Monatsarchiv: Februar 2010

Junge Menschen brauchen Genossenschaftsbanken

Eine sehr interessante Kampagne aus den USA. Ich habe einfach mal frei übersetztu. Kennen Junge Menschen eigentlich den Unterschied. Ach ja und Genossenschaftsbanken sollten natürlich auch mehr über junge Menschen wissen.

Dies könnte ein Weg sein unter Verwendung der Werkzeuge der jungen Generation mehr Menschen für ein anderes Banking zu begeistern.

Hier die Kampagnen Seite:

http://www.youngfreehq.com/

Und der Blog:

http://www.youngfreehq.com/blog/music-video-contest-entry-1-matt-davis.html

Der youtube Channel

http://www.youtube.com/watch?v=Ca2ta5gWBwU&feature=player_embedded

Und das erste Video

It´s not easy to be green (or social)

sagt Kermit der Frosch. Aber obwohl die Dinge nicht immer einfach sind, bleiben sie sinnvoll. Der Erfolg der nachhaltigen Banken bestätigt dies doch.#

Die spätrömische Dekadenz

Weil ich hier normalerweise nicht über Politik schreibe und dies jetzt auch nicht tun werde, mir aber trotzdem einen augenzwinkernden Kommentar nicht verkneifen kann, versuche ich es mal mit dem Wham Rap:

Chorus:

WHAM! BAM!
I AM! A MAN!
JOB OR NO JOB,
YOU CAN’T TELL ME THAT I’M NOT.
DO! YOU!
ENJOY WHAT YOU DO?
IF NOT, JUST STOP!
DON’T STAY THERE AND ROT!

Webciety 2010: Wir diskutieren wieder über Finance 2.0

Finanzsektor und das web 2.0 !

Unter dieser Überschrift gibt es auch in diesem Jahr wieder eine Diskussionsrunde auf der Cebit, die sich mit Finance 2.0 oder wahrscheinlich auch „Social Banking“ beschäftigt. Ich freue mich erneut an der Panel Diskussion teilnehmen zu dürfen. Im vergangenen Jahr gab es eine ähnliche Veranstaltung, die damals noch im Rahmen der sogenannten Pre:Publica stattfand. Seitdem ist etwa ein Jahr vergangen. Was hat sich in der Zwischenzeit verändert?

Ich denke vor einem Jahr musste der Veranstalter noch suchen, um entsprechende Diskussionsteilnehmer zu finden. Das Thema Social Banking oder Social Media für Banken war damals noch relativ jung. Inzwischen sind zahlreiche Finanzunternehmen aktive Nutzer des sozialen Internets. Finanzunternehmen nutzen Twitter, Facebook, youtube, Xing usw. . Wobei die Qualität dieser Aktivitäten durchaus unterschiedlich ist.

Darüber hinaus haben sich im vergangenen Jahr einige Blogs recht intensiv mit dem Thema Social Banking auseinandergesetzt. Hier ist vor allem der Blog von Lothar Lochmaier zu erwähnen, der inzwischen auch sein Social Banking Buch fertiggestellt hat, auf das wir alle mit großer Spannung warten. Lothar Lochmaier nimmt auch an der diesjährigen Diskussionrunde teil. Neben der durchaus intensiver gewordenen Auseinandersetzung zu den Themen Finance 2.0, Banking 2.0 oder Social Banking (hier muss man auch den blicklog erwähnen) gab es eine sehr interessante Neugründung (die Noa Bank) und den Markteintritt der niederländischen Triodos Bank. Die andern nachhaltigen Banken blicken auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück. Offenbar gibt es durchaus einige Kunden, welche bereit waren ihre Bankverbindung aufgrund ihrer grundlegenden Wertvorstellungen zu wechseln. Wobei vor allem auch die Noa Bank mit durchaus attraktiven Konditionen aufwarten kann.

Neben mir war im letzten Jahr auch Mathias Krönert schon an derDiskussionsrunde beteiligt. Seine Fidor  Bank hat inzwischen einige weitere wichtige Steps hinter sich gebracht. Die Banklizenz ist zwischenzeitlich erteilt wurden und die Community hat sich in Sachen Quantität und Qualität gut weiter entwickelt. Auch die Fidor Bank bietet ihren Kunden teilweise recht attraktive Konditionen und die Möglichkeit sich aktiv an der Weiterentwicklung der Bank zu beteiligen, scheint auch auf reges Interesse zu stoßen.

