Monatsarchiv: Oktober 2010

Kleine geklaute crowdsourcing Idee

Eure Bankfiliale kann schöner werden

Bin gerade bei der Lektüre des aktuellen Prinz Düsseldorf auf eine Werbeanzeige gestoßen, die ich gerne früher gefunden hätte. Unter der URL www.deinclub.de hätte ich dann an der Gestaltung bzw. Umgestaltung eines Clubs teilnehmen können. Bei diesem Club handelt es sich um die Jase Livingbar in Düsseldorf, die nach der „crowdgesourcten“ Umgestaltung wohl Freitag abend eröffnet wird.

Eine Idee, welche sehr leicht von Banken imitiert werden könnte. Die ein oder andere Bank wird sicherlich gerade eine Filiale umgestalten oder neu bauen und wenn Sie es nicht tut, dann könnte sie vielleicht inspiriert werden, denn mal ehrlich: In welcher Bankfiliale kann man sich denn heute wohl fühlen.

Also schnell eine Landeseite bauen oder einen Blog starten. Entsprechende unterstützende Aktionen bei Facebook, twitter und Co starten und fertig ist die aufmerksamkeitsstarke Crowdsourcing Kampagne

Hier noch die Facebook Seite der Aktion als weitere Inspiration

http://www.facebook.com/DeinClub.org

PS

Aber immer an die Strategie denken

Weltspartag

Von Kindern und Banken geliebt

Als ich ein kleiner Junge war, habe ich mich auf den Weltspartag immer sehr gefreut. Auch wenn meine Sparbüchse nie voll genug war, um die richtig tollen Geschenke zu erhalten. Die bekamen nur die Kinder der hohen Tiere.

Traditionen

Erfunden wurde der Weltspartag im Jahre 1924 auf dem ersten internationalen Sparkassentag in Mailand und schon ein Jahr später am 31. Oktober wurde der erste Weltspartag begangen.

Unhinterfragt

In den letzten beiden Wochen war ich viel in Banken unterwegs und in der ein oder anderen Bank war der Weltspartag tatsächlich noch im Angebot. Was allerdings fehlte, waren die Kinder mit den freudig strahlenden Augen und dieser etwas chaotische Moment, wenn direkt mal 10 oder noch mehr Kinder gleichzeitig mit ihren Eltern die kleine und damals noch sehr sachliche Bankfiliale stürmten.

Und wer freut sich heute noch über den Weltspartag. Es scheint so, als hätten die Banken einfach nur vergessen diesen abzuschaffen und wenn sich überhaupt noch Jemand dafür interessiert, dann sind es Eltern, einige Banker und vielleicht noch der ein oder andere Lehrer.

Ein Tag für Nostalgiker

Der Weltspartag steht für mich als Synonym für die mangelnde Innovationsfähigkeit (haben Sie eigentlich eine Innovationsstragegie oder sowas wie eine wöchentliche Innovationssprechstunde beim Vorstand?) der Bankenbranche. Eine Veranstaltung die keiner mehr will und die von keiner mir Bekannten Bank neu gedacht und innoviert wird, denn letztendlich ist finanzielle Aufklärung – wofür der Weltspartag auch steht – heute nötiger denn je. Und im Internet – wo die jungen Menschen inzwischen zuhause sind – gäbe es genug Möglichkeiten eine neue Formen für den Weltspartag zu finden.

Was hat Dich bloß so ruiniert? (die Sterne)

Es gibt übrigens sogar einen Blog zum Thema Weltspartag,  der ähnlich prickelnd wie der Weltspartag selber ist. Wenn Sie aber wissen möchten, wie der Weltspartag früher war und warum er so heruntergekommen ist, dem empfehle ich diesen wunderschönen Artikel und Podcast, den ich heute auf der Heimfahrt von Rüsselsheim auf WDR 4 gehört habe. Allein die Stimme des Autors hat mich sofort 35 Jahre zurückversetzt. Da muss man auch mal Danke sagen an Ferdinand Quante.

