Stoppt ACTA

Finance 20 ist gegen die Einschränkung von Grundrechten zugunsten überkommener Institutionen und beeinflusst durch unternehmerische Partikularinteressen, die zudem lobbyistisch aufbereitet, vermarktet, positioniert ABER HOFFENTLICH NICHT durchgesetzt werden. Deshalb hier ein Aufruf von Netzpolitik.org  zur Teilnahme an den bundesweiten Demonstrationen gegen ACTA.

“>http://www.youtube.com/watch?feature=endscreen&v=We-ZBYRnuys&NR=1]

Mehr Informationen zu den Demonstationen mit allen Orten finden Sie hier

http://wiki.stoppacta-protest.info/DE:Uebersicht_Demos

In Düsseldorf geht es um 14.00 Uhr am Heinrich Heine Platz los

In Köln um 11.00 Uhr am Roncalliplatz

 

Finovate 2012: Der erste Eindruck

Am 07.02.2012 fand in London die zweite Finovate Europe statt. Hier mein erster Eindruck von der Veranstaltung. Mehrere Blogbeiträge hierzu werden folgen.

Meine Eindrücke im Videoformat

Meine Eindrücke in der Zusammenfassung

Das Format

  • 35 Teilnehmer
  • 4 Demo Sessions
  • Jeder Anbieter hat 7 Minuten Zeit um seine Idee vorzustellen
  • Kein Power Point. Nur live Präsentationen

Gewinner Best of the Show

etoro  

Nennt sich Social Trading. Man kopiert die Trades erfolgreicher Trader. Wirkt aber wie ein Tool zur Verlängerung der Finanzkrise.

http://www.etoro.com/

Cardlytics

Transaction Driven Banking. Meint Targeted Advertising im Banking. Überzeugt durch einfache Anwendbarkeit für die Werbetreibenden und Banking. Sie erhalten Rabatte und Coupons von großen Marken direkt im Banking und die Marken können hiermit das Kaufverhalten beeinflussen. Auch lokale Händler oder Banken könnten dies nutzen

http://www.cardlytics.com/Advertisers/WhyBanking.aspx

Nutmag

http://www.nutmeg.co.uk/

Sehr intuitiver und optisch gelungener Online Investing Manager. Einfaches und verständliches Persönliches Finanzmanagement orientiert an definierbaren Zielen. Führt den Anwender über einfache Fragen und Antworten und drückt sich klarer aus als die meisten Berater

Dynamics

Intelligente und sichere Kredit- und Geldkarten. Aber wer braucht noch Karten?

http://www.poweredcards.com/

Meine Favoriten

Nutmag

siehe oben

Backbase

Portal Software der nächsten Generation. Setzt auf vorhandene Systeme auf und ist für jedes gerät individuell gestaltbar. Ermöglicht zudem jedem Bereich einer Bank sich auf Ihre Kernkompetenzen zu kritisieren. Sagen wir es so: Techniker können sich auf Technik, Vertriebler auf Vertrieb und Marketer auf Marketing konzentrieren.

Gewaltig.

Demnächst mehr

http://www.backbase.com/

Holvi

Gefiel mir vor allem wegen der etwas anderen Banking Philosophie, welche sich auch im individuellen Auftreten des Referenten aus Finnland zeigte. Holvi macht so etwas wie ein Group Banking für soziale Organisationen. Insofern auch ein Hauch von “Social Banking”. Was mir ebenfalls sehr gut gefiel, war das reduzierte Design und die Aufteilung des Screens in Soll und Haben in direkter Gegenüberstellung. Hierzu auch mehr in einem späteren Blockbeitrag.

https://holvi.com/

Themen und Trends

  • Personal Finance Management
  • Mobile Payment
  • Tablets + Smartphones
  • Online Identitätsmanagement
  • Social Media Integration in Online Finance Prozesse

Worst of the Show

  • Das Essen

Sympathie Punkte für

Etronika

Online Banking durch Gesten und Sprache gesteuert. Sinnvoll für das Online Banking im Wohnzimmer zum Beispiel mit dem Smart TV. Allerdings noch nicht so gut wie “Just Dance” auf der Playstation

http://www.etronika.lt/#2

Dynamics

Für den selbstbewusstesten und verkäuferischsten Auftritt

Und hier geht es zur Finovate Seite

Rework II: Zukunftsdenken

Wie entwickelt man eine Bank Strategie?

Eigentlich sollte es gar keinen zweiten Teil geben. Aber Chris Skinner hat einen Artikel geschrieben, der einerseits eine Würdigung verdient und andererseits einen methodischen Rahmen aufzeigt, den Banken verwenden könnten, um eine moderne Bankstrategie zu entwickeln. Meine 17 Empfehlungen für die Volksbanken Raiffeisenbanken müssten ja – wenn sie ganz oder teilweise auf Resonanz stoßen – in eine solche Strategie münden. Anders gesagt: Genossenschaftsbanken und andere Banken benötigen eine solche moderne Bankenstrategie, die – auf einen einfachen Nenner gebracht- das Kundenerlebnis in den Mittelpunkt stellt.

Nehmen wir also an, eine Bank – genauer gesagt die Mitarbeiter einer Bank – verspür(t)en die Lust (Ja – Arbeit und Geschäft können durchaus ein wenig Leidenschaftlichkeit gebrauchen) sich mit der Entwicklung der Bank zu beschäftigen. Handlungsdruck besteht möglicherweise nicht. Das Geschäft läuft gut. Die Mitarbeiter können bezahlt werden. Sie sind mit dem Gehalt sogar zufrieden. Die Kunden sind auch zufrieden, nicht unzufrieden oder haben uns noch nicht gesagt, dass sie unzufrieden sind. Die Filialen sind gepflegt. Internetauftritt vorhanden, Online Vertrieb möglich, Social Media Kommunikation gefällig. In den nächsten Jahren wird auch vermutlich kein Kunde aus eigenem Antrieb mobile payment, personal finance management oder irgend eine andere gehypte Anwendung aktiv nachfragen. Wir befinden uns also in einer Genossenschaftsbank.