Kein Umbruch

Dennoch kann man sicherlich nicht von einem Umbruch oder Aufbruch in der Finanzbranche sprechen. Es wird viel diskutiert und viel reguliert. Die staatlichen Hilfen haben die Situation entspannt und damit auch den Druck zur Veränderung häufig sogar eher noch gedämpft. In vielen Banken wird schon wieder zu den alten Pfaden zurückgekehrt. Das Prinzip: Die Zeit heilt alle Wunden und der Mensch vergisst schnell! Banken fordern inzwischen eine Pflicht zur privaten Altersvorsorge. Wäre sicherlich nicht schlecht für die Banken, dass nimmt den Druck. Denn wo eine Pflicht herrscht, sind gute Beratung und gute Produkte gar nicht mehr notwendig. Mal ganz davon abgesehen, dass im Zuge der Finanzkrise für den ein oder anderen nicht mehr viel von der privaten Altersvorsorge mehr übrig geblieben ist. Auch die private Rente scheint also nicht sicher zu sein.

Waren die Banken im vergangenen Jahr innovativ?

Können und wollen Banken überhaupt innovativ sein und was ist eigentlich Innovation im Finanzumfeld. Chris Skinner hat hierzu einen sehr interessanten Artikel geschrieben. Und einige Statements möchte ich hier kurz erwähnen:

Chris Skinner schreibt zum Beispiel:

Now the Heads of Innovation have all gone and Innovation is at the bottom of the banks ‘to-do’ lists … in other words, the Heads have become Bottoms. Banks have realised that the last thing they want to be is innovative.They want to be boring.

Stimmt das vielleicht?

For the average bank however, innovation is not in their blood.This is because innovation demands doing things in a different way, and banks don’t like to be different. They want to be the same.They don’t want to break away from the crowd, but want to do things in robust, proven, low risk ways.

Könnte sein. Oder?

All in all, the lesson learnt for most banks is that innovation is not a function or label, but a culture and so it is gratifying to see innovation has been removed from the mantra of the banks as a label.Now let’s see which banks create innovative cultures over the next decade, and watch them grow.

Da stimme ich in jedem Fall zu. Banken benötigen eine Innovationskultur und die Etablierung eines Innovationsmanagers reicht noch lange nicht aus. Zusätzlich müsste man auch mal diskutieren, was Innovation eigentlich ist. Einige der von Skinner genannten Beispiele z.B. Goldmann Sachs würde ich persönlich eher in die  Kategorie „Unnovation“ einordnen. Ich habe darüber hier schon einmal geschrieben. Man sollte auch mal über die Innovation von Innovation nachdenken.

Also am 02. 03 geht es in die nächste Diskussionsrunde. Mal schauen was sich wirklich getan hat. Sehr gespannt bin ich auf die Publikums Resonanz. Im letzten Jahr war diese nicht besonders hoch. Wer interessiert sich schon für Finanzen?

Die Veranstaltung

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Finanzsektor & das Web 2.0

Datum: 02.03.2010
Uhrzeit: 15:00 – 15:50

Schon das Web 1.0 hat die Finanzdienstleistung-Branche in eine erste Umbruchphase gebracht, das Web 2.0 hat nun die Zweite eingeleitet. Während es in der ersten Phase um neue direkte Geschäftsmodelle über das Netz ging, geht es in der zweiten Phase um die Effekte der steigenden Transparenz über diesen Markt. Foren und Social Networks machen die Erfahrungen mit den Finanzdienstleistungsanbietern transparent. Was bisher nur schwer bewertbar war, wird nun scheinbar vergleichbar: die Leistungsversprechen der Anbieter. Die Finanzkrise und der damit einhergehende Vertrauensverlust in traditionsreiche Institutionen haben ihr Übriges getan.

Im Rahmen des Panels „Finanzsektor & das Web 2.0″ werden die Veränderungen für Markt und die Branche diskutiert. Vertreter verschiedener neuer und alter Geschäftsmodelle diskutieren über den Wandel, der mit dem Web 2.0 einhergeht.