Spar – Animation in Zeiten der Bankenkrise

PS

Im ersten Halbjahr dieses Jahres haben die Deutschen übrigens wieder mehr gespart. Habe ich auch im Radio gehört. Durchschnittlich 190 Euro pro Kopf. Ob das Ersparte aber immernoch den Banken anvertraut oder lieber unter der Matratze vor den Banken ( nicht alle Banken sind gemeint) versteckt wird, konnte ich dem Radiobeitrag leider nicht  entnehmen.

Und nun singe ich mich einfach in den Schlaf:

Was ich tun würde

Apple

Ich mag Apple. Ich bin zwar kein Fanatiker, aber ich besitze inzwischen ein Macbook, ein iphone und ein ipad. Und auf diesen Geräten sind inzwischen 1200 Musikstücke, 50 Apps und einige Filme gespeichert, die ich aus dem itunes Store heruntergeladen habe. Diese Downloads habe ich überwiegend mobil durchgeführt. Beispielsweise um mir die Wartezeit zu vertreiben auf irgend einem deutschen Bahnhof oder Flughafen. Viele der Musikstücke habe ich vorher im Radio gehört und entweder wiederentdeckt und zum dritten Mal gekauft (Platte,CD, MP3) oder per Shazam erkennen lassen und dann spontan für 99 Cent oder 1,29 Euro gekauft. Bezahlt habe ich direkt über meinen itunes Account, der dafür allerdings noch eine Kreditkarte benötigt, die wiederum das Geld von meinem Girokonto holt.

Man kann auch anders bezahlen

An dieser Stelle unterbreche ich mal eben meine Geschichte, die sicherlich viele Menschen aus eigener Erfahrung kennen. Zumindest die Menschen meiner Generation, die noch bereit sind für Musik  zu bezahlen.

Menschen sind also bereit mit dem Mobiltelefon zu bezahlen, wenn es einfach, bequem und komfortabel ist.

In New York können Starbucks Kunden neuerdings ebenfalls mit ihrem iphone bezahlen. Dazu brauchen sie nur die Starbucks Card mobile App und die entsprechende Karte. Der Bezahlvorgang funktioniert über Barcodes.

Starbucks expand mobile Payments to New York city

Hier gehts zur itunes App

Ein weiteres Beispiel dafür, dass Menschen bereit sind mit dem Mobiltelefon zu bezahlen, wenn es einfach, bequem und komfortabel ist.

Die Mitglieder des Plimus Netzwerkes, über die Unternehmen digitale Güter vertreiben können, kann demnächst Paypal als Bezahlsystem genutzt werden, wodurch ca. 50.000 teilnehmende Unternehmen sozusagen mit einem Stop bezahlen können.

Plimus-integrates-with-paypals-digital-goods-solution

Menschen sind also bereit neue Bezahlsysteme zu nutzen, wenn diese einfach, bequem und komfortabel nutzbar sind und sie gleichzeitig Vertrauen zum Anbieter haben.

Fast jeden Tag findet man übrigens mindestens ein neues Beispiel in Sachen mobilem Bezahlen.

Aber zurück zu mir: Ich vertraue Apple. Sie machen gute Produkte und Sie reduzieren Schritt für Schritt die Anforderungen an die Nutzer eines Computers. Sie liefern herausragendes Design und machen die Nutzung von Musik, Videos und Anwendungen bequemer. Wenn Apple mir  morgen die Möglichkeit bieten würde, überall  mit dem Mobiltelefon zu bezahlen. Ich würde es tun. Wenn Apple mir zusätzlich ein Girokonto und – was dann ja gar nicht mehr erforderlich wäre – mir auch noch eine Kreditkarte anbieten würde. Ich würde sie nutzen. Und Apple könnte mir diese Produkte sozusagen als zusätzlichen Service ohne Probleme kostenlos anbieten. Und die Apple Bank wäre noch dazu eine sehr emotinale Marke mit sehr enthusiastischen – manchmal ja sogar fanatischen – Kunden. Übrigens habe ich mich bei Apple auch noch nie gefragt, ob das Unternehmen Mitarbeiter gerecht entlohnt, keine Geschäfte mit  Unternehmen aus der Rüstungsindustrie macht oder sonstige nicht nachhaltige oder gar schädliche Dinge unternimmt, fördert oder nicht unterbindet.

