Monatsarchiv: April 2010

Guido Augustin beantwortet 6 Fragen und Zusatzfrage

Guido Augustin ist Kommunikatonsberater. Sein twitter Profil hat über 8000 Follower. Ähnlich erfolgreich sind die Social Media Aktivitäten der Bürgschaftsbank Hessen, deren twitter Account einer der am schnellsten wachsenden in der deutschen Finanzbranche ist und auch der Blog der Bürgschaftsbank ist informativ, stark frequentiert und vor allem vollgepackt mit hilfreichen Informationen für die Nutzer und einem regen Austausch zwischen den Bloggern und eben diesen Nutzern. Guido Augustin ist einer der Väter dieses Erfolges und ich freue mich sehr über seine Bereitschaft meine 6 Fragen zu beantworten.

1. Die Bürgschaftsbank Hessen nutzt Social Media schon etwas länger.
Sie betreiben einen twitter Account mit mehr als 4350 Followern. Dabei
hatten Sie schon sehr schnell über 3000 Follower. Wie kommt man so
schnell an so viele Follower?

ga – Die Aufmerksamkeit zum Start war recht hoch, denn die Bürgschaftsbank Hessen war die erste deutsche Bürgschaftsbank, die in Social Media aktiv wurde. Dazu kommt, dass ich mit meinem persönlichen Account (@guido_augustin) eine gewisse Popularität in der Twitterwelt erreicht habe, so dass die regelmäßigen Empfehlungen zum Start des Accounts @buergschaft sicher geholfen haben, schnell auf viele Follower zu kommen. Außerdem folgten wir gerade in der Anfangszeit
selbst vielen Accounts, die thematisch oder geographisch ins Profil zu passen schienen.

2. Ist es wichtig viele Follower bei twitter zu haben bzw. wann kann man sagen, dass ein Unternehmen erfolgreich bei oder mit twitter ist?

ga - Die Zahl der Follower, also die theoretische Reichweite, ist ein wichtiges Kriterium bei Twitter und wenn wir davon ausgehen, dass auch PR in Zeiten der one-to-many-Kommunikation neue Wege geht, machen
viele Follower grundsätzlich Sinn. Jedoch darf man viele Follower beileibe nicht als alleinige Erfolgswährung sehen. Der kommunikative Wert bemisst sich selbstverständlich auch an der Qualität und Aktivität der untereinander verbundenen Accounts. Die Webevangelisten (www.webevangelisten.de) haben da für den deutschen Sprachraum eine ehrenwerte Initiative gestartet, indem sie für ihre Top 100-Rankings nur solche Accounts zählen, die innerhalb eines bestimmten Zeitraums aktiv waren und eine bestimmte Anzahl an deutschen Wörtern verwendet haben.
Ein Unternehmen ist dann erfolgreich auf Twitter, wenn es seine selbstgesteckten Ziele erreicht hat, das hängt nur mittelbar mit der Anzahl der Follower zusammen.

3. Mit welchem Ziel haben Sie Ihre twitter Aktivitäten gestartet und wie sieht Ihr aktuelles Fazit aus?

ga – Ursprünglich haben wir den Twitter-Account gestartet, um das Blog Buergschaft-ohne-Bank.de (www.buergschaft-ohne-bank.de) zu unterstützen und auf diesem Wege zusätzlichen Traffic zu generieren. Dabei zeigte sich ein interessanter Nebeneffekt: Kaum war der Twitter-Account aktiv und die Follower-Zahl stieg gut an, verdoppelten sich die Zugriffszahlen auf dem Blog. Die nahe liegende Schlussfolgerung, dass viele Twitter-Follower direkt in den Blog geleitet würden, war jedoch falsch. Der Blick in die Statistik verriet, dass zwar Besucher über Twitter gekommen war, doch der starke Anstieg kam von der Quelle Google. Die Twitter-Aktivitäten hatten eine deutliche Verbesserung des Google-Rankings bewirkt. Merke: Twitter bringt auch Google-Juice…

4. Was machen Sie noch in Sachen Social Media?

ga – die Bürgschaftsbank Hessen betreibt seit beinahe drei Jahren den Blog Buergschaft-ohne-Bank.de, wo wir über Themen für die Zielgruppe, nämlich mittelständische Unternehmer und Existenzgründer, berichten. Dazu gibt es den Twitter-Account @buergschaft, derzeit denken wir über eine Facebook-Seite nach.