Diskussion:

Kimmo Best, Pressesprecher / Leiter Externe Kommunikation, SEB AG
Boris Janek, Manager Online Marketing + Strategie, VR NetWorld GmbH
Francois Jozic, Gründer & Vorsitzender des Beirates, noa bank GmbH & Co KG
Matthias Kroener, Vorstand, FIDOR BANK AG
Lothar Lochmaier, Autor und Journalist
Moderator:Thorsten Hahn, Geschäftsführer, BANKINGCLUB GmbH
Und so war es im letzten Jahr

Bankkunden wechseln gern. Gallup Studie. www.finance20.de. Rosige Zukunft für die Filiale? http://ow.ly/1bm1A

Bankkunden wechseln gern

Die jungen Menschen

Nach welchen Kriterien wählen junge Menschen ihre Bank aus? Diese Frage hat mich in meinen letzten beiden Blog Beiträgen beschäftigt. Ohne hier eindeutige Antworten gefunden zu haben, konnte ich zumindest Indizien dafür finden, dass sich die Anforderungen an Banken wohl nicht grundsätzlich verändert haben. Auch ist nicht davon auszugehen, dass die jüngeren Generationen ihre Bank nach gänzlich anderen Kriterien auswählt, als zum Beispiel meine Generation.

Die Nutzung moderner Technologien bzw. der Alltagsinstrumente der jungen Menschen ist sicherlich ein Kriterium für die Wahl der Bank. Aber mit Sicherheit nicht das Entscheidende.  Der Wunsch ernst genommen zu werden und das Angebot einer Leistung, die vor allem dem Kundeninteresse dient, sind sicherlich wesentlich wichtiger. Für immer mehr Menschen scheint es auch wichtiger zu werden, dass ihr Bankinstitut sich sozial verantwortlich verhält und die Einlagen in entsprechende Anlagen investiert. Hiermit lässt sich teilweise der aktuelle Erfolg der sogenannten nachhaltigen oder sozialen Banken erklären.

Eine Studie die Angst macht

Fast hätte ich die Aussage gewagt, dass die jungen Menschen auch heute noch ihre Bankverbindung nach der Bankverbindung der Eltern auswählen. Nicht zuletzt auch aufgrund der Tatsache, dass Finanzthemen für die Mehrheit der jungen Menschen nicht besonders prikelnd sind und das es Banken auch in der Regel nicht gelingt, eine wirkliche inhaltliche Markenbindung herzustellen.

Gut das ich die Aussage nicht gewagt habe, denn gestern las ich in der Welt Kompakt von einer Bankenstudie, welche den Verantwortlichen in den Banken nahezu den Schweiss auf die Stirn treiben muss. Nach dieser vom Gallup Institut durchgeführten Studie bezeichnen sich nur 14 % der Bankkunden als loyale Kunden. Die Kunden von Genossenschaftsbanken liegen mit 19 % als einziges Institut über dieser Zahl. Die Sparkassen liegen auf Platz 2 mit 13 %.

Die mangelnde Loyalität wird zusätzlich dadurch dramatisch, dass nur 27 % der Bankkunden einen Wechsel als schwierig oder riskant ansehen. Es gibt damit offensichtlich auch keine praktische Wechselbarriere mehr.

Kein Vertrauen

Der Grund für die Ergebnisse liegt natürlich auf der Hand: Mangelndes Vertrauen:

  • Gerade einmal 21 % attestieren den Bankberatern gute Arbeit.
  • 26 % gehen davon aus, dass die Versprechen der Mitarbeiter bzw. aus der Werbung auch eingehalten werden.

Erschreckend auch: Bei den Kunden herrscht der Eindruck, dass die Bankmitarbeiter nicht bereit sind eine überdurchschnittliche Leistung zu erbringen, damit der Kunde sein gewünschtes Ziel auch erreicht. 31 % der Befragten haben den Eindruck, dass den Bankmitarbeitern ihre Arbeit gar kein Spaß macht. Es fehlt also erkennbare Leidenschaft und Ambition.

Schlussfolgerungen

Die Herausgeber der Studie kommen zu dem Schluss, dass Bankmitarbeiter wieder Bestandskundenpfleger werden und nicht durch Konditionen Wettkampf auf Teufel komm raus nach neuen Kunden jagen sollten. Wobei die hohe Wechselbereitschaft der Kunden ja eigentlich auch einen anderen Schluss zulassen würde.

Hat die Filiale wirklich eine rosige Zukunft?