Mit anderen Worten: Es wird nicht mehr lange dauern. Schon das iphone 5 wird es möglich machen und ich garantiere, dass innerhalb der nächsten 2 – 3 Jahre das erste Telekommunikationsunternehmen in Deutschland ein Girokonto anbietet.

Wie Apple die Banken überfällt ohne dafür bestraft zu werden, kann man auch bei Brett King nachlesen

Und würden Sie auch? Sie würden auch, wenn Sie nicht gerade bei einer Bank arbeiten.

 

 

 

Neu: Der soziale Bankenreport

Social Revie Report

Ein  Social Media Report ist geboren

Die Unternehmen Zieltraffic und interactivelabs haben den Social Review Report ins Leben gerufen. In diesem Report werden ab sofort in regelmäßigen Intervallen grundlegenden  Daten und Fakten aus dem Social Web zu Verfügung gestellt

Im Mittelpunkt des Reports, der ab sofort quartalsweise zum Download auf www.social-review.de und auf einer speziellen Facebook Seite zur Verfügung steht, soll jeweils eine ausgewählte Branche stehen, die dadurch relevante Informationen aus dem sozialen Web erhalten wird. Langfristig soll dadurch ein Social Media Benchmark aufgebaut werden.

Eine Zwickmühle?

Eine spannende Idee zumal der erste Report der Bankenbranche gewidmet ist und viele interessante Ergebnisse liefert. Ich empfehle Mitarbeitern und Interessenten aus der Branche dringend die Lektüre dieses ersten Reports, der mit beeindruckenden Ergebnissen aufwartet. Zum Beispiel, dass kanpp 70 % der online geführten Gespräche und der Berichterstattungen und Diskussionen über Bank, Banken und die Bankenbranche in der Zeit von Anfang August bis Anfang September in sozialen Medien und nicht auf Finanzportalen, Zeitungsportalen, Newsseiten und anderen klassischen Internetseiten stattfanden.

Und in diesen sozialen Medien sind Banken nur sehr selten aktiv an den Diskussionen beteiligt bzw. wenn Banken beteiligt sind, dann sind es die üblichen Verdächtigen und die Unverdächtigen führen keine Dialoge. Die Erkenntnis aus der Studie sollte aber lauten: Banken und andere Orgainisatioen müssen Inhalte durch diese Medien transportieren und kommunizieren. Sie müssen Dialoge führen sonst werden Sie zusehende irrelevant. Nur wie soll man soziale Medien nutzen, wenn man Angst davor hat, denn wer kontrollieren möchte, muss die Vielfalt und Unkalkulierbarkeit menschlichen Handelns ausschließen. Und das geht in sozialen Medien nicht. Ist das eine Zwickmühle?

Amerikaner erwarten von Ihrer Bank

Auf der Seite von emarketer.com habe ich  interessante Umfrageergebnisse  gefunden. Amerikanische Bankkunden sollten die Frage beantworten, welche Möglichkeiten oder Anwendungen zum Management der eigenen Finanzen besonders interessant seien. Die Ergebnisse geben sicherlich auch Hinweise für die Erwartungen deutscher Bankkunden, auch wenn der amerikanische Bankenmarkt natürlich anders ist. Zusätzlich sind vor allem Personal Finance Tools und Plattformen dort schon wesentlich weiter verbreitet.

  • In jedem Fall wünschen die Verbrauche alle Informationen an einem Ort abrufen  und darüber verfügen zu können.
  • Sie wünschen Tools mit welchem Sie Ihr Finanzverhalten überwachen können.
  • Sie erwarten Rabatte und Vorteile in Geschäften in welchen Sie aktuell einkaufen.
  • Ebenfalls erwünscht sind Hilfestellungen und Tipps wie man Geld sparen kann.
  • Wenig ausgeprägt ist bisher der Wunsch sich mit Menschen zu vernetzen und Communitys zu nutzen, mit denen bzw. in denen Sie sich über Finanzthemen austauschen können.