Was ist zu tun?

Jetzt kommt Chris Skinner ins Spiel. Den Originalartikel: How to create a banking strategy findet man hier. Die erste Aufgabe für die Mitarbeiter der Genossenschaftsbank ist eigentlich eine Banalität, aber deshalb nicht weniger wahr. Wer eine moderne oder sagen wir zeitgemäße und zukunftsfähige Banken Strategie entwickeln oder vielleicht nur wissen möchte, ob die vorhandene Strategie noch tragffähig ist, muss sich zwangsläufig mit der Zukunft auseinandersetzen:

“First, use future thinking to see what pressures are out there to challenge them.”

Chris Skinner schlägt vor sich mit 4 Kräften zu beschäftigen, welche die zukünftige Entwicklung einer Bank beeinflussen werden. Er nennt sein Modell deshalb PEST. Bei uns müsste es dann wohl PWST heißen:

“PEST represents the Political, Economic, Social and Technological changes over the next 3-5 year horizon that may seriously impact the client’s business, as outlined yesterday.”

Es gibt also politische Kräfte für die Veränderung im Banking. Er nennt auch einige, die jedoch nicht  auf den deutschen Markt übertragbar sind. Bei den wirtschaftlichen Kräften sieht dies schon etwas anders aus:

  • Eurozone uncertainty
  • Sovereign debt issues
  • Remnimbi vs Dollar
  • CIVETS / Growth8
  • New Africa
  • Russia WTO
  • China inflation bubble
  • China 2018 or 2047
  • India post-2020

Auch bei den sozialen Aspekten ist abschreiben leicht:

  • crowdfunding
  • Social finance
  • Occupy Wall Street etc
  • Wikileaks
  • Anonymous
  • Global connectivity 1:1
  • New economies
  • Virtual currencies
Die vierte Kraft sind die technologischen Entwicklungen. Auch hier gibt es keine Unterschiede. Allenfalls die Ausprägungen der Entwicklungen sind bei uns  anders:
  • Mobile
  • Contactless
  • Tablet PCs
  • Social networking
  • Social media
  • Apps
  • Connectivity
  • Chips in everything
  • Wireless touch

Die nächste Stufe auf dem Weg zur Entwicklung der Bankstrategie wäre dann eine Zusammenfassung bzw. Pointierung der Anforderungen. Sehen Sie Unterschiede? Ich eigentlich nicht. Chris Skinners Anforderungen:

  • Boring banking vs casino capitalism
  • New regulations
  • New economies
  • Micromoney
  • Hybrid value management
  • Global currencies (Bitcoin)

Richtet man das ganze noch auf vorhandene Visionen zur Zukunft des Bankings aus, dann hat man das von Chris Skinner versprochene Rahmenwerk. Die Kunst besteht letztendlich in der Übertragung auf das eigene Modell und der Herausarbeitung der Veränderungserfordernisse. Ich denke dabei kämen alle oder einige meiner 17 Punkte heraus. Aber noch schwerer wird es dann, die Veränderungen auch umzusetzen.

Aber das ist eine andere Sache und ein anderer Artikel. In jedem Fall geht mein Dank noch einmal an Chris Skinner dessen Ansatz einen sehr einfachen Weg für eine Auseinandersetzung mit der Zukunft darstellt, den eigentlich jede Bank in einem Tag hinbekommen sollte.

Chris Skinners Visionen vom Banking der Zukunft sind übrigens ebenso beeindruckend, einfach und überzeugend.

  • Bank Produkte sind Anwendungen (Apps), die so her- und bereitgestellt werden, das Menschen Sie einfach so zusammen bauen können ,wie sie diese benötigen, um ihren eigenen Lebensstil oder Lebensplan zu unterstützen.
  • Bank Prozesse sind Open Source. Jeder kann Dienste anbieten, welche über APIs einfach per Plug and Play einfach integriert werden.
  • Retail Banking basiert auf Differenzierung im Wettbewerb über die Analyse von Kundendaten (Big Data) um kontextbasierte Personalisierung auszuliefern.

Ist es nicht genau das?

Auch bei Brett King kann sich der geneigte Banker mal wieder eine spannende Inspiration holen:

http://bank2book.com/2012/01/16/how-many-jobs-will-digital-kill-off-in-banking/

REWORK VOLKSBANKEN RAIFFEISENBANKEN

And now the end….

Das Ende des Social-Business- Monats ist gekommen. Was war die Idee? Eigentlich wollt ich nur zeigen, dass man den alten Männern (entschuldigen Sie die ungehörige Verallgemeinerung)  in Nadelstreifen nicht glauben muss. Alles auf dieser Welt – mal ausgenommen vielleicht die Natur – ist kontingent und wäre damit auch anders möglich. Unternehmen sind nicht vom Himmel gefallen. Immer mehr junge Unternehmen möchten einen Unterschied machen. So wie Herman Schulze-Delitzsch und Friedrich Wilhelm Raiffeisen. Und deshalb könnte der vorletzte Beitrag des Themenmonats den Volksbanken Raiffeisenbanken.

Am 06. Mai 2009 schrieb ich in dem Artikel:

Social Banking Volksbanken Raiffeisenbanken, die folgenden einleitenden Sätze:

Was der Einzelne nicht vermag, das vermögen Viele. Dieses Zitat von Friedrich Wilhelm Raiffeisen einem der Gründer  der genossenschaftlichen  Bewegung , prägt auch heute noch das Handeln  einer der ältesten deutschen Bankengruppen: Den Volksbanken Raiffeisenbanken, gegründet Mitte des 19. Jahrhunderts, einer Zeit als Märkte noch überschaubar und geschäftliches oder kaufmännisches Handeln  in der Regel noch in direkter Anwesenheit von Angesicht zu Angesicht stattfand.

Hier können Sie diesen Artikel noch mal nachlesen:

http://electrouncle.wordpress.com/2009/05/06/social-banking-volksbanken-raiffeisenbanken/

Inzwischen sind fast 3 Jahre vergangen. Es wird Zeit für einen Weckruf oder ein Plädoyer, denn die Vergangenheit kann und muss inspirieren. Sie darf aber nicht bremsen und mutlos machen. Hier sind 17 Punkte, welche die Gruppe beherzigen sollte, um der Idee der Gründer auch zukünftig noch gerecht werden zu können.