Zusätzlich geht man davon aus, dass diese Bestandkundenpflege vor allem über die Filiale erfolgen kann, der demnach durchaus eine rosige Zukunft zugetraut wird. Als Argument wird dabei die Tatsache herangezogen, dass immerhin 66 % der Kontoinhaber im letzten Jahr mindestens einmal eine Geschäftsstelle besuchten. Bei diesem Argument komme ich allerdings ins Grübeln, denn umgekehrt hätten 44 % keine Geschäftsstelle besucht. Bedenkt man nun, wie jung das Internet und das Online Banking eigentlich noch ist, dann sind die 44 % eine gewaltige Erfolgsquote. Zusätzlich dürften in unserer überalterten Gesellschaft vor allem die älteren Generationen noch die Geschäftsstelle besuchen. Veränderungen sind also zu erwarten, denn die jungen Generationen sind mit dem Internet gross geworden und mehr als 90 % sind auch regelmässige Internetnutzer. Es wird auch keine Aussage darüber gemacht, was die Kunden in der Geschäftsstelle eigentlich tun. Und ein jährlicher Geschäftsstellenbesuch ist nicht besonders viel. Jeder  Einzelhändler müsste sich über solche Zahlen ernsthafte Gedanken machen. Wie die Experten deshalb zu dieser positiven Einschätzung der  Filiale kommen, ist mir ein Rätsel.

Gefangen in der alten Welt

Es könnte wie so oft damit zu tun haben, dass man als Mensch immer stärker von seinen eigenen Erfahrungen und Vorstellungen geprägt ist und häufig die Vorstellungskraft für die einfachsten Veränderungen fehlt. Es wäre deshalb für die Banken ein grosser Fehler das Internet zu vernachlässigen. Ist es doch inzwischen ein realer Lebensort, der erstaunliche Veränderungen hervorgebracht hat.

Die jungen Leute

Und damit sind wir wieder bei den jungen Leuten. Werden diese wirklich verstärkt auf die Filiale setzen? Um hier berechtigte Zweifel zu bekommen, muss man sich einfach nur mal eine Stunde in eine Bankfiliale stellen und beobachten, wer hier noch reinkommt und was die Person dort tut. Und wenn wir dann noch mal überlegen, wem junge Menschen heute vertrauen, dann stellen wir erneut fest, wie viel sich hier doch verändert hat. Da kann der nicht persönlich bekannte Freund auf Facebook schon einmal interessanter sein als der Bankberater von nebenan. Oder unterliege ich einem Irrtum.

Bitte belehrt mich eines Besseren.

Nachtrag zu den jungen Menschen

Die jungen Menschen – wir fühlen uns ja heute alle noch recht jung – geben – wie beschrieben – ein eindeutig uneindeutiges Bild ab. Und mit jeder weiteren Studie steigt die Komplexität. Eine nicht zu verleugnende Tatsache ist allerdings, dass es wohl kaum einen jungen Menschen gibt, der sich heute noch ein Leben ohne Mobiltelefon vorstellen kann.

Mit der mobilen Jugend beschäftigt sich der ausgezeichnte Blog „Mobile Youth“ dessen regelmässiger Besuch sich wirklich lohnt. Mobile Youth setzt sich mit Jugendmarketing und der „mobilen Kultur“ auseinander. Vor einigen Wochen wurden dort in 3 sehr eindrucksvollen Präsentationen die Jugendtrends für das Jahr 2010 prognostiziert. Dabei wurde keine Unterscheidung nach Nationen durchgeführt.

Zu den spannendsten Technologie Trends gehörten:

I- D Shopping: Die moderne Generation wird demnach die erste Post Digitale Generation sein, welche der Händler mit Namen kennt. Die gute alte Tante Emma kommt also irgendwie zurück. Ohnehin bringt das Internet viele für immer verloren gelaubte Modelle des Alltags wieder zurück. Mit diesem Thema sollte man sich mal intensiver beschäftigen

The modern campfire:In diesem Trend wird dann auch beschrieben, wie moderne Technologie verwendet wird, um altes Verhalten zu erneuern bzw .zu modernisieren

Auch im Trend Co – Shopping drückt sich die Rückkehr des gemeinsamen Shopping Nachmittags unter Freunden aus. Ok, der ist ja noch gar nicht ausgestorben. Nimmt man aber z.B. mal das Kaufen von Musik und die sich darum bildenden Gespräche und Empfehlungen, dann ist hier mit der Digitalisierung vieles verloren gegangen, was aber über diesen Trend wieder zurück kommen wird. Nur in einer anderen Ausdrucksweise.

Sideloading ist offenbar ein Trend, mit welchem sich Jugendliche dem Versuch der Unternehmen zu entziehen versuchen für Inhalte wie Musik wieder Geld zu bezahlen. Die Inhalte werden dann einfach von Mobiltelefon zu Mobiltelefon. Eigentlich auch nichts Neues. Erst vor einigen Monaten habe ich die zahlreichen Musikkassetten entsorgt, mit welchen wir in unserer Jugend die Musikindustrie gekillt haben .