Zusammenfassend kann man feststellen. Verbraucher wünschen sich mehr Kontrolle über Ihre Finanzen. Sie wünschen sich dabei einfache und häufig technische Lösungen. Zwischen den Zeilen der Umfrageergebnisse klingt durch, dass eine intensive und aktive Auseinandersetzung mit Finanzfragen eher nicht gewünscht wird. Die Beschäftigung hiermit scheint eher ein notwendiges Übel zu sein.

Kontrolle ist damit offenbar durchaus auch ein USP. Zumindest dann wenn man es als Unternehmen schafft, diese Kontrolle an den Kunden abzugeben bzw. ihm die Möglichkeit der Kontrolle seiner Finanzen leicht zu machen.

Hier die Grafik. Leider ist mir – ich sitze gerade in Rüsselsheim im Hotel – der Link auf den Originalbeitrag zur Studie aktuell nicht mehr präsent. Die Grafik ist aber von der Seite www.emarketer.com

 

 

 

 

 

 

 

 

Und was erwarten Sie?

George Baileys Beitrag zur Social Banking Diskussion

Bald ist wieder Weihnachten und dann wird dieser Klassiker sicherlich wieder im Fernsehen laufen. Ich empfehle diesen Film mal aus Sicht eines Bankers zu sehen. Meiner Meinung nach ist das ein Musterbeispiel für das, was „Social Banking“ war und wieder sein wird. Dazu braucht es aber auch entsprechende Persönlichkeiten. Persönlichkeiten wie George Bailey. Oder bin ich da ein alter sozial Romantiker. In jedem Fall ein James Stewart Fan.

Und manchem wird aufgefallen sein: Social Media spielt nicht mal eine Nebenrolle. Wobei Social Media das zwischenmenschliche wieder zurückbringen wird. Gewarnt werden sollte deshalb vor Medien, welche uns zur Passivität verleiten. Das Internet bringt die Kommunikation, den Austausch und die Beziehug zurück. Ich empfehle deshalb das Buch „Cognitive Surplus“ von Clay Shirky zu lesen.

Einen schönen Sonntag noch:

Verändern, erneuern, verbessern, verhindern

Es ist Samstag

Und an Samstagen fehlt mir immer die Zeit und ehrlich gesagt meistens auch die Lust um längere Blog Beiträge zu schreiben. Chris Skinner hat letzte Woche einen Blog Beitrag geschrieben, in welchem er die These aufstellte, dass Innovation eigentlich nichts mit Technologie zu tun hat bzw. nicht zu tun haben muss. Es ist verdammt schwer diesem richtigen Gedankengang zu folgen, denn in der Regel denken wir bei Innovation immer nur an Technik. Auch im Banking haben Innovationen sehr häufig mit Technik zu tun und die Innovationen, die von den Banken selber kommen, beziehen sich sehr oft auf Technologien, die dem Anbieter Kosten Einsparungen bringen, dem Nachfrager – also dem Bankkunden – aber in der Regel nur mehr Mühe und mehr Abhängigkeit.

Über die Folgen vermeindlicher Innovationen wird oft gar nicht nachgedacht oder hätten die Banken auf Selbstbedienung gesetzt, wenn Sie gewusst hätten, dass dadurch niemand mehr in die Filialen kommt?

