Monatsarchiv: August 2010

Schweigen und empfehlen

Tipp: Besuchen Sie jetzt und häufiger Social Banking 2.0

Schweigen ist manchmal Gold. Vor allem dann, wenn in anderen Blogs so viele interessante Sachen stehen, dass man durch den eigenen Artikel den Menschen nur die Zeit stielt, um sich mit den besseren und wichtigeren Texten zu beschäftigen. Deshalb gibt es hier heute nur einige Links. Beispielsweise auf den Blog von Lothar Lochmaier, der sich in einigen Artikeln damit beschäftigt, wie Social Media Menschen neue Möglichkeiten eröffnet, sich gegen etwas zu wehren oder politische Entscheidungen zu beeinflussen. Aber lesen Sie selbst.

Stuttgart 21: Wenn Bürger Beteiligung den Geldstaat neu erfindet

Beteiligung drückt sich auch in der Möglichkeit des Hinterfragens aus. Zweifel können öffentlich geäussert und diskutiert werden. Da geht so manche Marketing Aktion von Banken daneben und wird vom Kunden auch sehr schnell also solche entlarvt. Zum Beispiel im Falle der Kundencharta der Commerzbank. Oder wie sagt man: Das Gegenteil von gut ist gut gemeint.

Commerzbank: Wieviel ist die Kundencharta wert

Tipp: Besuchen Sie jetzt und häufiger das Blicklog

Und im Blicklog gibt es einen interessanten Gastbeitrag von Dr. Franz Josef Lerdo mit dem Titel: ePrivate Banking: Wer sind die first mover. Dort kann man mal wieder „schwarz auf weiss“ lesen was viele immernoch nicht und nach Lektüre des Artikels wohl auch noch nicht glauben werden.

Ich wünsche gute Unterhaltung und bitte Sie diesen Blog jetzt mal kurz zu verlassen.

Buchtipp: Klaus Eck – transparent und glaubwürdig

Social Media ist für Unternehmen nicht leicht zu verstehen. Und was man nicht versteht, kann man auch nicht richtig anwenden oder einführen. Wir wissen heute, dass sowohl die strukturelle als auch die kulturelle Seite von Unternehmen durch Social Media maßgeblich beeinflusst und verändert wird. Zwei einfache Aspekte seien hier kurz herausgehoben:

  • Social Media ist keine Aufgabe von Stabsstellen.
  • Ehemals wichtige und deshalb sehr gut bezahlte Positionen (Mitarbeiter) werden in ihrer Bedeutung nivelliert.

Welches interne Konfliktpotential schon in diesen beiden Entwicklungen steht brauche ich Ihnen hier nicht zu sagen. In meinen Workshops zeigt sich dies z.B. gelegentlich dadurch, dass wesentliche Mitarbeiter den Veranstaltungen einfach fernbleiben, weil sie um ihre zukünftige Bedeutung fürchten. Seid neustem empfehle ich dann den Workshop Teilnehmern den fehlenden Personen doch ein Buch zu schenken:

Klaus Eck: transparent und glaubwürdig. Das optimale Online Reputationsmanagement für Unternehmen, Redline Verlag

Buch hier bestellen

Zunächst muss man dem Autor einmal dafür Danken, dass er das „Buzzwort“ Social Media nicht im Titel erwähnt. Er deutet damit auch an, dass Social Media viel mehr als nur ein neues Instrument der Kommunikation ist und stattdessen umfassende Veränderungen all jener Selbstverständlichkeiten hervorruft, mit denen wir in den letzten Jahrzehnten gelebt und in welche wir sozialisiert wurden. Mit Social Media hat das Internet eine Stufe erreicht, in welcher sich niemand mehr den Veränderungen seines Alltags entziehen kann, es sei denn er möchte zum Aussenseiter mutieren.

Auf fast 360 Seiten erhält der Leser einen umfassenden Einblick in das was Social Media ist, was es verändert und wie man als Unternehmen damit umgehen kann bzw. wie man Social Media zu seinem Vorteil nutzen kann.

Klaus Eck stellt dar und erklärt das und warum wir uns im Zeitalter der Transparenz befinden, er erklärt, wie fehlende Transparenz die Zukunft von Unternehmen beeinflusst und sogar gefährdet. Wozu er auf aktuelle Beispiele wie z.B. BP zurücgreift. Er erklärt wie Online Reputatons Management heute und in Zukunft funktionieren wird und liefert dann einen Leitfaden zum Aufbau einer Social Media Strategie für Unternehmen.

