukturen z.B. der IT Infrastruktur anpassen soll und nicht umgekehrt. Fähigkeiten und Verlinkung stehen im Mittelpunkt. Was man nicht kann, holt man sich durch Verlinkung hinzu.

Digital Natives wünschen sich flache Hierarchien. Kompetenz geht vor Alter. Diskussion vor Befehl. Status ergibt sich nicht mehr nur über Geld sondern über  erfolgreiche Problemlösungen. Werte wie Selbstverantwortung und Eigenverantwortung stehen auch am Arbeitsplatz im Mittelpunkt. Man möchte sich erproben, kämpft dabei aber nicht mit Ellbogen gegen andere. Eine abgeschottete auf Misstrauen basierende Kultur wirkt abstoßend. Aus Kollegen werden Freunde. Auch wenn diese durch das Internet geprägte Freundschaften einen etwas anderen Charakter haben (mit anders meine ich jedoch nicht schlechter), als es beispielsweise meine Generation gewohnt ist oder war.

In der modernen Ökonomie ist Wissen nicht Macht. Dies wird jenen Menschen Probleme bereiten, die genau mit umgekehrten Erfahrungen groß geworden sind. Gerade in Banken wimmelt es nur so von (zumindest gefühlten) Wissensmonopolen. Im Jahr 2010 können nur wenige Banken die Tatsache akzeptieren, dass das Wissen von den Zentren in die Peripherie  wandert.  Es wird also auch in dieser Hinsicht nicht einfach sein Mitarbeiter zu gewinnen, die nach den Spielregeln der Ökonomie 2.0 handeln können.

Was wird noch erwartet?

  • Die Auflösung klassischer Arbeitszeitmodelle
  • Die Veränderung von Arbeitsorten. Wer Privatleben und Arbeitsleben nicht mehr trennt, wünscht sich ein angenehmes Arbeitsumfeld und möchte von einem Ort aus arbeiten, an welchem er sich wohlfühlt.
  • Der freie Zugriff auf Daten, wie man es im Internet gewohnt ist. Dies erfordert auch das Vertrauen der Geschäftsführung in die Mitarbeiter und umgekehrt.
  • Mehr Möglichkeiten zur Mitbestimmung, jedoch als normaler Bestandteil des Alltags und nicht über betrieblich geregelte und nur  temporär geltende Bestimmungen.
  • Motivierende und abwechslungsreiche Tätigkeiten mit einem hohen Grad an Selbstbestimmung und Autonomie
  • Ein Unternehmen das innovativ ist und auf welches sie stolz sein können, weil es sich z.B. ethisch und moralisch korrekt verhält oder ökologisch verantwortlich.
  • Es sollte Raum für Störungen und Regelbrüche geben. Man möchte sich selbst ausprobieren. In Stein gemeißelte Regeln aus vergangenen Zeiten werden nicht akzeptiert. Fehler dürfen und müssen sogar gemacht werden, damit man aus diesen lernen kann

Deshalb brauchen Sie Digital Natives

Über den Siegeszug des Internets müssen wir  an dieser Stelle nicht mehr diskutieren. Die Bankenbranche hat zu diesem Siegeszug sicherlich auch mit beigetragen. So gehört Online Banking heute zu einer der beliebtesten Online Aktivitäten von Verbrauchern. Mittlerweile nutzen über 50 Millionen Deutsche das Internet. Längst sind nicht mehr nur die jungen Menschen internetaffin. Auch ältere Menschen erkennen die Vorteile dieses sozialen Hilfsmittels und konfrontieren die Banken mit neuen Erwartungen.

Das Internet hat und wird die Arbeitswelt der Unternehmen weiter verändern. Dieses Veränderungstempo nimmt zu. Viele von uns haben heute schon vergessen, dass auch die E Mail durch das Internet hervorgebracht wurde und heute so selbstverständlich ist, als existiere sie schon seit 100 Jahren, auch wenn viele Banken dies immer noch nicht erkannt zu haben scheinen. Aber das ist eine andere Geschichte.

In der web2.0 Welt basiert Unternehmenserfolg maßgeblich auf Wissen. Der Kunde rückt in eine zentralere Rolle. Hermetisch nach außen abgeschlossen Unternehmen haben in der Regel kaum noch Marktchancen. Das Tempo der Veränderung stellt interne Entwicklungs- und Planungsabteilungen vor beinahe unlösbare Herausforderungen, klassische hierarchisch organisierte Modelle verlieren gegenüber Netzwerkorganisationen an Boden. Selbstorganisation ergänzt und ersetzt Organisation.