Menschliche Innovationen

Technik um der Technik Willen kann nicht der richtige Ausgangspunkt für Innovationen sein und schädliche Innovationen müssen auch zu stoppen sein. Es darf nicht sein, dass ein einmal beschrittener Weg nicht auch wieder verlassen werden kann. Stuttgart 21 ist ja ein Beispiel für einen solchen „lock off“. Menschliche Innovationen sollten sich zudem an Menschen und deren Bedürfnissen orientieren und dann kann eine Innovation auch eine Art „Retrovation“ sein. Social Banking beispielsweise ist ja keine neue Erfindung. Es ist einfach die Wiederkehr eines Bedarfes bzw. die langsame Rückkehr der sozialen Idee in den gesellschaftlichen Mainstream. Was Friedrich Wilhelm Raiffeisen und Herman Schulze-  Delitzsch vor über einhundert Jahren ins Leben gerufen haben, war so eine soziale Idee. Entstanden aus einer Notwendigkeit in einem gesellschaftlich historischen Kontext. Heute widmet sich übrigens keine einzige deutsche Bank mehr den Menschen, die damals Ziel der Gründung der genossenschaftlichen Banken waren. Es gibt keine Bank, die unteren sozialen Schichten aus ihren finanziellen Problemlagen heraushilft und dies so tut, dass sie sogar gewinnbringend wirtschaften kann. Denn unternehmerischer Erfolg ist auch bei „Social Banking“ erlaubt. Wer gründet also die deutsche Mango Bank oder versucht diese Zielgruppe stärker in den Fokus zu nehmen.

100 Jahre sind ein Tag

Innovationen haben häufig auch nicht die Langfristigkeit menschlicher Zivilisation im Blick. Wir Menschen denken immer nur in unserem und vielleicht noch im Leben unserer Kinder. Was in 1000 Jahren sein wird, fragen wir uns nicht. Dies ist dann eben auch der Grund für den Zustand unseres Klimas. Und auch hier gibt es trotz besseren Wissens kein zurück. Und damit endet der Artikel, wo er begonnen hat: Nämlich bei Chris Skinner. In einem aktuellen  Blog Artikel fragt er, wie Banking in 100 Jahren aussehen wird. Eine interessante Frage, die man nur schwer beantworten kann.

Ich behaupte jetzt einfach mal. In 100 Jahren gibt es keine Banken mehr ! Übrigens eine These, die ich auch am 16. November auf einem kurzen Vortrag im Rahmen der wjax Finance Days vertreten werde. Vielleicht sieht man sich dort. Vor den Mitarbeitern einer Volksbank habe ich vor einigen Monaten einen ersten Versuch gestartet. Schauen sie selbst:

Und was denken Sie?

Innovation für Banken

Das ist übrigens  mal eine wirklich nützliche und menschliche Innovation. Gefunden bei Springwise von wallets2share. Für die, die heute noch ausgehen! Oder für Banken als Geschenk im Rahmen der Sparwoche

http://springwise.com/fashion_beauty/wallets2wear/

Innovationsstopper

Gibe es natürlich auch. Dies sind zum Beispiel Unternehmen, welche Ihren Mitarbeitern die Nutzung sozialer Technologien verbieten.

Studie: Dax Konzerne sperren Facebook und Twitter (Quelle: portel.de)

Und die Gründe hierfür sind auch nicht neu. Sicherheitsbedenken, die Angst, dass Mitarbeiter Ihre Zeit vergeuden und natürlich die Angst vor dem Verlust der Kontrolle. Dahinter steht aber einfach nur Misstrauen und ein veraltetes Weltbild. Schon schlimm: Die Verbraucher vertrauen den Unternehmen nicht. Die Unternehmen vertrauen weder ihren Mitarbeitern noch den Verbrauchern, wünschen sich aber bzw. verstehen nicht, dass Mitarbeiter unmotiviert und leidenschaftslos arbeiten und Verbraucher lieber Familie, Freunde und Bekannte um Rat fragen. Wohin führt das?

Und zum Wochenende noch einen musikalischen Gruss. Das Thema: Misstrauen

Wie würden junge Leute Filialen konzipieren?

Die Filiale hat Zukunft!

Das meint eigentlich nichts anderes als: Auch in Zukunft werden Menschen gerne  Räume nutzen, um sich in gemütlicher Atmosphäre geschützt vor Wind und Wetter vielleicht auch über Bankthemen zu unterhalten. Es wird aber auch andere Wege zur Abwicklung von Bankgeschäften geben und diese Wege werden zunehmend an Attraktivität gewinnen. Es macht also eigentlich keinen Sinn in Kanälen zu denken. Stattdessen sollte man in Kunden und damit in Menschen denken.