Dabei bleiben keine Fragen offen: Wir lernen mehr über Blogs, twitter & Co, erfahren, welche Internetnutzertypen uns bei unseren Online Aktivitäten als Markenbotschafter oder Influencer helfen können und erfahren auch, wie wir uns auf Krisen vorbereiten bzw. diese durch richtige Online Kommunikation direkt verhindern können.

Das Buch enthält viele hilfreiche Checklisten und Beispiele. Sehr gelungen auch die Kapitel über Social Media im Personalwesen und die Beschreibung der Anforderungen an einen Social Media Manager, die ja verstärkt von Unternehmen gesucht werden. Wobei ich an dieser Stelle davor warnen möchte den Social Media Manger zu sehr von den anderen Internetthemen abzugrenzen. Für mich ist der Social Media Manager mindestens der Kopf aller Internetaktivitäten eines Unternehmens. Er sollte deshalb auch für Online Marketing und die Internetseite des Unternehmens zuständig sein.

Das Buch von Klaus Eck ist ein ideales Einsteigerbuch, welches es so auf dem deutschen Markt so noch nicht gibt. Es ist zudem – was leider nur sehr wenig deutschen Lehrbuch Autoren gelingt – sehr flüssig und spannend geschrieben.

Ich empfehle deshalb die Investition von 25 Euro. Entweder als Geschenk an die Skeptiker aus ihrem Haus oder zur eigenen Lektüre.

Geldautomaten

Preiskampf am Automaten

Die Banken streiten sich über Geldautomaten und die Regierung sitzt mit imBoot. Sie hat den Streit sozusagen entfacht, weil sie die Gebühren für Geldautomaten für zu hoch und zu wenig transparent hält. Und nun nutzen die privaten Banken die Geldautmaten, um Druck auf Sparkassen und Genossenschaftsbanken auszuüben und dadurch eventuell neue Kunden zu gewinnen. Wobei vor allem die Verbraucher natürlich ein Anrecht auf Transparenz und angemessene Preise haben.

Mal abgesehen davon, dass es etwas verwunderlich anmutet wenn Unternehmen, die teilweise durch Steuergelder gestützt werden mussten, überhaupt den Spielraum und die Erlaubnis  haben, solche agressiven Marktpraktiken an den Tag zu legen, ist die Frage legitim wieviel Geld die Benutzung von Geldautomaten dem Kunden wert ist?

Die folgende Studie der Allianz könnte Auskunft geben >>>>

Ablenkungsmanöver?

Grundsätzlich stellt sich aber auch noch die Frage wie lange wir eigentlich noch Geldautomaten und damit auch Bargeld benötigen werden. Viele Unternehmen beschäftigen sich bereits mit dem mobilen Bezahlen und entwickeln die erforderlichen Technologien, die mit dem Heranwachsen der digitalen Generation sicherlich auch ihren Durchbruch erleben werden. Gegenwärtig überwiegen jedoch noch die Menschen und Unternehmen der analogen Generation, die weiter mit  Bargeld bezahlen möchten bzw. nur Bargeld als Zahlungsmittel akzeptieren. Wir leben in einem Land, in welchem sich das Plastikgeld immernoch nicht durchgesetzt hat oder sogar anrüchig wirkt.

Die Bequemlichkeit der Menschen wird jedoch auch diesen Veränderungsprozess vorantreiben. Mir macht es zum Beispiel auch keinen Spass nach Geldautomaten zu suchen und wenn des dann mehrere Minuten dauert, dann ist das durchaus ärgerlich und erzeugt Unmut. Aber wie gesagt: Einen Bankwechsel zieht man eher nicht in Erwägung.

Als Kunde erwarte ich, dass mir meine Bank für die Nutzung eines Geldautomaten keine Gebühr berechnet. Der Geldautomat ist für mich nur ein Weg, um auf mein Geld zuzugreifen. Das gilt genauso für das Online Banking. Natürlich freue ich mich auch, wenn ich an fremden Geldautomaten keine Gebühr bezahlen muss. Dieser Service würde mich jedoch nicht dazu bewegen meine Bank zu wechseln, denn von dieser erwarte ich dann ja wiederum den kostenlosen Zugang zu den eigenen Geldautomaten. Deshalb dürften die Preisattacke der privaten Banken wohl einen anderen Grund haben. Für mich handelt es sich um eine Vertrauens- und Imageinitiative. Die privaten Banken nutzen die Situation aus, um ein wenig aus der Schusslinie zu geraten und ihr angekratztes Image wieder aufzupolieren. Ob dies aber gelingen kann, indem man mit dem Finger auf andere deutet, sich aber nicht um die Aufbereitung der eigenen Fehler bemüht, halte ich ebenfalls für sehr zweifelhaft.

