Monatsarchiv: Mai 2010

Das Anti Social Media Gelübde

Ich gelobe

Den Begriff Social Media nicht mehr bzw. zumindest nicht mehr inflationär zu verwenden. Ich gelobe, wann immer es geht auf die Verwendung des Begriffes zu verzichten. Darüber hinaus gelobe ich die Chancen von Social Media nicht dadurch im Keim zu ersticken, das ich ein Instrument zur Lösung selber mache.

Warum ich das tue

Es gibt hierfür vor allem 2 Gründe:

1. Social Media ist auch bei uns zu einem inflationär gewordenen Begriff geworden. Es ist – so würde der Freiburger Sprachwissenschaftler Uwe Pörksen vermutlich feststellen – zu einem Plastikbegriff geworden. Solche Plastikbegriffe folgen nach Uwe Pörksen einer eigentümlichen Dynamik. Menschen – also auch wir Social Media Enthusiasten – welche diese Worte allzu häufig verwenden – merken in der Regel nicht, dass sie der -  an und für sich – guten Sache damit keinen Gefallen erweisen.

2. Es manifestiert sich bei mir immer mehr der Eindruck, dass Social Media zu einem Selbstzweck verkommt bzw. schon verkommen ist. Wir sonnen uns in dem Gefühl oder in der Erkenntnis zu jenen Menschen zu gehören, welche sich durch die Nutzung moderner – vom gesellschaftlichen Mainstream noch kritisch und teilweise ängstlich betrachteter – Handlungsweisen oder Technologien, als digitale Avantgarde bezeichnen kann. Wir denken oder hoffen, es könnte möglich sein nur durch die Existenz eines neuen – sicherlich sehr mächtigen – Mediums die Welt zu verändern. Möglicherweise steht hinter unserer Begeisterung für das soziale Internet aber auch nur der ewige und vor allem auch männliche Wunsch modern und jugendlich zu bleiben. Dies könnte man zumindest meiner Generation vorwerfen.

Nun ist es so, dass Social Media als Selbstzweck prinzipiell Stillstand bedeutet. Wer sich nur um sich selbst dreht und sich darauf beschränkt sein tolles Steckenpferd als die Lösung aller Probleme zu sehen, verkennt, dass damit keinerlei Veränderung hervorgerufen wird. In zahlreichen Blogs, bei Facebook, auf twitter und an vielen anderen Orten im Internet wird das Social Media Loblied gesungen. Alles ist auf einmal Social Media bzw. für die Lösung eines jeden Problems ist Social Media erforderlich.

Nur wie kommt es dann zum Beispiel, dass den vielen Unternehmen – die unser Leben negativ beeinflussen, oder die wie BP unsere Lebensräume zerstören, nach wie vor schalten und walten können, als sei nichts geschehen. Inwiefern können wir wirklich darauf hoffen, dass Social Media eine demokratische Revolution hervorruft, die dazu führt, dass alle oder zumindest viele Menschen ihr Schicksal in die eigene Hand nehmen und sich mit Hilfe des Internets eine neue (bessere) Welt schaffen. Warum greift die inzwischen fast überall stärkste Fraktion der Nichtwähler – die ja eigentlich daran interessiert sein müssten ihrer Abneigung gegen die Parteien und deren rekursive Selbstbezogenheit – nicht auf die Möglichkeiten des Internets zurück, um Apathie in aktive Veränderung zu verwandeln?

Ein wie auch immer geartetes technisches oder auch soziales Werkzeug reicht einfach nicht aus, um auch nur einen einzigen Menschen zum Umdenken zu bewegen.

Wenn wir als  selbst ernannte „Social Media Experten“ in Unternehmen gehen und etwas über die Möglichkeiten von Social Media berichten, sollten wir darauf achten, auf welchen Resonanzboden unsere Botschaft dort stößt. Selbst wenn wir dort vor der Nutzung von Social Media nach klassischen Marketing Prinzipien warnen, können wir nicht davon ausgehen, dass diese Warnungen sich auch im Handeln der betroffenen Unternehmen ausdrücken.