<<Studien belegen übrigens, dass die besten Innovationsideen ohnehin in der Regel von Kunden und Mitarbeitern und nicht von den dafür verantwortlichen Stabsstellen kommen.>>

Die Digital Nativen sind in diese Veränderungskultur hineingeboren. Sie gehen damit natürlich um und müssen nicht erst die althergebrachten und nicht mehr funktionierenden Praxen verlernen.

Banken sind nicht der ideale Arbeitgeber

Wer die Realität innerhalb einer Bank kennt, hat berechtigten Grund zur Skepsis.  Die interne Organisation und auch die über Jahrzehnte gewachsenen Kulturen bringen heute nicht die Arbeitsbedingungen hervor, in welchen sich Digital Natives wohlfühlen.  Die Arbeitswelt von Banken ist deshalb auch wenig geeignet, um die besonderen Fähigkeiten, Einstellungen und Zielsetzungen des Digital Nativen entsprechend nutzen also zielführend einsetzen zu können.

  • Banken sind streng hierarchisch organisiert
  • In Banken sind Wissensmonopole an der Tagesordnung. Wissen ist Macht und führt zu entsprechenden positionellen Vorteilen
  • Viele Mitarbeiter sind älter und schon lange Jahre in der Bank aktiv. Es fehlt an Erneuerung und Inputs durch neue Mitarbeiter und vor allem durch Quereinsteiger
  • Die Berufsausbildung der Bankmitarbeiter ist stark formalisiert und an der internen Ausstattung der Banken ausgerichtet. Verwaltungsaspekte, juristische Regeln und Sicherheitsaspekte stehen im Vordergrund. Quereinsteiger haben überhaupt nicht die Möglichkeit von einer Bank angestellt zu werden, weil die einzelnen Bankengruppen auch spezifische Bankausbildungen etabliert haben
  • In Banken dominieren das Verhalten prägende Werte wie Sicherheit, Null Fehlertoleranz, Misstrauen, Angst, Stabilität, Langsamkeit
  • Die Möglichkeit zu flexiblen Arbeitszeiten, flexiblen Arbeitsbedingungen, ortsunabhängigen Tätigkeiten sind gering bis nicht vorhanden. Starke Betriebsräte blockieren flexiblere Regelungen
  • Stellenbeschreibungen und Rollen bieten wenig Möglichkeiten zur Auslegung, kreativer Weiterentwicklung oder gar zum Regelbruch
  • Technische Systeme entsprechen nicht den Möglichkeiten des Internets. Sie sind wenig intuitiv, erfordern eine strickte Befolgung der durch das System vorgegebenen  Schritte. Sie machen keinen Spaß und bieten in der Regel keine Schnittstellen bzw. diese Schnittstellen werden nicht geöffnet
  • Die Nutzung der Internettechnologien und der freie Zugang zu diesen sind in der Regel aus Sicherheitsgründen nicht möglich oder auf bestimmte Arbeitsplätze beschränkt. Dadurch ist der Alltag innerhalb der Bank vollkommen abgeriegelt von den interaktiven und kooperativen Handlungsfeldern der jungen Generation

Diese Liste ließe sich sicherlich noch weiter fortsetzen. Sie mag aber an dieser Stelle genügen, um zu belegen, dass Banken alles andere als ein idealer Arbeitgeber für Digital Natives sind. Das wirft natürlich die Frage auf, ob Banken zukünftig überhaupt  die Chance haben solche Mitarbeiter anzuwerben. Wenn Sie mir in meiner These folgen, dass Digital Natives für die Zukunft der Banken überlebenswichtig sein werden, dann müssen Banken entsprechende Rahmenbedingungen schaffen, um solche Mitarbeiter anwerben zu können. Dies bedeutet, dass schon heute mit der Veränderung der Organisationsmodelle und Strukturen begonnen werden muss. Hierbei helfen möglicherweise jene Digital Residents, die erkannt haben, wie stark die Bankenwelt in den nächsten Jahren durch das Internet verändert werden wird. In dem einen oder anderen Fall wird man auch auf externe Berater zurückgreifen müssen. In jedem Fall steht vor der Veränderung die Erkenntnis, dass Veränderung der einzige Weg in die Zukunft sein kann. Eine Zukunft in der es ohnehin immer schwerer wird die geeigneten Mitarbeiter zu finden, um in einer Wissens- und Kreativitätsökonomie überhaupt noch überleben zu können

Was Banken tun müssen, um Digital Natives anwerben zu können

Die Frage kann man eigentlich sehr einfach und pauschal beantworten. Banken müssen nahezu alles verändern, um Digital Natives anwerben zu können. Sie müssen die Bereitschaft mitbringen ihre Welt von jungen Menschen gänzlich neu erfinden zu lassen. Denn diese jungen Menschen beherrschen das Medium Internet besser und wenden es natürlicher an als unsere Generation, selbst wenn man sich zu den Digitalen Immigranten zählen darf.