Und ähnlich wie die Filialen werden sich auch die Geldautomaten verändern. Ich danke Harald Nick, der mir diesen Link auf den Bankautomaten der Zukunft gesendet hat, der in Spanien schon Gegenwart ist. Für einen solchen Bankautomaten würde man vielleicht doch etwas bezahlen und längere Wege zurücklegen.

https://client.ideo.com/bbva/

Oder würden Sie etwa nicht?

Das passt zusammen

Kann man so das Image aufbessern

Die UBS möchte die  im Zuge der weltweiten Finanzkrise verlorengegangene Vertrauen von Verbrauchern und Geschäftskunden wieder zurückgewinnen.  Was soll man tun.  Ein wahres Marketing Genie muss diese Idee entwickelt haben. Man startet eine auwfändige und klassische Imagekampagne, greift darin auf populäre Persönlichkeiten zurück ,die sich sehr wahrscheinlich wenig mit dem Unternehme identifizieren können und setzt noch einen drauf, indem man zum Forme l Sponsor wird. Eine Sportart die ähnlich überflüssig ist, wie das Handeln einiger Banken im Verlauf der Finanzkrise. Insofern natürlich eine passende Kooperation

Hier gibt es die Kampagneninfos. via horizont.de

Warum überhaupt etwas ändern

Eine aktive Auseinandersetzung mit der Finanzkrise, der offene und dialogische Austausch mit den Verbrauchern z.B. über das Internet. Aufklärung und vielleicht sogar die ein oder andere Entschuldigung sind nicht teil der Kampagne.  Mit Hilfe einer klasisschen Marketing Fassade soll die Wirklichkeit überdeckt und unbequemen Fragen aus dem Weg gegangen werden. Eine Kampagne für das Vergessen. Keine Aufbereitung kein Indiz für Veränderung. So als gäbe es Social Media nicht und so als könne es weiter gehen wie bisher. Vielleicht kann die Lektüre eines Artikels von Umair Haque weiter helfen. Hier ein kurzes Zitat:

Today’s capital isn’t yesterday’s. Recapitalizing a 21st century economy means not just filling it back up with machines, cash, or skill — but with more powerful capital altogether. Capital that can knit machines, cash, and skill together to produce greater, more meaningful, and longer-lived gains.

Hier gibt es den ganzen Text

Kennst Du das Land wo Social Media blüht?

Kanada?

Kanada ist möglicherweise das Land, in welchem sich Unternehmen am intensivsten mit Social Media beschäftigen. Via mediapost.com bin ich zumindest auf diese beeindruckenden Zahlen gestoßen:

  • Demnach nutzen von 1022 befragten Managern kanadischer Unternehmen 90 % Social Media, um mit der Öffentlichkeit in den Dialog zu treten. Mit Facebook und twitter werden die üblichen Verdächtigen am häufigsten verwendet. Aber auch Blogs und soziale Anwendungen auf der eigenen Internetseite erfreuen sich großer Beliebtheit.
  • In der Region Ontario – warum auch immer -sagte einer aus jeweils 5 Managern, dass Social Medie mittlerweile der wichtigste Kanal sei, um mit der Öffentlichkeit zu kommunizieren. Die klassischen Sendekanäle wie Mail und Telefon sind hier schon überholt wurden.
  • In einer vergleichbaren amerikansichen Studie stellten nur ca. 40 % der Manager die Bedeutung von Social Media heraus. Interessant an dieser Studie war aber, dass vor allem Kleinst- und mittelständische- Unternehmen Social Media als ein wichtiges Instrument ansahen.
  • Weltweit sind es laut Regus 51 % der Unternehmen, die via Social Media mit Verbrauchern in Kontakt treten und 58 % der Manager bleiben über Social Media in Kontakt mit ihrem Business Netzwerk

Ohne hier auf eine entsprechende Studie zurückgreifen zu können, liege ich sicherlich nicht sehr falsch mit der Aussage, dass die Manager deutscher Unternehmen Social Media noch keine so hohe Bedeutung beimessen würden. Zumindest ist – Worten müssen ja nicht immer Taten folgen – es in der Realität nicht ersichtlich.

Anspruch und Wirklichkeit von Social Media?