REWORK Volksbanken Raiffeisenbanken

1. VISION

Die Basis jedes modernen Unternehmens ist eine tragfähige, lebende und orientierende Vision. Eine solche Vision kann man in nur einem Satz formulieren:

  • Think Different
  • Don´t be evil
  • We are the 99 %
  • Was der Einzelne vermag, das vermögen Viele.

Es gibt ihn also schon, den kurzen Satz, den man sogar tweeten könnte und können sollte. Nun muss diese Vision nur noch mit Inhalten gefüllt werden, welche der Gegenwart gerecht werden.

  • Was ist der Zweck und die Mission?
  • Welche Vorteile und Werte liefert die Gruppe, welche Konsumenten wirklich brauchen und wollen.
  • Was ist das entscheidende Argument für die Auswahl der Call to action
  • Und wie kommt diese Vision in den sozialen Netzen zum Leben

Fragen geborgt bei: Brian Solis – The end of business as usual Seite 166 – Kindle Version. Sehr lesenswert!

2. SCHLUSS MIT ME TOO

Volksbanken sind keine Direktbanken und auch keine Privatbanken. Die Tatsache, dass immer mehr Menschen ihre finanziellen Angelegenheiten über das Internet abwickeln oder dort ihre Entscheidungen treffen, bedeutet nicht, dass Volksbanken Raiffeisenbanken Direktbanken werden sollen. Das Internet ermöglich mehr, als den schnellen, am Preis orientierten  und bequemen Abschluss .Es wird Zeit, dass die Volksbanken Raiffeisenbanken Ihren eigenen Weg finden ohne sich an irgendeinem sich im Markt befindlichen Konkurrenten zu orientieren.

3. WERTKODEX

Alle Unternehmen und Mitarbeiter der genossenschaftlichen Gruppe  entwickeln einen gemeinsamen und von allen geteilten Wertkodex, der jeweils aktuellen gesetzlichen Anforderungen immer einen Schritt voraus ist. Dadurch ist man nicht ein von Verbraucherschutz, Regulierung, etc. getriebenes sondern ein die Veränderungen treibendes Unternehmen.

Dieser Wertkodex ist klar, eindeutig und transparent . Er definiert:

  • Was man als Bank tun wird und was man nicht tun wird.
  • Wofür die Berater stehen und was diese tun oder nicht tun werden.
  • Was die Kunden erwarten dürfen und wie sie sich beteiligen und einbringen können
  • Welche Dienstleistungen angeboten und welche nicht angeboten werden
  • ……

Dieser Wertkodex ist verbindlich und überprüfbar und wird schriftlich dokumentiert und von jedem, der dabei bleiben möchte, mit getragen

4. Überprüfbar durch eine Online Banken Plattform

Damit dieser Wertkodex sichtbar, überprüfbar und kontrollierbar ist, wird ein Bankenportal entwickelt,auf welchem die Leistungen aller Banken und Berater einerseits nachvollziehbar dokumentiert  und andererseits bewertet werden können. Als unabhängige Instanz gelten die Kunden und Verbraucher. Jeder hat Zugang  zu diesem Portal und jeder darf Berater, Produkte und Banken bewerten

5. HERAUSRAGENDES KUNDENERLEBNIS IN ALLEN KANÄLEN

Die Zeiten ändern sich. Genossenschaftsbanken müssen als Multikanalbank alle Kanäle gleich gut und gleich intensiv bedienen. Es darf keine Qualitätsunterschiede zwischen oder innerhalb von Kommunikationskanälen geben. Die gesamte Gruppe und die einzelne Bank muss Internet genau so gut können wie Mobile oder Filiale. Akzeptiert aber auch, dass die traditionell n Kanäle an Bedeutung verlieren und einer Neudefinition bedürfen. Im Zentrum steht immer das Kundenerlebnis und damit dieses gelingt, muss sich jede Bank – im Zeitalter der Optionen – in erster Linie am Kunden orientieren

6. DIE BANK IN DER HOSENTASCHE

Man muss kein Prophet sein, um erkennen zu können, dass sich alle zukünftigen Entwicklungen und Pläne einer Bank am mobilen Kanal auszurichten haben. Die mobile Anwendung wird die Lupe, aus dem alle Entwicklungen heraus zu betrachten sind. Banking wird immer mehr zu einem Prozess, den Menschen schon bald zu jeder Zeit, an jedem Ort und beinahe unbewusst durchführen können und wollen.

Insofern ist es wichtig integrierte mobile Anwendungen zu entwickeln, die als vollständiges und transparentes Banking Instrument jederzeit in Echtzeit und ohne Brüche zur Verfügung stehen müssen.

7. PFM UND VR FINANZPLAN

Hierzu gehören Anwendungen wie Personal Finance Management, gekoppelt mit einem standardisiertem am Lebensverlauf- und –plan eines Menschen orientierten Beratungskonzept, wie es mit dem VR Finanzplan eigentlich schon besteht. Es müsste jedoch auch als technisch gesteuerter Prozess für das Internet und alle anderen Endgeräte zur Verfügung stehen und dabei auch die Überführung zum Berater leisten. Wir bewegen uns gerade ins Zeitalter des Smartphones und des Tablets und weitere Geräte werden Internet fähig werden.

8. MULTIBANKFÄHIG

Alle technischen Anwendungen, aber nicht nur die, müssen auf Multibankfähigkeit ausgerichtet werden. Menschen haben heute mehrere Bankverbindungen und dies wird sich auch nicht mehr ändern.  Wer aber mehr sein möchte, als nur eine Bank die Produkte verkauft, hilft den Menschen dabei  zur jeder Zeit und an jedem Ort einen vollständigen Überblick über die eigene finanzielle Situation zu erhalten. Die Kunden werden dies zu schätzen wissen und belohnen

9. SOCIAL MEDIA

Ja natürlich muss hier auch Social Media genannt werden. Den Volksbanken Raiffeisenbanken sei empfohlen dieses Instrument als natürlichen Bestandteil in den Alltag zu integrieren. Dies bedeutet nicht, sich auf jeder Social Media Plattform zu tummeln und dort mehr oder weniger gelungene Seiten mit Gewinnspielen, netten Botschaften oder Marketing Aktionen nachzugehen.