Wir brauchen die Bereitschaft zu lernen ohne ständig den sprichwörtlichen erhobenen Zeigefinger der Vergangenheit bzw. der Seniorität  mitlaufen zu lassen.

Das Problem der Veränderung haben ja nicht die jungen Menschen sondern wir.  Wir müssen die alten Handlungspraxen überdenken und überarbeiten und wir müssen uns intensiver mit dem Internet auseinandersetzen.

Wenn wir über einzelne Maßnahmen nachdenken, dann müssen Banken sich stärker nach außen öffnen. Dabei hilft zum Beispiel Social Media. Sie müssen für zukünftige Bewerber einsehbar sein. Schon im Vorfeld sollte erkennbar sein, was sie in einer Bank erwartet und darüber hinaus sollte aktiv über Veränderungen diskutiert werden.

Die Kultur von Banken wird sich verändern. Neue Handlungsweisen sollten eingeübt werden. Netzwerken ohne Angst vor  Wissens- und Machtverlust muss geübt werden und sollte in Fleisch und Blut übergehen.  Banken brauchen ein Innovationsteam und eine ausgeprägte Fehlerkultur. Aus Angestellten, die nur ihren Job machen, müssen leidenschaftliche Mitarbeiter werden, die Fans ihrer eigenen Marke sind. Hierfür müssen Banken Räume bieten und sie müssen sich auf die Suche nach verborgenen Talenten machen.

Banken brauchen Störungen und Störer. Die- durch eigene Ausbildungsgänge und entsprechende Personalauswahlregeln aufgebauten – Monokulturen sollten aufgelöst werden.

In der Bank der Zukunft gilt der freie Ideenwettbewerb. Risikohandeln (natürlich nicht, wenn es um das Geld der Kunden geht) und Innovationen sollten belohnt werden, aber nicht nur durch monetäre Anreize. Kollaborative Intelligenz wird wichtig und Innovation wird zur ständigen Aufgabe. Eigenverantworlichkeit, Erlebniswelt Arbeit, mehr Autonomie, die Vermittlung von Sinn, die Veränderung der Arbeitsbedingungen (inhaltlich, architektionisch, etc.) sind weitere Stichworte, mit denen Banken sich beschäftigen müssen.

Weiterführende Links und Quellen:

http://www.dnadigital.de/

http://millennialmarketing.com/

http://www.mobileyouth.org/

Oder fragen Sie den jungen Menschen von nebenan

[Vimeo 17732723]

Sechs Fragen mit Zusatzfrage: Annette Straßburger R+V 24

Anette Straßburger arbeitet für die R+V Direktversicherung AG im Bereich Online Marketing. Die R+V Direktversicherung AG ist seit mehreren Monaten auf verschiedenen Social Media Plattformen aktiv. Eines der eingesetzten Instrumente ist ein Blog, der von Frau Straßburger geführt wird

Frau Straßburger war so freundlich mir einige Fragen zu  beantworten. Bloggen gehört aktuell nicht zu den Lieblingsbetätigungen der genossenschaftlichen Bankengruppen. Die wenigen Banken und Zentralinstitute, die Social Media nutzen tummeln sich – wohl wegen der vermeindlich geringen Aufwände und schnell sichtbaren Erfolge- eher bei Facebook oder auf twitter. Um so interessanter finde ich die Blogging Aktivitäten der R+V Direktversicherung AG. Aber lesen Sie selbst.

1.) Wie wird man zu einer Unternehmensbloggerin?

Seit Anfang 2009 beschäftige ich mich mit Social Media und den Möglichkeiten und Potenzialen, die die sozialen Netzwerke für ein junge Direktversicherung wie der R+V24 bieten. In Zusammenarbeit mit einem PR-Berater haben wir eine Social Media Strategie für R+V und R+V24 entwickelt. Ein wichtiger Baustein dieser Strategie war u.a. auch die Einrichtung des R+V-Unternehmensblogs. Als Initiatorin sehe ich mich daher natürlich auch in der Pflicht regelmäßig zu bloggen.

2.) Welche Erfahrungen haben Sie vor Ihrer Blogging Aktivität für die R+V bereits im Internet gesammelt?