Haben Banker keinen Geschmack?

Und wie sieht aus Sicht dieser Menschen – die keine Banker sind – eigentlich die Filiale der Zukunft aus? Die DBS Bank in Singapore hat diese Frage einfach mal an junge Menschen weitergegeben und über einen Facebook Wettbewerb beantworten lassen. Die Ergebniss legen zumindest den Schluss nahe, dass die Filiale der Zukunft ganz andere Ansprüche erfüllen muss als die Filiale der Gegenwart. Junge Menschen haben in jedem Fall den Anspruch sich dort wohl zu fühlen.  Das kann ich eigentlich nur unterschreiben: Teppichboden und Kiefer Möbel tragen hierzu – meine persönliche Meinung – eher nicht bei.

Schauen Sie sich die Bilder auf „The Financial Brand“ selber einmal an. Sie werden überrascht sein.

Machen Sie doch auch einmal dieses Crowdsourcing Experiment.

What we believe

Ich bin bewegt

Von Zeit zu Zeit gibt es Marketing Kampagnen, die mich tatsächlich bewegen. Sie bewegen mich zwar meistens nicht dazu das Produkt zu kaufen oder – wie in diesem Fall vom werbeden Unternehmen gewünscht – die Bank zu wechseln. Aber sie bewegen mein Gemüt. Positiv oder auch negativ.

Die Kampagne der amerikanischen Frost International Bank trägt den etwas pahtetischen Titel „What we believe“ und stellt dafür zehn Regeln oder 10 Gebote auf, die Banking aus Sicht der Bank ausmachen.  Dafür wurde eine attraktive Landeseite konzipiert, welche nicht nur die 10 Regeln enthält sondern jede Regel mit entsprechenden Kunden Statements untermauert.

Jetzt ist es zwar schön an etwas zu glauben. Glaube bleibt aber wertlos, wenn nicht danach gehandelt wird. Und genau wie Papier sind auch Internetseiten geduldig, trotz Social Media und der auf der Seite gegebenen Möglichkeit zur Weiterleitung der eigenen Story. Wenn die Bank sich aber tatsächlich an die goldenen Regeln hält, dann gehört Sie zu den Organisationen, die uns Hoffnung machen können und die grundsätzlich dazu beitragen könnten aus Banking Social Banking zu machen bzw. aus Banking das zu machen, wofür es eigentlich schon immer bestimmt war.

Zwei Regeln gefallen mir dabei besonders gut:

  • We believe in doing what´s right even when no one is looking
  • We´d never did anything witha  customer´s money that we would´nt do with our own

Banking kann offenbar sehr einfach sein,…

wenn man den Kunden in den Mittelpunkt stellt, sich menschlich verhält und nach einfachen nachvollziehbaren Regeln handelt.

Hier die Kampagnenseite:

http://www.whatfrostbelieves.com

Die Internetseite der Frostbank:

https://www.frostbank.com

Und was Banker sonst noch glauben

Glauben kann natürlich auch in die falsche Richtung führen. Manchmal verliert man durch Glauben auch den Blick fürdie Realität (Sie kennen die google filmt Gott Story?). Die Bankenbranche glaubt ja an die Zukunft der Filiale und viele innerhalb der Branche glauben möglicherweise sogar daran, dass die Filiale der Zukunft genauso oder so ähnlich aussieht wie die Filiale der Gegenwart. Bei der citibank in Japan sieht man das etwas anders. Dort sehen Filialen zukünftig so aus:

Zum Glauben an die Filiale habe ich ja noch eine kleine These:

Die Filialen waren nie der von Menschen bevorzugte Ort um Geldgeschäfte zu erledigen. Sie waren einfach notwendig, weil Geld lange Zeit überwiegend in Scheinen und Münzen ausgetauscht werden musste. Die Filiale war der für die Banken bevorzugte und vor allem auch einzig mögliche Weg. Denn dort stand der Tresor. Deshalb wird jede weitere Virtualisierung von Geld die Filialen ein Stück weiter in Richung Grab befördern.