Veränderung ist nun mal eine der schwersten Aufgaben im Leben von Menschen. Dabei fällt es einzelnen Menschen in der Regel  noch viel leichter sich zu verändern als Unternehmen, denn Organisationen neigen nun einmal dazu Strukturen auszubilden, deren Gemachtheit und Kontingenz schon nach kurzer Historie kaum noch hinterfragbar ist. Und dort wo Hinterfragung aufgrund vorhandener Potentiale noch möglich wäre, verhindert Macht, Abhängigkeit und auch Geld den erforderlichen Diskurs

Wenn aber Social Media zum guten Ton der Wirtschaftskommunikation gehört.  Wenn es zur Mode oder zum Trend wird, wenn also Unternehmen Social Media nutzen müssen, damit Sie eine entsprechende Rationalitätsfassade aufbauen können, weil die menschliche Umwelt dies erwartet, dann ist der Punkt erreicht, an dem es mit der Wirkung nicht mehr weit her ist. Wie viele Unternehmen schmücken sich zum Beispiel inzwischen mit dem Begriff „Nachhaltigkeit“, weil es zum guten Ton modernen Managements gehört.

Auch in Sachen Social MediaNutzung erleben wir gerade, wie mehr und mehr Unternehmen das zweifelhafte – weil in der Regel inhaltsleere – Prädikat eines Social Media nutzenden Unternehmens erwerben.

Denn eigentlich geht es für Mensch, Unternehmen und Gesellschaft um viel grundsätzlichere Fragen. Es geht um die Lösung von Problemen, die nicht automatisch durch die zweifellos herausragenden Möglichkeiten des Internets gelöst werden. Insofern ist jedes Gefecht um Sinn und Unsinn bzw. Versprechungen und Gefahren des Internets eigentlich überflüssig und verschwendet nur die Zeit und Kraft, die wir benötigen, um die existentiellen Fragen anzugehen. Mal abgesehen von der nicht ganz unerheblichen Frage menschlicher Freiheit oder Demokratie

Ölgemälde?

Auch Banking wird nicht besser oder anders durch die Nutzung von Social Media. Sind die vielen Banken, die sich inzwischen auf twitter , Facebook und Co tummeln wirklich anders geworden. Einige schon. Die meisten nicht und ein paar machen dort einfach das, was sie entweder schon immer so gemacht haben oder was in ihren Genen liegt im Verlauf der ökonomischen Evolotion der letzten 100 Jahre aber in Vergessenheit geraten ist, weil es nicht wettbewerbsfähig zu sein schien.

Es gilt in den folgenden Beiträgen meines Blogs näher zu erläutern, worauf wir uns wirklich konzentrieren sollten. Nun beginnt in jedem Fall das Gelöbnis. Nicht ohne noch einmal darauf hinzuweisen, das uns das soziale Internet eine historische Chance zur Erneuerung bietet, die wir gemeinsam und weltweit mit Inhalten füllen müssen. Dieser Inhalt ist aber nicht Social Media selber.

Links zum abbiegen

Junge Menschen brauchen keine Billy Regale mehr

Beginnen wir mit einer Studie, die viele das Wort Kulturverfall ausrufen lässt. Eine Studie aus Großbritannien zeigt uns, dass 86 % der 7 – 16- jährigen ein Mobiltelefon aber nur 73 % ein Buch besitzen.  Wenn man also möchte, dass junge Menschen weiterhin lesen, muss man das Buch wohl doch irgendwie modernisieren oder zumindest einfach auf das Mobiltelefon bringen.

Hier den ganzen Artikel auf ReadWriteWeb lesen

Das erste deutsche Social Banking Buch

Ist in diesen Tagen endlich erschienen. Lothar Lochmaier gibt diesem Buch den zielführenden Titel: Die Bank sind wir oder wie die Volksbanken Raiffeisenbanken sagen würden: Die Bank gehört den Mitgliedern. Im Buch – welches zwar bereits auf meinem Büchertisch liegt allerdings noch ungelesen – gibt der Autor einen umfangreichen und gut recherchierten Überblick über die – sich allerdings nur sehr langsam entwickelnde Finance 2.o Szene in Deutschland. Dabei werden die wesentlichen  Entwicklungen und auch Begrifflichkeiten dargestellt. Sehr interessant auch der Ausblick in die Zukunft und der Autor des Finance2.0 Blogs freut sich natürlich auch darüber im Buch zitiert wurden zu sein.