Ich beschäftige mich eigentlich schon seit vielen Jahren intensiv mit dem Internet. Bevor ich den Aufbau der sozialen Netzwerke für R+V24 übernommen habe, habe ich bereits Erfahrungen mit dem Aufbau von Webauftritten aus Usability-Sicht gesammelt. Darüber hinaus betreibe ich das Suchmaschinen-Marketing und die Suchmaschinen-Optimierung für R+V24. Seit 2008 habe ich den Aufbau und Implementierung eines Webcontrolling-Tools vorangetrieben. Das Internet ist mir insofern in vielen Facetten ein geläufiges Medium und ständig kommt Neues hinzu. Das nächste spannende Thema wird der mobile Auftritt von R+V24 sein.

Welche Eigenschaften und Fähigkeiten sollte eine Bloggerin mitbringen?

Als Bloggerin sollte man gerne schreiben und recherchieren und immer auf der Suche nach interessanten Themen sein. Da ich unseren Twitterkanal (http://www.twitter.com/rv24_de) mehrmals täglich mit Neuigkeiten rund um Auto, Mobilität und Versicherung „ füttere“, sitze ich sozusagen an der Quelle.

3.) Wie viel Zeit verbringen Sie in der Woche mit bloggen?

Da ich nicht nur selbst blogge, sondern auch unsere Autoren unterstütze und berate, verbringe ich in der Woche ca. 3 Stunden meiner Arbeitszeit mit Tätigkeiten rund um das Blog. Dazu gehört auch das Controlling und die Promotion des Blogs im Unternehmen.

4.) Welche Arbeiten fallen bei der Erstellung eines Blog Beitrages an?

Bloggen heißt mehr als nur für das Web zu schreiben. Zunächst ist es wichtig ein griffiges Thema zu finden, das für die Leser von Interesse sein könnte. Hierfür recherchiere ich Hintergrundinformationen, führe Interviews mit Fachleuten aus dem Hause und suche auch noch das ein oder andere passende Bild für den Blogbeitrag. Der Artikel selbst sollte natürlich in einer möglichst leicht verständlichen Sprache aufbereitet werden, so dass auch beim schnellen Scannen über den Artikel der Inhalt leicht erfassbar ist.

5.) Wie ist die Resonanz auf Ihren Blog? Was funktioniert, was funktioniert nicht so gut?

Der R+V-Unternehmensblog ist noch recht neu und relativ unbekannt. Der Launch war am 18.08.2010, d.h. wir sind jetzt seit ca. 100 Tagen im Netz. Ein Anlass, um zurückzublicken und das erste Fazit zu ziehen. Die Resonanz auf den Blog war bisher durchweg positiv. Zurzeit arbeite ich an einem Konzept, um die Bekanntheit der Seite http://www.ruv-blog.de zu verbessern. Damit erhoffe ich mir mehr Kommentare auf die einzelnen Artikel. Momentan probieren wir noch sehr viel aus und zwar hinsichtlich der Auswahl der „ richtigen“ Themen, der Länge der Artikel, der Anzahl der Artikel pro Woche, etc.

6.) Welche Ziele verfolgen Sie mit den Blogging Aktivitäten?

Ein wichtiges Ziel ist, die Markenbekanntheit der Marke R+V im Netz weiter zu stärken. Dies geschieht im Zusammenklang mit unseren anderen Social Media Aktiviäten wie Twitter, Facebook, YouTube und demnächst auch unseren Social Media Newsroom. Wir möchten zeigen, dass auch eine eher konservative Branche wie die Versicherungsbranche in den sozialen Netzen überzeugend auftreten kann. Mit dem Blog haben wir die Möglichkeit, die Menschen unseres Unternehmens zu zeigen, über ihre Tätigkeiten zu berichten und die Themen vorzustellen, die sie vorantreiben. Wir wollen uns für unsere Kunden und Interessenten öffnen und ihnen die Möglichkeit bieten, über diese Medien mit uns in Kontakt oder besser in den Dialog zu treten.
7.) Die private Zusatzfrage:

Welches Buch lesen Sie gerade und gibt es ein Buch, welches Sie Bloggern zum Einstieg empfehlen können?

Ich lese gerade
Fridtjof Nansen: In Nacht und Eis. Die norwegische Polarexpedition 1893 – 1896.

Für Blogger empfehle ich das Buch von
Jeff Jarvis: Was würde Google tun? Wie man von den Erfolgsstrategien des Internet-Giganten profitiert.