5. Welche Ziele verfolgen Sie damit?

ga – Die Plattformen, auf denen sich die Zielgruppe(n) der Bürgschaftsbank Hessen finden, werden mehr. Wir beobachten also hier analog zur gesamten Kommunikationsbranche, dass mehr Plattformen bedient werden müssen, weil es eine Diversifizierung gegeben hat. Entsprechend versuchen wir, die Botschaften der Bürgschaftsbank Hessen ergänzend zur klassischen Pressearbeit auf diesen verschiedenen Plattformen zu platzieren. Das Oberziel ist immer, die Bekanntheit der Bürgschaftsbank Hessen in den genannten Zielgruppen zu erhöhen, denn noch immer gibt es Unternehmer, die nichts (oder nicht genug) von der segensreichen Einrichtung des Bürgschaftssystems wissen.

6. Wie zufrieden sind Sie mit den Ergebnissen Ihrer Aktivitäten

ga – Wir sind sehr zufrieden – und der Verband der Bürgschaftsbanken, in dem die Bürgschaftsbank Hessen organisiert ist, ist es auch. Die Wahrnehmung bei der relevanten Zielgruppe ist stark gestiegen und dem voran geht ein beständig zunehmendes Medieninteresse, zuletzt berichtete das ARD-Magazin „Plusminus“ über den Staat als Bänker und zog als Erfolgsbeispiel einen Förderfall der Bürgschaftsbank Hessen heran. Durch die kontinuierliche Pressearbeit, kombiniert und ergänzt
durch die Social Media-Aktivitäten, ist die Medienpräsenz der Bürgschaftsbank Hessen sehr hoch.

Und hier die Zusatzfrage:

Wenn Sie der Bürgschaftsbank ein Musikstück zuordnen müssten. Wie klingt die Bürgschaftsbank Hessen?

ga - Wenn die Bürgschaftsbank Hessen ein Lied wäre, sie wäre „Ein Stern (der deinen Namen trägt)“, weil dieses Lied erstens in den ewigen Charts ganz weit oben steht (56 Wochen in den Top 20, http://ki.informatik.uni-wuerzburg.de/~topsi/deu_all_timet.html), also ein echter Dauerbrenner ist und zweitens, weil der Titel
wunderbar zum Geschäftsprinzip passt: Die leuchtenden Sterne sind nämlich nicht die Bank, sondern die Unternehmer, deren Name dank der Bürgschaftsbank Hessen heller strahlt ;o)

Hier die anderen Interviews:

Lothar Lochmaier

Suitbert Monz

Dr. Harald Meissner

Mustapha Behan

So klingen Banken (V)

In Sachen nachhaltige Banken bin ich ja ein wenig konservativ. Eine nachhaltige Bank gewinnt bei mir an Vertrauen, wenn sie diese Nachhaltigkeit unabhängig davon lebt und praktiziert, dass es zu einem bestimmten Zeitpunkt besonders lukrativ oder modern ist  bzw. zu sein scheint. Nachhaltiges Banking hat viel mit Überzeugungen und Werten zu tun, welche man dem Unternehmen und auch den einzelnen Mitarbeitern abnehmen können muss. Dies gilt insbesondere im Zeitalter der Transparenz. Die GLS Bank ist eine solche Bank für mich und hier folgt nun der Versuch einer Vertonung. So klingt – für mich – die GLS Bank:

und so

und vielleicht noch so

Einwände oder ander Ideen?