Interessant für die Bankenbranche ist der Trend PlugandPlay Payment. Vor allen in den Entwicklungs- und Schwellenländern wird das Angebot des mobilen Bezahlens zu einer Notwendigkeit vor allem für die jungen Menschen werden.

Hier geht es zum ersten Teil des Trend Reports, der sich auch mit „sozialen Trends“ beschäftigt. Dort geht es um neue Formen des Protestes und der Veränderung, um das Ende der Generation Y als Forschungsgegenstand und die neue Generation Z. Und im Trend Evolution gehte es dann wieder um die eindeutige Uneindeutigkeit oder die uneindeutige Eindeutigkeit. Es geht um den modernen Konsument, dessen erweiterte Wahlmöglichkeiten und die steigende Schwierigkeit den modernen Konsumenten überhaupt noch zu erreichen. Klassische Werbung ist dabei immer mehr dem Risiko des Scheiterns ausgesetzt und selbst die grossen Marken können nicht mehr davon ausgehen, in allen Ländern und auf allen Märkten ihre Erfolgsgeschichten einfach fortschreiben zu können.

Ich denke, wir sprechen hier noch häufiger über „die jungen Menschen“ die es eigentlich gar nicht mehr gibt

http://www.youthtrendsreport.com/

Zum Schluss ein kurzes Statement vom Mobile Youth Blog zum Thema Aufmerksamkeit, die wir gerne gewinnen würden, die aber immer schwerer zu erreichen ist.

Let’s get it into our heads that youth simply don’t wake up thinking about our brands. They wake up thinking about themselves and if at all, how we fit into that Universe.

Sprechen wir mal über junge Leute

Wenn wir über Veränderungen spekulieren, dann spielt das Verhalten der jungen Menschen,die wir als die Bankkunden von morgen betrachten, immer eine wichtige Rolle. Welche Anforderungen werden die Generation Y, die Millenials oder Digital Natives zukünftig an Banken stellen. Und wie beeinflusst das Internet diese Anforderungen?

Wir können heute davon ausgehen, dass die Generation der nach 1980 Geborenen ein beinahe natürliches Verhältnis zum Internet entwickeln konnte. Heute sind bereits über neunzig Prozent der über 14 – und der unter 40 – jährigen Deutschen regelmässige Internetnutzer. Spätestens die nach dem Jahr 1995 geborenen Kinder gehören zur  Generation Internet und haben keinerlei Erfahrungen in einer Welt ohne Internet. Durch diese Menschen entstehen neue Anforderungen an Kultur, Gesellschaft und Wirtschaft oder auf niedrigerer Ebene auch auf Arbeits-, Konsumwelt etc. Ohne zu vergessen, dass es neben dem Internet natürlich noch weitere Faktoren gibt, welche Einfluss auf veränderte Werte, Einstellungen und Verhalten jüngerer Generationen haben, stellt sich die für Banken interessante Frage: Hat das Internet wirklich Einfluss auf die Art und Weise wie Bankdienstleistungen nachgefragt werden und wie gross ist dieser Einfluss?

Eindeutig uneindeutig

In den letzten Tagen habe ich hierzu einige interessante Artikel gefunden, die eigentlich keine eindeutige Prognose zulassen. Das Internet wird nicht alles neu machen!
Ich stieß auf uneinheitliche und sich widersprechende Ergebnissen und zu  jedem Trend gibt es einen Gegentrend. Zusätzlich erfolgen Veränderungen in einem viel höherem Tempo als früher. Es ist ohnehin immer weniger möglich von eindeutig voneinander abgrenzbaren Zielgruppen oder Milieus zu sprechen. Und vor allem das Alter lässt keine eindeutige Einordnung mehr zu. Digital Natives können auch vierzig Jahre oder älter sein, auch wenn man sie dann eher Digital Immigrants nennen würde. Das Verhalten wird immer individueller und Marktforschung erfasst kaum noch die wirklichen Bedürfnisse der Menschen. Sie ermittelt eher das, was die Unternehmen hören möchten, noch dazu unter Verwendung von Verfahren, die immer nur eine Nachahmung der Realität sind.

Teens sind weder intensive Blogger noch twitter Nutzer

Alle jungen Menschen nutzen das Internet. Aber sie nutzen es unterschiedlich. Aktiv und passiv. Die aktiven Kreatoren sind „noch “ nicht in der Mehrzahl. Nicht jeder erstellte Content hat das Ziel und das Potential die Welt auf den Kopf zu stellen. Das Zeitalter der Couch Potatoes ist mitnichten vorbei.