Vielen Dank für das Gespräch und zumindest das zweite Buch kann ich ebenfalls sehr empfehlen. Vielleicht als Weihnachtsgeschenk. Vielleicht für den Vorstand Ihrer Bank.

Und hier die weiteren Interviews aus meiner kleinen Serie:

Jochen Döring (Digital Native)

Marco Ripanti ( ekaabo GmbH, Yiid.com)

Katharina Beck (Institut für Social Banking)

Axel Liebetrau (Zufkunftsforscher und Managementberater)

Matthias Kröner (Fidorbank AG)

Thorsten Hahn (Banking Club)

Frank Kleinert ( Innovationsmanager bei einer Rechenzentrale)

Alexandre Janicki (Credible Finance)

Herr Carlo Bewersdorf (Asstel ProKunde)

Florian Schwarz und Florian Schwarzbauer (Die Bankonauten)

Marko Haschej (Raiffeisenbank Eberndorf)

Guido Augustin (Bürgschaftsbank Hessen)

Lothar Lochmaier (Social Banking 2.0)

Suitbert Monz (R+V)

Dr. Harald Meissner (Hochschulprofessor und Unternehmer)

Mustapha Behan (whofinance)

Talking about a revolution? 2,5 Finance Blogger zu wikileaks

Hier sind 2 interessante Artikel von Bloggern, die sonst eher über Banken und Finanzthemen bloggen. Aber wenn man genau hinsieht, dann hat wikileaks durchaus was mit der Finanzbranche zu tun. Einerseits soll es da ja noch Daten über eine amerikanische Bank geben, welche unser Finanzsystem erschüttern könnte (so zumindest die Ankündigung von wikileaks). Andererseits gehört das Geld und damit auch die Finanzbranche zu den bestimmenden Institutionen der westlichen und zunehmend auch der restlichen Welt und wikileaks bedroht jene Institutionen und die dahinter stehenden Macht- und Funktionseliten. Aber lesen Sie selbst zunächst den Artikel von Chris Skinner aus dem Financial Services Club´s  Blog gespickt mit einem Hauch von Humor.

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Und noch beeindruckender der Blogbeitrag von Brett King:

What wikleads means for the finance sector

Hier die finale Konklusion des Artikels:

Julian Assange, and Bradley Manning (who allegedly provided Wikileaks with much of the information about the US government), will probably be looked back on in the future much in the way Gutenberg was, as groundbreaking revolutionaries who pushed the ’system’ to evolve for the betterment of all. Right now, it doesn’t look like that, but with the momentum, transparency and global nature of the web as a medium, to think that this cat can be put back in the box is simply irrational or wishful thinking.

Eine kleine Korrektur sollte man jedoch noch vornehmen. Johannes Gutenberg erfand die Buchdruckkunst, welche die technische Grundlage für eine soziale Revolution legte. Das Internet ist wiederum die technische Grundlage für eine weitere soziale Revolution, eventuell eine nächste bedeutende Stufe. Die soziale Revolution zu Gutenbergs Zeiten benötigte aber zunächst noch einen Martin Luther, bevor die Wissens- und Deutungsmonopole der damaligen Zeit aufbrechen konnten und eine weite Bevölkerung erreicht bzw. aktiviert wurde. Die soziale Revolution unseres Zeitalters beginnt erst jetzt mit wikileaks.

Talking about a Revolution?

Braucht Investmentbanking Social Media oder das ipad?

Der  von mir sehr geschätzte Netzökonom Holger Schmidt berichtet in einem aktuellen Post von einer Studie der Komalpha AG innerhalb der Investmentindustrie. Wenn auch die meiner Meinung falsche Gleichsetzung der Finanzindustrie mit der Investmentindustrie und damit auch die Aussage, dass sich die Finanzindustrie nicht mit Social Media beschäftige, irreführend und ungerechtfertigt ist, so macht sich doch Verwunderung breit, dass gerade die Investmentbranche, deren Produkte ja auf zahlreichen Online Plattformen gehandelt werden und die ja gerade durch das Internet einen gewissen Bedeutungs Schub innerhalb der gesellschaflichen Mitte bekommen hat, noch so weit weg von Social Media ist.

Dies bedeutet aber nicht, dass es hier keine technischen Weiterentwicklungen gibt, die jenseits von Social Media die Bankenbranche weiter verändern werden. Ich führe gerade einige interessante Diskussionen mit Unternehmen, die im Investmentumfeld vor allem die mobilen Endgeräte wie iphone und ipad nutzen wollen, um Beratung zu verändern oder Kunden besser und vielleicht sogar spielerischer zu informieren.