Deshalb – der Urlaub steht ja auch für einige vor der Tür – die unbedingte Kaupfempehlung der Woche. Und hier noch eine Beschreibung des Buchinhaltes vom Blicklog.

Auf ein weiteres spannendes Buch dürfen wir uns für den Spätsommer freuen, denn dann erscheint das Buch Bank2.0 von Brett King, welches gerade Platz 1 auf der Vorbestell Ranliste bei amazon UK einnimmt. Offensichtlich ein Zeichen dafür, dass es durchaus einige Menschen gibt, die denken, dass es Zeit ist Banking zu hinterfragen und zu verändern.

Wer nicht mehr bis August warten kann, sollte gelegentlich mal im Blog des Autors vorbeischauen

http://bank2book.wordpress.com/

Bank Simple: Aber gute Technik reicht auch im Banking nicht

Bei aller Euphorie – die ja aufgrund der Hinterfragung des vermeindlich Selbstverständlichen in der Finanzbranche entstehen könnte – sollte man aber nicht vergessen, dass Banking kein technologische Dienstleistung ist, auch wenn Technik als Enabler ja immer wichtiger wird. Aber selbst eine herausragende allen anderen Entwicklungen überlegene Banktechnologie, wird nichts daran ändern, dass der Erfolg eines Finanzunternehmens vom Service und den Menschen abhängtl Im dem Zusammenhang wird es spannend sein zu beobachen, wie erfolgreich alle jene Unternehmen sein können, die vor allem Technologie getrieben die Finanzbranche erobern möchten. Diese Frage stellt sich zurecht auch Ron Shelvin in seinem Blog „The Marketing Tea Party„. Eine Lektüre dieses sehr schönen Artikels kann ich nur jedem ans Herz lesen, vor allem den Genossenschaftsbankern.

Hier aber auch ein positiver Beitrag zur gerade sehr populären „BankSimple“ vom netbanker Blog.

http://www.netbanker.com

Und auch der deutsche Blog „Netzwertig“ beschäftigt sich mit der verführerischen Option einer einfachen Bank.

http://netzwertig.com/2010/05/25/banking-im-digitalen-zeitalter-entschleunigung-vom-echtzeitweb/

Sollen Banken Iphone Apps entwickeln

Um bei den Genossenschaftsbanken zu bleiben. Wann ist es für diese  doch eher regional ausgerichteten Unternehmen sinnvoll ein eigenes iphone oder ipad App zu entwickeln. Im Credit Union Blog gibt es hierzu einige Hinweise. Meine persönliche Meinung darf hier aber auch nicht zu kurz kommen: Bevor man sich zu intensiv mit Apps beschäftigt, sollte man auch noch mal die eigenen Internetseiten in den Fokus nehmen, denn diese sind vor allem in Sachen Kundenerlebnis bei den meisten Banken doch recht wenig entwickelt. Dies könnte möglicherweise daran liegen, dass man sich hier zu sehr auf sogenannte Experten verlässt und die Chance den Kunden oder Verbraucher direkt zu fragen meistens ungenutzt lässt. Eine besondere Rolle spielt hier zum Beispiel das ibi Institut aus Regensburg, deren jährliche Studie gerade solche Banken gut bewertet, deren Seiten ich zum Beispiel nicht besonders inspirierend finde.

Schokolade statt Geld

Das dachte sich ein britisches Unternehmen aus der Schokoladen Branche auf der Suche nach neuen Geldgebern. Wobei Banken ausdrücklich nicht einbezogen werden sollte. So gründete man kurzerhand einen Schokoladen Bond. Mehr Infos gibt es hier:

http://springwise.com/retail/chocolatebond/

Und bist Du nicht willig so brauch ich Gewalt

Beenden wir diese Link Rubrik einer nicht ganz so schönen aber irgendwie doch skurril lustigen Aktion. Bankräuber, welche bei dem Versuch unberechtigt an Geld zu kommen, eine ganze Bank in Schutt und Asche legen. Wehe wer da eine Analogie zu den Finanzhaien herstellt, die beim Versuch an immer mehr und noch mehr Geld zu kommen, ganze Länder in Schutt und Asche legen. Zumindest fast.