Sind Banken innovativ. Spanische schon

Die Frage nach der Innovationsfähigkeit von Banken muss ja auch beantwortet werden. Wobei man grundsätzlich noch über den Innovationsbegriff diskutieren könnte. In Anlehnung an Umair Haque würde ich zwischen Unnovation – also Veränderungen die keine echten nachhaltigen und nicht schädlichen Werte und Ergebnisse produzieren- und Innovation – die genau das Gegenteil erreicht. Also „Thick Value“ produziert und sich damit aber von grundlegenden Selbstverständnissen der Art und Weise wie man „Banking“ betreibt löst, auch wenn man aktuell mit „Unnovation“ offenbar immernoch mehr Geld verdienen kann. Die positiven Ergebnisse vieler Investmentbanken sind ein Beleg dafür, wobei ja hier gerade die an anderer Stelle verursachten Schäden nicht berechnet bzw. eingerechnet werden und häufig ja sogar ein Bewertungsmasstab fehlt.

Ich zitiere aus dem „The Great to good Manisfest“ und frage wie eine Bank aussehen würde, welche sich an den im Artikel beschriebenen Prinzipien orientieren würde

„Today, as the globe strugles wisth an historic economic decline, it´s time for a new revolution. I´d like to advance a hypothesis: Today´s great competetive challenge isn´t going from Good to Great. For people, companies, and countries, it´s going from great to good.“

Umair Haque: The Great to good Manifesto.

Offenbar sind spanische Banken mutiger und experimentierfreudiger als z.B. die deutschen Banken, die – wenn ich die Frage nach deren Innovationsfähigkeit und -bereitschaft beantworten müsste – eher nicht zu den innovativsten Unternehmen in Deutschland gehören. Von der Caja Navarra habe ich hier bereits einige Male berichtet. Chris Skinner hat noch einige weitere Beispiele zusammen getragen. In seinem aktuellen Blog Post berichtet er von der Banco Sabadell, die erste Bank mit einer eigenen ipad Anwendung, die man sich hier einmal anschauen kann.

Und dann gibt es da noch diese Innovation der Santander Bank, wo sich die Frage aufdrängt. Macht das wirklich Sinn oder ist da einfach die Phantasie mit Jemandem durchgegangen. Ist das jetzt Innovation oder Unnovation? Und was daran wird uns zukünftig in irgendeiner Weise wieder begegnen?

Was denken Sie. Unnovation oder Innovation? Und was ist Innovation für Banken im Jahr 2010?

Follow the money

Auf der Seite „ Cool Infographics“ gibt es coole Infografiken und ebenso coole Info Videos. In einem Video mit dem Titel „Follow the money“, welches die Ergebnisse eines Projektes von 2 Studenten der Northwestern University zusammenfasst, wird mit der Hilfe von Daten der Internetseite Where’s George? gezeigt, wie sich Bargeld innerhalb der USA bewegt. Das Video stellt dar, dass es natürliche Grenzen gibt, die offenbar nichts mit Staatsgrenzen zu tun haben und ausserdem können die Daten offensichtlich eingesetzt werden, um vorherzusagen, wie sich Krankheiten verbreiten werden. Zur Erinnerung: Es geht um das Tracking von Bargeld. Wenn dieses übertragen werden soll, ist damit zwangsläufig auch das Bewegen von Menschen verbunden, denn diese Form des Geldes kann nur von Person zu Person übertragen werden.

Wäre natürlich mal interessant eine entsprechende Analyse für Deutschland oder Europa durchzuführen. Dabei würden mich vor allem die lokalen Märkte interessieren.

Kleine Umfrage zu Social Networks

Ich bin gebeten wurden einen Link zu einer Umfrage zum Thema Social Networks für Volksbanken Raiffeisenbanken zu posten. Dieser Bitte eines DHBW Studenten, der zusammen mit einigen Azubis ein entsprechendes Projekt innerhalb einer Genobank durchführt, komme ich hiermit gerne nach.

www.voba-umfrage.de.vu

Banken sollten Menschen schlauer machen

So oder so ähnlich habe ich mich im März auf  der webciety Banking 2.0 Diskussionsrunde während der Cebit geäussert. Nicht alle Diskussionsteilnehmer waren meiner Meinung. Mir wurde entgegengehalten, das dies nicht die Aufgabe der Banken sei. Nur wo führt es hin, wenn wir alle uns nur auf die von uns selbst oder anderen zugeschriebenen Aufgaben konzentrieren. Veränderung und vor allem Verbesserung wird dann kaum noch möglich sein. So was kann man im Extrem auch „organiserte Unverantwortlichkeit“ nennen.