Was mit iphone, ipad und Co einmal möglich sein wird, zeigt dieses beeindruckende Video von tatMobile, dass ich bei Chris Skinner gefunden habe

Und was heute schon möglich ist, konnte man bei mashable nachlesen. Bleibt die Frage, ob die Investmentbranche Social Media aktuell wirklich so dringend braucht. Auf der anderen Seite kann man sich natürlich auch denken, warum sich gerade die Invesmentbranche so zurückhält, auch wenn Social Media vielleicht sogar eine Chance wäre. Aber egal das erste Realtime Aktien ipad App ist da. CNBC hat es auf den Markt gebracht. via. Mashable

http://itunes.apple.com/us/app/cnbc-real-time-for-ipad/id398018310?mt=8

Wenn Arbeit keinen Ort mehr hat,

und das ist ja eine Schlussfolgerung dieser bemerkenswert einleuchtenden Videobotschaft von Jason Fried. Welchen Ort hat dann Banking noch? Die Filiale? Eines steht fest. Das Internet wird den Arbeitsplatz Bank ganz schön durch den Reisswolf ziehen. Oder?

Internetwerbung ist keine Werbung

Ein wunderschönes Video. Das Internet gerät ja weltweit immer mehr unter Druck, weil Daten gesammelt (und manchmal auch veröffentlicht werden). Wenn wir aber Internetwerbung mit klassischer Werbung vergleichen. Warum sollten Menschen Werbung ablehnen, die Ihnen hilft  das zu finden, was sie suchen und die ihren sozialen Kontext berücksichtigt. Dieses wunderschöne Video fand ich bei Social Media Today.

Und bitte lächeln

Artikel von Social Media Today

und gleich noch einen tollen neuen Blog entdeckt:

Blind influence

Endlich angekommen: Das Internet bricht in die Filialbanken ein

Gratulation

In dieser Woche war ich viel unterwegs. Workshops, Vorträge und viele interessante Offline Gespräche. Diskussionen mit den Mitarbeitern von Unternehmen der genossenschaftlichen Bankengruppe. Nach nunmehr fast 10 Jahren, die meine Kollegen und ich überwiegend damit verbracht haben das Thema Internet bei den Banken zu positionieren und immer weiter von der Peripherie des Unternehmens ins Zentrum zu schieben, ist der Durchbruch geschafft.

Die vergangenen Tage und auch der Erfolg des gesamten Jahres erlauben das erste Jahresfazit für 2010: Das Internet ist endlich angekommen. Es gibt kaum noch Banken, die nicht erkannt haben, dass ohne die professionelle und integrierte Nutzung des Internets die Zukunft der Banken und auch der starken Filial geprägten Regionalbanken relativ schwarz aussehen würde.

Für die Genossenschaftsbanken ist dabei das web2.0 und dessen Entwicklung von einer technischen zu einer sozialen Funktion ein Segen und eine Chance. Im Internet geht es nicht mehr länger nur um die beste Kondition. Es geht nicht nur um Image, Kostensenkung und Erlöse. Stattdessen spielt die Kundenbeziehung eine immer wichtigere Rolle. Und die Pflege einer nachhaltigen Kundenbeziehung ist sicherlich eine Stärke der Genossenschaftsbanken, die man nun auch über soziale Medien pflegen kann und muss.

Noch ist sicherlich nicht alles Gold was glänzt. Erhöhte Etats für Online Marketing Maßnahmen, mehr interne Kompetenzen und die hohe Bereitschaft Internet Kompetenzen aufzubauen reichen nicht aus. Erst wenn erkannt wird, dass die Filiale nur noch ein Kanal von vielen und nicht mehr länger der Wichtigste ist, auf den sich alle anderen Aktivitäten auszurichten haben, kann der richtige Wandel beginnen.

Lesen Sie hierzu auch im Artikel von Brett King „was der Erfolg der Beatles auf itunes mit den Banken zu tun hat“

Was man zum Beispiel tun müsste

Genossenschaftsbanken müssen schneller, mutiger,innovationsfreudiger werden, sie müssen ihre Traditionen überdenken und erneuern. Sie sollten Kulturen und Strukturen verjüngen. Sie benötigen gut qualifizierte Mitarbeiter, die keine Scheu vor modernen Technologien haben. Die jungen Mitarbeiter müssen eine Chance bekommen ihre Ideen einzubringen und auch umzusetzen. Dazu wird eine andere Unternehmens- und Arbeitskultur benötigt. Dabei muss aber der Spagat zwischen Tradition und Moderne geschafft werden. Die älteren Kunden dürfen nicht überfordert werden und müssen stattdessen von den jungen Kunden und Mitarbeitern mit in die Zukunft genommen werden. Das Internet ist angekommen, aber es wird mit großem Tempo weiter die veralteten Alltagspraxen zerstören.

