Neu im Angebot: Unbanking


Verb gesucht

Mit welchem deutschen Verb kann man die Tätigkeit Bankdienstleistungen auszuführen oder wahrzunehmen treffend beschreiben? Es scheint mir, als sei die englische Sprache hier mal wieder besser ausgerüstet und spätestens mit der Erfolgsgeschichte des “Online Bankings” hat es der Begriff “Banking” auch bei uns inzwischen in den allgemeinen Sprachgebrauch geschafft.

Nun hat das Image der Branche in den letzten Monaten und Jahren immer mehr gelitten und sowohl der Verbraucher als auch die Banken selber suchen nach Unterscheidungs- und Abgrenzungskriterien. Unterschieden werden sollen dabei gute von bösen Banken oder anders formuliert: Banken, welche mit Schuld an der Finanzkrise waren und nun von den Bürgern durch Steuermittel gerettet werden und Banken, welche den Menschen in den Mittelpunkt stellen und die absichtlich (oder auch unabsichtlich) einer anderen und nachhaltigeren Strategie folgen. Also vor allem nicht in undurchsichtige und hochspekulative Schrottpapiere investierten bzw. das Schrottsystem in ihrer der (einigen) Menschen eigenen grenzlosen Gier nicht hemmunglos ausnutzten.

Gut und Böse

Die Finanzkrise hat damit auch eine Art Reflektion und Hinterfragung ermöglicht. In fast jeder Krise steckt ja etwas Positives, wenn man auch die ensprechenden Lehren zu ziehen bereit ist. Im Rahmen dieser Reflektion diskutiert man über die richtige Form des Bankings. Neue Begriffe entstehen bzw. vorhandene Begriffe wie z.B. “Social Banking” geraten ins Blickfeld.Was nun der richtige Begriff für die “richtige” Art des Bankings (Vorsicht Werturteil) ist, ist noch lange nicht entschieden. Ich persönlich bin der Meinung das jede Form von Finanzgeschäften Social Banking sein sollte und ich darin durchaus auch eine wertende also richtungsweisende Komponente: Banking sollte nachhaltig sein und sich daran orientieren für Mensch, Gesellschaft, Kultur und Ökologie zumindest nicht schädliche Effekte zu erzielen und darüber hinaus sollte dabei  langfristiges Denken eine höhere Priorität als kurzfristiges Denken bekommen.

Gesucht wird der : Vice President Unbanking

Während es in Deutschland eher zaghafte Versuche einiger neuer und älterer Banken gibt, sich als “Andere” und “Gute” Bank darzustellen, boomt in den USA diese Form des vergleichenden Marketings. Die amerikanische Kreditgenossenschaft Connex sucht nun mit einer – das sei am Rande erwähnt – wirklich gelungenen Social Media Kampagne – einen “Vice President” Unbanking und stellt damit sehr deutlich klar, dass Kreditgenossenschaften den Begriff “Banking” offenbar aufgeben und nicht mehr mit anderen Banken verglichen werden möchten. Und dieser Idee könnte man sogar folgen, denn wirklich Veränderungen brauchen auch neue sprachliche Symbolisierungen. Schliesslich nennt man Autos auch nicht fahrendes Pferd.  Ein Neuanfang sollte versuchen das “Alte” zu vergessen. Zumindest sollte es über Bord geworfen werden, denn ich fürchte zumindest unsere Generation wird das Vertrauen nicht so schnell wieder zurückgewinnen, wobei eine blosse Namensänderung natürlich auch keine Lösung ist.

Oder?

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Zugabe

Interessante und aktuelle  Links zum Thema Social Banking:

http://kathabeck.wordpress.com/2010/07/11/die-werte-im-bankwesen/

http://connormarc.twoday.net/20100705/

Und einige ältere Gedanken von mir zum Begriff “Unbanking”

http://electrouncle.wordpress.com/2010/01/08/unbanking-und-verlernen/

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