Und hier der Link zur Geschichte.

Finance2.0 #SocialBanking Netzwertig über Banksimple und Banking im digitalen Zeitalter http://ow.ly/1RC9p

So klingen Banken (Teil VI)

Menschen sind soziale Wesen und eine der wunderbarsten Hanlungs- und auch Interaktionsformen ist die Musik. Um zum Beispiel in Gruppen miteinander zu musizieren, ist sinnhaft aneinander orientiertes und aufeinander bezogenes Handeln erforderlich. Und auch Banken wirken direkt freundlicher und wohl auch sozialer, wenn sie bereit sind ihre musikalische Seite zu zeigen. Wie klingen sie, die Banken? Mit dieser Frage beschäftige ich mich hier von Zeit zu Zeit.

Der Klang der Raiffeisenbanken

Leider kenne ich die Raiffeisenbanken aus Österreich und einige von deren Mitarbeitern nur über das soziale Internet.  Was diese dort tun, finde ich allerdings sehr beeindruckend , weil hier die menschliche Seite des Bankings fühlbar und erlebbar wird.

Hier 2 Beispiele:

http://www.facebook.com/#!/raibalustenau?ref=ts

http://www.facebook.com/#!/raikaeberndorf?ref=ts

Persönliche Erfahrungen konnte ich also noch nicht machen, dennoch habe ich das Gefühl die Raiffeisenbanken Österreichs könnten ungefähr so klingen.

Ich entschuldige mich dafür, dass ich nicht auf das Original von Rainhard Fendrich verlinken kann. Ich trage jedoch nicht die Schuld dafür, denn dieses und viele andere Löcher im Internet werden Ihnen präsentiert von der „GEMA“

Und wie liege ich mit meiner Vertonung? Andere Vorschläge?

Die Isarrunde diskutiert über Social Banking

Die Münchner Isarrunde  ist eine Video-Gesprächsrunde Münchner Medienschaffender. Diese treffen sich regelmässig in einem Münchner Feinkost Geschäft und unterhalten sich bei modernen Kaffegetränkeen über den Einfluss digitaler Entwicklungen auf das täglicheLeben.

Zum Team der Isarrunde gehören Christoph Elzer, Dr. Benedikt Köhler, Anatol Locker, Michael Praetorius, sowie Michael Reuter.

Im letzten Talk war nun das Thema „Social Banking“ Gegenstand der Diskussion. Dabei wurde das Thema Finanzen aus einem etwas anderen Blickwinkel betrachtet. Ein eher philosophischer Blickwinkel, der vielen Bankern möglicherweise noch sehr befremdlich erscheint, der uns aber auch dabei hilft,  wieder zu den Grundlagen des Geschäftes zurückzukehren und uns mit den beinahe schon banalen Selbstverständlichkeiten des Bankings auseinanderzusetzen. Auf der anderen Seite lassen sich aber auch ganz neue Entwicklungen erkennen. Werden Banken zukünftig die Vernetzung von Menschen im sozialen Internet als ein Kriterium heranziehen, welches über die Kreditwürdigkeit dieser Menschen mit entscheidet. In den USA ist dies ja teilweise schon Alltag.

Also einfach mal anschauen. Und hier diskutieren.

Verrückt oder notwendig?

Vorsicht Suchtgefahr

Ich sitze gerade am Hamburger Flughafen und trinke noch ein Glas Wasser, bevor es zum nächsten Termin geht. Damit lege ich ein Verhalten an den Tag, welches ich mir noch vor fünf Jahren kaum hätte vorstellen können. Und wahrscheinlich hätten mich damals auch viele Menschen schief angeguckt. Heute ist das benutzen von Notebooks oder der nahezu süchtige Blick auf das Smartphone beinahe schon normal, auch wenn gerade Organisationen und Institutionene Probleme haben, diese – noch relativ neue – Form des menschlichen Handelns, in die alten – man kann fast schon sagen überkommenen – Strukturen zu packen.