Es geht vielmehr darum Social Media als ein selbstverständliches Kommunikationsinstrument zu verstehen, es in den Unternehmensalltag und die Kultur zu integrieren und jedem Mitarbeiter zu ermöglichen, dieses Instrument für die Verfolgung der Organisationsziele (aber auch private Ziele)  einzusetzen.

Nicht in der zentralen Nutzung von Social Media liegt die Chance. Die Chance liegt in der dezentralen Nutzung und der Möglichkeit: Kunden zu fragen, sich von Ihnen helfen zu lassen, Ihnen besseren Service zu bieten, sie zu verstehen, ihnen schnell, kompetent und unbürokratisch zu helfen.  Und, Und, Und!

Dafür werden denkende Mitarbeiter benötigt, die sich nur in einer Kultur des Vertrauens entwickeln können. Mitarbeiter sind keine Kinder:  Man muss Ihnen das “Rauchen” genau so wenig verbieten, wie die Nutzung von Social Media am Arbeitsplatz. Machen wir uns nichts vor: Keiner Ihrer Mitarbeiter arbeitet 8 Stunden konzentriert ohne Ablenkung. Es geht heut nicht mehr um die Zeit, sondern um das, was am Ende herauskommt

Diesen und viele andere tollen Tipps: (They’re not 13 – Rework – Jason Ried & David Heinemeier Hansson Seite 255)

Danke an (Franz Welter)  @fsw für die Idee und  Inspiration zu den Punkten 7-9. Nur so kann es gehen

10. GUTE PRODUKTE

Wo habe ich das noch gelesen? Ich glaube aber, dass es richtig ist: Die meisten Verbraucher haben keine oder nur geringe Markentreue. Die meisten wählen ein Produkt weil es sie überzeugt, weil es praktisch ist oder auch aus Bequemlichkeit. Eine Bank wählt man  zum Beispiel: Weil sie in der Nähe ist , weil man sie bei google gefunden hat oder weil ein Freund oder die Eltern, dieselbe Bankverbindung haben. Und gewechselt wird die Bank nicht mehr, weil es eben unbequem ist die Bank zu verlassen

Was muss eine Bank tun?

Eine Bank benötigt gute Dienstleistungen. Menschen sind loyal zu herausragende Produkten, die etwas Besonderes sind und sich deutlich unterscheiden.  Mehr gute Produkte, einfache Produkte, verständliche Produkte, herausragender Service, besondere Leistungen. Hier sollten die genossenschaftlichen Banken investieren.

Nicht vergessen Bitte:

Auch die Kanäle, über welche Produkte und Dienstleistungen erworben oder entdeckt werden, sind Teil des Kundenerlebnisses und damit auch bei der Entwicklung guter Produkte zu berücksichtigen. Es ist gut möglich, dass herausragender Service zukünftig wesentlich wichtiger als die eigentlichen Produkte sein werden. Vor allem in einer Branche, in welcher sich Produkte und Anbieter kaum noch unterscheiden.

11. TATEN STATT WORTE

Diese Forderung schließt direkt an den vorherigen Punkt an. Lasst Taten statt Worte oder bunte Marketing Kampagnen sprechen. Es gibt zumindest zwei starke Argumente dafür Kunde bei einer Volksbank Raiffeisenbank zu  werden. Mehr als 30 Millionen Kunden und fast 17 Millionen Mitglieder. Dies ist kein Plädoyer dafür, sich auszuruhen.

Meine eigentliche Forderung

Lasst die Kunden und Mitglieder sprechen. Neue Kunden möchten sicher sein, die richtige Wahl zu treffen. Dafür besuchen sie Vergleichsportale oder fragen Freunde (Online und Offline). Sie möchten mit anderen Kunden sprechen, sich bei ihnen informieren, ihre Erfahrungen abfragen und von ihnen lernen. Sie möchten sehen, was es bedeutet Kunde einer Volksbank Raiffeisenbank zu sein. Was ist das Besondere? Worauf muss man achten? Was ist gut, was ist schlecht?

Deshalb investiert in Eure Kunden, ermöglicht den Dialog,  macht noch bessere Produkte oder Angebote. Schafft ein herausragendes Kundenerlebnis, erlaubt keine Qualitätsunterschiede zwischen den einzelnen Kanälen und Banken, lasst echte zufriedene Kunden und Mitglieder erzählen, was ihr für diese getan habt und helft Verbrauchern die richtige Lösung für ihr finanzielles Glück zu finden, wo immer sie auch danach suchen

12. MITGLIEDER COMMUNITY

Mit 17 Millionen Mitgliedern kann man seine eigene Community gründen, die nicht nur besondere Mehrwerte liefert. Stattdessen aber zu einer gesellschaftlichen Kraft wird. Keiner Lobbygruppe ala ADAC sondern einer Gemeinschaft, die gemeinsam daran arbeitet einen Unterschied zu machen und dafür auch politische und gesellschaftliche Räume besetzt. Und in dieser Community besteht darüber hinaus die Möglichkeit Kunden in alle möglichen Entwicklungsprozesse einzubinden und eine Plattform der gegenseitigen Unterstützung und Selbsthilfe zu schaffen.

13. FAIRE KUNDENAUSWAHL

Die Banken suchen sich ihre Kunden aus. Also wählt man in der Regel jene Kunden, die besonders lukrativ sind. Die Gründer der genossenschaftlichen Gruppe hatten da ganz andere Ziele. Findet einen Weg, um auch solche Kunden zu unterstützen, die zunächst unattraktiv erscheinen. Baut Euch die guten Kunden von morgen selber, indem ihr diese unterstützt und stärkt. Investiert in den Kunden und macht einen Unterschied zu den Banken, die nur die Rosinen möchten.