Nun zeigen solche Zahlen zwar, dass Social Media keine temporäre Geschichte sein wird. Auf der anderen Seite ist damit keine Aussage über die Qualität der Unternehmensaktivitäten gemacht. Noch weniger kann man erkennen, dass Unternehmen bereits begonnen haben die neue Welt zu verstehen. Auch wenn, wie ein anderer Artikel auf mediapost.com beweist, immer mehr Unternehmen mit einer Social Media Strategie aufwarten können.

Fully 72% of respondents said their company had a social media strategy, and the majority of the rest said they will have one in place by next year. 75% said they would be increasing their investment in social media over the next year. Most of the companies with a strategy said they are focusing their social media efforts on both customer retention and acquisition, and 70% of respondents said they considered social media a marketing responsibility. 85% of respondents said they are using a Twitter account and just over two thirds have a Facebook fan page for their company.

Offenbar erfolgt jedoch nur sehr selten eine Messung von Zielen, wenn diese überhaupt existieren. Ebenfalls scheint eine strategische Verknüpfung mit den klassischen Marketing Maßnahmen auch nicht besonders häufig vorzukommen. Spezielle Social Media Kampagnen wurden nur von einem Drittel der Unternehmen durchgeführt. Auch wenn Social Media sicherlich nicht als temporäre Kampagne verstanden werden darf, macht es doch mehr als Sinn diese Aktivitäten auf die grundsätzlichen Ziele eines Unternehmens hin auszurichten.

Auch dort, wo schon längere Erfahrungen mit Social Media bestehen ist also noch lange nicht alles Gold was glänzt. Jedoch scheinen sich die Unternehmen über die steigende Bedeutung einig zu sein. Leider ist eine gestiegene Bedeutung aber noch nicht mit substanziellen Veränderungen in der Beziehung zwischen Verbraucher und Unternehmen verbunden. Hier mangelt es nach wie vor an der Fähigkeit zum Verstehen, wie Lothar Lochmair recht treffend an einer Kampagne der Ergo Gruppe analysiert.

Oder ist doch schon alles Gold?

Bequemlichkeit regiert

Die Filiale der Zukunft wird viele Gesichter haben. Heute kennen wir in erster Linie die klassische sehr sachliche Abwicklungsfiliale mit der Möglichkeit zum Beratergespräch, die sehr stark frequentierte und weitgehend personalfreie SB- Filiale oder erste – ich möchte sie mal -  „Lifestyle Filialen“ nennen – wie z.B. Q 110 in Berlin. Wobei auch die anderen Bankengruppen in Ansätzen schon solche Konzepte umgesetzt haben oder an deren Umsetzung arbeiten. Als Vorbild mögen hier z.B. die „Umqua Bank“ oder auch die spanische „Caja Navarra“ gelten.

Die Zahl der Filialkonzepte wird zunehmen

Aufgrund dieser vielfältigen neuen Möglichkeiten wird es auch in Zukunft noch Filialen geben, diese werden aber in erster Linie so sein, wie die Menschen es wünschen und es werden jene Konzepte erfolgreich sein, welche die Bequemlichkeit, die fehlende Zeit und die individuelle Bedeutung des Themas für den Kunden bedienen.

Einfach aber genial

Insofern ist es eine kleine aber beinahe schon geniale Idee Bankdienstleistungen dort anzubieten, wo der Mensch ohnehin regelmässig hin muss. Denn obwohl wir die SB Filialen ja inzwischen fast alle lieben gelernt haben, muss man sie in der Regel doch extra aufsuchen und nur in Ballungsgebieten erledigt man den Besuch einfach so im vorbeigehen.

Die Idee der Postbank Geld auch an der Tankstelle abheben zu können oder die Idee von REWE (schon seit 2003), dies an der Supermarktkette erledigen zu können, ist deshalb so einfach wie fortschrittlich und sie wird sich mit Sicherheit durchsetzen, d. h. andere Banken werden nachziehen.

Auch eine Möglichkeit für die Filiale der Zukunft: Umqua Banks Vision

Oder hatte Jaques Tati vielleicht die richtige Vision: 1971:

Mobile Gedanken

Mobilität hat ja traditionell viel mit Fortbewegung tun. Auf der anderen Seite eröffnet aber gerade auch das mobile Internet die Möglichkeit sich für viele Dinge des täglichen Lebens gar nicht mehr fortbewegen zu müssen. Andere Dinge kann man zusätzlich sogar während der Fortbewegung erledigen. Und so wird die Technologie unsere Definition von Mobilität weiter verändern.