So normal man persönlich dieses Verhalten auch empfinden mag. Störungen, die Unsicherheit erzeugen und damit auch Hinterfragung ermöglichen, sind wichtig. Ich halte Sie sogar für überlebenswichtig: In einer Welt, in welcher die eigene Sicht der Dinge immer seltener ins Wanken gerät, weil uns beigebracht wurde zu kleinen „Ich Ags“ zu mutieren.

Diese Störungen sollten auch vor unserem aktuellen Lieglingsthema „Social Media“ nicht halt machen. Eine US Studie von Retrevo hat sich deshalb mit der Frage beschäftigt, ob „Social Media“ auch zur Abhängigkeit führen kann und einige Ergebnisse sollten uns zumindest sensibel machen, für die negativen Seiten der über die Internet Technologie eingeleiteten evolutionären Weiterentwicklung des menschlichen Handelns.

http://www.retrevo.com/content/blog/2010/03/social-media-new-addiction%3F

Wir müssen nicht draussen bleiben

Auf der anderen Seite wird es uns Älteren nicht gelingen die Uhr zurückzudrehen. Wie wesentlich ein Medium, wie ein Buch oder auch das Fernsehen, die Kultur von Generationen und deren Verhaltensweisen prägen kann, wissen wir alle. Weil jede Generation dies am eigenen Leib erfährt. Die Millenials – das sind immerhin mehr als 2 Milliarden Menschen – beginnen die Entscheidung für einen Beruf davon abhängig zu machen, ob sie dort ihre Alltagstechnologien bzw. Handlungsinstrumente auch nutzen dürfen. Wer also den Computer, das Internet oder „soziale Netzwerke“  – aus welchen Gründen auch immer aussperrt – wird möglicherweise nicht mehr die hoch vernetzten Topbewerber erreichen können.

A shocking 21% of young adults said they would turn down a job if it didn’t allow them to access social network sites or their personal email during work hours, according to a new global survey of workplace attitudes and behaviors by Clearswift, a software security company

http://www.mediapost.com/publications/?fa=Articles.showArticle&art_aid=128674

Offenbar befinden wir uns also in einer Zwickmühle und wir sollten unsere Unsicherheit nutzen, um  bestehendes zu Hinterfragen und möglicherweise neue Wege zu finden alte Probleme anzupacken. Darüber hinaus haben wir die Chance auszuhandeln was „Falsch“ und was „Richtig“ sein kann. Allerdings muss alt und neu hier dieselbe Chance erhalten. Oder was denken Sie?

Mein Lieblingssport und die Finanzkrise

Meine Daumen blieben ungedrückt

Am Samstag hat die Bild Zeitung mal wieder ordentlich gelogen: Ganz Deutschland drückt Bayern München die Daumen! So oder so ähnlich lautete da eine Schlagzeile.

Nein sorry! .Ich wurde nicht gefragt und selbst wenn ich mich noch so sehr bemüht hätte:

Ich konnte Bayern München nicht die Daumen drücken und durfte deshalb in einer meiner Lieblingseisdielen mit dessen Inhaber – einem fanatischen Inter Mailand Fan – ein leckeres Uerige (Altbier) auf den Sieg der Blau/Schwarzen  trinken.

Bald ist es soweit

Fussball kommt langsam wieder in Mode, denn in weniger als 3 Wochen beginnt die Weltmeisterschaft in Südafrika. Ganz Deutschland wird dann – so wird wohl die Bildzeitung titeln – wieder ein Fussball sein. Da ich mich diesesm Thema natürlich auch nicht entziehen kann, werde ich in meinen aktuellen Vorträgen – welche ich in den nächsten 4 Wochen noch drei mal vor Volksbanken Raiffeisenbanken halten werde – die Gemeinsamkeiten von Fussball und Social Media darlegen.