Greift dabei zur Auswahl und Einschätzung auch auf moderne Instrumente zurück. Social Media könnte hier eine Chance bieten. Die Movenbank von Brett King  macht es uns bereits vor.

http://movenbank.com/

14. REGION

Ein wesentlicher USP der genossenschaftlichen Gruppe ist die Nähe zur Region. Volksbanken Raiffeisenbanken sind wichtige Partner der regionalen Wirtschaft. Nehmt diese Rolle noch ernster. Beteiligt Euch an regionalen Aktivitäten. Unterstützt die Verwaltung bei wichtigen Aufgaben.

Kennen Sie das schon? 

https://www.leihdeinerstadtgeld.de/

Setzt auf crowdfunding. Helft Vereinen und Unternehmen. Bietet Räume zur Kommunikation. Setzt auf Coworking Spaces. Experimentiert mit regionalen Währungen. Macht regionale Partnerprogramme. Beschäftigt Euch mit Time Banking …

15. BILDUNGSAUFTRAG

Die Stärkung des Kunden nicht nur durch einfache Produkte und herausragende am Kundenbedürfnis orientierte Dienstleistungen, sondern auch über die Annahme eines Bildungsauftrages mit den jeweiligen Methoden der entsprechenden Generation, denn Lernen hat sich verändert.

Verfolgt das Ziel eure  Kunden und auch “Noch Nicht Kunden” mindestens genau so schlau und handlungsfähig zu machen, wie eure besten Berater. Dabei werden einfache technische Tools, moderne Lernverfahren wie z.B. Gamification und menschliche Kompetenz miteinander gekoppelt.

16. WACHT AUF DIE ZEIT DRÄNGT

Denn glaubt es oder glaubt es nicht. Die Welt verändert sich dramatisch schnell. Der Mensch wird immer persönliche Beratung brauchen! Das mag sein.

Wird er deshalb immer in die Filiale kommen? Wahrscheinlich nicht.

Allein die demographischen Trends und die zunehmende Landflucht sollten Euch zu denken geben. Und wo steht eigentlich geschrieben, dass persönlich bedeutet: Es sitzen sich 2 Menschen zu einem bestimmten Zeitpunkt in einem bestimmten Raum (Filiale) gegenüber?

UND NUN

vermischt die Zutaten und marschiert in die Zukunft. Dafür braucht man ein wenig Zeit, etwas Geld und eine gemeinsame Übereinkunft. Hört einfach mal auf die Visionäre und jungen Menschen und klammert euch nur noch da an die Vergangenheit, wo es noch Sinn macht. Ab mit den alten Zöpfen.

Und schaut für den Anfang einfach einmal täglich in den Blog der Volksbank Bühl

http://blog.volksbank-buehl.de/

17. GRÜNDET EIN START UP

An organization  dedicated to creating something new under conditions of extreme uncertainty. This is just as true for a person in a garage as it is in a group of seasoned professionals in a Fortune 500 boardroom

THE LEAN STARTUP  –  How today´s entrepreneurs use continuous innovation to create radically successful businesses Eric Ries

WEITERE INSPIRATIONEN

Interview mit 2 Volksbank Vorständen im Blog von Lothar Lochmaier

Genobanker 2.0: Wie sieht die Bank der Zukunft aus

Verschiedene Artikel im Blog der Volksbank Bühl

http://blog.volksbank-buehl.de/

Das neue Buch von Brett King

Branch today. Gone tomorrow

Das aktuelle Buch von Brian Solis

The end of business as usual

Umair Haque, für mich schon beinahe ein Klassiker

The new capitalist manifesto

Zahlreiche Diskussionen im Alltag

Der Alltag selber

Und nun hoffentlich viele Kommentare. Was denken Sie?

So viel Social Business

Machen wir einen Unterschied

Die Welt kann besser werden. Es muss nur genügend Menschen geben, die etwas dafür tun. Was tun? Einen Unterschied machen. Eine Idee umsetzen, von welcher die Menschen oder  Kunden sagen: Durch diese Idee, dieses Produkt oder diesen Service wird mein Leben besser.

Menschen, die sich vor der Umsetzung Ihrer Idee die Frage stellen: Wie kann ich das Leben von Menschen verbessern, gibt es offenbar genug. In den letzten 3 Wochen habe ich unzählige gefunden. Einige habe ich gesucht. Die meisten sind über meinen Interest Graph zur mir gelangt.

Hier sind noch einmal 40 Unternehmen, Produkte oder Ideen. Gefunden auf trendhunter.com. Angefangen bei utopischen Öko Villen über recycelte afrikanische Taschen bis hin zu Hip Hop Social Enterprises.

http://www.trendhunter.com/slideshow/socially-conscious-videos

Auch Musik kann Wirkungen erzielen. Steht sie nicht eigentlich auch für Devianz? Zumindest früher war das noch so. Die Seite Mideast Tunes, die es auch als iphone App gibt, verfolgt das folgende Ziel:

Music for social change

http://mideastunes.com/

Musik ist eine kraft- und machtvolle Möglichkeit sich auszudrücken. Über die Kraft der Musik verbreiten wir unsere Forderung nach Meinungsfreiheit und Demokratie. Auf Mideast Tunes werden junge Talente gefördert. Die musikalisch Kultur überwindet nationale Grenzen und erzeugt ein Gefühl der Gemeinsamkeit. Mideast Tunes wird als Plattform junge Künstler aus dem mittleren Osten und Nord Afrika ermutigen, inspirieren und der Welt vorstellen

Und auch diese Aktivität zeigt: Das Internet bietet Möglichkeiten, die noch keine Generation zuvor hatte. Mit den geringsten Mitteln können Plattformen entwickelt und genutzt werden, die sogar Staaten ins Wanken bringen.

Ironiemodus ein: Bald womöglich auch die Film- und Musikindustrie. Nein – das ist wohl doch nur ein Traum. Ironiemodus aus!