Zum Schluss noch eine Bitte: Menschen die sich im Internet bewegen, sind nicht anders als andere Menschen. Sie erwarten deshalb dort genauso ernst genommen zu werden, wie zum Beispiel in der Filiale. Sie möchten seriös behandelt werden. Die Qualität der Leistung sollte gleich hoch oder sogar noch höher sein. Ein Online Gespräch ist ein Gespräch zwischen gleichberechtigten Partnern und keine Spielerei.

  • Bitte nutzt das soziale Internet behutsam
  • Macht euch Gedanken vor dem Start
  • Entwickelt eine nachhaltige Strategie und Vorgehensweise
  • Seit nicht wie die Lemminge und findet einen eigenen Weg
  • Beweist, dass Social Media zur Erreichung von Zielen führt

und lest doch gleich mal diesen Artikel über die wesentlichen Fragen des Marketings im Jahr 2011 von Ron Shevlin

Trotzdem kann die nächste Filiale ruhig in Facebook gebaut werden!

Vom Kleingeld zur Mikrospende

 

 

Gastbeitrag von Marc´o Connor.

Ich freue mich einen interessanten Gastbeitrag ankündigen zu können. Marco Connor arbeitet in einem Jugendtreff und Marc´o Connor hat ein Anliegen. Er wünscht sich eine bessere finanzielle Ausstattung dieses Jugendtreffs und kommt auf eine Idee. Diese Idee hat mit Mikrospenden zu tun und er macht sich – obwohl er nicht für eine Bank arbeitet – Gedanken darüber, wie eine Bank solche Mikrospenden ermöglichken könnten. Er hat eine These und er wendet sich mit dieser Idee an Banken. In seinem Blog Tagebuch eines Mikrospenders und auf seiner Facebook Seite kann man mitverfolgen, wie er mit seiner Idee vorankommt. Da ich hier immer wieder die These vertrete, dass Banken durch eine größere Nähe zu ihren Kunden oder gar der direkten Beteiligung der Kunden  bei der Produktentwicklung (ala Fidorbank) zukunftsfähiger werden, lag es nahe Marco Connor zu bitten, einen Gastbeitrag für meinen Blog zu schreiben. Marco Connor beweist darüber hinaus, dass sich junge Menschen durchaus für Finanzthemen interessieren und auch bereit sind für die Umsetzung einer Idee oder die Verwirklichung ihrer Ideale Zeit und Mühe zu investieren ohne für diesen Aufwand direkt entschädigt zu werden. Und darüber hinaus durch die Internet auch die Möglichkeit haben relativ schnell und einfach Zuhörer und Ansprechpartner innerhalb von Banken zu erreichen, um die Realisieierung möglich zu machen oder zumindest zu prüfen.  Was halten Sie von Marcos Idee. Bitte diskutieren Sie hier, auf Facebook, über twitter oder in Marcos Blog.

Vom Kleingeld zur Mikrospende?

Mikro (gr. μικρός mikrós „klein“, „eng“)

Mikrospende kann als kleine Spende definiert werden, normalerweise auf elektronischem Weg und meistens assoziiert mit der Unterstützung für ein Anliegen, ein Projekt oder einen Menschen. (Quelle: http://fundraising.blumbryant.ch/tag/mikrospenden/ )

Bank-Mikrospenden können in einem automatischen und regelmäßigen Sammelverfahren von Banken für regionale, gemeinnützige Zwecke gesammelt werden. Dabei wird der Kontostand eines Spenders 4 Mal im Monat elektronisch erfasst, die jeweils vorhandene Cent-Mikrospende ermittelt und automatisch auf ein Sammelkonto bei der Bank gebucht.

(Quelle: http://www.mikrospender.de/ )

Was haben Banken eigentlich mit Spenden zu tun? Ich würde sagen, diese Frage lässt sich aus mindestens 3 Perspektiven beantworten:

1.           Die Bank spendet selbst Geld in unterschiedlichster Höhe

2.           Die Bank informiert ihre Kunden über Spenden, warnt

vor„Spendenfallen“ usw.