Das es darüber hinaus auch Gemeinsamkeiten zwischen Fussball und der Finanzkrise gibt, konnte man am Freitag im Handelsblatt nachlesen. Der Titel des Beitrages von Stefan Marx und Hans Peter Siebenhaar:

Das Milliarden Risiko Champions League

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Um unsterblich zu werden,  geht der Mensch gerne einmal höhere und unkalkulierbare Risiken ein. Ob dies auch der Antrieb der Verursacher der Finanzkrise war, vermag ich nicht zu beurteilen, aber um die Champions League zu gewinnen, riskieren die Vereinsoberen nicht nur Kopf und Kragen, sondern vor allem das Geld und die Identität des Vereins. Man liefert sich – so der Artikel – Finanzhaien aus, um das notwendige Kapital zu beschaffen, welches für einen Titelgewinn benötigt wird. Und – wir sind nicht verwundert – vor allem Spanien, England, Italien, Griechenland und auch die Türkei gehen hier gerne ein zu hohes Risiko ein.

Eine emotionale Bindung zum Verein muss man dafür gar nicht mehr haben. Es geht darum sich unsterblich zu machen. So kommt es dann, dass z.B. Manchester United inzwischen mit 800 Millionen Euro verschuldet ist und Englands Proficlubs mitterweile über mehr als 4 Milliarden Euro Schulden klagen. Auch Inter Mailand dürfte der Titel sehr viel Geld gekostet haben und als kleine Randnotiz des gestrigen Endspiels fiel auf, dass bis fast zur neunzigsten Minute kein einziger Italiener auf dem Spielfeld in Madrid stand. Natürlijh könnte man jetzt einseitig mit dem Finger auf die ausländischen Clubs zeigen und Bayern München – weil vernünftiger wirtschaftend – zum Sieger der Herzen erklären (Nein – niemals) – aber Borussia Dortmund hat ja nicht anders als Inter Mailand und Co gehandelt, um die Champions League zu gewinnen. Und auch Schalke 04 müsste ja eigentlich schon lange ohne Lizenz dastehen. Doch was für Banken und Politiker gilt, gilt auch für Fussballvereine und Funktionäre: Es handelt sich einfach um 2 Seiten derselben Medaille.

So zeigt sich mal wieder, wie schön man den Fussballsport heranziehen kann, um soziale Phänomene zu erklären. In diesem Sinne:

Bleibt zuhause im Sommer

Finance20. #FilialenCitibank Seeks To Win Customers Through New Spaces | CScout – http://ow.ly/1O6lW

I wrote a new Blog Post. Der Kern von #SocialBanking – Motive + Antriebe. ‘Finance 2.0 – http://ow.ly/1O5I6

Was uns antreibt

Banken und Menschen

Im Mittelpunkt der Dienstleistung von Banken sollte eigentlich der Mensch stehen. Menschen sind soziale Wesen und ihr Verhalten und Handeln folgt Motiven oder Antrieben. Nun sind – das sollte man hier zumindest als Fußnote erwähnen – nicht alle menschlichen Antriebe positiv. Das heißt: Nicht alle menschlichen Antriebe sind ohne negative Folgen für andere Menschen und deren soziale und natürliche Umwelt.Das Komplizierte und vertrackte steckt in der Tatsache, dass menschliches Handeln ist in seiner Wirkung niemals nur auf die eigene Person beschränkt beibt

Die Sozialpsychologie kennt sechs soziale Motive

Geselligkeit

Attraktion

Hilfreiches Verhalten

Gerechtigkeit

Aggression und Feindseligkeit

Kontrolle, Kontrollverlust und Freiheit der Wahl

Diese Motive bringen einerseits Objekte hervor. Sie drücken sich aber auch in Objekten und Objektivationen aus. Nehmen wir das Motiv Geselligkeit. Hierin findet sich zum Beispiel das Prinzip der sozialen Vergleiche. Menschen haben ein hohes Interesse an jeder Form von Vergleichsinformation. Laut Leon Festinger besteht im menschlichen Organismus ein Trieb zur Bewertung seiner Meinungen und seiner Fähigkeiten. Wenn objektive Mittel zur Bewertung nicht zur Verfügung stehen, bewerten Menschen ihre Meinungen und Fähigkeiten durch Vergleich mit den Fähgikeiten bzw. Meinungen Anderer. Dabei spielt dann aber noch die eigene Ähnlichkeit zu dieser Person eine besondere Rolle. Wir vergleichen uns eher mit Personen, denen wir eine bestimmte Ähnlichkeit zu unserer eigenen Person, unseren Wertvorstellungen und Meinungen zuschreiben. Diese Theorie von Festinger wurde später vor allem durch die Attributionstheorie ergänzt und verfeinert. Festingers Betrachtungsweise reicht aber hier aus, um darzustellen wie psychologische Faktoren menschliche Antriebe bestimmen.