Mehr Game Changer findet man hier

http://gamechangers500.com/

Und soziale Entrepreneure gibt es hier

http://ideamensch.com/33-entrepreneurs-who-make-this-world-a-better-place/

Und wann legen wir los?

Onereceipt vertreibt mir die Wartezeit

Was es auch ist, ich bin dagegen (Groucho Marx)

Es ist noch gar nicht so lange her, da mussten wir zur Bank gehen, um Bankgeschäfte durchführen zu können. Heute nutzen fas 50 % der Bankkunden Online Banking. Als es mit dem Online Banking losging, konnte sich fast niemand vorstellen, den grössten Teil seiner Bankgeschäfte Online durchzuführen. Hätte man damals auf einer beliebigen Straße gefragt: Würden Sie Ihre Bankgeschäfte über das Internet abwickeln? hätten die meisten Menschen mit “Nein” geantwortet. Und ein wesentlicher Grund für diese Antwort lag in der mangelnden Erfahrung und Vorstellungskraft der befragten Menschen. Denn wer sich überhaupt nicht mit dem Thema beschäftigt und keine Kenntnis über mögliche Abläufe oder auch Chancen hat, wird sich nicht vorstellen können, sein  über Jahre geübtes bewährtes Verhalten zu verändern.

German Angst hilft gegen Konkurrenz

Hinzu kommt dann noch die sogenannte German Angst, mit welcher die Engländer einen Begriff für die typisch deutsche Zögerlichkeit geprägt haben, die es uns so schwer macht sich auf Veränderungen einzulassen.

Spulen wir wieder vor  in das Jahr 2012. Die meisten Deutschen antworten auf die Frage, ob sie sich vorstellen können mit dem Mobiltelefon zu bezahlen, natürlich noch mit Nein. Und die Argumente dagegen sind ähnlich wenn nicht sogar gleich, wie bei der Frage nach dem Online Banking. Ich sage allerdings voraus, das es keine 10 Jahre mehr dauern wird, bis eine Mehrheit der Deutschen nicht nur mobile Banking sondern gleich mobile Payment nutzen werden. Mir persönlich reicht ja neben der Bequemlichkeit schon die Aussicht darauf

1. Kein Kleingeld mehr zu benötigen

2. Keine Karten mehr zu benötigen

3. Keine Quittungen mehr zu benötigen

4. Keine Rechnungsdaten mehr händisch in ein Überweisungsformular oder in das Online Banking übertragen zu müssen

5. Dadurch keine Geldbörse und keine Ablagefläche mehr zu benötigen

6. Jederzeit alle finanzrelevanten Informationen an einem Ort zur Verfügung zu haben

7. Endlich einmal auch an Rabattaktionen teilnehmen zu können, weil die Teilnahme nicht mehr so aufwändig sein wird

Erst mal keine Quittungen mehr

Bis es aber soweit ist, freue ich mich aber über jeden kleinen Schritt in diese Richtung. So zum Beispiel über das Angebot des Unternehmens onereceipt

Onereceipt bietet die Möglichkeit alle Belege und Quittungen an einem Ort zu speichern. Und zwar in der Cloud. Nicht digitale Belege können fotografiert und per Mail an onereicpt gesendet werden. Dort können die Ausgaben übersichtlich dargestellt und dadurch natürlich optimiert werden. Außerdem erfährt” man, was man im letzten Monat getan hat”. Was mit zunehmendem Alter ja auch ganz vorteilhaft sein kann. Natürlich gibt es auch Belohnungen für die gespeicherten Quittungen. Und was der Deutsche gern hören wird. Es ist sicher.  Es folgt Grund No.8. Quittungen solle ja Krebs erregend sein.

Blog von onereceipt

http://blog.onereceipt.com/

Artikel: A year reviewed in receipts

http://www.jengirdish.com/2012/01/file-under-lists-a-year-reviewed-in-receipts/

Don´t break the Internet

Sicherlich wird es auch bei uns bald soweit sein. Deshalb mache ich mich direkt mal verdächtig und poste diesen kurzen Vortrag von Clay Shirky. Das Video kommt von Tec.com  (Ideas worth spreading) und gefunden habe ich es im Blog Six Pixels of Seperation.

Das was amerikanische Medien Lobbyisten in den USA gerade durchzusetzen versuchen, ist natürlich auch das Gegenteil von Social Business. Es ist der Versuch eine – für einige Unternehmen – sehr lukrative alte Welt zu erhalten. Eine Welt in der die Konkurrenten rar und die wirtschaftliche und meinungsbildende Macht dafür um so größer war. Und nun werden wir von diesen Unternehmen alle zu Dieben gemacht, damit die alten Herren einen luxoriösen und dekadenten Lebensabend genießen können. Es hat sich wohl doch nicht so viel verändert seit der französischen Revolution.

Und danach direkt “Thieves like us” von New Order hören. Das gibt es hier.

http://www.youtube.com/watch?v=Fc1ldXDJicY

Ein schönes Wochenende noch

Social Business: Roozt, coole Produkte, inspirierende Marken, etwas verändern!

Jung denkt anders

Gerade jungen Unternehmer scheint es nicht mehr auszureichen ein Unternehmen zu gründen, um damit Geld zu verdienen.  Immer mehr Gründer möchten gleichzeitig etwas Gutes tun oder sie richten ihr Unternehmen von Anfang an so aus, dass möglichst keine negativen externen Effekte als Teil des unternehmerischen Prozesses erzielt werden.

Das amerikanische Unternehmen Roozt – aktuell noch im Alpha Modus – tritt mit dem Slogan an:

Cool Products, Inspiring Brands, Real Impact

Und fügt den Untertitel “Next Generation Online Shopping” hinzu. Das Online Shopping Erlebnis vollendet sich in 4 Schritten

  • Spannende und coole Produkte von ebenso coolen Marken finden
  • Schauen, wie das Unternehmen versucht, sich für eine besserer Welt zu engagieren
  • Von sozial verantwortlichen Unternehmen einkaufen
  • Inhalte und Käufe teilen und dafür Belohnungen erhalten
Das amerikanische Wirtschaftsmagazin Forbes bezeichnet Roozt und seinen Gründer Brent Freeman als Namen, von dem in 6 Monaten die ganze Welt sprechen wir.
Der Gründer ist wohl ein sozialer Pionierunternehmer. Was ihn antreibt?
His business model always resonated with me,” exclaims Freeman. He adds, “That you can take a for-profit biz model and scale it to make a difference that not only has a tangible impact on the world but also a tangible impact on the balance sheet is inspiring”
Artikel von Forbes.com
Die Internetseite des Unternehmens

http://www.roozt.com/

Und was denken Sie?