Inspiration via

The Financial Brand

 

Wir wünschen Vertrauen, wir bieten Kontrolle

Vertrauen ist ein USP

Sie erinnern sich: Vertrauen ist ein wesentlicher USP in der Vermarktung von Bankdienstleistungen.

Mit zunehmender Technolgisierung der Branche und dem dadurch angest0ßenen Wegfall von Markteintrittsbarrieren (nicht alle sind schon weg)  für branchenfremde Unternehmen wird die Bedeutung dieses USPs noch wichtiger. Bankprodukte werden zudem immer austauschbarer und je größer der Wunsch der Verbraucher nach Vereinfachung wird, desto größer wird die Transparenz und Vergleichbarkeit der Leistung. Die Anforderungen an die Bank werden größer. Verschleierung durch Marketing Fassaden funktioniert immer weniger

Dann war da ja auch noch die Finanzkrise, welche das Vertrauen in die Bankenbranche und in wichtige gesellschaftliche Institutionen -überspitzt gesagt-vollends zerstört hat.

Wie bekommt man also, was man sich so sehnlichst wünscht?

Nun gibt es ja noch das soziale Internet und Social Media, welches sich bei Finanzunternehmen  – laut einer von Steria Mummert in Zusammenarbeit mit dem F.A.Z. Institut erstellten Studie – zukünftig einer grösseren Beliebtheit erfreuen soll. Angeblich wollen viele Finanzunternehmen verstärkt in Social Media investieren. Dort könnte man dann Transparenz, Offenheit, Ehrlichkeit und Kundennähe leben und dadurch eventuell Vertrauen gewinnen.

Jetzt bedeutet mehr Geld ausgeben nicht zwangsläufig eine Verbesserung oder Veränderung. Es ist  – wenn man die Aussagen interpretiert – ein wenig zu befürchten, dass Social Media hier eher als Marketing Instrument begriffen wird: Also noch mehr Werbung an allen Orten, die wir besuchen oder aufsuchen. Oder noch mehr ungefragte Nutzung von Kundeninformationen. Wie eine Investition in den Vertrauensaufbau durch faktisches Handeln klingt das bisher nicht.

Ebenfalls aus dem Branchenkompass von Steria Mummert stammte ja das Zitat, welches ich in einem älteren Blogbeitrag hier gepostet habe und das mich zu der These veranlasste, dass bei den Fach- und Führungskräften der Banken die Angst vor Kontrollverlust vorherrsche. Da könnte man jetzt einerseits vermuten, dass man nicht weiß ,was man tut oder eben andererseits vermuten, dass Social Media wohl so genutzt werden soll, dass es nicht zu Kontrollverlust kommt (wobei das ja gar nicht geht)

Was einige Banken also offensichlich auch zukünftig im Angebot haben werden ist Kontrolle.  Dafür kann man dann  auf  wunderbare technische Möglichkeiten  (Geocaching)  zurückgreifen. Zum Beispiel indem ich Menschen, die aus einem bestimmten Wohngebiet kommen, einfach mal mangelnde Zahlungsfähigkeit unterstelle. Der Computer weiß mehr und bestimmt unser Verhalten

Artikel von ZDF.de zum Geocaching

Wie war das noch bei little Britain? Der Computer sagt nein:

Das ist schon eine Crux mit dem Internet. Da kann man so schön viel über den Verbraucher erfahren, wunderschöne menschliche Dialoge führen und Vertrauen gewinnen. Aber wieso soll man das tun, wo man sich doch auch auf einfache technische Prozesse und Verfahren verlassen kann, die einem noch mehr Kontrolle geben aber leider weniger Vertrauen generieren.

Ist das ein nicht zu lösender Konflikt?

Und wieder einmal zeigt sich, dass man Social Media nicht nutzen kann sondern leben muss. Und wer etwas leben möchte, sollte sich grundlegendere Gedanken machen. Werte, Ziele und Einstellungen spielen da zum Beispiel eine Rolle.