Gestern und heute

Wenn man sich mal umschaut, was Banken heute und früher tatsächlich in Sachen Fort- und Ausbildung von Jugendlichen tun oder getan haben, kann man nicht so richtig viel Positives erkennen. Lediglich Sparkassen und Genossenschaftsbanken sind hier schon immer aktiv gewesen. Wobei natürlich alle Finanzinstitute hiermit das Ziel verfolgen, neue Kunden zu gewinnen. Um junge Menschen in Finanzfragen schlauer zu machen, wäre unabhängige und nicht produktorientierte Ausbildung sicherlich besser und auch diese wird sich über kurz oder lang für die Banken auszahlen.

Nun muss man, um die jungen Zielgruppe heute überhaupt noch zu erreichen, auch die Medien und Kulturmittel dieser Generation nutzen. Bunte Zeitschriften oder lustige Events reichen nicht mehr aus. Auch der Jugendberater ohne Schlips wird den meisten jungen Menschen nur ein mitleidiges Lächeln ins Gesicht zaubern.

Leider bin ich auch lange aus dem Alter heraus, um noch wissen zu können, wie man junge Menschen begeistert und wie man, das – für die Meisten – nicht so spannende Thema Finanzen vermittelt. Die aktive Einbindung, der gegenseitige Respekt und auch der Dialog an Orten, an denen sich die jungen Menschen wie zuhause fühlen, könnten sicherlich zu berücksichtigende Punkte sein.

2 Milliarden

Das sich immer mehr Banken schwer damit tun Jugendliche zu erreichen,  mag auch an der fehlenden Medienkompetenz liegen. 2 Milliarden junge Menschen (die Millenials) sind mit einem Medium groß geworden, welches viele von uns Älteren nicht verstehen oder sogar verteufeln. Gerade Banken sind in Sachen Technologie doch meistens sehr konservativ, sieht man einmal von jedenen Einsatzfeldern ab, in denen Technologie vor allem Effizienz und Effekivitätsvorteile bringt. Die Kommunikation und der Dialog über die Medien und mit Hilfe der Kulturtechniken der Millenials findet kaum und vor allem kaum professionell statt.

Commonwealth Bank macht schlau

Im Visible Banking Blog von Christopher Longlois bin ich auf eine sehr spannende Initiative der Commonwealth Bank aus Australien aufmerksam geworden. Offenbar ist man dort  – genauso wie ich – der Meinung, dass Banken Menschen schlauer machen sollten und zusätzlich hat man einen Weg gefunden, mit welchem man die jungen Menschen erreicht, wenn nicht sogar begeistert.

Vor einigen Tagen hat die Commonwealth Bank das Coinland, eine virtuelle Geldmanagement Plattform für Kinder gelauncht. Bei der Anmeldung müssen Kinder die E- Mail Adresse ihrer Eltern angeben. Erst nachdem die Eltern diese bestätigt haben, werden die Kinder freigeschaltet.

Danach erwartet sie ein spannendes und kindgerechtes Spiel. Mit einem personalisierten Avatar durchlaufen sie verschiedene Stufen bei denen es darum geht zu erlernen, wie man mit Geld umgeht. Die Eltern werden per Mail über die Lernfortschritte informiert, es werden kurze einfache Tutorials gezeigt, die Vernetzung mit Freunden ist möglich und natürlich sind Elemente eingebaut, welche den Übergang zum realen Geldmanagement ebnen.

Eine interessante Initiative, die vor allem keine Scheu vor den „bösen“ digitalen Medien zeigt. Offenbar hat man in Australien längst erkannt, das junge Menschen digital denken.