Don´t be too evil

Das klingt doch eigentlich wie die perfekte Vision eines Unternehmens, welches wir in die Kategorie Social Business einordnen würden. Und in der Tat entspricht google vielen Kriterien eines “Social Businesses”. Offenbar ist es aber im Alltag gar nicht so einfach dieser Vision zu folgen. Je größer ein Unternehmen wird, desto eher scheint aus dem offenen und geliebten Disruptor ein selbstsüchtiger Gigant zu werden, der alles tut, um Konkurrenten abzuwehren.Die finden wir Böse

Die Finden Wir Böse

In den USA kämpfen die gut vernetzten Lobbyisten der Filmindustrie, gegen die Jungspunde aus der Internetbranche, um die alten Verhältnisse wieder herzustellen. Das Internet reagiert empört und reagiert mit machtvollen Protestaktionen. Das ganze nennt sich Sopa (Stop Online Piracy Act) in dessen weiterem Verlauf das ganze Internet schwarz und leer werden könnte. Zumindest temporär.

Wikipedia zum Stopf Online Privacy Act

Die nennen wir nützlich

Aber auch google ist nicht ohne Schuld bzw. verwendet die gleichen Methoden. Um das eigenen soziale Netzwerk zu stärken,  beschädigt das Vertrauen der Nutzer, indem man deren Inhalte ungefragt einfach in die öffentlichen Suchergebnisse pumpt und dabei noch das eigene soziale Netzwerk höher priorisiert als die Konkurrenz – also zum Beispiel twitter.

Kritischer Artikel zu googles neusten Entwicklungen der Suche

(Quelle Mediapost.com)

Die lieben wir, obwohl..

Facebook ist immer wieder in der Diskussion. Mal berechtigt, mal unberechtigt. Sehr häufig begleitet von übertriebenen Reaktionen durch Medien, Politik und den anderen bedrohten Unternehmen und Institutionen. Allerdings muss der werte Nutzer immer mal wieder genauer hinschauen, was denn mit seinen Daten eigentlich alles gemacht wird und ob die kostenlose Nutzung z.B.aufwiegt, wenn – wie aktuell geschehen – alle geposteten Beiträgen, die im politischen Wahlkampf verwendet werden können, d.h die einen direkten Bezug zum aktuellen Wahlkampf in den USA haben, direkt an die Reaktion des Newsportals Politico gesendet werden. Natürlich ohne den Nutzer zu fragen.

The social network is now mining public and private Facebook posts for data that Politico can use in its reporting. Anytime you reference Mitt Romney driving to Canada with the family dog strapped to the roof of his car (that means you, Gail Collins), Facebook will tabulate your feelings about it and send it over to Politico’s editorial desk.

Quelle: Mediapost.com

Artikel von npr.com der Licht in das Rätsel bringt

Wer nicht böse ist, der werfe…

Wem kann man also heute überhaupt noch vertrauen? Klar, das nennt mal wohl Vertrauenskrise und beinahe täglich erfährt und fühlt man, dass wir mitten drin sind. Wie war das noch mit dem Bundespräsidenten?  Und was war mit dem gesunkenen Kreuzfahrtschiff? Welche ökonomischen Prinzipien haben hier mehr als 20 Menschen das Leben gekostet? Orientiert sich Apple an Prinzipien der Nachhaltigkeit oder reicht es aus einfach nur cool und praktisch zu sein? Es reicht wohl aus. Geht Social Business überhaupt noch, wenn das Unternehmen wächst? Ist Wachstum deshalb vielleicht sogar ein Ziel, welches gar nicht zu Social Business passt, weil man dann den Spielregeln der Großen folgen  oder die eigenen Spielregeln auslegen muss. Oder weil man den Kontakt zu seinen Kunden verliert und mit jedem neuen Kunden die Befindlichkeit und Zufriedenheit eines einzelnen Kunden an Bedeutung verliert. Vielleicht hilft Social Media, die Verbindung zum Kunden nicht zu verlieren bzw. ermöglicht sogar den Kunden direkt einzubinden. Ist es aber wirklich Social Business, wenn mir ein Unternehmen nicht mehr die eigenen Lösungen sondern die Lösungen der anderen Kunden verkauft und dafür dann auch noch Geld nimmt. Wofür brauche ich eigentlich Unternehmen? Um Bedürfnisse zu befriedigen, die ich ohne die Unternehmen gar nicht hätte?

Um aber realistisch zu bleiben. Als Kunde werde ich – wenn ich z.B. keine Wurst mag* – niemals die 100 % Transparenz und Kompetenz haben, um letztendlich dass wirklich nachhaltige und schadlose Produkt auszuwählen. Zumal Nachhaltigkeit ja auch seinen Preis hat und das Geld schränkt unsere Spielräume ein.

* kleine Anspielung auf die Frage, ob die ING Diba Herrn Nowitzki Wurst essen lassen darf. Ich denke Sie darf. Unser Hund bestätigt dies gerne. Andere können auch anderer Meinung sein, aber ob man dafür die Facebook Seite einer Bank zumüllen muß? Social Business kann man auch auf die Spitze treiben. Ab morgen   gibt es wieder Beisspiele.

Bilanz für 2011: Banken auf dem Facebook Prüfstand

Dies ist ein GASTBEITRAG von Tobias Lampe Leiter Digital bei KEYLENS Management Consultants.