Mashable veröffentlichte kürzlich einen interessanten Artikel über das Internet Verhalten von Teens. Inzwischen weiss jeder Mensch, dass junge Menschen das Internet wie ein selbstverständliches Alltagswerkzeug nutzen. Das sie aber wirklich aktive Nutzer sind, die ständig eigene Inhalte erstellen und veröffentlichen ist gar nicht so eindeutig. Amerikanische Teenager – so der Mashable Artikel – bloggen und twittern nicht bzw. nicht mehr.

A new study published today by Pew Internet finds that teens and young adults are blogging less and using social networking sites more, with the prominent exception of Twitter.

Stattdessen nutzen Sie häufig soziale Netzwerke und besitzen mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Mobiltelefon. Wir schliessen daraus, dass die aktuelle Teenager Generation keine ausgesprochenen Content Kreatoren sind und möglicherweise, eine Mehrheit das Internet lieber passiv und weniger mit dem wirklichen Drang nach Öffentlichkeit nutzt.

Hier das Fazit des Mashable Artikels:

With that said, though, the trends seem clear: Teens love to be online, but they’re not terribly interested in writing blog posts or maintaining a stream of tweets. Creating content takes time and energy that they’d rather exert on Facebook, texting, YouTube or other online activities. And of course, they have school and friends.

Let’s face it: Teenagers haven’t had the time to build up expertise, life experiences or a career that would merit content creation. Without that expertise, fewer people are inclined to listen to what they have to say, and without that knowledge, teenagers have less to talk about.

Kann man eingedenk dieser Ergebnisse wirklich das Ende der Privatheit proklamieren, muss man wirklich  Angst vor dem Verfall der guten Sitten haben?

Werden junge Menschen wirklich jede schlechte Erfahrung mit einer Bank sofort über das soziale Internet publizieren und dort diskutieren oder sofort ihre Bankverbindung aufgeben?

Werden sie sich dabei helfen kompetente Finanzentscheidungen zu treffen, indem sie sich Online darüber austauschen? Ich sehe aktuell keinerlei Indiz dafür, dass die junge Generation eine andere Einstellung zu Finanzthemen hat als meine. Eher eine, die noch weniger Interesse ausdrückt.

In vielfacher Hinsicht stellt sich die Frage, ob Online das Verhalten und Denken von Teenagern wirklich radikal verändert. Vieles aus dem Fazit klingt in jedem Fall nicht so furchtbar anders wie zu meiner Teenager Zeit

http://mashable.com/2010/02/03/teens-dont-tweet-or-blog/?utm_source=feedburner&utm_medium=feed&utm_campaign=Feed%3A+Mashable+(Mashable)&utm_content=Netvibes

Online und Mobile sind nicht genug

  • Was erwarten junge Menschen nun von Unternehmen?
  • Wie möchten Sie angesprochen oder behandelt werden?
  • Was müssen Unternehmen beachten, damit sie zukünftig Konsumenten überhaupt noch erreichen können?

Junge Menschen nutzen Online und Mobile besonders intensiv. Nicht zuletzt weil sie damit aufgewachsen sind und die Möglichkeiten dieser Instrumete zu schätzen wissen. Und auch heute sind Jugendliche in gewisser Weise bequem  und suchen einfache und zeitsparende Wege des Erwerbs von  Bankprodukten . Ihre wertvolle und knapp bemessene Zeit möchten sie mit Dingen und Menschen verbringen, die ihnen Spass machen bzw. die ihnen Freude bringen  Der Wunsch nach der Nutzung von Online und Mobile zur Durchführung von Bankgeschäften ist deshalb fast schon natürlich. Er ist ein Faktor bei der Entscheidung für eine Bank. Und die Bedeutung dieses Faktors ist sicherlich höher als in älteren Zielgruppen. Aber reicht das schon aus?

Viel wichtiger bei der Wahl einer Bank sind wohl nach wie vor die Produktqualität,Beratungsqualität, Emphatie, der Kundenservice, die Freundlichkeit usw.Un d auch das ist keine neue Erkenntnis. Alle Menschen haben doch diesen Wunsch. Das Internet verändert eigentlich nur die Konsequenz, mit welcher man auf die nicht Erfüllung dieses Wunsches reagieren kann.

Noch grösser ist möglicherweise dr Wunsch, das Finanzielle möge sich von ganz alleine, zumindest aber ohne viel Mühe, erledigen lassen. Oder es gäbe eine vertrauenswürdige Institution, welche dies für einen erledigen würde. Das waren früher einmal die Banken zumindest wurde ihnen das entsprechende Vertrauen entgegengebracht.