Warum gibt es bei deutschen Banken eigentlich nicht solche Initiativen? Oder gibt es Sie? Wenn ja, bitte her mit den Infos!

Und nun:

Bühne frei für Coinland


Sind Banken innovativ?

Im relativ neuen englischen Finance Blog Bank2.0, der von Brett King dem  Autor des demnächst erscheinenden gleichnamigen Buches Bank 2.0 betrieben wird, habe ich die folgende Info Grafik gefunden, die eigentlich für sich spricht. Oder?

Und was denken Sie. Sind Banken innovativ?

Idee und Bild via. Bank2.0 Authors Blog

Das Buch kann man bei Amazon bereits vorbestellen, es erscheint im August dieses Jahres

Check out and discuss my latest slideshare presentation:Social Media bringt die Bank zurück zum Menschen http://ow.ly/1BLmg

Mobile Banking ist auch „Social Banking“

Wir freuen uns, wenn die alten Medien unsere Themen aufnehmen, weil dies offenbar ein Anzeichen dafür ist, dass diese weiter in den Mainstream gesellschaftlicher oder in diesem Fall wirtschaftlicher Diskussionen dringen. Das Banking zukünftig anders aussehen wird als heute und sich einige Dinge vor allem im Zuge der Internetrevolution verändern werden, scheint immer mehr Menschen bewusst zu werden, auch wenn es noch ein weiter Weg ist, bis wir hier von Mehrheiten sprechen. Zwei Gründe sprechen aber dafür, dass wir es  nicht mit Phänomenen zu tun haben, die schnell wieder vorbei gehen.

1. Menschen sind bequem

und

2. Menschen haben es gerne einfach

und man könnte noch hinzufügen:

In einer immer komplexer werdenden Welt, sind einfache und wenig zeitaufwändige Problemlösungen nahezu überlebenswichtig.

Da das Internet inzwischen technologisch höchst langweilig, dafür aber sozial immer interessanter wird und die Zugangsbarrieren für alle Menschen immer niedriger werden, ist davon auzugehen, dass die Thesen, die zum Beispiel Chris Skinner vertritt, richtig sind:

Die Zukunft des Bankings ist mobil!

und

Die Zukunft des Bankings ist sozial!

Mit dem ipad und ähnlichen Endgeräten wird die Nutzung des Internets einen neuen Grad der Einfachheit erreichen, der auch solche Menschen ins Internet bringen wird, die bisher z.B. an der Zugangshürde Computer  – in der Regel handelt es sich dabei um Pcs – gescheitert sind. Und natürlich befreien uns die mobilen Endgeräte vom Zwang einen bestimmten Ort aufzusuchen, um das Internet nutzen zu können oder um Bankgeschäfte zu erledigen. Ab sofort können wir überall und zu jeder Zeit die Schnittstelle ins Internet nutzen, es sei denn wir wählen absichtlich abgeschiedene Orte, um mal ganz für uns allein zu sein.

Das ipad – so unausgereift es momentan auch noch sein mag – wird auch die Welt des Bankings weiter verändern. Es ist zum Beispiel – so meine Meinung – das ideale Arbeitsmittel für mobile Berater- und ersetzt damit schon jetzt die noch in Filialen verorteten Microsoft Surface Arbeitsplätze. Damit wird eine Vision von Bankvorständen zur Filiale der Zukunft einfach mal übersprungen. Wer braucht da noch Filialen könnte man fragen. Und in der Tat braucht es nicht mehr viel Phantasie, um sich Banking ohne Geschäftsräume vorstellen zu können.