Das Bezahlen mit dem Mobiltelefon ist auch so eine Veränderung die langsam Fahrt aufnimmt. Inzwischen sind es nicht mehr nur aufstrebende Entrepreneure wie z.B Square. Vor knapp 2 Wochen die Ankündigung dreier amerikanischer Telcos ( inkl. T-Mobile) und jetzt gibt es auch die ersten Banken, die ab September in einem Pilotversuch das Bezahlen mit dem Smartphone ermöglichen wollen.

Mehr Infos gibt es bei

http://mashable.com/2010/08/20/boa-visa-mobile-payments/

Und bei Mashable gibt es auch einen interessanten Artikel zu Social Media Trends. Besonders interessant für die Bankenbranche könnte der Trend zu Kunden- und Loyalitätsprogrammen über mobile Apps sein. Zumindest die Kartenproduzenten der Banken sollten sich Gedanken machen.

Wann wird sich die erste deutsche Bank diesem Thema annehmen oder eine entsprechende Lösung anbieten? oder sind diese zu sehr mit ihren Geldautomaten zu beschäftigt?

Das war mein erster mit dem iPad erstellter Blogbeitrag. Mobil unmobil am Küchentisch,

Wieso, weshalb, warum? (Eine neue Rubrik)

von Stefan BaudyThanks to Brett King for his Inspiration

Es ist an der Zeit für eine neue Rubrik in diesem Blog. Inspiriert von Brett King werde ich hier nun in unregelmässigen Abständen Fragen stellen, die sich mit den Spielregeln und Selbstverständlichkeiten von Banken beschäftigen. Die richtigen Antworten habe ich nicht parat – deshalb muss ich ja fragen.

Belohnung

Es ist damit klar, dass ihr mir die Antworten geben müsst. Auch Hinweise und Teilantworten sind erwünscht. Und damit die Mühe nicht ganz umsonst ist, wird es auch gelegentlich kleine Belohnungen geben. Da fangen wir mal mit einem Euro an: Dem Übersender der aus meiner Sicht treffendsten oder originellsten  Antwort sende ich mit Hilfe der Fidor ewallet einen Euro an seinen Twitter Account. Der Rechtsweg ist natürlich ausgeschlossen und die Aktion gilt nur für Antworten, die mich hier über die Kommentarfunktion, Twitter oder Facebook bis zum 30.08.2010 erreichen. Es wird außerdem nur ein einziger Euro an die von mir ausgewählte Person versendet. Bin ja kein Krösus und dieser Blog ist auch nicht kommerziell.

Inspiration

Zur Inspiration hier noch ein kurzes Video. Für die jüngeren Leser dieses Blogs eventuell sogar noch was Neues. Es erklärt die Herkunft der Rubriken Überschrift.

Die Frage

Und hier die erste Frage, die ich einfach mal direkt von Brett King (interessanter Artikel by the way) übernehme:

Wieso fragen mich Banken bei der Eröffnung eines Kontos nach der Telefonnummer und nicht nach einer Kontaktmöglichkeit, die in meinem täglichen Leben viel wichtiger ist z.B. twitter?

http://www.facebook.com/diefinance20seite

Das Ende der Noa Bank

Es kam schnell und obwohl es eigentlich absehbar war irgendwie doch überraschend. Mit dem gestrigen Tag ist die kurze Geschichte der Noa Bank schon wieder beendet. Welche Gründe letztendlich dazu geführt haben, ist noch nicht endgültig geklärt. Es ist allerdings davon auszugehen, dass von Seiten der Bank Fehler gemacht wurden und auch als bankwirtschaftlicher Laie kann man erwarten, dass Banken auf alle möglichen Geschäftsrisiken vorbereitet sein sollten.

Eine Beschreibung der beinahe schon dramatischen letzten Stunden kann man im Blog von Lothar Lochmaier nachlesen. Er hat in den letzten Monaten sehr intensiv über die Bank und deren Gründer geschrieben und ist deshalb auch in der Lage eine Analyse des Scheiterns vorzunehmen. Ich habe mich gestern über Facebook kurz mit Herrn Lochmaier ausgetauscht: Das Ende der Noa Bank ist nicht das Ende von Social Banking zumal es ja auch nicht der Anfang von Social Banking war.