Ein Antrieb führt zur Nachfrage

Aus Sicht einer Bank oder eines Bankangestellten treten diese Antriebe immer nur in der Nachfrage nach bestimmten Bankprodukten in Erscheinung. Ein Mensch kommt zur Bank, weil er einen Kredit benötigt, mit welchem er ein Haus bauen oder ein Auto kaufen möchte. Dabei ist der Wunsch nach einem Auto oder einem Haus gesellschaftlich geprägt, er entspricht einem Bedürfnis, welches nur temporär und örtlich begrenzt (wobei temporär auch mehrere Jahrzehnte oder Jahrhunderte und örtlich auch weltweit bedeuten könnte) vorhanden ist. Allgemeiner betrachtet dient das Auto dem Bedürfnis nach „Mobilität“ und „Unabhängigkeit“, das Haus, dem Bedürfnis nach „Schutz“  und „Privatheit“ und z.B. einem Ort, welcher als zuhause erlebt werden kann.

Während der Zusammenhang zwischen dem menschlichen Antrieb und dem Bankprodukt hier – auch für den Bankberater noch auf der Hand liegt, sieht dies mit zunehmender Abstraktheit des Bankproduktes schon ganz anders auf.  Der Mensch wirkt – und das wird mit zunehmendem eigenen Vermögen noch intensiviert – auf den Berater immer stärker als eine Person, die an der Maximierung ihrer Einnahmen also an maximalen Gewinnen interessiert hat. Der Antrieb des Menschen wird immer abstrakter. Geld – welches ja eigentlich nur Mittel zum Zweck oder Instrument zur Realisierung von Antrieben sein sollte – wird zum Selbstzweck. Die Bank verwaltet nur noch Geld und ist im Eigeninteresse an einer weiteren Maximierung interessiert. Der Kunde hat kein Gesicht mehr. Er taucht allenfalls noch in Form von schwarzen Buchstaben auf Papier oder in virtuellen Kundenakten auf.

Erfolg und Wachstum der Bank beschleunigt diesen Prozess nur noch.  Je größer und virtueller die Bank wird, desto mehr geraten die wahren Antriebe in den Hintergrund. Banking verliert den Bezug zu seinem Objekt den Menschen. Das Internet der Phase 1 und 2 hat dies nur beschleunigt. So praktisch für viele von uns das Online Banking inzwischen geworden ist,  es hat dazu geführt, uns von unserer Bank und den Menschen in der Bank zu entfernen. Es entfernt uns sogar ein Stück weit von der Bedeutung des Geldes und von unserem Gefühl für dessen Wert. Das kann jeder selber mal ausprobieren. Einen 100 Euro Schein entlasse ich weniger gern aus meiner Geldbörse als das ich eine Überweisung per PIN und TAN über das Online Banking durchführe.

Irrwege: Web 2.0 und Social Media

Die Begriffe Web2.0 oder auch Social Media führen uns in die Irre. Denn beide Begriffe lassen und direkt daran denken ein Instrument zu besitzen, welches, für welchen Zweck auch immer, einsetzbar ist. Die Ideologie der Machbarkeit spielt hier eine Rolle. So entsteht dann leider auch der Eindruck „Social Banking“ setze die „Nutzung von „Social Media“ voraus und selbst der Begriff „Social Banking“ ist nur eine Verdopplung. Denn genauso wie Media das soziale innewohnt, indem es menschliches Handeln ermöglicht , befördert und vernetzt ist auch Banking nichts anderes als eine Form menschlichen Handelns, welches auf Interessen, Projekte und eben auch Antriebe referenziert.