3.           Die Banken sammeln selbst Spenden ein, wie z.B. die Wolfsburger Sparda-Bank im September diesen Jahres für die Flutopfer in Pakistan mittels Spardose und Überweisungsträgern in der Filiale

„Mit unserer Spardosen-Aktion möchten wir Menschen ansprechen, die sonst nicht spenden würden. Etwas Kleingeld hat doch bestimmt jeder übrig“ so Babet Schaper, Geschäftsstellenleiterin der Sparda-Bank.

Ich denke, man kann behaupten. Banken und Spenden sind sich nicht wirklich fremd. Ich vermute, eher das Gegenteil ist der Fall. Und schließlich, das lässt sich nicht leugnen, haben wir es sowohl beim Bankwesen als auch beim (Geld)Spendenwesen ganz allgemein mit Geld zu tun. Schon allein diese Tatsache sollte eigentlich verbinden.

Und damit verschiebt sich der Spenden-Blickwinkel von der Frage OB? zur Frage WIE?

Wie sammelt eine Bank heutzutage eigentlich Spendengelder?

Ungefähr hier macht es Sinn, sich nochmals die Einschätzung der Sparda- Geschäftsstellenleiterin ins Gedächtnis zu rufen:

„Etwas Kleingeld hat doch bestimmt jeder übrig“

Wer könnte dies besser beurteilen, als eine Bank. Denn die Bank verwaltet die Konten ihrer Kunden und damit auch deren Kleingeld. Und es ist für mich auch die technische Infrastruktur der Bank, die in naher oder ferner Zukunft das Kleingeld ihrer Kunden im Portemonnaie zur automatischen Mikrospende transformieren kann.

Der Weg vom Kleingeld für Pakistan hin zur automatischen Mikrospende für regionale, gemeinnützige Zwecke muss allerdings vorerst ein rein fiktiver Gedanke bleiben, denn auch in einer Welt in der alles möglich zu sein scheint, reicht ein einzelnes Anliegen kaum aus, um seitens Banken in bestehende, (zentral)systemische Strukturen einzugreifen. Zu der Frage, ob denn das regelmäßige Sammeln von Mikrospenden für einen Jugendtreff in einer Modellphase erprobt werden könne, äußerte sich eine regional angesiedelte Bank am 12.03.2010 folgendermaßen:

„Mit unseren derzeitigen technischen Systemen lässt sich Ihre Idee nicht umsetzen. Es müssten daher zunächst aufwändige Subsysteme hergestellt werden, die neben der reinen Buchungsfunktion auch unseren strengen Sicherheitsanforderungen entsprechen müssen. Die damit verbundenen Kosten stünden dann aber in keinem sinnvollen Verhältnis zu dem erwarteten Spendenaufkommen.“

Man sollte die Argumentationslinie der Bank:

➔    Schaffung von Subsystemen

➔    hohe Kosten

➔    geringer Nutzen durch mangelndes Interesse potentieller Spender

nicht einfach von der Hand weisen.

Und es scheint so zu sein, dass ein Anliegen eines einzelnen Bankkunden, wie es ganz konkret und nachvollziehbar auf http://www.mikrospender.de formuliert ist, nicht dazu führen kann, Bank-Mikrospenden von der Fiktion in die Realität zu transportieren. Zusammenfassen kann man den derzeitigen Stand der Dinge mit der Aussage eines Tweets, den ich hier einmal durch Zufall auf Finance2.0 entdeckt habe und dessen Verfasser mir bis dato leider nicht bekannt ist. In leicht abgewandelter Form heißt es:

„Banken und Kunden sind symbiotisch. Die Banken sind immer nur so gut, wie die Forderungen der Kunden“

Zur Person:

Marco Eckle, Jahrgang 1975, hat an der BA Ravensburg Medien- und Kommunikationswirtschaft studiert. Inzwischen ist er Student der Sozialen Arbeit an der Hochschule Ravensburg-Weingarten und arbeitet als Jugendbegleiter bei der Gemeinde Bodnegg. Er hat den dortigen Kinder- und Jugendtreff mitbegründet und stößt bei der Umsetzung verschiedener Projekte immer wieder an finanzielle Grenzen. Deswegen kam er auf die Idee der regionalen und automatischen „Bank-Mikrospende“. Was er genau erreichen möchte, stellt er in seinem öffentlichen Tagebuch unter http://www.mikrospender.de zur Diskussion.

Weitere Links:

Bank-Mikrospenden bei Facebook: http://www.facebook.com/pages/Mikrospenden/156826371002512

Mikrospender bei Twitter:

https://twitter.com/mikrospender

Der regionale Kinder- und Jugendtreff:

http://www.freizeitwiki.jugendnetz.de/wiki/Kinder-_und_Jugendtreff_(Bodnegg)