Millennials expect to be treated nicely and fairly.  They want to feel good about the places they do business and are happy to reciprocate.

Möglicherweise keine so gute Nachricht für Banken, bei welchen Technologie als Selbstzweck und als hinreichende Bedingung zur Kundengewinnung gesehen wird.

http://millennialmarketing.com/2010/02/gen-y-to-banks-be-nice/?utm_source=feedburner&utm_medium=feed&utm_campaign=Feed%3A+MillennialMktg+(Millennial+Marketing)&utm_content=Netvibes

Es lohnt sich übrigens diese Interviews einmal in voller Länge zu hören. Auch wenn sie mit Jugendlichen in den USA geführt wurden.

http://thefinancialbrand.com/2010/02/04/gen-y-bank-credit-union-interviews/

Wertewandel?

Was Menschen ausmacht und einen Rückschluss auf ihr Verhalten zulässt sind deren Werte. Diese verändern sich im Zeitverlauf, sind aber – wie viele Studien der Wertewandelforschung bewiesen haben -  erstaunlich stabil. Werte definieren auch die junge Generation. Trotz einer gewissen Liberalität sind viele Werte der jungen Generation sehr traditionell. Im Millenial Marketing Blog kann man hierzu folgendes lesen:

They value family, personal connection, and loyalty

They seek out the genuine and are repulsed by phony.

They are famously optimistic and believe in the possibility of change.

They advocate for the environment and social justice.

They treasure tolerance and diversity, teamwork and balance.

They seek spirituality and are open to the possibility of the divine.

Und weiter

For marketers, whether or not Gen Y does or does not change the world doesn’t matter. Values representing the overriding, governing motivations for decision-making, and they matter a lot.A deep understanding of values  is critical to creating desirable products and meaningful communication. Employers who take Millennials seriously will be more attractive to the best and brightest. Marketers who take Millennial values seriously are better positioned to win with the consumer of the future.

Erfolg bei jungen Menschen setzt Emphatie voraus. Banken müssen versuchen, die jungen Menschen zu verstehen. Mit dem Angebot von online Tools ist es nicht getan. Die Nutzung von Social Media ist keine Lösung. Neu ist, dass die eigenen Regeln  nicht mehr einfach durchgesetzt werden können, denn die beschriebenen Werte treffen auf neue Möglichkeiten. Das Internet liefert die Instrumente, um den von Mashable beschriebenen Werten zur Durchsetzung zu verhelfen

http://millennialmarketing.com/2010/02/gen-y-our-values-define-us/?utm_source=feedburner&utm_medium=feed&utm_campaign=Feed%3A+MillennialMktg+(Millennial+Marketing)&utm_content=Netvibes

Die Digital Natives

Sind so eine Gruppe, welche daran interessiert ist, aktiv an einer Veränderung von Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur teilzunehmen. Aber nicht alle mit dem Internet aufgewachsenen Menschen sind Digital Natives. Es ist sogar davon auszugehen, dass diese Gruppe von Menschen (und nicht alle davon sind jung) wohl eher eine Minderheit darstellt. Wir leben nicht in einer Welt der Digital Natives sondern in einer Welt, in der das Internet zwar sehr intensiv aber schon innerhalb einer Altersgruppe sehr vielfältig genutzt wird. Und einen wirklichen Wertewandel kann man kaum identifizieren, dennoch macht es Sinn sich einmal die folgenden 10 Forderungen aus dem Dokument Reboot_ D aus dem DNA Digitial Umfeld anzusehen.

  • Nehmt uns ernst
  • Fragt uns
  • Seid ehrlich zu uns
  • vertraut uns
  • Lasst uns teilhaben
  • Lasst uns mitmachen
  • Macht es einfach
  • Arbeitet mit uns
  • Lebt damit
  • Reboot D – Freut euch mit uns auf einen Neustart in die digitale Demokratie

Quelle: Reboot_ D – Digitale Demokratie – Alles auf Anfang
Henrik Heuermann/Ulrike Reinhard (Herausgeber)

http://www.netzpolitik.org/wp-upload/Reboot-D-Digitale-Demokratie-Alles-auf-Anfang.pdf

Das klingt einerseits gar nicht so neu und andererseits wie ein Regelwerk, welches sich auch Unternehmen und Banken zu eigen machen könnten.Vielleicht ergeben sich im digitalen Zeitalter wirklich die Möglichkeiten, diesen Forderungen gerecht zu werden.