Viele Volksbanken Raiffeisenbanken , Sparkassen und insbesondere Banken wie die GLS Bank, Triodos, die Ethikbank usw. zeigen, dass Social Banking auch bze gerade ohne agressive Marketing Strategien funktioniert. Schlussendlich scheint die Noa Bank – so meine persönliche Meinung – lediglich eine Social Banking Marketing Fassade aufgebaut zu haben, die sie sehr agressiv und teilweise auch ein wenig arrogant proklamierte.

Wir lernen daraus, dass Social Media nicht gleich Social Banking ist. Wir lernen ferner, dass das Social in Social Media nicht für „sozial“ in der eingebürgerten deutschen Bedeutung steht.

Wir lernen möglicherweise auch, dass nachhaltiges Banking auch nachhaltiges und eher organisches Handeln erfordert.

Wir lernen, dass nicht alles was neu ist oder sich als neu verkauft,gut sein muss und das gerade wir Social Media Enthusiasten nicht bei jeder Bank, die unsere Plattformen nutzt oder in unsere Kanäle spricht, hurra schrein sollten.In diesem Zusammenhang empfehle ich auch den Artikel von Robert Basic, den ich heute gelesen habe: Internetbanking hat nichts mit Social Banking zu tun. Und ich würde gerne die Frage ergänzen: Wieviel hat Social Media mit Social Banking zu tun?

Ich nutze die Gelegenheit um auf einen älteren Beitrag von mir hinzuweisen.

Social Banking: Was ist das eigentlich?

Nochmal ein wenig Zukunft und Axel Liebetrau

Was bringt die Zukunft?

Wir leben in einer Zeit, in der uns nicht nur die Zukunft der Banken umtreibt. Im Internet, in allen Zeitungen, Fernseh- und Radiosendungen und auch vielen persönlichen Gesprächen dreht sich heute vieles um Zukunft. Ich interpretiere dies als ein sicheres Zeichen, dass bei immer mehr Menschen zumindest ein Gefühl existiert, dass wir in vielerlei Hinsicht nicht mehr so leben können und werden wie heute. Viele Menschen haben realisiert, dass es auch eine theoretische Chance zur Veränderung gibt, und einige – wie z.B. die Fidorbank oder smava – packen es einfach an und zeigen, dass Veränderung möglich ist.

Was uns bremst ist meistens die Angst das mühsam Errungene wieder zu verlieren. Häufig aber auch die Tatsache,  das aktueller Erfolg uns gar nicht zum Nachdenken bewegt oder keine Dissonanz erzeugt wird. Warum etwas neu erfinden, wenn das Alte noch funktioniert. Antizyklisch zu handeln wird zwar in vielen Lehrbüchern empfohlen aber selbst die Politik beherrscht diese Fähigkeit nicht mehr. Und dann gibt es da ja auch noch das Risiko des Scheiterns, welches ja durch den organisierten und eben keineswegs freien Markt noch verstärkt wird, denn die Etablierten können sich immer besser wehren und benutzen dabei – siehe google street view – meistens eher die psychologischen Argumente. Unsere Angst vor dem Verlust von Schutz, Sicherheit, Privatheit oder auch Anonymität ist immer wieder ein gern genommenes Instrument.

Reicht neu verputzt aus?

Auf den Symposien der VR NetWorld GmbH war Zukunft auch ein Thema. Hier wurde z.B. über die Zukunft der Filiale diskutiert und heute konnte ich sehen, wie sich ein Unternehmen der genossenschaftlichen Gruppe die Zukunft der Filiale vorstellt. Sie sah gemütlich aus und schick, erinnerte irgendwie an ein Wohnzimmer oder eine Lounge. Nur was wird das verändern? Gehen Menschen wirklich nicht mehr zum Bankberater, weil es Ihnen in der Bank zu ungemütlich ist? Sind gemütliche Filialen wie z.B. Q110 in Berlin voller als ungemütliche? Ich habe da so meine Zweifel, obwohl die meisten Bankfilialen die ich kenne – und da kann man fast alle Banken in einen Sack stecken – nun wirklich ungemütlich sind.

Wir werden hier hoffentlich weiter über die Zukunft der Banken sprechen. Dabei sollte man Zukunft jedoch nicht mit Technologie verwechseln. Sie spielt sicherlich eine Rolle. Aber in erster Linie muss die Bank ihr Verhältnis zum Kunden bzw. zum Verbraucher überdenken und seinen (vielleicht sogar unbewussten) Erwartungen entsprechen.

Was regionale Banken tun können, um sich auf die Zukunft vorzubereiten, hat uns Axel Liebetrau in einem kurzen Videointerview erzählt.