Im Jahr 2011 haben viele Kreditinstitute neue Facebook-Präsenzen auf- oder bestehende erheblich ausgebaut.  Um mehr Transparenz in das muntere Treiben zu bringen, hat die Strategieberatung KEYLENS in Zusammenarbeit mit der Uni Bremen für das vergangene Jahr eine Übersicht erstellt (vollständige Studie hier zum Download):

Für viel Aufsehen hat die Sparkasse mit ihrer in eine cross-medialen Kampagne eingebetteten Facebook-Seite „Giro sucht Hero“ gesorgt: fast 130.000 Fans zum Jahresende sind in Deutschland ein konkurrenzloser Wert für die Branche; seit Ende der Kampagne ist die Zahl jedoch rückläufig. Der Deutschen Bank reichten 15.000 Fans für einen Platz im Spitzenfeld (Grafik 1) – auf ähnliche Werte kamen in Österreich die Clubseite der Raiffeisen Bank, die Jugendseite der BAWAG PSK, der Auftritt von Erste Bank und Sparkasse sowie die Aktivcard-Seite der Volksbank. Den Schweizer Benchmark bildet die der Studentencard gewidmete Seite der Kantonalbank mit über 18.000 Fans. International befindet sich die Charityseite der Chase Bank mit über 3 Millionen Fans aber noch einmal in einer anderen Liga.

Grafik 1

Die Anzahl der Fans allein kann jedoch kein Erfolgskriterium sein, stattdessen interessiert die bei Fans generierte Aktivität. Facebook-Seitenbetreiber haben bei der Messung dieser Aktivität Zugriff auf differenzierte Facebook Insights und auch  über Web Analytics. Ohne Zugriff auf diese Daten lässt sich zwar kein abschließendes Urteil über Erfolg oder Misserfolg der betrachteten Seiten fällen, aber dennoch ein differenziertes Bild zur allgemeinen Resonanz der Fans auf die Facebook-Aktivitäten der Banken zeichnen.

Dabei zeigt sich, dass nur ein minimaler Bruchteil der Fans jemals in Form eines Kommentars oder eines initialen User-Postings aktiv wird. Teilt man etwa die in 2011 pro Seite angefallenen User-Postings durch die jeweilige Anzahl der Fans, dann ergibt sich ein mickriger Wert von 3,3 % (Grafik 2). Das bedeutet, dass innerhalb eines ganzen Jahres maximal nur jeder 33. Fan einmal einen eigenen Beitrag auf der Pinnwand schrieb. Einen deutlich besseren Wert erreichte die Seite „Finanzkrise: Sparkassen im Dialog“: Diese ist eine Reaktion auf die Occupy-Bewegung und wird tatsächlich von deren Vertretern als Plattform für kritische Fragen genutzt, was einen vergleichsweise hohen Wert von 18% generierte.

Grafik 2

Etwas häufiger als eigene Beiträge kommentieren Fans im Allgemeinen die Beiträge der jeweiligen Institute, oder adeln diese mit einem Klick auf „Gefällt mir“. Interessant ist dabei nicht nur die absolute Anzahl, sondern das Verhältnis dieser beiden Kennzahlen. Bei der Deutsche Vermögensberatung AG wurde beispielsweise ein Beitrag 16mal so häufig mit einem „Gefällt mir“ versehen als kommentiert. Mit diesem Extremwert erreichte die Facebookseite der DVAG mehr „Gefällt mirs“ als jede andere deutschsprachige Seite. Am anderen Ende der Skala befindet sich die Facebook-Seite der Postbank, die sogar mehr Kommentare als „Gefällt mir“ erhielt.

Welches Verhältnis hier gut oder schlecht ist, kann pauschal nicht beantwortet werden. Wer vor allem den Dialog sucht, wird tendenziell stärkeren Wert auf Kommentare legen. Werden dagegen primär markenbildende Botschaften verbreitet,  dann erhält die Anzahl der „Gefällt mir“ verstärkt Relevanz. Zumindest auf eine dieser zwei Resonanztypen werden jedoch die meisten Facebook-Verantwortlichen hoffen. Schließlich sollen die im Durchschnitt mehr als einmal täglich geposteten Unternehmensbeiträge nicht völlig ohne Wirkung bleiben.

Ob die erzielte Resonanz gemessen an der Anzahl der Fans und der eigenen Postings befriedigend ist, darüber gibt ein REACH-RESPONSE-Vergleich Aufschluss, wie in der folgenden Matrix (Grafik 3) dargestellt. Für die beiden Achsen sind Werte von 0 bis 100 möglich, wobei zur Nivellierung zu starker Größenunterschiede logarithmische Skalen genutzt werden. Es zeigt sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen REACH und RESPONSE. Während jedoch die Seiten der DVAG oder von Ing-Diba bei gegebenen REACH einen überdurchschnittlichen RESPONSE erzielten, ist dieser Wert beispielsweise für die Seite der Deutschen Bank leicht unterdurchschnittlich.

Grafik 3

Abschließend soll nochmal darauf hingewiesen werden, dass diese Zahlenspielereien natürlich keine finale Bewertung oder sogar konkrete Handlungsempfehlung geben können. Sie bieten Social Media Verantwortlichen jedoch wertvolle Orientierung auf Fragen wie:

  • Wie häufig posten andere Institute?
  • Ist die Kommentarintensität meiner Fans „normal“?
  • Welche Mitbewerber sind auf Facebook die Referenz?

Für 2012 wird spannend zu beobachten sein, ob die im Allgemeinen noch eher schwachen Resonanzwerte der Facebook-Angebote sich signifikant verbessern. Schließlich kann man erwarten, dass die Anbieter aus den Erfahrungen lernen, und immer besser verstehen, welche Bedürfnisse die Zielgruppe an die Facebook-Kommunikation einer Bank richtet.

Tobias Lampe ist Leiter Digital bei KEYLENS Management Consultants, der Strategieberatung für marktorientierte Unternehmensführung. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Düsseldorf unterstützt Kunden bei der Entwicklung und Umsetzung kundenzentrierter Wachstumsstrategien. Der Einsatz digitaler Instrumente wie Social Media wird dabei stets in den Kontext der übergeordneten Unternehmensziele gestellt.