Die Antriebskampagne der Volksbanken Raiffeisenbanken

Wenn die Volksbanken Raiffeisenbanken nun also mit Ihrer „Was uns antreibt“ Kampagne einem jungen Menschen den Wunsch erfüllem, sein  Hobby „Zaubern“ zum Beruf zu machen, dann ist dies der Ausdruck dessen, was „Social Banking“ umfasst. Die Dienstleistung der Bank bezieht sich auf den ganzen Menschen. Es geht nicht mehr nur darum dem Kunden Mittel zur Verfügung zu stellen, sondern- im Rahmen der ökonomischen Möglichkeiten – diesen bei der Realisierung seiner Antriebe zu helfen. Dabei erlebt die Bank die Realisierung plastisch mit. Der Erfolg stellt sich für die Bank als nicht nur in der rechtzeitigen Rückzahlung der Raten und Zinsen dar.

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Hier geht es zum Blog von Marco Weissenberg. Dem Sieger des youtube Contestes der Volksbanken Raiffeisenbanken

http://marcoweissenberg.com/simon/

Und hier ein Video von Marco auf dem Weg zur grossen Show:

Im Grundsatz kehrt die Bankengruppe damit zu Ihren Wurzeln zurück. Denn in den damals etwas überschaubareren Zeiten,drückte sich die Realiserung der Lebensziele der Kunden eben durch mehr aus als nur „Geld und Zinsen“ . Dies Realisierung war darüber hinaus an sich verbessernden sozialen Verhältnissen der Kommunen direkt spür- und fühlbar.

Das ist eigentlich gar nicht so neu. Denn in den Gründungsjahren der Genossenschaftsbanken bis fast in die heutige Zeit bestand und besteht diese Möglichkeit noch. Sie wurde nur aus vielfältigen Gründen aus den Augen verloren. Sicherlich auch, weil die ganzheitliche Betrachtungsweise aus den Augen verloren wurde, weil sie im Konkurrenzkampf mit anderen Banken kein geeignetes Mittel mehr zu sein schien.

Nun darf es nicht bei einer „Marketing Kampagne“ und vorsichtigen Schritten in den Online Dialog (youtube Kanal, twitter Accounts, vrfuture Community) bleiben. Da muss mehr kommen. Vor allem auch der Mut und die Erkenntnis, dass  Menschen es zu schätzen wissen, wenn Ihnen geholfen wird. Menschen belohnen Menschen oder auch Unternehmen, die gut sind, die Ihnen helfen, die Bedeutung produzieren.

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Warum nicht z.B. die Realisierung des Antriebs von jedem Kunden verfilmen oder sonstwie in emotionalen Formaten festhalten?

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Damit wären wir einerseits wieder bei den sozialen Motiven andererseits aber auch bei einer enstehenden neuen Ökonomie. Bei neuen Regeln für den ökonomischen Erfolg. In unserer Welt des  Hyper Wettbewerbs und der Hyper Collaboration, in welcher die ehemaligen Konsumenten zu gleichrangigen Mitspielern werden und staatliche Regulierungen mit Argusaugen auf das Handeln der Banken schauen und häufiger auch eingreifen werden,  wird hilfreiches und nachhaltiges Handeln und die Absicht den Menschen etwas Gutes zu tun zum Erfolg führen.

Fangen wir also an uns des Hilfsmittels Internet professionell zu bedienen, um mit Menschen in Kontakt und Dialog zu treten. Um herauszubekommen was sie schätzen und wie wir ihnen helfen können ihre Probleme zu bewältigen. Um festzustellen was sie bereit sind uns dafür zurück zu geben. Lernen wir durch zuhören und sprechen voneinander und beziehen die Menschen in die Entwicklung unserer Unternehmen aktiv mit ein. Lasst uns ehrlich und offen aufeinander zugehen und uns gegenseitig sagen, was wir ändern sollen und was wir beibehalten können.  Nutzen wir unsere zweite Chance, die ohne das Internet nicht gekommen wäre. Denn weil  das Internet und Media von Natur aus sozial sind, müssen auch Unternehmen zukünftig sozial sein, um noch erfolgreich sein zu können.