Es gibt ja Banken, die verschenken oder verlosen gerade ipads an Ihre Kunden oder nutzen diese, um neue Kunden zu gewinnen. Jedem Bankkunden seine ipad Filiale möchte ich da ausrufen. Ob Banken die Bedeutung des mobilen Internets bzw. des ipads aber schon hinlänglich erkannt haben? Auf banktech.com gibt es einen interessanten Artikel hierzu, der auch die Probleme für Banken aufzeigt:  Welches Gerät soll man eigentlich wie unterstützen. Zuviele Smartphones, zu viele wie auch immer pads und entsprechende App Stores überfluten gerade das Internet und es ist eigentlich gar nicht absehbar, was der Kunde will und nutzen wird. Die Orientierung an Einfachheit und Bequemlichkeit und wirkliche Nützlichkeit könnte da eine kluge Strategie sein.

Über mobile banking in den Schwellenländern also zum Beispiel in Indien müssen wir gar nicht mehr reden und auch hier liegen die Gründe für den Erfolg in einfachen Prinzipien: Kosten, eben Mobilität, Austauschbarkeit zwischen Familienmitgliedern, Einfachheit etc.

Wer mehr Beweise dafür braucht, dass die Zukunft sozial und damit auch mobil ist, der schaue sich einfach mal diese Präsentation von Chris Skinner an. Also ich kann seiner Argumentation durchaus folgen. Und Sie?

Social Banking beginnt bei den Mitarbeitern

Worüber schreibt man, wenn man spät von einer kurzen Geschäftsreise zurückkommt und einem ein Thema nicht so recht einfallen möchte. Das Thema Vulkan kann schon fast keiner mehr hören. Vor allem jene nicht, die in Notbetten auf  Flughäfen übernachten mussten oder wichtige Geschäftstermine verpassen mussten. Glaubt man allerdings den Vulkanforschern, dann wird uns das Thema noch länger beschäftigen, denn der große Bruder von Eyjafjallajökull soll angeblich auch erste Anzeichen eines bevorstehenden Ausbruchs zeigen.

Menchen haben ja gelegentlich auch Ausbrüche, die denen von Vulkanen durchaus ähnlich sein können. Diesen Ausbrüchen gehen Ereignisse voraus, die Ärger auslösen. Im gut ausgekühlten Zug – die Klimaanlage war derat aktiv, als führe der Zug direkt durch den Vulkan – ist auch bei mir mal wieder der Ärger ausgebrochen, wobei ich ein recht ausgeglichener Mensch bin und Vulkanausbrüche eher nicht vorkommen.

Der Streit zwischen Commerzbank und Postbank um den Zahlungsverkehr der übernommenen Dresdner Bank ist so ein Ärgernis, denn – so berichtet das Handelsblatt – die Commerzbank möchte bei der Übernahme auf die ehemaligen Mitarbeiter verzichten. Diese sitzen von nun an zwischen den Stühlen, denn auch die Postbank hat keinen Bedarf an zusätzlichen Mitarbeitern.

Ganz im Gegenteil: Beide Banken möchten viele Mitarbeiter entlassen.

Banking hat mit Menschen offensichtlich immer weniger zu tun, dabei scheint es egal zu sein, ob sie die Rolle des Mitarbeiters oder des Kunden einnehmen. Und da wundert es natürlich auch nicht, dass die genannten Banken so zurückhaltend in Sachen Social Media sind. Denn wer möchte schon schlummernde Geister wecken bzw. die Auferstehung der Zombies forcieren.

Auf der anderen Seite ist Social Media kein Kelch, der an den Banken vorübergeht. Chris Skinner hat in einem sehr aktuellen Blogpost einige Thesen zur Zukunft des Bankings gepostet. Er hält vier Grundtechniken für essentiell

* Mobile Services
* Social Media
* Cloud Computing
* Low Latency

Das Internet wird den Druck auf die Qualität und Transparenz von Unternehmen erhöhen. Wer seine Mitarbeiter schlecht behandelt, wird es auch schwer haben Social Media zu nutzen, denn nur wenn ihre Mitarbeiter auch Fans ihres Unternehmens sind, können auch Kunden zu Followern und Fans werden.

Wenn Social eine der Grundtechniken des Bankings der Zukunft sind, dann sind einige Banken dabei ihre Zukunft zu zerstören

Oder bin ich da etwa auf dem Holzweg?