Lasst die Finger von Social Media


Vorgestern die Studie über das (noch) zurückhaltende Interesse der Bevölkerung an Social Media als Kommunikationsweg für den Kunde/Bank Kontakt. Heute die wenig erfreulichen Ergebnisse einer Untersuchung der Stiftung Finanztest, wonach nur 3 von 21 untersuchten Geldhäusern ihre Kunden mit zumindest noch zufriedenstellender Qualität beraten und dabei sogar gesetzliche Regelungen missachten bzw. eher zu eigenen Gunsten interpretieren.

Einmal abgesehen davon, dass mangelhafte Beratung sicherlich nur eine Ausprägung tiefer liegender grundsätzlicher Systemfehler ist und darüber hinaus beide Studien inhaltlich und wohl auch methodisch  hinterfragbar wären,  werfen die Ergebnisse doch Fragen auf. Wobei  ich mich hier ausschließlich auf das Thema Social Media fokussieren möchte.

Es wurde hier ja schon häufiger geschrieben: Social Media ist nicht das Allheilmittel für die Probleme der Banken. Social Media ersetzt Stand heute keine einziges Vertriebs, – Marketing -, oder Kommunikationsinstrument. Durch Social Media wird die Bankberatung nicht zwangsläufig besser. Mit anderen Worten Social Media ist keine hinreichende Bedingung für Social Banking.

Finanzunternehmen haben aktuell zahlreiche drängende Probleme und auf vielen Gebieten existiert Nachholbedarf, der dadurch entstanden ist, dass Banken noch bis vor wenigen Jahren keinerlei Konkurrenz zu befürchten hatten undz.B. Service und Produkte kaum am Kunden ausgerichtet innoviert wurden. Heute schmelzen die USPs der Finanzunternehmen nicht zuletzt durch die rasante Entwicklung des Internets immer schneller dahin. Mit jeder schlechten Nachricht wird das Vertrauen in die Banken weiter sinken und im Schatten dieses sinkenden Vertrauens, werden neue Dienstleister – möglicherweise auch aus ganz anderen Branchen – dieses freigesetzte Vertrauen nutzen, um die Märkte der Finanzunternehmen zu stürmen. Begleitet und ermöglicht wird dies durch einen immer weiter voranschreitenden Kulturwandel, in welchem sich – die für die Bankenbranche wesentliche Werte oder Themen Sicherheit. Vertauen und Privatheit – selber verändern werden.

Solange man als Bank seine Kernthemen nicht im Griff hat und nicht natürlich – also ungeschönt und ohne Fassaden – Social Media leben kann, solange sollte man auch die Finger davon lassen. Zuhören erlaubt und erwünscht. Wer dies aber nicht richtig kann und nicht in der Lage ist daraus zu lernen und authentische Beziehungen mit Kunden(Menschen) aufzubauen, sollte die Finger von Social Media lassen, ganz so wie es „Fettes Brot“ gegenüber Emanuela  fordert.

2 Gedanken zu “Lasst die Finger von Social Media

  1. Pingback: Social Media ist auch im Business relevant… « Banks on Social Media

  2. Pingback: Lasst die Finger von Apps! « Finance 2.0

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