Fazit:

Ich versuche mich in einem kurzen Fazit: Es gibt sie nicht „Die junge Generation“. Niemals zuvor waren so wenig einheitliche  den Werbestrategen zugängliche Gruppen auszumachen. Niemals zuvor haben sich so viele und sich teilweise sogar widersprechende Werte innerhalb einer Generation identifizieren lassen. Traditionelle und liberale Welten werden von den jungen Menschen scheinbar mühelos unter einen Hut gebracht. Dabei prägen Unsicherheit über die individuelle Zukunft, aber auch Optimismus etwas verändern zu können ganz  massgeblich das Handeln.

Auch wenn wir es mit Menschen zu tun haben, die mit dem Internet gross geworden sind und die damit ein mächtiges Instrument zur Veränderung besitzen, haben wir keine Revolution zu erwarten. Selbst die  Gruppe der sogenannten Digital Natives fordert nicht mehr ein, als den Wunsch man möge ihre Ansprüche und Instrumente wahrnehmen und nicht länger verdammen. Das unterscheidet sie nicht von jeder vorhergehenden Subkultur. Und wir können ganz automatisch davon ausgehen, dass die Kultur der Digital Natives unsere Zukunft ganz wesentlich prägen wird, weil das disruptive Potential des Internets weiter wirken wird.

Das wird auch die Bankenwelt verändern. Online wird wichtiger werden als die Filiale. Banken werden immer virtueller werden. Nur werden sich die Anforderungen an die Bankleistung nicht grossartig verändern. Die Bereitstellung der richtigen Technologie wird nicht ausreichen, um Kunden zu gewinnen oder zu behalten. Stattdessen ist die Hochwertigkeit der Leistung entscheidend, denn eine schlechte Leistung lässt sich nicht mehr verbergen. Und Banken dürfen Kultur, Gesellschaft, Wirtschaft und Menschen nicht schaden.

Wir alle müssen uns Gedanken über eine neue nachhaltige und langfristig angelegte Form des Wirtschaftens machen. Die Diskussion darüber und die Umsetzung wird aber nicht automatisch durch neue Generationen erfolgen, denn diese sind eigentlich nicht so grossartig anders.

Eric Schmidt sagt

…..the future of mobile is also the future of banking and finance. “It is our strategy to encourage the banking community to embrace mobile, it will help bring banking to the millions of unbanked people in developing countries. The work is currently being done by mobile operators – the correct credit card should be your mobile phone. There is so much information and it is much more useful. If you had a mobile banking app that is authenticated and tied to the banking system, for example. (Quelle:www.siliconrepublic.com)

Wer könnte dieser Aussage widersprechen und google wird zukünftig eine „Mobile First“ Strategie fahren. Und man kann dann wohl auch davon ausgehen, das google Lösungen entwickeln wird, welche auch Banken in gewisser Weise fürchten werden.

Gestern habe ich das Zitat von Eric Schmidt übrigens getwittert und relativ schnell kamen erste Antworten aus dem infrastrukturell hervorragend ausgestatteten Deutschland, wo man natürlich die Meinung vertritt, dass Mobile Payment hier eher nicht gebraucht wird.

Ich  vertrete hier eine andere Meinung. Unsere gute Infrastruktur ist allenfalls eine Bremse bei der Durchsetzung und Durchdringung von mobile Payment. Wir müssen uns doch einfach nur mal umschauen: Fachwerkhäuser und Plasterstrassen findet man heute auch nicht mehr so häufig. Auch eine temporär vermeindlich gute Infrastruktur schützt nicht vor Veränderungen.

5 Indizien, dass „Mobile Payment“ ein grosses Thema wird (ist) -Quelle Finextra

Ein Versuch mit kontaktlosem Bezahlen auf dem Mobile World Congress

http://www.finextra.com/news/fullstory.aspx?newsitemid=21087

Visa kollaboriert mit Device Fidelity in Sachen M Payment
http://www.finextra.com/news/announcement.aspx?pressreleaseid=32264

Paypal launcht Entwickler Plattform für mobiles Bezahlen

http://www.finextra.com/news/fullstory.aspx?newsitemid=21080

Start eines slowenischen M Payment Projektes

http://www.finextra.com/news/fullstory.aspx?newsitemid=21079

Verifone investiert in Chinesisches Moblie Payment Unternehmen

http://www.finextra.com/news/announcement.aspx?pressreleaseid=32249

Ist mobile Payment am Ende eine Killerapplikation. Meine ausgebeulten Hosentaschen würden sich freuen, zumindest eine, in der anderen steckt ja dann meine mobile Geldbörse

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